Die Geldmenge wurde frueher vor allem dadurch ausgeweitet, dass (hohe Zinsen) "aus dem Nichts" neues Geld erzeugten. Je hoeher die Zinsen, desto hoeher die Geldmenge und desto hoeher auch die Kredite (auf der anderen Seite). Leider haben dann auch die Staaten angefangen, verstaerkt mit Krediten zu agieren und sich Dinge zu leisten, die eigentlich keine Ertraege bzw. einen Beitrag zur Wertschoepfung liefern (z.B. Kriegsgeraet). Umgekehrt wurde versaeumt, Kredite sinnvoll in die Infrastruktur zu investieren (Strassen, Stromtrassen, Kraftwerke, oeffentliche Verkehrsmittel etc,), die tatsaechlich der Wirtschaft des Landes nachhaltig helfen, um Kosten zu senken, verlaesslich zu arbeiten und damit letztlich die Steuergelder zu erwirtschaften, die noetig sind, um diese Form der (sinnvollen) Investitionen zu refinanzieren. Jetzt aber ist sehr viel mehr Geld (= Schulden) auf dem Markt, als dass man es durch hoehere Zinsen noch zusaetzlich vermehren sollte, um eine ohnehin gewaltige Blase noch weiter aufzupumpen. Die Zinsen werden also auf laengere Sicht extrem sehr niedrig bleiben oder gar ausbleiben. Auch das Sparen hat sich als falsche Methode herausgestellt, weil Geld, das man der Wirtschaft vorenthaelt, unter dem Strich das Problem nur vergroessert (siehe Griechenland). Dort, wo keine Wertschoepfung existiert, geht die Wirtschaft allmaehlich zugrunde. Das haette ich den Managern von Goldman Sachs auch auf einem Stueck Papier aufzeigen koennen, ohne dass sie dafuer ein ganzes Land (und seine Bevoelkerung) in den Bankrott fuehren mussten. Jetzt aber haben sie diese Zahlen aber auch als historische Werte in ihren Buechern und wissen ganz genau, zu welchen (realen) Ergebnissen eine wissentliche wirtschaftliche Destabilisierung fuehrt. Wehe uns, wenn sie dieses Mittel auch auf Deutschland oder die USA anwenden!
Um die ausgedehnte Geldmenge ohne eine grosse Depression wieder der Wirtschaftsleistung anzupassen, wird es noetig sein, ueber Inflation die Preise anzuheben, so wie es die Japaner vorgemacht haben. Warktwirtschaftlich waere das nur ueber eine Verknappung, moeglich, die allerdings die Wirtschaft hart treffen wuerde. Daher ist eine Umsatzsteuererhoehung hier das probate Mittel. Das funktioniert aber nur, wenn die Leute auch mehr Geld in den Taschen haben. Wuerde man sich dieses Geld jetzt aber ueber neue (Verbraucher-)Kredite holen, dann wird das Problem nicht geloest, weil man die Ursache damit nicht bekaempft. Die andere Moeglicheit ist daher, die Loehne und Gehaelter zu erhoehen, damit der Konsum durch Arbeit (und nicht durch neue Kredite) angekurbelt wird. Das wuerde zwar die Unternehmen treffen, aber durch eine progressive Unternehmensbesteuerung koennte man auch hier eines der Kernprobleme der Steuerpolitilk in Angriff nehmen und (endlich) eine Unterenehmensbesteuerung einfuehren, welche die Unternehmen, die hoehere (Arbeits-)Kosten haben und dadurch geringere Gewinne erwirtschaften, mit geringeren Steuersaetzen belastet, waehrend die Unternehmen, die ohne groessere substanzielle Wertschoepfung ihre Gewinne erzielen, (prozentual) hoehere Steuern abfuehren muessen. Zusaetzlich muss die Versteuerung in den Regionen (Laendern) erfolgen, in der auch die Wertschoepfung erfolgt. Steuerschlupfloecher muessen daher (global) geschlossen werden. Ich gehe davon aus, dass wir dadurch (unter dem Strich) weitaus mehr Wohlstand erzeugen koennen und die Reichen nicht wirklich aermer werden. Ganz im Gegenteil, ihre Vermoegen wuerden auf einem soliden Fundament fussen und sie muessten sich keine Konten in der Schweiz zulegen, weil sie befuerchten muessen, dass man sie aus ihren Laendern vertreibt.
Ich denke, wir sind gerade an diesem Wendepunkt der globalen Wirtschaftspolitk angekommen. In den letzten Jahren wurden rund um den Globus verschiedene Szenarien ausprobiert und man hat die Ergebnisse hoffentlich gut dokumentiert und analysiert. Kein Mensch braucht finanzielle Zustaende wie in Japan, Lebensumstaende wie in Griechenland oder auch in weiten Teilen der USA. Viele Menschen sind aus der Wertschoepfungskette ausgeschlossen, die man allmaehlich integrieren und an deren Ertraegen partizipieren kann. Wenn wir in den naechsten Wochen, Monaten und Jahren solche Tendenzen erkennen koennen, dann werden wir sicherlich hier und da einmal ein paar "Korrekturen" in leicht ueberhitzten Maerkten sehen, aber auf den wackeligen Beinen, auf denen unser globales Finanzsystem momentan steht, wird niemand einen (weiteren) Crash provozieren wollen: Die Wirtschaften der einzelnen Laender sind inzwischen zu sehr miteinander vernetzt und voneinander abhaengig, als dass eine (dann nicht mehr bezahlbare!) Krise uns von den Beinen holt! Dafuer steht einfach zu viel auf dem Spiel und es gibt Auswege, die keine Verlierer zuruecklassen wuerden, nur groessere und kleinere Gewinner. Es waere daher schoen, wenn sowohl Herr Weidmann und auch Herr Sinn endlich auch erkennen koennten, dass Deutschland nicht der Mittelpunkt der Erde ist...
Langer Rede kurzer Sinn: Die Ampel stehen (fuer mich) global auf dunkelgruen und wenn es dann doch plötzlich rot werden sollte, dann sollte jeder seine Gold- und Silbervorraete aus dem Garten buddeln und einen Stacheldrahtzaun um "sein Stueck Erde" ziehen.
P.S.: Was glaubt ihr denn, warum der Goldpreis seit 3 Jahren stetig sinkt? Vielleicht deshalb, weil wir direkt in eine grosse Rezession oder Depression stuerzen werden?
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