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Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Seite 1 von 1489
neuester Beitrag: 28.07.15 20:21
eröffnet am: 04.11.12 14:16 von: permanent Anzahl Beiträge: 37201
neuester Beitrag: 28.07.15 20:21 von: Fillorkill Leser gesamt: 2819704
davon Heute: 2221
bewertet mit 86 Sternen

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20752 Postings, 4265 Tage permanentÖkonomen streiten über Verteilungsfrage

 
  
    #1
86
04.11.12 14:16
Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind

... (automatisch gekürzt) ...

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html

Moderation
Moderator: ksu
Zeitpunkt: 06.10.14 08:32
Aktionen: Kürzung des Postings, Threadtitel trotzdem anzeigen
Kommentar: Urheberrechtsverletzung, ggf. Link-Einfügen nutzen
Original-Link: http://www.handelsblatt.com/politik/...gsfrage/7328592.html

 
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37175 Postings ausgeblendet.

6506 Postings, 2446 Tage daiphongdeine Michel-Psychologie ist ne Milchmädchen-

 
  
    #37177
1
27.07.15 21:52
Rechnung. Was unterscheidet eine Bauindustrie von einer Exportindustrie?
genau
Häuser kann man schlecht verschiffen.
Man bekommt also von anderen vielleicht gar nichts dafür, selbst wenn man sich selbst massenhaft Villen und Flugplätze baut und reich wird und 2000 eine total fleißige Industrie hat. Die Schulden dafür muss man offensichtlich mit etwas anderem bezahlen.
außerdem liegt es vielleicht nicht nur an der Geldpolitik, dass Fiat nicht Audi heißt.

Deinen Telegraph, UK. Leitartikel hast du jetzt übrigens schon 10x reingestellt, diese Hetzerei wird davon nicht besser ;-o)  

13119 Postings, 2607 Tage Fillorkillder Dexit,

 
  
    #37178
2
27.07.15 21:55
also der Ausschluss Deutschlands aus der Eurozone, wäre natürlich die logisch richtige Antwort auf einen Michel, der seine Westanbindung und Modernität nur vorgekaukelt hat, tatsächlich aber alles andere als europareif ist. Nur wäre deswegen, weil die gesamte Konstruktion des Eurosystems inklusive der weltfremden, eigentlich verrückten Maastricht-Kriterien in die Hände eben dieses Michels gelegt wurde - im naiven Vertrauen darauf, dass ein Missbrauch ausgeschlossen sei und auch im naiven Glauben darauf, dass der relative ökonomische Erfolg Deutschlands auf den eigenen Saftladen übertragbar sei.  
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'das ganze ist das unwahre'

6506 Postings, 2446 Tage daiphongdiese Telegraph, UK. Leitartikel stammen

 
  
    #37179
27.07.15 22:10
offenkundig von der konservativen Brexit-Fraktion, und jener der British-Emire-Fraktion, die auf dieser Welt nichts lieber betreibt als Revanchismus mit den Deutschen (und Franzosen).

Ein bisschen sehr lächerlich, sowas hier unkommentiert zu zitieren.  

13119 Postings, 2607 Tage Fillorkillne Milchmädchenrechnung

 
  
    #37180
1
27.07.15 22:13
ist es zu glauben, man müsse nur die Ordoreligion und deine viel besungenen Sekundärtugenden verinnerlichen und schon brummt die Exportmaschine. Selbst im theoretischen Erfolgsfall müsste irgendjemand dafür ins identische Defizit - und aufkommen kann dafür logischerweise nur der, der sich für den Exportüberschuss fit gemacht hat. Mal angenommen, alle öffentlichen Hände dieses Planeten hätten über Schäubles Fiskallehre nachgedacht, diese für richtig befunden und zur Anwendung gebracht. Wohin wollten sie denn dann exportieren ?
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'das ganze ist das unwahre'

13119 Postings, 2607 Tage Fillorkillnichts lieber betreibt als Revanchismus

 
  
    #37181
27.07.15 22:28
Die Konservativen revoltieren gegen die Teutonische Union und ihre Goldmark, weil sie sich mit dem aufgenötigten Souveränitätsverzicht nicht abfinden können und wollen.

Die Sozialdemokraten revoltieren, weil die Idee eines sozialen, solidarischen und emanzipatorischen Europas in der Schäuble-Fassung nicht mehr enthalten ist.

Postmoderne und Neocons revoltieren, weil sie sich vom Michel getäuscht und hinter der Fassade regressiver Fiskallehren die Neigung zu als fatal bekannten Sonderwegen am Werk zu sehen.

