Fannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli

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neuester Beitrag: 22.09.21 11:01
eröffnet am: 05.03.21 13:39 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 638
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05.03.21 13:39
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69646 Postings, 6348 Tage Anti LemmingFannie Mae - Chance auf Verdreifachung bis Juli

Die beiden halbstaatlichen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac (kurz FnF) wurden am 7. September 2008 vom damaligen US-Finanzminister Hank Paulson (zuvor Goldman-Sachs CEO) unter Zwangsverwaltung gestellt.

Es gibt Stimmen, die dies als den eigentlichen Auslöser der Banken- und Finanzkrise von 2008 betrachten. Denn Lehman ging erst eine Woche später, am 15. September 2008, pleite. Tatsächlich könnte die Lehman-Pleite eine indirekte Folge der FnF-Zwangsverwaltung gewesen sein, da diese eine Schockwelle durch die Finanzmärkte sandte. Keine Bank traute einer anderen mehr.

FnF sind in fast jede 2. Hypothek in USA involviert. Die kombinierte Bilanzsumme der Twins liegt aktuell bei knapp 6 Billionen Dollar, das entspricht 150 % des deutschen BIP. Klar dass bei solchen Summe Ängste aufkommen....

Die Zwangsverwaltung von FnF setzt sich bis zum heutigen Tag fort. Nun besteht jedoch eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Zwangsverwaltung durch eine Entscheidung des US Supreme Courts (SCOTUS), die bis Juni erwartet wird, enden wird. Die Details schildere ich unten.

Daraus erwächst für FnF erhebliches Kurspotenzial. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, daran teilzuhaben. Fannie Mae und Freddie Mac haben zum einen normale Aktien (common stock), die auch in Deutschland gehandelt werden.

Fannie Mae (WKN: 856099)
Freddie Mac (WKN: 876872)

Weiterhin gibt es eine Vielzahl von Vorzugsaktien (preferred shares), die zwar "Aktien" heißen, tatsächlich jedoch Bonds sind. Diese Bonds wurden vor 2008 zum Nennwert von damals meist 25 (oder 50) Dollar rausgegeben,  haben Coupons von 5 bis über 8 % und notieren aktuell - wie Junkbonds - größtenteils zwischen 4 und 6 Dollar.

Diese sogenannten Junior Preferred Shares (JPS) sind bei einigen deutschen Brokern im Auslandshandel handelbar. Zu den liquidesten JPS zählen:

FNMAS (US3135867527)
FNMAT (US3134006242)
FMCJK (US3135867378)

In USA werden alle diese Aktien (common stock wie JPS) wegen der fortbestehenden Zwangsverwaltung nicht an den regulären Börsen gehandelt, sondern nur OTC (over the counter). Dies ist mit erhöhten Risiken verbunden, weil dort Marketmaker die Kurse bestimmen.

Ich rechne nach dem Scotus-Urteil bei allen hier genannten Aktien mindestens mit einer Verdreifachung des Kurses.

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HINTERGRUNDINFOS:

Es gibt erhebliche Zweifel daran, ob es wirklich nötig war, dass Hank Paulson die FnF 2008 unter Zwangsverwaltung stellte. Kritiker behaupten, dass dies nur dazu dienen sollte, dass andere Zockerbanken ihrem Subprime-Schrott bei FnF abladen konnten. In der Zwangsverwaltung - in Gestalt der FHFA - wurde ein Direktor einbestellt, der nicht mit der gebotenen Sorgfalt darauf achtete, welcher Dreck FnF in Gestalt fauler Hypotheken angedient wurde.

Der ehemalige Finanzchef von Fannie Mae, Tim Howard (CFO und Co-CEO bis 2004), weist in seinen vielen Blog-Beiträgen darauf hin, dass die behauptete Notlage 2008 nicht wirklich bestanden hat, und nur durch willkürliche Bilanzauslegung zustandegekommen sei:

https://howardonmortgagefinance.com

Die Zwangsverwaltung war somit vor allem ein "böswilliges" Konstrukt, dass erleichtern sollte, FnF leichter mit dem Subprime-Schrott anderer Großbanken vollzuladen, was danach auch geschah.

Offiziell mussten FnF jedoch 2008 "gerettet" werden, und die US-Regierung tat dies mit einem Kredit im Volumen von 190 Mrd. Dollar (nach heutigem Stand). Dieser Kredit wurde in Gestalt von Senior Preferred Stock (SPS) vergeben. Die US-Regierung hat sich für diese SPS eine üppige Dividende von 10 % p.a. genehmigt. Außerdem hat sie Warrants (Optionen) im Volumen von 79,9 % des common stock erhalten, die als Sicherheit dienen sollten, falls FnF doch noch pleite gingen.

Wegen des fremd-aufgeladenen Subprime-Schrotts machten FnF von 2008 bis 2012 hohe Verluste (Chart unten). Darauf beschloss die US-Regierung 2012, FnF "abzuwickeln" und durch andere "besser funktionierende" Institutionen zu ersetzen. Dies geschah durch ein von der FHFA-Zwangsverwaltung herausgegebenes Papier (3. Amendmend zur Rettungsvereinbarung von 2008), das sämtliche Gewinne von Fannie und Freddie ab 2012 an die US-Regierung weiterleitete.

Dieser sogenannte Net Worth Sweep (NWS) enthielt Elemente von Bosheit, da die Regierung 2012 bereits wusste, dass sich die Gewinnlage von FnF ab 2013 deutlich bessern würde (siehe auch Chart unten).

