Griechenlandanleihe Laufz. 03/2012

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neuester Beitrag: 07.03.12 11:25
eröffnet am: 08.02.12 18:06 von: Gasman82 Anzahl Beiträge: 34
neuester Beitrag: 07.03.12 11:25 von: Mehr Wisse. Leser gesamt: 13208
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11.02.12 19:39

259 Postings, 4738 Tage VartaLanglaufende Anleihen

Etliche langlaufende Anleihen haben z.Z. einen Marktpreis wischen 20 und 22%. Beträgt der Haircut 70%, müsste der Wert dieser Anleihen nach dem Umtausch, ob freiwillig oder nicht, 30% betragen. Also zwischen 36 und 50% Prozent Gewinn.
Dem gegenüber steht das Risiko, dass es keine Einigung gibt und Griechenland insolvent geht.

Dagegen hat man bei der März-Anleihe, sollte es zum unfreiwilligen cut kommen, einen Verlust von 25%.

Ich frage mich ob das Chance/Risiko-Verhältnis bei den Langläufern da nicht besser ist...  

12.02.12 00:44

4259 Postings, 4440 Tage Versucher1Wenn ich mir vorstelle, dass es da private

Kleinanleger gibt, die die März-Anleihe schon Jahre lang halten ... und 4 Wochen vor der Rückzahlung sagen die Griechen jetzt: ätsch, ich geb Dir nur 30% zurück. Und da soll der private Kleinanleger noch froh sein ... meint der Grieche.    Also nee, wer hat hier Grund Steine zu schmeissen!  

12.02.12 00:48
1

57809 Postings, 4382 Tage meingottMal was zur EZB

Lest euch das mal durch was da bereits läuft im Hintergrund...Griechenland sind nur Peanuts und Vorwand

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12.02.12 22:42
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212 Postings, 5234 Tage helyhole70% Abschlag bei der März-Anleihe? Glaub ich nicht

Also wenn ich die spärlichen Infos richtig deute, dann werden die Anleihen 1:2 getauscht. Macht also 50 % auf den ursrünglichen Nennwert. Der Rest, der jetzt noch zu 70 �hlt entsteht durch die niedrigeren Zinsen. Da allerdings die Zinsperiode fast zu Ende ist, denke ich nicht, dass die die 4,85 noch auf 3,6 senken. Ich hab meine zu 44 % gekauft. Wenn alles gut geht, sollte nach meiner Einschätzung selbst bei einem 50 % igen Schnitt für mich ein kleines Plus bleiben.

Diese Anleihe ist halt durch und durch ein Sonderfall.  

12.02.12 22:44

212 Postings, 5234 Tage helyholeJemand ne andere Meinung?

Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, auch wenn dann mein Einsatz weg ist :)  

13.02.12 21:00

259 Postings, 4738 Tage Varta#29 macht Sinn, sehr guter Punkt

Es war immer von 50% auf Nennwert die Rede, 70% oder weniger effektiv je nach Zinssatz. Du hast vermutlich Recht damit, dass der Zinssatz bei den Kurzläufern keine Rolle mehr spielt und nur noch der Cut auf den Nominalwert zählt. Vorausgesetzt natürlich, dass man den Cut auf dem Nominalwert bei den Kurzläufern nicht niedriger als 50% ansetzt.  

21.02.12 09:48

259 Postings, 4738 Tage Varta#29 macht doch keinen Sinn

Falls hier noch jemand mitliest: Es wurde nie davon gesprochen, die bald auslaufenden Anleihen durch ebenso bald auslaufende Anleihen zu tauschen. Es wurde immer nur davon gesprochen, durch sehr lang laufende Anleihen zu tauschen. Dann Spielt der Zinssatz eben doch eine Rolle.  

