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Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

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neuester Beitrag: 21.07.19 11:54
eröffnet am: 04.11.12 14:16 von: permanent Anzahl Beiträge: 93885
neuester Beitrag: 21.07.19 11:54 von: Anti Lemmin. Leser gesamt: 13333972
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04.11.12 14:16
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20752 Postings, 5719 Tage permanentÖkonomen streiten über Verteilungsfrage


Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind

... (automatisch gekürzt) ...

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html
Moderation
Moderator: ksu
Zeitpunkt: 06.10.14 08:32
Aktionen: Kürzung des Beitrages, Threadtitel trotzdem anzeigen
Kommentar: Urheberrechtsverletzung, ggf. Link-Einfügen nutzen
Original-Link: http://www.handelsblatt.com/politik/...gsfrage/7328592.html

 

 
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93859 Postings ausgeblendet.

20.07.19 00:09
4

8829 Postings, 2755 Tage Zanoni1..857 Achso...

...und wenn man per Karte zahlt, sowie es bei mittlerweile fast allen Zahlungen, bei denen Kartenzahlung möglich ist, üblicherweise gehandhabt wird, kommt das Geld also nicht im Umlauf?
XD  

20.07.19 00:20
1

40343 Postings, 4061 Tage Fillorkillkommt das Geld also nicht im Umlauf

So ist es. Giralgeld ist weder Bargeld noch gesetzliches Zahlungsmittel. Kein Mensch muss Giralgeld akzeptieren. Giralgeld ist vielmehr eine Forderung auf Bargeld. Juristen nenne das auch gerne Leistung an Erfüllungs statt. Jetzt kommt sicher gleich die nächste Frage: Seit wann ist Kartenzahlung Giralgeld ?  

20.07.19 00:20
4

8829 Postings, 2755 Tage Zanoni1... oder um etwas näher an Deinem ZB-Beispiel

zu bleiben. Und was ist, wenn per Überweisung im Inland gezahlt wird?
Die Banken verrechnen es dann intern, ohne dass auch nur ein Cent physisch irgendwo hinwandert.
Ist in diesem Falle Deines Erachtens tatsächlich kein Geld in den Umlauf geraten?

Wer so etwas behauptet, hat die funktionsweise unseres Geldsystems offenkundig nicht mal hinsichtlich seiner basalsten Grundlagen verstanden.

Und wenn das den Kenntnisstand nach jahrelangen Recherchen und Forendiskussionen wiedergibt, so ist da auch, vielleicht nicht der Hopfen, aber in jedem Falle das Malz verloren, und jede weitere Diskussion über dieses Thema absolut sinnfrei.    

20.07.19 00:25
3

8829 Postings, 2755 Tage Zanoni1Ob Giralgeld angenommen werden muss, ist doch

gar nicht die Frage. Zum einen wird es nun bekanntlich fast überall angenommen, und wenn eben mit Giralgeld bezahlt wird, dann kommt es auch in Umlauf. Dass der Partner die Zahlung theoretisch auch ablehnen könnte ist richtig, aber für diese Argumenation nun offensichtlich völlig irrelevant
XD
 

20.07.19 07:18
1

40343 Postings, 4061 Tage Fillorkilldeiner Arroganz entspricht deine Uninformiertheit

Meine Behauptung ist, seit Jahren: Notenbanken drucken Zentralbankgeld, während aber das was draussen umgeht zum Löwenanteil von Geschäftsbanken gedrucktes Giralgeld ist. Deshalb haben Notenbanken auch keinen kausalen Einfluss auf die umlaufende Geldmenge und damit auf die Inflation. Den hat nur die Kreditnachfrage, denn eben die wird von der Giralgeldschöpfung bedient. Das wird heute im Prinzip auch von den Notenbanken selbst anerkannt. Das Giralgeld hingegen kein Geld sein soll hat niemand behauptet, auch ich nicht. Es ist eben nur kein gesetzliches Zahlungsmittel.



