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Der USA Bären-Thread

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neuester Beitrag: 21.08.19 15:12
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 138067
neuester Beitrag: 21.08.19 15:12 von: Anti Lemmin. Leser gesamt: 15594135
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20.02.07 18:45
450

57033 Postings, 5585 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
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138041 Postings ausgeblendet.

15.08.19 15:17
3

435 Postings, 126 Tage LarryKudlowZur Lageeinschätzung@AL

Gerade Deine Lageeinschätzung gelesen. Dem größtem Teil kann ich natürlich so absolut zustimmen - was Du Dir sicherlich ja auch denken kannst ;)

Aber kurz zu den Punkten, wo ich nicht zustimme bzw. teilweise - vielleicht habe ich nachher noch Zeit ausführlicher darauf einzugehen:

-ich gehe auch vom Meltup aus, bei Nullzinsen mit QE. Allerdings nicht unbedingt zu neuen ATH. Erstmal gehe ich davon aus, der US-Markt geht  50%-90% nach unten.  

- auch wenn die FED "mehr Munition" als die EZB (die hat quasi Null, weil Null Zins *HAHA*):
Der US-Bankensektor sieht auch nicht toll aus, auch wenn das vielleicht für die großen wie JP Morgan gilt.  Ich bringe nachher noch nen Chart von dem Bankenindex.  Und da sieht man, dass das Geschäftsmodell der US Banken MEHR Zinsen benötigt...nicht weniger.

- Wer noch MEHR Zinsen gebrauchen könnte, soll ausgerechnet General Electric sein. Klingt unglaublich:  Aber das kam gestern bei bloomberg im TV. Und zwar sagte die Journalistin, wenn die Fed die Zinsen weiter senke, könne GE seinen Pensionsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Und deshalb könne die Fed gar nicht großartig runter auf Null gehen, sonst würde GE Pleite gehen...das war Ihre Schlussfolgerung. Interessante Sache, das Ganze - GE ist übrigens vorbörslich wieder knapp 5 % runter.

Kennst Du den Dr. Markus Krall?
Und zwar geht nach Ihm der Crash ja von den NIEDRIGzinsen aus. Seine Analyse klingt bis jetzt für mich am Besten. Und auch sehr zutreffend, bis jetzt. Und die Deutsche Bank passt ja auch absolut.

Ich weiß:
Generell tendiert wohl jeder Marktteilnehmer dazu, die Rolle der Zinssenkung als Lösung/oder als Übel für Alles zu sehen. Das gilt genauso für bärische Kritik an den Notenbanken - und gilt natürlich auch für mich. Ich liebe es ja auch die Notenbanken zu analysieren/ kritisieren  ;)
Es gibt noch andere Faktoren, die den Markt nach Oben oder Unten ENORM treiben können. Steuern zum Beispiel. Das hat noch keiner in der Wall Street auf dem Radar - kommt aber noch:   Egal welcher Demokrat Herrn Trump (hoffentlich) ablöst...Die Steuerreform wird rückgängig gemacht. Das ist Konsens bei allen Demokraten. Und bei Elisabeth Warren und Bernie Sanders wird es dann wie an der Fleischtheke: "Darf es auch etwas mehr sein?" :D
Von mir aus gerne...der Wall Street kann man ruhig mal in die Tasche greifen  ;)
 

15.08.19 15:33

12158 Postings, 4409 Tage wawiduNun wird es brenzlig

 
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15.08.19 17:40

12158 Postings, 4409 Tage wawiduCisco - ein Lehrstück

Hier zeigt sich ganz deutlich: W-Formationen in einem "reifen" Markt sind trügerisch.  
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16.08.19 08:13
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435 Postings, 126 Tage LarryKudlowOh Oh! GE...da passiert bald was.

