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Der USA Bären-Thread

Seite 1 von 4561
neuester Beitrag: 24.11.14 02:00
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 114018
neuester Beitrag: 24.11.14 02:00 von: Kicky Leser gesamt: 8752721
davon Heute: 370
bewertet mit 417 Sternen

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38387 Postings, 3854 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

 
  
    #1
417
20.02.07 18:45
Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
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113992 Postings ausgeblendet.

485 Postings, 624 Tage BerixWunschdenken eines Analysten ..

 
  
    #113994
2
21.11.14 01:33
(ehemalige Berufsbezeichnung: Analzyste).
http://www.godmode-trader.de/analyse/...stufe-2-ein-ziele-bei,3963180
Auf einen Zeithorizont von 200 Tagen einen zeitlich gewichteten GD zu verwenden ist Unfug, der MA200 wurde eben nicht überwunden und mir erscheint eher das Auseinanderlaufen von MA und EMA bemerkenswert:  
Angehängte Grafik:
ema.jpg (verkleinert auf 62%) vergrößern
ema.jpg

542 Postings, 563 Tage Spekulatius1982katastrophenhausse

 
  
    #113995
21.11.14 02:14
nennt man das auch.
offt kam der bruch anfang eines jahres.
es ist im prinzip wurst. geht man heut mit einem faktorschein
short und verliert vielleicht noch 50% würden
trotzdem zum ende 500% und mehr rauskommen.
dx8srt, oder scheine auf dow, nasdaq, ....
werden alle in paar wochen wahnsinnig durchschießen  

38387 Postings, 3854 Tage Anti Lemming"fat (cat) enough to jail"

 
  
    #113996
2
21.11.14 10:07
Island-Banker muss in den Knast - Wall Street staunt

Sigurjon Arnason, Ex-CEO einer der größten isländischen Banken, muss wegen seiner Mitverantwortlichkeit für den 2008-Crash für ein Jahr in den Knast.

Und Wall Street reibt sich verwundert die Augen.

Denn das Island-Urteil wirft mal wieder die Frage auf, warum eigentlich kein einziger US-Banker - d.h. einer der Hauptverantwortlichen für die 2008-Finanzkatastrophe - ins Gefängnis gesteckt wurde.

Wall-Street-Banker haben sich stattdessen mit lächerlich niedrigen Zahlungen (Größenordnung: weniger als 1 % der durch die Suprime-Betrügereien vereinnahmten Beträge) an die US-Börsenaufsicht SEC von jeglicher Schuld und Strafverfolgung freigekauft. Nach den SEC-Zahlungen (ein Teil davon geht zur Entschädigung an die Betrogenen) werden die Betrugsfälle einfach ad acta gelegt. Danach findet keine straf- oder zivilrechtliche Verfolgung mehr statt.

Auch die Frage, ob die Banker schuldig sind oder nicht, wird durch die SEC-Zahlungen offen gelassen. D. h. die Zahlungen werden nicht als "konkludentes Schuldeingeständnis" gewertet, sie erfolgen ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.

Interessant ist dabei vor allem, wo die US-Klassenjustiz die Grenze zieht. Der private Hedgefonds-Betrüger Madoff war mit 50 Mrd. Unterschlagung offenbar noch ein kleiner Fisch - jedenfalls "klein genug", um ihn einzulochen. Hingegen blieben die "too-big-to-fail"-Banker von Goldman, JPM und Co. ungeschoren. Mit dem Pseudargument, ihre Institute seien "systemrelevant" (LOL).



www.zerohedge.com/news/2014-11-20/...-jail-banker-involved-2008-crash

Wall Street Stunned As Iceland Dares To Jail Banker Involved In 2008 Crash

The impossible is possible. Never say never. Wall Street bankers are staring agog at headlines coming from Europe where, in Iceland, the former chief executive of one of the largest banks in the country which was involved in crashing the economy in 2008 has been sentenced to jail time. As Valuewalk reports, in receiving a one year prison sentence, Sigurjon Arnason officially became the first bank executive to be convicted of manipulating the bank?s stock price and deceiving investors, creditors and the authorities between Sept. 29 and Oct. 3, 2008, as the bank?s fortunes unwound, crashing the economy with it. It appears he was as shocked by the verdict as Wall Street-ers are, "this sentence is a big surprise to me as I did nothing wrong." It was likely all for the people's own good...

Island-Banker Sigurjon Arnason - "fat (cat) enough to jail":  
Angehängte Grafik:
20141120_iceland.jpg (verkleinert auf 80%) vergrößern
20141120_iceland.jpg

38387 Postings, 3854 Tage Anti LemmingFonds gieren nach nächstem Zentralbanken-Coup

 
  
    #113997
3
21.11.14 10:57
Während Investments früher auf Basis von Fundamentanalysen vorgenommen wurden, regiert heute blinde Gier: Fondsmanager achten nicht mehr auf traditionelle Werte wie die Qualität von Firmen, die Bewertung von deren Aktien, landesspezifische
Wirtschaftsperspektiven usw., sondern nur noch darauf, welcher Zentralbank-Chef wohl das nächste dicke Gelddruck-Ding vom Stapel lässt.

Das ist erbärmlich.

So kommt es u. a. zu der Absurdität, dass Fonds-Glücksritter zurzeit in Heerscharen in den maroden japanisch Aktienmarkt "investieren". Der Nikkei legte in den letzten vier Wochen um satte 15 % zu (Chart unten).

Die Studie über das Kaufverhalten der großen Fonds stammt von Bank of Amerika. Dazu wurden 166 Moneymanager befragt, die zusammen 431 Mrd. Dollar an Assets verwalten.


www.marketwatch.com/story/...japan-is-wall-streets-new-bff-2014-11-21

Why the Bank of Japan is Wall Street?s new BFF
(A.L.: BFF = "best friend forever")

This is what we are now reduced to.

Professional investors once cared most about the quality of a company, the valuation of its stock, and the growth of the economy. No more. Today, if they are interested in one thing above all else, it?s to find out which central banker is going to hand out free money next. They?re basically trick-or-treaters, roaming the global village in search of the next sugar high.

That?s the gloomy implication from the latest world-wide look at how institutional money managers think, where they are placing their bets, and why.

Bank of America Merrill Lynch just surveyed 166 money managers around the world, who together control a thumping $431 billion in assets. (They have been doing this every month for years, and the results often make fascinating reading.)

What did they find?

The big money crowd has suddenly fallen in lurve with the Japanese stock market. And how!

A net 45% of money managers are ?overweight? Japanese equities, reports the Bank of America Merrill Lynch survey. In plain English, that means the number of investors who hold more Japanese stocks than their benchmarks would imply vastly exceeds the number who don?t.....