 

20.07.19 07:51
3

40343 Postings, 4061 Tage FillorkillNotenbanken drucken Zentralbankgeld,

das aber nur als Bargeld in den Umlauf geraten kann. Also dann, wenn Geschäftsbanken sich ihre auf ZB-Konten gehaltenen Reserven physisch auszahlen lassen. Heute, dank QE, halten Geschäftsbanken Billionen an Überschussreserven auf ihren ZB-Konten, für die es nicht nur keinen Bedarf gibt,  sondern auf die verrückterweise sogar Strafzins fällig wird. So wie QE überhaupt eine Radikalisierung von Angebotstheorie ist, mit dem Ziel der logisch unmöglichen Erzwingung von privater Kreditnachfrage.  

20.07.19 08:15
6

56746 Postings, 5554 Tage Anti LemmingMarxisten lieben es

komplizierte Sachverhalte auf einfache Schwarz-Weiß-Schemen (oder  - im Fall Fills - auf übersichtliche Plus-Minus-Null-Salden) zu reduzieren.

Im Kern ist die Marxisten-Welt bipolar. Sie besteht aus Basis und Überbau. Die Basis ist das Geld (übrigens lacht Giralgeld ähnlich laut wie Banknoten). Der Überbau sind - zumindest noch in der jetzigen "vorrevolutionären" Zeit - verschrobene Theorien der Bürgertums (z. B. "Sollinflation"), mit der die Umverteilung von oben nach unten beschönigend weggelogen werden soll.

Wenn nun einer wie Zanoni kommt und in die bipolare Welt dritte Einflussgrößen einführen will, wird er auf damit einhergehende Normverletzung der bipolaren Theorie verwiesen. Diese Verweise haben meist das Textmuster "Endlosschleife Schema F".

Ähnlich haben übrigens früher auch Intershop-gemästete DDR-Funktionäre die unverrückbare bipolare Wahrheit - "Solidarität mit der Arbeiterklasse" (die aus Intershops ausgesperrt war) - von ihren Kanzeln gepredigt.

Aber die sind ja nun tot, es herrscht die Postmoderne.

In der Postmoderne wird jetzt Klimauntergang und "Gelddrucken löst alle Probleme" aus grünen Baumkronen gepredigt. Geblieben ist der bipolare Holzhammer, mit dem jede Gegenargumentation zu CO2-neutralen Sägespänen zertrümmert wird.
 

20.07.19 08:23
2

56746 Postings, 5554 Tage Anti Lemming# 860

Sorry. "Friday for Futures" gehört eigentlich in den Bärenthread. ;-)  

20.07.19 08:50
5

127 Postings, 65 Tage SEEE21Die EZB und andere Notenbanken

haben sich jedoch mit dem Trick der Anleiheaufkäufe Einfluss auf die Inflation gesichert.
Gerade weil der private Kredit nicht in dem gewünschten Umfang nachgefragt wird, um das System am laufen zu halten versetzen die Anleihekäufe die Staaten in die Lage die fehlende private Nachfrage zum Teil auszugleichen.
Damit wird eine Phase der Deflation verhindert, die das System in enorme Schwierigkeiten stoßen würde.
Dazu einen Artikel der Wirtschaftswoche, was die juristische Seite dieser indirekten Staatsfinanzierung durch die EZB betrifft:
https://www.google.com/...QIARAB&usg=AOvVaw2V-mLCXzHnul5X0er3Py7r

Politisch wird dies in meinen Augen nun zu einem Problem, da auch undemokratische Regierungen sich dessen bewusst sind und ihre Macht mittels von der EZB finanzierter Wohltaten sichern können. So trägt diese Politik dazu bei die demokratische Basis in Europa zu erodieren.
 

