seltsam
: ist natürlich eine Überlegung, skaribu - #137274
nur, mal abgesehen, wer wann welches bäckt, ich als Verbraucher gehe doch nicht zu dem Bäcker, der Semmeln früh hat, zu dem Bäcker, der ab Mittag Brot anbietet und Nachmittag zu dem Bäcker, der Kuchen feil hält. Ich meine, ich KÖNNTE das, ich bin Rentner, aber die werktätige Hausfrau, die früh (pädagogisch wertvoll) ihre Kinder in die Schule fährt, den Frauenarzt aufsuchen muß, das Mittagessen fürs Abendbrot zubereitet, die Zeit hat, sich durch die ganze Stadt zu bewegen, von den Dörfern zu schweigen, die zwar fußläufig erreichbar, aber wohl kaum kostendeckend produzieren werden, um zur genehmen Zeit des Bäckerhandwerks deren Ware zu erwerben geneigt ist. Die geht einfach in irgendeine Kaufhalle und bringt ihren Einkauf insgesamt mit. Die Idee, sich zu spezialisieren ist interessant, und für einzelne Geschäfte wohl auch machbar. Nicht aber für das Bäckerhandwerk als solche. Mal abgesehen davon; der Mensch in dem Beitrag hat 15 Angestellte... äh... wie lange arbeiten die? Wieviel verdienen die? Ich hätte auch lieber nur 6 oder, ach was, 4 Stunden am Backofen gestanden. Natürlich mit "vollem Lohn", nur, wie soll das gehen? Da fehlt mir gänzlich die Vorstellungskraft.
ich bin gelernter Konditor, habe fast 25 Jahre als Bäcker in einer Großbäckerei gearbeitet und mich nach der Wende selbständig gemacht. Und ja, als Schüler habe ich in den Ferien in einer Brauerei gearbeitet. Also, ganz unbeleckt bin ich nicht.
goldik
: Von den "Backstuben" , die die tiefgekühlten Teig-
linge nur noch aufbacken, ist hier aber nicht die Rede ??? Oder von den Filialisten, ??? Es gibt in unserer Samtgemeinde, ca.15 000 Einwohner, 4 Ortsteile : EINEN handwerklichen Bäcker, der Rest ..... Da kann ich auch Aufbackbrötchen aus der Tiefkühltruhe verwenden.
seltsam
: genau, goldik, eine ordenliche Sauerteigführung
braucht halt Zeit. Da ist nix "wir machen mal da so um 7 mit arbeiten los". Oder man verwendet diese Fertigmischungen und dann ist es egal, wann man die Pampe anrührt. Ich, als Kunde, gehe also dahin, wo ich alles zu den Zeiten bekomme, wo ich einkaufen kann.
Die direkten (diesmal funktionsfähigen) links zu meinen beiden Gedenktags-Quellen. Wenn gewünscht kann man sich doer ein paar gedenktagliche Hintergrundinfos holen. Wer es richtig „sinnfrei“ mag, braucht diese Hilfe aber ohnehin nicht, denk ich…;-)
Hier in der Großstadt haste 20 Backstuben im Umkreis von 5 km. Da backt keiner mehr in Tradition.
Selbst mein Bäcker hat um 5 Uhr noch das Licht aus. Um 5:30 Uhr öffnet das Geschäft und die Brötchen sind fertig. Wie geht das denn? Die arbeiten alle mit Rohlingen. Wobei die Brötchen eigentlich gut sind, sogar die dunklen "Vollkorn". Aber Brot machen kann der nicht, warum nicht?
Also selbst backen mit viel Geduld. Für einen guten Sauerteig brauche ich 2 Tage. Dazu Hefeteig geht in 6 Stunden. Pizzateig bekomme ich auch hin, aber nicht alles kann man mit Maschinen machen. Der Bezeichnung "Handwerk" kommt noch voll zur Geltung.
Ich kann Ihnen nicht sagen, wie Sie an der Börse schnell reich werden. Aber ich kann Ihnen sagen, wie Sie schnell arm werden: Indem Sie schnell reich werden wollen.
Man kann eben nicht Alles haben. Ich kaufe schon seit Längerem keine „Brötchen“ mehr. Stattdessen „gönne ich mir“ aber handwerklich (!) gut gemachtes Brot. Das hält sich dann (im Gegensatz zu dem Brot aus Fertigbackmischungen) auch mehrere Tage und ich kann es auch einfrieren…leider kann es preislich auch nicht mit dem Brot aus Fertigbackmischungen „mithalten“. So gesehen wäre es mir persönlich ziemlich egal, ob „mein“ Bäcker eine Stunde früher oder später öffnet. Wenn ich tatsächlich irgendwann mal unbedingt Brötchen haben wollen würde, gehe ich eben in einen „Fertigback-Laden“…der hat dann auch „früher“ auf. Man kann eben einfach nicht Alles haben…
wünsche allen einen schönen Sonntag. Ohne Arbeit. Und sind schon in skaribus Verrenktagen: Komm-im-Schlafanzug-zur-Arbeit-Tag. Das an einem Sonntag. ? Da hätte ich gar keine Lust. Obwohl; ohne Sonntagarbeit wäre wohl die Freizeit auch nur halb so lustig. Wer nie sonntags arbeiten mußte, kann sicherlich nicht nachvollziehen, welcher Streß Schichtarbeit ist. (und Politiker wollen die Nacht- und Wochenendzuschläge besteuern) Aber genug von Arbeit gesprochen. Heute ist für die meisten frei. Genießt es.
schade, daß ich keine digitalen Fotos davon habe, gab die Technik damals noch nicht (und ich hätte wohl auch den Verstand noch nicht gehabt, so was zu knipsen) (lustig, daß das später mein Job wurde) aber es war eine körperlich schwere Arbeit UND sie war sehr dreckig und ungesund. Kein Wunder, wenn die kleinen Handwerksbäcker alle so grau-blaß aussehen. Mehl- und anderer Staub legt sich aud die Gesundheit. Man sollte das schon anerkennen. Anderseit kann ich mir es auch nicht leisten, die Preise zu zahlen, die verlangt werden. Hier beißt sich der Katze ins Knie. Billige Semmeln gingen halt nur in der DDR. Ein Mischbrot für 1,40 Mark. Kein Wunder, wenn es zu Schweinefutter genommen wurde. Heute muß man jede Scheibe mit Bedacht essen. Auch wenn es "nur" Industriebrot ist