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Der USA Bären-Thread

Seite 5561 von 5586
neuester Beitrag: 23.02.20 11:00
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 139642
neuester Beitrag: 23.02.20 11:00 von: Kicky Leser gesamt: 16072722
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16.01.20 20:45
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2150 Postings, 659 Tage walter.euckenboiling frog

es gibt ein altes, berühmtes, wenngleich tierquälerisches experiment aus der verhaltensforschung, welches auch heute immer wieder zitiert wird in der psychologie. es geht darum, wie man mit menschen umgehen kann und wann sie sich wehren und wann nicht.

die fragestellung ist folgendermasse: kann man einen lebenden frosch in einen topf mit kaltem wasser setzen und ihn dann kochen, ohne dass er herausspringt? ja, man kann; wenn man das wasser nur langsam genug erhitzt, dann bleibt er sitzen. erhitzt man zu schnell, springt er raus.

ergo muss die fed bloss schauen, dass sie die geldentwertung nicht zu stark forciert. bei der aktuellen stetigen geldentwertung machen die menschen das spielchen mit.

wir sind nicht besser als die frösche und lassen uns langsam kochen ohne aus dem topf zu springen..



 

16.01.20 21:27
1

4097 Postings, 3497 Tage Murmeltierchenwalter

das klingt zu einfach - rausspringen...

ich merke schon das bald kocht - nur ich hab keine ahnung wo ich "hinhüpfen" könnte.  wenn ich über den topfrand  gucke sehe ich nur flammen. ( wie die armen tierchen in australien...)  

17.01.20 08:59

2150 Postings, 659 Tage walter.euckenwhat if

china meldet 6,1% wachstum, einen hauch weniger als sonst.

die zahlen aus china werden im westen immer als sowieso manipuliert angesehen, ein konstant so hohes wachstum scheint uns unrealistisch. was aber, wenn die zahlen korrekt sind?  

17.01.20 11:33
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7528 Postings, 5418 Tage PendulumS&P hat Jahresendziele für 2020 fast erreicht

.............. unten die höchsten Jahresendziele für 2020 aller Analysten

In der 3. Januar-Woche sind diese nun fast schon erreicht.

Trump und seine FED kontrollieren die Märkte nach Belieben.



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Deutschland schafft sich selbst ab.
Traurig aber wahr.
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17.01.20 11:38
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59665 Postings, 5771 Tage Anti LemmingSP-500-Chart aktuell: RSI = 78,4

Der Chart unten ist der Wochen-Chart (über die letzten 2,5 Jahre).

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Anmerkungen:

Nur einmal, Anfang 2018 kurz vor dem 15-%-Rücksetzer, stand der RSI noch etwas höher als jetzt.

Der stärkste Abverkauf der letzen zwei Jahre kam unvermutet im Oktober 2018, als der SP-500 bis Weihnachten um rund 22 % korrigierte. Als die Verkaufslawine einsetzte, stand der RSI bei 70, also nicht übermäßig hoch. Die Korrektur stoppte ziemlich genau an der 200-Tagelinie im Wochenchart bei damals 2350.

Der jetzige RSI von 78,4 ist bereits extrem hoch und zeugt zusammen mit Fear&Gread-Werten um 90 (teilweise 97) von starker Übertreibung nach oben. Auch der Abstand zur 50-Tage-Linie ist aktuell auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren. Ähnlich hoch war dieser Abstand im Februar 2018.

Alles in allem deuten die genannten Warnzeichen mMn darauf hin, dass in den nächsten Tagen oder Wochen erneut mit einem deutlichen Rücksetzer gerechnet werden kann.

Würde erneut eine Korrektur ähnlich der von Oktober 2018 kommen, könnte der SP-500 bis auf 2600 zurückfallen, wo die 200-Tagelinie im "weekly" aktuell verläuft. Alternatives Kursziel ist 2991, der 200-Tagelinie aus dem "daily".

Der 8-%-Rücksetzer im Mai 2019 und ein ähnlich großer Absacker ab Ende Juli 2019 "starteten" jeweils ab RSI-Werten von knapp unter 70.

Einen soliden Boden (mit RSI = 30) gab es in den letzten zwei Jahren nur einmal, nämlich zur Jahreswende 2018/2019.

