Thompson Creek - Die Nummer eins der Branche
Die wichtigste davon ist die gleichnamige Mine, die bereits 1983 von Standard Oil gebaut worden ist und weltweit die zweitgrößte Molybdän-Mine ist, wo im Tagebau gefördert werden kann. Die derzeit nachgewiesenen Reserven und Ressourcen reichen für einen weiteren Abbau von zehn Jahren. Aktuell gibt es 170 Millionen Pfund wirtschaftlich abbaubare Reserven, 370 Millionen Pfund nachgewiesene Ressourcen und 420 Millionen Pfund vermutete Reserven.
Angesichts des explodierenden Molybdän-Preises und der geologischen Beschaffenheit dürften sich die wirtschaftlich abbaubaren Reserven in den kommenden Jahren sogar noch deutlich erweitern lassen. Aktuell werden bereits 30.000 Tonnen täglich abgebaut, 2008 soll dies auf 50.000 Tonnen gesteigert werden.
Bei der zweiten Tagebaumine, Endako, konnten jüngst dank erfolgreicher Exploration die Reserven massiv nach oben angepasst werden. Nun wird von im Boden befindlichen Vorräten von 282 bis 463 Millionen Pfund Molybdän sowie einer Minenlaufzeit zwischen 21 und 35 Jahren ausgegangen. In diesem Jahr soll mit einer Studie nachgewiesen werden, dass sich diese auch wirtschaftlich abbauen lassen.
Hoffnungsträger der Kanadier ist das Davidson-Projekt, wo die größte Molybdän-Untertage-Mine der Welt aufgebaut werden soll. Die Besonderheit dabei sind die extrem hohen Konzentrationen von 0,36 bis 0,38 Prozent, die weltweit einzigartig sind. Die Kosten für den Minenbau sehen die Analysten von GMP Securities bei 55 Millionen US-Dollar. Weil Thompson derzeit täglich (!) rund 1,2 Millionen US-Dollar verdient können die Kosten aus dem laufenden Cash-Flow finanziert werden.
Ein weiterer wichtiger Vorteil: Das Erz kann direkt nach der Förderung zur weiteren Verarbeitung per LKW zur Endako-Liegenschaft befördert werden. Die Gesamtkosten können dadurch sehr niedrig gehalten werden. Zum Vergleich: Die Errichtung einer ganz neuen Mine kostet durchschnittlich circa 500 Millionen US-Dollar. Die Konkurrenz muss diesen Betrag zunächst einmal finanzieren und kann dann erst zum Produzenten werden.
*Quartalszahlen übertreffen die Erwartungen
Zuletzt lief es bei dem Senkrechtstarter sogar noch besser als erwartet. Der Umsatz legte von 151 Millionen auf 275 Millionen US-Dollar zu, dabei wurde ein Cash-Flow von 105 Mio. US-Dollar erwirtschaftet. Der Gewinn je Aktie schnellte auf 0,46 US-Dollar. Analysten waren zuvor im Schnitt nur von 0,31 US-Dollar ausgegangen. Die Schulden wurden planmäßig von 320 Millionen auf 302 Millionen US-Dollar reduziert.
Kein Wunder, dass die Analysten im Anschluss ihre Schätzungen reihenweise anhoben. Sprott Securities setzt das Kursziel beispielsweise auf 28 kanadische Dollar, sofern sich der Molybdän-Preis über 20 US-Dollar halten sollte. Aktuell notiert die Aktie bei 18,37 US-Dollar und peilt damit nach einer Konsolidierung die alten Höchststände von 19,09 US-Dollar von Ende April an.
Thompson Creek ist damit ganz klar die Nummer eins unter den Molybdän-Aktien - und der einzige Produzent!
*Moly Mines - Die spekulative Alternative
Wer nach einem Unternehmen in einem früheren Entwicklungsstadium sucht, für den könnte der australische Molybdän-Explorer Moly Mines (WKN: A0EAPA; ISIN: AU000000MOL6) eine interessante Alternative sein.
Mit CEO Derek Fisher hat man einen in der Branche hoch angesehenen Unternehmenslenker, der Großes vorhat. Man verfügt über stattliche Ressourcen von 600 Millionen Pfund, was einem Minenleben von 20 Jahren entspricht. Jetzt geht es darum, die Mine produktionsfähig zu machen. Ende 2008 bzw. Anfang 2009 soll es soweit sein.
Die Marktkapitalisierung von aktuell 164 Millionen Euro erscheint angesichts der hohen Ressourcen im Vergleich zu der von Thompson Creek extrem niedrig. Berücksichtigt werden muss dabei jedoch, dass bei Moly eben jene angesprochenen 500 Millionen US-Dollar an Kosten für den Bau der Mine anfallen werden. Diese können nicht ohne weitere verwässernde Kapitalerhöhungen gestemmt werden.
Die Aktie ist somit um einiges riskanter als der Marktführer, verfügt aber auch über ein enormes Potenzial, wenn der Bau der Mine nach Plan läuft. Sollte sich der Molybdän-Preis auch in den kommenden Jahren zumindest über 20 US-Dollar halten, hat das Papier Vervielfachungspotenzial.
MEIN FAZIT:
- Es ist momentan kein Ende des Molybdän-Booms in Sicht
- Molybdän-Anleger sollten aber genau die Stahlkonjunktur beobachten. Ein Einbruch dort dürfte auch zu kräftigen Einbrüchen beim Molybdän-Preis führen.
- Alle drei Hauptnachfrager befinden sich momentan in einer Boomphase: Stahl, Flugzeugbau und Ölindustrie. Gleichzeitig kann die Produktion nicht ausreichend stark gesteigert werden. Es besteht ein Angebotsdefizit.
- Anleger sollten auf Marktführer Thompson Creek setzen. Nur sehr risikobewusste Spekulanten können sich auch eine Moly Mines ins Depot legen. |