Top-Foren

Forum Stunde Tag
Gesamt 6 113
Börse 4 58
Talk 1 41
DAX 1 22
Dow Jones Ind. 0 16

Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Seite 1 von 1213
neuester Beitrag: 19.12.14 02:45
eröffnet am: 04.11.12 14:16 von: permanent Anzahl Beiträge: 30303
neuester Beitrag: 19.12.14 02:45 von: daiphong Leser gesamt: 1812608
davon Heute: 912
bewertet mit 82 Sternen

Seite: Zurück 1 | 2 | 3 | 4 |
1211 | 1212 | 1213 | 1213  Weiter  

20752 Postings, 4044 Tage permanentÖkonomen streiten über Verteilungsfrage

 
  
    #1
82
04.11.12 14:16
Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind

... (automatisch gekürzt) ...

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html

Moderation
Moderator: ksu
Zeitpunkt: 06.10.14 08:32
Aktionen: Kürzung des Postings, Threadtitel trotzdem anzeigen
Kommentar: Urheberrechtsverletzung, ggf. Link-Einfügen nutzen
Original-Link: http://www.handelsblatt.com/politik/...gsfrage/7328592.html

 
Seite: Zurück 1 | 2 | 3 | 4 |
1211 | 1212 | 1213 | 1213  Weiter  
30277 Postings ausgeblendet.

9427 Postings, 1414 Tage zaphod42So ist es lehna

 
  
    #30279
1
18.12.14 15:49
Wir Mitläufer setzen uns ja auch mit linken VTlern auseinander obwohl wir sie für Hohlbirnen halten.

Daher sollte sich die Politik auch etwas ernsthafter mit dem Phänomen Wutbürger beschäftigen, sonst gerät die Lage außer Kontrolle. Es ist nicht so hilfreich, diese Leute als Nazis abzutun, wenn sie keine sind.  

9427 Postings, 1414 Tage zaphod42Weil Weihnachten ist

 
  
    #30280
2
18.12.14 15:55
zeig ich mal ein Klarbild von mir.

Hier bei meiner Lieblingsbeschäftigung, dem Mitlaufen. Als Querdenker mit Niveau heb ich mich durch ein extravagantes Outfit von der Masse ab.  
Angehängte Grafik:
mitl__ufer_(custom).jpg
mitl__ufer_(custom).jpg

9427 Postings, 1414 Tage zaphod42Und hier

 
  
    #30281
2
18.12.14 16:01
ein Bild mit fill zusammen, aufgenommen in einer Thread-Gefechtspause neulich. fill ist der Stahlhelm links, der mir so nett Feuer gibt.  
Angehängte Grafik:
chronik-ersten-weltkrieg.jpg
chronik-ersten-weltkrieg.jpg

10585 Postings, 4782 Tage lehnaDer Wutbürger...

 
  
    #30282
18.12.14 16:01
sieht seine Schrebergartenidylle bedroht.
Ähnlich wie bei Stuttgart 21, wo jahrelanger Baulärm ihn zum Randalisten machte. Er seinen Stern durch Baustellen zum Müsli holen lenken musste.
Also das geht gar nicht.
Der gelangweilte Michel putscht sich zum Patrioten gegen Überfremdung und für schärfere Asylgesetze....



 

5338 Postings, 2225 Tage daiphong"die mächtigste Armee Europas"

 
  
    #30283
18.12.14 16:04
wird natürlich immer Russland haben. Falls Ukraine da militärisch auch nur ansatzweise mithalten wollte, ist sie sowieso tot. Von einer militärischen Befreiung der Krim gar nicht zu reden. Niemand im Westen würde sie dabei unterstützen, entgegen dem dämlichen Gekäse von Barbarossa 2.0.
Vermutlich wollen Leute wie Turtschinow das kaputte ukrainische Selbstbewusstsein künstlich aufblasen. Vielleicht verkennen sie aber auch völlig ihre zivilen Aufgaben, Ukraine kann sich natürlich nur durch zivile Erfolge behaupten und durchsetzen. Als Militärstaat nach russischen Modellen im ökonomischen Desaster hingegen würde dort tatsächlich der Faschismus drohen, den Putin-Russland dort so gerne hätte und ständig erzeugen will.


