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Der USA Bären-Thread

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neuester Beitrag: 17.11.19 10:37
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 138550
neuester Beitrag: 17.11.19 10:37 von: Anti Lemmin. Leser gesamt: 15815777
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20.02.07 18:45
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57811 Postings, 5673 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
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138524 Postings ausgeblendet.

10.11.19 10:09

3970 Postings, 813 Tage Shlomo SilbersteinEs genügt

die Kurse bis zur Wahl zu stabilisieren und sei es mit leeren Versprechungen. Machen ja auch alle Präsis so, Vorwahljahre sind immer die besten Börsenjahre. Da der Don kurz vor den Wahlen keinen Crash gebrauchen kann, wird er alles geben, den zu verhindern.

Ob das klappt oder nicht, hängt m.E. aber maßgeblich von den europäischen Banken ab, der EUR ist so gut wie tot, nur hat es noch keiner gemerkt. Und ein EUR-Crash wird zwar eine USD-Rally auslösen, ist aber auch schlecht für den US-Aktienmarkt.  

10.11.19 10:21

26 Postings, 8 Tage Aktiensammler12Es genügt

Momentan noch, falls aber die US Wirtschaft ins Wanken gerät....  

10.11.19 10:58
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13820 Postings, 2459 Tage NikeJoeDas US-Wahljahr?

Also statistisch ist das bullisch für den USD, neutral für die US-Börsen und neutral für Gold.
Aber wie immer gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel...

Trump wird jedenfalls ALLES unternehmen, damit die Börsen nicht absacken. Und wenn er den Chinesen alle Zölle streichen müsste, er würde es vermutlich tun, wenn die Börsen mehr Schwäche zeigen..
Und die Fed hat mit den Zinsen bis null auch noch Spielraum!

Folge so lange wie nur irgendwie möglich dem starken Trend, vergiss aber nicht den Absprung, falls notwendig! So würde ich das aktuell "spielen"...

Eine Trendfolge-Strategie bringt vermutlich nicht die maximalen Gewinne (öfters wird man rausgeschmissen!), verhindert aber den maximalen Drawdown im nächsten größeren Ernstfall (Rezession und Bärenmarkt).

 

10.11.19 11:41

487 Postings, 184 Tage SEEE21Wir werden die Entwicklung erleben und

kann die Investitions- oder Zockerentscheidungen anpassen. Wenn der Amimarkt nicht bis zu den Wahlen extrem hoch läuft würde ich auch nicht auf einen tiefen Fall danach wetten.

Es würde halt so schön passen, wenn der größte Narzisst aller Zeiten auch die größte Blase aller Zeiten aufpumpt!  

10.11.19 14:04

1647 Postings, 561 Tage walter.euckenein kritischer leser

um ein letztes mal auf den mdm einzugehen (ich hoffe übrigens, er  ist nicht identisch mit seinem namensvetter hier, dem meiertier; das wäre mir dann schon etwas peinlich angesichts meiner polemik), ein  blog wie der "nevermindthemarket" wäre ja dazu geeignet, mal pointiert stellung  zu beziehen und  nicht um  möglichst ausgewogen niemandem auf den schlips zu treten. immerhin kann er sich trösten, mindestens einen leser zu haben, der seine  beiträge sehr aufmerksam liest, wenn auch sehr kritisch.  

10.11.19 14:17
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1647 Postings, 561 Tage walter.euckenbloomberg-trump

die nächsten us wahlen sind gar nicht  mehr so fern. ein mögliches duell bloomberg gegen trump würde den börsen wohl am besten gefallen, da sich die diskussion dann wohl am meisten darum drehen würde, wer die besseren ökonomischen aussichten bieten kann.

aber nicht nur den börsen ist ökonomisches das wichtigste...
denn seien wir doch ehrlich, und das ist nicht nur so in den usa, sondern überall auf der welt: ausserhalb der 10% der bevölkerung, welche sich ernsthaft mit politik beschäftigt interessiern sich die menschen vor um ökonomisches:
- wieviel sie verdienen,
- ob sie überhaupt einen job haben,
- wie können sie ihre miete bezahlen,
- wie siehts mit der rente aus.

ps, eine frage, ist grad aktuell weil die medien täglich  über trumps ukraine geschichte schreiben: wieviel prozent der us amerikaner wissen, wo die ukraine liegt und könnten sie auf der karte ungefähr zeigen? mehr als 1 oder 2%? kaum.  

12.11.19 09:34
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57811 Postings, 5673 Tage Anti LemmingDer SP-500 hat jetzt ein permantes Hochplateau

erreicht.

