http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE56K07I20090721 New York (Reuters) - Nach dem Nein der US-Regierung hat eine Gruppe von Gläubigern der angeschlagenen US-Mittelstandsbank CIT vorerst aus der Patsche geholfen. In letzter Minute sicherten sie dem Kreditgeber von Millionen Einzelhändlern und kleineren Firmen eine milliardenschwere Finanzspritze zu und wendeten damit in der Nacht zum Dienstag eine Insolvenz ab. Nach wie vor schließt CIT jedoch einen Bankrott nicht aus, sollte der Konzern nicht genügend Gebote für seine Anleihe mit einer Fälligkeit zum 17. August bekommen. Ein Zusammenbruch wäre die größte Bankenpleite seit dem Untergang der Traditionsbank Lehman Brothers im September. CIT erhält von wichtigen Gläubigern drei Milliarden Dollar und will die dadurch gewonnene Zeit für eine umfassende Sanierung nutzen. Experten zufolge besitzt das Haus einige wertvolle Bereiche wie das Geschäft mit Großhändlern, die verkauft oder als Teil eines verkleinerten Unternehmens weiterbetrieben werden könnten. Die von den Gläubigern zugesicherte Finanzierung läuft über zweieinhalb Jahre. Nach Angaben von CIT sind zwei Milliarden sofort verfügbar, eine Milliarde innerhalb von zehn Tagen. Kreisen zufolge zahlt CIT einen Jahreszinssatz von etwa 10,5 Prozent. Zur Gruppe der Gläubiger gehört demnach auch die Allianz-Sparte Pacific Investment Management (Pimco). Wie angespannt die Lage derzeit bei CIT ist, verdeutlicht die jüngste Prognose für das zweite Quartal, wenn in dem Mittelstandsbank einen Verlust von mehr als 1,5 Milliarden Dollar erwartet. In einem Schreiben an die Börsenaufsicht führte das Unternehmen außerdem an, dass es laut einem Stresstest der US-Notenbank Fed weitere vier Milliarden Dollar benötigt. Dementsprechend bezweifeln einige Analysten, dass das 101 Jahre alte Institut längerfristig Chancen hat. Die Aussichten des Mittelstandsfinanzierers seien durch die hohen Zinsen gefährdet, die CIT an die Anleihe-Inhaber zahlen müsse. "Das Haus muss sehr auf seine Rentabilität achten, wenn es Darlehen an seine Kunden vergibt. Derzeit verlieren sie bei jedem Kredit Geld - kein gutes Zeichen", sagte ein Analyst. CIT hatte im Dezember Staatshilfen in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar aus dem Rettungsprogramm für die Finanzbranche (TARP) erhalten. Das Haus ist in der Finanzkrise ins Stolpern geraten, weil es sich im Kreditboom zu viele Hypotheken- und Studentendarlehen aufgeladen hat. Der zunehmende Ausfall der Rückzahlungen brachte das Unternehmen nun erneut unter Druck. Dass CIT doch noch eine Lösung ohne staatliche Hand gefunden hat, hob die Stimmung an den Börsen nur zeitweilig. Nach vorbörslichen Gewinnen brach die Aktie am Dienstag vorübergehend um 40 Prozent auf 75 Cent ein. Am Mittag wurde Papier mit einem Minus von rund 25 Prozent bei 93 Cent gehandelt. |