Im Zuge des NWS hat die US-Regierung seit 2012 ca. 310 Mrd. $ Gewinne von FnF einbehalten, obwohl sie nur 190 Mrd. $ (in Gestalt der SPS) verliehen hatte. Dagegen klagten u. a. Collins und Co., deren Fall am 9. Dezember von SCOTUS gehört wurde. Die Richtlinien-Entscheidung von SCOTUS sollte bis spätestens Juni fallen. Der Fall wird dann in das nächstuntere Gericht in Texas zurückverwiesen.

Die Collins-Kläger pochen darauf, dass der SPS mit dem NWS bereits komplett abgezahlt ist, und dass sogar ein Überzahlung stattgefunden hat. SCOTUS wird diesem Punkt nach Auffassung der meisten Rechtsexperten nachgeben. Nach dem Urteil dürfte der SPS wegfallen, so dass im Prinzip auch die Zwangsverwaltung enden könnte.

Allerdings verfügen FnF aus dem Grund, dass die US-Regierung seit 2012 sämtliche Gewinne abgesaugt hat, nur über relativ wenig Eigenkapital in Höhe von zurzeit ca. 40 Mrd. Dollar. Deshalb soll die "Freilassung" aus der Zwangsverwaltung höchstwahrscheinlich mit einer Kapitalerhöhung (KE) verbunden sein. Dafür wurden von Fannie und Freddie auch bereits zwei große US-Investmentbanken unter Vertrag genommen.

Diese KE dürfte sich kursverwässernd auf den common stock auswirken. Wie stark, hängt u. a. davon ab, wie hoch die Eigenkapitalanforderungen (capital rules) festlegt werden. Der aktuelle FHFA-Direktor, der Anfang letzten Jahres von Trump eingesetzt wurde, ist ein marktradikaler Libertärer. Er verlangt, dass FnF gemäß Basel 3 bis 4 % ihrer Bilanzsumme als EK vorhalten, das wären rund 240 Mrd. Dollar. Calabria arbeitet strategisch darauf hin, FnF zu schwächen, damit private Hypoverleiher (seine Klientel) mehr Marktanteile erhalten. FnF garantieren jedoch wegen der impliziten Staatsgarantie die günstigsten Hypotheken in USA, und daran haben auch POTUS Biden und die neue Finanzministerin Yellen ("affordable housing") ein starkes Interesse.

Der ehemalige Finanzchef von Fannie, Tim Howard, ist - im Gegensatz zu Calabria - der Meinung, dass FnF keine Banken sind, sondern Dienstleister, die US-Großbanken die Hypothekenverträge abkaufen und dann als vom Staat (teil-)garantierte MBS bündeln und an Investoren in aller Welt verkaufen. Dafür erhalten FnF von den Banken Gebühren, die ihre Haupteinnahmequelle sind. Howard ist deshalb der Ansicht, dass für FnF 150 Mrd. als EK vollkommen ausreichen würden.

Aktuell haben FnF wegen der niedrigen Aktienkurse nur eine kombinierte MK von 4 Mrd. %. In einer im Januar zwischen Finanzminister Mnuchin und Mark Calabria getroffenen Vereinbarung wurde die Höhe der KE mit 2 x 70 Mrd. "angedacht". Eine mehr oder minder starke Verwässerung der Altaktionäre wird daher stattfinden. Da die Kurse des common stocks jedoch von 90 Dollar auf aktuell unter 2 runtergekommen sind, ist die Verwässerung bereits mehr als eingepreist. Analysten schätzen, dass der Kurs nach dem Scotus-Urteil auf bis zu 7 Dollar steigen könnten (= mehr als Verdreifachung).

Die Vorzugsaktien JPS haben noch Scotus die Chance, wieder auf ihren Nennwert von 25 Dollar (evtl. abzüglich "Haircut") zu steigen. Außerdem könnten bei Wegfall des NWS noch Zinsen aus den letzten Jahren nachgezahlt werden. Da die JPS faktisch um Junkbonds handelt, sind sie als Bonds von der Verwässerung durch die anstehenden KEs nicht betroffen. Die JPS sind daher eine etwas konservativere Form, auf die Erholung nach Scotus/Freilassung zu spekulieren. Dafür bieten die normalen Aktien (common stock) aber möglicherweise noch mehr Kurspotenzial. Manche glauben, sie könnten auf deutlich über 10 Dollar steigen. Es kursieren auch Kursziele von bis über 100 Dollar, die sind jedoch mMn stark unrealistisch.

Die Collins-Kläger, die jetzt bei Scotus gehört wurden, halten die JPS.  
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20.09.21 15:44
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69646 Postings, 6348 Tage Anti LemmingPsychologisch wäre eine Überschwappen

vom China-Immobilienmarkt auf den US-Immobilienmarkt zwar denkbar. Die Amis zeigen gegenüber China (und dortigen Börsenentwicklungen) allerdings immer noch ziemlich viel Arroganz.

Wenn z. B. in China Alibaba wegbricht (wie in den letzten Monaten geschehen), dann wirkt sich das auf Kurse von US-Firmen wie Amazon nicht die Bohne aus - siehe Chartvergleich unten (Amazon = rot; Alibaba = blau).

Für die Amis ist der Immobilienmarkt eine sehr wichtige Stütze der Wirtschaft. Wenn er crasht, ist Schluss mit lustig. Die Fed weiß das und stützt den Immomarkt eh schon indirekt, indem sie die MBS von Fannie und Freddie im Zuge von QE aufkauft. Sollten sich bei den MBS Kursschwächen zeigen, wird die Fed nicht lange zögern, die MBS wieder hochzukaufen.