Gerade auf den Optionsmarkt geguckt und die "unusual Stock Options Activity" geguckt  - Jesus Maria...
https://www.barchart.com/options/unusual-activity/...mp;orderDir=desc

Das ist wirklich eine SEHR SEHR ungewöhnliche Aktivität bei den GE Optionen!
Der Markt hat bereits fleißig begonnen hier ein ziemliches heftiges Event einzupreisen, in der nächsten Zeit.
Ja, es gab jetzt die Vorwürfe von dem Ermittler. Aber das kann hier nur das Credit Rating sein, vielleicht als Folge davon.
Wird GE tatsächlich von einer Ratingagentur in der Kreditwürdigkeit runtergestuft und in den Junk-Bond Markt gehen müssen...UI UI UI...dann können aber ETLICHE in der Wall Street sagen: "Houston, wir haben ein Problem"

Wer in dem Markt nicht short geht, ist selber schuld. :D  Denkt an meine Worte... ;)
Klar, Geduld mitbringen.
Aber hier kann man ruhig Market SXP500 short gehen...die Wahrscheinlichkeit auf einen marktbreiten Crash hat sich auf jeden Fall mit der GE Situation nochmals weiter erhöht.

Hier noch ein Artikel dazu - aber man findet auch genug über google News:
https://seekingalpha.com/article/...ectric-road-junk-status-troubling
Und noch ein Screenshot von barchart.com...und das ist nicht mal die erste Seite. ;)  
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16.08.19 17:13
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1158 Postings, 1044 Tage KatzenpiratUS Konsumentenstimmung miserabel

Der Stimmungsindex der Uni Michigan fiel um satte 6.3 Punkte auf 92.1 (erwartet 97.2). Die Märkte freuts ("Judihuii, es gibt Zinssenkungen!").
https://www.fuw.ch/article/schlechte-stimmung-bei-us-verbraucher/  
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16.08.19 20:49

13698 Postings, 2371 Tage NikeJoe@wawidu: Cisco?

Ja, das ist wieder so ein recht typisches Lehrbeispiel, dass man nach guten Gewinnen (z.B. heuer) auch diese mitnehmen sollte.



 

17.08.19 19:41

12158 Postings, 4409 Tage wawiduSPX 15min-Studie

In diesem Monat fällt bislang Folgendes auf: kurzfristige "Dead Cat Bounces" auf Basis fragwürdiger "Begründungen". Ich bin mir fast sicher, dass auch der gestrige Anstieg auf Grund von Zinssenkungshoffnungen in Anbetracht des deutlich gesunkenen Konsumentenvertrauens dazu gehören wird.  
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18.08.19 10:04

12158 Postings, 4409 Tage wawiduBrisante Situation für europäische Banken

18.08.19 17:31
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57033 Postings, 5585 Tage Anti LemmingKomische Sätze im Welt-Artikel

"Auch drei Jahre später, als ein unerwarteter Konjunktureinbruch in China die Welt in Turbulenzen stürzte, hielt [im Bankenindex] die 80. Nun steht der Bankenindex wieder an der alles entscheidenden Schwelle. Sollte der Chart nach unten durchbrechen, erwarten nicht wenige Experten eine Kernschmelze bei Bankaktien, eine Art Lehman-Moment."

A.L. Der letzte Satz ist für mich Humbug. Der Lehman-Moment kam, als Lehman pleite ging. Wenn der Bankenindex jetzt die Marke 80 nach unten durchbricht, geht zunächst mal überhaupt nichts pleite.

Manchmal hab ich das Gefühl, die Chartis haben nicht mehr alle Tassen im Schrank.

 
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19.08.19 12:32
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13698 Postings, 2371 Tage NikeJoe@AL: Chart-Techniker

Also die meinen vermutlich, dass für die Halter dieser Aktien die Welt unter geht, weil eben dann das Sentiment der Trader massiv absacken würde. Für die REALE Welt hätte das bezüglich Sentiment eine gewisse Auswirkung. Aber wie viele Leute in der realen Welt schauen auf diesen Index oder halten sogar europäische Bankaktien ???
Vielleicht ein paar Masochisten,..?
Solche Aktien halten nur mehr Institutionelle (Versicherungen, Penisonsfonds, etc.) und natürlich Indexer über die ETFs.


 

19.08.19 12:53
2

57033 Postings, 5585 Tage Anti LemmingEs sind aber eben fast nur die Charties

und jetzt einige Welt-Leser, die auf "den Bruch der 80" warten. Vielleicht auch noch ein paar Algos. Dann geht es kurz runter. Es folgt ein technischer Bounce,  weil "wider Erwarten" die Massenpleiten im Bankensektor ausbleiben. Kurz danach kündigt Draghi neue Geldfllutungen an, und Brüssel (auch dort sitzen Chartisten;-)) führt überraschend die europäische Bankenhaftung ein.