Nikkei-225 im Wahn des Gelddruckens: 15 % Plus seit Mitte Oktober  
Angehängte Grafik:
hc_1112.jpg (verkleinert auf 47%) vergrößern
hc_1112.jpg

38387 Postings, 3854 Tage Anti LemmingWer kann (will) Draghi noch bremsen?

 
  
    #113998
4
21.11.14 16:11
www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/...-tun-muessen/11014666.html

EZB bereit zu Staatsanleihe-Käufen
?Wir werden das tun, was wir tun müssen* ?
21.11.2014, 12:08 Uhr, aktualisiert heute, 12:17 Uhr

EZB-Präsident Mario Draghi macht die Tür zum Kauf von Staatsanleihen weit auf. Die Notenbank sei ?ohne unnötige Verzögerung? dazu bereit. Der Euro fällt rasch, die Aktienmärkte jubeln.

Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) kommt dem Einsatz noch massiverer Geschütze gegen die drohende Deflation immer näher. EZB-Präsident Mario Draghi erklärte am Freitag auf einem Bankenkongress in Frankfurt, er werde die schwache Teuerung wenn nötig mit allen Mitteln anheizen, um die Konjunktur in der Euro-Zone zu beleben. ?Wir werden das tun, was wir tun müssen, um die Inflation und die Inflationserwartungen so schnell wie möglich zu erhöhen, wie es unser Auftrag verlangt.?

Dafür sei die EZB unter seiner Führung bereit, bei Bedarf noch stärker an den Finanzmärkten zu intervenieren und über Wertpapierkäufe ? auch den umstrittenen Kauf von Staatspapieren ? mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen ? ?ohne unnötige Verzögerung?....

-------------------------

A.L.: *Und wer definiert diese "Müssen" - die Goldmänner?

Mit QE ist kein Blumentopf zu gewinnen, in Europa schon gar nicht:

www.ariva.de/forum/...-Verteilungsfrage-472111?page=1168#jumppos29211  

38387 Postings, 3854 Tage Anti LemmingJapan wird seine Schulden niemals zurückzahlen

 
  
    #113999
5
21.11.14 16:45
www.fuw.ch/article/japan-wird-seine-schulden-niemals-zuruckzahlen/

Lord Adair Turner, ehemaliger Chef der britischen Bankenaufsicht, empfiehlt der Eurozone und Japan die Monetarisierung. Die von der Zentralbank gekauften Staatsschulden würden damit verschwinden, wie er im Interview mit FuW erläutert.

Japan könnte der Eurozone zeigen, wie man mit einem riesigen Schuldenberg umgehen kann. Die Zentralbanken könnten die gekauften Staatsschulden abschreiben oder zumindest nie mehr einfordern ? das ist für Lord Adair Turner das zwangsläufige Szenario. In der Zukunft müsse man verhindern, dass Privathaushalte und die öffentliche Hand zu viele Schulden anhäufen. Das Interview fand am Rande einer Konferenz des UBS International Center for Economics in Society statt.

Lord Turner, die meisten Volkswirtschaften haben mit einem Berg an Schulden zu kämpfen. Private Schulden haben sich vor der Krise angehäuft. Nach der Krise sind die öffentlichen Schulden gestiegen. Wie können wir die Schulden abbauen?

Wir haben ein riesiges Problem. Die Gesamtsumme an Schulden, privaten und öffentlichen, ist so gross, dass wir kaum mit Wachstum aus diesem Schlamassel kommen. Manche sagen, man kann immer aus Schulden herauswachsen. Sie verweisen auf das Beispiel Grossbritanniens, das aus dem Zweiten Weltkrieg mit einem Schuldenstand von 240% des Bruttoinlandprodukts kam. 1970 waren es dann nur noch 50%. Aber wir konnten damals nur aus den Schulden herauswachsen, da 25 Jahre lang das BIP nominal 8% jährlich gewachsen ist. Wegen der Demografie und einer höheren Produktivität konnten wir ein reales Wachstum von 3% jährlich erreichen. Wir hatten ein unter enger Kontrolle stehendes Finanzsystem, in dem wir eine Inflation von 5% und Zinsen von 3 oder 4% hatten.

Die hohe Inflation liess den Schuldenstand also real sinken.

Länder kamen aus den Schulden nach dem Zweiten Weltkrieg nur durch Hyperinflation, Zahlungsausfall oder finanzielle Repression heraus. Sie hatten Inflation und reales Wachstum in einem Mass, wie es kaum wieder auftreten wird. Die höchste Inflation, die wir haben werden, wird bei 2% liegen. Und unsere reifen Volkswirtschaften haben einen hohen technischen Stand, sodass das erreichbare reale Wachstum bei höchstens 1,5 bis 2% liegt. Mit diesen Zahlen funktioniert es einfach nicht, aus den Schulden herauszuwachsen.

Wie werden wir den Schuldenberg denn los?

Ich kann Ihnen sagen, was in Japan meiner Meinung nach geschehen wird und wie es auf die Eurozone passt. Japan hätte vor fünfzehn Jahren das tun sollen, was Ben Bernanke geraten hat: Geld aus dem Helikopter werfen. Die Japaner hätten ein ständiges Haushaltsdefizit gebraucht, das mit Zentralbankgeld bezahlt worden wäre. Das haben sie nicht getan, und die öffentliche Verschuldung liegt nun bei 230% des BIP. Aber auch jetzt ist ihre beste Politikoption, und meiner Meinung nach ihre einzige, die Schulden zu monetarisieren, zu Geld zu machen. Die Regierung kann entweder die Schulden restrukturieren ? Verpflichtungen, die bisher 100 wert waren, sind beispielsweise nur noch 70 wert ? oder monetarisieren.

Wie würde diese Monetarisierung ablaufen?

Man ersetzt Staatsanleihen, die der Zentralbank gehören, mit einer neuen Form von Schulden, die nie fällig werden und keine Zinsen kosten. Die Bilanz der Bank of Japan würde ihre Grösse beibehalten, aber die Zentralbank würde Schulden nie zurückzahlen und darauf keine Zinsen bezahlen. Sie würden nur auf der Bilanz sitzen. Es ist wichtig zu verstehen, dass Geld eine unbefristete Form von Staatsschulden ist. Werden Staatsschulden unbefristete und zinslose Schulden, werden sie zu Geld. Und das nennt man Monetarisieren.

Es hört sich nach einem Allheilmittel an.

