Tja, jetzt hab ich den Rechner wieder angemacht. Und, die Self-Full Fiiling Prophecy läuft ja in vollem Gang. Alle Marktteilnehmer erwarten den DAX bei 4.800 Punkten, es wird so kommen. Aber das nur nebenbei. SI hat Recht, Vorsicht bei Gold-Zack. : Nachrichten ===================== Gold-Zack: E-Mail aus Amsterdam
"Übernahmeofferte" entpuppt sich mehr und mehr als tolldreistes Gaunerstück
Alles begann mit einer ominösen E-Mail, abgeschickt von einer yahoo-Adresse - und wird wohl nun ein Fall für den Staatsanwalt. Die Deproma Sechsundzwanzigste Vermögensverwaltung AG aus Berlin wolle Gold-Zack übernehmen, meldete die Nachrichtenagentur vwd in den frühen Morgenstunden - zum aberwitzigen Preis von 3 Euro je Aktie.
Bei Gold-Zack war man heftig überrascht ob des vermeintlichen Kaufinteresses. "Wir kennen Bieter und Angebot nicht, an uns ist niemand heran getreten", kommentiert Unternehmens-Sprecher Stefan Lutz die von Anfang an dubiose "Offerte" gegenüber wallstreet:online. Auch an Dietrich Walther, der 40 Prozent der Gold-Zack-Aktien hält, habe es keine Kaufofferte gegeben.
Rätselraten auch bei den zuständigen Behörden. Die Bundesanstalt für Finanzdiensleistungsaufsicht (BAFin), in der die Aktivitäten der ehemaligen Aufsichtsämter für das Kreditwesen, Versicherungen und den Wertpapierhandel gebündelt sind, hat ebenfalls keine Kenntnis von einer möglichen Übernahme. Eine solche hätte nach Rechtslage unter anderem über die Internetseite der Bundesanstalt und die DGAP veröffentlicht werden müssen - und somit einen Weg wie eine Ad-hoc-Meldung gehen müssen. Beides ist nicht geschehen.
Wie auch, stellt sich das ominöse Kaufangebot doch bereits nach kurzer Recherche als schwach getarnter Bluff heraus. Die Deproma Sechsundzwanzigste Vermögensverwaltung AG existiert unter diesem Namen nicht, ein Eintrag im Handelsregister am Amtsgericht Berlin-Charlottenburg gibt es unter diesem Namen nicht. Über die Handelsregisterangabe in dem fingierten Übernahme-Angebot kommt man an das Büro einer ähnlich benannten Deproma AG. Die befindet sich zwar in Berlin, ein Kontakt ist aber im Telefonbuch nicht eingetragen.
Ein Nachbar erklärt auf Anfrage von wallstreet:online, das Büro sei schon länger nicht besetzt. Später findet sich dann doch ein Verantwortlichen der Deproma AG, einem Immobilien-Projektierer, der allerdings erklärt, man habe mit der Offerte nichts zu tun. Ebensowenig mit der IPC Holding, einem Rückversicherer für Umweltrisiken, der auf den Bermudas seinen Sitz hat und als angebliche Mutter für die Deproma Sechsundzwanzigste Vermögensverwaltung AG in dem offensichtlich fingierten Angebot genannt wird. IPC erklärt auf Rückfrage, man habe keine Tochter mit diesem Namen und schon gar kein Übernahmeangebot für Gold-Zack abgegeben. Die "echte" Deproma AG überlegt derweil, die Staatsanwaltschaft einzuschalten.
Dass viele Aktionäre nach dem tolldreisten Gaunerstück, das nach wallstreet:online-Informationen seinen Anfang in der Region Amsterdam genommen hat, auf einem Kurs-Schaden sitzen, macht ein Blick auf den Kurs der Gold-Zack-Aktie deutlich. Notierte der Wert am Donnerstag zum Handelsschluss im XETRA-System noch bei 80 Cent, schoss die Notierung am Morgen unter extremen Umsätzen bis auf 1,49 Euro hoch. Viele Zocker vermuteten ein Schnäppchen, lag die Notiz doch immer noch 100 Prozent unter der vermeintlichen Übernahmeofferte. Mittlerweile ist der Kurs nahezu auf Vortagsniveau zurück gefallen.
Welche Folgen die Mail hat, bleibt abzuwarten. Man schaue sich prinzipiell alle auffälligen Handelsbewegungen an, heißt es bei der Handelsüberwachung der Deutschen Börse auf Nachfrage von wallstreet:online. Im Vorfeld der offensichtlich fingierten Übernahmemeldung hat es allerdings keine auffälligen Umsätze gegeben. Der Kurs lag, insbesondere auf Grund des extrem schwachen Verlaufs des Jahres 2001, unter Dauerdruck. Sollte sich der Verdacht auf Kursmanipulation bestätigen, sei ohnehin die Staatsanwaltschaft zuständig, sagt eine BAFin-Sprecherin. (mic)
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