FAZ: "Der russische Präsident Wladimir Putin hat für russische Soldaten an der Seite der Separatisten in der Ostukraine Verständnis geäußert. ?Alle Menschen, die dem Ruf des Herzens folgen oder freiwillig an irgendeinem Kampf teilnehmen - einschließlich in der Ukraine - sind keine Söldner, da sie dafür kein Geld bekommen?, sagte er bei seiner Jahrespressekonferenz am Donnerstag in Moskau. [wobei das wie schon üblich schlicht gelogen ist, jeder "Separatist" wird aus Moskau mit monatlichem Gehalt gut bezahlt. "äußert Verständnis" ist auch gut - vom Organisationschef ;-o)]

Putin verteidigte zugleich die Einverleibung der Schwarzmeerhalbinsel Krim im März und das Vorgehen im Ukraine-Konflikt. Russland verfolge eine Politik für den Selbsterhalt. Die Atommacht werde weiter dem Druck des Westens und der Nato standhalten, um etwa auch seine gigantischen Rohstoffressourcen zu sichern. ?Wir schützen unser Recht auf Existenz?, betonte Putin.
[das Barbarossa 2.0 - Argument, besser: die russische Drohung mit großem Krieg]

Die Erweiterung der Nato nach Osteuropa sei wie der Bau einer neuen Berliner Mauer, sagte Putin. [?? sollte er logisch mal näher erläutern] Zugleich kritisierte er die geplante amerikanische Raketenabwehr [?? schlichtweg gelogen. seit 2009 von Obama eingestampft, seither arbeitet Russland gemeinsam mit Nato an entsprechenden Plänen zum Schutz Europas. Alles pures Ressentiment]. Er warf dem Westen den Beginn eines neuen Kalten Krieges vor [falsch, er untzerstellt ihm Barbarossa 2.0-Pläne, also Todfeindschaft]

In Russland werde nicht gegen Gegner der offiziellen Ukraine-Politik vorgegangen. In Europa geschehe aber das Gegenteil. Dort würden Auftritte russischer Künstler verboten. [?? soso. die "Argumentation" aller isolierten Anti-Demokraten]
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten seines Landes führte er auf ausländische Einflüsse zurück [sein Wirtschaftsminister ist da ganz wesentlich anderer Meinung. Für nationale Verschwörungstheorien liefert der Geheimdienstler Putin aber immer jede Menge Stoff: man muss da nur "Ausland" sagen, und er gruselt jeden]  

4146 Postings, 1966 Tage learnerIm Mittelalter hat man Stadtmauern gebaut,

 
  
    #30284
2
18.12.14 16:14
um sich gegen die äußeren Feinde, gegen die raue Welt abzuschotten.

Danach kam die Aufklärung und die Entwicklung moderner Gesellschaften zum Vorteil aller Gesellschaftsschichten. Dass gerade die Deutschen als Exportweltmeister Angst vor Ausländern haben ist ziemlich Schizophren!

Ausländer sind unsere besten Kunden. Wir Leben von Ausländern. Im Gegenteil vernichten wir im Einklang mit unseren europäischen Nachbarn die Existenzgrundlage von Millionen Afrikanern, weil wir unsere Landwirtschaft mit Milliarden subventionieren und diese ihre Produkte auf den afrikanischen Markt wirft.

Dann wundert sich der christliche Pöbel, dass der schwarze perspektivlose Mann über´s Meer kommt!

Aber alle lehnen sich zufrieden in den Fernsehsessel zurück und furzen zufrieden, wenn in den Nachrichten wieder mal die Rede davon ist, dass Mutti irgendwo in der Welt die Einhaltung der Menschenrechte fordert. Zynischer und Ekelhafter geht´s wohl nimmer!

Man sollte sich und anderen dann nichts mehr vormachen und endlich mal sagen, dass das christliche Abendland am Arsch ist und wir nur noch eine selbstgerechte, egoistische Konsumgesellschaft sind, die sich einen Dreck um andere schert, Mauern baut und das Mittelalter geil findet!
-----------
Glücksbehindernde Überzeugung: "Ich verlange Gerechtigkeit und Fairness!"