Es kann ein Allheilmittel sein, aber es hat Nachteile. Die Regierung der Unionsstaaten im US-Bürgerkrieg beispielsweise bezahlte einen grossen Teil ihrer Kriegsausgaben mit dem Druck von Greenback, Papiergeld. Das führte zwar zu merklicher Inflation, aber nicht zu so grosser Inflation, dass es zum Problem wurde. Das war ein Grund für das sehr schnelle Wachstum der Wirtschaft der nördlichen US-Staaten im Bürgerkrieg. Gleichzeitig hatten die Konföderierten das Gleiche getan, aber in einem solch grossen Ausmass, dass eine Inflation von 1000% erreicht wurde. Monetarisierung schafft nominal Nachfrage, damit ist sie ohne Kosten für die Regierung. Aber entscheidend ist das Ausmass. Manche Leute denken, man müsse ein verrückter Inflationstreiber oder ein Sozialist sein, um das zu unterstützen. Aber Milton Friedman schrieb in einem Artikel 1948, dass es logisch wäre für die Regierung, jedes Jahr ein kleines Haushaltsdefizit ? vielleicht 1% des BIP ? aufzuweisen und dafür mit Zentralbankgeld zu bezahlen. Er sagte, das sei besser, als Geld zu leihen und es zurückzahlen zu müssen.

Gibt es andere erfolgreiche Monetarisierungen?

Eines der besten Beispiele aus der Wirtschaftsgeschichte, bei dem es erfolgreich und in grossem Ausmass getan wurde, ist tatsächlich Japan. Finanzminister Takahashi verwendete von 1931 bis 1936 von der Zentralbank finanzierte Haushaltsdefizite, um die Wirtschaft aus der Rezession zu steuern. Er war sehr erfolgreich. Japan befreite sich früher aus der Grossen Depression als die meisten anderen Länder in den Dreissigern.

Warum wird diese Lösung dann nicht breiter diskutiert?

Wir haben um geldfinanzierte Haushaltsdefizite ein absolutes Tabu geschaffen. Das wurde aus einem Grund der politischen Ökonomie getan: Wir sind voller Angst, dass, wenn wir es mit einem kleinen Betrag machen, wir es mit grösseren und grösseren Beträgen machen wollen ? und dann würde es eine Hyperinflation wie in der Weimarer Republik oder Simbabwe erzeugen. Es ist wie ein Medikament, das in kleinen Mengen gut tut, aber in grösseren tödlich ist. Das berechtigte Argument aus der Sicht etwa der Bundesbank ist: Ja, technisch können wir es tun, und es würde uns helfen, uns von den Schulden zu erholen. Aber es ist einfach zu gefährlich, und wir sollten die Medizin nicht anfassen.

Aber Japan wird dieses grosse Experiment dereinst durchführen?

Wenn man in einer Situation wie Japan ist, wird man es tun ? ob man will oder nicht. Es ist ausgeschlossen, dass Japan seine Schulden jemals zurückzahlen wird. Und ab einem bestimmten Zeitpunkt wird der Markt diese Tatsache erkennen. Es wird eine wachsende Anzahl von Leuten geben, die japanische Staatsschulden ohne den Teil zählen, der von der Zentralbank gehalten wird.

Gibt es dabei keine Risiken?

Japan ist in einer sehr gefährlichen Situation. Wenn man durch eine Anhäufung von privaten und dann von öffentlichen Schulden in solchen grossen Geldbeträgen endet, können Änderungen in den Erwartungen am Markt höchst destabilisierende Effekte erzeugen. Bis jetzt stehen die Leute immer noch Schlange, um dieser hochverschuldeten Regierung weiterhin Geld für fast nichts auszuleihen. Aber wenn die Schulden einmal so gross sind, können kleine Änderungen in den Kalkulationen höchst destabilisierend wirken.

Und würden die Leute nicht das Vertrauen in den Yen verlieren? (A.L.: Das gleiche gilt für USA/EBZ: Würden bei einer überschuldeten Fed/EBZ die Märkte nicht auch das Vertrauen in den US-Dollar/Euro verlieren?)

Das ist ein Problem mit diesen grossen Schulden. Wenn die Leute schliesslich akzeptieren, dass die Regierung sich mit Zentralbankgeld und nicht mit Schulden finanziert, könnte sie eine grössere Inflation erzeugen, als die Bank of Japan es will. Dies könnte eine Abwärtsspirale auslösen: Inflation würde den Yen abwerten lassen, was die Inflation noch mehr anheizen würde. Das könnte zu steigenden Renditen für Staatsanleihen führen. Der Staat müsste höhere Zinsen auf den Teil der Schulden bezahlen, die nicht durch Geld finanziert sind. Aber es gibt Massnahmen, um diesen inflationären Effekt auszugleichen. Wenn die Zentralbank Staatsanleihen kauft, werden neue Reserven der Geschäftsbanken bei der Zentralbank geschaffen. Noch werden diese Reserven von den Geschäftsbanken nicht für neue Kredite genutzt, wie es die Anforderungen für Mindestreserven erlauben würden. Um die Banken daran zu hindern, mehr Geld zu schaffen, könnte man die Mindestreserven nach oben setzen. Das wäre ein Aufwischen, wenn der Stimulus zu gross wird.

Wird Japan denn Europa den Weg zeigen, wie man die Schulden loswird?

Für die Eurozone ist es viel komplizierter. Japan ist zumindest ein Land mit einer Zentralbank, die für eine Nation verantwortlich ist. Obwohl die Konsolidierung von Schulden vielleicht Regeln bricht, die als gute Zentralbankpraxis gelten, haben die Regierung und die Zentralbank das Recht dazu, da alles demselben Volk gehört. In Europa wird alles viel komplizierter: Wessen Schulden sollen abgeschrieben werden? In Japan ist die Sorge, dass mit dem Tabubruch der Monetarisierung die Regierung verantwortungslos wird und dann immer wieder mit dem Feuer spielt. In Europa ist es sogar schwieriger. Die Deutschen könnten sagen, dass Italien für die Schulden verantwortlich ist. Und bei einer Monetarisierung würde nur Italien profitieren. Die zusätzliche Inflation würde aber alle Länder treffen.

Aber was wird in der Eurozone passieren?

Im Laufe des nächsten Jahres, wenn sich die Wirtschaftslage in der Eurozone verschlechtert, könnte die Europäische Investitionsbank jede Menge Geld in Investitionsprojekte stecken und dafür Anleihen emittieren, die die EZB rein zufällig aufkauft. Die Gefahr ist: Wenn man vorgibt, keine Monetarisierung vorzunehmen, sendet man auch kein Signal an die Menschen, dass es möglich ist.

Werden die schwachen Länder der Eurozone jemals fähig sein, ihre Schulden zurückzuzahlen?

