finanzen.net

Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Seite 3755 von 3980
neuester Beitrag: 21.11.19 19:14
eröffnet am: 04.11.12 14:16 von: permanent Anzahl Beiträge: 99498
neuester Beitrag: 21.11.19 19:14 von: Shlomo Silbe. Leser gesamt: 13831145
davon Heute: 3233
bewertet mit 103 Sternen

Seite: 1 | ... | 3753 | 3754 |
| 3756 | 3757 | ... | 3980   

19.07.19 20:39

42418 Postings, 4184 Tage Fillorkillsie lassen drucken

Geschäftsbanken drucken Kreditgeld, soweit und solange dafür eine hinreichend beleumundete Nachfrage existiert. Das machen sie zu allen Leitzinssätzen und zu allen Refinanzierungskonditionen, die sie bekanntlich an den Kreditnehmer weitergeben. Der Kausalfaktor ist also die Nachfrage und nicht die Kondition der Notenbank.  

19.07.19 20:52
1

42418 Postings, 4184 Tage Fillorkillalso wo ist nun die kohle geblieben

Hab ich doch oben gesagt. Geschäftsbanken veräussern Assets an die Notenbanken und erhalten dafür auf ihren Zentralbankkonten Zentralbankgeld in Form von Reserves gutgeschrieben. Diese stapeln sich dort als sogenannte Überschussreserve bzw Sekundärliquidität zu mittlerweile Billionen. Kein Cent davon gerät in den Umlauf. Die Notenbank spickt dabei auf angebliche Multiplikatoreffekte, die aber nicht eintreten können, weil der Kausalfaktor - die Kreditnachfrage - überhaupt nicht tangiert wird. Weiss sie eigentlich auch, so wie sie um die eigentliche Aufgabestellung weiss, nämlich Keynes zu simulieren ohne Keynes zu machen. Wenn Systemkritiker wie AL höhnisch 'wo bleibt denn die Inflation, wo bleibt denn der GDP-Effekt' fragen, waren die Draghis zumindest auf der Agitprop-Ebene erfolgreich.  

19.07.19 21:00

57866 Postings, 5677 Tage Anti LemmingWenn irgendwo ein Schema F

aufzutreiben ist, betet fill das runter bis zum Abkotzen.  

19.07.19 21:09
3

57866 Postings, 5677 Tage Anti LemmingFill-Phantasten kriegen schon Oberwasser

Wenn ich das da unten lese, krieg ich ebenfalls das Kotzen. Sorry für die harte Ausdrucksweise.

https://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/...esse-a-1278163.html

...Die jüngste Offensive durch Facebook, die private Kryptowährung Libra einzuführen, hat diesem Thema wieder zu mehr Prominenz verholfen. Eine Möglichkeit, diese Form des Geldes einzuführen, wäre, jedem Bürger der Eurozone ein Zentralbankkonto einzurichten. Dies könnte beispielsweise automatisch mit der Beantragung eines Personalausweises erfolgen....

...Man stelle sich nun vor, dass der EZB ein neues geldpolitisches Instrument an die Hand gegeben würde, und zwar die Möglichkeit, einen bestimmten Betrag neu geschaffenen Zentralbankgeldes auf jedes einzelne Zentralbankkonto zu überweisen, ohne Gegenleistung. Konkret könnte der EZB genehmigt werden, einen von ihr gewählten und für alle gleichen Pro-Kopf-Betrag an die Bürger zu überweisen, wenn die durchschnittliche Inflationsrate der letzten zwölf Monate unter die Marke von 1,0% fällt. Sobald die durchschnittliche Teuerungsrate über 2% stiege, müssten die Überweisungen ausgesetzt werden.

Es wäre ein neues geldpolitisches Instrument, das die vom Monetaristen Milton Friedmann "erfundene" Helikopterpolitik in nahezu idealtypischer Weise verwirklichen ließe.... Das moderne Helikoptergeld, das bei einer zu niedrigen Inflation eingesetzt würde, hätte neben der positiven Konjunkturwirkung einen weiteren Vorteil: Die Inflationserwartungen würden vermutlich sofort wieder steigen, sobald man sich der 1%-Marke nähert, da die Investoren in diesem Fall ein Eingreifen der Notenbank antizipieren.