Außerdem ist die Krise in China fundamental begründet (wackelige Finanzierung, zig faule Milliarden), während das Kreditportfolio von FnF ziemlich sauber ist. Bereits insgesamt 22 Mal hat die FHFA notleidende Kredite aus den MBS mit Abschlag an Investmentbanken in USA verkauft, die dann - wenn es ging - vollstreckt haben. Deshalb hatten/haben FnF auch die Bankenstresstest 2020 und 2021 mit Bravour bestanden.

Dennoch gibt es Gefahren aufgrund der Tatsache, dass der US-Immo-Markt wieder mal extrem überhitzt ist. Grund ist, dass zu viel Geld (auch aus dem Covid-Überstimulus) zu wenig Angebot jagt. Der US-Hausmarkt ist praktisch leergefegt. Es gibt allerdings viel aufgestaute Nachfrage, die nur darauf wartet, bei einem Preisrücksetzer "zuzuschlagen".

Außerdem war die Housing-Krise 2005 ff. anders gelagert. Ab 2005 begannen die Preise im US-Immomarkt zu purzeln. Der Unterschied zu heute ist, dass damals sehr viele US-Hauskredite windig finanziert waren, schlimmstenfalls kauften Leute die Häuser, die überhaupt kein Einkommen hatten. Beim Robo-Signing der Kaufverträge für die Wallstreet-Verbriefungen wurden die Angaben zu Gehalt, Beschäftigung und Vermögen nur sehr selten überprüft. Setzt in solcher Gemengelage eine Rückgang der Hauspreise ein, kann das schon eher psychologische Lawinen-Effekte auslösen, weil jeder sich ausrechnen kann, dass mit jedem Preisrückgang noch mehr Hausbesitzer mit negativem Equity (Bankschulden für das Haus sind höher als der Marktwert des Hauses) dastehen. Das blieb in USA letztlich an den Banken hängen und war 2008 einer der Hauptauslöser der Bankenkrise.  
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20.09.21 17:13
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69646 Postings, 6348 Tage Anti LemmingMeine Vorstellung, dass die Regierung

auf administrativem Wege die Freilassung und Rekapitalisierung anstrebt...

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dazu hab ich bei iHub heute dies gepostet:

https://investorshub.advfn.com/boards/...sg.aspx?message_id=165985275
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...wird bei iHub kritisch beurteilt. Hier die pessimistische Antwort von Louie_Louie :

https://investorshub.advfn.com/boards/replies.aspx?msg=165986616

Deutsch mit deepL + edit

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die Regierung eine Chance hat, mit den GSEs irgendetwas IPO-artiges durchzuführen... Sogar Warren Buffett hält sich von den GSEs fern und der VERSTEHT ihr Geschäft! Selbst wenn man ihm ein gutes Angebot machen würde, wäre er nicht so dumm, sein Geld in ein sozialistisches Wohnungsbauexperiment zu stecken, bei dem winziger Gewinn mit maximalem Risiko einhergeht.

Junge Investoren scheren sich herzlich wenig um schwerfällige Unternehmen wie die GSEs, weil sie derzeit alle von Bitcoin, Tesla, Amazon, Gamestop & AMC Wetten usw. hypnotisiert werden. Wo also findet unsere korrupte Regierung Investoren mit großem Geld? Ausländer? Lmao = (ich lach mir den Ar$ch weg). ...Wer wird der Regierung zutrauen, das Richtige zu tun? Niemand. Nicht einmal die Hedgefonds, nachdem sie sie jahrelang verleumdet wurden und vor Gericht gekämpft haben.

Die Idioten, die die Regierung leiten, sind zwischen einem Fels und einem harten Ort. Tim [Howard] hat es am besten gesagt: Die derzeitige Regierung muss zugeben, dass sie vom ersten Tag an unglaublichen Mist gebaut hat, und dann muss sie alles rückgängig machen, was sie seitdem getan hat, und alles wieder so machen wie zuvor. Ich glaube, dass weder irgendein Plan noch irgendwelche hinterhältigen Winkelzüge des Finanzministeriums oder der FHFA irgendetwas bewirken werden...

Diejenigen, die investieren würden, die sich auskennen und die Unternehmen verstehen, haben höchstwahrscheinlich null Vertrauen darin, große Geldsummen in etwas zu versenken, das die Regierung nach Belieben umdrehen und beschlagnahmen kann! Denken Sie an das SCOTUS-Urteil! Es wird der Regierung ständig in den Hintern beißen! Die FHFA kann machen, was sie will, einschließlich der Abführung aller GSE-Gewinne an das Finanzministerium.

Ein tiefes, verworrenes Geflecht und amoralische Praxis seitens der Regierung haben FnF zu einer toxischen Investition gemacht. Selbst in einem Utility-Modell könnte die Regierung kaum ein Hundertstel des privaten Kapitals in eine First-Loss-Position bringen, wenn sie eine Rendite von nur 2 bis 3 % (A.L.: via Dividende auf die neuen Aktien) anbietet. ...
 

20.09.21 18:07

1140 Postings, 2800 Tage Mr. GantzerLouie_Louie

Es gibt soviel Geld im Umlauf, da wird sich sicherlich 100Mrd schon finden.  