Ich bin mir nicht sicher, ob Italien seine Schulden zurückzahlen kann. Um die Schulden im Verhältnis zum BIP nur schon konstant zu halten, braucht Italien wegen des geringen Wachstums und der niedrigen Inflation einen primären Haushaltsüberschuss, also vor der Schuldenbedienung, von 3 bis 4% des BIP. Vielleicht wird das Land das weiterhin tun, aber politisch ist es sehr schwierig, diese Disziplin einzuhalten. Wenn der Markt glaubt, dass ein Land seine Schulden nicht mehr zurückzahlen kann, gehen die Zinsen für neue Schulden nach oben. Gibt es keinen Fortschritt auf Ebene der Eurozone, Monetarisierung zu akzeptieren, könnte Italien seine Schulden restrukturieren oder den Euro verlassen. Dann kann es seine Schuldenlast durch eine Renominierung in Lire senken.

Die Zentralbanken versuchen nun, die Effekte des Schuldenüberhangs auszugleichen, indem die Banken zu einer stärkeren Kreditvergabe angeregt werden.

Das ist, wie wenn man einen Kater bekämpft, indem man wieder Alkohol trinkt. Der Schuldenüberhang ist ja schon zu gross. Damit Schulden verschwinden, müssen sie zurückgezahlt, abgeschrieben oder monetarisiert werden. Grossbritannien konnte nach dem Zweiten Weltkrieg die Zinsen unter der Inflation halten. Es konnte die öffentliche Verschuldung zurückfahren, ohne die private Verschuldung anzuregen. Die Gesamtverschuldung, öffentlich und privat, ist während dieser Zeit gesunken. Aber wir sind jetzt in einem völlig anderen Umfeld. Wenn wir versuchen, aus den Schulden nur mit einer sehr lockeren Geldpolitik zu wachsen, wird im Jahr 2020 die Verschuldung im Verhältnis zum BIP noch viel grösser sein. Schulden wandern bloss von privaten Bilanzen auf die öffentliche Bilanz und wieder zurück auf die privaten ? mit dem Resultat, dass die Gesamtverschuldung zunimmt.

Warum sind die USA in einer besseren Situation als Japan oder die Eurozone?

Die USA schaffen es, nominal rund 3% zu wachsen. [A.L.: Na und? Was bringt das bei etwa ebenso hoher Inflation?] Damit sinkt die Verschuldung über den Nenner und nicht den Zähler des Schuldenquotienten. Es sieht aus, als würden die USA es schaffen, den Verschuldungsgrad durch die Erhöhung des BIP zu senken. Keynesianer würden das auch für die Eurozone vorschlagen. Aber es kommt auf die erreichbare Wachstumsrate an. In den USA beträgt sie vielleicht noch 2 bis 3%. Das Problem in Japan ist aber, dass das Wachstum eher bei 0,5 oder 1% liegt. Selbst wenn Japan ein Produktivitätswachstum von 1,5% erreichen würde, hätte es immer noch eine sinkende Erwerbsbevölkerung.........

....das Konzept der Österreichischen Schule ? kurzfristige Schmerzen zu akzeptieren, um eine langfristige Erholung zu erreichen ? erfährt immer noch viel Sympathie.
Das wurde von Reichskanzler Heinrich Brüning Anfang der Dreissigerjahre auch versucht. Und es endete nicht gut ? mit Massenarbeitslosigkeit, Deflation und dem Aufstieg Hitlers. Die Sichtweise Brünings bekommt immer noch viel Aufmerksamkeit in Ökonomie, Recht und Politik in Deutschland. Ich verstehe und respektiere, dass, wenn eine Regel fehlt, die Folgen von zu vielen Schulden tragen zu müssen, die Leute es immer wieder tun werden. Es braucht eine Lösung für unser Schlamassel, ohne dass das Signal gesendet wird, dass es keine Grenzen mehr gibt, da die Schulden später monetarisiert werden. Ich sage meine deutschen Freunden: Ich weiss, dass ihr auf die Lektion der Weimarer Hyperinflation fixiert seid. Aber solltet ihr nicht auf die Lektionen von Brüning genauso fixiert sein? 1928, vier Jahre nach der Hyperinflation, erhielten Hitler und die NSDAP 2% der Stimmen in den Reichstagswahlen. 1932 waren es 30% der Stimmen. Damals herrschte Deflation in Deutschland. Hitlers grosser Durchbruch bei den Wahlen kam durch die Deflation. Es gibt eine Verzerrung im kollektiven Gedächtnis der Deutschen, das sich zu sehr auf die Gefahr der Hyperinflation fokussiert und die Gefahr der Deflation unterschätzt.

Lawrence Summers verbreitete die These, dass wir in einer Zeit der säkularen Stagnation seien und wir Kreditblasen bräuchten, um neues Wachstum zu erzeugen.
Wenn wir Wachstum nur durch Kreditblasen, die alle paar Jahre in einer Katastrophe enden, erreichen könnten, wäre es dann nicht besser, sich auf ein jährliches Haushaltsdefizit von 1 bis 2% des BIP zu einigen, das durch Zentralbankgeld finanziert wird? Das wäre die logische Folge, wenn man an eine lang anhaltende säkulare Stagnation glaubt.


Lord Adair Turner

Der 59-jährige Adair Turner war von 2008 bis 2013 Chef der britischen Finanzaufsicht Financial Services Authority. Dabei war er massgeblich an der Gestaltung der Basel-III-Richtlinien zur Bankenregulierung beteiligt. Schon 2009 setzte er Zeichen mit einem «Turner Review» genannten Dokument für eine umfassende Reform der Finanzregulierung. Seit 2013 arbeitet er am Institute of New Economic Thinking, das teilweise von George Soros mitfinanziert wird. Lord Turner arbeitete in seiner Karriere unter anderem bei McKinsey und Merrill Lynch. Sein Studium in Geschichte und Ökonomie absolvierte er in Cambridge.
 

485 Postings, 624 Tage BerixNicht viel übriggeblieben von den Bären ...

 
  
    #114000
7
22.11.14 01:04

485 Postings, 624 Tage BerixTypisches Symptom eines Verfalltagsschocks ....

 
  
    #114001
1
22.11.14 01:16
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/24033435

Moderation
Moderator: st
Zeitpunkt: 22.11.14 13:54
Aktion: Löschung des Anhangs
Kommentar: Urheberrecht: Bild ohne Einverständnis des Urhebers veröffentlicht

 

485 Postings, 624 Tage BerixZur Not fressen Bären sogar Gold .....

 
  
    #114002
22.11.14 01:38
.... dieses hat zuletzt immer sehr zuverlässig auf CCI-Verkaufssignale reagiert. Ein solches Signal jetzt würde ggf. auch mit einem typischen Abprall vom BB außen nach Korrektur einhergehen:  
Angehängte Grafik:
gcc.jpg (verkleinert auf 62%) vergrößern
gcc.jpg

33330 Postings, 5506 Tage KickyChina:geringere Zinsen sollen Wirtschaft stärken

 
  
    #114003
2
22.11.14 11:18
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/...aetze-verringern-13278686.html
Wie die People?s Bank of China am Freitag mitteilte, werden die wichtigsten Zinssätze verringert. Mit Zinssenkungen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hatten bis zuletzt nur die wenigsten Volkswirte gerechnet. Die allgemeine Erwartung lautete, dass die Zentralbank ihre bisherige Politik kleinerer, gezielter Konjunkturhilfen etwa zur Stützung des Immobilienmarkts fortsetzt.