 
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17.01.20 12:19
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59665 Postings, 5771 Tage Anti LemmingTeslas US-Verkäufe brechen ein, weil

in USA die staatliche Förderung für E-Autos sukzessive gestrichen worden ist. Am 1. Jan. 2020 ist sie ganz ausgelaufen. In Kalifornien, Teslas größtem US-Absatzmarkt, haben sich die Verkaufszahlen gegenüber dem Vorjahr nahezu halbiert. Auf den Höfen der Händler stehen unverkäufliche Fahrzeug-Halden. Tesla hat nur 1,3 % Marktanteil in USA. Die Firma versucht nun, die Überschussware im Ausland loszuschlagen. Außerdem werden große Teile der Produktion nach China verlagert.

Gesund hört sich das alles nicht an.

https://wolfstreet.com/2020/01/16/...ith-design-center-factory-loans/

Tesla, Hit by Sagging US Sales, Goes Full-China with Design Center, Loans & Factory

This move to China makes sense for a niche automaker struggling mightily in the US. But headwinds in China are even stronger than in the US.

Tesla doesn?t disclose deliveries in the US, unlike other automakers. It only discloses global deliveries. We have to look at other data to see how Tesla is doing in the US; and in the US, deliveries have been plunging in recent months. In California, by far Tesla?s largest market in the US, registrations of new Teslas in the fourth quarter plunged by 46.5% to just 13,584 vehicles, from 25,402 vehicles in the same period in 2018. Model 3 registrations plunged by about half to 10,694 vehicles.

This is based on DMV registration data, compiled by automotive registration-data provider Dominion Cross-Sell, cited by Reuters.

The reason commonly mentioned for the plunge in sales in the US in recent months is the phase-out of the $7,500 federal tax credit in 2019 for Tesla?s vehicles. In Q1 2019, the federal tax credit fell to $3,750; in Q3, it fell to $1,875. And as of January 1, this year, it?s gone completely, though some state incentives are still available. In response, Tesla cut prices and came out with cheaper versions of its models, but to no avail.  

17.01.20 15:09
5

59665 Postings, 5771 Tage Anti LemmingFracht-Rezession in USA

Wie lange kann die Fed das noch "wegpumpen"?

Der Cass Freight Index zeigt das Frachtvolumen von Konsum- und Industrie-Gütern in USA. Erfasst werden alle Transportarten, allerdings kein Bulk-Lieferungen (wie Getreide).

Im Dezember 2019 ist der Cass Freight Index um 7,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat gefallen - der stärkste Absacker seit November 2009.

Im Dezember 2019 ging auch die Celadon Group, mit 3000 Fahrern und 2700 Trucks einer der größten Spediteure in USA, in Chapter-11-Pleite und stellte den Betrieb ein. Zuvor waren 2019 schon viele kleinere US-Transportfirmen pleite gegangen.

Der Schienentransport in USA ging im Dezember (yoy) um 9 % zurück.

Kann natürlich sein, dass moderne Technologie (Software, Apps usw.) weniger klassische Transportwege mehr benötigt. Aber ein derart starker Rückgang des Cass Index lässt sich damit allein wohl kaum erklären.

https://wolfstreet.com/2020/01/15/...-rate-since-2009-hit-2011-level/

US Freight Shipments Plunge at Fastest Rate since 2009, Hit 2011 Level: This is Getting Surprisingly Ugly

Shipment volume in the US by truck, rail, air, and barge plunged 7.9% in December 2019 compared to a year earlier, according to the Cass Freight Index for Shipments. It was the 13th month in a row of year-over-year declines, and the steepest year-over-year decline since November 2009, during the Financial Crisis:

The Cass Freight Index tracks shipment volume of consumer goods and industrial products and supplies by all modes of transportation, but it does not track bulk commodities, such as grains. As always when things get ugly, the calendar gets blamed ? Christmas fell on a Wednesday, as it does regularly.

More realistically, December was also the month when Celadon Group, with about 3,000 drivers and about 2,700 tractors, filed for Chapter 11 bankruptcy and ceased operations ? the largest truckload carrier ever to file for bankruptcy in US history. It rounded off a large wave of bankruptcies and shutdowns of trucking companies in 2019, most of them smaller ones, but also some regional carriers, and on December 9, Celadon....