20.07.19 09:32
1

3582 Postings, 3280 Tage Murmeltierchenwo ist der sinn

von diesem unsinn

banken zahlen milliarden an strafzins...
https://www.n-tv.de/21156946

warum muss dauernd versucht werden den konsum zu pushen und auf wachstum zu bleiben?  das ist doch irre...oder nicht @fill.
wenn es letztlich alles nullsummen Spiele sind, warum es dann so exessiv ausarten lassen mit den krediten und schulden( die sowieso niemand mehr gedenkt zu bedienen).  warum einfach nicht den Kapitalmarkt austrocknen lassen und fröhlich in die rezession gehen?
ich verstehe das nicht was läuft- und wenn ein system so verschoben ist das keiner mehr durchblickt( außer f&k) dann ist es ein schlechtes system was raum für betrug gibt.  

20.07.19 09:46
1

127 Postings, 65 Tage SEEE21Der Versuch den von Überschuldung,

Überkapazitäten und überforderten Ökosystem geplagten Kapitalismus des 20ten Jarhunderts weiter zu führen, obwohl dies in eine Katastrophe führen wird, müsste durch gesellschaftliche Reformen, die durch durch den technologischen Fortschritt erzwungen werden, abgelöst werden.
So was dauert nur ein paar Jahrzehnte und wie das genau passieren wird, ist natürlich unklar.  

20.07.19 10:13

3582 Postings, 3280 Tage Murmeltierchenmein vorschlag

lautet ja schon lange endlich ein BGE einzuführen - jeder bekommt einen anteil . nur vermutlich hat dann keiner mehr interesse an verschuldung weil es umverteilung in die falsche richtung wäre.

wie ich so raushöre zweifeln einige an dem jetzigen system - und wenn wir schon mal beim thema sind -
laßt mal hören wie die wirtschaftsform der zukunft gestaltet werden sollte ?!

ABER bitte kein weiter so und früher war alles doch gut blabla....

 

20.07.19 11:52
3

308 Postings, 396 Tage birkensaft@Murmeltierchen

Interessante nach der Frage, wie man es gestalten sollte. Von mir ein paar Gedanken:

Zunächst einmal sollte man versuchen das System etwas nachhaltiger zu machen, z.B. in dem man die Giralgeldschöpfung reguliert, d.h. eine höhere Mindestreservepflicht. Weniger Leverage bei den Banken bedeutet mehr Stabilität in Krisen (dafür auf Kosten des Wachstums, weil die Wirtschaft womöglich nicht schnell und günstig genug mit Krediten versorgt wird).

Zweitens darf man die Geldmenge meiner Meinung nach nicht so sinnlos ausweiten und sollte QE stoppen, weil es zur Umverteilung von unten nach oben führt (alternativ muss man durch eine stärkere Besteuerung der Vermögenden seitens der Politik entgegenwirken). So wie es jetzt läuft trocknet man nach und nach die Basis des Konsums, nämlich den Konsumenten, finanziell aus.

Dann sollte man überlegen, Aktienrückkäufe zu unterbinden, da sie letztlich auch nur der Steuervermeidung bei Dividenden dienen und dazu häufig, dadurch dass sie teils Fremdkapital finanziert werden, zusätzlich Leverage in das System bringen und die Preisfindung verzerren.
Da die niedrigen Zinsen nicht gesund sind (wegen Zombiefirmen und einem Anreiz zur Überschuldung) sollte man zusehen, dass man echte Inflation schafft. Das Mittel dazu sind meiner Meinung nach steigende Löhne. Das Problem ist, dass in der globalisierten Welt die verschiedenen Standorte/Länder sich in den Löhnen unterbieten, um Firmen und damit Steuern + Arbeitsplätze anzuziehen. Das ist nicht nachhaltig. Eventuell wäre Helikoptergeld tatsächlich eine Möglichkeit, um diese Problematik zu umgehen.