Der Schritt ist auch deshalb außergewöhnlich, weil es das erste Mal seit 2012 ist, dass die Notenbank ihre Hauptzinssätze verringert. Seither wurden lediglich kleinere Anpassungen etwa bei den Reserveanforderungen für kleinere Banken vorgenommen. Der Ausleihungssatz sinkt nun um 0,4 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent. Der Einlagensatz fällt um 0,25 Punkte auf 2,75 Prozent.......
Auf ihrer Kommunikationsplattform im Internet erklärte die Notenbank den Engpass unter anderem mit einem großen Liquiditätsbedarf wegen anstehender Börsengänge. Die Zentralbank sicherte zu, zusätzliche Mittel anzubieten, falls dies nötig sein sollte.

Finally, China?s Central Bank Cuts Interest Rate
http://blogs.barrons.com/asiastocks/2014/11/21/...cuts-interest-rate/
The People?s Bank of China has resisted analyst calls to cut interest rates for a good half year, preferring instead to use targeted cash injections into its policy banks. Between September and October, the central bank injected 770 billion yuan, or $126 billion, to China?s largest banks, via a short-term lending tool called the Medium-term Lending Facility.

But that targeted monetary easing has not worked very well. Credit growth continued to slow in October, while non-performing loans rose. Manufacturing in November stalled and on Friday, banks? repo rate shot up in Shanghai ahead of 11 new IPOs next week, a sign that liquidity is tight in China.

But China?s central bank finally relented, cutting the one-year deposit rate by 25 basis points to 2.75%, and the one-year lending rate by 40 basis points to 5.6%.
Financial markets love this. Pre-market, the iShares MSCI Emerging Markets ETF (EEM) jumped 1.9%, Vanguard FTSE Emerging Markets ETF (VWO) rose 1.8%, the iShares China Large Cap ETF (FXI) advanced 3.5%, the Deutsche X-trackers Harvest CSI 300 A-Shares ETF (ASHR) was up 4.7%.  

33330 Postings, 5506 Tage KickyRally in Brasilien: neuer Finamzminister Banker?

 
  
    #114004
1
22.11.14 11:24
Newspapers in Brazil are reporting that President Dilma Rousseff will name respected banker Joaquim Levy as her new finance minister, but that has not been confirmed and Rousseff has been critical of the press for early, incorrect predictions. So an announcement looks elusive today.

But Brazil?s market rallied mightily on Friday, with the Bovespa up 5% on anticipation of the minister news.The EGShares Brazil Infrastructure ETF (BRXX) rose 6.7% and the iShares MSCI Brazil Capped ETF (EWZ) rose 7%. State-controlled energy giant Petrobras (PBR), which has embroiled Rousseff and her government in a widening financial scandal, turned in a stellar performance, up nearly 12% Friday to $10.85 in U.S. trading.

Folha de Sao Paulo and Estado de Sao Paulo cited unnamed sources confirming the Levy appointment as Brazil?s finance minister, but Rousseff?s office said in a statement that names of new ministers would not be announced on Friday, according to Reuters. University of Chicago-trained Levy is chief executive officer of Bradesco Asset Management, an arm of Banco Bradesco. If the markets are any guide, Itau Unibanco Holding (ITUB) has outperformed Banco Bradesco (BBDO)  following news that Levy could be the next finance minister....
In a note earlier this week, anlayst Tony Volpon at Nomura wrote that ex-secretary Nelson Barbosa or current BCB head Alexandre Tombini were more likely candidates.
http://blogs.barrons.com/emergingmarketsdaily/...nister-rousseff-mum/  

33330 Postings, 5506 Tage KickySociete Generale zur Lage bei EM

 
  
    #114005
22.11.14 11:29
...Société Générale emerging markets Strategist Benoit Anne observes today that China?s rate cut is confirmation that global deflation fears are a driving theme for risky assets in emerging markets. He writes:

   While People?s Bank of China move is not technically easing, ?I would not underplay the significance of this signal for global emerging markets ? Today?s announcement has helped shift expectations of more PBoC easing, and that alone represents a major boost to risk sentiment. If you add to that stronger signals coming from the European Central Bank front as well, you end up with a market backdrop that remains highly supportive of EM local fixed income. Turkey and South Africa have been the star performers over the past few days. For instance, the 2y x-ccy rate in Turkey is down another 6 basis points today, for a combined 30 basis point move over the past week. But Poland?s rates have also done quite well, especially after the governor signaled that there was more easing room yesterday. The 2y PLN now is down to 1.80% with only 10bp of cuts priced in over the next two months. ? The performance of Brazil local rates has been truly spectacular, part of it being driven by hopes of market-friendly official appointments. From a pure strategy perspective, it makes sense to turn more bullish on Brazil, but you still have to be aware of elevated disappointment risks.?...http://blogs.barrons.com/emergingmarketsdaily/...s-rates/?mod=BOLBlog  

8478 Postings, 2678 Tage wawiduEinkommenssituation der US-Haushalte

 
  
    #114006
4
22.11.14 17:02
Dem folgenden Blog ist zu entnehmen, dass es 2011 für mehr als 90 % aller Haushalte keine Einkommenszuwächse gab. Dies hat sich in 2012 und 2013 nicht geändert.

http://www.diewunderbareweltderwirtschaft.de/2012/...uwachse-fur.html


http://research.stlouisfed.org/fred2/graph/?g=LU5  (Kaufkraft adjustiert)  

8478 Postings, 2678 Tage wawiduVerschuldung der US-Haushalte

 
  
    #114007
4
22.11.14 18:42
http://www.infowars.com/...-debt-in-america-that-will-blow-your-mind/

http://www.bloomberg.com/news/2013-03-21/...entage-owing-shrinks.html    

Warum wohl ist der prozentuale Anteil an Schuldnern gefallen? Weil Wohlhabende nur selten Schulden machen müssen.  

