Dax: Relative KGV Bewertung

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neuester Beitrag: 27.07.07 19:15
eröffnet am: 17.07.07 00:20 von: Nimbus2007 Anzahl Beiträge: 14
neuester Beitrag: 27.07.07 19:15 von: joejoe Leser gesamt: 8686
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bewertet mit 16 Sternen

17.07.07 00:20
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4620 Postings, 5370 Tage Nimbus2007Dax: Relative KGV Bewertung

Ich habe mir mal Gedanken über die Bewertung des Daxes gemacht.
Ich kam zu dem Schluss, dass man, um eine faire Bewertung zu bekommen, die KGV's der im Dax notierten Unternehmen in Relation zu ihrer prozentualen Gewichtung setzen muss.
So habe ich also mal eine Tabelle zusammengestellt.
Die Marktkapitalisierungen beziehen sich immer auf das Datum über der Tabelle, die Gewinne sind aus dem Jahr 2006. (Wo es Sondererträge gab habe ich ein paar Abschläge vorgenommen) Diese Tabelle spiegelt also die Dax-Bewertung bei sich unverändernden Gewinnen wieder.
Die grün markierten Unternehmen sind relativ stark gewichtet, besitzten jedoch ein geringes KGV und fließen damit nicht stark in die relative KGV-Berechnung mit ein.
Die rot markierten Unternehmen sind ebenfalls relativ stark gewichtet, besitzen jedoch ein höhes (höheres) KGV.
Das KGV des Daxes ohne Gewichtung beträgt 15,78, das mit Gewichtung bei 19,3.
Was sagen mir diese Zahlen nun?...naja, so ganz schlüssig bin ich mir da auch nicht.
Man könnte es positiv werten, denn schaffen es "nur" die rot markierten Unternehmen ihre Gewinne zu steigern, so wird der Dax relativ gesehen schneller günstig, als absolut.
Andererseits könnte man auch sagen, wenn die grünen Unternehmen Gewinnrückgänge verbuchen würden, dann könnte dies sehr schnell zu einer starken Verteuerung des Daxes führen.

Ich habe bei den Zahlen versucht keine Fehler einzubauen...falls jemandem einer auffällt, dann schreibt es bitte.
Ich möchte diese Tabelle einmal im Monat aktualisieren...und das mit möglichst richtigen Zahlen.

Mit meiner Interpretation bin ich mir auch nicht sicher, ob ich da richtig liege.
Über Meinungen würde ich mich freuen natürlich freuen.

Denke aber, dass alleine der Überblick der Tabelle mal ganz interessant ist und hoffe, dass die "Arbeit" nicht umsonst war.

Lg und nen schönen Abend.
 
Angehängte Grafik:
unbenannt.gif (verkleinert auf 48%) vergrößern
unbenannt.gif

17.07.07 00:43

1556 Postings, 5233 Tage FelicioNimbus - wie kriegt man die Grafik auf?

 

17.07.07 07:55

4620 Postings, 5370 Tage Nimbus2007felicio...

Das ist ne Excel-Tabelle als *.gif gespeichert. Nur zum anschauen. ;)  

17.07.07 08:51
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351 Postings, 5460 Tage WertzuwachsDas Dax-KGV sagt fast gar nichts

Den meisten Anlegern ist intuitiv bewusst, dass mit dem KGV wenig anzufangen ist, wenn die Gewinne einer Firma oder einer Volkswirtschaft im Keller sind.

Den wenigsten ist allerdings klar, dass das auch im umgekehrten Fall gilt, dann nämlich, wenn die Gewinne auf zyklischen Spitzenmargen beruhen.

Würden, um ein Beispiel zu machen, die Gewinne im Dax auf das trostlose Niveau der frühen 2000er-Jahren zurückfallen - etwa wegen einer Rezession -, notierte der Index plötzlich mit einem KGV von 50. Niemand würde im diesem Falle ernsthaft ein angemessenes KGV von 15 postulieren - respektive einen fairen Wert von 2250 Zählern, der sich eben dann ergäbe, wenn man den unterstellten Rezessionsgewinn schlicht mit 15 multipliziert.

Ebenso abenteuerlich ist es indessen, einmal erreichte Spitzenmargen einfach in die Zukunft fortzuschreiben, wie es derzeit geschieht. In Europa sind Rentabilitätsdaten dünn gesät. Als Indiz mag jedoch dienen, dass der Anteil der Unternehmens- und Vermögenseinkommen am deutschen Volkseinkommen zuletzt sogar noch eine Spur größer war als im Hoch Anfang der 70er. Seit dem Tief von 24,9 Prozent 1980 ist er nunmehr auf satte 35,4 Prozent gestiegen. Der "Gewinnanteil" bewegt sich damit um ganze sechs Prozentpunkte über dem Durchschnitt seit 1970. In den USA liegt die Gewinnspanne der Kapitalgesellschaften um fast die Hälfte über dem Mittel seit 1970. Bei "normaler" Rentabilität notierten US-Aktien also mit einem KGV von 23,5.

