Hier wird immer wieder auf den "Buchwert" von 35 Euro verwiesen. Dieser ergibt sich wohl für die Protagonisten aus das Division des Konzern-Eigenkapitals (nach IFRS) durch die Anzahl der Aktien. Leider ist diese Rechnung irreführend!
1. Der deutlich negative Barwert des Bausparvertragsportfolios von Wüstenrot Bausparkasse (Stichwort "hochverzinsliche Bausparverträge belasten die Bilanzen von Bausparkassen", einfach googlen) wird nicht nach IFRS bilanziert. Wüstenrot hat 107 Mrd. Euro überwiegend weit überhöhter Zinszusagen draußen (vgl.
http://www.ww-ag.com/rmedia/media/konzern/...20150330_BSW_GB_2014.pdf Seite 18). Und die Deutschen besparen ihre Bausparverträge jedes Jahr weiter! Bringen ja aktuell mehr als jede andere Anlage. Der negative Barwert allein dieser Zinszusagen ist größer als die gut 3 Mrd. Eigenkapital des Konzerns. Und schon ist der Buchwert weg!
2. Die Würtembergische Lebensversicherung hat zusätzlich Milliarden an Garantiezusagen für Lebensversicherungen draußen. Wie keine andere Lebensversicherung wurden gerade unter Erdland Einmalbeiträge (mit langfristigen Zinsgarantien) in die Bilanz genommen (um Wachstum und kurzfristige Einmalerträge auszuweisen) (vgl.
http://www.ww-ag.com/rmedia/media/konzern/.../20150330_WL_GB_2014.pdf Seite 15). Das in einer Market-to-Market Bewertung bereits durch die Bausparkasse aufgezehrte Eigenkapital wird insofern noch einmal deutlich belastet. Wir reden auch hier über mehrere Mrd. negativen Barwert und insofern über einen "Nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag" bei Market-to-Market.
Also wenn sich die Aktien demnächst dem Buchwert annähert, dass muss man Geld dafür bekommen, Wüstenrot-Aktien zu erwerben. So würde aktuell übrigens die Wüstenrot Bausparkasse unter Strategen bewertet. Der W&W Konzern müsste einem Käufer Geld ZAHLEN, um die Bausparkasse verkaufen zu dürfen.
So lange Erdland in den nächsten Quartalen noch Möglichkeiten findet, kurzfristig Gewinne zu zeigen, bleibt aber alles gut. Aber wenn es nicht in den nächsten 2 Jahren zu einer dramatischen Zinswende kommt, sind die Belastungen aus den beiden Vertragsbeständen nicht mehr zu kaschieren! W&W ist also eine glasklare Zinswette. Sozusagen ein riesiger BUND Future Short. Leider kauft man bereits aktuell nicht zum fairen Wert sondern ist ganz, ganz weit aus dem Geld. Deshalb steigen Strategen bei W&W aus. Dies ist KEIN Zufall!
PS: Übrigens, der Buchwert der Deutschen Bank liegt bei über 50 Euro pro Aktie! Dort glaubt nur kein Aktionär, dass die jemals erreicht werden und es gibt auch nicht so offensichtliche unberücksichtige Portfolien mit negativem Barwert.