Florian Homm Börsenbrief Erfahrungsbericht

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neuester Beitrag: 25.04.21 00:52
eröffnet am: 12.10.20 22:19 von: flohommkritik. Anzahl Beiträge: 11
neuester Beitrag: 25.04.21 00:52 von: Kerstinqdlra Leser gesamt: 19660
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bewertet mit 4 Sternen

12.10.20 22:19
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1 Posting, 421 Tage flohommkritikerFlorian Homm Börsenbrief Erfahrungsbericht

Im Folgenden werde ich einen Erfahrungsbericht über den Florian Homm Börsenbrief abgeben. Zu dem Entschluss, diesen Bericht zu verfassen, bin ich gekommen, da ich nach einem halben Jahr erhebliche Zweifel an der Seriosität des Börsenbriefs bekommen habe. Anfänglich habe ich wohlwollend gedacht, dass es sich lediglich um vereinzelte Kritikpunkte handeln würde, aber mittlerweile sehe ich leider System dahinter. Ich möchte daher meine Erfahrung mit Euch teilen, um Trading-Anfängern einen kritischen Blick auf das Angebot von Florian Homm zu geben. Natürlich handelt es sich hierbei nur um meine Meinung, die natürlich subjektiv ist.

Ich werde im Folgenden auch ein paar Aussagen von Florian Homms YouTube Videos zitieren, die mir in Erinnerung geblieben sind. Teilweise mögen diese Zitate nicht im genauen Wortlaut verfasst sein, aber definitiv dem Sinn nach.

Vage Versprechungen – ein Teil des Systems?

Immer wieder hört man Florian Homm in seinen YouTube Videos davon sprechen, dass die Börsenbrief-Abonnenten eine Menge Geld durch seine Investitions-Tipps verdienen. Jeder, der Homms YouTube Videos kennt, dürften die Versprechen von „20, 30, teilweise auch mal 50% Rendite“ pro Jahr u.Ä. bekannt sein. In der Tat war es auch die Aussage auf YouTube, dass er jüngst „mit fetten Gewinnen“ verkauft habe, die mich zum Schreiben dieses Erfahrungsberichtes veranlasst hat (Video: „ich habe verkauft).

Das Problem ist: Von diesen „fetten Gewinne“ haben ein paar befreundete Investoren und ich definitiv nichts mitbekommen, wodurch sich unser wachsendes Misstrauen noch weiter verstärkte. Als ich dann über einen Facebook Post in der internen Gruppe gestolpert bin, der die Performance-Versprechen ebenfalls kritisch hinterfragt, wurde mir klar, dass ich zu Recht skeptisch geworden bin. Ich füge den Post mit den Nutzer-Kommentaren im Anhang an, sodass Ihr Euch selbst ein Bild machen könnt. Im Endeffekt konnte quasi keiner der zahlreichen Kommentatoren die Performance-Versprechen von Florian Homm tatsächlich erzielen.

Warum ist es eigentlich so schwer, die Performance nachzuvollziehen?

Auf der Website homm-longshort.com gibt es nur ein kryptisches Bild, das die ausgewiesene Performance und Performance auf das investierte Kapital des Börsenbrief Portfolios darstellt. Allerdings gibt es selbst für zahlende Mitglieder keine wirklich transparente Darstellung der Performance. Der Börsenbrief enthält zwar eine Auflistung der aktuellen Positionen mit monatlichem Gewinn oder Verlust. Jedoch wird diese Performance nicht im Gesamten ausgewertet und während des Monats verkaufte Positionen sind darin (meines Wissens nach) auch nicht enthalten. Dies ist in meinen Augen ein absolutes Unding, denn es wäre kein Hexenwerk für das Homm-Team, die Transaktionen zusammenzurechnen. Eigentlich würde ich mir von einem guten Börsenbrief im Jahre 2020 auch eine grafische Visualisierung mit einem mindestens täglich aktualisiertem Performance-Graph wünschen. Stattdessen müsste man, um die Performance tatsächlich zu überprüfen, alle Transaktionen in den Mails und Börsenbriefen zusammenrechnen und selbst auswerten – und wer macht sich diese Mühe schon? Da stellt sich mir durchaus die Frage, ob es vielleicht gar nicht gewollt ist, an den harten Fakten gemessen zu werden.  