5338 Postings, 2225 Tage daiphong"Während Russland seine Invasion

 
  
    #30285
1
18.12.14 16:25

in der Ukraine fortsetzt, hat Präsident Putin beschlossen, das Bündnis zwischen Hitler und Stalin zu rehabilitieren, mit dem einst der Zweite Weltkrieg begann. Mit der Aussage, der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 sei gute Außenpolitik gewesen, verletzt er ein altes sowjetisches Tabu und widerspricht seinem eigenen früheren Urteil, wonach der Hitler-Stalin-Pakt ?unmoralisch? gewesen sei. Was mag Wladimir Putin zu dieser Kehrtwende bewogen haben? Was erscheint am Bündnis mit Hitler gerade jetzt so reizvoll? Was bedeutet diese Revision der Geschichte des Zweiten Weltkriegs in einem Augenblick, da Russland die Tradition der Angriffskriege auf europäischem Territorium wiederbelebt?

Putin ist zu einem Liebhaber der Geschichte geworden, und seine jüngsten Reden enthüllen eine von Wunschphantasien geleitete Rekonstruktion der russischen Vergangenheit. Er mischt Klischees mit einer guten Portion bewusster Böswilligkeit und präsentiert, seit er im Februar seinen Krieg gegen die Ukraine begann, ein recht seltsames Bild der Geschichte seines Landes. Der Präsident behauptet, Russland und die Ukraine seien eine Nation...         Die Krim, so behauptet er jetzt nach der Besetzung und Annexion der Halbinsel, sei von jeher russisch gewesen. Dabei war die Krim über Jahrhunderte eine Bühne, auf der sich vielerlei europäische Kulturen präsentierten. Ihr russischer Charakter ist im Wesentlichen das Ergebnis der mörderischen Vertreibung der Krimtataren 1944 durch das Stalin-Regime. So sagte der weißrussische Präsident Lukaschenka scherzhaft, nach Putins Geschichtslogik sei es sinnvoller, Moskau den Krimtataren zu übergeben als die Krim Moskau...

In der Zeitgeschichte versteigt sich die russische Propaganda zu kruden Widersprüchen. Der ?dekadente? Westen wird aufgefordert, zur Kenntnis zu nehmen, dass es keine ukrainische Nation gebe, dass aber alle Ukrainer Nationalisten seien; dass es keinen ukrainischen Staat gebe, aber seine Organe Unterdrückung betrieben; dass es keine ukrainische Sprache gebe, aber Russen gezwungen würden, sie zu sprechen.
....

FAZ  
aus "Als Stalin Hitlers Verbündeter war"

 

9819 Postings, 2386 Tage Fillorkillpegida

 
  
    #30286
1
18.12.14 16:35
Wie will man mit Leuten argumentieren, die sagen ihnen würde schlecht, wenn sie in der Strassenbahn ein Kopftuchmädchen sehen ? Ich denke, das ist unmöglich. Es handelt sich um eine Gefühlsäusserung - ganz gleich, welche Ableitung man dafür basteln will. Und damit kausal nicht beeinflussbar. Wem diese Leute am Herzen liegen, kann Raum für neue Erfahrung und damit auch für neue Gefühle anbieten, was jedoch Akzeptanz voraussetzt und nicht Skandalisierung...

Die Akzeptanz endet dort, wo diese Gefühle in rassistische Praxis umschlagen - hier dürfen Rechtsstaat und Zivilgesellschaft keinen Zweifel aufkommen lassen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass diese Klientel sich als Mitte der Gesellschaft empfindet, deren gerechtfertigte Bedürfnisse vorgeblich zugunsten des Islams und Mädchen mit Bart missachtet werden. Diese Beschwerdeführung zeigt an, dass das was einst vielleicht mal Mitte und Stütze der Gesellschaft war, sich in einer Parallelgesellschaft wiederfinden muss, die den Draht zur Kultur draussen verloren hat...



-----------
"History that repeats itself turns to farce. Farce that repeats itself turns to history."