Zu guter Letzt muss man sagen, dass der Euro verschiedene Probleme mit sich gebracht hat. Die einzelnen EU-Länder sind nicht eindeutig bereit für einander zu haften. Das macht es jedoch schwer in einem Währungsraum zu sein, weil alle im Grunde unterschiedliche Zinssätze bräuchten, damit sich 1. Risikokandidaten nicht überschulden können (weil der Markt ihnen zu niedrige Zinsen gewährt, s. Griechenland) 2. Problemkandidaten ihre Währung abwerten können. Der Gedanke vom Euro ist sehr schön, nur haben die einzelnen Länder zu verschiedene Bedürfnisse. Da bleibt doch eigentlich nur, dass a) sich der Wirtschaftsraum mehr angleicht b) Möglichkeiten zur Regulation geschaffen werden.

Neben der Frage, wie sollte es aussehen, sollte man sich fragen, wie kommt man dahin? Das dürfte es noch wesentlich schwieriger machen. Griechenland und Italien sind hoffnungslos verschuldet und die EZB ist da und hat inzwischen allerlei Schrottanleihen akkumuliert (egal ob das richtig oder falsch war), die Banken in Europa haben kaum Eigenkapital, etc. Das sind Fakten und mit denen wird man erst einmal klar kommen müssen.  

20.07.19 12:06

3582 Postings, 3280 Tage Murmeltierchenlesenswertes interview

zum thema BGE -  
"Grundeinkommen wird wahlentscheidend"
https://www.n-tv.de/panorama/...wahlentscheidend-article21141647.html

ZITAT:
....Genau das bezweifeln die Kritiker: Wenn jeder genug Geld hat, warum sollte sich dann irgendjemand für irgendetwas anstrengen?....

Anstrengung hat nichts mit Geld, sondern mit Sinn zu tun. Wir beginnen überhaupt erst, uns wirklich anzustrengen, wenn wir uns für eine Sache begeistern können. Wer so tun muss, als sei er ganz bei der Sache, obwohl er innerlich längst gekündigt hat, der ist gemeingefährlich. Er simuliert Leistung und sabotiert Qualität. Er tut so, als wäre er fleißig, dabei ist er längst faul. Das Grundeinkommen würde diesem Unsinn entgegenwirken. Es korrigiert die systematische Fehlleistung der heutigen Arbeitszwangsgesellschaft, die Leistung verhindert und Faulheit fördert.  

20.07.19 12:19
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308 Postings, 396 Tage birkensaft@FillorKill

"Meine Behauptung ist, seit Jahren: Notenbanken drucken Zentralbankgeld, während aber das was draussen umgeht zum Löwenanteil von Geschäftsbanken gedrucktes Giralgeld ist. Deshalb haben Notenbanken auch keinen kausalen Einfluss auf die umlaufende Geldmenge und damit auf die Inflation. Den hat nur die Kreditnachfrage, denn eben die wird von der Giralgeldschöpfung bedient. Das wird heute im Prinzip auch von den Notenbanken selbst anerkannt. Das Giralgeld hingegen kein Geld sein soll hat niemand behauptet, auch ich nicht. Es ist eben nur kein gesetzliches Zahlungsmittel. "

Das ist unerheblich, weil das Notenbankgeld Grundlage zur Schöpfung von Giralgeld ist, denn bei der Schöpfung von Giralgeld gibt es die Mindestreserve die bei der EZB eingelagert werden muss (1%). Das heißt dass durch neues Zentralbankgeld theoretisch ein vielfaches an Giralgeld geschaffen werden kann. Dieses Giralgeld ist real im Umlauf und wirkt sich somit auch auf die Preisfindung bei Gütern aus (weil es gemein akzeptiert ist). Das Problem ist, dass es zwei relativ undurchlässige Kreisläufe (oder einseitig durchlässig) zu geben scheint, Konsumgüter und Investitionsgüter. Dazu spült die EZB durch QE zusätzlich Geld direkt in den Markt, allerdings nur in den Markt der Investitionsgüter. Deshalb keine Inflation.
Richtig ist, dass die Banken keine Kredite geben müssten, wenn keine Nachfrage besteht. Das weiß die EZB: Durch die niedrigen Zinsen und Strafzinsen bei den Reserven, die über die Mindestreserve hinausgehen, müssen die Banken sehen, wie sie Geld verdienen, und werden ermutigt Risiko bei der Kreditvergabe einzugehen.  