Herzlichst,

Eurer Irving Fischer

The stock market crash of 1929 and the subsequent Great Depression cost Fisher much of his personal wealth and academic reputation. He famously predicted, nine days before the crash, that stock prices had "reached what looks like a permanently high plateau."[26] Irving Fisher stated on October 21 that the market was "only shaking out of the lunatic fringe" and went on to explain why he felt the prices still had not caught up with their real value and should go much higher. On Wednesday, October 23, he announced in a banker's meeting "security values in most instances were not inflated." For months after the Crash, he continued to assure investors that a recovery was just around the corner....


 
Angehängte Grafik:
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12.11.19 16:01

1647 Postings, 561 Tage walter.euckenkein universalgenie

der geschätzte ökonom wellershof mit einer treffenden analyse der aktuellen situation: noch läuft alles gut, aber keiiner soll überrascht tun, falls  es dreht.

so gut seine ökonomischen kenntnisse sind,  von chaostheorie und ihrem berühmten meteorologischen schmetterlingsbeispiel versteht er wohl nicht soviel. ein schmetterlingsschlag in afrika kann keinen sturm in europa auslösen, ein schmetterling im brasilianischen amazonas hingegen schon.

 

12.11.19 16:03

236 Postings, 4064 Tage Alfons1982Anti-Lemming

Haben Sie eventuell eine Erklärung, warum die Profis immer davon sprechen, dass es keine Inflation aktuell gibt, obwohl es gelogen ist. Die tatsächliche Inflation ist ja viel höher, nicht nur hier in Deutschland sondern vor allem auch in den USA ?

Mir ist klar das die Inflation von den Staaten und von den Notenbanken nach unten manipuliert wird, aber warum regt sich da offiziell kein Widerstand ?

Ich persönlich kann mir kaum vorstellen, dass diese Leute nicht wirklich Wissen was vor sich geht. Ich nehme da gerne die Daten von Shadowstatistic, als Vergleich zu den offiziellen Daten. Aus dem Grund wird ja auch immer wieder Gold als natürlicher Feind des Fiatgeldsystems runtergeprügelt, obwohl die meiste Zeit sich die Zinsen seit den 1970 Jahren im negativen reallen Bereich befinden. Normalerweise wäre nach meiner Logik, in einer solchen Zeit, neben Gold und Goldminen, auch gute Wachstumswerte mit niedriger Verschuldung und starke Dividentitel die richtige Auswahl. Daneben kann man auch mit Währungen spekulieren.

Bei größeren Vermögen kommen noch Immobilien und landwirtschaftliche Flächen dazu.
Wo ist da der Denkfehler, oder wird es halt nur von den Großen Investoren so gespielt ?
 

12.11.19 21:01

1647 Postings, 561 Tage walter.euckenolala

lieber alfons, wäre es möglich, das sie uns als nächstes erklären wollen, dass nur gold allein uns von dem zwangsläufigem untergang des fiatgeldsystems schützt?

keine angst, wissen wir.
drum haben wir alle 10% unseres vermögens in sachwerte wie gold investiert. aber gold ist keine anlage, sondern reiner  werterhalt.  das  ist sind also unsere notgroschen für alle fälle.
aber wir wollen ja auch der geld verdienen, drum legen wir die restlichen 90% etwas gewinnbringender an.

und dies ist ja schliesslich kein goldthread. hier wird antizyklisch diskutiert und nicht  im "survival mode".

:-)  

12.11.19 22:28

236 Postings, 4064 Tage Alfons1982walter.eucken

Keineswegs! Ich habe ja in meinem Posting noch andere Anlageformen erwähnt. Bin ja abgesehen von Gold in physischer Form, nur in Aktien aktuell investiert. Derzeit zwar viel in Minenaktien investiert aber nicht ausschlieslich. Wachstumswerte und neue Branchen gehören auch dazu.
Ich wollte jetzt hier keinen bekehren oder daraus ein größeres Fass aufmachen. Ich lese ja hier sehr gerne mit, weil hier interessante Beiträge geschrieben werden. Mir ging es bei dem Post wirklich mehr, um die Geschichte mit der Inflation und den Negativzinsen. Ich wollte mal  hier im Forum zu dem Thema ein paar Meinungen hören. Ich hatte über dieses Thema schonmal im Goldforum geschrieben, jedoch war die Resonanz gleich null.  

