CARGOLIFTER:Trageballon bringt Geld für Portokasse
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eröffnet am: | 16.03.02 13:30 von: | Happy End | Anzahl Beiträge: | 7 |
neuester Beitrag: | 17.03.02 22:08 von: | Depothalbiere. | Leser gesamt: | 5042 |
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Brand - Das Flaggschiff des Unternehmens soll nun erst Ende 2004 fertig gestellt werden, ein Jahr später als geplant. Der erste Testflug soll dann im Frühjahr 2005 stattfinden, sagte Vorstandschef Carl von Gablenz am Samstag vor der Jahreshauptversammlung des Unternehmens in Brand bei Cottbus. Die Serienfertigung soll im Jahr 2005/2006 anlaufen.
Von der Hauptversammlung will sich CargoLifter eine Kapitalerhöhung und die Ausgabe von weiteren Wandelanleihen genehmigen lassen. Außerdem hat CargoLifter ein Bundesdarlehen von 300 Millionen Euro beantragt.
Gablenz kündigte an, dass für das gesamte Projekt mit Kostensteigerungen von etwa 22 Prozent auf dann 720 Millionen Euro zu rechnen sei. Die Unternehmensberatung Roland Berger geht sogar von Kosten bis zu 880 Millionen Euro aus. CargoLifter verfügt bislang über 300 Millionen Euro. Das Luftschiff soll Lasten von bis zu 160 Tonnen Gewicht - etwa Triebwerke oder Brückenteile - transportieren können.
Unterdessen konnte Gablenz wenigstens mit einer positiven Nachricht aufwarten. Die kanadische Heavy Lift Inc. wolle mit dem 9,7 Millionen US-Dollar teuren Ballon vom Typ CL 75 Air Crane Anlagen für die Ölförderung über die Eisstraßen Nordkanadas bewegen, kündigte er an. CargoLifter werde sich mit 20 Prozent an der gerade gegründeten Heavy Lift beteiligen. Außerdem habe das kanadische Logistikunternehmen eine Option auf zehn weitere Air Cranes
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[16.03.2002 - 14:51 Uhr]
Berlin (ots) -
Heavy Lift Canada wird den Transport-Ballon des
Logistik-Unternehmens auf Alaskas und Kanadas Eis-Straßen einsetzen
Die CargoLifter AG hat am 16. März den ersten Transport-Ballon CL
75 AirCrane verkauft: Das neuartige Transportmittel auf Basis der
"Leichter-als-Luft"-Technologie wird voraussichtlich im Dezember
2002 an Heavy Lift Canada, Inc., geliefert und für den Transport von
Ölförder-Einrichtungen auf den sogenannten "Ice Roads" (Eisstraßen)
in Kanadas Arktik und in Alaska eingesetzt werden. Der Kaufvertrag
umfasst zunächst ein Exemplar des im Durchmesser 61 Meter messenden
Transport-Ballons; darüber hinaus hat sich Heavy Lift Canada die
Option auf den Kauf weiterer 25 AirCranes zum Preis von jeweils 10
Millionen US Dollar gesichert. "Mit seinen Fähigkeiten erschließt der
CL 75 AirCrane völlig neue Möglichkeiten für die Öl- und
Erdgasförderung in diesen Regionen. Der Einsatz des Transport-Ballons
verlängert die Förder-Saison erheblich", erklärt Karl Bangert,
Mitglied des Vorstandes der CargoLifter AG. "CargoLifter hat diesen
Markt bereits mehr als ein Jahr untersucht - ein enormes
Marktpotenzial steht uns hier offen. Solche Projekte und
Anwendungsgebiete sind grundsätzlich auch in vielen anderen
vergleichbar unwegsamen Regionen der Welt mit dem AirCrane
realisierbar."
Die CargoLifter AG wird sich zu 20 Prozent an dem Unternehmen
Heavy Lift Canada, Inc., beteiligen, um auch am Betrieb der
"Leichter-als-Luft"-Systeme zu partizipieren. Heavy Lift Canada wird
den CL 75 AirCrane in erster Linie im Delta des Flusses Mackenzie im
Norden Kanadas einsetzen. Die "Ice Roads" in dieser Region sind
bisher nur wenige Monate im Jahr für Schwertransporte nutzbar:
Beladene Schwertransport-LKWs dürfen die "Ice Roads" nur ab einer
Eisdicke ab etwa 1,20 Meter befahren. Der AirCrane kann die Bohr- und
Förder-Saison entscheidend verlängern: Da er mit angehängter Last in
der Luft schwebend von speziellen Bodenfahrzeugen zum Zielort
"geschleppt" wird, verringert sich die Bodenbelastung entscheidend.