Rail traffic in December capped off a miserable year, with carloads down 9.2% year-over-year in December, and container and trailer loads (intermodal) down 9.6%, according to the Association of American Railroads. For the 52-week period, traffic of carloads and intermodal units fell 5%.  
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17.01.20 18:59
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4097 Postings, 3497 Tage MurmeltierchenRecession 2020

...bin immer noch am ausschauen wohin , wenn´s losgeht

 

17.01.20 20:00

148 Postings, 4790 Tage russki#004

17.01.20 20:04
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148 Postings, 4790 Tage russki#004 aus Jahr 2007

Herr Prelle damals Leiter des deutschen Investmentbanking UBS  
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18.01.20 09:01
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2150 Postings, 659 Tage walter.euckendas dilemma der notenbanker

das dilemma der notenbanker:
wer soll in zukunft noch staatsanleihen kaufen wenn die zinsen so tief sind?
aber eine zinsanhebung hingegen würde ein disaster versursachen.



Ein Fed-Notenbanker gibt erstmals zu, dass die immer grössere Bilanz ein Problem darstellt. Das wusste man schon lange, doch nun spricht es einer offiziell aus.
 

18.01.20 12:41
5

59665 Postings, 5771 Tage Anti Lemming# 011 Fed schaltet offenbar in Anti-Blasen-Modus

Im verlinkten Artikel von # 011 wird Fed-Falke Robert Kaplan zitiert mit:

?Balance sheet growth is not free?, meinte er. Grosse Zentralbankbilanzen haben Nebenwirkungen. Das ist erstaunlich.

Auch mir waren diese falkischen Äußerungen Kaplans bereits am Mittwoch aufgefallen:
https://www.ariva.de/forum/...n-thread-283343?page=5559#jumppos138981

Was könnte der Hintergrund sein?

Wenn die Fed einen ihrer Direktoren mit solchen Äußerungen "vorschickt" - man sollte mMn nicht davon ausgehen, dass diese Leute sich einfach so "frei" äußern können -, ist davon auszugehen, dass Fed-Chef Powell "die Muffe geht".

Warum?

Fahnenstangen an Aktienmärkten, die in spekulativen Exzessen das letzte freie Kapital (+ Margin-Kredite) aufsaugen, führen zwar kurzfristig zu "beeindruckenden" Steilanstiegen. Doch meist schlagen diese Steilanstiege dann unvermutet in Verkaufslawinen um....

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Eine Serie solcher "Kirchturm-Charts", wie ich sie nenne, hatte ich am Ende dieses Threads (ab # 18) gezeigt:
https://www.ariva.de/forum/...n-nur-2-monaten-334991?page=0#jumppos18
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...Dass dies nicht nur bei Einzelaktien (wie Potash, K+S, ein Großteil des Dot.com-Schrotts) so läuft, zeigt die Kursentwicklung der US-Indizes in 2000 ff. und 2008 ff.

Denn wenn das letzte freie Kapital bereits investiert ist und die Kurse zu sacken beginnen, stehen per Definition (eben "letztes freies Kapital") keine weiteren sterblichen Käufer mehr bereit. Nun können nur noch die Notenbanker und das mit ihr eng zusammenarbeitende PPT die kollabierenden Märkte auffangen. Das PPT verwendet dazu vorzugsweise SP-500 Futures.

Es gibt in solcher Gemengelage aber eben nicht nur keine Käufer mehr, sondern es kommt hinzu, dass auch die HF-Algo-Maschinen auf Verkaufsmodus umschalten. Obendrauf kommen prozyklische Shortseller. Die Verkaufslawine kann dann so stark werden, dass das PPT die Kontrolle über die Märkte verliert.

Beispiel: 2008 fiel der SP-500 wie ein Stein. Auch damals gab es schon das PPT. Aber der Abverkauf war zu massiv - und ja auch "fundamental unterlegt" - als dass die Fed die Lawine hätte stoppen können. (Den Flash-Crash von 2010 konnte das PPT zunächst ebenfalls nicht stoppen.)

Auch Öl zeigte 2008 einen Kirchturm-Chart: Futuretrader, die offenbar inoffiziell die Aufgabe (von wem auch immer) erhalten hatten, die Rohstoffmärkte hemmungslos aufzublasen - in der Erwartung, dass die Euphorie dann auf den Aktienmarkt (und womöglich sogar auf Hauspreise) überspringt und so die Subprime-Aktienkrise verhindert -, hievten Öl in der ersten Jahreshälfte 2008 bis auf 150 Dollar. Eine lupenreine Blase. Im Dezember 2008 hingegen sackte Öl, da die spekulativen Positionen wieder aufgelöst wurden und starker genereller Verkaufsdruck entstand, auf 35 Dollar. Das war ein Absturz ab Top von rund 75 %!

