Freenet ist auf dem Weg zum drittgrößten Mobilfunkanbieter Deutschlands - nachstehende Analyse von Heibel-Ticker.de Börsenbrief mit Analyst Christian Kämmerer (
www.TA4YOU.com) - Wiedergabe teilweise gekürzt
freenet ist heute der größte netzunabhängige Telekommunikationsanbieter Deutschlands. Die Größe hat jedoch Geld gekostet und Schulden waren in den vergangenen Monaten gleichbedeutend mit Insolvenzgefahr. So wurde die Aktie von 25 Euro auf 3 Euro heruntergeprügelt. Die Zeiten der Kreditklemme sind nun vorbei, es gibt günstige Refinanzierungsmöglichkeiten.
Für ein Telekommunikationsunternehmen, das profitabel ist und aufgrund fester, langläufiger Verträge kontinuierliche Einnahmen hat, wäre ein KGV von 12 (derzeit 5) angemessen, sofern kein Wachstum zu erkennen ist. Okay, mit dem Wachstum sieht es bei freenet tatsächlich mau aus, aber ein KGV unter 12 ist in dieser Branche Konkursniveau, aber diese Gefahr besteht nicht.
CEO der freenet AG, Christoph Vilanek - RTL-PERSONALIE STECKT HINTER FREENET
Der Österreicher namens Christoph Vilanek ist ein unbeschriebenes Blatt, wohl geholt von dem Österreicher und Aufsichtsratsvorsitzenden von freenet, Prof. Dr. Helmut Thoma. Das ist der Prof. Dr. Helmut Thoma, der in den 90er Jahren den Sender RTL groß gemacht hat.
GUTES QUARTALSERGEBNIS WURDE SCHLECHT AUFGENOMMEN - Kundenschwund im DSL-Geschäftszweig von 1,19 auf 0,94 Mio. ist die Kundenzahl gesunken. Der DSL-Geschäftszweig steht jedoch ohnehin bereits zum Verkauf. Der Gewinn im Mobilfunkbereich ist eingebrochen, wofür in erster Linie die Kosten der Übernahme von Debitel ursächlich sind. Die Eingliederung ins Unternehmen läuft besser als erwartet, trotz der momentanen größeren Belastung des Mobilfunkgeschäfts ist die Eingliederung dafür aber früher abgeschlossen.
NEGATIVE PRESSE NACH JAHREN DER ENTTÄUSCHUNG
Nach der sündhaft teuren UMTS-Versteigerung, nach dem Platzen der Internet- und Technologieblase und nach der großen Volksverarschung mit der Volksaktie Deutsche Telekom gibt es wohl keinen Journalisten, der das Rückgrat hat, einen positiven Bericht über die Telekombranche zu schreiben... es gibt ihn nicht mehr! Lassen Sie sich also nicht durch die negative Darstellung in der Presse irre leiten: freenet ist aktuell nicht mehr insolvenzgefährdet und mit der Konzentration auf das Mobilfunkgeschäft wird sich das Unternehmen einen nachhaltigen Cashflow sichern, der in der aktuellen Bewertung nicht berücksichtigt ist.
Charttechnisch wäre gegenwärtig hingegen bei erneut aufkommender Kursschwäche und Unterschreitung des Kursniveaus von 4,20 Euro ein weiterer Test der etablierten Aufwärtstrendlinie um 3,40 Euro unvermeidlich wird. Kippt die Aktie unter diese Trendlinie, trübt sich der Chart wieder sichtlich ein und auch Kurse unterhalb von 2 Euro dürfen in diesem Zusammenhang nicht überraschen. Der Stop-Loss ist daher je nach Risikoneigung bei 4,20 Euro bzw. spätestens bei 3,35 Euro zu setzen.
FAZIT
freenet ist nicht mehr als insolvenzgefährdet zu bewerten. Der freie Cashflow ist gut und die Marktposition ist gesichert. Dennoch ist der Ausverkauf von 25 Euro auf 3 Euro innerhalb der vergangenen Monate übertrieben gewesen und von dem Insolvenzniveau gibt es auch nach den ersten 60% Kursgewinn noch reichlich Platz nach oben. Kursziel für Ende 2009 lautet 9 Euro. Dies sollte erreicht werden, wenn der Markt sich stabilisiert. Von einem Anspringen der Wirtschaft wollen wir gar nicht sprechen, dann sind auch noch höhere Kurse möglich.
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An der Börse gehts zu wie im Dschungel, nur die Beute zählt.