Irgendwo in dieser Gegend dürfte auch das "normalisierte" KGV in Deutschland liegen. Der aus demografischen Gründen zu befürchtenden Verknappung des Faktors Arbeit zum Trotz und in dem ökonomischen Irrglauben, die Firmen könnten von nun an für immer das fast Doppelte der Kapitalkosten einfahren - etwa wegen der Globalisierung -, haben die Anleger es also längst etwas zu weit getrieben. Ähnlich wie Anfang der 70er setzen sie darauf, dass die alten Margenrisiken - Wettbewerb, Regulierung, Angebotsschocks, Rezession, Überhitzung, Überinvestition, Inflation, Deflation - in Zukunft keine Rolle mehr spielen. Zwischen Anfang 1970 und 1982 war der MSCI Deutschland real um gut die Hälfte gefallen.

Dazu muss es diesmal nicht kommen. Dennoch haben die Investoren völlig aus dem Blick verloren, dass Aktien an Umsatz, Buchwert, Cashflow oder Dividenden gemessen extrem teuer geworden sind. Und das gilt trotz der niedrigen Realzinsen, der Quelle der Hausse, die langsam zu versiegen droht.

Quelle: Das Kapital


Wertzuwachs
 

17.07.07 09:00

4620 Postings, 5370 Tage Nimbus2007Sehe ich anders.

Für mich ist und bleibt das KGV eine der wichtigsten Bewertungsmöglichkeiten. Dicht gefolgt von den liquiden Mitteln und dem Cash-Flow.

Lg  

17.07.07 10:26
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586 Postings, 6100 Tage joejoeKGV 15.78 mit Gewichtung... 19 ist a bisserl teuer

Also, wenn man die gesamte Marktkapitalisierung des DAX von 974.439 durch den Gesamtgewinn von 61.750 teilt, so kommt man auf ein KGV von 15.78... das ist das KGV des DAXes, d.h. wenn man das KGV aller Unternehmen korrekt "mittelt".

Wenn Du das KGV gewichtest und dann addierst, berechnest Du den Durchschnitt von einem Verhältnis - und das geht selten gut. Einfaches Beispiel mit zwei Unternehmen:
Unternehmen A: Gewinn: 100, MK: 100 => KGV: 1
Unternehmen B: Gewinn:   1, MK: 100 => KGV: 100
Nach Deiner Rechnung hätte dann der Index ein "gewichtetes" KGV von:
1*0.5 + 100*0.5 = 51

Hmm... aber irgendwie würde ich den Index (d.h. beide Unternehmen zu gleichem Einsatz) doch gerne kaufen: für 200 Euro Einsatz bekomme ich jedes Jahr 101 Euro an Gewinn (!!) und damit ergibt sich ein korrektes KGV von ca. 2.


Ach ja, mich würde noch interessieren, welches Jahr Du für die Gewinne verwendet hast? 2007? Oder die Schätzung für 2008? Dann ist das Ganze ein sehr schöner Überblick über die Bewertung des DAX!

Viele Grüsse,
joejoe  

17.07.07 10:41

4620 Postings, 5370 Tage Nimbus2007Gewinne sind 2006.

Ich könnte aber mal die Tage noch 2007e und 2008e dazunehmen.
Mit deiner Rechnung, das leuchtet mir ein, aber irgendwie muss ich das Ganze trotzdem nochmal überdenken. *gg*

Vielen Dank auf jeden Fall Joejoe, das nenne ich mal konstruktive Kritik.

Warum ist das nicht immer so...

Lg

P.S. Hat jemand zufällig eine Tabelle der erwarteten Gewinne 2007/08?
Bin eigentlich zu faul das alles wieder einzeln zusammenzusuchen. ;)
 

17.07.07 13:05

586 Postings, 6100 Tage joejoeIch denke 2007e wäre sehr interessant...

...schliesslich ist das Jahr schon halb rum und die Schätzungen sollten inzwischen sehr gut sein. Woher man die am besten/aktuellsten bekommt, weiss ich auch nicht. Sind die Daten auf Onvista und Ariva in der Regel aktuell genug?

Ach ja, mein Posting hast Du vor allem der Tatsache zu verdanken, dass ich ob des KGV's von 19 ziemlich geschockt war! ;) Da musste ich einfach nach rechnen. Aber ein KGV von 16 auf Basis vergangener Daten ist ganz ok.

Viele Grüsse,
joejoe  

17.07.07 15:00

4620 Postings, 5370 Tage Nimbus2007Jup.

Ich warte nun mal die Halbjahreszahlen ab und werde mit diesen eine Hochrechnung auf's Jahr vornehmen. Sondererträge werden wie gehabt rausgenommen.
Dann schaun wir doch mal, ob die KGV's überhaupt gestiegen sind... ich schätze, dass sie das deutlich weniger sind, wie der Markt selbst.

