ganz klar eine diktatorische Inszenierung.Dass es so war, sieht man an der nicht vorhandenen Verhältnismäßigkeit. Der Putschversuch dauerte nur ein paar Stunden, das Netz der Putschisten war zudem sehr klein, und der Putsch war sehr dilettantisch vorbereitet und ausgeübt worden.
Die Säuberungswelle des Diktators aber dauert nun schon vier Wochen. Sie reicht weit über die Kreise der Putschisten hinaus. Ergo, sie steht somit in keinem Verhältnis zu dem Putsch, darum gehe ich zu hundert Prozent von einer Inszenierung des Diktators aus.
Die schwarzen „Säuberungslisten“ schlummerten schon lange in den Schubladen der Regierungspartei AKP. Jetzt werden sie abgearbeitet und das türkische Volk klatscht Beifall. Auf diesen vorbereiteten Listen stehen Offiziere, Lehrer, Erzieher, Polizisten Banker, Beamte, Diplomaten, Anwälte, Richter, Journalisten, Ärzte – also Türken die sich irgendwann mal gegen den Diktator geäußert haben, oder religiös, politisch und sozial irgendwie mal in der Opposition zu dem Diktator standen.
Nun nutzt der Diktator vom Bosporus das „Geschenk Allahs“ - wie seine verblendeten Anhänger und er selbst den Putschversuch nennen, um aus der Türkei eine islamisch geprägte Diktatur zu machen.
Was wir miterleben, ist mehr als eine politische Inszenierung, es ist ein unmenschlicher Rachefeldzug gegen die Menschlichkeit. Jetzt orientiert sich der Diktator in Richtung Russland, doch die Wende in der Türkei betrifft auch Europa, insbesondere Deutschland.
Wenn die Bundesregierung nicht konsequent handelt, sich nicht konsequent von der Türkei trennt, werden wir in Deutschland mit sehr viel Unruhe rechnen müssen. Ob wir nach der Flüchtlingswelle mit diesen eventuellen Unruhen in Deutschland fertig werden, wage ich zu bezweifeln.
----------- Wo Angst herrscht verkriecht sich die Vernunft. |