DJ UPDATE: Allianz will langfristig 4,5% bis 5% Rendite erzielen
19:25 15.01.10
DJ UPDATE: Allianz will langfristig 4,5% bis 5% Rendite erzielen
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Von Rüdiger Schoß DOW JONES NEWSWIRES
MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Allianz SE will nach den Worten ihres Finanzvorstandes Paul Achleitner langfristig eine nachhaltige Kapitalrendite von 4,5% bis 5% halten. Trotz der kräftigen Kurserholung im vergangenen Jahr werde der Anteil an Aktien am Anlagevermögen gering bleiben, sagte Achleitner am Freitag in München. Der gemessen am Prämienaufkommen größte europäische Erstversicherer fühle sich mit einer Aktienquote von gegenwärtig knapp 10% grundsätzlich wohl.
Für die Allianz seien bei der Entwicklung des Anlagevermögens die Deckung von Verpflichtungen gegenüber den Kunden die Benchmark, nicht aber die relative oder absolute Performance gegenüber einem Index, sagte Achleitner weiter. Aktuell investiere der DAX-Konzern 400 Mrd EUR eigenen Geldes. Inklusive Drittgeldern in der Vermögensverwaltung würden 1,3 Bill EUR investiert.
Alternative Investments würden interessantere Anlagemöglichkeiten bieten als in den vergangenen Jahren, sagte Achleitner weiter. Deshalb werde der Münchener Konzern dort "deutlich mehr" eigenen Geldes investieren. Zu Alternativen Investments zählen Infrastrukturprojekte, Private Equity und Investitionen in die alternative Energiegewinnung. Drittgelder sollen nicht in Private Equity gesteckt werden.
Allein in Private Equity hat die Allianz laut Achleitner 2009 rund 2 Mrd EUR investiert. Insgesamt seien damit in den vergangenen Jahren 15 Mrd EUR in diesen Bereich geflossen. Je nach Gelegenheit solle dieser Betrag nun ungefähr verdoppelt werden, so Achleitner, wobei der Zeitraum von den Investmentgelegenheiten bestimmt werde.
Wie Achleitner ankündigte, wird das Investmentergebnis im laufenden Jahr nicht stark durch realisierte Gewinne geprägt sein. Vielmehr werde das Investmentergebnis 2010 aus Zinsgewinnen bei Unternehmens- und Staatsanleihen kommen. Festverzinsliche Papiere machen einen Anteil von 89% am rund 400 Mrd EUR schweren Anlageportfolio aus. Der Konzern werde stattdessen stille Reserven aufbauen und das Anlageportfolio aus- und aufbauen.
Der Finanzvorstand bestätigte am Freitag zudem das Interesse der Allianz am Netz des Energieversorgers Vattenfall. Der Konzern sei interessiert, wenn das Angebot zu den richtigen Bedingungen auf den Markt komme, sagte Achleitner. Medienberichten zufolge bietet ein Konsortium aus Deutscher Bank, Allianz und Goldman Sachs für das deutsche Hochspannungsnetz von Vattenfall Europe.
Mit Sorge betrachtet der Finanzvorstand einige Änderungen im regulatorischen Umfeld. So würden sich die Lebensversicherer bei einer Umsetzung der geplanten IASB-Regeln stark aus Aktien zurückziehen, sagte er voraus: "In einem Land ohne Pensionsfonds hätte das eine gewisse Brisanz." Zudem bevorzuge der Konzern eine zentrale Versicherungsaufsicht, so dass sich Behörden nicht gegenseitig Konkurrenz machten. "Darüber hinaus wollen wir eine europafähige Regulierung haben."
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www.allianz.com- Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117, ruediger.schoss@dowjones.com
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