Das System geht für Kleinanleger nicht auf

Wer den Börsenbrief von Florian Homm abonniert, wird schnell merken, dass sehr viele Aktien gekauft und verkauft werden – sowohl Long als auch Short. Im August und im September waren es alleine innerhalb des Monats rund 15 Transaktionen. Hinzu kommen dann noch eine Handvoll weitere Transaktionen, die im Börsenbrief empfohlen werden. Bei einer durchschnittlichen Order-Gebühr von etwa 5€ kommt man damit auf rund 75€ Fixkosten alleine für die Transaktionen pro Monat. Auf 12 Monate gerechnet macht das - konservativ geschätzt -  900€. Wer über ein „kleineres“ Anlagevermögen von ca. 10.000€ verfügt, muss somit alleine 9% Rendite erzeugen, um nur die Order-Gebühren wettzumachen. Und dazu muss man eigentlich auch noch mindestens 576€ Jahreskosten für das Basic-Modell hinzurechnen. Bei einem Anlagevermögen von 10.000€ wären das knapp 16% Performance, um überhaupt auf 0 zu kommen. Bei 20.000€ sind es immer noch 8%. Hierbei sollte man im Hinterkopf behalten, dass die wenigsten Trader den Index schlagen, der mittelfristig 6-8% Rendite pro Jahr erwirtschaftet. Und wie bereits erwähnt, habe ich Zweifel, dass Florian Homm hier eine Ausnahme ist.

So… Jetzt könnte man sich als Abonnent denken, dass man eben nicht alle Trades mitmacht. In der Tat empfiehlt Florian Homm Kleinanlegern und Anfängern auch zunächst, in seine vier Kernpositionen zu investieren. Um hier keine kommerziellen Informationen preiszugeben, werde ich die Positionen nicht nennen. Allerdings werde ich die Performance der vier Titel in dem letzten Jahr auflisten (zurückgerechnet von heute, dem 12.10.2020):

1. – 28,5%

2. + 19,66

3. – 2,34%

4. – 35,7%

Mehr muss ich hierzu wohl nicht sagen….

Die Crash-Profiteur enttäuscht bitterlich

Florian Homm betont häufig, dass er sein Geld insbesondere in Krisenzeiten verdient habe. In dem zurückliegenden Corona-Crash kam meines Wissens nach von Florian Homm keine einzige Empfehlung, die wirklich gut gewesen ist. Im Gegenteil: In einem zu crashzeiten veröffentlichten Börsenbrief wurden die FAANG Aktien als überbewertet bezeichnet. Short-Positionen wurden dafür beispielsweise auf Zoom gesetzt, dessen Wert sich seitdem vervielfacht hat. Von einem guten Crash-Profiteur hätte ich mir da schon deutlich mehr erwartet – beispielsweise eine Empfehlung von krisenresistenten Tech-Aktien. Wie gesagt… ich habe die Performance nicht selbst nachgerechnet, aber ich würde darauf wetten, dass ein ETF auf den Nasdaq 100 oder sogar auf den MSCI World Florian Homm gnadenlos outperformt hätten.