9819 Postings, 2386 Tage Fillorkill# 83 "die mächtigste Armee Europas"

 
  
    #30287
2
18.12.14 16:41
Weshalb fällt es dir so schwer, deinen Bündnispartner in Kiew beim Wort zu nehmen ? Er will - im Auftrag unserer Werte - den Sowjets die Hammelbeine langziehen und sieht dafür die Unterstützung der ganzen Welt. Deine Stichwortgeber bestätigen ihn jeden Tag, darin richtig zu liegen...
-----------
"History that repeats itself turns to farce. Farce that repeats itself turns to history."

7994 Postings, 3856 Tage lumpensammlerDer Dissens im Himmel ist natürlich lächerlich

 
  
    #30288
3
18.12.14 16:43
Unabhängig, wer hier zu welchem Thema sein Recht einfordert, es ist doch überflüssig, in einer Demokratie (Mehrheit!) zu protestieren. Logisch, dass die Minderheiten, die es dennoch tun, Verschwörungstheoretiker, linke Spinner, Wutbürger, Hartzer oder sonstige unzufriedene Hohlbirnen sind. Also Leute, denen man es eigentlich auch verbieten könnte, noch dazu, weil sie in der Minderheit sind ... Warum eigentlich nicht? Grundrechte, pah, drauf gesch...  

5338 Postings, 2225 Tage daiphongfür einen Militaristen wie dich ist

 
  
    #30289
18.12.14 16:46
immer alles viel zu einfach, Fill. Da fehlt es dir einfach an Intelligenz.
 

5338 Postings, 2225 Tage daiphongLumpi, deine PEGIDA macht es sich da etwas einfach

 
  
    #30290
18.12.14 16:49

5338 Postings, 2225 Tage daiphong..deine "Barbarossa-Friedenbewegung" ganz genauso.

 
  
    #30291
18.12.14 16:51

5338 Postings, 2225 Tage daiphongLearner. "Man sollte sich und anderen

 
  
    #30292
1
18.12.14 16:59
dann nichts mehr vormachen und endlich mal sagen, dass das christliche Abendland am Arsch ist"

Darin scheint sich ganz "Links" und ganz Rechts und sogar eine angebliche "Mitte" mal wieder einig zu sein. Pegida, Barbarossa-Friedensbewegung, Spießerwelt, Katholische Kirche sowieso...

am Arsch sind aber nur die billigen Weltrsichten. das ist reparabel.



 

9819 Postings, 2386 Tage FillorkillLearner

 
  
    #30293
1
18.12.14 17:28
Ist doch völlig klar, wie er es oben gemeint hat. Chef-Diffamierer Daiphong macht daraus 'Pegida'. Aber das sind ja irgendwie alle, die seinem Kriegsgeschrei nicht beipflichten wollen...
-----------
"History that repeats itself turns to farce. Farce that repeats itself turns to history."

9819 Postings, 2386 Tage Fillorkillwir sind das volk

 
  
    #30294
3
18.12.14 18:17
Dieser gern benutzter Imperativ hatte schon am Ende der DDR einen bedrohlichen völkischen Unterton, auch wenn man darin zuerst eine ironisierende Replik auf den SED-Anspruch erkennen wollte, im 'Volksauftrag' Republik zu machen. Wenn nun Pegida unter diesem Imperativ aufmarschiert will es nicht allein für die beteiligten Akteure sprechen, sondern behauptet einen Stellvertretungsanspruch für das Volk schlechthin. Im Umkehrschluss folgt logisch, dass alles, was Pegida-Ziele nicht teilt, nicht zum Volk gehören kann. Dies ist die Grundform des faschistischen Denkens, darüber sollten keine Illusionen bestehen...
-----------
"History that repeats itself turns to farce. Farce that repeats itself turns to history."

5338 Postings, 2225 Tage daiphong#93 habe weder einfach "Pegidia daraus gemacht",

 
  
    #30295
18.12.14 18:42
noch dieses elende "Kriegsgeschrei" produziert so wie Fill immer. lesen statt lügen.
 

5338 Postings, 2225 Tage daiphongDem Lumpi habe ich sein furchtbares Gekreische...

 
  
    #30296
1
18.12.14 18:49
"Unabhängig, wer hier zu welchem Thema sein Recht einfordert, es ist doch überflüssig .... Grundrechte, pah, drauf gesch... "
aus pädagogischen Gründen auf Pegida bezogen:  Dort hört man nämlich wörtlich exakt dasselbe Gekreische....  das sollte ihm zu denken geben.  

