Simbabwe leidet unter "Mugabe-Tsunami"

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neuester Beitrag: 22.07.05 19:26
eröffnet am: 22.07.05 16:32 von: bammie Anzahl Beiträge: 3
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22.07.05 16:32
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8970 Postings, 6237 Tage bammieSimbabwe leidet unter "Mugabe-Tsunami"

Hunderttausende Menschen in Simbabwe sind obdachlos geworden, nachdem die Regierung Mugabes Elendsviertel und Wellblechsiedlungen geräumt hat. Die Uno hat nun die so genannte "Operation Abfall vertreiben" in einem Bericht offiziell verurteilt.

Von Stefan Schaaf, ARD-Studio Johannesburg

Ein ganzes Land ist auf der Flucht - vor der eigenen Regierung. Zehntausende Menschen in Simbabwe packen ihr Hab und Gut zusammen, weil die Regierung von Robert Mugabe ihre Hütten niederreißen lässt. Die Bulldozer machen vor allem die Stadtteile platt, die als Hochburg der Opposition gelten. Im fernen Schottland wurde über verstärkte Hilfe für Afrika beraten, doch Mugabes Regime demonstriert weiter seine Menschenverachtung. "Ich verstehe nicht, was mit uns geschieht", sagt eine verzweifelte Frau. "Meine Familie hat nichts zu essen, wir können keinen um Hilfe bitten. Wohin sollen wir nur gehen?"
Politische Bestrafungsaktion

Es sieht aus wie im Krieg. Die Vertreibung heißt zynisch "Operation Abfall vertreiben". Die Regierung stellt sie als Stadtplanung dar: illegale Hütten sollen beseitigt werden. Doch in Wahrheit geht es um eine politische Bestrafungsaktion. Familien müssen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im Freien kampieren - es ist Winter in Simbabwe. Und es gibt die ersten Toten - unter einer Decke liegt die Großmutter einer Familie, die bei der Räumungsaktion um Leben kam. "Meine Mutter lag in unserer Hütte. Die Bulldozer haben die Wände einfach niedergerissen, meine Mutter konnte nicht weglaufen. Nun ist sie tot." Die Menschen sind fassungslos.

"Wir nennen es Pol Pot in Zeitlupe"

In Johannesburg treffen wir den Oppositionsführer Simbabwes, Morgan Tsvangirai. Er vergleicht die Vorgänge mit den Verbrechen der Roten Khmer in Kambodscha. "Was gerade passiert, nennen wir Pol Pot in Zeitlupe, weil die Intention ähnlich ist. Man vertreibt die Menschen aus den Städten, weil man ihre Unterstützung verloren hat und siedelt sie einfach auf dem Land an."

Die Säuberungsaktionen machen auch vor der Innenstadt in Harare nicht halt. Fliegende Händler, Marktstände, kleine Läden - nichts wird ausgespart. Kein Wunder, dass nicht wenige in Simbabwe vom "Mugabe-Tsunami" reden. Der Zynismus der Behörden scheint keine Grenzen zu kennen. Manche Bewohner werden von den Polizisten gezwungen, ihre Häuser eigenhändig abzureißen.

40 Kilometer außerhalb von Harare ist auf einer Farm ein Lager entstanden - das Mugabe-Regime hat das erste Flüchtlingslager im eigenen Land geschaffen. Mehr als 5000 Menschen leben in einer improvisierten Zeltstadt. Doch keiner kümmert sich um sie, und die Versorgungslage ist ohnehin katastrophal in dem südafrikanischen Land - drei Millionen Menschen brauchen dringend Lebensmittelhilfe. "Wer Menschen immer weiter in die Verzweiflung treibt, der wird sie irgendwann nicht mehr kontrollieren können", sagt Tsvangirai. "Wir fragen uns, wie lange noch diese Regierung unsere Menschen provozieren wird, ohne dass es eine Gegenreaktion gibt. Das ist doch die große Frage."

Mugabe spricht von "Unannehmlichkeiten"

Doch im State House, dem Regierungssitz, gibt sich Mugabe kalt entschlossen - auch gegenüber der UN-Beauftragten Anna Tibaijuka. Mugabes Reaktion nach dem Höflichkeitsbesuch: "Ja, es mag jetzt einige Unannehmlichkeiten geben", meinte er, "doch was zählt ist doch die Tatsache, dass die Slum-Gebiete endlich verschwinden". Kofi Annans Gesandte muss einen diplomatischen Drahtseilakt vollführen und nach außen hin Neutralität demonstrieren.

Doch wie soll das eigentlich gehen, wenn man bei solchen Gesprächen mit der geballten Verzweiflung der Menschen konfrontiert wird? Man zeigt ihr Patronenhülsen - hier wurde mit Tränengas geschossen. "Warum tut uns unsere eigene Regierung dies an und foltert uns", fragt eine Frau - eine Antwort wird sie wohl nicht bekommen. "Die Polizei hat keine Skrupel, uns zu töten", sagt eine andere, und ihre Nachbarin meint: "Sie wollen alles, was wir hier haben, niederbrennen". Nach UN-Schätzungen sind drei Prozent der Gesamtbevölkerung vertrieben worden.





Wo bleibt denn die große Weltpolizei ? Müßte sie hier nicht einschreiten ? Nein, weil sie keine Vorteile daraus ziehen kann. Die Uno kann eh nichts ausrichten.
Welche Ziele verfolgt Mugabe eigentlich ? Eigene Tasche vollstopfen, in Saus und Braus leben, und das eigene Volk abschlachten.