Small Caps und der Nachzügler-Effekt

Wie viele vielleicht wissen, investiert Florian Homm relativ häufig in sogenannte Small Caps, also Unternehmen mit einer geringen Marktkapitalisierung. Der Grund dafür ist natürlich, dass solche Aktie ein höheres Kurspotential haben, als Aktien, die bereits „in aller Munde“ sind. Daran ist im Prinzip nichts verkehrt, sofern man nicht das größere Verlustrisiko verschweigt, was ich Florian Homm nicht vorwerfen kann. Allerdings gibt es einen anderen Haken, der ebenfalls dazu führt, dass es sehr schwer ist, die Performance des Börsenbriefs tatsächlich zu beurteilen. Bei kleinen Firmen hat es durchaus eine spürbare Auswirkung auf den Kurs, wenn Florian Homm zur Investition in einen Titel aufruft Diese Auswirkung ist natürlich, dass der Kurs steigt. Schön, wenn man bereits investiert hat ;-). Für die Abonnenten bedeutet dies aber, dass der Kaufkurs nur selten dem entspricht, was Florian Homm in seinem Portfolio verbucht. Zu diesem Effekt trägt ebenfalls bei, dass die Kaufempfehlungen innerhalb des Monats per E-Mail verschickt werden und hierbei eine Verzögerung von mehreren Stunden auftritt. Dies führte in der Vergangenheit schon zu viel Kritik von Abonnenten, weshalb inzwischen ein neues System eingeführt wurde. Hierzu heißt es:  „Sollten wir ein E-Mail-Update versenden und mit dem TRP in eine Position – long wie short – einsteigen, warten wir den Eingang ebendieses in unserem eigenen E-Mail-Postfach ab, nehmen die nächsten vollen 5 Minuten, und warten die nächsten vollen 5 Minuten ab.“. Ich frage mich aber dennoch, warum das Homm-Team nicht ein zeitgemäßes Verfahren zum Verschicken der Updates verwendet, wie etwa Push-Benachrichtigungen, eine App oder eine geschlossene Telegram-Gruppe. Auch dies könnte man von einem Team erwarten, dem ein nicht unerheblicher Finanzfluss zur Verfügung steht.

Zensur auf Facebook & YouTube

Ein weiterer Punkt, der mir mehrfach negativ aufgefallen ist, betrifft die Zensur in der Facebook-Gruppe und inzwischen auch auf YouTube. Als ich beispielsweise danach gefragt habe, ob jemand alle Transaktionen des Börsenbriefs ausführt und über seine Performance in den letzten Monaten berichten könne, wurde diese Nachfrage nicht zugelassen. Von solchen Zensur-Maßnahmen berichten weiterhin einige Kommentatoren auf Facebook, wie in dem Anhang zu lesen ist.

Mein Fazit

Ich möchte hier nicht anzweifeln, dass Florian Homm ein Börsenprofi ist. Ich möchte auch nicht anzweifeln, dass er Aktien-Tipps gibt, die sich als gute Investition erweisen werden. Ich bin sogar überzeugt, dass es unter anderem seine Mission ist, solche Investitionen zu finden und mit seinen zahlenden Abonnenten zu teilen. Dennoch bin ich enttäuscht darüber, wie Homm seine Lebensgeschichte und sein Charisma nutzt, um Hoffnung in unerfahrenen Anlegern zu wecken. Die Werbung mit der Peson Florian Homm als Ex-Milliardär und Börsen-Insider überwiegt dabei in unerträglichem Maße den harten Fakten in Form von Zahlen und Transparenz. Auch finde ich es aufgrund der von mir im Abschnitt „Das System geht für Kleinanleger nicht auf“ dargelegten Punkte sehr bedenklich, wenn Herr Homm davon spricht, dass er nun dem „kleinen Mann“ dabei helfen will, finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen.

So… Das war mein persönliches Fazit nach dem Test des Florian Homm Börsenbriefes. Falls hier noch andere Abonnenten sind, würde ich mich freuen, wenn Ihr Eure Erfahrungen mitteilen würdet. Ich finde Homm eigentlich nach wie vor sympathisch und würde gerne von der Überzeugung abkommen, dass es sich einfach um einen weitere I-Make-You-Rich Guru handelt.

Anhang: Screenshot von Forum Diskussion h**ps://s12.directupload.net/images/201012/6jg8tdrk.jpg

 

12.10.20 23:09
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5052 Postings, 721 Tage qiwwiich dachte, der F.H. sei im Knast

13.10.20 02:54
1

19819 Postings, 3194 Tage WeckmannEr saß vom 08.03.13 bis Juni 14 in Italien in Aus-

13.10.20 09:35

1 Posting, 420 Tage sx100Guten Tag

Guten Tag zusammen,

ich habe identische Erfahrungen aus meinem Bekanntenkreis an Abonennten erfahren dürfen / müssen. Auch dort ist man mit der Performance absolut unzufrieden. Große NASDAQ Techfirmen waren laut deren Angaben zuletzt nicht im Portfolio, und ja, es werden bevorzugt kleine illiquide Firmen empfohlen, wo eine Kauf/Verkaufsempfehlung den Kurs gleich mal locker um 5-10% beeinflusst.

