www.wallstreetjournal.de/article/...7324474004578446683233547240.html Die US-Notenbank Federal Reserve prüft, ob die großen Banken eine mögliche Erhöhung der Zinssätze vertragen würden. Denn die Aufsichtsbehörden sind zunehmend besorgt über die Risiken, die ein Niedrigzinsumfeld langfristig mit sich bringt. Zum ersten Mal im laufenden Jahr hat die Fed die Banken in ihrem jährlichen Stresstest auch gefragt, inwieweit sie einer potenziellen Inflation und einem Zinsschock standhalten können. Laut Fed-Vertretern würde in diesem Szenario bei keiner der 18 größten US-Banken der Eigenkapitalanteil unter das Niveau fallen, das die Regulierer einfordern. In dem Szenario trifft eine moderate Rezession auf steigende Verbraucherpreise und einen starken Anstieg der kurzfristigen Zinsen – das alles könnte passieren, wenn die Ölpreise rapide steigen würden. Die Ergebnisse selbst hat die Fed nicht veröffentlicht. Es wird nicht erwartet, dass die Fed schon bald die Zinssätze erhöht – und die Umfrage ist kein Signal dafür, dass die Notenbank ihre Richtung ändert. Die Fed hat sich für lange Zeit auf niedrige Zinsen festgelegt, zumindest bis die Arbeitslosigkeit auf unter 6,5 Prozent fällt – vorausgesetzt die Inflation nimmt nicht drastisch zu. Die meisten der 19 Mitgliedern des geldpolitischen Ausschusses der Fed glauben nicht, dass die Fed den Leitzins vor 2015 erhöht. Die Besorgnis der Fed stammt zum Teil aus einer Erfahrung aus dem Jahr 1994. Damals begann die Zentralbank nach einer längeren Zeit niedriger Zinsen, die kurzfristigen Sätze anzuheben, um die steigende Inflation in den Griff zu bekommen. Das erwischte die Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß: Die Zinsen stiegen kräftig, Anleihekurse fielen in den Keller, und Anleger mussten hohe Verluste verschmerzen. Das trug zum Untergang des Handelshauses Kidder, Peabody & Co. bei, trieb einen Hedgefonds von Askin Capital Management in den Ruin, der besonders riskante Wetten auf hypothekenbesicherte Wertpapiere abgeschlossen hatte, und den kalifornischen Regierungsbezirk Orange County in den Bankrott. Für Banken stellen die Zinssätze auf mehrere Arten ein Risiko dar. Eine ist, dass sie den Wert der langlaufenden Anleihen in ihrem Portfolio beeinflussen. Der fällt, wenn die Zinsen steigen. Das dürfte zu Verlusten führen, weil Banken die gesunkenen Kurse in ihrer Bilanz abbilden müssen. Staatsanleihen und staatlich besicherte Hypothekenpapiere machen 14 Prozent der Portfolios der US-Banken aus – vor der Finanzkrise waren es weniger als 10 Prozent. Außerdem wird es für die Banken teurer, sich Geld zu leihen, wenn die Fed die kurzfristigen Zinsen anhebt. |