...Schafft man im Zuge dieser Neuerung auch das Bargeld ab [hört, hört, A.L.], kann sogar die auf den ersten Blick abstrus erscheinende Idee von dem Finanztheoretiker Silvio Gesell verwirklicht werden, der um die 1900er Wende lebte und ein sich selbst entwertendes Geld vorgeschlagen hat, um auf diese Weise den Konsum anzukurbeln. In der Tat: Mit der Möglichkeit negativer Zinsen, die einer Gebühr auf jedes Zentralbankkonto entsprächen, würde die Notenbank genau das erreichen....

Also auf in die schöne neue Welt? Grundsätzlich müssten für ein derartiges Vorgehen zunächst die rechtlichen und operativen Voraussetzungen geschaffen werden. Insbesondere müssten die einzelnen Regierungen der Euro-Mitgliedsänder genehmigen, dass die Europäische Zentralbank ein fiskalisches Instrument zur Verfügung gestellt bekommt. Angenommen, dies sei möglich, welche Gegenargumente gäbe es?  

19.07.19 21:11

57866 Postings, 5677 Tage Anti LemmingKetzer-Frage an Fill

Wenn jeder Bürger ein Zentralbankkonto hat (letztes Posting), kommt das Geld dann immer noch nicht in den Kreislauf? ;-)  

19.07.19 22:37
2

42418 Postings, 4184 Tage FillorkillKetzer-Frage an Fill

Man klebt leider zu sehr auf der Ebene des Geldfetisch, den man gerne mit realen Werten verwechselt. Die eigentliche Frage ist doch, wie kann das Produktionspotential einer Volkswirtschaft erstens erschlossen und zweitens entwickelt werden. Dafür braucht es sowohl Nachfrage als auch Investitionen, was primär Aufgabe der Privaten ist. Kommen die aus eigener Kraft nicht mehr an das Potential heran, kann - und sollte - die öffentliche Hand nachhelfen, indem sie sowohl Nachfrage als auch Investitionen 'druckt'. Inflationär würde das bekanntlich erst dann, wenn das Produktionspotential überschritten wird. In dem Fall würde dann halt weniger oder auch mal gar nichts gedruckt.

Trump druckt ja so manche Billion Extrakredit und es passiert inflationär - nichts. Das Produktionspotential wurde bislang eben nicht überschritten. Ein Beweis dafür, was Keynesianer schon vor 80 Jahren wussten. Nur könnte man mit dem Extrakredit auch was anderes machen als das Einkommen von Milliardären zu verbessern, merkwürdige Mauern im Süden zu bauen und Tradewars oder auch echte Wars zu finanzieren.  

19.07.19 22:41
2

42418 Postings, 4184 Tage FillorkillWenn jeder Bürger ein Zentralbankkonto hat

Zentralbankgeld kommt dann in Umlauf, wenn man es in Umlauf bringt. Als Bargeld nämlich, unserem einzigen gesetzlichen Zahlungsmittel. Auf Zentralbankkonten existiert Zentralbankgeld nur in Form von Reserves, als sog sekundäre Liquidität. Auf Nachfrage tauscht die Zentralbank diese Reserves in Bargeld.  

19.07.19 23:40
3

57866 Postings, 5677 Tage Anti Lemming# 857 - Witzbold

Das Bargeld soll gemäß den Thesen des obigen queeren Propheten doch abgeschafft werden. Hab ich in # 854 sogar fett hervorgehoben. Außerdem soll Zentralbank-Geld in Gestalt von Libra auf jedes Konto jeden EU-Bürgers überwiesen werden. Steht auch oben. Und natürlich sollen die Bürger das nicht als Reserve oder sowas halten, sondern ausgeben.

Schema F (deine Standardschleife) kannst du daher vergessen.

-----------------------------------

Oder glaubst du ernsthaft, mit der Bargeldabschaffung entstünde nie wieder Inflation? Tatsächlich entstünde sie dann sogar auf Knopfdruck.

Immerhin werden bei Knopfdruck-Inflation, anders als noch zu Weimar 1923, keine Bäume mehr für frische Geldnoten abgeholzt.

Wir sollten die Bargeldabschaffung daher dringend zum Thema der nächsten "Friday for Futures"-Demo machen.
 

