Ist Charttechnik nicht so eine Art Astrologie um dem eigenen Bauchgefühl einen "soliden" Unterbau zu geben?
Ein paar der Linien erscheinen mir arg willkürlich eingezeichnet (Unterstützungen und Widerstände), das mit den Bollinger-Bändern erscheint mir aber gar nicht mal soooo doof. Eine Aktie hat einen "Trend" (viele Bauchgefühle schreiben einem Titel einen gewissen Wert zu) und der Wert oszilliert um den Trend. Wenn die Schwingung nach oben ausschlägt, kommt ein Rücksetzer (es sei denn, es gibt aus dem Geschäft des Titels relevante Nachrichten! Dividendenabschlag, Übernahme, Erfindung, geplatzte(s) Studie/Projekt, Großauftrag, ...), am unteren Rand eine Erholung (es sei denn es gab substanziell schlechte Nachrichten).
Wer Ende '21 nach der "Enthüllung" zu knapp 15,-/Stück eingestiegen ist, steht heute/gestern bei 22,06/25,50 nicht schlecht da (Buy and Hold).
Wer aber 8/'23 bei zu 21,- ein wenig wieder verkauft hat, 9/'23 bei 19,- nachgefaßt, 11/'23 zu 21,80 die nachgefaßte Menge wieder verkauft hat, 3/'24 zu 20,40 wieder nachgefaßt, 8/'24 nochmal zu 17,- nachgefaßt, Anfang des Monats zu 23,50 einen Posten und "gestern" noch einen Posten zu 25,50 verkauft hat, der hat zwar nicht alles richtig (optimal) gemacht, aber der wartet noch auf die nächste Dividende und dann ist sein Einstand -33 Cent/Aktie (aktuell hat jedes Stück noch 27 Cent gekostet (wenn man die Dividende vom Kaufpreis abzieht, sonst 2,56€/Stück)) und er hat etwas mehr als die Hälfte der Stücke des ersten Kaufes. Wenn man kreativ genug rechnet, sind +868% rausgekommen (nach Abzug von 25% KapESt).
Echte Schlaumeier hätten mit Derivaten und auf Chartechnik basierenden Daytrades natürlich nicht so eine klägliche Performance gemacht sondern richtig abgesahnt. Auch mit etwas mehr Wachsamkeit wäre mehr drin gewesen.
Bei den Tälern mehr nachfassen, bei den Höhen mehr wieder hergeben (und im Forum den schlimmsten Miesmacher und den größten Optimisten jeweils überhören!):
https://www.finanzen.net/aktien/kontron-aktie@stBoerse_XETRA