Nachdem vor Kurzem der Chefjurist Galster von einem Tag auf den anderen gehen musste, ist jetzt Kießling dran . Keiner weiß genau warum , aber sie konnten angeblich mit dem neuen VV Linzbach nicht so zusammenarbeiten , wie es von ihm erwartet wurde. Doch das ist , wenn überhaupt, nur die halbe Wahrheit. Das Problem heißt Linzbach. Bisher ist er eine überzeugende Strategie zur wirklichen Restrukturierung der früheren "Perle am Neckarstrand" schuldig geblieben . Da fiel ihm nicht mehr ein , als seinem Vorgänger: Personalabbau, Kurzarbeit, Sozialabbau für Mitarbeiter und jetzt auch für Firmenrentner und Warten auf die göttliche Eingebung. Weder neue Produkte, Produktbereinigungen, noch Kooperationen mit Konkurrenten oder sonst etwa wirklich Bewegendes ist ihm bisher eingefallen oder umgesetzt worden. Während sein Vorgänger wenigstens mit den Mitarbeitern die Probleme offen kommunizierte, versteckt er sich in seiner Vorstandsetage. Ein wenig erfolgreich und ziemlich ratloser Linzbach steht offensichtlich mit dem Rücken an der Wand und muss jetzt Aktivismus zeigen , wenn er selbst überleben will. In der Führungsmannschaft und bei den Beschäftigten hat er im Gegensatz zu seinem Vorgänger Schreier wenig Rückhalt. Die Indiskretion aus seinem engsten Führungskreis zur Causa Kießling ist ein weiterer Beweis. Die Meinung des Managermagazins ,dass Kießling dem Linzbach zu stark wurde, teile ich nicht. Jeder weiß, dass das Servicegeschäft mehr oder weniger ein Selbstläufer ist. Wer eine Heidelberger Maschine hat ,und davon gibt es aus der guten Zeit noch viele, holt sich in der Regel einen Heidelberger Servicemann . An original Heidelberger Ersatzteilen kommt auch kaum einer vorbei. Nur das neue Verbrauchsartikelgeschäft läuft so recht und schlecht. Auf den blassen Kießling kann man sicher verzichten, muss man aber nicht. Also ein gutes Bauernopfer. Die Frage bleibt , ob das wirklich von den Problemen des H. Linzbach so ablenkt , dass sich der Aufsichtsrat Robert Köhler, der selbst vor kurzem als Vorstandsvorsitzender bei SGL Karbon gefeuert wurde , die Sache länger ansieht.
Ich sehe weitere schwere Zeiten auf Heidelberg zukommen. Schade. |