19.07.19 23:49
5

57866 Postings, 5677 Tage Anti LemmingEU tritt Grundrechte der Bürger mit Füßen


https://www.heise.de/ct/artikel/...undrechte-der-Buerger-4471900.html

Geplante EU-Verordnung gefährdet die Grundrechte der Bürger

In- und ausländische Ermittlungsbehörden sollen im Verdachtsfall EU-weit leichter und schneller Daten von Bürgern abfragen können. So sieht es die ?E-Evidence-Verordnung? vor.

Stellen Sie sich vor, Sie befürworten in Facebook-Kommentaren politische Aktionen einer regierungskritischen Organisation in Ungarn. Eine Staatsanwaltschaft in Budapest ermittelt gegen diese Bürgerrechtler und alle Sympathisanten. Schon sind Sie im Visier der Ermittler. Geht es nach der EU-Kommission, soll die ungarische Behörde nun das Recht erhalten, ohne Ihr Wissen von Facebook Ihren Klarnamen und die Verkehrsdaten Ihres Facebook-Accounts zu erhalten ? und zwar binnen Stunden.

Im Schatten der umstrittenen Urheberrechtsreform bahnte sich nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit ein Gesetzespaket seinen Weg durch die EU-Institutionen, das genau ein solches Szenario ermöglichen würde: die E-Evidence-Verordnung. Dieses Paket birgt ? ausgehend vom momentanen Entwurfsstand ? jede Menge Konfliktpotenzial, denn es enthält massive Eingriffsmöglichkeiten aller EU-Mitgliedsstaaten in die Grundrechte der EU-Bürger. Doch außer in Fachzirkeln findet eine Debatte darüber kaum statt.  

19.07.19 23:52
2

2922 Postings, 864 Tage goldik#858 A.L. Friday for Futures oder Fridays for Fut

20.07.19 00:09
4

9005 Postings, 2878 Tage Zanoni1..857 Achso...

...und wenn man per Karte zahlt, sowie es bei mittlerweile fast allen Zahlungen, bei denen Kartenzahlung möglich ist, üblicherweise gehandhabt wird, kommt das Geld also nicht im Umlauf?
XD  

20.07.19 00:20
1

42418 Postings, 4184 Tage Fillorkillkommt das Geld also nicht im Umlauf

So ist es. Giralgeld ist weder Bargeld noch gesetzliches Zahlungsmittel. Kein Mensch muss Giralgeld akzeptieren. Giralgeld ist vielmehr eine Forderung auf Bargeld. Juristen nenne das auch gerne Leistung an Erfüllungs statt. Jetzt kommt sicher gleich die nächste Frage: Seit wann ist Kartenzahlung Giralgeld ?  

20.07.19 00:20
4

9005 Postings, 2878 Tage Zanoni1... oder um etwas näher an Deinem ZB-Beispiel

zu bleiben. Und was ist, wenn per Überweisung im Inland gezahlt wird?
Die Banken verrechnen es dann intern, ohne dass auch nur ein Cent physisch irgendwo hinwandert.
Ist in diesem Falle Deines Erachtens tatsächlich kein Geld in den Umlauf geraten?

Wer so etwas behauptet, hat die funktionsweise unseres Geldsystems offenkundig nicht mal hinsichtlich seiner basalsten Grundlagen verstanden.

Und wenn das den Kenntnisstand nach jahrelangen Recherchen und Forendiskussionen wiedergibt, so ist da auch, vielleicht nicht der Hopfen, aber in jedem Falle das Malz verloren, und jede weitere Diskussion über dieses Thema absolut sinnfrei.    

20.07.19 00:25
3

9005 Postings, 2878 Tage Zanoni1Ob Giralgeld angenommen werden muss, ist doch

gar nicht die Frage. Zum einen wird es nun bekanntlich fast überall angenommen, und wenn eben mit Giralgeld bezahlt wird, dann kommt es auch in Umlauf. Dass der Partner die Zahlung theoretisch auch ablehnen könnte ist richtig, aber für diese Argumenation nun offensichtlich völlig irrelevant
XD
 

20.07.19 07:18
1

42418 Postings, 4184 Tage Fillorkilldeiner Arroganz entspricht deine Uninformiertheit

Meine Behauptung ist, seit Jahren: Notenbanken drucken Zentralbankgeld, während aber das was draussen umgeht zum Löwenanteil von Geschäftsbanken gedrucktes Giralgeld ist. Deshalb haben Notenbanken auch keinen kausalen Einfluss auf die umlaufende Geldmenge und damit auf die Inflation. Den hat nur die Kreditnachfrage, denn eben die wird von der Giralgeldschöpfung bedient. Das wird heute im Prinzip auch von den Notenbanken selbst anerkannt. Das Giralgeld hingegen kein Geld sein soll hat niemand behauptet, auch ich nicht. Es ist eben nur kein gesetzliches Zahlungsmittel.