Einzig zu gute halten muss man derzeit dem Kollegen Homm, dass niemand weiß, ob die Kernpositionen (er empfiehlt diese ja sowieso regelmäßig auf seinem Youtube Channel... eine Goldaktie, eine Gamingaktie, eine Krebsvorsorgeaktie und eine Nischenaktie im Biotech-Bereich) eventuell in den kommenden Jahren Tenbagger Aktien werden. Falls ja, dann dürfte sein Brief die Indizes outperformen - er ist da relativ risikoaffin und konzentriert unterwegs.

Bin auf jeden Fall gespannt und verfolge durch Gespräche mit meinen Freunden das Geschehen um den Brief regelmäßig, bin aber nicht im Detail jeder einzelnen Position mit drin.

Danke für den Austausch!  

26.10.20 14:41

2 Postings, 407 Tage HommTRPÄhnliche Erfahrungen

Ich kann die Erfahrungen des OP voll und ganz bestätigen. Nachdem FH  den Börsenbrief bzw. das TRP vor einigen Monaten mit einem jungen und unerfahrenen Team komplett neu aufgesetzt hat, ist viel Qualität verloren gegangen und man merkt sehr deutlich, dass sein Fokus inzwischen fast ausschließlich auf YouTube und anderweitiger Publicity liegt und der Börsenbrief als Cash Cow nebenher einfach so weiter läuft.

Auf der einen Seite sich als 'Wohltäter der Menschheit' zu präsentieren und große Versprechungen zu machen ('Ich helfe euch durch die Krise'), auf der anderen Seite aber unerfahrene Anleger, die Hilfe suchen, mit einem intransparenten System zu hohen Risiken zu verleiten aber dann alleine zu lassen, halte ich persönlich für völlig inakzeptabel. Schämen Sie sich Herr Homm.  

10.12.20 10:21
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2 Postings, 407 Tage HommTRPBörsenbrief Dezember

Kurzes Update:
Eine der drei 'Kernpositionen'  Media and Games Invest (Anteil am Portfolio laut TRP Nov. = 4,26%) hat sich sehr positiv entwickelt und steht aktuell bei ~+50%  -> hat somit einen positiven Effekt auf das Gesamtportfolio von etwas mehr als 2%.
Die anderen Long/Short 'Kernpositionen' (Clinuvel, Volition, MSCI Europe SC, R2000 S/C) liegen deutlich im Minus.
Zitat Börsenbrief: "Kernpositionen sollten prinzipiell einen Anteil am Gesamtportfolio von mindestens 5% haben"
Interessant finde ich die Empfehlung von FH an den 'Einsteiger', sich zunächst auf die 'Kernpositionen' zu fokussieren, er selbst aber hält  (laut TRP Nov.) nur 14,18% Long und -10,33% Short (dabei sind schon Positionen <5% berücksichtigt) -> Der Anleger, der sich an diese Empfehlung gehalten hat, dürfte aktuell bei ~-10% liegen - wohlgemerkt in einem absoluten Bullen Markt!
Der 'Knüller' zum Thema Transparenz zum Schluss:
Zitat Börsenbrief Dez.: "Die Gewichtung erfolgt nicht wie bisher anhand von Einzelwerten, sondern ausschließlich bezüglich der einzelnen Kategorien"
-> Um auch den letzten Rest von Transparenz zu eliminieren, werden ab sofort keine Portfolio-Anteile pro Einzelwert mehr bekanntgegeben!!!  