7586 Postings, 2957 Tage StöffenMilliardäre und Lohn-Deppen

 
  
    #114008
5
23.11.14 10:48

Dass die Klientel "weiter unten" seit geraumer Zeit kaum mehr etwas an relevanten Einkommenszuwächsen zu verzeichnen hat, nun, das ist ja nicht unbedingt ein Phänomen, welches man ausschließlich in den USA beobachten darf.
Nein, vielmehr titelte hierzulande im April diesen Jahres das omnipotente Meinungsmacher-Blatt "Bild", dass die deutschen Arbeitnehmer nunmehr

"DIE LOHN-DEPPEN EUROPAS" seien

http://www.bild.de/geld/wirtschaft/gehalt/...hnung-35671364.bild.html

Gemäß "Bild" findet die Minderung der Einkommenszuwächse seinen Hauptgrund darin, dass die deutschen Arbeitnehmer-/Innen halt die sogenannten Euro-Pleitestaaten finanzieren müssen und von daher für Lohnzuwächse hier keinerlei Spielraum besteht. Es mag dem geneigten Leser überlassen sein, sich einer dermassen platten Argumentation zuzuwenden. Bedenkenswert ist dies u.a. vor dem Hintergrund, dass die Schere zwischen den Gewinn- bzw. Vermögenseinkommen und den Arbeitnehmerentgelten in den vergangenen gut zwei Dekaden, gelinde ausgedrückt, mehr als erheblich auseinander driftet.

Was die USA anbelangt, so dürfte bei genauerer Betrachtung dieser Umstand sich ebenfalls als gewichtig erweisen, dementsprechendes Datenmaterial, welches Wawidu in #114006 hier eingestellt hat, erhärten diesbezügliche Annahmen. Ich hatte bereits ebenfalls hier http://www.ariva.de/forum/...ren-Thread-283343?page=4548#jump18727452 auf die bedenkliche Entwicklung der US-Haushaltseinkommen hingewiesen.

Was mittlerweile ein doch wesentlich prekäreres Bild abgibt ist der Fakt, dass in 2012 bereits von 316 Millionen US-Amerikanern nur 97 Millionen in Vollzeitstellen des privaten Sektors arbeiteten, Arbeitnehmer also, welche quasi somit die Steuern für den Rest der Bevölkerung erarbeiten. Und neben ihren eigenen Familien und Altersansprüchen müssen sie jedoch auch für die Ernährungsbeihilfen von 101 Millionen (sic!) anderer US-Amerikaner aufkommen.

Man muss sich da diese Stats aus God's own Country nochmals auf der Zunge zergehen lassen:

"That means the number of Americans receiving food assistance has surpassed the number of full-time private sector workers in the U.S."

http://cnsnews.com/news/article/...r-full-time-private-sector-workers

Dagegen sind in den Chefetagen des Managements schwindelerregende Einkommenssteigerungen zu verzeichnen. Die Vergütung amerikanischer Vorstandsvorsitzender (CEO) überstieg in 1980 den Durchschnittsverdienst in ihren Betrieben um den Faktor 42, in 2012 hingegen kassierten die Top-Verdiener bereits 380 Mal so viel wie ihre Angestellten.

Da stellt sich schon die Frage, ob wir es hier mit "God's own Country" oder wohl eher mit "Gangsta's Paradise" zu tun haben, in welchem das berühmte oberste Prozent der amerikanischen Einkommenspyramide ihren exzessiven Reichtum auf Kosten der überwiegenden Bevölkerungsmehrheit zusammenrafft.

Diese schroff-krass anmutende Klassenstruktur in den Vereinigten Staaten ist mittlerweile selbst den Superreichen wie Warren Buffett, George Soros und Abigail Disney wohl zu unangenehm. Diese Gruppe von Megareichen forderte US-Präsident Obama unlängst unverblümt auf, ihnen endlich die Steuern zu erhöhen:

"Coalition of Billionaires and Super-Rich Tell Obama: Make Us Pay More So the Poor Aren't Hurt"

http://www.alternet.org/news-amp-politics/...s-pay-more-so-poor-arent

Schlussendlich bleiben die USA ein riesiges und nicht immer durchgängig erklärbares Phänomen der gewaltigen Gegensätze. Ein Land, in welchem du auf der einen Seite grandiose und recht bewundernswerte Dinge entdecken kannst, auf der anderen Seite jedoch auch sehr viel bedrückende und abstossende Fakten wahrnehmen darfst. Scheinbar begreifen jetzt allerdings auch die größten Profiteure dieses Systems, dass die Devise "Winner takes it all" künftig für eine formidable Gesellschaftsordnung in dieser Form wohl so nicht mehr haltbar sein dürfte. Die vergangenen Jahrzehnte mit einer vorherrschend neoliberal-konservativen Hegemonie haben deutlich aufgezeigt, dass die Deregulierung der Arbeits- und Finanzmärkte eben gerade nicht zu mehr Wohlstand für alle führt.
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Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!

38387 Postings, 3854 Tage Anti LemmingLOL - "China fürchtet Deflation"

 
  
    #114009
1
23.11.14 12:16
Seit Jahren beschwören Wirtschaftsmedien chinesische Inflationsängste. Allenthalben warnten die Gazetten: "Chinas Inflation läuft aus dem Ruder".

Wenn aber alle Notenbanker der Westwelt das "Deflationsgespenst" - als Rechtfertigung für (unnötiges) Gelddrucken - aus der Flasche ziehen, kann sich das Land der Mitte diesem Sog offenbar nicht entziehen.

Hauptgrund für die Geldflutungs-Ankündigung ist mMn, dass China wegen der quasi fixen Anbindung der Renminbi an den US-Dollar und der aktuellen US-Dollarstärke unter Exporteinbußen leidet. Man könnte auch sagen: Abe fählt China mit Abenomics in die Parade.

Daher will (muss?) China jetzt offenbar mitziehen im westlichen Untergangsreigen. Dazu passt, dass China den Dollar-Peg lockern und seinen Kapitalmarkt für internationale Spekulanten (aka Wall Street) öffnen will.

Die Lehren aus Japans 1990-Finanzdesaster scheinen vergessen zu sein. Denn dieses Desaster ging zu einem Gutteil an die Öffnung des jap. Kapitalmarkts für internationale Spekulanten zurück. Diese Spekulation ließ Japans Grundstücks- und Immopreis in absurde Höhen schießen. Als sie wieder runter kamen, blieben Japans Banken auf faulen Krediten sitzen.

Aus diesem schlechten Beispiel hatte China ursprünglich gelernt. Zur Vermeidung ähnlicher Spekulationsblasen in China blieb erstens der Renminbi fix an den Dollar gebunden und zweitens Chinas Kapitalmarkt für Ausländer abgeschottet. (Diese Abschottung wurde durch Machenschaften des chin. Schattenbankensystems allerdings bereits aufgeweicht.)