20.09.21 19:09
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69646 Postings, 6348 Tage Anti LemmingDas "trojanische TBTF-Banken-Pferd" macht Druck

Maxine Waters macht Druck, dass Biden Sandra Thompson zur FHFA-Direktorin ernennt. (Thompson wäre dann offizielle Calabria-Nachfolgerin, zurzeit übt sie dieses Amt nur übergangsweise aus).

https://www.respanews.com/RN/ArticlesRN/...FHFA-nomination-83313.aspx

Thompson steht eher in der Tradition Mark Calabrias und arbeitet den TBTF-Banken zu [= Ausweitung der CRT-Absicherungen, an denen Wall Street verdient - siehe # 605 (Ende) und # 606].

Biden hatte zuvor Mike Calhoun als eigenen Lieblingskandidaten ins Rennen geschickt. Calhoun würde die FHFA im Gegensatz zu Thompson gründlich ausmisten, was die Chance auf baldige Freilassung/Recap deutlich erhöht.
 

20.09.21 19:28
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69646 Postings, 6348 Tage Anti LemmingMein Reden in # 605 (Ende)

https://mobile.twitter.com/GuidoPerei/status/1440000559105265664

Mit "she" ist Sandra Thompson gemeint.

 
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20.09.21 19:40
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69646 Postings, 6348 Tage Anti Lemming2020 war das CRT-Volumen deutlich zurückgefahren

worden. Jetzt soll es unter Sandra Thompson wieder steigen.

Man könnte glauben, Maxine Waters erhält dafür "Prozente" von Wall Street ;-)

CRT ist eine Auslagerung von Kreditrisiken von Fannie und Freddie an private Investoren (Wall Street). Sie mindern die Gewinne von Fannie und Freddie erheblich, bringen aber im Gegenzug kaum zusätzliche Sicherheiten. Sie sind somit "rausgeschmissenes Geld". Wenn FnF zu wenig Geld verdienen, rückt auch die Freilassung durch Gewinneinbehalt (Alternative zur KE) in noch weitere Ferne.

https://mobile.twitter.com/hannahdlang/status/1439972048844042243  
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20.09.21 19:44
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69646 Postings, 6348 Tage Anti LemmingGeht schon los mit den neuen CRT in 2021

https://www.prnewswire.com/news-releases/...er-in-2021-301380676.html

Fannie Mae Announces Plans to Re-Engage in Credit Risk Transfer in 2021

Sep 20, 2021, 13:29 ET

WASHINGTON, Sept. 20, 2021 /PRNewswire/ -- Fannie Mae (OTCQB: FNMA) today announced its intention to enter into new credit risk transfer (CRT) transactions in the fourth quarter of 2021. The company expects to transfer mortgage credit risk via its Connecticut Avenue Securities (CAS) and Credit Insurance Risk Transfer (CIRT) programs.

 

20.09.21 20:03

1140 Postings, 2800 Tage Mr. GantzerIch kann nur noch den Kopfschüttel

Innerhalb einer Woche die Hoffnung auf einen Neustart unter Calhoun einfach mal ruiniert.
Ich kann nur hoffen, dass Biden an Calhoun festhält und er durch den Senat kommt.  

21.09.21 10:06
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198 Postings, 2860 Tage Helmut DietrichEs läuft ja wirklich alles gegen uns!

Hand aufs Herz;  machen wir uns ständig etwas vor?  F&N zwei untergehende Schiffe attackiert von Wallstreet-Haien, welche bis zum Schluß nicht nachgeben.  

21.09.21 11:33
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69646 Postings, 6348 Tage Anti Lemming# 622

Fannie und Freddie bleiben für die US-Wirtschaft letztlich alternativlos. Die (eigennützige) Idee der NWS-Strategen von 2012, FnF durch "besser funktionierende kleinere GSEs zu ersetzen", ist inzwischen vom Tisch.

Ewig wird die US-Regierung den Schwebezustand der Zwangsverwaltung nicht aufrechterhalten können. Daher bleiben die Aktien von FnF - speziell die JPS - so etwas wie "niemals verfallende Optionen".

Unter Trump wurde die Freilassung angeschoben, und auch der US-Kongress hat noch im Dez. 2020 (da gab es bereits eine Dem-Mehrheit im "House") ein Strategiepapier vorgelegt, in dem die Freilassung und Rekapitalisierung für 2023 oder 2025 angedacht wird.

Auf gerichtlichem Wege wird sich die US-Regierung dazu - vor allem jetzt nach der Scotus-Opinion - wohl nicht mehr zwingen lassen. Sie wird vermutlich erst einmal abwarten, bis alle Prozesse im Sande verlaufen sind. Es gibt nach Collins ohnehin keine Prozesse mehr, die den NWS anfechten. Bei allen verbleibenden Prozessen geht es nur um finanziellen Schadensersatz für die Altaktionäre.

Sind die Kläger erst einmal alle "abgefertigt" (einige erhalten wohl auch Geld, aber gemessen am Schaden eher Almosen), hat die Regierung freie Hand, die Freilassung nach ihren Vorstellungen umzusetzen. Das wird für die Altaktionäre weniger vorteilhaft sein, als hätten sie die Freilassung vor Gericht erstreiten können.

