Dieser Artikel ist ein Beispiel von vielen, die dieser Tage im Wall Street Journal erschienen sind, in denen sinngemäß steht, dass...
1. Aktien noch viel höher steigen werden 2. DOW 15.000 erst der Anfang ist 3. Von Überbewertung keine Rede sein kann 4. Das Sentiment bei Kleinanlegern ottenschlecht ist, was bullisch sei 5. Die schlechten Wirtschaftsdaten in aller Welt weiteres QE und damit weitere Börsenanstiege "sichern" 6. Gold und Rohstoffe in einen neuen Bärenmarkt geraten sind, "weil" Anleger umschichten 7. Die nächste große Sause am Aktienmarkt kommt, wenn Anleger aus Bonds raus- und in Aktien reingehen...
usw. usf.
Damit macht das Blatt seinem Image als "Goldman-Gazette" (immer schön prozyklisch an Tops bullisch und an Tiefs bärisch) alle Ehre...
http://www.wallstreetjournal.de/article/...004578488982685110350.html
Von Dienstmädchenhausse keine Spur
Gute Kunde für Aktienkäufer. Der Anstieg des Dax von Rekord zu Rekord verläuft offenbar in geordneten Bahnen, von Überhitzung ist nichts zu sehen. Schon gar nichts von in Bausch und Bogen kaufenden Kleinanlegern, also einer Entwicklung, die im Börsenjargon auch gerne als Dienstmädchenhausse bezeichnet wird.
Im allgemeinen gilt dies nämlich als Warnzeichen. Wenn selbst unerfahrene und für gewöhnlich nicht am Aktienmarkt agierende Privatanleger noch auf den mit Hochgeschwindigkeit fahrenden Zug aufspringen wollen, mithin auch der Letzte gemerkt hat, dass am Aktienmarkt die Post abgeht, dann droht Ungemach. Die Erfahrung zeigt, dass dann das Ende der Fahnenstange so gut wie erreicht ist, also mit einer Gegenbewegung nach unten zu rechnen ist.
...trotz Rekordständen herrscht keine Euphorie.... Auch das von J.P. Morgan vorgestellte Investmentbarometer kommt zu beruhigenden Ergebnissen. Demnach sind die Privatanleger trotz der derzeitigen Börsenhausse vorsichtig: Nur 40,7 Prozent der deutschen Anleger halten es für wahrscheinlich, dass sich der deutsche Aktienmarkt in den kommenden sechs Monaten weiter positiv entwickeln wird.
...Der Anteil derjenigen privaten Investoren, die im nächsten halben Jahr Investments tätigen wollen, ist leicht gesunken und zwar von 40,7 auf 38,6 Prozent. Jean Guido Servais von J.P. Morgan Asset Management kommentiert diese Entwicklung so: "Die aktuelle Rally ist sicherlich die unbeliebteste der vergangenen drei Jahrzehnte. So sind wir noch weit von zu großer Euphorie der Anleger oder gar einer Spekulationsblase entfernt. Bei den aktuellen Bewertungen lohnt es sich sogar, trotz der erreichten Höchststände noch einzusteigen." (hört, hört, A.L.)
Die vierteljährliche bundesweite Befragung von rund 2.000 Bundesbürgern zeigt aber auch, dass sich der Anteil der Börsenoptimisten seit Juli 2012 auf aktuell 40,7 Prozent fast verdoppelt hat. [Damit ist alles zuvor Schwadronierte negiert, A.L.] Wenig verwunderlich, denn der Dax ist in diesem Zeitraum um immerhin rund 1.800 Punkte gestiegen, ein Plus von 28 Prozent. ...
...Investmentfonds sind weiter die beliebteste Anlageform (hört, hört, A.L.). Der Anteil der Investmentfondsanleger stieg auf 9 Prozent gefolgt von den Aktienbesitzern mit 7,2 Prozent und Anlegern in festverzinsliche Papiere mit 3,4 Prozent. Zu den Favoriten gehört daneben weiter Tagesgeld mit 9,6 Prozent.
...Die Rekordstände an der Wall Street haben bei den privaten US-Anlegern sogar für eine kleine Stimmungseintrübung gesorgt. Der Anteil der so genannten Bullen unter den Privatanlegern ist um 2,3 Prozentpunkte auf 38,5 Prozent gesunken.
Einer weiteren Rekordjagd an den Börsen scheint derzeit also zumindest stimmungsmäßig nichts im Wege zu stehen. "The Trend is your Friend" sagt ein wohlbekanntes Börsenbonmot dazu, Dienstmädchen an der Börse sind es dagegen nicht.
Tja, und was wäre, wenn diesmal alles anders ist? ;-)) |