20.07.19 12:39
4

18093 Postings, 4751 Tage Malko07Das Argument, der Verkäufer muss das

Giralgeld nicht akzeptieren, ist verdammt lustig. Der private Verkäufer muss überhaupt kein Geld akzeptieren. Er kann auch auf Waren- oder Dienstleistungstausch bestehen. Behörden dagegen müssen beides akzeptieren, Zentralbankgeld und Giralgeld.

In Schweden soll die Schwedische Reichsbank für jeden Bürger ein Konto einführen in das einbezahlt werden kann und über das bezahlt werden kann. Ein Grund ist die Menge an Giralgeld einzudämmen denn jede Zahlung mit der Kreditkarte erhöht im Gegensatz zu Debitkarte die Geldmenge und damit wird das Geldsystem laufend wackeliger.  Dem Kontoinhaber würde das Risiko der Bankenpleite genommen und der Kunde bekäme und die Zinsen direkt von der Zentralbank und würde seine Zinsen auch an diese leisten. Die normalen Banken würden von einem Großteil ihres Geschäftes faktisch ausgeschlossen.

Jens Weidmann,  Präsident der Deutschen Bundesbank, ist gegen dieses System. Er befürchtet dass die normalen Banken etwas bessere Bedingungen bieten würde und bei einer Krise am Horizont  würden die Kunden in Panik das Geld zur Zentralbank umschaufeln und so dem Bankensystem viel schneller den Todesstoß versetzen. Ihm geht es also nicht um die Sparer, wie A.L. oft meint, ihm geht es um das Bankensystem.

Man könnte einwenden, wenn die gesamte Bevölkerung ihre Geldkonten bei der Zentralbank hätte, wären dem Staat alles bekannt was der jeweilige Bürger tut und er könnte einfacher die Geldvermögen entwerten. Dazu muss folgendes festgestellt werden. Die Anonymität beim Geldverkehr für das tägliche Leben ist längst gelöst. Dafür wird eine Kryptoverschleierungsinstanz zwischen der Zentralbank und dem Empfänger des Geldes eingeführt. Soll es auch in Schweden geben. Bei großen Beträgen wie z.B. beim Kauf eines PKW oder eines Hauses nicht. Der Unterschied zu Heute wäre gering, nur die Großkriminalität bekäme Ärger. Auch heute kann der Staat das Geldvermögen schon problemlos entwerten. Alte Scheine würden dann an der jeweiligen Kasse beim Bezahlen der Ware mit weniger angerechnet (Einzugsbetrag). Bei der Einreichung bei der Bank würde der Einzugsbetrag auch berücksichtigt.
 

20.07.19 13:56
4

56746 Postings, 5554 Tage Anti Lemming# 870

"wenn es letztlich alles nullsummen Spiele sind, warum es dann so exessiv ausarten lassen mit den krediten und schulden"

Eben, eben. Es SIND keine Nullsummenspiele, sondern Umverteilung von unten nach oben in Tateinheit mit illegaler Staatsfinanzierung und Konkursverschleppung in den "Problemstaaten".

Eine sowohl politisch wie rechtlich hochbrisante Gemengelage.

Hat auch der Wiwo-Autor in # 869 gut herausgearbeitet:

Die Möglichkeit, dass Draghi und seine Mitentscheider in der EZB und den nationalen Zentralbanken neben ihrem 'wirtschaftlichen Sachverstand' auch wirtschaftliche oder politische Interessen haben könnten, scheint für die EuGH-Richter und Generalanwalt Wathelet keine Rolle zu spielen. Welche Interessen das im Falle Draghis sein dürften, kann man in dem demnächst erscheinenden Buch ?Die Draghi-Krise? von Mitkläger Markus C. Kerber ab dem 11. Oktober erfahren. Der Verdacht liegt nahe, dass der ehemalige Präsident der Banca d?Italia an der Aufrechterhaltung des Bankensystems und der Kreditversorgung seines Heimatlandes zu Ungunsten der Sparer und Steuerzahler in anderen Euro-Staaten interessiert ist. Das Anleihekaufprogramm trägt dazu bei.