"Insbesondere in Zeiten der globalen Erwärmung ein großer Vorteil für
die Nutzer des Systems: Statt an derzeit circa 90 Tagen können sie
ihre Schwerlasten mit dem CL 75 AirCrane nun bedeutend länger
transportieren - und können den Bau ihrer Förderanlagen an ihrem
aktuellen Bedarf, weniger an den äußeren Umständen ausrichten", so
John Angus, CEO von Heavy Lift Canada, Inc.
Die CargoLifter AG mit Sitz in Berlin entwickelt ein 260 Meter
langes und 65 Meter dickes Luftschiff zum Transport überdimensional
großer und schwerer Güter von bis zu 160 Tonnen Gewicht: den
CargoLifter CL 160. Der "fliegende Kran" soll künftig aufwändige
Schwerlast-Transporte schneller, einfacher und kosteneffizienter
durchführen - ohne zu landen und nahezu unabhängig von der
bestehenden Infrastruktur. Als zweite Produktlinie des
Logistik-Unternehmens soll der Transport-Ballon CL 75 AirCrane mit 61
Meter Durchmesser bereits vor Fertigstellung des CL 160 Lasten von
bis zu 75 Tonnen Gewicht transportieren. Um eine marktnahe
Entwicklung der "Leichter-als-Luft"-Transportmittel zu gewährleisten,
kooperiert CargoLifter im Rahmen des "Lead-User"-Konzeptes bereits
heute mit verschiedenen Industrie-Unternehmen. Seit Mai 2000 ist das
Unternehmen am Amtlichen Handel der Frankfurter Wertpapierbörse
notiert (WKN 540 261, Kürzel CLA), seit Dezember 2000 im MDAX.
Der CargoLifter Konzern beschäftigt derzeit 502 Mitarbeiter, rund
284 davon in der Luftschiff-Entwicklung der CargoLifter Development
GmbH am Werftstandort Briesen-Brand (Brandenburg). Brand ist derzeit
der Dreh- und Angelpunkt des Unternehmens: Ende 2000 wurde hier die
Produktionshalle für den CL 160 fertig gestellt - mit 107 Metern
Höhe, 210 Metern Breite und 360 Metern Länge die größte stützenfrei
erbaute Halle der Welt. Um Interessenten die Möglichkeit zu geben,
die Luftschiff-Entwicklung "live" zu verfolgen, hat das Unternehmen
dort den Themenpark CargoLifter World eingerichtet, den seit der
Eröffnung im Frühjahr 2000 bereits über 300.000 zahlende Gäste
besucht haben.
ots Originaltext: CargoLifter AG
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Der Transportballon Air Crane soll im Dezember diesen Jahres geliefert werden. Gleichzeitig hat sich der Käufer eine Option für weitere 25 Ballons gesichert. Zusätzlich plant Cargolifter , sich mit 20 Prozent an dem kanadischen Unternehmen zu beteiligen, um auch an dem Betrieb des neuen Transportsystems zu verdienen. Ein kleiner Lichtblick. Doch das reichte vielen Anlegern auf der Hauptversammlung nicht. Sie wollen endlich Taten statt Visionen sehen.
Cargolifter rechnet damit, im Jahr 2006/07 die Gewinnschwelle zu überschreiten. Skeptischer ist dagegen die Unternehmensberatung Roland Berger, sie rechnen erst zwei Jahre später mit schwarzen Zahlen.
Cargolifter steht das Wasser bis zum Hals. Die finanziellen Mittel reichen nach eigenen Angaben nur bis zum Ende des ersten Quartals 2002. Im März/April sollen bis zu 50 Millionen Euro durch eine Kapitalerhöhung von zehn Prozent des Grundkapitals, die Ausgabe von Wandelanleihen und ein Darlehen des Landes Brandenburg aufgebracht werden. Die nächsten Finanzierungsschritte soll es im Sommer 2002 über eine Kapitalerhöhung geben, die zu einer Verdopplung des Grundkapitals führen könnte. Ein sehr ambitionierter Plan, der nur aufgeht, wenn alle Alt-Aktionäre mitziehen oder neue Anteilseigner für das Luftschiff gefunden werden.
