Rosneft und TNK-BP beginnen Förderung von Ölvorkommen in Ostsibirien - „Wedomosti“
16/10/2008 18:52 MOSKAU, 16. Oktober (RIA Novosti). Gestern haben TNK-BP und Rosneft mit großem Pompöse das Vorkommen Werchnetschonskoje (am Oberlauf des Flusses Tschona) in Betrieb genommen, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ vom Donnerstag.
Das dortige Öl soll durch die Ostsibirien-Pazifik-Pipeline fließen. Experten sagen, dass das Ereignis mit dem Anfang der Erschließung der Westsibirischen Vorkommen gleichzusetzen sei.
„Die Pipeline Ostsibirien-Pazifik hat die industrielle Erschließung eines Vorkommens erlaubt, das drei Jahrzehnte lang als unrentabel galt“, jubelte TNK-BP-Geschäftsführer Tim Summers. In das Projekt sei bereits mehr als eine Milliarde Dollar investiert worden, hieß es gestern bei TNK-BP und Rosneft. Die zukünftigen Investitionen werden auf vier bis fünf Milliarden Dollar geschätzt.
Das Öl- und Gaskondensatvorkommen Werchnetschonskoje wurde 1978 entdeckt. Die nachgewiesenen Vorräte belaufen sich nach der russischen Klassifikation auf 201,6 Millionen Tonnen Öl (C1 + C2) und 95,5 Milliarden Kubikmeter Gas. Die Lizenz besitzt das Unternehmen Werchnetschonskneftegas (68,5 Prozent gehört TNK-BP, 25,9 Prozent Rosneft).
In diesem Jahr soll Werchnetschonskneftegas circa 180 000 und im nächsten Jahr bis zu 1,3 Millionen Tonnen Öl fördern. Bis 2013 solle das Förderungsvolumen mindestens sechs Millionen Tonnen (etwa neun Prozent des heutigen Förderungsvolumens von TNK-BP) erreichen, versprach Sergej Bresizki, Vize-CEO von TNK-BP.
Die Ostisibirien-Pazifik-Pipeline soll noch ein Jahr lang in der umgekehrten Richtung - von Ost nach West - Öl befördern. Das Öl vom Oberlauf des Flusses Tschona soll anschließend zur Rosneft-Ölraffinerie in Angarsk fließen. Rosneft hat als Antwort darauf versprochen, genau so viel Öl von seinem Vorkommen Wankor im Gebiet Krasnojarsk an das TNK-BP-Werk in Rjasan zu liefern. Wankor ist das bislang größte Projekt in der Region. Die Projektkapazitäten belaufen sich auf 23 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Partner haben das Abkommen über die gegenseitige Belieferung im Sommer unterzeichnet. Das Vorkommen Werchnetschonskoje lieferte gestern das erste Öl, doch der Start von Wankor wurde vor kurzem bis Mitte 2009 verschoben.
Die bei der Inbetriebnahme anwesenden Manager haben nicht gesagt, wie sie die Ungereimtheiten bei der Zeitplanung abstimmen wollen. Die Verträge seien gültig, und mit dem Start von Wankor soll das Abkommen erfüllt werden, sagte Bresizki nur.
Der erste Öllieferant für die Ost-Pipeline war Surgutneftegas, der vor einigen Tagen die Lieferung vom Vorkommen Talakan in Jakutien anfing.
„Der Anfang der Förderung in Ostsibirien ist eine neue Stufe bei der Entwicklung der russischen Ölindustrie. Das ist mit dem Anfang der Erschließung von Westsibirien vor fast 40 Jahren vergleichbar“, sagt Valeri Nesterow von Troika-Dialog.
Doch die beiden Regionen werden trotzdem nicht gleich viel Öl fördern: In Ostsibirien soll bis 2020 bis zu 56 Millionen Tonnen Öl gefördert werden, und allein im Autonomen Bezirk der Chanten und Mansen beträgt die Förderung gegenwärtig 280 Millionen Tonnen, sagt Nesterow.
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