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Zurück zum Hier und Jetzt: Powell sieht an den Charts, dass die Märkte in die Phase irrationalen Überschwangs (Rinderwahn) eingetreten sind. Wenn er eine Extremblase zulässt und sogar mit weiterem Repo-QE zusätzlich "befeuert", ließe sich der SP-500 womöglich bis 4000 oder höher aufblasen. Doch bei der Rückabwicklung dieses Kirchturm-Charts könnte er innerhalb weniger Monate auf 1000 abstürzen. Das wäre ein ähnlicher Rückgang um 75 % wie beim Öl in der zweiten Jahreshälfte 2008 (letzter Absatz).

Es handelt sich hier um Beispiele extremer (spekulativer) Marktdynamik - zuerst aufwärts, danach noch rasanter abwärts.

Um solche Entwicklungen zu vermeiden, muss die Fed rechtzeitig auf die Bremse treten - und vor allem damit Aufhören, noch weiteres Öl in das Marktfeuer zu kippen. Die Betonung liegt dabei auf: rechtzeitig.

Man kann daher mMn davon ausgehen, dass Powell den Herrn Kaplan jetzt vorgeschickt hat, um schon mal zu warnen, dass die Fed die aktuelle Kursentwicklung nicht nur mit Wohlwollen verfolgt. Sie würde es tun, WENN sich die Märkte nach weiterem Aufblasen bei SP-500 = 4000 HALTEN ließen. Das ist aber unrealistisch. Ähnlich unrealistisch wie der Erwartung, dass sich Volkswagen-Stämme nach dem Shortsqueeze Ende 2008 dauerhaft bei 1000 Euro halten würden und Volkswagen dauerhaft "die wertvollste Firma der Welt" geblieben wäre.

Nach Kaplans eher psychologischer Verbalwarnung dürfte demnächst die offizielle Ankündigung folgen, dass die Fed ihre Repo-Aufkäufe einstellt, weil die "Liquiditätskrise" nicht mehr akut sei. Immerhin hat der SP-500 bereits Mitte Januar das Kursziel von 3330 erreicht, das die bullischste alle Investmentbanken, Bank of America, für Ende 2020 in Aussicht gestellt hatte. Noch höhere Index-Stände, und die Fahnenstange samt Rückabwicklung nähme technisch ihren unvermeidlichen Lauf.

Das wäre dann auch nicht mehr im Interesse Trumps, dem die zunehmend nicht-mehr-neutrale US-Notenbank ja indirekt zu folgen scheint. Stünde der SP-500 im Sommer bei 1000, würde Trump wohl nicht wiedergewählt werden.

Falls meine Thesen hier zutreffen (sie sind hochspekulativ), sollten wir demnächst die Meldung vom Ende der Repo-Aufkäufe erhalten. Außerdem würden sich die künftig vorgeschickten Fed-Direktoren eher falkisch äußern und z. B. kundtun, dass der starke Arbeitsmarkt in USA die Inflationsgefahr erhöht habe - CPI ist ja immerhin schon bei 2,3 %, und die Leitzinsen bei nur 1,5 % -  und deshalb nicht mehr mit weiteren Zinssenkungen der Fed (die der Markt offenbar schon eingepreist hat) zu rechnen sei. Oder dass sogar neue Zinserhöhungen in Aussicht gestellt werden.

Solche Ankündigungen von Zinserhöhungen dienen vor allem der verbalen Marktsteuerung. Sie verpflichten die Fed praktisch zu nichts. Auch im Dezember 2018, als der SP-500 auf 2350 gefallen war, hatte die Fed in den Monaten davor drei oder vier weitere Zinserhöhungen für 2019 in Aussicht gestellt, die den Aktienmarkt drückten. Faktisch gab es dann das Gegenteil, nämlich drei ZinsSENKUNGEN in 2019.

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BEISPIEL EINES KIRCHTURM-CHARTS
 
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19.01.20 09:48
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59665 Postings, 5771 Tage Anti LemmingFinanzwelt stand im Herbst vor Über-Lehman-Knall

Am 16. September, als die "Repo-Krise" begann, sind die Übernacht-Zinsen im Interbankenmarkt schlagartig auf über 10 % hochgeschossen.