05.01.21 00:47

1717 Postings, 348 Tage RetiselaLöschung


Moderation
Zeitpunkt: 05.01.21 12:10
Aktionen: Löschung des Beitrages, Nutzer-Sperre für immer
Kommentar: Regelverstoß

 

 

02.03.21 18:05
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1 Posting, 280 Tage KoKi03Erfahrungsbericht Bestandskunde

Guten Tag, da ich einige Aussagen in diesem Beitrag nicht nachvollziehen kann, möchte ich mich als aktueller Abonnent ebenfalls zum Börsenbrief von Herrn Homm äußern. Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich auf Grund der Tatsache, dass sich mein Portfolio sehr profitabel entwickelt hat, vermutlich keine objektive Einschätzung geben kann. Obgleich diese Entwicklung auch stark durch den Börsenbrief zu Stande gekommen ist. Warum - erkläre ich gerne kurz.

Der Börsenbrief besteht nicht aus einer stumpfen Kaufempfehlung bzw Leerverkaufsempfehlung, sondern ist ein teilweise 100 seitiges Analyse- und Researchpaper zur aktuellen Marktentwicklung, einem Thema des Monats und mehrseitigen Ausführungen zu allen neuen Positionen oder Positionsanpassungen + wöchentlichen Updates. Wo wir auch beim Thema Transparenz sind. Es wird ein 100.000? Beispielportfolio geführt und alle Handlungen seit Auflegung aufgeführt. Im Januar oder Februar diesen Jahres, gab es ein großes Struktur Update im Börsenbrief, seit dem wurden die Anzahl der Positionen, die auf Grund der Total Return Strategie recht hoch sind, dezimiert. Für Durchschnitts-Anleger wie mich, eine Erleichterung. Denn auch ich habe nicht alle Trades abgebildet. Was bedeutet das für mein Portfolio? Ich habe eine geringere Diversifikation und dadurch höhere Volatilität. Die Prämisse des Börsenbriefs im Bullen- und Bärenmarkt abgesichert zu sein, erfülle ich also in einem geringeren Ausmaß. Doch dadurch konnte mein Portfolio auch schneller steigen. Hatte ich Glück oder habe ich durch mein erworbenes Verständnis für den Markt, zusätzlich gute eigene Kaufentscheidungen getroffen? Das kann ich nicht beurteilen.

Ich bin jedoch überzeugt, dass ich durch den Börsenbrief von einem primitiven "Fan"käufer von Unternehmen die mir gefallen, zu einem wissbegierigen und meist reflektierten Investor geworden bin.

PS: Die Kernpositionen sind bei mir übrigens fast alle "im Plus". Sogar Clinuvel inzwischen 22% ;)


Würde ich den Börsenbrief empfehlen? Ja wie gerade begründet.

Wann würde ich den Börsenbrief kündigen? Wenn keine nennenswert positive Rendite mehr erzielt wird, ist doch klar.  

27.03.21 11:27

1 Posting, 255 Tage VeritasiusZweigeteilte Meinung....

Es ist vielleicht sinnvoll zu unterscheiden zwischen dem Börsenbrief "an sich" und dem Homm-Universum.

Zum Börsenbrief an sich:
Der monatlich erscheinende Börsenbrief hat einen umfang von ca. 70 Seiten, von denen ca. 25 Seiten Eigenwerbung, immer wieder identische Erläuterungen, seitenlange Tabellen mit Auflistungen von beobachteten Unternehmen, wenig substantielle Erläuterungen von allgemeinen Börsenbegriffen usw. enthalten, sprich komplett ohne Nährwert sind. Bleiben 40 - 50 Seiten Börsenbrief. Ich komme nicht aus der Branche, bin also kein Volkswirt, Banker, Broker oder ähnliches, und habe durch den Börsenbrief doch erheblich an Wissen dazugewonnen. Weniger, weil dort alles haarklein erklärt wird, sondern mehr weil man angeregt wird, bestimmte Zusammenhänge zu hinterfragen.

Die Themen des Monats sind in meinen Augen gut recherchiert und die entwickelten und präsentierten Meinungen gut begründet. Beispielhaft möchte ich nennen die Befassung mit dem asiatischen Wirtschaftsraum, dem Sektor Uran und diversen Lebensmittelrohstoffen (ohne moralische Bewertung, das muss jeder für sich ausmachen) und Tabak. Die Einschätzungen zur Gesamtlage, Bewertung der ökonomischen, fiskalen und monetären Entwicklungen sind in meinen Augen gut. All das betrifft Informationen, die nicht unbedingt relevant sind für die ganz zeitnahe Geldanlage, aber für die langfristige Positionierung.