 

20.07.19 07:51
3

42418 Postings, 4184 Tage FillorkillNotenbanken drucken Zentralbankgeld,

das aber nur als Bargeld in den Umlauf geraten kann. Also dann, wenn Geschäftsbanken sich ihre auf ZB-Konten gehaltenen Reserven physisch auszahlen lassen. Heute, dank QE, halten Geschäftsbanken Billionen an Überschussreserven auf ihren ZB-Konten, für die es nicht nur keinen Bedarf gibt,  sondern auf die verrückterweise sogar Strafzins fällig wird. So wie QE überhaupt eine Radikalisierung von Angebotstheorie ist, mit dem Ziel der logisch unmöglichen Erzwingung von privater Kreditnachfrage.  

20.07.19 08:15
6

57866 Postings, 5677 Tage Anti LemmingMarxisten lieben es

komplizierte Sachverhalte auf einfache Schwarz-Weiß-Schemen (oder  - im Fall Fills - auf übersichtliche Plus-Minus-Null-Salden) zu reduzieren.

Im Kern ist die Marxisten-Welt bipolar. Sie besteht aus Basis und Überbau. Die Basis ist das Geld (übrigens lacht Giralgeld ähnlich laut wie Banknoten). Der Überbau sind - zumindest noch in der jetzigen "vorrevolutionären" Zeit - verschrobene Theorien der Bürgertums (z. B. "Sollinflation"), mit der die Umverteilung von oben nach unten beschönigend weggelogen werden soll.

Wenn nun einer wie Zanoni kommt und in die bipolare Welt dritte Einflussgrößen einführen will, wird er auf damit einhergehende Normverletzung der bipolaren Theorie verwiesen. Diese Verweise haben meist das Textmuster "Endlosschleife Schema F".

Ähnlich haben übrigens früher auch Intershop-gemästete DDR-Funktionäre die unverrückbare bipolare Wahrheit - "Solidarität mit der Arbeiterklasse" (die aus Intershops ausgesperrt war) - von ihren Kanzeln gepredigt.

Aber die sind ja nun tot, es herrscht die Postmoderne.

In der Postmoderne wird jetzt Klimauntergang und "Gelddrucken löst alle Probleme" aus grünen Baumkronen gepredigt. Geblieben ist der bipolare Holzhammer, mit dem jede Gegenargumentation zu CO2-neutralen Sägespänen zertrümmert wird.
 

20.07.19 08:23
2

57866 Postings, 5677 Tage Anti Lemming# 860

Sorry. "Friday for Futures" gehört eigentlich in den Bärenthread. ;-)  

20.07.19 08:50
5

504 Postings, 188 Tage SEEE21Die EZB und andere Notenbanken

haben sich jedoch mit dem Trick der Anleiheaufkäufe Einfluss auf die Inflation gesichert.
Gerade weil der private Kredit nicht in dem gewünschten Umfang nachgefragt wird, um das System am laufen zu halten versetzen die Anleihekäufe die Staaten in die Lage die fehlende private Nachfrage zum Teil auszugleichen.
Damit wird eine Phase der Deflation verhindert, die das System in enorme Schwierigkeiten stoßen würde.
Dazu einen Artikel der Wirtschaftswoche, was die juristische Seite dieser indirekten Staatsfinanzierung durch die EZB betrifft:
https://www.google.com/...QIARAB&usg=AOvVaw2V-mLCXzHnul5X0er3Py7r

Politisch wird dies in meinen Augen nun zu einem Problem, da auch undemokratische Regierungen sich dessen bewusst sind und ihre Macht mittels von der EZB finanzierter Wohltaten sichern können. So trägt diese Politik dazu bei die demokratische Basis in Europa zu erodieren.
 