Lg  

17.07.07 15:18

19239 Postings, 5335 Tage RPM1974KGV ist ansich eine gute Sache

Leider sind das Buchtechnische Zahlen und wenn ich allein ansehe wie ich Immaterielle Werte bewerten kann, da wird es schwammig.
Wenn ein Unternehmen 1 Mrd FuE ausgibt, wie wollen wir das bewerten.
Eine Apple als Beispiel. Was wäre das Unternehmen ohne I POD und was war zu den Zeiten als der I POD entwickelt wurde.  

17.07.07 15:24
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1471 Postings, 5433 Tage omega512Nimbus, wenn Du das "KGV relativ im DAX" ...

... bewerten willst, macht die Größe "KGV gewichtet" (die letzte Spalte in Deiner Tabelle; KGV gewichtet nach MK-Anteil) relativ wenig Sinn - zumindest für Deine Aufgabenstellung (um nicht oberflächlich zu sagen: sie ist sinnlos).

Was Du Dir (vielleicht?) ausrechnen willst, ist eher das Ranking (oder eine Klasseneinteilung) der KGV, gewichtet nach dem "KGV-Beitrag im DAX".

Lösungsansatz: Die letzte Spalte ersetzt Du mit einer "KGV-Anteile/Beiträge im DAX" (KGV-Einzelwert jeweils dividiert durch KGV-DAX arithmetisches Mittel [15,78] - in Prozent von diesem "KGV-DAX"). Über die erhaltenen Werte lässt Du ein Ranking laufen (d.h. Du sortierst nach diesen Werten) bzw. machst eine eigene Klasseneinteilung dazu.

[Fürs Ranking kannst Du dann verschiedene Verfahren aus der Statistik benutzen.]  

17.07.07 18:18
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474 Postings, 5601 Tage pandatierpandaUm einen groben Überblick zu bekommen

finde ich die klassischen Kennzahlen durchaus interessant. Als Datenbasis für die Zukunft allerdings alte 2006er Zahlen zu nehmen, finde ich weniger interessant, da ja die Zukunft und die Erwartung in den Kursen abgebildet werden soll (wird). Sicherlich kann man über die Aussagekraft des KGV diskutieren, doch muß man dann über den Cash-flow gehen, wem der KGV zu wenig aussagekräftig erscheint, und da fangen dann doch einige Probleme an.
Hatte mal bei Onvista angefragt, wie den deren Schätzung des Cash-Flow zustandekommt. Habe dann eine allgemeine Definition von denen bekommen, habe geantwortet, das ich das wüßte und in Erfahrung bringen wollte ob deren Cash-Flows ersten, zweiten oder dritten Grades sind, die auf deren Seite angegeben werden, oder welche Bestandteile genau drin sind. Daraufhin habe ich nie wieder etwas von denen gehört. So hat man also auch nur eine vage Schätzung. Man kann sich natürlich alte Geschäftsberichte nehmen und gucken wie groß die Abweichung war. Alles sehr aufwendig und auch fraglich wie aussagekräftig ein DCF oder die Multiplikatormethode als Prognosemodell auf Grundlage dieser Zahlen ist, aber man kan sich eine schöne Tabelle machen mit verschiedenen Annahmen. Um überhaupt auf diese Zahlen zurückzugreifen, sollte man auch darauf achten, das genug Analysten eine Schätzung abgegeben haben. Ich gucke nur bei Werten, bei denen ich mindestens sieben Schätzungen finde, damit Ausreißerschätzungen besser gemittelt sind. Gerade bei zwei Schätzungen kann man wohl von ausgehen, das die Konsortialführer sehr positive Schätzungen abgeben.
Leider gibt es noch kein Modell (soweit mir bekannt ist), in einer Art DCF, in denen bspw. die letzten drei Jahre aufdiskontiert werden und die zukünftigen Schätzungen abdiskontiert werden, obwohl ein Risikomanagementsystem so etwas in der Art hergeben sollte.
Auch muß man beim KCV auch noch auf eine passende Peergroup  

17.07.07 18:25

474 Postings, 5601 Tage pandatierpanda@RPM1974

Das ist so nicht mehr ganz richtig. Nach HGB darf ein selbst geschaffener immaterieller Wert nicht aktiviert werden. Bei IFRS und US-Gaap hingegen, sag ich mal ganz flapsig, gibt es ein Wahlrecht. Ist auslegungssache, aber gerade die Amis bilanzieren sehr sportlich. Guck doch mal unter "Goodwill", wenn dich das weitergehend interessiert.  

27.07.07 19:15

586 Postings, 6100 Tage joejoeKGV DAX jetzt noch 14.6

7500/8100 * 15.78 = 14.6

Also, wenn man's ganz billig haben möchte (KGV 11 oder so?) und sich die Gewinne nicht ändern ;) muss man nur noch warte, bis der DAX bei 5650 Punkten steht... =)
KGV 12 => 6150
KGV 13 => 6700

 

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