Lange war unklar, was die wirkliche Ursache dafür war.

Jetzt kommt Licht in das Dunkel. Zerohedge berichtet unten, dass im September drei der weltgrößten Hedgefonds in Schieflage geraten waren. Sie benötigen eine Rettung durch die Fed wie 1998 der verzockte Mega-Hedgefonds LTCM (Long Term Capital Management).

Es handelte sich um die drei Hedgefonds Millennium, Citadel und Point 72. Sie hatten stark gehebelt (siehe Grafik unten) im Repo-Markt spekuliert. Als der Markt austrocknete, drohte ein "Multiple-LTCM-Crash", so Zerohedge, "der eine Lawine von Margin Calls losgetreten hätte. Hedgefonds-Assets in Billionenhöhe (engl. trillions) hätten zwangsliquidiert werden müssen."

Kurz: Die Finanzwelt stand einen halben Schritt vor dem Über-Lehman-Knall.

Um solche Schieflagen künftig zu vermeiden, hat die Fed nun ein neues "Tool" entwickelt, mit dem Rettungsgeld direkt an Hedgefonds gezahlt werden soll, schreibt Zerohedge unten.

D.h. die Fed ist jetzt vollends zum Casinobetreiber verkommen.

FAZIT: Die ganze Monster-Aktienmarktrally ab Herbst verdanken wir nichts anderem als den Hunderten Milliarden Dollar, die die Fed seit Herbst in Form von Schatten-QE in den Repo-Markt gehauen hat - nur um drei verzockte Hedgefonds auszubailen.

https://www.zerohedge.com/markets/...ge-funds-next-repo-market-crisis

...In short, and as shown in the chart above, some of the world's biggest hedge funds are active in the repo market to boost their returns. The problem is what happens when repo rates get unhinged as happened on September 16: for the best example of how market players react when their underlying correlations go tilt, look no further than what happened to LTCM in 1998.

This also explains why the Fed panicked in response to the GC repo rate blowing out to 10% on Sept 16, and instantly implemented repos as well as rushed to launch QE 4: not only was Fed Chair Powell facing an LTCM like situation, but because the repo-funded arb was (ab)used by most multi-strat funds, the Federal Reserve was suddenly facing a constellation of multiple LTCM blow-ups that could have started an avalanche that would have resulted in trillions of assets being forcefully liquidated as a tsunami of margin calls hit the hedge funds world.  
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19.01.20 10:17
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59665 Postings, 5771 Tage Anti LemmingBIS zur Repo-Krise

Die BIS (Bank for International Settlements) ist ein Art "Zentralbank der Zentralbanken". Von der BIS stammt der folgende Bericht zur Repo-Krise in USA im September.

Die BIS stellt die aufschlussreiche Frage: War der September-Stress im Repo-Markt vorübergehend, oder war er strukturell bedingt?

Man könnte auch fragen: War der Stress temporär, oder läuft er unter der Oberfläche weiter?

Sicher ist, dass die offiziellen Erklärungen (gehäufte Steuerzahlungen usw.) das Problem nicht hinreichend erklären - oder, salopper gesagt, erlogen waren.

https://www.bis.org/publ/qtrpdf/r_qt1912v.htm

September stress in dollar repo markets: passing or structural?

The mid-September tensions in the US dollar market for repurchase agreements (repos) were highly unusual. Repo rates typically fluctuate in an intraday range of 10 basis points, or at most 20 basis points. On 17 September, the secured overnight funding rate (SOFR) - the new, repo market-based, US dollar overnight reference rate - more than doubled, and the intraday range jumped to about 700 basis points. Intraday volatility in the federal funds rate was also unusually high. The reasons for this dislocation have been extensively debated; explanations include a due date for US corporate taxes and a large settlement of US Treasury securities. Yet none of these temporary factors can fully explain the exceptional jump in repo rates.

This box focuses on the distribution of liquid assets in the US banking system and how it became an underlying structural factor that could have amplified the repo rate reaction. US repo markets currently rely heavily on four banks as marginal lenders. As the composition of their liquid assets became more skewed towards US Treasuries, their ability to supply funding at short notice in repo markets was diminished. At the same time, increased demand for funding from leveraged financial institutions (eg hedge funds - A:L.: siehe # 013) via Treasury repos appears to have compounded the strains of the temporary factors. Finally, the stress may have been amplified in part by hysteresis effects brought about by a long period of abundant reserves, owing to the Federal Reserve's large-scale asset purchases.