20.07.19 09:32
1

3903 Postings, 3403 Tage Murmeltierchenwo ist der sinn

von diesem unsinn

banken zahlen milliarden an strafzins...
https://www.n-tv.de/21156946

warum muss dauernd versucht werden den konsum zu pushen und auf wachstum zu bleiben?  das ist doch irre...oder nicht @fill.
wenn es letztlich alles nullsummen Spiele sind, warum es dann so exessiv ausarten lassen mit den krediten und schulden( die sowieso niemand mehr gedenkt zu bedienen).  warum einfach nicht den Kapitalmarkt austrocknen lassen und fröhlich in die rezession gehen?
ich verstehe das nicht was läuft- und wenn ein system so verschoben ist das keiner mehr durchblickt( außer f&k) dann ist es ein schlechtes system was raum für betrug gibt.  

20.07.19 09:46
1

504 Postings, 188 Tage SEEE21Der Versuch den von Überschuldung,

Überkapazitäten und überforderten Ökosystem geplagten Kapitalismus des 20ten Jarhunderts weiter zu führen, obwohl dies in eine Katastrophe führen wird, müsste durch gesellschaftliche Reformen, die durch durch den technologischen Fortschritt erzwungen werden, abgelöst werden.
So was dauert nur ein paar Jahrzehnte und wie das genau passieren wird, ist natürlich unklar.  

20.07.19 10:13

3903 Postings, 3403 Tage Murmeltierchenmein vorschlag

lautet ja schon lange endlich ein BGE einzuführen - jeder bekommt einen anteil . nur vermutlich hat dann keiner mehr interesse an verschuldung weil es umverteilung in die falsche richtung wäre.

wie ich so raushöre zweifeln einige an dem jetzigen system - und wenn wir schon mal beim thema sind -
laßt mal hören wie die wirtschaftsform der zukunft gestaltet werden sollte ?!

ABER bitte kein weiter so und früher war alles doch gut blabla....

 

20.07.19 11:52
3

363 Postings, 519 Tage birkensaft@Murmeltierchen

Interessante nach der Frage, wie man es gestalten sollte. Von mir ein paar Gedanken:

Zunächst einmal sollte man versuchen das System etwas nachhaltiger zu machen, z.B. in dem man die Giralgeldschöpfung reguliert, d.h. eine höhere Mindestreservepflicht. Weniger Leverage bei den Banken bedeutet mehr Stabilität in Krisen (dafür auf Kosten des Wachstums, weil die Wirtschaft womöglich nicht schnell und günstig genug mit Krediten versorgt wird).

Zweitens darf man die Geldmenge meiner Meinung nach nicht so sinnlos ausweiten und sollte QE stoppen, weil es zur Umverteilung von unten nach oben führt (alternativ muss man durch eine stärkere Besteuerung der Vermögenden seitens der Politik entgegenwirken). So wie es jetzt läuft trocknet man nach und nach die Basis des Konsums, nämlich den Konsumenten, finanziell aus.

Dann sollte man überlegen, Aktienrückkäufe zu unterbinden, da sie letztlich auch nur der Steuervermeidung bei Dividenden dienen und dazu häufig, dadurch dass sie teils Fremdkapital finanziert werden, zusätzlich Leverage in das System bringen und die Preisfindung verzerren.
Da die niedrigen Zinsen nicht gesund sind (wegen Zombiefirmen und einem Anreiz zur Überschuldung) sollte man zusehen, dass man echte Inflation schafft. Das Mittel dazu sind meiner Meinung nach steigende Löhne. Das Problem ist, dass in der globalisierten Welt die verschiedenen Standorte/Länder sich in den Löhnen unterbieten, um Firmen und damit Steuern + Arbeitsplätze anzuziehen. Das ist nicht nachhaltig. Eventuell wäre Helikoptergeld tatsächlich eine Möglichkeit, um diese Problematik zu umgehen.

Zu guter Letzt muss man sagen, dass der Euro verschiedene Probleme mit sich gebracht hat. Die einzelnen EU-Länder sind nicht eindeutig bereit für einander zu haften. Das macht es jedoch schwer in einem Währungsraum zu sein, weil alle im Grunde unterschiedliche Zinssätze bräuchten, damit sich 1. Risikokandidaten nicht überschulden können (weil der Markt ihnen zu niedrige Zinsen gewährt, s. Griechenland) 2. Problemkandidaten ihre Währung abwerten können. Der Gedanke vom Euro ist sehr schön, nur haben die einzelnen Länder zu verschiedene Bedürfnisse. Da bleibt doch eigentlich nur, dass a) sich der Wirtschaftsraum mehr angleicht b) Möglichkeiten zur Regulation geschaffen werden.

