Die Zahlen sind besser als erwartet. Durch die neue Rechnungslegung und Berechnung kommen merkwürdige Ergebnisse zu stande, die aber bei genauerer Betrachtung klar besser als erwartet sind.
Sie sind sogar so gut, dass die Post drauf und dran ist die Ergebnisse der Strategie 2020 - also 5 Milliarden plus - selbst ohne eine Briefportoerhöhung zu erreichen. Zumal je später die kommt, desto weniger bleibt davon erhalten, denn die Kosten ziehen ja auch inzwischen an. Dennoch macht es sich bezahlt, dass die firmenintere Aufspaltung in deutschen Brief- und Paketbereich und internationalem Paketbereich schon jetzt den echten Durchblick unabhängig von der Abrechnungsart verschafft. Man darf nicht vergessen, dass in 2018 insgesamt 3,2 Milliarden erwirtschaftet worden sind und jetzt bereits mindestens 4 Monate ohne Briefportoerhöhung vorüber sind, für ein Jahr in dem der Vorstand bis 4,3 Milliarden jetzt erwartet. Das ist über eine Milliarde mehr bei deutlich weniger als einem Jahr Briefportoerhöhung. Ein volles Jahr mehr Briefporto bringt (bei 80 Cent) ca. 300 Mio. mehr; dann bräuchte der Rest der Post jur noch Wachstum für 400 Mio. .
Der Briefbereich bleibt belastet, auch wenn das Porto erhöht wird; dagegen nimmt die Marge im deutschen Paketbereich ständig witer zu, weil mehr Pakete zu liefern sind, die aber mit einem ständig wachsenden Anteil Elektroautos immer günstiger transportiert werden können, je weiter der deutsche Fuhrpark umgestellt ist. Da die Briefe zu Fuß ausgetragen werden, spielt in diesem Bereich der automobile Fuhrpark keine Rolle. Die Belastung von 350 Mio. für die Markteinführung der Streetscooter ist zwar noch vorhanden, rentiert sich aber immer mehr. 6000 neue Works in 2019 und 5000 bis 6000 in 2020 werden die Betriebskosten der Autos in Deutschland dann um mindestens 25% senken. Die staatliche Förderung soll ja auch über das Jahr 2020 hinaus weiter erfolgen.
Die Dividende bleibt für 2018 unverändert, wird also für 2019 und 2020 einen Sprung machen müssen, um an die ursprünglich ohne Belstung vorgesehenen Werte heranzukommen und den Kanal von 40 bis 60% zu behalten. Hier macht sich der Unterschied vom EBIT zum EpS besonders bemerkbar, weil die Dividende aus dem Nachsteueranteil berechnet wird.
Für die Aussichten darf man optimistisch sein, denn hier wirkt der Zinseszinseffekt, der das sehr gute Geschäftsaufkommen in 2018 schneller und weiter anheben wird. Und das in allen Bereichen. Auch hier ist noch viel Potential vorhanden, denn die 2018er Begleitumstände waren eher belastend als förderlich, weil der Wechselkurs, der Benzinpreis, der Kerosinpreis und die Steuerquote negativ zum Vorjahr gestiegen sind. Da wird für 2019 und mindestens auch 2020 ein günstigerer Anfall zu verzeichnen sein. (vergl. Ölpreis)
Alles Gute
Der Chartlord |