12.11.19 23:12
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4057 Postings, 4018 Tage DreiklangWarum der Bulle verbissen jeden Rücksetzer kauft

Shlomo: (526) Machen ja auch alle Präsis so, Vorwahljahre sind immer die besten Börsenjahre

Dieses Jahr ist das letzte, in dem ein Börsenbonus wg. der Wiederwahl Trumps ansteht. Deshalb werden die Kurse Ende d. J. auf ATH oder knapp unterhalb ATH stehen. Die Vorstände können dann ihre Boni entgegennehmen. Anfang nächsten Jahres zunächst Abverkauf und dann wieder rauf; ob es dann noch mal für ein ATH reicht wird man sehen. Kann sein, muss nicht sein. Aber: Mit der Wiederwahl Trumps ist dieser Zug abgefahren. Ab Anfang 2021 wird die Börsenampel auf "Rot" stehen. Das kann sich schon in der 2. JH 2020 abzeichnen. Die Börse nimmt eben gern vorweg. Deshalb wird dieses Jahr noch massiv gepusht;  im nächsten Jahr gibt es jedoch nichts  zu holen.

Momentan ist der Aufwärtstrend äußerst flach (aber es ist noch einer). Es sieht nach einem Rücksetzer beim NDX um ca. 90 Punkte aus. Aber dann wird wieder gekauft werden. Dieses Jahr brennt nichts mehr an...  

13.11.19 09:11
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1647 Postings, 561 Tage walter.euckenaufwachen!

nzz berichtet, 95% der umsatze an kryptobörsen seien nur vorgetäuscht.

An Bitcoin-Börsen sind 95 Prozent der Umsätze nicht real, zeigen statistische Daten. Dies könnte für die Zulassung eines Bitcoin-ETF verblüffende Folgen haben.
 

13.11.19 17:52

201 Postings, 520 Tage dav1dRecycling lithium

@Nikejoe ? ...Dann bleibt noch das Lithium-Thema. Aber auch das wird gelöst werden, da bin ich überzeugt. Das Universum hat uns zum Glück  ja noch andere Elemente zur Verfügung gestellt. Und letzten Endes muss man auch nur einen Recycling-Prozess entwickeln.

https://recyclico.com/...-from-recycled-lithium-ion-battery-material/

Dieses Unternehmen aus Amerika hat bereits ein weltweites Patent zur Recycling von Lithium-Ionen-Batteriematerial. Es wurde jetzt eine Reinheit von 99,98% erzielt.
Der CEO war jetzt auch in Berlin. Die US-Behörde hat sogar schon zu Testzwecke Kathodenmaterial zugesandt und das Ergebnis war ebenfalls ca. gleich.

Falls noch jemand sein Weihnachtsgeld in ein Pennystock reintun möchte, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit ein zukünftiger Game-Changer ist :p
 

13.11.19 20:11
1

1647 Postings, 561 Tage walter.euckenlithium akkus sind eigentlich viel zu schwer

es wird noch sehr sehr lange brauchen um akkus mit der selben energiedichte von öl herzustellen. umso wichtiger ist, dass die nächste generation akkus aus möglichst wenig der schweren metalle bestehen. lithium  wird darum wohl nur ein übergangsprodukt sein.

rund um die welt wird intensivst  an neuen akkumaterialen geforscht. kein wunder, ein patent auf eine neue technologie wäre unsummen wert. darum bin sicher, irgendeiner  oder  irgendeine wird was besseres entdecken, und sei aus aus purem zufall (da gibts es so einige beispiele in der vergangenheit, zum beispiel die entdeckungen des tnt - wegen einer zerbrochenen flasche).

 

14.11.19 21:40
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12234 Postings, 4497 Tage wawiduWalmart mit sehenswertem Reversal

 
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14.11.19 22:16
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360 Postings, 515 Tage birkensaftInflation aufs Neue

Hallo Alfons1982, das alte Inflationsthema. Warum es keine Inflation gibt, darüber kann man sich streiten und es gibt verschiedene Begründungen die herangezogen werden.

Die Sache ist: Inflation bemisst die Preissteigerungen von Konsumgütern, deshalb fließen heftig angestiegene Hauspreise, Aktienpreise, etc. nicht in die Inflation mit ein. Stattdessen stellt Eurostat einen beispielhaften Einkaufskorb zusammen, der sich am statistisch erhobenen Einkaufsverhalten (und übrigens auch Mietverhalten) der Konsumer orientiert. Das Problem dabei: Dieser Korb wird jedes Jahr angepasst, je nach Konsumverhalten. Kritiker bemerken: Da man davon ausgehen kann, dass der Konsument (wo möglich) die Konsumgüter meidet in denen ein stärkerer Preisanstieg stattfindet, ist es möglich, dass diese Statistik manche Preisanstiege deshalb nicht richtig wiedergibt und diese Anstiege untergewichtet. Verschwörungstheoretiker würden soweit gehen und sagen, dass auf diese Weise die Inflation bewusst heruntergerechnet wird.

