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Der USA Bären-Thread

Seite 1 von 4637
neuester Beitrag: 17.04.15 23:21
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 115923
neuester Beitrag: 17.04.15 23:21 von: Navigator.C Leser gesamt: 9338528
davon Heute: 898
bewertet mit 421 Sternen

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40056 Postings, 3999 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

 
  
    #1
421
20.02.07 18:45
Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
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115897 Postings ausgeblendet.

40056 Postings, 3999 Tage Anti LemmingDax "schwer wie ein Stein"...

 
  
    #115899
1
17.04.15 16:46
www.onvista.de/news/dax-schwer-wie-ein-stein-2584059

...Nimmt man das Fibonacci-Retracement noch zur Hilfe und verbindet die letzten markanten Unter- sowie Oberpunkte der Rally seit Mitte Oktober, ergibt sich sogar ein Kursziel bei glatten 11.000 Punkten im DAX-Index. Wer an sowas nicht glaubt, konnte mit Sicherheit auch nicht daran glauben als es im DAX über die 2014´er Jahreshochs bis knapp 12.500 Punkte gehen sollte.
 
Angehängte Grafik:
17042015_dax_15-00.png
17042015_dax_15-00.png

8621 Postings, 2823 Tage wawiduEvening Star beim NYSE Composite Index

 
  
    #115900
4
17.04.15 18:29
Ein "Evening Star" (nach Gap Up zwei Kerzen, die erste weiß mit Docht, die zweite ein Doji, gefolgt von einem Gap Down) ist eines der stärksten bärischen Settings mit hoher Wahrscheinlichkeit für eine deutliche Trendwende. Beachtet auch den Gleitenden Durchschnitt MA 200, der aktuell waagerecht verläuft.  
Angehängte Grafik:
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40056 Postings, 3999 Tage Anti LemmingBloomberg-Terminals stürzen weltweit ab

 
  
    #115901
1
17.04.15 18:39
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/...erzen-weltweit-ab/

Chaos an den Börsen: Bloomberg-Terminals stürzen weltweit ab

An den Börsen ist am Freitag Hektik ausgebrochen: Sämtliche Bloomberg Terminals waren weltweit abgestürzt. Das Unternehmen konnte keine Erklärung liefern. Deals wurden verschoben, Geschäfte abgesagt. Händler sehen ?massive Auswirkungen auf den Primär- und Sekundärmarkt?. Man habe einen derart massiven Ausfall noch nicht erlebt. Bloomberg untersucht nun, wie es zu dem Totalausfall kommen konnte.  

35234 Postings, 5651 Tage KickySchäuble offenbar zu Fristverlängerung bereit

 
  
    #115902
17.04.15 18:40
für Griechenland
Wolfgang Schäuble droht Athen ein wenig ? und relativiert die Drohung im nächsten Atemzug. ?Wenn Griechenland in der Eurozone bleibt, dann muss es halt die Voraussetzungen schaffen?, sagte er gerade. Und was immer passiere, Griechenland bleibe auf jeden Fall Teil Europas und der EU. Im Übrigen müsse Athen eben spätestens bis zum Ende des laufenden Hilfsprogramms Ende Juni ?eine Lösung finden?.

Ist das nun ein ?Ultimatum? an Athen für den Verbleib im Euroraum, wie es am Donnerstag auch einige Finanzmarktakteure glaubten? Zweifellos will Schäuble angesichts der komplett festgefahrenen Gespräche der Kreditgeber mit der bockigen griechischen Links-rechts-Regierung ein wenig den Druck erhöhen.

Wichtiger ist aber etwas anderes: Ohne weitere Begründung kassiert der Minister die bisherige Frist ? Ende April ?, in der die Eurogruppe von Griechenland konkrete Reformfortschritte sehen wollte.Athen hatte im Februar eine entsprechende Liste bis zu diesem Zeitpunkt ausdrücklich zugesagt. Faktisch lautet Schäubles Botschaft also eher, dass es nun auch Ende Juni reicht. Eine Grexit-Drohung sieht anders aus.

Die Fristkorrektur ist nötig, um die auf den 24. April gerichteten Erwartungen zu dämpfen. Dann treffen sich die Eurofinanzminister in Riga, und bis vor kurzem war geplant, dass sie auf der Grundlage einer tragfähigen Athener Reformliste die noch vorhandenen restlichen Kredite des laufenden Hilfsprogramms freigeben. Zusammen mit den für das erste Quartal 2015 vorgesehenen Krediten des Internationalen Währungsfonds (IWF) hätten Athen dann weitere 7,2 Milliarden Euro zur Verfügung gestanden.