Neben der Frage, wie sollte es aussehen, sollte man sich fragen, wie kommt man dahin? Das dürfte es noch wesentlich schwieriger machen. Griechenland und Italien sind hoffnungslos verschuldet und die EZB ist da und hat inzwischen allerlei Schrottanleihen akkumuliert (egal ob das richtig oder falsch war), die Banken in Europa haben kaum Eigenkapital, etc. Das sind Fakten und mit denen wird man erst einmal klar kommen müssen.  

20.07.19 12:06

3903 Postings, 3403 Tage Murmeltierchenlesenswertes interview

zum thema BGE -  
"Grundeinkommen wird wahlentscheidend"
https://www.n-tv.de/panorama/...wahlentscheidend-article21141647.html

ZITAT:
....Genau das bezweifeln die Kritiker: Wenn jeder genug Geld hat, warum sollte sich dann irgendjemand für irgendetwas anstrengen?....

Anstrengung hat nichts mit Geld, sondern mit Sinn zu tun. Wir beginnen überhaupt erst, uns wirklich anzustrengen, wenn wir uns für eine Sache begeistern können. Wer so tun muss, als sei er ganz bei der Sache, obwohl er innerlich längst gekündigt hat, der ist gemeingefährlich. Er simuliert Leistung und sabotiert Qualität. Er tut so, als wäre er fleißig, dabei ist er längst faul. Das Grundeinkommen würde diesem Unsinn entgegenwirken. Es korrigiert die systematische Fehlleistung der heutigen Arbeitszwangsgesellschaft, die Leistung verhindert und Faulheit fördert.  

20.07.19 12:19
3

363 Postings, 519 Tage birkensaft@FillorKill

"Meine Behauptung ist, seit Jahren: Notenbanken drucken Zentralbankgeld, während aber das was draussen umgeht zum Löwenanteil von Geschäftsbanken gedrucktes Giralgeld ist. Deshalb haben Notenbanken auch keinen kausalen Einfluss auf die umlaufende Geldmenge und damit auf die Inflation. Den hat nur die Kreditnachfrage, denn eben die wird von der Giralgeldschöpfung bedient. Das wird heute im Prinzip auch von den Notenbanken selbst anerkannt. Das Giralgeld hingegen kein Geld sein soll hat niemand behauptet, auch ich nicht. Es ist eben nur kein gesetzliches Zahlungsmittel. "

Das ist unerheblich, weil das Notenbankgeld Grundlage zur Schöpfung von Giralgeld ist, denn bei der Schöpfung von Giralgeld gibt es die Mindestreserve die bei der EZB eingelagert werden muss (1%). Das heißt dass durch neues Zentralbankgeld theoretisch ein vielfaches an Giralgeld geschaffen werden kann. Dieses Giralgeld ist real im Umlauf und wirkt sich somit auch auf die Preisfindung bei Gütern aus (weil es gemein akzeptiert ist). Das Problem ist, dass es zwei relativ undurchlässige Kreisläufe (oder einseitig durchlässig) zu geben scheint, Konsumgüter und Investitionsgüter. Dazu spült die EZB durch QE zusätzlich Geld direkt in den Markt, allerdings nur in den Markt der Investitionsgüter. Deshalb keine Inflation.
Richtig ist, dass die Banken keine Kredite geben müssten, wenn keine Nachfrage besteht. Das weiß die EZB: Durch die niedrigen Zinsen und Strafzinsen bei den Reserven, die über die Mindestreserve hinausgehen, müssen die Banken sehen, wie sie Geld verdienen, und werden ermutigt Risiko bei der Kreditvergabe einzugehen.  

Seite: 1 | ... | 3753 | 3754 |
| 3756 | 3757 | ... | 3980   
   Antwort einfügen - nach oben

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Daimler AG710000
NEL ASAA0B733
Aurora Cannabis IncA12GS7
thyssenkrupp AG750000
Deutsche Bank AG514000
Ballard Power Inc.A0RENB
CommerzbankCBK100
Microsoft Corp.870747
Apple Inc.865985
EVOTEC SE566480
BASFBASF11
K+S AGKSAG88
Amazon906866
Allianz840400