Schon bläht sich alles in die nächste Runde. Und beim nächsten "Test der 80" in sieben Monaten werden die Warnungsschreie noch hysterischer.  

19.08.19 12:59
1

57033 Postings, 5585 Tage Anti LemmingWomit ich nicht sagen will,

dass im Vorhof meiner Herzkammer nicht immer noch irgendwo ein verlorenes Bärchen träumt ;-)  

19.08.19 13:38
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57033 Postings, 5585 Tage Anti LemmingZombie-Auferstehung

Die Pleitefirma Dryships notiert vorbörslich 35 % im Plus nach einem Kaufangebot. Der Haken an dem Deal: Der CEO von Dryships ist identisch mit dem CEO der aufkaufenden Firma. In beiden Fällen handelt es sich um den griechischen Reeder, Milliardär und Staatskrisenprofiteur George Economou.

https://www.marketwatch.com/story/...ut-deal-at-37-premium-2019-08-19

hares of DryShips Inc. DRYS, +2.13% soared 35% in premarket trading Monday, after the cargo ship operator announced a deal in which SPII Holdings Inc. will buy the shares it doesn't already own for $5.25 a share in cash. The purchase price is 37% above Friday's closing price of $3.83 and implies a market capitalization of $456.2 million. SPII Holdings is controlled by DryShips' Chairman and Chief Executive George Economou. The deal comes about two months after DryShips said it received a non-binding offer letter from SPII. The stock has tumbled 32.2% year to date, while the Dow Jones Transportation Average DJT, +2.08% has gained 8.7% and the Dow Jones Industrial Average DJIA, +1.20% has advanced 11.0%.
 
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19.08.19 17:26
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12158 Postings, 4409 Tage wawiduDryShips kurze Historie

 
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20.08.19 10:51
1

57033 Postings, 5585 Tage Anti LemmingVerschuldungsgrad der US-Firmen

mit guter Bonität. Das hohe Leverage ist eine Folge der überreichlichen Aktienrückkäufe.

John Mauldin schreibt, dass das Platzen der Bondblase interessante Einstiegschancen bringen wird.

https://www.marketwatch.com/story/...the-recession-arrives-2019-08-20

 
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20.08.19 14:25
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13698 Postings, 2371 Tage NikeJoeVon teuer zu billig

In der nächsten Rezession werden viele Assets von extrem teuer zu extrem billig abschmieren.
Dann werden die Analysten wieder schreien: "Der Markt ist effizient, das Risiko ist groß, raus aus den Assets!"

Doch WANN ist das Rendite-Risiko groß, wenn die Märkte überteuert sind, oder wenn sie wieder billiger sind? Klar, es gibt dann ein zusätzlich erhöhtes Ausfallsrisiko, aber dieses ist dann trotzdem meist überschaubar.

Man muss halt die Opportunitätskosten des Cash' aushalten. Cash (und Gold) ist heute die stärkste Wette gegen die Zentralbanken, gegen einen mächtigen Gegner!

 

20.08.19 19:27

57033 Postings, 5585 Tage Anti LemmingLiefert die invertierte Zinskurve ein Fehlsignal?

Dem (Meinungs-)Artikel unten zufolge wurde die Invertierung der Zinskurve von markttechnischen Faktoren ("convexity hedging"t) im US-Hausmarkt ausgelöst. Daher bleibe fraglich, ob die invertierte Zinskurve auch diesmal (wie sonst) auf eine kommende Rezession hindeute.

https://www.marketwatch.com/story/...ecession-as-you-think-2019-08-20

Worries that the bond market was portending an economic downturn sparked the biggest one-day slump for the Dow Jones Industrial Average DJIA, -0.16%  this year on Aug. 14.

But Kolanovic says the value of long-term bond yields as an economic signal has been somewhat distorted by technical drivers such as so-called convexity hedging, a powerful driver of the bond-market?s rally this year.