Mittlerweile ist klar, dass in Riga nichts entschieden wird, weil es nichts zu entscheiden gibt.Die ?Institutionen? der Ex-Troika aus IWF, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank (EZB) treten in ihren laufenden Verhandlungen mit Athen auf der Stelle. Sie finden in der griechischen Hauptstadt keine Ansprechpartner und bekommen teilweise nicht den notwendigen Zugang zu den Ministerien.
....
ist eine solche Zuspitzung wirklich zu erwarten? In der Eurogruppe gilt es als viel wahrscheinlicher, dass sich der Konflikt zäh bis in den Herbst weiterschleppt. Für die anstehenden Anleihetilgungen im Juli und August in mehrfacherer Milliardenhöhe könnte eine Lösung durch Teilauszahlung der ausstehenden Hilfskredite gefunden werden.

Auch wenn die Finanzlage des griechischen Staates prekär ist, bleiben kurzfristige Möglichkeiten der Zwischenfinanzierung. Am Donnerstag hieß es aus Athen, die Regierung erwäge einen Erlass, der alle staatlichen Institutionen und öffentlich-rechtlichen Betriebe zwingen soll, ihre Geldeinlagen an die griechische Zentralbank zu überweisen. Das soll helfen,dass fällige Schulden an den IWF und andere Verpflichtungen im kommenden Monat bedient werden......

Selbst wenn sich die aktuellen Liquiditätsprobleme lösen lassen, steht also die eigentliche Diskussion über die Zukunft des Landes noch bevor. Dass Athen in der zweiten Jahreshälfte ein neues Hilfsprogramm braucht, steht praktisch schon fest ? auch wenn die Bundesregierung davon nicht reden will.
http://www.faz.net/redaktion/werner-mussler-11104392.html

merkwürdig ambivalenter Artikel von Werner Mussler
habe mal die emotionelleren Teile weggelassen  

40056 Postings, 3999 Tage Anti LemmingDow Jones Jahresperformance 2015 wieder negativ

 
  
    #115903
1
17.04.15 18:48
 
Angehängte Grafik:
hc_108.jpg (verkleinert auf 85%) vergrößern
hc_108.jpg

35234 Postings, 5651 Tage KickyPoul Thomsen IMF Europa warnt vor Grexitfolgen

 
  
    #115904
17.04.15 18:49
Washington ? Poul Thomsen, der als Leiter des IMF-Europadepartements die Verhandlungen mit Griechenland verantwortet, hat am Freitag davor gewarnt, die Folgen eines Ausscheidens Griechenlands aus der Europäischen Währungsunion zu unterschätzen. Während die Kosten für Griechenland zweifellos sehr hoch wären, dürfe man auch negative Auswirkungen auf andere Länder und den Euro-Raum nicht auszuschliessen. Damit widerspricht Thomsen der zunehmend vorherrschenden Meinung, dass ein «Grexit» verkraftbar wäre. Thomsen machte deutlich, dass der IMF von einem Verbleiben Griechenlands in der Euro-Zone ausgehe, weil es dem erklärten Ziel der griechischen Regierung entspreche. Dass sich die Verhandlungen über die Bedingungen für eine Freigabe von Zahlungen aus den Hilfsprogrammen hinzögen, sei normal, wenn in einem Land eine neue Regierung ans Ruder komme. Der Prozess habe sich in den vergangenen Wochen stark verbessert, allerdings sei ein zusätzliches Momentum nötig. Klar sei, dass für eine Freigabe neuer Gelder ein umfassendes Reformprogramm vereinbart werden müsse. Niemand erwarte aber, dass das bereits im Hinblick auf das Treffen der Euro-Gruppe vom 24. April geschehen werde; vielmehr werde der Prozess noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

Nicht konkret äussern konnte sich Thomsen zur Liquiditätslage Griechenlands in der kurzen Frist. Der IMF habe keine detaillierten Einsichten. Allerdings würde in den kommenden Wochen eine Reihe von Rückzahlungen an den IMF fällig (insgesamt rund 2,7 Mrd. $ über die nächsten 2 Monate), die im Auge behalten werden müssten. ......