Nichtsdestotrotz gehe ich davon aus, dass diese Freilassung gemäß den Ende 2020 vorgelegten Plänen (Utility-Modell von Susan Wachter u. a.) auch weiterhin ansteht. Und zwar 2023, 2025 oder vielleicht sogar schon viel früher, falls "Macher" Calhoun FHFA-Direktor wird. Allein schon, dass Biden diesen Macher favorisiert (im Gegensatz zur TBTF-Däumchendreherin Thompson, die Waters im Interesse der Großbanken pusht), deutet darauf hin, dass es das FnF-Problem noch während seiner Amtszeit zu lösen gedenkt. Danach würden es die Reps nach IHREN Vorstellungen machen. Es geht hier um einen Schaukampf um die Zukunft der beiden von der Bilanzsumme her größten Firmen der USA!

Ich bin deshalb weniger pessimistisch als viele andere, hier und auch bei iHub. Allerdings fühle ich mich mit den JPS auch besser abgesichert für den Fall, dass die Freilassung mit starker Verwässerung der Stämme einhergeht.  

21.09.21 14:47
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69646 Postings, 6348 Tage Anti LemmingNeuer Machtzuwachs der Zwangsverwaltung

Die Macht der FHFA-Zwangsverwaltung ist nach Scotus deutlich gestiegen.

Neu ist, dass jeder frisch gewählte US-Präsident sofort nach Amtsantritt den amtierenden FHFA-Direktor(in) nach Belieben feuern und durch einen ihm politisch genehmen Nachfolger ersetzen kann. Bislang wurden FHFA-Direktoren auf fünf Jahre gewählt und konnten nur bei schwerwiegenden Amtsvergehen entlassen werden.

Wieso ist das wichtig?

HERA hat für Fannie und Freddie eine Sondersituation geschaffen.
Grundsätzlich erlaubt HERA, dass FHFA und US-Schatzamt (aktuell Yellen) jederzeit - und ohne den US-Kongress befragen zu müssen -  umfangreiche Veränderungen am Status von Fannie und Freddie vornehmen können. Dazu reicht eine bloße "Briefvereinbarung" zwischen FHFA und Schatzamt. Sogar eine SPS-Streichung, Freilassung und KE sind per Briefvereinbarung (Amendment) jederzeit möglich.

Voraussetzung ist freilich, dass sich der FHFA-Direktor und das Schatzamt hinsichtlich dieser Maßnahmen EINIG sind. Einig werden sie in der Regel nur, wenn der FHFA-Direktor und der Wirtschaftsminister aus dem gleichen politischen Lager kommen, also keine widerstreitenden Interessen haben.

Vor Scotus gab es einen zeitlichen Aufschub, weil der neue Präsident erst noch abwarten musste, bis die Amtszeit des von seinem Vorgänger eingesetzten FHFA-Präsidenten endete. Trump konnte seinen Favoriten Mark Calabria erst 2019 ernennen, als die 5-jährige-Amtszeit des 2014 von Obama ernannte FHFA-Direktor Melvin Watts abgelaufen war.

Aufgrund der Scotus-Opinion entfällt dieser Aufschub nun. Biden konnte noch am Tag der Verkündung Calabria entlassen.

Damit haben der jetzige FHFA-Direktor* und Yellen die Macht, praktisch schon morgen ein Papier aufsetzen, indem sie z B. einvernehmlich die Freilassung und KE beschließen, und weder der US-Kongress noch irgendein US-Gericht hätte ein Veto-Recht. Und sie würden sich auch schnell "politisch einig", weil sie ja beide Demokraten sind.

(* ob die Interim-Direktorin Thompson es darf, ist allerdings fraglich, vermutlich muss Biden ersten einen neuen ständigen FHFA-Direktor ernennen, das wird entweder Thompson oder Mike Calhoun sein)

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Diese Entwicklung ist für Biden im Prinzip sehr erfreulich. Weniger erfreulich hingegen ist für ihn, dass von dem gleichen HERA-Machtzuwachs auch ein möglicherweise auf ihn folgender Rep-Präsident profitiert. Dieser neue Rep-Präsident könnte ebenfalls sofort einen ihm genehmen FHFA-Direktor ernennen und zusammen mit dem Rep-Schatzamt eine Briefvereinbarung formulieren, die das Ganze in eine völlig andere Richtungen lenkt.

Die Dems und Reps haben sehr unterschiediche Vorstellungen davon, wie FnF nach einer Freilassung aussehen und agieren sollen.

- Geht es nach den Reps, werden FnF so klein wie möglich gehalten, damit ein möglichst großer Anteil des 11-Billionen-Dollar-Hypotheken-Marktes in USA an Privatbanken geht. Denen würde auf diese Weise mehr Geschäftsvolumen zugeschanzt. Privatbanken verlangen höhere Zinsen und verdienen daher auch mehr an den Krediten. Die Reps halten FnF für "sozialistisch", weil durch die implizite Staatsgarantie für die MBS das Zinsniveau der von FnF aufgekauften Kredite "künstlich" niedrig gehalten werde. Das widerspricht ihren Vorstellungen vom "freien Markt".

- Geht es nach den Dems, sollen FnF so groß werden wie möglich und möglichst viel vom 11-Bio-Hypo-Kuchen erhalten. Ziel der Dems ist, möglichst vielen Amerikanern, auch solchen mit niedrigerem Einkommen und solchen aus benachteiligten Ethnien (Schwarzen/Latinos) die Möglichkeit zu geben, sich ein eigenes Haus zu kaufen. Damit dies gelingt, sollen FnF das Hypozins-Niveau für Hypokredite, die über FnF laufen, möglichst niedrig halten und es über 30 Jahre festschreiben. Die Dems sehen dies nicht als "sozialistische" Politik, weil die Staatsgarantie für die MBS nur eine vertrauensfördernde - und auch politisch willkommene - Maßnahme sei.