Um an staatliche Hilfen zu kommen, müsste Cargolifter einen konkreten Produktions- und Kostenplan vorlegen und eine umfassende Prüfung durch spezialisierte Wirtschaftsprüfer zulassen. Diesen Schritt scheint das Unternehmen aber bislang zu scheuen – wahrscheinlich einer der Hauptgründe dafür, dass eine seit zwei Jahren bereitstehende Bundesbürgschaft von rund 35 Millionen Euro noch nicht abgerufen wurde.
Die Hauptversammlung hat eine Menge Zündstoff für Cargolifter geliefert. Die Antworten des Vorstands haben nicht alle Fragen beantwortet, den Aktien droht in der kommenden Woche eine weitere Bruchlandung.
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Visionär von Gablenz und seine Aktionäre: ein Spannungsverhältnis. Viele glauben weiter an die Idee, andere werden langsam ungeduldig.
Brand - Beim Luftschiffbauer Cargolifter AG in Brand (Dahme-Spreewald) herrschte gestern trotz aller Geldsorgen ein wenig Volksfeststimmung. Rund 5000 Aktionäre strömten zur Hauptversammlung in die größte freitragende Halle der Welt, wo in den nächsten Jahren der fliegende Schwerlastkran CL 160 entstehen soll. Wer sich vor Beginn der Veranstaltung noch mit Erbsensuppe oder Kesselgulasch stärken wollte, musste Schlange stehen.
Groß war der Andrang auch am Merchandising-Stand, wo sich vom Video «Wie alles begann» für neun Euro bis zum Luftballon für zwei Euro alles um die Idee des «fliegenden Kranes» drehte, für die Cargolifter bislang an die 70 000 Aktionäre begeistern konnte. «So verdienen die also ihr Geld jetzt», meinte eine Besucherin des Verkaufstandes mit ironischem Unterton.
Doch Vorstandschef Carl von Gablenz gab auch einen Geschäftsabschluss von ganz anderen Dimensionen bekannt. Für etwa zehn Millionen Dollar verkauft Cargolifter seinen ersten Transportballon CL 75 Air Crane an die Firma Heavy Lift Canada Inc. Nach der Lieferung, die gegen Ende des Jahres erfolgen soll, habe sich das kanadische Unternehmen eine Option auf 25 weitere Air Cranes zu je zehn Millionen US-Dollar gesichert.
Der heliumgefüllte Vorläufer des geplanten CL 160 soll Ölförder-Einrichtungen über die sogenannten Eisstraßen im Norden Kanadas und in Alaska transportieren, die nur wenige Monate im Jahr für Schwertransporte nutzbar sind. Der auf 75 Tonnen Traglast ausgelegte Ballon - der CL 160 soll 160 Tonnen tragen - erschließe «völlig neue Möglichkeiten für die Öl- und Erdgasförderung», erklärte Finanzvorstand Karl Bangert. Zu 20 Prozent wolle sich Cargolifter an der Heavy Lift Canada beteiligen, um vom Betrieb und der Erfahrung der «Leichter-als-Luft»-Systeme zu profitieren.
Weniger positiv: Das geplante Luftschiff CL 160 soll wegen finanzieller und technischer Schwierigkeiten erst im Geschäftsjahr 2005/2006 und damit ein Jahr später als geplant in Serie gehen, so von Gablenz. Zudem habe Cargolifter den bis dahin nötigen Kapitalbedarf angepasst und gehe nun von 720 statt 590 Millionen Euro aus. Cargolifter erwartet zudem, dass die Gewinnschwelle erst 2006/2007, ein Jahr später als geplant, überschritten wird. Vor den Aktionären warb der Vorstand um eine Erhöhung des Grundkapitals. Diese könnte etwa 160 Millionen Euro bringen. Die Abstimmung stand bei Redaktionsschluss noch aus.
Dass der Cargolifter CL 160 fliegen wird, davon ist Aktionärin Ruth Schubert aus Spandau überzeugt: «Es muss funktionieren, da muss man einfach durchhalten.» Sie werde der Kapitalerhöhung zustimmen und auch noch einmal Geld investieren, sagt die Seniorin entschlossen. Noch «ein bisschen dazugeben» möchten auch Sabine und Rolf Siebert aus Brandenburg/Havel, die vor einem Jahr 250 Aktien für je acht Euro gekauft haben.