In seinem Anfang der Woche veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick hat der IMF für Griechenland ein Wirtschaftswachstum von 2,5% für das Jahr 2015 und 3,7% für 2016 prognostiziert. Das sei unrealistisch, gab Thomsen am Freitag zu. Man habe die Schätzung gegenüber früheren Prognosen unverändert gelassen, weil in Griechenland derzeit so viel im Fluss sei. Anpassungen würden erfolgen, wenn die Parameter des Reformprogramms bekannt werden.
http://www.nzz.ch/wirtschaft/warnung-vor-grexit-folgen-1.18524652  

40056 Postings, 3999 Tage Anti Lemming# 902 "die aktuellen Liquiditätsprobleme" in GR

 
  
    #115905
3
17.04.15 18:52
Die Griechen haben, wie wir hier seit 2010 schreiben, kein "Liquiditätsproblem", sondern ein Solvenzproblem.

Illiquide ist z. B. ein Schuldner, der der Bank 1 Mio. schuldet, kaum Bargeld hat, aber Immobilien oder andere Sachwerte (Sicherheiten) im Wert von 3 Mio.

Insolvent ist, wer (wem auch immer) (was auch immer) schuldet und komplett leere Taschen hat. Dazu zählt neben Griechenland übrigens auch die Ukraine.  

35234 Postings, 5651 Tage KickyHauptgläubiger wollen keinen Euro-Exit v.Greece

 
  
    #115906
17.04.15 18:54
Greece?s major creditors are not ready to let the country drop out of the euro as long as Prime Minister Alexis Tsipras shows willingness to meet at least some key demands, according to two people familiar with the discussions.

Chancellor Angela Merkel will go a long way to prevent a Greek exit from the single currency, though only so far, one of the people said. Every possibility is being considered in Berlin to pull Greece back from the brink and keep it in the 19-nation euro, the person said.

For all the foot-dragging in Athens, some creditors are willing to show Greece more flexibility in negotiations over its finances to prevent a euro exit, the second person said. The red line is that the Syriza-led government shows readiness to commit to at least some economic reform measures, said both people, who asked not to be named discussing strategy.

?Our view is that Greece is not going to exit the euro,? Stephen Macklow-Smith, head of European equity strategy at JPMorgan Asset Management in London, said in a Bloomberg Television interview on Friday. While both sides have ?very entrenched positions? in the negotiations, ?if you look at the way the euro-zone crisis has developed, in every case what you?ve seen is in return for firm action you get concessions.?......

http://www.bloomberg.com/news/articles/2015-04-17/...revent-euro-exit  

40056 Postings, 3999 Tage Anti LemmingDer wahre Grund für Schäuble Wankelmut

 
  
    #115907
4
17.04.15 19:02
(siehe # 902) ist, dass die Spreads* von portugiesischen (dunkelblau), spanischen (rot) und italienischen (schwarz) Staatsanleihen seit einigen Tagen hochschießen, siehe Chart unten.

Dies deutet darauf hin, dass der Markt im Falle eines Grexit mit "Ansteckungsgefahr" rechnet, die bislang (dank Draghi-"Put"?) gebannt schien.

Oder kurz und krass: Schäuble hat Schiss, dass ihm der Euro um die Ohren fliegt.

(* = Zinsdifferenz zu deutschen Staatsanleihen)





 
Angehängte Grafik:
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20150417_eueod2.jpg

40056 Postings, 3999 Tage Anti LemmingBritische Wettbüros: keine Wetten mehr für Grexit

 
  
    #115908
17.04.15 19:18
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/...hr-fuer-grexit-an/

Britische Wettbüros nehmen keine Wetten mehr für Grexit an

Der britische Buchmacher William Hill ist überzeugt, dass der Grexit kurz bevorsteht. Daher habe man alle Wetten auf einen Ausstieg Griechenlands aus dem Programm genommen.  

40056 Postings, 3999 Tage Anti LemmingWenn Cash zum "Hochzinspapier" wird...

 
  
    #115909
17.04.15 19:23
www.fuw.ch/article/negativzinsen-und-der-abgesang-auf-das-bargeld/

Negativzinsen und der Abgesang auf das Bargeld

Papiergeld wird bei Zinsen unter null zum Hochzinspapier. Das behindert die Geldpolitik der SNB. Ein Wechselkurs zwischen Bargeld und Geld auf dem Konto kann helfen.