Dass China nun (gezwungenermaßen?) ebenfalls auf Blasen-Heilung setzt , kann man als böses Omen und Vorzeichen bevorstehenden Niedergangs werten.

http://finance.yahoo.com/news/...china-ready-cut-rates-102547432.html

China ready to cut rates again on fears of deflation - sources

BEIJING (Reuters) - China's leadership and central bank are ready to cut interest rates again and also loosen lending restrictions, concerned that falling prices could trigger a surge in debt defaults, business failures and job losses, said sources involved in policy-making.

(A.L.: In China platzt zurzeit in der Tat die von privater chinesischer Spekulation getriebenen Immobilienblase. Und "wie immer" kommen beim Platzen einer solchen Blase auch die Betongoldpreise wieder runter. Das ist aber ein ökonomisch völlig normaler Vorgang. Das Aufwärts-Preismomentum ist verschwunden, und nach Erreichen des Kulminationspunkts kommen die Immo-Preise (ähnlich wie bei einer Wurf-Parabel) nun wieder runter. Eine solche gesunde Korrektur als "Deflation" zu bezeichnen ist grotesk - und zeigt, wie stark die Denke von Politikern und Geldpolitikern - selbst im fernen China - unter Wall Streets "Deflations-Getrommel" ethisch und moralisch unter die Räder gekommen ist.)

Friday's surprise cut in rates, the first in more than two years, reflects a change of course by Beijing and the central bank, which had persisted with modest stimulus measures before finally deciding last week that a bold monetary policy step was required to stabilize the world's second-largest economy.

Economic growth has slowed to 7.3 percent (LOL) in the third quarter and policymakers feared it was on the verge of dipping below 7 percent - a rate not seen since the global financial crisis...

"Top leaders have changed their views," said a senior economist at a government think-tank involved in internal policy discussions.

The economist, who declined to be named, said the People's Bank of China had shifted its focus toward broad-based stimulus and were open to more rate cuts as well as a cut to the banking industry's reserve requirement ratio (RRR), which effectively restricts the amount of capital available to fund loans....
 

485 Postings, 624 Tage Berix#4007 Wer hat denn nun zuviel Schulden?

 
  
    #114010
23.11.14 12:39
Die privaten Schulden in den USA sind nur ein Syptom einer Wohlstandsgesellschaft mit brummender Wirtschaft!??? Die Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung ist bei den Ami's wahrlich pathologisch.
 
Angehängte Grafik:
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38387 Postings, 3854 Tage Anti LemmingEZB-Bau in Frankf. 350 Mio. teurer als erwartet

 
  
    #114011
1
23.11.14 14:48
Wo ist das Problem. Kann Draghi die 350 Mio. nicht schnell drucken?

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/...euer-ezb-zentrale/

Blockupy in Frankfurt: Verletzte bei Demonstration vor EZB-Neubau

Bei einer Demo gegen die Euro-Politik und die EZB ist es am Samstag in Frankfurt zu schweren Ausschreitungen gekommen. Demonstranten hatten die Bauzäune für das neue EZB-Hauptquartier überwunden, wurden von der Polizei jedoch wieder zurückgedrängt. Der Neubau kostet die Steuerzahler mehr als eine Milliarde Euro und wird damit wesentlich teurer als geplant....  

38387 Postings, 3854 Tage Anti LemmingFed stützt Aktienmarkt durch Future-Käufe

 
  
    #114012
23.11.14 15:09
(Der BT ahnte es schon vor Jahren. Für die Schöpfung des Begriffs "Future-Pumpe", der inzwischen Gemeingut geworden ist, beanspruche ich das Copyright ;-))

www.zerohedge.com/news/2014-11-22/...tral-banks-are-buying-sp-futures

....The point here is, our general indices have been at that critical point now for a year, without "normal" reactions post critical points in time, from longer term time scales to intraday.  This suggests that many times, there is only an audience of one buyer, and as price goes up to certain levels, that buyer extracts all sellers.   After this year and especially this last 1900 point Dow run up in October, and post non-reaction, that I am 100 percent confident that that one buyer is our own Federal Reserve or other central banks with a goal to "stimulate" our economy by directly buying stock index futures.  Talking about a perpetual fat finger!  I guess "don't fight the Fed" truly exists, without fluctuation, in this situation.  Its important to note the mechanics; the Fed buys futures and the actual underlying constituents that make up the general indices will align by opportunistic spread arbitragers who sell the futures and buy the actual equities, thus, the Fed could use the con, if asked, that they aren't actually buying equities.

They also consistently use events through their controlled media, whether bad or good price altering news, to create investment behavior. The "ending" QE 3, and the immediate Bank of Japan QE news that night, and thus the ability to not quit QE using them as their front, and then propping our markets on Globex, like this is suppose to be good news, free markets totally dependent on QE, is one example.  Last night, Obama passing the amnesty bill, and the more great news about how Europe and now China are also printing money out of thin air and "stimulating" their economies with QE too, which in turn prompts the Fed to prop up overnight futures markets on Globex to make that look like great news as well.  I guess this is suppose to create a behavioral pattern for investors, that dependency on government gives us positive feedback and is good, much like Pavlov's dog and the ringing of the bell.

Why would the Fed prop up our stock market to begin with?  Weren't they just supposed to "stimulate" the treasuries market only, to keep interest rates low, indirectly, by an eventual direct purchase in secondary markets, keeping them propped up (for five years now!)?  Well, first of all as it relates to equities and utilizing the "Plunge Protection" mandate, why not just bypass the "plunge" altogether. Can't the definition of Plunge Protection be just that? Protection against a plunge instead of during a plunge? [A.L.: Das ist auf jeden Fall billiger... ;-)]  Doesn't propping the market equate to "Plunge Protection" since propping alleviates plunge and "protects" us?  Does it depend on what the definition of "is" is?  And really, doesn't the Fed buying futures directly alleviate those bankers who take their money in TARP or however means and then this money doesn't make its way into the very heart of what the public deems as its consumption motivator, higher stocks and real estate?  Plus, buying futures is a means of then delivering fiat cash upon every expiration, therefore, "stimulus" to someone who receives it.

The Fed boasts about having a printing press, and I guess this allows them to "fix" everything.  They "print money out of thin air" we keep hearing (which is true by the way) and with US taxpayer backing (fiat currency (always fails throughout history)), (perhaps post QE 3 there is an Executive Order for QE infinity), they sit on the actual bid and hold our treasury markets steady, and by buying out big sellers as they arise like Russia and China via their Belgium central bank franchise as an example, propping our dollar and then staying on that bid by other franchises, having constant bid flow into equity futures in real time hours and Globex overnite, all in order to retain US consumer confidence (since that is what we are suppose to continue to do) and the image of global strength to keep the dollar from losing its reserve status.  Their obsession of stopping a deflationary depression, has headfaked people like Bill Gross, formerly of PIMCO, and known to have started hedging long bond positions five years ago with the assumptions that Fed printing would be inflationary, and rates would move higher, but without the assumption of the perpetual direct bid in the market place by the Fed creating, "price discovery".  For now, that is.

