Der Magdeburger Linken-Parteitag wurde zwar durch einen Tortenwurf auf die Ikone Sahra Wagenknecht zum schlagzeilenträchtigen Ereignis, das ist für mich auch das Einzige was bei mir von diesen Parteitag hängen bleibt. So ein Tortenwurf ist kindisch und längst eine ganz alte Nummer über die ich in Dick & Doof Filmen noch lachen konnte. Sei es drum, Sarah Wagenknecht könnte schlimmeres widerfahren, es könnte nämlich passieren, dass die Linke bald ganz verschwindet. Denn eine politische Klärung, wohin die Partei in der Nach-Gysi-Ära will, blieb sie ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl schuldig. Die notwendige Auseinandersetzung, ob es weiterhin Fundamental-Opposition oder das ernsthafte Angebot zum Mitregieren gibt, wurde einfach nicht geführt. Vielmehr hat sie sich den bürgerlichen Parteien schon längst angepasst. Die Zeiten, in der diese Partei eine ernstzunehmende Protestpartei war, liegen nun schon Jahre zurück. Nur noch in Sachsen-Anhalt holte sie bemerkenswerte Prozente. Um Deutschland aber in Zukunft mitzugestalten ist das zu wenig. Auf dem Parteitag wurde augenfällig, wie sehr der Vormarsch der konservativen AFD zusetzt, und die Linke in die Krise gestürzt hat. Lange war die aus der DDR-Staatspartei SED hervorgegangene ehemalige PDS, die sich 2007 mit ihrem westdeutschen Pendant WASG vereint hatte, die erste Adresse für Protest gegen die Regierung, gegen die etablierten Parteien, gegen das System überhaupt, das ist nun aber Geschichte. Die AFD hat sie bis zur Unkenntlichkeit zerlegt. Der Traum der Linken, auch in Sachsen-Anhalt den Ministerpräsidenten stellen zu können, ist zerplatzt wie eine Seifenblase, und weil das so ist, habe ich bei der Übertragung im Fernsehen nur Wunden lecker beobachtet. Diese Linke ist mit großen Hoffnungen gestartet, nun holt sie die bittere Realität ein überflüssig zu werden. Keiner braucht sie, keiner will sie, keine Rettung ist weit und breit zu sehen, denn immer mehr Parteisoldaten schließen sich der AFD an. ----------- Wo Angst herrscht verkriecht sich die Vernunft. |