stellt euch auf einiges ein, das gibt Negative Hohe Wellen...... Neuer US-Immobilienschock
von Daniel Wilhelmi
Jetzt geht es an den Börsen zur Sache. Denn jetzt kommt die Welle mit den faulen Krediten der Subprime-Kreditunternehmen auch in der Main-Stream-Presse richtig ins Rollen. Am Sonntag schaffte es die Thematik auf die Titelseite der New York Times. Mit meinem Artikel im Profit Radar wussten Sie allerdings schon 3 Tage vorher Bescheid. Aber dafür lesen Sie ja schließlich den Profit Radar. Wie gestern angekündigt, möchte ich heute noch mal auf das Thema Subprime-Lender genauer eingehen.
In New York ist es das heiße Thema an der Wall Street. In Deutschland spricht (noch) kaum jemand darüber. Das wird sich ändern, denn das Thema ist gefährlich. Nur das es die deutschen Medien noch nicht verstanden haben. Vielleicht liegt es daran, dass ich durch meine vielen Jahre in den USA einfach einen näheren Bezug zu den USA habe, aber es ist für mich völlig unverständlich, wieso Anleger über dieses Thema in deutschen Medien nicht besser informiert werden.
Sei es drum. Ihnen kann es eh egal sein, denn Sie wissen durch den Profit Radar eh Bescheid. In den USA spitzt sich die Situation um das Subprime-Kreditinstitut New Century Financial (NCF) dramatisch zu. Am Montag gab NCF, mal eben die Nr. 2 der gesamten Subprime-Branche, bekannt, dass die Banken, bei denen sich NCF sein Geld leiht, alle Kreditlinien eingefroren haben. Zudem gab NCF bekannt, dass man nicht in der Lage sein wird, die ausstehenden Rückzahlungen fristgerecht zu bedienen.
Das ist eigentlich die Bankrott-Erklärung schlechthin. Denn welche Bank wird diesem Unternehmen jetzt noch Geld leihen? Das zeigt sich auch im Aktienkurs: Die Aktie von NCF ist in den letzten Wochen abgeschlachtet worden, wie ich es selten erlebt habe: Innerhalb von 4 Wochen wurde die Aktie von 30,00 US$ auf 1,65 US$ niedergemetzelt. Das ist ein Kursverlust von -94,5%.
Nach eigenen Angaben steht NCF bei etablierten Banken mit 8,4 Mrd. US$ in der Kredit-Kreide. Allein der renommierten Investmentbank Morgan Stanley schuldet man 2,5 Mrd. US$. Die Credit Suisse hatte NCF 900 Mio. US$ geliehen. Der Bank of America schuldet NCF 600 Mio. US$. Das dicke Ende steht erst noch bevor
Diese Größenordnungen zeigen Ihnen: Es besteht für die etablierten Banken sehr wohl eine Gefahr, wenn es im Subprime-Sektor zu einer Krise kommen sollte. Dabei geht es nicht um die Existenz der etablierten Banken, aber Abschreibungen von Hunderten Mio. US$ würden die Ergebnisse gewaltig belasten. Laut dem Fachmagazin „Inside Mortgage Finance“ beläuft sich die Gesamtsumme der Kredite im Subprime-Sektor auf sagenhafte 605 Mrd. US$(!). Das sind 20% aller Immobilienkredite in den USA. Das ist eine Hausnummer.
Und jetzt kommt es: Das dicke Ende steht eigentlich erst noch bevor. Um dies richtig zu verstehen, muss man aber mit den USA sehr gut auskennen. Ich weiß über meine amerikanischen Freunde aus der Immobilienbranche. Der Mortgage-Sektor ist sehr beliebt und hart umkämpft. Deshalb haben sich die Kreditinstitute mit anfänglichen Niedrigzins-Angeboten unterboten. Aber: Diese Niedrigzinsen, die Kunden anlocken, gelten nur für 1-2 Jahre und danach steigen die Zinsen deutlich an.
Beispiel: Sie erhalten einen günstigen Anfangszins von 4% für die ersten 2 Jahre. Für jemanden mit schlechter Kreditwürdigkeit ist das ein Hammer-Deal. Aber ab dem 3. Jahr steigen die Zinsen dann auf 8% und im 4 Jahr auf 12%. (Das ist nur ein abstraktes Beispiel, damit Sie die Dynamik dahinter verstehen).
Das bedeutet aber: Mit den weiteren Jahren steigen die Zinsverpflichtungen der schlechten Schuldner. Und das bedeutet: Die Zahl der faulen Kredite wird in den kommenden Jahren ansteigen.
Das ist logisch: Die Subprime-Kreditnehmer kommen aus der unteren Mittelschicht. Das heißt: Die Chance auf große Sprünge beim Einkommen sind begrenzt. Einen Zinssatz von 4% im Jahr können sie vielleicht noch tilgen. Aber was ist, wenn er dann auf 8% oder 12% ansteigt, und diese Kreditnehmer von ihrem Einkommen plötzlich doppelt oder dreifach so viel Geld aufbringen müssen, um die Raten zu zahlen? Seien Sie also bitte wachsam.
Dieses Thema könnte sich durchaus ein Belastungsfaktor für die Märkte entwickeln. So, ich muss in eine Telefonkonferenz. Genießen Sie das traumhafte Wetter so weit es Ihnen möglich ist. Ich werde das Thema im Profit Radar aber für Sie selbstverständlich weiter verfolgen.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi
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