Such technical flows were highlighted earlier in March after investors rushed to refinance home loans to take advantage of the slide in long-term mortgage rates, which were pegged to long-term Treasury yields. This resulted in a wave of prepayments from homeowners rolling over their loans at lower rates.

To hedge against the risk of diminished incomes from home loans, investors of mortgage-backed securities bought Treasurys with extended maturities, pushing yields lower in a vicious circle of bond buying.

JPMorgan estimates that inflows into long-term government bonds from convexity hedging this year amounted to around $400 billion.  

20.08.19 19:59

57033 Postings, 5585 Tage Anti LemmingJim Cramer wiegelt ebenfalls ab

Er ist allerdings einer der größten frei herumlaufenden Kontraindikatoren ;-)

In diesem Sinne: Macht was draus aus Cramers Botschaft, die da lautet:

https://www.marketwatch.com/story/...jim-cramer-its-a-trap-2019-08-19

...Cramer said he understands why people are so concerned about the economy, considering the fact that inversions (invertierte Zinskurven, A.L.) have preceded every recession of the past 50 years, but, overall, he says, the fear seem overdone at this point. ?I do feel like things are worse when I listen to people talk, than reality,? he said.

Cramers letzter Satz ist mMn Bullshit, denn er steht im Widerspruch zu dem, was Cramer im Satz davor gesagt hat. Oder der erstgenannte Satz ist Bullshit, doch dann wäre Cramer hinsichtlich des letzten Satz plötzlich ein Bär  - was er sonst nie war (denn dort steht "Things are worse... than reality", d.h. die Sachen sind noch schlimmer als die Realität. Was auch immer das bedeuten soll.)  

20.08.19 20:02
1

57033 Postings, 5585 Tage Anti LemmingDer fragliche Satz scheint einfach nur

schlechtes Englisch zu sein. Cramer meint offenbar: "Leute stellen die Sachen in Gesprächen schlimmer dar, als sie in der Realität sind."  

21.08.19 12:20

57033 Postings, 5585 Tage Anti LemmingCommerzbank muss Hunderte Filialen schließen

wegen Draghis Negativzinsen. Im Extremfall könnten es bis zu 1000 Filialen werden.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/...-das-aus-a-1282935.html

 

21.08.19 12:59

435 Postings, 126 Tage LarryKudlowDie Uhr läuft schnell @AL

Gucke man auf einen Monatschart der Commerzbank, dann war das (ok, im Jahr 2000) mal eine 330 Euro Aktie...und das sieht fast überall in der EZB-Zone so aus.

Also wenn die EZB tatsächlich Aktien kaufen möchte, dann frage ich mich langsam wann der "Spaß" denn mal starten soll?
Es wird ja immer sowas behauptet oder gefordert . Von Blackrock mehrmals - der Finkenlarry findet offenbar keinen größeren Dummkopf mehr für seine DB Aktien :D

Passiert das im Bankensektor nicht bald, dann haben wir aber ganz schnell eine Antwort auf die Frage, ob die Negativ- und Nullenpolitik der EZB erfolgreich war :D


 

21.08.19 14:40

57033 Postings, 5585 Tage Anti LemmingDie Perversion der Negativzinsen

https://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/...-an-16338479.html

Die Feier ist vorbei. Lange konnte sich Deutschland als Musterknabe rühmen, doch jetzt ist Schluss. Seit der abgelaufenen Woche ist es amtlich: Die deutsche Wirtschaft schrumpft und bringt die Sparer damit noch mehr zur Verzweiflung. Die Aktienkurse fallen und liegen jetzt wieder so tief wie Ende Februar. Und Anleihen hören endgültig auf, echte Anleihen zu sein. Nämlich solche, mit denen man sicher Geld verdienen kann. Nein, mittlerweile verlieren Anleger sicher Geld ? und das erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik mit allen Bundesanleihen, die es zu kaufen gibt. Vor wenigen Tagen rutschte als letzte auch die Anleihe mit 30 Jahren Laufzeit ins Negative, das heißt, ihre Rendite liegt unter null.

