VW - Jetzt kommt es ganz Hartz

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eröffnet am: 15.06.06 22:08 von: bobbycar Anzahl Beiträge: 1
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478 Postings, 5516 Tage bobbycarVW - Jetzt kommt es ganz Hartz

oder wenn die Generation Golf vielleicht bald nicht mal mehr ihr geliebtes Auto im eigenen Land bauen darf.

Bernhard schwört VW-Belegschaft auf längere Arbeitszeiten ein
VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard hat die Belegschaft von VW auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg auf den vom Vorstand geplanten Sparkurs eingeschworen. Abermals machte er indirekt auch die Produktion des Golf in Wolfsburg von längeren Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich abhängig.

VW will weltweit die Personalkosten deutlich senkenDer Chef des Betriebsrats Bernd Osterloh forderte, das Management solle "nicht mit Drohungen die Belegschaft verunsichern, stattdessen Perspektiven bieten."

Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen wurden die Ausführungen Bernhards mit Buh-Rufen und Pfiffen quittiert. "Das ist bei den Leuten nicht gut angekommen", hieß es. Die Beschäftigten hätten ihrem Unmut lautstark Ausdruck verliehen. In Wolfsburg protestierten zudem vor Beginn einer vierten Verhandlungsrunde für die rund 3800 Beschäftigten von "Auto 5000" die Arbeitnehmer gegen Einkommens- und Urlaubskürzungen. Die Belegschaft habe "geschuftet bis die Schwarte kracht" und werde keine Einschnitte hinnehmen, sagte der IG Metall-Bezirksvorsitzende Hartmut Meine.

Eine Einigung wurde bei den Tarifverhandlungen nicht erwartet. Die IG Metall fordert fünf Prozent Einkommenserhöhungen. Das Tarifsystem "Auto 5000" sieht einheitliche Entlohnung der Beschäftigten auf dem Niveau des Flächentarifvertrages und eine hochflexible 35-Stunden-Woche vor. Das Lohnniveau liegt damit etwa um 20 Prozent unter dem des alten Haustarifvertrages bei VW.


Ziel ist einheitlicher Tarifvertrag


VW-Markenchef Wolfgang Bernhard gilt als harter Sanierer. Die VW-Spitze setzt sich für einheitliche Tarifbedingungen für alle VW-Beschäftigten ein - möglichst auf dem Niveau von "Auto 5000". Bernhard bekräftigte auf der Betriebversammlung das Ziel, einen einheitlichen Haustarifvertrag für alle Beschäftigten zu entwickeln.

Der Markenvorstand sagte weiter, die westdeutschen Werke machten einen dreistelligen Millionenverlust. Die Arbeitskosten in Wolfsburg lägen mehr als ein Drittel über denen der Konkurrenz. Volkswagen zahle für 28,8 und 30 Stunden Wochenarbeitszeit dasselbe wie andere Autobauer für 35 Stunden. "Unter solchen Bedingungen kann auf längere Sicht in Deutschland niemand Autos bauen", sagte Bernhard und fügte hinzu: "Wir wollen den Golf auch künftig in Wolfsburg fertigen, aber nur, wenn das Unternehmen nicht bei jedem verkauften Auto drauf legt." Die 35-Stunden-Woche solle zudem schrittweise nur dann eingeführt werden, wenn genug Aufträge für verlängerte Arbeitszeiten vorlägen.

Osterloh sagte, die Belegschaft habe hohes Interesse daran, die Wettbewerbsfähigkeit zur Sicherung der Beschäftigung dauerhaft zu stärken. Die Sanierung der Marke Volkswagen dürfe aber nicht einseitig zu Lasten der Belegschaft gehen. Er kritisierte vor allem die mangelnde Perspektive für die Auslastung des Standortes Wolfsburg. "Volkswagen hat keine Antworten für Personalüberhänge, bietet den Kolleginnen und Kollegen keine erkennbare Perspektive und will aber gleichzeitig die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich verlängern. Das passt nicht zusammen und da werden wir auch nicht mitgehen."

20.000 Arbeitsplätze stehen auf der Kippe

VW will angesichts hoher Kosten und schwacher Erträge bei der Marke Volkswagen die Vier-Tage-Woche mit 28,8 Stunden in den westdeutschen VW-Fabriken kippen und ohne Lohnausgleich zur 35-Stunden-Woche zurückkehren. Die Forderung, die Arbeitsdirektor Horst Neumann bei einem Sondierungsgespräch mit den Gewerkschaften am vergangenen Montag erhoben hatte, ist Teil eines umfangreichen Restrukturierungsprogramms. Mit 20.000 Arbeitsplätzen steht darin auch jede fünfte Stelle in den Traditionswerken auf dem Prüfstand.

http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/84941.html  

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