Das Bild trübt sich erheblich ein, wenn das konkrete Depot betrachtet wird. Die Idee des total return Ansatzes besteht darin, die schlecht zu bewertetenden (überbewerteten) Kandidaten zu shorten und bei den gut zu bewertenden (unterbewerteten) Kandidaten long zu gehen, weshalb in jeder Marktlage Rendite erzielt wird, so das Versprechen. Die Short-Positionen sind praktisch durch die Bank massive Geldvernichter gewesen. Wenn man sie als reinen Hedge versteht, mag das ja noch angehen, aber viele in der aktuellen Marktsituation getroffenen Entscheidungen waren desaströs falsch (Zoom, ElringKlinger, Ford, die Liste ließe sich beliebig fortsetzen). Hier hat meines Erachtens jedes Gespür für tatsächliche Zusammenhänge gefehlt und auch die Einschätzung des Sentiments war oft instinktlos.

Die Kernpositionen long haben sich unterschiedlich entwickelt. Die von Homm ja auch auf öffentlichen Kanälen beworbene M&G zum Beispiel sehr gut (2x), andere Kandidaten aus dem extremen small cap bio-Bereich dümpeln eher vor sich hin. Ob man ein gutes Gefühl hat in dieser Kategorie jeweils mindestens 5 % seines Depotwertes zu investieren, muss jeder für sich wissen; soweit ich weiß, ist Herr Homm kein Molekularbiologe, die Investments sind meines Erachtens durchaus im höheren Bereich risikobehaftet und wären es auch, selbst wenn Herr Homm Nobelpreisträger im Bereich Molekularbiologie wäre.

Ich habe recht schnell gelernt, den Börsenbrief nicht sklavisch nachzubilden und alles einer strikten eigenen Bewertung zu unterziehen. Empfehlungen, die für mich nicht nachvollziehbar sind oder widersinnig erscheinen, mache ich einfach nicht mit, weshalb nur ein verhältnismäßig geringer Teil meines Depots konkret auf Positionen des Homm-Börsenbriefs beruht.

Wenn man bestimmte Bereiche für aussichtsreich erachtet, zum Beispiel Uran, Silber, dann muss man sich sowieso anderweitig kundig machen.

Der Börsenbrief ist komplett intransparent und zwar in verschiedener Weise. Zum einen gibt es keine Berechnung der Performance. Dahinter steckt natürlich kein Unvermögen, sondern klare Absicht. Bis vor kurzem gab es ein Musterdepot, dessen Performance ohne Weiters jeden Tag hätte angegeben werden können, jetzt wird in Kategorien investiert, also ein Baukasten zur Verfügung gestellt, aus dem sich jeder nach Risikobereitschaft bedienen kann. Ohne Musterdepot natürlich keine Musterdepotbewertung: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Die Performance des Börsenbriefes ist meines Erachtens erheblich schlechter, als von Herrn Homm öffentlich dargestellt. Hier wird sich immer auf Long-Kernpositionen bezogen, was eine vollkommen unzulässige Darstellung ist. Wenn die zum total return-Ansatz zwingend dazugehörigen Short-Positoinen dazugenommen würden, müsste man schon aufpassen, überhaupt noch eine positive Rendite zu erzielen.

Zum anderen bleibt vollkommen unklar, wer den Börsenbrief macht. Dazu mehr im Abschnitt, das Homm-Universum....

Fazit: Der Börsenbrief ist brauchbar, jedoch mit Vorsicht und einer guten Portion eigenem gesundem Menschverstand zu genießen. Er gibt Anregungen, mehr nicht. Dass die beworbenen Renditen erzielt werden können durch Nachbilden der Empfehlungen, halte ich für einen absoluten Witz. Also nichts für Anfänger und einfach nur Nachmacher, das geht mit Sicherheit in die Hose.