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Wegen der deutlich gestiegenen HERA-Macht, die die jeweils amtierende US-Regierung nach Scotus erhalten hat, kann - solange HERA gültig ist (HERA endet mit der Freilassung) - relativ leicht, schnell und unter Umgehung des US-Kongresses die oben beschriebenen Weichenstellung vorgenommen werden.

Hat eine US-Regierung diese HERA-Macht erst einmal ausgeübt und die Freilassung gemäß ihren Vorstellung initiiert, kann die Nachfolgeregierung kaum noch etwas daran ändern, weil HERA nach der Freilassung endet und weitere grundlegende Änderungen danach nur noch mit der "Ochsentour" über den US-Kongress möglich wären.

FAZIT: Wenn Biden es in seiner Amtszeit nicht schafft, werden es die Reps in ihrer nächsten Amtszeit umsetzen, und zwar nach Prämissen, die den Dems nicht passen. Die durch Scotus gesteigerterte "HERA-Macht" setzt die Demokraten somit unter akuten Handlungszwang.

Das ist für die Altaktionäre im Prinzip eine positive Entwicklung, weil die seit 13 Jahren betriebene Verschleppungsstrategie nun politisch gefährlich geworden ist. Weiterhin erhält die Regierung seit 2019 die Gewinne von FnF nicht mehr, weil diese seitdem für die EK-Aufstockung einbehalten werden dürfen (NWS-Pausierung). Abwarten und Tee trinken bringt der Regierung damit auch keinen Geldsegen mehr.  

21.09.21 15:18
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96 Postings, 2419 Tage Sigi F.Da bin ich ja mal gespannt

wie schnell die Entscheidung des weiteren vorgehen getroffen wird. Das muss ja ausgearbeitet sein bevor der nächste Wahlkampf startet.  

21.09.21 15:24
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69646 Postings, 6348 Tage Anti LemmingDer nächste Wahlkampf beginnt

im Prinzip bereits im Januar 2022, weil dann um Stimmen bei der Zwischenwahl im November 2022 gekämpft wird. Wenn Biden die Zwischenwahl verliert, haben die Reps die Mehrheit im Repräsentantenhaus, und er bekommt wegen "gridlock" kein einziges Gesetz mehr durch.

Bidens Mehrheit im Senat ist ebenfalls äußerst wackelig. Da steht es 50 zu 50, und nur wegen dieses "Patts" darf die Vizepräsidentin Kamala Harris als Zünglein an der Waage eine 101. Stimme abgeben.  

21.09.21 16:44

1140 Postings, 2800 Tage Mr. GantzerOhne neue News

wird erstmal wieder abverkauft.
AL, bin pessimistisch bei Thompson. Die wird doch niemals eine Freilassung wollen, die CRT-Erhöhung hat ja gezeigt, in welche Taschen sie zu arbeitet.

Bis jetzt war eine Freilassung von keinem der beiden politischen Lager gewollt. Die Republikaner werden auch keine Freilassung erlauben, solange sie Lobbyisten der Banken sind, welche ihre goldene Kuh nicht aufgeben möchten.

Als Calhoun im Gespräch war, sind die JPS die Tage hochgeschossen. Das zeigt schon, in wen der Markt seine Hoffnungen setzt. Seit Thompson im Gespräch ist, geht es wieder runter.
Wir können nur hoffen, dass Biden mal zur Abwechslung uns im positiven Sinne überrascht. Dass er Calhoun in Überlegung gezogen hatte, ist trotz allem sehr positiv zu bewerten.  

21.09.21 17:24
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69646 Postings, 6348 Tage Anti LemmingDie CRT-Erhöhung wurde der FHFA

damit schmackhaft gemacht, dass im Gegenzug - weil mit den CRT ja Risiken ausgelagert werden -, die Eigenkapitalerfordernisse gesenkt werden können. Unterm Strich soll diese EK-Senkung vorteilhafter sein, als der Kostenanstieg durch die CRT nachteilig ist.

Dabei könnte es sich aber durchaus um ein Spinstory handeln, die der FHFA seitens der Großbanken, die an den CRT verdienen wollen, "angedient" wurde.

Ich stimme m. E. zu, dass es kein gutes Zeichen ist, dass Thompson diesen "Deal" akzeptiert hat. Calabria war übrigens ein Gegner der CRT, unter ihm wurde 2020 weniger Kreditrisiko ausgelagert (siehe Chart in # 619).

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Hier Tim Howard zu obigem CRT-"Deal":

https://howardonmortgagefinance.com/2021/09/07/...ge-1/#comment-24932



 

21.09.21 17:27
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69646 Postings, 6348 Tage Anti LemmingAuszug aus dem Howard-Link:

...Fannie and Freddie?s net income and retained earnings are reduced by the additional interest payments on the CRTs, but because FHFA drops their required capital by more than the present value of those interest payments, Fannie and Freddie have a strong economic incentive to issue the CRTs. That almost certainly is why Fannie will restart its CRT program in the fourth quarter.

The banks win because the incredibly complex, non-risk-based, ?bank-like? capital standard created by Calabria to grossly overcapitalize Fannie and Freddie stays in place, and FHFA can claim to have been responsive to the public demands to fix it. Of course, what FHFA ?fixed? was the one feature of the Calabria standard Wall Street didn?t like?its treatment of CRTs...  