A repo transaction is a short-term (usually overnight) collateralised loan, in which the borrower (of cash) sells a security (typically government bonds as collateral) to the lender, with a commitment to buy it back later at the same price plus interest. Repo markets redistribute liquidity between financial institutions: not only banks (as is the case with the federal funds market), but also insurance companies, asset managers, money market funds and other institutional investors. In so doing, they help other financial markets to function smoothly. Thus, any sustained disruption in this [Repo] market, with daily turnover in the US market of about $1 trillion, could quickly ripple through the financial system. The freezing-up of repo markets in late 2008 was one of the most damaging aspects of the Great Financial Crisis (GFC)....  
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19.01.20 11:33
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59665 Postings, 5771 Tage Anti LemmingDenkfutter für Bären

Auch die Rohstoff-Blase aus 2008 war mMn eine Vor-Krisen-Blase (siehe # 012). Damals wurden von unsichtbarer (Future-)Hand die Rohstoffpreise aufgepumpt - offenbar in der Erwartung, damit eine generelle Vermögenspreis-Inflationierung herbeizuführen, bei der auch die Banken ihren Subprime-Druck (faule Hypotheken wegen fallender Hauspreise) loswürden.

Das klappte anfangs auch sehr gut - bis zum Sommer 2008. Danach verebbte der künstlich erzeugte Boom (so wie sich auch die VW-Aktie nicht endlos bei 1000 Euro hielt). Die Rohstoffpreise begannen im Stil "Kirchturm-Chart, Westseite" wieder zu fallen. Im August waren die Commody-Indizes bereits um 20 % eingebrochen, während sich der Aktienmarkt noch leidlich oben hielt:

https://www.ariva.de/forum/lemmings-anti-rohstoff-thread-340852

Dann kam zu guter Letzt noch die Lehmanpleite und zog vollends den Rettungsstecker raus.

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Unter diesem Aspekt ist es interessant, Parallelen zur jetzigen Aktienmarkt-Blase zu ziehen, die ja ebenfalls nur das Ergebnis von "Krisengeld"-Gepumpe ist, in diesem Fall von der Fed.

Gibt es auch diesmal einen Kirchturm-Chart - entsprechend den bei Rohstoffen in 2008 - aber diesmal am Aktienmarkt? Und werden bei dessen allfälliger
"Rückabwicklung" womöglich sogar die enormen Pumpaktionen der Fed zur Rettung der drei o.g. Pleite-in-spe-Hedgefonds (# 013) zunichte gemacht?

So dass der "Über-Lehman-Knall" doch noch kommt? Sicher ist, dass die Fed (und Trump,) dies auf Biegen und Brechen zu verhindern versuchen werden. Ob es jedoch wirklich gelingt, steht auf einem anderen Blatt.

Die Börsenhistorie lehrt, dass es bislang noch keinen krass nach oben manipulierten Markt gegeben hat, der am Ende nicht doch zusammengebrochen wäre. Und dass "Diesmal alles anders" sein soll, mag ich nicht recht glauben.  

19.01.20 12:36

59665 Postings, 5771 Tage Anti Lemmingkleine stilistische Korrektur zu # 015

Es muss korrekt heißen: "Kirchturm-Chart, Ostseite"

Denn wenn man einen Chart "geographisch" betrachtet, ist die rechte Seite des Kirchturms (auf der es rapide wieder bergab geht) die "Ostseite".

Als Hilfskompass (für die Orientierung des Chart-"Koordinatensystems") können die Formulierungen "Kurse gehen nach Norden" oder "Kurse gehen nach Süden" vorgegeben. Nach "rechts" ist dann Ost.  

