Interessanter Artikel, auch wenn ein ganze Reihe von Aussagen (Etraveli inzwischen mit hohem Gewinn verkauft, %-Anteil im Digitalgeschäft überholt, ...) durch die Entwicklung in den letzten Monate ganz simpel falsch sind. Per saldo zeichnete die Autorin, allerdings schon vor 3 Monaten, ein sehr düsteres Bild. Tatsache ist, dass trotz der Zweifel, die hier gestreut wurden, sowohl in Q1 als auch in Q2 Umsatz und bereinigtes Ergebnis erneut jeweils deutlich gesteigert wurden. Dabei sind die Sondererträge aus dem Verkauf von Etraveli und div. Kleinbeteiligungen noch nicht einmal im Q2-Ergebnis berücksichtigt sind - dies wird voraussichtlich erst in Q3 geschehen.
Und den Kursabsturz ausgerechnet am Tag, als das Unternehmen die weiter steigenden Umsatz- und Gewinnzahlen für Q2 veröffentlicht und die Prognose für das Jahresergebnis voll bestätigt hat, kann dieser Artikel natürlich auch nicht erklären - nicht nur deshalb, weil er zeiltich überholt ist. Es wäre interessant, von der Autorin zu hören, zu welchem Urteil sie jetzt unter Berücksichtigung der aktuellen Ereignisse sowie der Q1- / Q2-Zahlen kommen würde, nachdem sich ihre z.T. sehr nebulösen Aussagen als wenig stichhaltig erwiesen haben. Beispiel-Zitat aus dem o.g. Artikel:
"Der Manager ist bemüht, seinem Fernsehimperium ein digitales Image zu verpassen und seinen Investoren damit das Gefühl zu geben, sie hätten in ein Unternehmen mit Wachstumsfantasie investiert. Derlei Assoziationen löst Fernsehwerbung, von der ProSieben fast ausschließlich lebt, nicht mehr aus." (Zitat Ende).
Rhetorisch geschliffen und gekonnt auf "interessante Enthüllung" getrimmt - aber was steckt da wirklich an Substanz dahinter?
"... Der Manager ist bemüht, ..." "... digitales Image ... verpassen" "... Investoren das Gefühl geben, sie hätten in ein Unternehmen mit Wachstumsfantasie investiert"
Das alles sind negativ gefärbte persönliche Meinungen, es werden allerdings weder Beweise noch Quellen dafür genannt. Kombiniert werden o.g. Unterstellungen dann auch noch mit der folgenden Falschaussage zur Fernsehwerbung: "... von der ProSieben fast ausschließlich lebt"
Derartiges Wortgeklingel, so interessant und scheinbar neu das auch klingen mag, weckt Zweifel an den Personen und der Strategie des Unternehmensmanagements - Zweifel, die zumindest nach den Umsatz- und Ergebnis-Daten der beiden abgelaufenen Quartale klar widerlegt sind:
- das Unternehmen wächst - es wächst profitabel und - das Wachstum im Digitalgeschäft (= weg von der bloßen TV-Werbung) verläuft weiterhin rasant
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