Mit dem Vorschlag des Generalanwalts sinkt nun also die ohnehin sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass die Luxemburger Richter ihrerseits Einwände gegen das Anleihekaufprogramm geltend machen. Sie werden in ihrem Gutachten vermutlich ähnlich antworten wie Wathelet es vorschlägt, und damit dem Bundesverfassungsgericht ein gewichtiges Argument liefern für die Ablehnung der Klage von Lucke, Henkel, Gauweiler und Co. Alles andere wäre nicht nur eine Sensation, sondern bedeutete eine beispiellose Delegitimierung der EZB und der gesamten Euro-Rettungspolitik. Für alle, die an dieser leitend beteiligt waren und sind, wäre das eine Katastrophe. Würde der EuGH die Argumentation der Kläger stützen, wären Mario Draghi und alle, die das Anleihekaufprogramm beschlossen haben, unmittelbar angreifbar. Die Währungsunion stünde dann nicht nur vor ihrem selbstversursachten ökonomischen Scherbenhaufen, sondern auch vor einem politischen...  

20.07.19 14:28
2

56746 Postings, 5554 Tage Anti Lemming# 873

falsch:

aus # 873:
"Die einzelnen EU-Länder sind nicht eindeutig bereit, füreinander zu haften."



richtig:

Die einzelnen EU-Länder sind eindeutig nicht bereit, füreinander zu haften.

 

20.07.19 14:34
1

56746 Postings, 5554 Tage Anti LemmingAllerdings sind die EZB und Brüssel dafür

- deshalb auch die EuGH-Urteile (# 877 unten), die Maastricht mit Füßen treten.

Übervater EU ist halt milder als seine sich zornig um profane Dinge wie Geld streitenden Kinder.

Draghi werden später im Bankerhimmel sowieso alle Sünden vergeben. Und falls nicht, hat er zur Not 4,5 Mrd. Euro Ablass zur Hand.  

21.07.19 08:49
3

18093 Postings, 4751 Tage Malko07#93879: Es gibt eben auch Regeln

die nicht durchsetzbar sind. Dazu zählen auch die Maastricht-Stabilitätsregeln beim Euro. Man kann versuchen mehr oder weniger politischen Druck auszuüben und das war es schon. Erst wenn dem Kandidaten geholfen werden muss, weil er am Markt seine Anleihen nicht mehr los wird, kann man ihm Bedingungen diktieren. Aber hierbei spielt die wirtschaftliche und politische Stärke des Kandidaten auch eine große Rolle. Je mächtiger er ist umso stärker bestraft man sich selber und nicht nur ihn. Dass Gerichte versuchen sich an dieser Problematik vorbei zu mogeln ist verständlich. Kein Gericht kann und darf ein politisch erzeugtes Gebäude zusammen schießen und die Menschen im Elend zurück lassen. Man würde das Urteil ignorieren und das Gericht könnte schließen.

Manches ist falsch bei der Gründung des Euros und auch bei der Aufnahme neuer Kandidaten gemacht worden. Klar sollte allerdings sein, dass es auch ohne Euro, eine große gegenseitige Abhängigkeit geben würde und bei vielen Schwierigkeiten die Nachbarn gezwungen wären schon aus eigenem Interesse zu helfen. Auch sie Aussage, man sollte Staaten wie in den USA notfalls Pleite gehen lassen stimmen in ihrem absolutem Anspruch nicht. Ich glaube nicht, dass man in den USA z.B. Kalifornien absaufen lassen würde. Nur dort spielt der Markt früher rein und bremst. Wir in Europa haben allerdings diesbezüglich eine zu große Angst vor der Disziplinierung durch den Markt. Wir träumen immer noch sozialistisch!  