4146 Postings, 1966 Tage learnerDaiphong, billige Weltsichten haben Konjunktur,

 
  
    #30297
3
18.12.14 18:57
ansonsten gäbe es in der Ukraine keine militärische Auseinandersetzung begleitet von billiger Propaganda auf beiden Seiten.

Da bin ich bei Fill, dass es darum gehen sollte diese Mechanismen zu demaskieren, um die Grundlage für einen fruchtbaren Diskurs zu schaffen.

Der hier zelebrierte Pöbel-Stil führt zu nichts und hilft auch nicht den Menschen, die unmittelbar der Gewalt ausgesetzt sind. Erkenntnis und öffentlicher Druck auf die Entscheidungsträger der beteiligten Gesellschaften wäre eine Möglichkeit.
-----------
Glücksbehindernde Überzeugung: "Ich verlange Gerechtigkeit und Fairness!"

14166 Postings, 3076 Tage Malko07Noch tragen die

 
  
    #30298
3
18.12.14 20:55
Pegida-Jünger Kreuze in Schwarz-Rot-Gold. Aber wie so etwas enden kann wissen wir von jenseits des Teiches.  
Angehängte Grafik:
pegida.jpg (verkleinert auf 85%) vergrößern
pegida.jpg

10585 Postings, 4782 Tage lehna#97 Naja learner....

 
  
    #30299
1
18.12.14 21:09
wer den Fred verfolgt, ahnt, dass sich hier Grobschmiede ohne Ärmelschoner behaken.
Bidetwascher suchst vergebens.
Aber bald ist Weihnachten, dann gewinnen die Cremeschnittchen- Esser hier die Oberhand.
Zumal Santa Claus uns Investoren wieder mal vor dem Fest beglückt. Zumindest darauf ist Verlass...
ariva.de



 

38687 Postings, 3879 Tage Anti Lemmingna wenn's denn noch passt...

 
  
    #30300
18.12.14 21:33
Angehängte Grafik:
funny-santa-claus-2.jpg (verkleinert auf 85%) vergrößern
funny-santa-claus-2.jpg

76 Postings, 465 Tage Joe PesciAch, mit den Faschisten ist das so eine Sache.

 
  
    #30301
18.12.14 22:06
Was ist Faschismus?

Ein Begriff nur für rechtsgerichtete Übertreibungen (in Politik, Weltanschauung etc. pp.)?

Oder gibt es auch einen Linksfaschismus?

Oder auch einen Ökofaschismus etc. pp.?

Faschismus ist für mich ganz einfach:

Faschisten sind für mich Personen jeglicher Couleur, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie Tatsachen nicht zur Kenntnis nehmen, gegenläufige Meinungen verunglimpfen und sich - aufgrund ihrer Ignoranz für Andersdenkende -  nicht auf sachlich-argumentativer Grundlage in Diskussionen einbeziehen lassen.

Ob sie dabei ein Hakenkreuz zur Schau tragen, Biolatschen u. Müsli propagieren oder die Verstaatlichung des Großkapitals fordern, ist für mich einerlei.

Sie alle sind für mich letzten Endes Faschisten in dem Sinne, als das sie von einem faschistoiden Gedankengut beseelt sind.

Wohlgemerkt: Ein derartiges Gedankengut muss nicht nur aus den äußersten Ecken (= Extremansichten)  unseres Landes kommen, sondern kann auch der - angeblich so sozialen - liberalen Mitte entspringen (Stichwort: Political Correctness).

Gn8






 

9819 Postings, 2386 Tage FillorkillJoe, das ist leider nonsense

 
  
    #30302
18.12.14 22:28
Die ganze Welt wimmelt von Leuten, die (vermeintliche) Tatsachen nicht zur Kenntnis nehmen, andere verunglimpfen und nicht sachlich diskutieren wollen. Die Kategorie Faschismus wird um so sinnloser, je weiter sie gedehnt wird. Heutzutage ist diese ein Synonym für 'amoralisch' oder 'bösartig', weshalb Gegner jedweder Cöuleur unter Faschismus gelabelt werden - was umgekehrt die eigenen Reaktionen welche auch immer zum Antifaschismus aufwerten...