21.09.21 17:30

1140 Postings, 2800 Tage Mr. GantzerKosten der CRT

"From 2013 to February 2021, the GSEs shed $126 billion of risk, at a net cost of $15 billion."
In 8 Jahren, um 126 Mrd. GSE-Risiken abzusichern, hat es 15 Mrd netto gekostet.

https://www.housingwire.com/articles/...estart-credit-risk-transfers/  

21.09.21 17:47
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69646 Postings, 6348 Tage Anti Lemming# 630 Es gab aber nur äußerst geringe Ausfälle

bei den FnF-Krediten, selbst in Covid Zeiten (unten unterstrichen). Deshalb waren diese 15 Mrd. $ letztlich rausgeschmissenes Geld.

Ohne diese CRT hätten FnF aktuell 15 Mrd. $ mehr an Eigenkapital. Von diesen 15 Mrd. $ hätte z. B. alternativ auch 43 % der JPS zum NENNWERT zurückgekauft werden können.

Außerdem ist es Wahnsinn, 126 Mrd. $ an Krediten mit 15 Mrd. Kosten abzusichern. Die Zahlen gelten über 8 Jahre. Daraus errechnen sich pro Jahr Zinsen (bzw. Absicherungskosten) in Höhe von 1,5 %, die die FnF-Gewinne schmälern.

Außerdem gab es nie einen Realitäts-Check, ob diese CRT-Absicherungen im Falle einer schweren Immobilienkrise überhaupt funktionieren würden (counterparty risk). Deshalb hatte Calabria die CRT deutlich reduziert. Das Wiederhochfahren der CRT ist laut Howard (# 629) die einzige "Verbesserung"*, die Wall Street an den Calabria-Standards vorgenommen hat.

* faktisch ist es eine Verschlimmbesserung

Aus dem Link in # 630:

...Mark Calabria, raised concerns about prepayment risk to the CRT structure, which it said was ?untested by a widespread serious loss event.? The GSE portfolios have had very low delinquency levels throughout the pandemic.  

21.09.21 17:48
1

69646 Postings, 6348 Tage Anti Lemming# 630 (2)

kann dich mal wieder nicht bewerten

(Ariva: "Von Ihnen kommen bereits 7 der letzten 20 (oder weniger) positiven Bewertungen für Mr. Gantzer.")  

21.09.21 17:54

69646 Postings, 6348 Tage Anti LemmingArtikel von heute zum Wiederhochfahren der CRT

21.09.21 18:01

69646 Postings, 6348 Tage Anti LemmingHier zeigt sich der Irrsinn der CRT

Es gibt vier Tranchen an CRT. Die am stärksten ausfallgefährdete behalten Fannie und Freddie selbst (unten fett). Wall Street "versichert" somit nur das, was ohnehin kaum von Ausfällen bedroht ist.

Quelle: Artikel in # 633

The CRT structure, which Freddie Mac pioneered in 2013, shifts a portion of the risk of credit losses on the mortgages they back onto investors.

Fannie Mae and Freddie Mac pay investors in exchange for assuming a portion of that risk. Those investors can choose from four tranches of risk exposure, the first being the safest and the fourth taking on the highest loss risk. The GSEs keep the riskiest tranche.  

21.09.21 18:39

1140 Postings, 2800 Tage Mr. GantzerSterne sind mir nicht wichtig

insofern alles gut. Habe bei dir auch das Limit erreicht.
Wichtig sind die Infos, denn am Ende kann es sich wortwörtlich auszahlen.
Meine Euphorie über Calhoun ist definitiv verflogen. Und ich halte meine Erwartung tief. Aber wie du richtig genannt hast: Die JPS sind wie ewige Optionen mit 13bagger Triebwerken auf diesem Niveau. Solange es keine große Immo-Krise gibt, ist es ein Wartespiel.  

22.09.21 09:43
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69646 Postings, 6348 Tage Anti LemmingPagliara rührt die Benachteiligten-helfen-Trommel

Tim Pagliara ist ein Hedgefondsmanager, der massiv in JPS investiert ist. Im Frühjahr hatte er das Buch "Another Big Lie" veröffentlicht und an alle neun Scotus-Richter geschickt.

Hier Pagliaras aktuelle Einschätzung und seine (sicherlich auch eigennützigen) Politikempfehlungen:

deepL + edit

Pagliara: "Die aufgeschobene Freilassung und Rekapitalisierung von FnF hat dazu geführt, dass Hauskredite nur eingeschränkt verfügbar sind. Infolgedessen hat der Eigenheimbesitz bei Minderheiten (Schwarze und Hispanics) nicht mit der allgemeinen Entwicklung Schritt halten können. Der Anteil schwarzer Hausbesitzer ist auf einem 50-Jahres-Tief."

Pagliara weist darauf hin, dass die Zwangsvollstreckungskrise nach dem Immobiliencrash von 2008 größtenteils auf die Tatsache zurückzuführen war, dass Millionen von Hausbesitzern finanziell "unter Wasser" waren, d. h. ihre verbleibende Hypothekenschuld war höher als der Wert ihres Hauses. Immobilien- und Hypothekenexperten sagen, dass Hausbesitzer heute in der Regel über mehr Eigenkapital verfügen als im Jahr 2008.

Aber wird nicht ein großer Teil der potenziellen Käufer auf der Strecke bleiben, wenn die Regierung Fannie Mae und Freddie Mac nicht (bald) mehr Hilfe gewährt?