21.07.19 09:06
1

18093 Postings, 4751 Tage Malko07Ob man Staaten diszipliniert

oder Bundesländer oder Gemeinden, wo liegt da der Unterschied. Ist man nicht bereit auf den unteren Ebenen sich richtig zu verhalten tut man es auch auf den oberen nicht und da sind wir, die Erfinder des Stabilitätspaktes, ein sehr schlechtes Beispiel. Wir strengen uns an immer neue Ausgleiche für schlecht wirtschaftende Gemeinden und Bundesländer zu schaffen. Dabei war es oft die bei uns weit verbreitete sozialistische Mentalität welche zu den Schwierigkeiten geführt hat. So ist es auch kein Wunder, dass eine Mehrheit bei uns denkt entsprechende Finanzausgleiche wären auch auf europäischer Ebene notwendig und erbost sind wie man mit Griechenland umgesprungen ist. Diese sozialistische Mentalität ist die wirkliche Ursache unserer Probleme, auch beim Euro und ist besonders nördlich von Süddeutschland stark verbreitet.  

21.07.19 10:49
3

1957 Postings, 4828 Tage hello_again#93881 sozialistische Mentalität

Ich nehme an, dass du mit sozialistischer Mentalität hauptsächlich Ostdeutsche  Bundesländer und den Länderfinanzausgleich, der Gelder von West nach Ost lenkte meinst. Hier denke ich, dass du zu sehr pauschalisierst.

Die Ursachen in der unterschiedlichen Entwicklung von Ost und West liegen viel tiefer und sind vielschichtiger, als auf eine "sozialistische Mentalität " zusammengekürzt zu werden.

Nach dem 2. Weltkrieg gingen die Siegermächte anders mit ihren Besatzungszonen um. West: ein paar Reparationen, dann Investitionen. Ost: Demontage von Industrie und Infrastruktur, anschließend keine Investitionen von außerhalb.
Das verschaffte dem Westen Deutschlands einen riesigen Vorsprung.

Der zweite nicht zu vernachlässigende Aspekt, der Abwicklung Ostdeutscher Industrien nach der Wende und dem großen Ausverkauf (auch bedingt durch politische Fehlreize) und die folgende Massenarbeitslosigkeit.

Was wäre deiner Meinung nach die Alternative  zur sozialistischen Mentalität und dem Verschieben von Geldern?  

21.07.19 10:52
3

56746 Postings, 5554 Tage Anti Lemming# 880 - Euro war von Anfang an Abzocke

Malko # 880: "Es gibt eben auch Regeln, die nicht durchsetzbar sind."

A.L.: Wenn die Regeln "nicht durchsetzbar" sind, dann ist auch der Euro selbst (auf Dauer) nicht durchsetzbar.

Die Schweinerei bestand darin, den Euro mit eben diesen Stabilitätsversprechen einzuführen - sonst hätte es in D. nie eine Zustimmung zum Euro gegeben - um diese Versprechungen dann hinterher umso dreister zu verwässern oder gar zu brechen. Dabei wurde in perfider Weise die normative Kraft des Faktischen ausgenutzt, nämlich dass der "Euro nun mal da ist". Der Euro wurde dadurch - im Nachhinein - in den Rang eines unabwendbaren Schicksals gehoben. In Wirklichkeit war er trickreiche Abzocke.

Bürger, die guten Willens auf den Euro zugegangen waren ("ist ja die Zukunft", "gemeinsam sind wir stark", blah, blah), müssen nun rückblickend feststellen, dass sie einem üblen Verschleierungs- und Betrugssystem aufgesessen sind: Das System Euro war - langfristig strategisch - auf Abzocke (Zinsbetrug an Sparern, verbotene Staatsfinanzierung aus der Notenpresse) und Elite-Bereichung (Abwertungssicherheit für Exporteure) angelegt, die "Vermarktungsstrategien" in Gestalt der Maastricht-Krterien waren nichts als weg-ebnende Kosmetik, und Draghis Gelddruckerei ist die alles krönende (und obendrein verbotene) Entwertungs-Katastrophe.