Diese Inflationierung von Faschismus haben wir historisch der Linken zu verdanken, die ursprünglich damit eine partiell zutreffende NS-Kontinuität in der frühen BRD kennzeichnen wollte. Einen echten, eliminatorisch aufgelegten Faschismus gibt es in westlichen Gesellschaften jedoch nicht mehr, wohl aber in der westlichen Peripherie. In der Ukraine zB, der jedoch in der Linken, die hier punktuell mit dem Faschismus paktiert, zum Antifaschismus verklärt wird. Die so adressierten Russen und Prorussen sehen den Vorgang genau umgekehrt, was anzeigt, dass auch sie die Antifa-Karte beherrschen...
-----------
"History that repeats itself turns to farce. Farce that repeats itself turns to history."

5338 Postings, 2225 Tage daiphongBloodlands

 
  
    #30303
19.12.14 02:45

Als Stalin Hitlers Verbündeter war
Präsident Putin hat die Tradition der Angriffskriege in Europa wiederbelebt. Das Geschichtsbild wird dieser Entwicklung angepasst - und der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 rehabilitiert.

Ein Gastbeitrag in der FAZ von TIMOTHY SNYDER [u.a. ?Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin?]http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/...-13320814-p7.html
....
....
Derzeit konzentriert sich die Berichterstattung über Putins historische Kehrtwende nicht auf den Zusammenhang zwischen dem Hitler-Stalin-Pakt und dem Krieg, sondern auf die Befürchtungen Polens, Litauens, Lettlands und Estlands, jener vier Staaten, die 1939 und 1940 gemäß den Bestimmungen des Pakts von der Roten Armee besetzt wurden. Am 17. September 1939 sprang Stalin seinem Verbündeten Hitler mit einem Angriff auf Polen zur Seite: Von Osten her rückte die Rote Armee nach Polen ein. Sie traf in der Mitte des Landes auf die Wehrmacht, und man veranstaltete eine gemeinsame Siegesparade. Die sowjetische und die deutsche Geheimpolizei kamen überein, die polnische Widerstandsbewegung zu vernichten. Hinter den neuen Grenzlinien organisierte das sowjetische NKWD die Massendeportation einer halben Million polnischer Bürger in den Gulag. Außerdem exekutierten die Sowjets Tausende polnische Offiziere, von denen viele gerade noch gegen die Wehrmacht gekämpft hatten.

Die Zerstörung des polnischen Staates ist in der Geschichte Polens verständlicherweise in Erinnerung geblieben. Dabei wird aber oft übersehen, dass sich die polnische und die jüdische Geschichte überlappen. Die vom NKWD ermordeten polnischen Bürger, meist Reserveoffiziere mit höherer Bildung, wurden getötet, weil sie die Elite des polnischen Staates darstellten. Viele von ihnen waren Juden, deren Familien nun ohne sie der deutschen Besatzung ausgeliefert waren.
...
Allem Anschein nach sieht er im Münchener Abkommen und im Hitler-Stalin-Pakt, auf die er gerne gleichzeitig verweist, positive Beispiele. Die russische Kampagne gegen die Ukraine des Jahres 2014 hat erstaunliche Ähnlichkeiten mit der deutschen Propaganda gegen die Tschechoslowakei 1939: Da sind der Rückgriff auf einen ethnischen Nationalismus und die Erfindung historischer Regionen, die erst nach dem Einsatz von Gewalt als gesichert gelten (?Sudetenland? und ?Noworossija?). Hinzu kommt die Unterstützung von Separatisten, die ohne ausländische Hilfe keinerlei Chancen hätten. Und nicht zu übersehen ist der Wunsch, ein europäisches System durch die Zerschlagung eines europäischen Staates zu zerstören.
...
Am 12. September 1938 sprach Hitler in einer Rede davon, die Deutschen müssten vor der tschechischen Ausrottungspolitik geschützt und das Land vollständig zerschlagen werden. Drei Tage später beschleunigte das Sowjetregime die ethnischen Säuberungen in seinen an Polen angrenzenden Regionen. Sowjetische Staatsbürger, die Mehrzahl davon ethnische Polen, denen man Spionage für das Nachbarland vorwarf, wurden kurzerhand hingerichtet.