06.03.12 19:52
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6134 Postings, 6789 Tage badeschaum007Griechischer Anleihetausch - Trojanisches Pferd vo

6.03.2012 spiegel online

Griechischer Anleihetausch
Trojanisches Pferd von der Bank

Griechischer Anleihetausch
Trojanisches Pferd von der Bank
Demonstrant vor dem griechischen Parlament: Klamme Kassen, heiße HerzenZur Großansicht
AP

Demonstrant vor dem griechischen Parlament: Klamme Kassen, heiße Herzen

Lass' uns feilschen: Die klamme griechische Regierung hat Anleihebesitzern ein Umtauschangebot gemacht. Auch Tom König bekommt diese Offerte von seiner Bank zugestellt - und fühlt sich prompt über den Tisch gezogen.

Die Griechen sind pleite. Nein, anders: Die Griechen sind temporär liquiditätsmäßig inhibiert. Sie möchten deshalb, dass die Gläubiger der Hellenischen Republik auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.

Die meinen mich!

Kürzlich hatte ich darüber geschrieben, wie schwierig es Kleinanlegern mit Griechen-Bonds im Depot fällt, an Informationen über den geplanten Schuldenerlass zu gelangen. Meine Hausbank, das Finanzministerium und andere Institutionen vertrösteten mich: Sobald die Konditionen des Haircuts (so nennen Banker die anstehende Depotrasur) ausgehandelt seien, werde man mich informieren.

Ende Februar hat Griechenland eine Offerte vorgelegt. Aber brauchbare Informationen sind noch immer Mangelware.

Mischung aus Kryptik und Lakonik

Zwar hat mir meine Bank, die Comdirect, inzwischen einen Brief geschickt. Doch das Schreiben zeichnet sich durch eine Mischung aus Kryptik und Lakonik aus, die sogar einen antiken Athener Logiker ins Schwitzen gebracht hätte.

Nirgendwo ist von Schuldenerlass, drohender Pleite, Wertverlust oder ähnlichen Unerfreulichkeiten die Rede. Stattdessen beginnt das Schreiben lapidar mit dem Satz: "Die Emittentin unterbreitet den Anleiheinhabern ein Umtauschangebot."

Im Weiteren werden insgesamt vier neue Wertpapiere aufgelistet, die ich im Tausch für jede 1000-Euro-Anleihe erhalten soll. Sie haben geheimnisvolle Namen wie "GDP-Linked-Notes" oder "PSI Payment Notes". Die Nominalwerte der Papiere addieren sich zu 780 Euro plus "Accrued Interest Notes", also "Schuldverschreibungen im Gegenwert der aufgelaufenen Zinsen".

Klingt verwirrend. Klingt aber gleichzeitig nach einem interessanten Deal. Denn in der Zeitung stand etwas von einem 50-prozentigen Haircut. In dem Brief liest es sich jedoch so, als blieben mir 78 Prozent des Nominalwertes, plus irgendwelche Zinsen. Das ist gut, richtig?

Drei Viertel des Geldes futschikato?

Falsch, das ist schlecht. Diese neuen Anleihen sind ein echtes Danaergeschenk, sie stehen in der großen griechischen Tradition des trojanischen Pferdes. Die neuen Anleihen haben variable Zinssätze und sehr lange Laufzeiten. Ein paar fixe Analysten haben errechnet, dass der Realverlust bei rund 75 Prozent liegen wird. Es ist also keineswegs so, dass man drei Viertel seines Geldes behält; drei Viertel sind futschikato.

Davon steht in dem Brief nichts. Es liegen auch keinerlei Informationen zu den Einzelheiten bei. Die Comdirect weist lediglich darauf hin, das griechische Umtauschangebot sei "sehr komplex". Und wenn ich das alles genauer wissen wolle, könne ich ja die Angebotsunterlagen studieren. Man schicke mir diese auf Anfrage gerne.

