1) Der Brexit ist nur ein Kurseinflussfaktor, weil die Politik seit Jahren keine Fakten schafft, sondern immer nur verzögert, neu- und nachverhandelt, verzögert, verzögert und verzögert. So was wie "finale Exits", und damit Gewissheiten, sind unerwünscht und angesichts des sich ständig wechselnden Personals und Klimas in der Politk auch unmöglich. Damit ist Aurelius Leidtragender der Politik. Man hat sich x-fach drauf vorbereitet und ja auch mehrfach kommuniziert, worin die Vor- und Nachteile auf das Portfolio liegen. Hier kommt halt blöderweise die deutsche Börsennotiz ins Spiel. Man wird ge- und verkauft und analysiert von mehrheitlichen Leuten, die nicht in GB sitzen und wenig Kenntnis zum Brexit haben und in diesem immernoch und mMn unnötigerweise etwas Schlimmes sehen. Angesichts der UK-Ventures, die ja nicht weniger wurden (!), ist das suboptimal und wirkt auf den Kurs ein. Kurzum: Brexit hat einen Kurseinfluss, der mMn unnötig ist. Gut, muss ich mit leben, krieg ich hin ;-)
2) Corona-Pandemie und Lockdowns sind mMn auch vernachlässigbar. Man gewöhnt sich daran, und es gab und gibt viele Rettungsprogramme und im Gegensatz zu anderen Firmen, zeigte sich das Portfolio bei Aurelius nachweislich als robust (siehe den geringen cashbedarf durch corona von lediglich 10 Mio. Euro und der Tatsache, dass die meisten Beteiligungen EBITDA-positiv und oft auch noch profitabler sind). Aurelius hat 2020 bewiesen, dass es Corona kann.
3) Portfolio:
Man hat einige Krisengewinner bzw. Coronagewinner im Portfolio und mit ZIM nur einen einzigen echten Krisenverlierer, der aber von seiner Portfoliowichtigkeit sehr gering war. Betram und Offfice Depot hatten eh schon Schwierigkeiten, das war ja nichts Neues, und man ist hier mit einem blauen Auge weggekommen. Geht in Ordnung! Alle anderen haben sich sehr robust gezeigt. Das der NAV sich nicht nach oben hin entwickelte, führe ich die selbstverständlichen, da corona-bedingten, Abschreibungen zu, die aber meiner Meinung nach nicht mehr allzu lange anhalten werden. Und es zeigt sich aus meiner externen Perspektive so, dass nicht viel abgeschrieben wurde, sondern das weniger zugeschrieben wurde. Man hatte einerseits einige Exits, weswegen der Portfolio-NAV sank und aus Vorsichtsgründen hat man wohl auf diverse Zuschreibungen und NAV-Erhöhungen verzichtet bzw. diese gestalteten sich schwieriger, da man Corona ja im WACC berücksichtigte und die Finanzplanung für die Folgejahre etwas verringern musste. Da auch die Neuen sowieso 6 Monate bis zur Vollkonsolidierung bedürfen und auch die 12-18-Monatigen Ventures noch nicht mit ihrem vollen Wert in den Büchern stehen, sehe ich hohes NAV-Zuschreibungspotential in den nächsten Jahren.
Denn es gab ja auch wirklich gute Entwicklungen: VAG entpuppte sich als ein richtig toller Zukauf und auch B+P hat auf lange Sicht volle Auftragsbücher. Silvan geht es auch besser und von allen Ventures in der so wichtigen Growth-Phase (ich erinnere an die Portfoliografik), zeigen sich alle robust. Auch darin sieht man, dass Aurelius in der Vergangenheit gute Arbeit leistete, so dass die Growth-Ventures trotz Corona zu keinen "Improvement-Ventures" wurden. Die bisherigen Zukäufe in 2020 waren sinnvolle Investitionen, da sie nicht klein waren, zu der vorhandenen Expertise bei Aurelius passen und Synergien aufweisen.
Das Exitklima bleibt natürlich eingetrübt, aber ich gehe davon aus, dass sich die aktuellen Growth-Ventures in den nächsten Jahren (beginnend mit 2022) zu insgesamt 500 Mio. Euro verkaufen lassen. Gerne mehr und gerne früher, aber Utopien und Dystopien überlasse ich gerne anderen Usern.
Es ist mein ganz eigener Investment-Case.
In Erinnerung rufe ich folgende Präsentationen:
https://aureliusinvest.de/site/assets/files/3834/..._2pmcet_final.pdfhttps://aureliusinvest.de/site/assets/files/4458/...ov2020_2pmcet.pdfhttps://aureliusinvest.de/site/assets/files/3834/aur_hv_18_06_2020.pdf