"Fannie Mae und Freddie Mac brauchen Kapital, damit sie ihrer Aufgabe nachkommen können, den unterversorgten Menschen und der Mittelschicht langfristig festverzinstes Wohneigentum zur Verfügung zu stellen", sagt Pagliara. "Diese Menschen sind das Fundament der amerikanischen Mittelschicht, der stärkste Motor für wirtschaftliche Gleichheit, den dieses Land je erfunden hat."

Pagliaras Schlussfolgerungen für den Wohnungsmarkt:

Das begrenzte Haushaltsvolumen wird die Biden-Adminstration dazu zwingen, kreativ zu werden. "Bei Freilassung und Rekapitalisierung von Fannie und Freddie kann die Regierung über 50 Milliarden Dollar an Erlösen generieren", so Pagliara, "die in einen Wohnungsbau-Treuhandfonds eingezahlt werden können, um Gemeinden und Erstkäufer von Eigenheimen zu unterstützen."

Anmerkung A.L.: Es ist unklar, ob Pagliara mit diesen "kreativen Maßnahmen" eine Warrantsausübung oder einen SPS-Swap im Zuge der Freilassung meint. Die Warrantsausübung würde der US-Regierung nach meiner Rechnung rund 50 Mrd. $ bringen - käme also der Höhe nach hin - während ihr ein SPS-Swap über 100 Mrd. $ einbringen würde. KThomp19 von iHub glaubt, dass ein SPS-Swap wahrscheinlicher ist:
https://www.ariva.de/forum/...ohne-ende-370497?page=1654#jumppos41353

Wenn die US-Notenbank Fed im Laufe dieses Jahres die Geldmenge reduziert, muss sich die Wirtschaftstätigkeit nach Ansicht von Pagilara beschleunigen - insbesondere auf dem Wohnungsmarkt. "Ein starker Wohnungsmarkt hat einen Multiplikatoreffekt auf viele Dinge in der gesamten Wirtschaft", sagt Pagliara. "Alles, von der Farbe bis zum Verkauf von Haushaltsgeräten, profitiert davon."

Große Immobilieninvestoren und Vermögensverwaltungsfirmen treiben die Immobilienpreise in die Höhe und erschweren den Zugang zu Wohneigentum für den Durchschnittsamerikaner. Eine Folge davon seien, so Pagliara, zu viele Mieter, die eigentlich Eigentümer sein sollten. "Wenn man ein Haus in einer Gegend mieten kann, in der die Leute Eigentümer sind, sollte man dieses Haus auch kaufen können", sagt er.

Quelle: https://investorshub.advfn.com/boards/...sg.aspx?message_id=166016048  

22.09.21 10:37

69646 Postings, 6348 Tage Anti LemmingWas will Pagliara?

Wie alle HF-Manager will er Geld machen. Geld macht er, wenn seine JPS auf Nennwert steigen. Wie kann er dazu beitragen? Indem er, wie im letzten Posting, auf die Tränendrüse drückt und auf finanzielle Benachteiligung von Minderheiten (Schwarze, Latinos) und Teile der Mittelschicht im US-Immobilienmarkt verweist. Das stößt bei Demokraten auf offene Ohren.

Als Abhilfe schlägt er vor, dass die Regierung "kreativ wird" und 50 Mrd. $ mit der Freilassung und Rekapitalisierung von Fannie/Freddie "generiert", die dann für die finanzielle Unterstützung obiger Gruppen verwendet werden sollen. Zitat aus # 636: "Bei Freilassung und Rekapitalisierung von Fannie und Freddie kann die Regierung über 50 Milliarden Dollar an Erlösen generieren."

Diese 50 Mrd. $ kommen allerdings nur rein, wenn die Regierung entweder die Warrants ausübt oder die SPS in Stammaktien umtauscht. Letzteres bringt ihr sogar 100 Mrd. $ ein. Beides führt zur Verwässerung der Stammaktionäre (Warrants: Faktor 5; SPS-Swap: Faktor 190).

Beides wäre aber auch der Startschuss für die Freilassung/Rekapitalisierung. Und dabei würden die JPS auf ihren Nennwert von 25 $ steigen oder zu diesem Kurs in Stämme geswappt.

Und genau dies ist natürlich Pagliaras wahres "Anliegen".  

22.09.21 11:01

69646 Postings, 6348 Tage Anti Lemming# 636 und # 637

zeigen somit sehr anschaulich, dass die Freilassung von FnF mit einem Verteilungskampf einhergeht, bei dem die US-Regierung, die JPS-Halter und die alten Stammaktionäre darüber streiten werden, wie der auf sie entfallende 100-Mrd-Kuchen der finalen MK (Erklärung: unten) unter ihnen aufgeteilt wird. Jede Gruppe wird versuchen, auf Kosten der anderen zu gewinnen. Die schwächste Gruppe in diesem Trio sind die Stammaktionäre, weil sich nicht vor Verwässerung geschützt sind. Sie werden daher vermutlich mit Peanuts abgespeist.

Der "Gesamtkuchen" ist die Marktkapitalisierung (MK) von FnF nach Freilassung und Kapitalerhöhung. Die finale MK dürfte wegen 20 Mrd. $ Gewinn pro Jahr und einem geschätzten KGV von 12,5 bei 250 Mrd. $ liegen. Davon dürften die Zeichner der neuen Aktien (KE) rund 60 % für sich beanspruchen, so dass auf sie 150 Mrd. $ entfallen. Übrig bleibt der oben genannte 100-Mrd.-Kuchen, um den US-Regierung, JPS-Halter und alte Stammaktionäre "streiten" und feilschen werden.  

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Oskar

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