Viel Geld dürften die meisten Aktionäre bislang nicht verdient haben. Nach einem Emissionskurs von 15 Euro im Mai 2000 liegt das im M-Dax, dem Segment für Nebenwerte notierte Papier derzeit knapp über vier Euro. Für Carsten Heise von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz in Düsseldorf bleibt die Aktie eine «heiße Nummer», als Anleger brauche man bei Cargolifter «starke Nerven».
Doch die scheinen die meisten Kleinaktionäre zu haben, die im Schnitt zwischen 100 und 200 Stück besitzen. «Die Idee ist ganz ausgezeichnet», sagt Heinz-Gerd Asmus, der mit seiner Frau am Morgen aus Lübeck angereist ist. Vielleicht müsse man nur länger durchhalten. Das findet auch Günter Dittebrand aus München. «Dass der fliegen wird, da bin ich optimistisch.» 5000 Euro hat er investiert, genau so viel würde er auch noch mal nachschießen.
Noch etwas unentschlossen ist dagegen Andreas Leckert aus Berlin. «Von der technischen Seite bin ich sehr überzeugt», sagt der Aktionär. «Man muss nur sehen, dass man das Ding zum Fliegen kriegt.»
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Cargolifter verschiebt die Serienproduktion seines Luftschiffes um ein weiteres Jahr nach hinten. Zugleich steigt der Finanzbedarf um 130 Millionen auf 720 Millionen Euro. Die Gewinnschwelle soll erst 2006 oder 2007 erreicht werden. Allerdings ist auch das nicht gesichert. Die Unternehmensberatung Roland Berger rechnet eher 2008 mit ersten schwarzen Zahlen und einem Finanzbedarf von 880 Millionen Euro.
Die Zeche sollen unter anderem die Aktionäre zahlen. In den kommenden zwei Monaten will Cargolifter bis zu 50 Millionen Euro durch eine Kapitalerhöhung ohne Bezugsrecht, durch eine Wandelanleihe und durch öffentliche Hilfen locker machen. Schon immer Sommer soll die nächste Finanzierungsrunde folgen. Gerade die Unterstützung aus der Staatskasse ist mehr als fraglich. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte Mitte der Woche zu sharper.de: "Im Grunde gibt es nur einen Darlehens-Antrag von Cargolifter, aber noch keine Anzeichen dafür, dass das Unternehmen die Voraussetzungen erfüllen kann." Cargolifter schweigt dazu.
Negatives wird verschwiegen
Statt die Hauptversammlung für Klarheit zu nutzen, kommt Cargolifter zunächst mit den vermeintlich positiven Neuigkeiten. Erst später kommen die viel wichtigeren Fakten zur langfristigen Unternehmensplanung ans Tageslicht. Diese Negativ-Punkte wären genauso Ad-Hoc-pflichtig gewesen wie der Mini-Kaufvertrag.
Doch Cargolifter lernt es nicht. Anleger gewinnen nur bei Transparenz Vertrauen. Wenn sie immer wieder rätseln müssen, was nun eigentlich Sache ist, werden sie sich weiter abwenden. Cargolifter hat nicht mehr viel Zeit, Offenheit zu lernen. Für Vision alleine wird es kein frisches Geld geben.
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Volksfest zu Ehren einer Idee: CargoLifter Hauptversammlung
Briesen-Brand - "Jetzt muss man mal durchs Feuer gehen!" fordert CargoLifter-Aktionär Michael Fortun. Er will die Papiere der Brandenburger Luftschiffwerft halten - trotz der finanziellen und technischen Probleme sowie des Kursverfalls um zwei Drittel seit dem Börsengang im Mai 2000. Der bärtige Gymnasiallehrer hat höheres als Rendite im Sinn: "Wir brauchen CargoLifter, damit Deutschland an die Spitze kommt." Fortuns Glaube an das geplante Luftschiff, das 160 Tonnen schwere Lasten transportieren soll, scheint unerschütterlich.
Auf solche Aktionäre ist CargoLifter angewiesen. Denn bei der Hauptversammlung am Samstag musste der Vorstand zugeben: Die Entwicklung des Riesen-Luftschiffs wird ein Jahr länger dauern und teurer werden als geplant. CargoLifter-Chef Carl von Gablenz spricht jetzt von 720 statt 590 Millionen Euro, die Unternehmensberatung Roland Berger geht sogar von 880 Millionen Euro aus. Den Fehlbetrag sollen der Staat mit Darlehen und eben die Aktionäre mit neuen Wertpapieren ausgleichen.