Mit der neuen, seltsamen Welt der Negativzinsen wird sich jeder Schweizer spätestens dann auseinandersetzen müssen, wenn auch auf dem Privatkonto Negativzinsen drohen. Noch subventionieren die schweizerischen Banken die Privatkunden durch zu hohe Hypothekensätze.

Wenn denn aber einmal deren Kontosaldo wegen der negativen Verzinsung sinkt, wird auf einmal Bargeld als Anlage hoch interessant. Die Banknote als liquides Wertpapier mit Nullzins wird dann zur Hochzinsalternative.

Wenn Anleger vom Bankkonto in Papiergeld flüchten, wird aber die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) entkräftet. Sie will ja mit dem negativen Leitzins den Franken unattraktiv machen und damit gegenüber dem Euro schwächen. Ist der Negativzins für Privatanleger tief genug, könnte das massenhafte Lagern von Banknoten zum Geschäft werden. Damit könnte der Wertverlust auf dem Konto umgangen werden...
 

8 Postings, 3 Tage AlbertTahlerWie wahrscheinlich ist ein Grexit?

 
  
    #115910
1
17.04.15 20:00
Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, wie oft der Markt in den letzten 3 Jahren geschrien hat ?Ja, ein Grexit wäre wünschenswert?. Seit dem das Linksbündnis Syriza die Geschicke Griechenlands lenkt, erhöht sich das Risiko mit jedem Tag, dass Griechenland aus der Eurozone austreten wird und einen Zahlungsausfall erleidet.

Die neue Regierung hat eine sehr naive Ansicht ....

http://www.fxstreet.de.com/news/forex-news/...-4014-985f-b623168fb0e4  

40056 Postings, 3999 Tage Anti LemmingMarktpanik könnte Draghi-Put "wertlos" machen

 
  
    #115911
17.04.15 20:08
Draghis Euro-QE ist der "Joker", der PIIGS-Staatsschrott auf Kurs-Höhenflug hält. Das fragile Gebilde bekommt allerdings schon Risse (Chart in # 907).

Alle Bullen wetten im Prinzip darauf, dass Draghi als europäischer "Magier der Märkte" die (planwirtschaftliche) Kontrolle über Europas Bondmarkt innehat und und auch künftig innehaben wird. Das ist inzwischen schon Gemeingut geworden. Hier im Forum hören wir es fast tagtäglich - von Leuten wie Nikejoe, Lehna usw.

Bei solch einseitigen Wetten, die allein schon aufgrund ihrer Einseitigkeit labil werden (zu viele Leute auf einer Seite des Schiffes), frage ich mich immer, welche Überraschung denn nun eintreten könnte, um das Schiff kentern zu lassen.

Man ist bei Überraschungen natürlich auf Mutmaßungen angewiesen. Eine mMn recht triftige wäre: Draghis 60 Milliarden pro Monat (aus Euro-QE) reichen zur Marktstützung nicht (mehr) aus, weil im Monat X (Grexit oder Graccident) plötzlich zig Institutionelle ihre PIIGS-Staatsanleihen in Panikverkäufen losschlagen wollen. Würden z. B. in diesem Monat für 100 Mrd. PIIGS-Staatsanleihen "bestens" auf den Markt geworfen, dann könnte Draghi mit seinen 60 Mrd. den freien (Kurs-)Fall kaum bremsen. Würde Draghi infolge dieser Marktpanik bzw. zur Marktstützung sein monatliches Budget überziehen, so würde dies den Märkten kaum verborgen bleiben. Sie würden sich fragen: Muss der das aber nötig haben.

Mit anderen Worten: Das eh schon angekratzte Vertrauen in Draghis Planwirtschafts-Schneeballsystem könnte vollends verpuffen.

Die SNB war kürzlich die erste Notenbank, die vor der Marktmacht kapituliert ist (sie gab die Stützung des Franken bei 1,20 auf, weil sie MUSSTE). Wenn die EZB nun die zweite Zentralbank wird, die den Markt nicht mehr in den Griff bekommt.... ja, was kommt dann wohl?