In mündlichen Anweisungen an das örtliche NKWD hieß es: ?Die Polen sind vollständig zu vernichten.? So prüften die sowjetischen Behörden der Stadt Woroschilowgrad (heute Luhansk) im Rahmen der polnischen Operation während der Sudetenkrise 1226 Fälle und ordneten 1226 Exekutionen an. In den unmittelbar an Polen grenzenden Gebieten der sowjetischen Ukraine gingen sowjetische Einheiten im September als Todesschwadronen von Dorf zu Dorf. Polnische Männer wurden erschossen, polnische Frauen und Kinder in den Gulag geschickt. In der Region Schytomyr verurteilten sowjetische Behörden am 22. September einhundert Menschen zum Tode, am 23. September weitere 138 und am 28. September nochmals 408. Das war der Tag, den Hitler als letzten Termin für den Einmarsch in die Tschechoslowakei festgelegt hatte.

Die ?Sudetenkrise? wurde gelöst. In München beschlossen die Führer Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und Deutschlands, dass die Tschechoslowakei die von Hitler verlangten Gebiete abtreten müsse. Diese Schande ist bis heute nicht nur in Prag, sondern auch in London, Paris und Washington als solche in Erinnerung geblieben. Die sowjetische Politik in diesen Wochen ist dagegen vollkommen in Vergessenheit geraten. Doch die Säuberungen und die Mobilmachung waren das Vorspiel für die Politik, die Moskau ins Werk setzte, sobald die nächste von Hitler ausgelöste europäische Krise die Chance bot, Polen zu zerschlagen.
...
Schon immer gab es zwei Versionen des Zweiten Weltkriegs, da die Sowjetunion auf beiden Seiten kämpfte. Von 1939 bis 1941 war die Sowjetunion ein Verbündeter Nazideutschlands, der Erze, Erdöl und Nahrungsmittel lieferte, damit die Deutschen Krieg gegen Norwegen, Dänemark, die Niederlande, Belgien, Luxemburg und vor allem gegen Frankreich und Großbritannien führen konnten. In dieser Phase des Krieges war Stalin darauf bedacht, Hitler zu gefallen. Er erfüllte nicht nur alle Verpflichtungen aus dem Hitler-Stalin-Pakt wie auch aus dem Grenz- und Freundschaftsvertrag, sondern auch spezielle Bitten seiner deutschen Verbündeten - mit einer größeren Ausnahme. Stalin wusste sehr genau, in welcher Notlage sich die Juden in der deutschen Zone in Polen befanden. ...
...
Als Hitler Stalin verriet und die Wehrmacht im Juni 1941 die Sowjetunion überfiel, stand Moskau plötzlich auf der anderen Seite und befand sich schon bald in einer Großallianz mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Die sowjetische Propaganda überging den ersten Krieg mit Schweigen und feierte die sowjetischen Heldentaten im zweiten. Der Sieg im ?Großen Vaterländischen Krieg? wurde gleichsam zu einem zweiten Gründungsmythos der Sowjetunion und ist es in Russland und Weißrussland bis heute. In dieser Lesart musste der Hitler-Stalin-Pakt verleugnet werden, und zwar nicht so sehr, weil er ein Verbrechen war, sondern ein Fehler. Schließlich hatte der Pakt den Deutschen die Möglichkeit eröffnet, schon lange vor der Invasion 1941 an die Sowjetunion heranzurücken.
...
Zwischen 1939 und 1941, als die Sowjetunion und Nazideutschland befreundete Staaten waren, hörte man in der sowjetischen Gesellschaft auf, die deutsche Politik zu kritisieren, und begann Nazi-Reden zu veröffentlichen. An Gebäuden oder sogar auf Plakaten mit Porträts sowjetischer Führer tauchten Hakenkreuze auf.

