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Und da war er wieder...

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neuester Beitrag: 22.08.06 18:41
eröffnet am: 22.08.06 18:41 von: moya Anzahl Beiträge: 1
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817665 Postings, 5967 Tage moyaUnd da war er wieder...

Und da war er wieder...

von Jochen Steffens

... mein Lieblingskontraindikator und überraschte alle negativ: Der ZEW-Index. Er wird durch monatliche Befragung von 307 Analysten und institutionellen Anleger erstellt, die nach ihrer Einschätzung zur Wirtschaft und den Finanzmärkten auf Sicht von sechs Monaten befragt werden. Kurz: Ein Sentimentindikator erster Güte.

Offiziell heißt es vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung:

?Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im August 2006 deutlich um 20,7 Punkte gefallen. Der Indikator steht nun bei -5,6 Punkten nach 15,1 Punkten im Juli. Damit liegt er weit unter seinem historischen Mittelwert von 35,0 Punkten?.

Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2001. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 12 Punkte gerechnet.

Was bedeutet der ZEW-Index für die Börse?

Hierzu habe ich einen Chart erstellt, in dem ich den Dax im zeitlichen Zusammenhang mit dem ZEW-Index gesetzt habe:

Chart

Quellen: www.zew.de & www.tradsignal.com

Wenn man sich mit dem Chart beschäftigt, fällt auf, dass es offenbar eine hohe Korrelation zwischen hohen Werten des ZEW-Index und Tops/Konsolidierungen im Dax gibt. Etwas schwieriger ist der Zusammenhang zwischen Werten unter/um Null und steigenden Kursen zu erkennen. Aber selbst in dem Crashjahr 2001 wies ein Wert unter 0 auf eine kleine Zwischenrally hin.

Ende 2002 markierte ein ZEW-Index bei 0 das bisherige Tief im Dax. Man kann diesen Index also als ein Hinweis für bevorstehende Kurse nehmen, wenn auch die Aussagekraft von einem hohen ZEW-Index als Top-Warnung deutlich besser ist. Vielleicht erinnern Sie sich an Anfang dieses Jahres, als ich mehrmals aufgrund des ZEW-Index vor einem Einbruch im Mai gewarnt hatte.

Doch es fällt auch noch eine ganz besondere Konstellation auf. Der heftige Einbruch des ZEW-Index in den letzten Monaten, folgte nach einer vergleichsweise kleinen Konsolidierung im Dax. Das ist neu. Wir haben zwar in Mitte der 90er schon einmal einen ähnlichen Effekt gesehen, doch damals ging es um eine über ein Jahr andauernde Konsolidierung auf die der ZEW-Index reagierte. Wie kommt also dieser massive Stimmungseinbruch im ZEW-Index nach diese vergleichsweise mickrigen Konsolidierung? Ist die Stimmung tatsächlich so bearish?

Oder ist jetzt alles anders ? der WM-Effekt?

Im Prinzip erleben wir aktuell eine Sondersituation. Aufgrund der WM kann sich jeder Depp an seinen letzten beiden noch vorhandenen Fingern abzählen, dass die aktuell starke Wirtschaft in Deutschland durch die WM maßgeblich mitverursacht wurde. Aus diesem Grund ist es auch nicht schwer, vorherzusagen, dass die Wirtschaft im nächsten Jahr weniger stark wachsen wird, als in diesem Jahr. Das zeigt sich in diesem ZEW-Index.

Und das trübt die Aussagekraft der aktuellen Zahlen ein, diesen Umstand dürfen wir nicht außer Acht lassen. Trotzdem, Skepsis ist gemeinhin sehr gut für die Märkte. Insbesondere da auch die amerikanischen Anleger mehr als bearish sind. Alles gute Voraussetzungen für eine in den September vorverlegte Rallye.

Wenn nicht der Iran...

Der Iran ist offenbar weiter auf Provokationskurs. Ich vermute, dass auch der israelische Angriff im Libanon der iranischen Regierung im eigenen Land den Rücken gestärkt hat. Anders ist es nicht zu erklären, dass nun vom Iran befehligte Truppen eine rumänische Ölplattform im Persischen Golf besetzt haben. Es geht Medienberichten zufolge eigentlich um einen Rechtsstreit mit iranischen Firmen. Nun ist es nicht gerade die feine diplomatische Art, wenn bei internationalen Unternehmensstreitereien das Militär eingesetzt wird.

Die Nachricht führte dazu, dass der in den letzten Tagen starke Ölpreis wieder weiter anzog, dazu der Chart:

Chart

Sie sehen, wie schon erwähnt, dass der Ölpreis vor der unteren Linie nach oben abgedreht ist. Ich habe Ihnen das charttechnisch wahrscheinlichste und idealtypische Szenario eingezeichnet (gestrichelte Linien). Dieses Szenario entspräche dann auch ungefähr dem saisonalen Verlauf des Ölpreises, wobei auch hier der Einbruch zu früh kommen würde. Das eigentliche saisonale Hoch entsteht im Oktober.

Wenn jedoch der Provokationskurs des Irans noch markanter wird, die Weltengemeinschaft darauf mit Sanktionen reagiert, dann kann all diese schöne Charttechnik und die Prognosen mit einem Fingerschnippen über Bord gehen. Dann würde der September als gemeinhin schwächster Monat und vielleicht sogar der Oktober als Crashmonat ihren Namen alle Ehre machen. Also bleiben Sie im Moment noch vorsichtig!

Ich bin gespannt auf die ?umfassende Antwort? des Irans im Streit über sein Atomprogramm. Die Antwort war für 14.30 Uhr angekündigt worden, noch kann ich jedoch keine Nachrichten dazu entdecken.


Konjunkturdaten

von Jochen Steffens

Der Ifo-Weltwirtschaftsklimaindikator sinkt im dritten Quartal auf 105,6 Punkte nach 111,0 Punkte zuvor. Dabei steht die aktuelle Lagebeurteilung auf dem höchsten Stand seit dem vierten Quartal 2000, allerdings wird allgemein mit einem Abflachen des Konjunkturaufschwungs in den nächsten Monaten gerechnet.

Gruß Moya

 

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