Von ökonomischen Beschiss-Konstrukten wie "Sollinflation" ganz zu schweigen. Die Aufgaben von Notenbanken - inkl. der Draghi-EZB - ist, Inflation zu VERHINDERN, nicht diese mit der Gelddruck-Brechstange künstlich zur Umverteilung von unten nach oben herbeizuführen.
 

21.07.19 11:22
2

56746 Postings, 5554 Tage Anti LemmingLänderfinanzausgleich auf bundesstaatlicher

Ebene - also innerhalb Deutschlands - ist mMn völlig okay. Auch die DDR-Hilfen waren zeitweise berechtigt.

Auf Europa-Ebene hingegen ist ein "Länderfinanzausgleich" nicht hinnehmbar.

- Erstens gibt es nachweislich keine wirkliche Solidarität zwischen Eurozonen-Staaten (wohl aber eine z. B. zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein).

- Zweitens entzieht es sich, schon allein aufgrund von Sprach- und institutionellen Barrieren (darunter fehlende gemeinsame Rechtsgrundlage, national individuelle Haushaltspolitik), schlichtweg der zentralen EU-Kontrolle, ob Länder wie Italien oder Griechenland wirklich guten Willens vernünftig wirtschaften, oder ob sie nicht vielmehr getreu der "beggar-thy-neighbor"-Masche in Brüssel betrügerisch die Hand aufhalten. Letzteres ist mMn in Griechenland ganz klar passiert. Dazu wurde auch eigens Goldman für betrügerischen EU-Beitritt engagiert.

-----------------------------------------

Wenn Politiker mit offenen Karten gespielt und von Anfang an gesagt hätten: Wir wollen mit dem Euro auch strauchelnde Länder der Südperipherie dauer-retten, wir wollen, dass die EZB zu eben diesem Zweck Staatsfinanzierung (aus der Notenpresse) betreibt, und wir sind bereit, dafür auch für gefühlt ewig auf Sparzinsen zu verzichten, dann hätte man diese Politiker in D. an der nächsten Laterne aufgehängt.

Kurzum: Am meisten ärgert mich diese Heuchelei.  

21.07.19 11:54
2

56746 Postings, 5554 Tage Anti LemmingSüdeuropa blutet aus

Fast drei Viertel der 400.000 Migranten, die 2018 nach D. zogen, kam aus EU-Staaten, und nur weniger als ein Viertel per Boot aus Afrika.

https://www.faz.net/aktuell/politik/...europa-ausblutet-16295099.html

In den Ländern Südosteuropas tickt eine demographische Zeitbombe: Die Geburtenrate ist mit wenigen Ausnahmen nicht höher oder sogar noch niedriger als in Deutschland ? zugleich wandern junge Menschen in Scharen nach Nordwesteuropa ab.

Deutschland wird voller. Im vergangenen Jahr sind etwa 400.000 Menschen mehr hierhergekommen, als von hier fortzogen. Die meisten Zuzügler, fast 290.000, kamen aus Mitgliedsländern der Europäischen Union oder anderen Staaten des Kontinents. Führend in der Statistik ist Südosteuropa. Die rumänische Diaspora in Deutschland vergrößerte sich um 68.000 Menschen.

Auch Kroaten (29.000) und Bulgaren (27.000) zieht es nach Deutschland. Im Schnitt kehrten täglich 74 Bulgaren, 79 Kroaten und 185 Rumänen ihrer Heimat den Rücken. Tag für Tag geht ein kleines Dorf.

...Der zentrale Anreiz für den Zustrom aus Südosteuropa ist: Arbeit.  

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