Zum Homm-Universum:
Der Börsenbrief und andere Aktionen, wie die Asset-Protection, werden von Herrn Homm auf Youtube massiv beworben. An dieser Stelle wird es nach meiner Bewertung wirklich unerträglich: Die Darstellungen sind geschönt bis zum Geht-nicht-mehr, und Sachverhalte werden durch gezielte Auslassungen verfälscht dargestellt. Es wird großspurig vom Börsenbrief-Team gesprochen. Wer soll das sein? Man gewinnt den Eindruck, dass es sich um nicht mehr als ein paar studentische Hilfskräfte handeln kann. Wenn das ein wirkliches kompetentes Team wäre, dann wäre Herr Homm der Erste, der das in schillerndsten Farben nach außen tragen würde. Immer wieder wird betont, wie wahnsinnig zahlenaffin man doch sei und alles mit KI abarbeite. Meines Erachtens komplette Worthülsen, Luftnummern und heißer Dampf, nicht ein einziger Hinweis darauf, dass es sich hier um mehr als ein paar Excel-Tabellen handelt. Die ganze Geschichte ist komplett dubios und meines Erachtens, gemessen an dem, was angeblich dahinter steckt, ein phantastisches potemkinsches Dorf, reine Fassade. Zu der christlich motivierten, menschenfreundlichen Beglückungserzählung des Herrn Homm möchte ich mich nicht weiter auslassen. Die Werbung für die Asset-Protection halte ich für wirklich unseriös, ist hier aber nicht das Thema.

Dies alles ist meine persönliche, subjektive Meinung. Macht was draus....
 
 

04.04.21 11:46

1 Posting, 626 Tage PowlBörsenbrief und Youtube Channel

Hallo,
ich habe mit Interesse eure Meinungen zum Börsenbrief von FLorian Homme gelesen. Grundsätzlich möchte ich erklären, dass ich mich zu anfangs eher aus Gründen des Entertainments für FH interessiert habe - und z.T. tue ich das immer noch. Aus meiner Sicht muss man sich im klaren darüber sein, dass FH (vielleicht aus simplen Persönlichkeitsgründen) ein ziemlicher Pessimist zu sein scheint. Das würde für mich auch begründen warum er das meiste Geld im Crash verdient und wenn er sich damit in der Vergangneheit einen Namen gemacht hat. Zu seiner MIlliardärsvergangenheit möchte ich nicht allzu viel sagen.

Um hier mal auf den Punkt zu kommen: Für mich persönlich dient FH als Ideenstifter. Plump irgendwelche Portfolios nachzubauen (besonders wen die schon so toll performt haben) halte ich nicht für sonderlich ratsam. Ich würde also sagen die Ratschläge von FH haben für mich eher makrsokopische Bedeutung als ich jetzt dazu übergehen würde jede Position zu bewerten / nachzukaufen. Ich finde es schwierig, dass sich hier ein Profi darin versucht kleinanleger zu beraten, wie auch shcon vorher skizziert wurde funktioniert das t.w. allein aufgrund der KOsten nicht so hundertprozentig- aber okay, bisschen selber denken muss man schon noch verlangen dürfen.

Interessant fand ich den Einwand eines Vorredners: FH investiert häufig in Small Caps und preist diese dann auf unterschiedlichen Kanälen an und das hat für mich - auch wenn ich das Potential einiger Werte gar nicht in Frage stellen will - zumindest ein Geschmäckle.

Was mich interessieren würde: Hat sich hier mal einer mit dem "Asset-Protection" Paket auseinandergesetzt? Mich würde interessieren, ob sich eine "clevere" Struktur auch für kleinere Anleger - sagen wir mal 100T€ wirklich lohnt. Also im Sinne vom Aufwand eine Holding(s) oder vvGmbH zu mangen und der Kostenersparnis? (Angenommen in Nebentätigkeit).  

04.04.21 12:11

3416 Postings, 4323 Tage ZeitungsleserWer schließt denn mit sowas Verträge ab

Es ist schon mal im Falle einer Falschberatung ungünstig, dass sich die Gesellschaft auf Zypern befindet.

Qnology AI Limited
Peyia 8570
Meleti 10 Street House No. 4
Zypern
Registergericht: Nikosia, Zypern
Reg. Number: ?? 415875  

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Oskar

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Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
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