Am Samstagvormittag reihten sich fast 4000 der 70.000 CargoLifter-Investoren in eine kilometerlange Karawane von Mittelklasseautos ein, die sich vorbei an stillgelegten Hangars für MiG-Jets auf die imposant wie eine Kathedrale wirkende Werfthalle in Briesen-Brandt südlich von Berlin zu bewegte. Die Hauptversammlung hatte Volksfestcharakter: Zwischen den Klappstuhlreihen turnten die Kinder der Aktionäre; CargoLifter-Anstecker, -Bücher und -Jacken verschwanden in Papiertüten mit der Aufschrift "Carli bringt's".
Die meisten Teilhaber der AG sind Kleinanleger mit 100 bis 200 Aktien. So wie der Polier Ferdinand Henneke, der extra für die Hauptversammlung aus Nordrhein-Westfalen nach Brandenburg gekommen ist. Für wie viel er seine 100 Anteilsscheine gekauft hat, weiß er nicht mehr genau ("so 40 Mark"). Er gebe CargoLifter Geld, weil ihn schon immer Luft- und Raumfahrt interessiert habe. "Das ist 'ne gute Sache", ist sich der Handwerker sicher. Irgendwann könne man mit dem Luftschiff viel günstiger als auf dem Landweg beispielsweise Kraftwerksteile transportieren. In andere Gesellschaften habe er nicht investiert, sagt Henneke.
Vertrauen in den Vorstand hat die CargoLifter-Gemeinde offensichtlich: Alle Anträge segnete die Hauptversammlung mit geradezu sozialistischen Ergebnissen von um die 99 Prozent Zustimmung ab. Die gilt besonders dem rhetorisch geschickten und souverän auftretenden Vorstandschef von Gablenz. Das Konzept des eher zurückhaltenden Finanzvorstands Karl Bangert dagegen war beispielsweise Niels Vierus zu vage. Trotzdem ist er zuversichtlich: "Herrn von Gablenz traue ich schon zu, dass er die neuen strategischen Investoren findet", sagt der Trierer Software-Ingenieur. Diese sollen CargoLifter finanziell über Wasser halten, bis der Bund ein Darlehen von 300 Millionen Euro genehmigt.
Gablenz ist es, der den Aktionären immer wieder hoffnungsvoll stimmende Nachrichten präsentiert. Dieses Mal ist es der erste Verkauf des Ballons vom Typ CL-75 AirCrane, mit dem die kanadische Heavy Lift Inc. Ölförderanlagen über die Eisstraßen Nordkanadas transportieren will. Auch der AirCrane ist mit seinen 61 Metern Durchmesser gigantisch. Die Botschaft lautet: Wir haben nun für 9,7 Millionen US-Dollar so ein riesiges Gefährt verkauft, dann werden wir später auch mit dem Flaggschiff, dem 260 Meter langen CL-160, Geld verdienen.
Nur wenige interessieren sich für die Frage, ob hinter dem Unternehmen aus Kanada überhaupt solvente Investoren stehen. Tatsächlich ist es eine Neugründung, an der sich CargoLifter mit 20 Prozent beteiligen wird. Auch dieses Mal konnte der Vorstandschef keinen neuen Großinvestor präsentieren, noch einmal musste Gablenz den Zeitplan strecken. Doch Beifall bekommt er nach wie vor für Sätze wie: "Wir machen das. Wir ziehen das durch!"
Den CargoLifter-Begeisterten gelten die Medien als Miesmacher. "Besonders der 'Spiegel' schmeißt mit Dreck. Die leben doch von so etwas", kommentiert der Rathenower Lehrer Fortun mehrere Artikel, in denen vor allem die technische Machbarkeit des Projekts bezweifelt wurde. Kernfrage ist: Wie kann ein so riesiges, aber dennoch relativ leichtes Gefährt ruhig genug im Wind gehalten werden, um es mit 160 Tonnen schweren Lasten zu beladen? Da müsse man eben forschen und das Problem lösen, antwortet Fortun. Und bis dahin empfiehlt er: "Es muss endlich Schluss sein mit dieser ewigen Jammertal-Kultur."
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Ärgerlich ist, daß sogar das Land Brandenburg offensichtlich geschmiert wird, damit es weitere Bürgschaften gibt, die eh alle verloren sind.
Aber was solls, wir haben ja genug dumme Steuerzahler, die Herrn Gablenz die Yacht in Monaco finanzieren.(Schöne Grüße von Haffa)
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