Doch auch bei kritischer Betrachtung kann man bemerken, dass beispielsweise Elektronikgüter stetig billiger werden. Dies hängt damit zusammen, dass eine immer effizientere (Über-)Produktion in Billiglohnländern stattfindet, zusammen mit einer starken Konkurrenz. Fillorkill aus dem Nachbarthread (Ökonomen...) würde sagen: Klar gibt es keine Inflation, wenn es eine Überproduktion gibt. Erst wenn Konsumgüter zu knapp werden und mit der Produktion nicht nachgekommen werden kann, steigen die Preise und es gibt Inflation (das wäre sozusagen ein Heißlaufen der Wirtschaft).

Ich persönlich bin der Meinung, dass die zunehmende deflationäre Grundtendenz mit der wachsenden Schere zwischen Arm und Reich zusammenhängt (die wiederum mit den Zinsen zusammenhängt). Der kleine vermögende Teil der Bevölkerung kann konsumtechnisch nicht kompensieren, dass immer größer werdende Teile der Bevölkerung weniger Anteil am Gesamtvermögen haben. Dadurch können die Verbraucher nicht immer weiter steigende Preise bezahlen und die Unternehmen haben einen starken Preisdruck. Die wenigen Leute mit Vermögen wollen ihr Geld allerdings investieren und den Wert erhalten oder gar vermehren. Da die Zinsen niedrig sind, kommt bunkern bei der Bank eher nicht in Frage. Die Konsequenz sieht man aktuell an den Aktien- und Immobilienmärkten. Also Inflation gibt es (nach klassischer Definition) nicht, aber aufgeblasene Preise bei Investitionsgütern. Allerdings halte ich es möglich, dass die ultraexpansive Geldpolitik unter Umständen zu Stagflation führen könnte: Inflation setzt ein und zwar bei stagnierender (oder schrumpfender) Wirtschaft. Sollten Produktionsstätten anfangen reihenweise pleite zu gehen (z.B. in einer Rezession), könnte es zu einem Angebotsschock kommen, welcher die Preise bei sinkender Wirtschaftsleistung steigen lässt. Aber nur meine Meinung. Dazu gibt es natürlich noch Szenarien, in denen das Vertrauen in den Euro erschüttert werden könnte, doch darauf möchte ich jetzt nicht eingehen.

Nun dazu, ob Inflation jetzt etwas Gutes ist oder nicht. Auch darüber kann man streiten: Grundsätzlich ist eine leichte Inflation gut, um das Geld zirkulieren zu lassen, denn es lohnt sich nicht Investitionen in die Zukunft zu schieben und das Geld zu bunkern. Deshalb peilt die EZB offiziell grundsätzlich eine Inflation von 2-2,5% an. Sie legt dabei aber die oben genannten Berechnungsverfahren zu Grunde, die man zu Recht kritisch sehen kann.

Warum könnte man außerdem Inflation wollen? Nicht nur Guthaben schrumpft bei Inflation, sondern auch Schulden schrumpfen zusammen. Und europäische Unternehmen und (vor allem süd-)europäische Staaten haben viele, viele Schulden. Das Problem ist nur, dass die EZB Inflation eigentlich durch steigende Zinsen bekämpfen sollte, wenn die Preise zu stark steigen. EZB-Kritiker behaupten, dass die EZB deshalb die Inflation kleinrechnet, damit die Schulden inflationiert werden und die Zinsen aber trotzdem nicht erhöht werden müssen, da es 1. die Wirtschaft ausbremsen würde, 2. einigen Unternehmen und 3. vielleicht gar einigen Staaten finanziell das Genick brechen könnte. Also Inflation in dieser Situation eher toll, steigende Zinsen eher nicht so toll. Deshalb hat Draghi vermutlich kurz vor seinem Abgang noch verkündet, dass nach einer so langen Zeit unter dem Inflationsziel von der EZB auch eine Phase toleriert werden könnte, in der das Inflationsziel übertroffen wird (will sagen, dass also die Zinsschraube bei einer Überschreitung nicht sofort wieder angezogen wird). Hmm, warum nur?  