 

22.07.05 18:06

2801 Postings, 7630 Tage NoTax1980 wurde aus Rohdesien Zimbabwe

ich hatte das Glück während dieser Phase in dem Land zu arbeiten. Die meisten Weissen wollten oder waren schon weg. Die Schwarzen waren voller Freude und Zuversicht und hatten unglaubliche Erwartungen an ihre Zukunft. Der Reichtum nicht nur an Rohstoffen sondern vor allem die Landwirtschaft des Landes bot die besten Voraussetzungen.

Zusammenfassung aus WIKIPEDIA:
Die Regierung Simbabwes, an deren Spitze seit 1980 Robert Mugabe steht, wird mit einer großen Anzahl wirtschaftlicher Probleme konfrontiert, die zum überwiegenden Teil auf eine völlig verfehlte (Wirtschafts-) Politik zurückzuführen ist. So werden seit 2003 weiße Bauern systematisch enteignet und teilweise sogar ermordet. Auslöser für diese Politik war das Bemühen der Regierung, oppositionelle Strömungen grundsätzlich zu verhindern und den politischen Alleinvertretungsanspruch - auch mit Mitteln der Gewalt - zu zementieren. Als eine der ersten Zielgruppen der politischen Opposition wurden die - zumeist bei weissen Landwirten angestellten - Farmarbeiter identifiziert. Indem die Farmer enteignet und die Arbeiter in die Arbeitslosigkeit und Verelendung getrieben wurden, konnte die Regierung ihren unmittelbaren Einfluss auf die Landbevölkerung wieder verstärken und die Arbeiter dem (politischen) Einfluss der Weissen entziehen. Da die Opposition, die sich zwischenzeitlich in der Partei MDC (Movement for Democratic Change) zusammengeschlossen hat, dennoch weiter an Popularität gewann, hat die Regierung unter Robert Mugabe eine konsequente Diktatur etabliert. So wurden Justiz und Medien gleichgeschaltet, Meinungs- und Versammlungsfreiheit dramatisch eingeschränkt und - unter den Augen von EU, USA und den Nachbarstaaten - ein perfides Terrorregime gegen politisch Andersdenkende etabliert. Nach Einschätzung der wenigen zugelassenen unabhängigen Wahlbeobachter waren konsequenterweise sowohl die Ergebnisse der letzten beiden Parlamentswahlen als auch die der Präsidentschaftswahl 2002 in erheblichem Umfang gefälscht.

In einem derartigen politischen Umfeld haben sich auch die Voraussetzungen für die einst prosperierende Wirtschaft substantiell verschlechtert. So hat die vermeintliche Landreform den Agrarsektor in eine schwere Krise gestürzt. Insbesondere der für den Export wichtige Anbau von Tabak ist dramatisch zurückgegangen. Aber auch Tourismus und nahezu alle Subsektoren der verarbeitenden Industrie mussten massive Umsatzeinbussen hinnehmen. Die Arbeitslosigkeit wird auf rd. 80% geschätzt.

Um den ausufernden Schwarzmarkt auszutrocknen, ergriff die Regierung im Mai/Juni 2005 drastische Maßnahmen. Aus den Armutsvierteln der Städte, in denen der Schwarzmarkt florierte, wurden die Menschen vertrieben, anschließend deren Behausungen zerstört. Das Ergebnis der Maßnahmen mit der zynischen Bezeichnung "Aktion Abfallbeseitigung" waren schätzungsweise 750.000 obdachlose Menschen, die zudem darunter zu leiden hatten, dass ihre oft einzige Einnahmequelle, der Schwarzmarkthandel, weggefallen war.

Darüber hinaus haben die Kriegsverwicklung mit der demokratischen Republik Kongo der Wirtschaft mehrere hundert Millionen dringend benötigter Dollars entzogen. Die Inflation mit einer jährlichen Zuwachsrate von 32% im Jahre 1998 wuchs im Jahre 1999 auf 101% an. 2003 lag die Inflation bei 600%. Die Wirtschaftskraft wird zudem auf Grund des Ausfalls der Arbeitskräfte durch AIDS geschwächt. Zimbabwe hat die höchste Infektionsrate der Welt, was eines der Hauptprobleme des Landes darstellt.


Sowohl der Mangel an ausländischem Geld als auch der Unterschied zwischen dem offiziellen Umrechnungskurs und dem Inoffiziellen (offiziell 1 US-Dollar zu 6200 ZIM, auf dem Schwarzmarkt ein 20% bis 30% höherer Kurs) führten zur Treibstoffknappheit und Mangel an Grundversorgung. Im Jahre 2003 lieferte Libyen an Simbabwe Treibstoff und erhielt dafür teilweise als Austausch von Simbabwe Landflächen. Da Simbabwe die Zahlungen nicht einhalten konnte, wurden die Lieferungen gestoppt.


 

22.07.05 19:26

12570 Postings, 6161 Tage EichiIn erster Linie sollte man mal

"Afrika den Afrikanern" überlassen. Dieses Prinzip hat Afrika selbst für sich in Anspruch genommen!

Afrika ist ein großes Land mit viel Fläche und Rohstoffen.

Wenn man Geld braucht, soll man diese verkaufen! D. h., auch das Land.  

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