In the end, which they know exactly when that is, the ultimate con is exposed through mass theft.  Americans finally find out what those guys on CNBC are talking about when they mention "inflation" and how it destroys buying power over time.  The end reflects the Fed stepping away from the bid in all markets.  Prior to this, of course, they prep their offshore fund accounts to take the other side and short dollar, short global equities, and short fixed income, with mass leverage for maximum gain.  I mean, why wouldn't they?  They are a private entity and are composed of non-US citizens with no accountability or oversight and they seem to be globalist humanists with a depopulation bent (Rockefeller Foundation). Why wouldn't they use our money to prop, their money to take other side in a massive global short play, then let it all crash by simply stepping off the bid of these markets.  They can then use the controlled talking heads who can relay the complexities of fiat money, index arbitrage, money velocity, currency and CDO swaps, with some geopolitical China worries, whatever, but really emphasize that the whole capitalistic system and constitution was flawed to begin with anyways, and that perhaps totalitarian fascism would be best for the country at this point since everyone's wealth is destroyed overnight and are literally hungry.  Perhaps Obama is just that person!  

Maybe Dinesh D'souza was right about Obama.  This is the way to destroy us, or "equal" the playing field globally by taking us down to third world status, is it not?  Leverage the American people's money by trillions of dollars at the tops of capital markets, then bury them in a death spiral?  Maybe Thomas Jefferson [A.L.: früherer US-Präsident] knew what he was saying' "If the American people ever allow private banks to control the issue of their currency, first by inflation, then by deflation, the banks and corporations that will grow up around them will deprive the people of all property until their children wake up homeless on the continent their Fathers conquered."   ....  

8478 Postings, 2678 Tage wawiduGeldumlaufgeschwindigkeit der letzten Jahre

 
  
    #114013
23.11.14 17:37
- kontraproduktiv für eine gesunde wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung?

Velocity of M1:   http://research.stlouisfed.org/fred2/graph/?g=PvM

Velocity of M2:   http://research.stlouisfed.org/fred2/graph/?g=Po0

Hierzu zwei Blogs, die die Zusammenhänge durchleuchten:

http://www.propagandafront.de/1211990/...geldschwemme-weiter-ein.html

http://der-klare-blick.com/?p=35947  

8478 Postings, 2678 Tage wawiduzu # 013

 
  
    #114014
23.11.14 19:49
http://research.stlouisfed.org/fred2/graph/?g=RL8

Seit 2010 ist die Geldmenge M2 um 3000 Mrd. $ angewachsen, der steilste Anstieg seit 1980. Die Umlaufgeschwindigkeit dieser Summe ist jedoch weitgehend geschrumpft. Gibt es in den USA vielleicht "schwarze Löcher", die das Geldmengenwachstum gierig aufsaugen und quasi in Qurantäne stellen?

http://research.stlouisfed.org/fred2/graph/?g=RKd

Einen noch steileren Anstieg seit 2010 hat die Geldmenge M1 verzeichet (mehr als verdoppelt!) - und auch hier schrumpft die Umlaufgeschwindigkeit eklatant.  

485 Postings, 624 Tage Berix#4012 - Future-Pumpe nach Anti Lemming

 
  
    #114015
23.11.14 22:15
Ich habe mir für den Zeitraum der HAusse das mal genauer angesehen, das Ergebnis entspricht nicht meinen Erwartungen: Das Gepumpe hat erst im November 2013 angefangen! Einen möglichen Grund dafür liefere ich im nächsten Beitrag.  
Angehängte Grafik:
futpump.jpg (verkleinert auf 60%) vergrößern
futpump.jpg

485 Postings, 624 Tage Berix#4015 - Das "Future-Gepumpe" erfolgt um den DOW ..

 
  
    #114016
23.11.14 22:23
über die deckelnde obere Tagestrendlinie zu heben. Auffällig ist das diese Trendlinie danach mit mehreren steilen Abwärtsbewegungen wieder nach unten gebrochen wurde.  
Angehängte Grafik:
futpump2.jpg (verkleinert auf 82%) vergrößern
futpump2.jpg

485 Postings, 624 Tage Berix#4014 - Sorry, Korrektur, es war im Mai und nicht

 
  
    #114017
23.11.14 22:39
im November. Die mögliche Erklärung liefert der Verlauf des SPI, nämlich die Überwindung des alten ATH. Für den DOW bleiben aber die Rückschläge unter die obere Trendkanalbegrenzung beachtenswert.  
Angehängte Grafik:
futpump3.jpg (verkleinert auf 85%) vergrößern
futpump3.jpg

33330 Postings, 5506 Tage KickyFällt Ölpreis auf 65 und wird das Fracking stoppen

 
  
    #114018
24.11.14 02:00
By Ambrose Evans-Pritchard

.... Data from the US Commodity Futures Trading Commission show that speculators have taken out big bets on crude oil futures. NYMEX net long contracts have reached 276,000. This is a wager that the OPEC cartel will soon cut output.

Yet there is little sign so far that the Saudis are ready to do so on a big enough scale to make a difference. JP Morgan expects US crude to slide to $65 over the next two months, a level that could lead to a "cumulative default rate" of 40pc for the low-grade energy bonds that have financed much of the fracking boom, if it drags on for two years.

Gordon Kwan from Nomura says OPEC (or at least the Saudi-led part) is "engaged in a price war with US shale producers" and will not rest until it has inflicted serious damage. He thinks Saudi Arabia will deflate US crude prices to $70 and hold them there for three to six months, targeting high-cost shale plays in the Bakken and Eagle Ford fields.

OPEC has a clear motive to do this. The US has slashed its net oil imports by 8.7m barrels a day (b/d) since 2005, equal to the combined exports of Saudi Arabia and Nigeria. Yet this game of chicken could be dangerous. There will be collateral damage along the way.

Deutsche Bank says the oil price needed to balance the budget is $162 for Venezuela, $136 for Bahrain, $126 for Nigeria, and over $100 for Russia. Algeria is extremely high, and already sliding into political crisis. Any one of these countries could fly out of control.

Nor is it certain that $70 oil prices will in fact stop the US juggernaut. Shale wildcatters have hedged much of their production by selling forward into 2015 and 2016. They can withstand a short hit. Citigroup's Edwin Morse says shale critics are "wildly underestimating" the resilience of key US fields. .....

http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/...-climate-deal.html  

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