15.11.19 12:46
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57811 Postings, 5673 Tage Anti LemmingAntwort auf Frage in # 534

"Haben Sie eventuell eine Erklärung, warum die Profis immer davon sprechen, dass es keine Inflation aktuell gibt, obwohl es gelogen ist."

Bei Börsenprofis zählt Lügen zur Kernkompetenz, ähnlich wie das "Bluffen" bei Pokerspielern.

Je weniger Inflation behauptet wird, desto besser sehen z. B. die oft niedrigen Dividenden aus. Würde die Inflation korrekt mit über 2 % angegeben, wären alle Dividendenrenditen unter 2 % inflationsbereinigt ein Verlustgeschäft, sofern die entsprechenden Aktien seitwärts laufen. Da aber mMn demnächst eine saftige Rezession fällig (und sogar überfällig) ist, dürften Aktien auf Sicht von zwei Jahren eher fallen, womöglich sogar deutlich.

Daher ist Cash King. Um Cash zu erhalten, verkaufen Profis ihre Aktien an unbedarfte Gierhälse. Als Verkaufsargument ist keine Lüge zu dumm. So  einfach ist das ;-)
 

15.11.19 12:50
3

57811 Postings, 5673 Tage Anti LemmingAntwort 2 auf # 534

Auch Politiker setzen die Inflation gern niedriger an als sie tatsächlich ist, weil das BIP-Wachstum immer inflationsbereinigt angegeben wird. Je weniger (behauptete) Inflation vom Brutto-BIP-Wachstum abgezogen werden muss, desto mehr "Netto-BIP-Wachstum" (aka BIP-Wachstum) kommt dabei heraus.

Und je mehr BIP-Wachstum die Politiker "vorweisen" können, desto größer ist die Chance auf ihrer Wiederwahl, was ihnen weitere vier bequeme und hochbesoldete Sesseljahre beschert.  

15.11.19 14:57
1

236 Postings, 4064 Tage Alfons1982Inflation

Danke für die ausführlichen Antworten von Ihnen. Das ist das erste Forum, das mir mal auf diese Frage vernünftige Antworten gibt. Hier ist definitiv Sachkompetenz vorhanden. Ich hätte es nicht so gut und ausführlich erklären können, jedoch sehe ich es ähnlich. Vielleicht finde ich nochmal den Artikel aus den USA, wo dargestellt wird, an einem Warenkorb, mit ich Glaube 25 oder 50 Artikeln des täglichen Bedarfs,  wie stark steigend, die Preise in den größten amerikanischen Städten monatlich sind. Da sieht die Sache wenn es so stimmt, ganz anders aus.  

15.11.19 16:02
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1647 Postings, 561 Tage walter.euckengefühlte inflation

der warenkorb ist sehr sorgfältig ausgewählt. so mancheiner behauptet, ganz bewusst mit artikeln, die im preis überdurchschnittlich konstant sind.
zum beispiel sind die mieten, welche seit ewigkeiten nur steigen, in unserem warenkorb nicht enthalten!

nicht ohne grund wird deshalb unteschieden in OFFIZIELLE INFLATION und GEFUEHLTE INFLATION.
https://de.wikipedia.org/wiki/Inflation
Vor sechzig Jahren finanzierte ein Gehalt ein Häuschen mit Garten und ein Auto für die vierköpfige Familie. Heute leben zwei Doppelverdiener mit einem Kind in einer Mietwohnung aus Rigips-Platten.
 

16.11.19 17:38
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1322 Postings, 1132 Tage KatzenpiratDieses Jahr musste ich

früher in den Winterschlaf. Der Irrsinn an der Wallstreet hat mich ausgezehrt, die Lachssaison war mies...  

17.11.19 01:57
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1647 Postings, 561 Tage walter.euckenpump it up!

ja, jetzt pumpt auch china kräftig geld in den markt. begründung: wegen....ach, ist doch sowieso irgendeine ausrede wie bei den anderen notenbanken. weil wer einen grund sucht, der findet immer einen.

yeah, pump it up!

Die chinesische Notenbank pumpt weitere Milliarden Yuan in den Geldmarkt. Damit soll nicht nur eine Verteuerung der Kredite verhindert...
 

17.11.19 10:26

162 Postings, 644 Tage chrischekja gut, eh.

Dann pumpen die Chinesen eben auch. Sind aber eher Erdnüsse. Wir wissen ja, dass die FED seit Sept mit 60 Mrd jeden Monat pumpt...

So what?!  

17.11.19 10:37

57811 Postings, 5673 Tage Anti LemmingDau schließt über 28.000!

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