Foto: http://i.usatoday.net/news/_photos/2012/01/18/...-TLRUA1A-x-large.jpg
 
Angehängte Grafik:
capsized-ship-threatens-marine-sanctuary-tlrua1a-....jpg
capsized-ship-threatens-marine-sanctuary-tlrua1a-....jpg

8621 Postings, 2823 Tage wawidu@NikeJoe - # 896

 
  
    #115912
17.04.15 20:27
Das Geldmengenaggregat, das am besten die problematische Situation der Amis erkennen lässt, ist Money of Zero Maturity (MZM):

Definition: Money of Zero Maturity (MZM)

Money of zero maturity (MZM) is a measurement of the total amount of money in the economy that is immediately accessible at par value to individuals and companies. In other words, MZM measures all of the money held in the following:

? Hard currency (coins and bank notes)

? Checking accounts

? Savings accounts

? Money market accounts.

Quelle: http://www.learningmarkets.com/...tanding-money-of-zero-maturity-mzm/

Deutsche Übersetzung: MZM ist ein Maßstab für die gesamte Geldmenge in der Wirtschaft, die für Privatpersonen und Unternehmen unmittelbar zum Pari-Wert zugänglich ist. Mit anderen Worten: MZM misst alles Geld, das in folgenden Anlageformen steckt: Bargeld plus Giro-, Sparkonten, privaten Geldmarktkonten plus institutionellen Festgeld- und Geldmarktkonten.

Zum 06.04.2015 belief sich diese Geldmenge auf 13,25 Bio. USD und ist damit größer als die Geldmenge M2 (11,9 Bio. USD).

Besonders aussagekräftig ist nun der Chart der Umlaufgeschwindigkeit von MZM, den ich in einem gesonderten Posting zeigen werde.
 
Angehängte Grafik:
mzm_money_stock.png (verkleinert auf 95%) vergrößern
mzm_money_stock.png

40056 Postings, 3999 Tage Anti LemmingDer Titelseiten-Kontraindikator

 
  
    #115913
17.04.15 20:27

8621 Postings, 2823 Tage wawiduUmlaufgeschwindigkeit von MZM

 
  
    #115914
2
17.04.15 20:37
Diese liegt aktuell an einem historischen Tiefpunkt, d.h. das in den unter # 912 genannten Anlageaggregaten gebunkerte Geld wird weitgehend eisern festgehalten und wandert kaum in die Wirtschaft. Dieses Geld ist zwar extrem liquide, doch diese Liquidität steht quasi unter Quarantäne. Seine Halter dürften es als "Notfallreserve"
ansehen.  
Angehängte Grafik:
velocity_of_mzm.png (verkleinert auf 95%) vergrößern
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9461 Postings, 5090 Tage andyyal wer sowas liest - frist auch klein kinder

 
  
    #115915
17.04.15 20:43

40056 Postings, 3999 Tage Anti LemmingDass die Amis und US-Finanzinstitute die Griechen

 
  
    #115916
17.04.15 20:48
weiter in der Eurozone halten wollen (# 904 + 906), entspricht das eher ihren geostrategischen Interessen als nüchternem ökonomischen Kalkül. Die Griechen sind bereits "auffällig" geworden dahingehend, dass sie die Russland-Sanktionen für sich kippen wollen. Außerdem wollen sie russische Raketen kaufen (sie BT-Postings der letzten Tage).

Daher haben die Amis natürlich kein Interesse am Grexit. Denn dieser würde die Griechen den Russen in die Arme treiben. Die Amis hätten dann die Ukraine  gewonnen ("kolonialisiert") und das geostrategisch ebenfalls wichtige Griechenland (Mittelmeerlage nahe Nahost) verloren.

Außerdem kostet es ja nicht ihr Geld, wenn Draghi Europas künftige Steuereinnahmen in dubiosen Rettungs- und Stützungsaktionen sowie mit  Euro-QE "verbrät". Zudem fließt ein erheblicher Teil des Euro-QE-Geldes in die USA, weil US-Firmen reihenweise Eurobonds emittieren [siehe dazu mein Posting vom 8. April: www.ariva.de/forum/...SA-Baeren-Thread-283343?page=4627#jumppos115690 ]  

8621 Postings, 2823 Tage wawiduNetflix - da wird ein großes Rad gedreht

 
  
    #115917
17.04.15 22:12
Der Kurs dieses Wertes ist wieder in neue Höhen vorgestoßen, doch hinter den Kulissen sieht es garnicht gut aus:

Unternehmensprofil: http://finance.yahoo.com/q/pr?s=NFLX+Profile

Kenndaten: http://finance.yahoo.com/q/ks?s=NFLX+Key+Statistics

Ein Trailing P/E (= Preis/Gewinne der letzten 12 Monate) von 132 und ein Forward P/E (= Preis/Gewinnschätzungen für die nächsten 12 Monate) von 158 kann nicht mehr als ambitioniert bezeichnet werden, sondern solche Zahlen sind nachgerade vermessen.