Was ist das für eine verrückte Finanzwelt, in der Anleger Zinsen bezahlen müssen, wenn sie ihr Geld verleihen? Sie wollen doch Zinsen dafür bekommen. ?Es ist nicht zu erwarten, dass die Zeit der Negativzinsen bald vorbei ist. Im Gegenteil: Die Renditen könnten noch negativer werden?, sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Deutschland ist dabei in bester Gesellschaft. Auch in der Schweiz, den Niederlanden, in Skandinavien und selbst in der Slowakei...

(leider am Ende pay-content...)


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Langzeit-Chart des Bundfutures seit 2009

2012 gab es im Chart unten einen ungewöhnlich starken Volumenanstieg. Ich vermute, er wurde von den in der 2012-Eurokrise "geretteten" Banken verursacht. Die Banken erhielten damals von Draghi einen mehrjährigem Gratistender - also zinsloses Geld, das erst nach mehreren Jahren zurückgezahlt werden musste. Der Gratistender war mit der stillschweigenden Auflage verbunden, davon Eurozonen-Staatsanleihen zu kaufen. Denn die EZB hätte 2012, als Euro-QE noch nicht zu ihren tolerierten Werkzeugen zählte,  solche Anleihenaufkäufe nur mit schwerem Ansehensverlust selber durchführen können.

Der Volumenanstieg im Chart unten legt nahe, dass ein Großteil der Draghi-Gratisknete 2012 in ausfallsichere und damals auch noch gewinnbringende Bunds (= 10j. Staatsanleihen aus D.) geflossen ist.

Die Banken haben mit ihren von der EZB finanzierten Käufen nicht nur
kräftig Zinsen verdient, sondern konnten sich obendrein auch noch über kräftige Kurszuwächse freuen - sofern sie Anleihen mit Laufzeiten kauften, die später fällig wurden als der rückzahlbare Tender.
 
Angehängte Grafik:
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chart_all_euro-bundfuture.png

21.08.19 14:44

57033 Postings, 5585 Tage Anti LemmingAlternative Erklärung (zum Chart)

Es könnte auch sein, dass es Anfang 2012, als die Eurokrise immer bedrohlicher wurde, massive Umschichtungen aus PIIGS-Staatsanleihen in Bunds gegeben hat. Dann wäre auch viele Private unter den Bundkäufern.  

21.08.19 14:53

57033 Postings, 5585 Tage Anti Lemming# 063

Ich hatte im Jahr 1999 Commerzbank-Aktien und war heilfroh, als ich sie Ende des Jahres für rund 36 Euro (das war in etwa mein Einkaufspreis in 1998, Coba war meine allererste Aktie!) nach dem starkem Absacker in der Herbst-1998-Asienkrise wieder zum Einstandspreis losschlagen konnte. Dass der Chart rückwirkend jetzt bei 330 Euro notiert, liegt an den eingerechneten reverse splits. Danach hab ich die Coba zum Glück nicht mehr angefasst.

Wer seit 1999 gehalten hatte, hat - allein schon über die zahlreichen Kapitalerhöhungen zur Rettung - mehr draufgezahlt, als die Aktie heute noch wert ist.

Es gab für Coba-Aktionäre somit einen Verlust (inkl. aufgewendetes Geld für die KEs), der über 100 % lag!

Passt irgendwie prima zu den EZB-Negativzinsen (siehe letztes Posting)  

21.08.19 15:12

57033 Postings, 5585 Tage Anti LemmingDen Tipp

1998 die Commerzbank zu kaufen, hatte ich aus dem unsäglichen Anlegerjournal "Börse Online". Dort stand damals, die Coba sei mit einem KGV von 23 "günstig bewertet" (LOL). Weitere "Tipps" von Börse Online war die Bankgesellschaft Berlin, mit der ich 30 % des Einsatzes verlor und die später pleite ging (auf Null fiel). Und  als "spekulatives Investment" empfahlt Börse Online damals "Ballard Power" (Brennstoffzellen), die von 110 Dollar im Sommer 1998 auf heute 4,50 Dollar fielen, da bin ich zum Glück noch bei 90 mit blauem Auge rausgekommen.

Nur falls sich jemand wundert, warum ich (immer noch) so bärisch bin ;-)

"Ballard Power" seit 1996:


 
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