Das Dumme daran: Die Frist für das Angebot endet bereits am 6. März. Also versuche ich es auf der offiziellen Seite Greekbonds.gr

Dort ist der 166-seitige Prospekt hinterlegt. Bevor ich ihn downloaden darf, muss ich ein sechstufiges Menü überwinden, mit Fragen wie dieser: "I am accessing this website as a custodian or clearing system participant in order to submit a PSI Participation Instruction or a PSI Revocation Instruction or to review the status of previously submitted Instructions."

Ähh... wie war das noch mal im vorderen Teil des Satzes?

Beim dritten oder vierten Anlauf schaffe ich es, alle sechs Fragen korrekt zu beantworten. Zur Belohnung darf ich den Prospekt aufrufen, der in Lesbarkeit und Übersichtlichkeit einem deutschen Steuerrechtskommentar ähnelt. Ich habe früher als Finanzredakteur gearbeitet, und so gelingt es mir nach ein, zwei Stunden herauszufinden, was ich eigentlich schon ahnte: Dass dies ein ziemlicher schlechter Deal ist.

Es empfiehlt sich die Merkel-Methode

Nun sind Wertpapieranlagen risikoreich, Jammern also zwecklos. Caveat emptor sagt der Lateiner - der Käufer gebe Obacht. Ärgerlich finde ich jedoch die enorm kurze Frist von einer Woche. Um jetzt (ausnahmsweise) ein bisschen polemisch zu werden: Liebe Griechische Republik. Erst habt ihr, als es um euer Geld ging, monatelang die Hacken in den Teer gestellt. Nun, da es um meines geht, drängelt ihr wie einst Xerxes vor Salamis. Habt ihr noch alle Oliven am Baum? Wie soll man einen derart komplexen Sachverhalt binnen Wochenfrist prüfen?
Gegen diese Überrumpelungstaktik empfiehlt sich gemeinhin das Merkelsche Verteidigungsmanöver: Man entscheidet einfach gar nichts. Das könnte funktionieren, denn in dem Anleiheprospekt findet sich folgender Passus: "Sollten weniger als 75 Prozent dem Umtausch zustimmen … wird die Republik die Transaktion nicht durchführen".

Angesichts des intransparenten Umtauschprocederes und der kurzen Frist kann man sich gut vorstellen, dass dieser Fall eintritt. Ich bin bereit, die verbleibenden 25 Prozent meines Anleihewerts darauf zu verwetten, dass nach dem Scheitern des Umtauschs erst einmal nichts passiert. Vielleicht sogar bis 2013. Dann wird meine Anleihe fällig. Bis dahin übe ich mich in griechischer Geduld und germanischer Sturheit.  

07.03.12 11:25

1298 Postings, 4806 Tage Mehr WissenSpiegel Online: Redakteur schreibt Unfug

@badeschaum007
Sie haben hier den Artikel aus dem Spiegel (online) eingestellt. Danke und ganz prima! Denn daraus lässt sich 'mal wieder sehen, dass die Redakteure in den üblen Medien zwar süffisant schreiben, aber keine Kenntnis der Dinge haben, über die sie sich verbreiten. Spiegel online "Ende Februar hat Griechenland eine Offerte vorgelegt. Aber brauchbare Informationen sind noch immer Mangelware". Allein an diesem Satz können wir sehen, dass es dem Redakteur überhaupt nicht darauf ankommt, brauchbare Informationen zu erhalten, sondern lediglich Stimmung gegenwen? (am Ende erkennbar: Stimmung gegen z.B. Frau Merkel) machen will.
Hätte er brauchbare Info wirklich haben wollen, dann hätte er sie alle haben können. Es sei denn, dass der Redakteur keinen Internetzugang hat. Ich hab mich im Laufe der Zeit hier aus den Ariva-Foren verabschiedet. Da gab's tatsächlich nicht mehr viel Substand zu den Griechen. Aber es gibt ja die Alternative auf der Internetseite www.boersenseminar.info/umschuldung_griechenland.html  

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Oskar

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