Ein Verhältnis Preis/Buchwert von 18,3 kann man vor dem Hintergrund einer Gewinnmarge (Profit Margin) von lediglich 4 % nur als "völlig entrückt" bezeichnen.

Nun aber kommt "der Hammer": eine Übersicht über Insidergeschäfte mit Gratisaktien für das Unternehmensmanagement:

http://finance.yahoo.com/q/it?s=NFLX+Insider+Transactions





 
Angehängte Grafik:
nflx10jd.png (verkleinert auf 82%) vergrößern
nflx10jd.png

3352 Postings, 2344 Tage DreiklangKonfetti-Draghi und der ELA-GR-Skandal

 
  
    #115918
2
17.04.15 22:18
Zunächst einmal ein Bild, dessen Komik kaum übertroffen werden kann.

?http://media.gotraffic.net/images/iRLNICxsYdN8/v1/-1x-1.jpg


Hier erscheinen die Rollen vertauscht: Im Normalfall ist es ja Draghi, der für das Werfen von Konfetti zuständig ist. Zum Thema: Die EZB hat seit Ausbruch der neuen "Griechen-Kriese" , im Zusammenhang mit der Wahl von Tsipras, ihre ELA-Hilfen kontinuierlich erhöht: Mitte Februar waren sie bei 65 Mia, letzte Woche bei 74 Mia, und da jede Woche eine Mia. dazukommt, stehen wir sicherlich bereits bei 75 Mia. Von daher ist auch klar, wie GR die letzte IMF-Tranche bezahlt hat: Mit ELA natürlich. Und das gedenkt es auch für die folgenden Tranchen zu tun. D.h. : der europ. Steuerzahler bezahlt derzeit alles, was an Verbindlichkeiten für GR aufläuft.

Das nimmt jeden politischen Druck von der Regierung, denn solange Draghi mitspielt, kann man auch weiter zahlen. Es ist schwer vorstellbar, dass dies ohne jedes Einvernehmen mit Berlin geschieht. Insofern ist Schäuble bisher nur ein Maulheld, der in New York Witzchen reißt und dabei noch Frankreich verärgert, was in der aktuellen Lage doch seltsam erscheint (Si tacuisses...)

Zur Abwicklung der Griechen-Kri(e)se gehört zwingend das Abschalten von ELA. Erst wenn die Gelddruckmaschine (die eig. Zentralbank via ELA) stillgelegt ist,werden die "Griechen kriechen kommen". Vorher wird sich NICHTS bewegen. Stattdessen versucht die internat. Finanzkamarilla die üblichen Erpressungsspiele. Das ist nichts neues. Doch entsprechende Vorbereitungen könnten getroffen werden. Da ein Ansteigen der Spreads südeurop. Anleihen sehr unerwünscht ist, könnte Draghi von seinen Möglichkeiten, Konfetti zu werfen, Gebrauch machen. Er könnte garantieren, dass die EZB südeurop.  Staatsanleihen (Portugal, Spanien, Italien etc) "jederzeit zu 85%-90% des Nennwerts" ankauft. (Das geht nat. nicht mit 60 Mia ? Aufkaufvolumen pro Monat, da muss die Festplatte schon andere Sümmchen hergeben).   Damit wäre jeder "Bondpleite" der Wind aus den Segeln genommen (Tatsächlich würde niemand verkaufen, da dann Zentralbankgeld entsteht, für das Negativzinsen anfallen), ganz abgesehen davon, dass ja in ? bezahlt werden würde und die Gelder nicht ohne weiteres (ohne gewaltige Währungsverluste) in den $-Raum transferiert werden könnten.  Käme eine solche Ansage, wäre auch klar, dass die Abschaltung der Gelddruckpresse für GR unmittelbar bevorstünde.

