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Erbitterter Wettlauf um Ölkonzerne

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neuester Beitrag: 17.01.02 10:35
eröffnet am: 17.01.02 10:12 von: sir charles Anzahl Beiträge: 5
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17.01.02 10:12
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5535 Postings, 7283 Tage sir charlesErbitterter Wettlauf um Ölkonzerne

Erbitterter Wettlauf um Ölkonzerne  

Übernahmefieber. Alles, was in der internationalen Energieszene Rang und Namen hat, tummelt sich in Mittel- und Osteuropa. Ziel sind die zum Verkauf stehenden Energieversorger.

 
Ölkonzerne aus Ost- und Mitteleuropa werden heiß umworben | (c) apa


Osteuropas Ölkonzernen läuft schön langsam die Zeit davon. Zumindest, wenn man dem Ex-Präsidenten der ungarischen Mol, János Csák, Glauben schenkt. Der meint, daß die Branche in ein bis zwei Jahren einen überlebensfähigen Konzern vom Baltikum bis zum Mittelmeer geschmiedet haben muß. Die Alternative: Die großen Konzerne aus dem Westen bremsen die Konkurrenz im Osten aus, filetieren den Markt und schnappen sich die im internationalen Vergleich kleinen Versorger stückweise.

Die Energieriesen aus dem Westen lassen sich auch nicht lange bitten. So kündigte der für das Ölgeschäft zuständige Shell-Vorstand Paul Skinner in der Vorwoche vor internationalen an, daß sich der britisch-niederländische Energiemulti bei seinen Akquisitionen verstärkt Mittel- und Osteuropa widmen werde. Im dortigen Tankstellengeschäft liefert sich Shell ein hartes Duell mit der heimischen OMV (siehe oben).

Sowohl im Strom- wie auch im Gas- und Ölbereich wimmelt es in den Ländern des Ostens geradezu von interessanten Objekten. Wenngleich die verlangten Preise nicht immer auf Verständnis stoßen. Wie zuletzt im Falle des tschechischen Stromversorgers und Temelín-Betreibers CEZ. Dessen Teilprivatisierung mußte von der tschechischen Regierung gleich zweimal verschoben werden, nachdem die Offerte der internationalen Bieter - allen voran Electricité de France und die italienische Enel - klar unter der von Prag geforderten Summe gelegen waren. Beim Angriff auf die osteuropäischen Stromversorger kommt nicht zuletzt Österreich eine wichtige strategische Rolle zu. Nicht, daß jetzt heimische Versorger plötzlich im Osten auf Einkaufstour gingen. Dies dürfte schon allein deshalb schwierig sein, weil Österreich die Region mit dem Bannstrahl eines Stromimportverbots belegt hat und damit viele Sympathien verspielt haben dürfte.

Österreich als Brückenkopf

Vielmehr dienen heimische Stromfirmen europäischen Konzernen als Brückenkopf. So hat sich die Electricité de France bei der Energie Steiermark eingekauft, die RWE bei der Kärntner Energieholding. Über den Süden Österreichs werden RWE und EdF insbesondere den Einstieg in den südosteuropäischen Markt versuchen. Etwa beim kroatischen Versorger HEP.


Im Erdgasbereich sind es vor allem die großen Pipeline-Betreiber, die die begierlichen Blicke der internationalen Energieszene auf sich ziehen. Mit der tschechischen Transgas ist allerdings schon ein großer Transporteur aus der Auslage verschwunden. Er wechselte für 4,1 Mill. Euro - rund 56 Milliarden Schilling - in den Besitz des deutschen Energieversorgers RWE. Die Rheinländer konnte überraschenderweise das für unschlagbar gehaltene Konsortium aus Ruhrgas, italienischer Snam und Gaz de France aus dem Feld schlagen.

Zu haben ist dafür noch die hochprofitable slowakische SPP. Nach der russischen Gazprom immerhin zweitgrößte Gasbeförderer Europas. Der Nachteil besteht allerdings darin, daß am slowakischen Transporteur nur 49 Prozent zu haben sein werden, die Mehrheit bleibt staatlich. Bis Mitte Februar sollen die ersten konkreten Angebote eintreffen. RWE, Ruhrgas, Gaz de France und Snam haben bereits angekündigt, bei der Privatisierung mitmischen zu wollen.

Weniger interessant sind derzeit noch jene Gasversorger des Ostens, die direkt an die Kleinkunden liefern. Deren Geschäft unterliegt häufig vor allem politischen Einflußgrößen. So krachten die Mol und die ungarische Regierung mehrfach heftig aufeinander, nachdem die Regierung im Zuge der letzten Ölpreishausse die Gaspreise für die Haushalte - sie hängen ja von der Entwicklung der Erdölpreise ab - anheben wollte. Hoch interessant ist aus Sicht der Energiestrategen in jedem Fall auch der Ölmarkt Osteuropas. Nicht zuletzt deshalb, weil sich den Multis durch diese Region nach der Sättigung der Märkte im Westen neues Wachstumspotential eröffnet. Und Wachstum ist schließlich der Stoff, aus dem die Träume an den Börsen sind. Zudem rücken zunehmend auch die Raffinerien und Pipelines der Region in den Mittelpunkt des Interesses (siehe Graphik).

Bis auf die tschechische Unipetrol, bei der die OMV zusammen mit der ungarischen Mol aus dem Bieterverfahren geflogen war, sind viele interessante Positionen noch offen. Die PKN (Polen) ist ebenso noch zu haben wie die NIS (Serbien), die Mol (Ungarn) und die Ina (Kroatien). Bei letzterer ist der genaue Privatisierung aber noch offen. Bei der Mol ist die Lage insofern schwierig, als sie zwar schon privatisiert und an der Börse ist, Aktionäre aber unabhängig von der Höhe ihrer Anteile maximal zehn Prozent der Stimmrechte ausüben dürfen.

Chancen eröffnen sich für die westlichen Konzerne in Mittel- und Zentraleuropa schon allein aufgrund der inneren Zerstrittenheit der Ost-Versorger. Nahezu legendär sind bereits die öffentlichkeitswirksam ausgetragenen Streitereien zwischen Ina und Mol. Die Kroaten machen seit Jahren gegen die Ungarn Stimmung. Die feine englische Art spielt dabei schon lange eine untergeordnete Rolle. So wurde über kroatische Zeitungen immer wieder lanciert, hinter der Mol stehe die russische Mafia. Allein derartige sowie historische Ressentiments erschweren freilich den kapitalstarken russischen Konzernen ein Fortkommen in Richtung Westen.

 

17.01.02 10:19

1785 Postings, 6707 Tage Neee Max!Die Russenölis (allen voran SibNeft :-)) sind

allemal ihr Geld wert. Interessanter Beitrag, sir!  

17.01.02 10:27

5535 Postings, 7283 Tage sir charlesNeeeeeeee Max

merci, ich würde gerne mal einen Chart von Lukoil haben, (Ruski) hab aber
keine Ahnung wo die notieren.

mfg
KS  

17.01.02 10:32

1785 Postings, 6707 Tage Neee Max!Nimm einfach den, sir:

17.01.02 10:35

5535 Postings, 7283 Tage sir charlesNeeeeeeee Max thank you very much

scheint mir aber momentan ein bißchen zu teuer zu sein  

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