19.01.20 12:43
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450 Postings, 613 Tage birkensaft@AL

Meiner Meinung nach sind wir gerade nicht in einem Bullenmarkt für Rohstoffe wie 2008, sondern am Ende eines Bärenmarktes wie 2000. Deshalb sind Rohstoffe bislang noch weitgehend unten, auch wenn es meiner Meinung nach gerade anfängt zu drehen. Allein Palladium rallyt, genau wie 2000, was meiner Meinung nach auf massive Short squeezes zurückzuführen ist. Ich bin mir auch nicht so sicher, ob du mit deiner Hypothese richtig liegst, dass 2008 bewusst eine Rohstoffblase aufgeblasen wurde, vielleicht war es auch einfach nur das (natürliche) Grand Finale des Bullenmarktes, der ab 2002 anfing.
Wie gesagt, ich sehe strukturell viele Gemeinsamkeiten zur Jahrtausendwende, auch eine gewisse Aktieneuphorie (bzw. ETF-Euphorie), Zockerhedgefunds und eine europäische Wirtschaft, die bereits in Schieflage ist, so dass es bislang eher eine Flucht in den Dollar (und damit die amerikanischen Märkte) gibt. Strukturell ist allerdings mehr in Schieflage als damals (schlechte Kredite bis zur Nasenspitze, überbordende Staatsverschuldung, wackeliger Bankensektor in Europa, evtl. auch in den USA unter der Oberfläche), d.h. könnte der Verlauf einer eintretenden Krise dann doch eher 2008 ähneln.  

19.01.20 13:10

59665 Postings, 5771 Tage Anti Lemming# 017 du hast meine Argumentation

offenbar nicht richtig verstanden. Ich habe nicht behauptet, wir hätten JETZT eine Rohstoffblase. Das kann jeder auf den ersten Blick erkennen, wenn er die Charts ansieht (unten).

Der GNX (Rohstoffindex) stand Mitte 2008 bei 750. Heute notiert er bei 426.

Meine These lautet vielmehr: Es gibt erneut das Phänomen, dass in einer Notrettungsaktion der Fed (Repo-Aktionen ab Sept.) Märkte mit Fed-Geld aufgeblasen werden. Diesmal wird allerdings der AKTIEN-Markt damit aufgeblasen.

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Interessant ist, dass die aktuelle Schieflage bei den drei genannten Hedgefonds (# 013) genau wie damals bei LTCM auf Zinsarbitrage-Geschäfte zurückgehen. Sie bringen wenig Profit und erfordern daher enorme Hebel.

Leidtragende des HF-Kollaps wären die vier größten US-Banken gewesen, die den Repo-Markt bis September liquide gehalten hatten. Die Repo-Aktien sind faktisch daher wieder mal ein Großbanken-Bailout.

Details später, muss jetzt weg.

 
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19.01.20 17:30

59665 Postings, 5771 Tage Anti LemmingZum Vergleich: Rohstoff-Index GNX in 2008

Damals lag das Top bei 900. Bezogen darauf stellt der aktuell Stand von 426 (Chart im letzten Posting, # 018) mehr als eine Halbierung dar.

GNX zeigte in 2008 ebenfalls den klassischen "Kirchturm-Chart" (vgl. # 012)

Fazit: Eine Rohstoffblase gab es damals, heute hingegen nicht.

Wohl aber gibt es aktuell die immense Fed-Blähung am Aktienmarkt. Und ich rechne damit, dass diese sich ähnlich (in Tränen] auflösen wird wie GNX in 2008.  
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19.01.20 18:10

59665 Postings, 5771 Tage Anti LemmingFed treibt die Märkte (Repos im SP-500 Chart)

 
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19.01.20 18:13
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59665 Postings, 5771 Tage Anti LemmingApple-Aktie: RSI bei 90

Wenn das keine Fahnenstange ist...  
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19.01.20 18:17
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59665 Postings, 5771 Tage Anti LemmingPut-Call-Verhältnis auf Langzeittief

In diesen "Tiefen" gab es historisch oft eine radikale Trendwende im PCR.

Aktuell haben wir den tiefsten Stand seit 2014.

Es gibt fast nur noch Call-Käufer, kaum Put-Käufer. Wenn zu viele Leute auf einer Seite des Boots stehen, steigt die Gefahr des Kenterns.  
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19.01.20 18:18

59665 Postings, 5771 Tage Anti LemmingNiedrige Intraday-Vola

deutet auf versteckte Distribution hin.  
Angehängte Grafik:
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19.01.20 18:20

59665 Postings, 5771 Tage Anti LemmingNasdaq-100 ist Freitag am oberen Trendkanal

angestoßen.  
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19.01.20 18:23
1

59665 Postings, 5771 Tage Anti LemmingSo, nun kein kein Historiker mehr behaupten,

der USA Bärenthread hätte am Top nicht gewarnt ;-)

Offen ist nur noch, ob es wirklich schon "das Top" ist.  

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