Die Meinung Berlins? Da Schäuble mit der bisherigen (Skandal-)Praxis der EZB bzgl. GR einverstanden ist, müsste er mit einer solchen Praxis der EZB erst recht einverstanden sein und man würde jedes Erpressungspotential seitens der gr. Regierung , aber auch der internat. Finanzpresse im Auftrag der Banken, still-legen.  

8621 Postings, 2823 Tage wawiduErgänzung zu # 917

 
  
    #115919
17.04.15 22:37
Die institutionellen Halter von Netflix-Aktien sind zum größten Teil Hedgefonds

http://www.nasdaq.com/symbol/nflx/institutional-holdings

Einer dieser Hedgefonds ist z.B. Capital Research Global Investors:

http://www.nasdaq.com/quotes/...ital-research-global-investors-767200  

545 Postings, 1554 Tage Navigator.C#115895

 
  
    #115920
1
17.04.15 22:59

"Eine Berechnung von Zinsen über einen Zeitraum von über 70 Jahren ist sicher keine leichte Aufgabe."



Das ist kein heutzutage kein Problem mehr,
und mit der Zineszinsformel leicht auszurechnen
(https://de.wikipedia.org/wiki/Zinseszins)

Es ergeben sich bei einem konservativ gewählten Durchschnittszinssatz von 4 %, schlappe 28,03 Mrd. ?tongue out

 wawidus "Bauchgefühl"
(Allerdings halte ich die griechische Forderung von bis zu 11 Mrd. Euro für zu hoch.)
liegt in diesem Fall nur um ca. 200% daneben.


Navigator.C

 

8621 Postings, 2823 Tage wawiduzu # 916: US corporate eurobonds

 
  
    #115921
17.04.15 23:01

545 Postings, 1554 Tage Navigator.CToast 3

 
  
    #115922
17.04.15 23:06
Japans Experiment scheitert
17.4.2015 ? von Stephan Ring.

Die Japaner scheinen wie in einem gigantischen Forschungslabor alle Experimente der Wirtschafts- und (Papier)Geldpolitik durchzuspielen. Verwunderlich ist nur, dass diese später dann ohne Beweis des Erfolgs bei uns nachgemacht werden. Dabei sind alle Ergebnisse im Gegenteil sogar eine Bestätigung der Kernaussagen der österreichischen Schule der Nationalökonomie. Fiat-Money kann strukturelle Probleme langfristig nicht lösen. Das Drucken von Geld und das Manipulieren der Zinsen führt nicht zu mehr realem Wohlstand einer Volkswirtschaft, sondern nur zu immer größeren Blasen.http://www.misesde.org/?p=9863

Harakiri-Ökonomie: Japan größter Bondhalter der USA

Über lange Jahre schleppte China das altersschwache Konsumschweinchen USA auf seinen Schultern durch den tiefen Schuldenmorast. Entgegen der Hoffnung jenseits des Atlantiks, blieb China jedoch nicht auf der Evolutionsstufe des Quitscheentchenproduzenten stehen. Mit einer gewaltigen Energie trieb man das Land nach vorne und entwickelte sich zu einer ernst zu nehmenden Wirtschaftsmacht. Mit dieser Selbstständigkeit nehmen die Chinesen auch langsam Abschied von der Hegemonialmacht USA, allerdings hat sich ein anderer willfähriger Gläubiger entwickelt. Dabei gibt es nur ein kleines Problem, der Gläubiger ist zugleich der weltgrößte Schuldner.

Wirft man einen Blick auf die Staatsverschuldung in Japan, dann wirkt Griechenland fast wie ein Musterschüler.
http://www.iknews.de/2015/04/16/...apan-groesster-bondhalter-der-usa/

Navigator.C  

545 Postings, 1554 Tage Navigator.C#115895 Teil 2

 
  
    #115923
17.04.15 23:21

Überlässt man die Berechnung aber sogenannten Profis, wie z.B der Sparkasse.


Kommen da ganz ander Summen zustande.



Sparkasse wirbt für 10.000-Euro-Kredit - und fordert nur 8150 zurück

foot-in-mouth

http://www.focus.de/finanzen/banken/dieses-angebot-waere-aber-auch-zu-schoen-bank-panne-sparkasse-wirbt-fuer-10-000-euro-kredit-und-fordert-nur-8150-zurueck_id_4615865.html

Navigator.C

PS: Das mit dem "heutzutage kein Problem mehr", muss ich wohl noch mal überdenken cool

 

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