Ein ähnliches Maß an Verwirrung zeigt sich heute in Russland. Im Staatsfernsehen gibt man den Juden die Schuld am Holocaust; dem Kreml nahestehende Intellektuelle rehabilitieren Hitler als Staatsmann; russische Neonazis veranstalten Aufmärsche zum 1. Mai; Versammlungen im Stil der Nürnberger Parteitage, mit Hakenkreuzen aus brennenden Fackeln, werden als antifaschistische Veranstaltungen präsentiert, Kampagnen gegen Homosexuelle werden als Verteidigung der wahren europäischen Zivilisation gefeiert. Im Zusammenhang mit der Invasion der Ukraine ruft Moskau die einheimische und europäische extreme Rechte dazu auf, sein Vorgehen zu unterstützen und seine Version des Geschehens zu verbreiten. Bei den jüngsten Wahlfarcen in den Oblasts Donezk und Luhansk wie auch bei dem früheren Scheinreferendum auf der besetzten Krim waren Politiker der extremen europäischen Rechten, darunter auch Faschisten, anwesend, um als ?Beobachter? die Gewinne in Russlands Krieg zu bestätigen. Diese ?Beobachter? sind durchaus kein exzentrisches Detail, sondern enthüllen die fundamentale aktuelle Bedeutung des Hitler-Stalin-Pakts. Tatsächlich hat erst die Ausrichtung an der extremen europäischen Rechten und gegen den europäischen Mainstream die Rehabilitierung des Hitler-Stalin-Pakts unvermeidlich gemacht...
...
Als Stalin sein Bündnis mit Hitler schloss, verfolgte er damit ein politisches Ziel. Er stellte sich vor, wenn er den Nazistaat bei dessen Kriegsbemühungen unterstütze, könne er die deutschen Truppen gen Westen richten und von der Sowjetunion fernhalten. So würden die der kapitalistischen Welt innewohnenden Widersprüche zum Vorschein kommen, und Deutschland, Frankreich und Großbritannien würden gemeinsam zusammenbrechen. Putin versucht heute auf seine Weise dasselbe.

Wie Stalin Adolf Hitler, die radikalste europäische Kraft, gegen Europa zu wenden versuchte, so versucht Putin heute dasselbe mit einem Mischmasch rechtsgerichteter Kräfte. Seine Verbündeten auf der extremen Rechten sind genau jene politischen Kräfte, die der Europäischen Union den Garaus machen und Europa ins Zeitalter der Nationalstaaten zurückwerfen wollen: Separatisten in ganz Europa (einschließlich der Putin bewundernden Ukip-Führung), große antieuropäische, rechtspopulistische Parteien (deren wichtigste ist der französische Front National) sowie der rechtsextreme Rand einschließlich Faschisten und Nazis.

Aber es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen Stalin 1939 und Putin 2014. Man kann Stalin zugutehalten, dass er ein reales Problem zu lösen versuchte. Hitler wollte tatsächlich die Sowjetunion vernichten. Putin dagegen hat keinen europäischen Feind. Aus Gründen, die bis heute rätselhaft sind, hat die russische Außenpolitik beschlossen, die Europäische Union als Gegner darzustellen. Aus Gründen, die im Augenblick niemand zu erklären vermag, hat Russland in der Ukraine einen Krieg begonnen und dadurch eine aus der Sicht elementarer russischer Interessen vollkommen unsinnige Entfremdung gegenüber dem Westen herbeigeführt. Die fruchtlose Suche nach einer strategischen Rechtfertigung für dieses Desaster hat dazu geführt, dass Russland eine der elementaren moralischen Grundlagen der Nachkriegspolitik über Bord geworfen hat: die Verurteilung von Angriffskriegen in Europa im Allgemeinen und des Angriffskriegs der Nazis 1939 im Besonderen. Die Rehabilitierung des Hitler-Stalin-Pakts ist nicht Ausdruck einer klaren Ideologie, sondern möglicherweise etwas noch Schlimmeres: eine Flucht in den Nihilismus als Abwehr des Vorwurfs der Unfähigkeit. Den Hitler-Stalin-Pakt billigen, heißt die Grundlage wechselseitigen Verständnisses in der westlichen Welt zugunsten einer kurzlebigen Taktik aufzugeben, die nur zerstören kann, aber nichts zu erschaffen vermag.

 

Seite: Zurück 1 | 2 | 3 | 4 |
1211 | 1212 | 1213 | 1213  Weiter  
   Antwort einfügen - nach oben