Und der Michel revoltiert, weil er unter allen Umständen 'der angeschmierte' bleiben will.

Es wird also langsam eng...
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'das ganze ist das unwahre'

6506 Postings, 2446 Tage daiphong...aber Revanchismus ist ja dein Leben.

 
  
    #37182
2
27.07.15 22:34
Insofern ist es dir natürlich völlig egal, ob Putin-Russland, Tsipras-Griechenland, Brexit-British Empire, Front National, Krugman-USA, Stasi-Rentner oder sonstwer gegen die Bundesrepublik und ihre Bürger anstinken. Hauptsache, es stinkt.

#80 dein Revanchismus-Gegeifere begründet all deine Milchmädchenrechnungen, nicht umgekehrt, wie du behauptest. Sonst würdest du sofort bemerken, dass mindestens genauso oder sogar überwiegende die Defizit-Ökonomien die Überschüsse anderer definieren. Weil Importe einen Zahlungs-, Leistungs- und Vermögensausgleich für den Lieferanten erfordern - massenhaft importieren könnte ansonsten ja nun wirklich jeder ;-o)). Und dass im Kreditgeldsystem nicht  "alle öffentlichen Hände dieses Planeten" bestimmen, wer was wohin exportiert, weil wir nunmal nicht im Kommunismus leben, sondernder Austausch der Leistungen.  

13119 Postings, 2607 Tage Fillorkillalle öffentlichen Hände

 
  
    #37183
1
27.07.15 22:56
Da hast du natürlich recht. Von partiellen Ausnahmen wie Griechenland abgesehen handelt es sich um Moves des Privatsektors. Öffentliche Hände können sich nur funktional oder dysfunktional dazu verhalten. Das primäre Argument war aber, dass die erhoffte Exportstärke, auf die sich die gestrauchelten Eurozonenmembers hinarbeiten sollen, notwendig zu Lasten der deutschen Überschüsse gehen müsste - entweder im direkten Austausch oder indirekt auf den Weltmärkten. Euro und Brüning-Kur verhindern aber bereits theoretisch, dass es so kommen kann. Im Gegenteil, sie ruinieren die materielle Produktionsbasis der europäischen Konkurrenten (s Graphik)
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'das ganze ist das unwahre'

6506 Postings, 2446 Tage daiphongnatürlich muss Deutschland innerhalb

 
  
    #37184
2
27.07.15 23:11
innerhalb von Eurozone ins Leistungsbilanz-Minus, was für ein Problem hast du denn damit? Euro und Begrenzungen der Stastsüberschuldung fördern die Entwicklung ausreichender Exportkapazitäten in der Peripherie.

Mit Revanchismus bzw. einem Rassismus, der sich selbst alle Welt, alle Ökonomie, alle Politik ausschließlich aus Rassismus erklärt, wirst du nie kapieren, was sich da tut. Damit erzeugst du nur eine völlig abwegige autonome Subkultur.

 

6506 Postings, 2446 Tage daiphongEurozone hat bereits einen Überschuss

 
  
    #37185
3
27.07.15 23:37
in der Leistungsbilanz gegen Deutschland, einen kleinen.

im übrigen ist die Exportquote Deutschlands selbst in Europa nicht völlig aus dem Rahmen, siehe unten, wir sind hier halt nur ein großes Land.  
Angehängte Grafik:
eurostat_graph_teibp051.png (verkleinert auf 37%) vergrößern
eurostat_graph_teibp051.png

14547 Postings, 3297 Tage Malko07#37174: Dieses Bildchen

 
  
    #37186
3
28.07.15 08:33
wurde schon oft und wird noch oft von der Versicherungsbranche verwendet. Bezüglich Arbeitsmarkt und Altersversorgung ist es nur keinen Cent wert. Es kann aber manchmal Deutschnationalen Angst vor dem Aussterben machen.

In Westeuropa haben wir eins der am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt. Wir sind gezwungen Raubbau an Futtermitteln und Rohstoffen weltweit zu betreiben um uns am Leben zu halten. Der beste Umweltschutz und einen erheblichen Beitrag zu mehr Menschlichkeit wäre es, wenn wir deutlich weniger würden.

Bezüglich Arbeitsmarkt (und Altersversorgung) berücksichtigt dieses nationalistische Bildchen nicht wie kontinuierlich über die Jahrzehnte die Beteiligung des weiblichen Anteils an der Beschäftigung wuchs und weiter wächst. Und wächst er nur andeutungsweise so weiter wie die letzten Jahrzehnte werden alle diese absurden Versicherungsprognosen nicht andeutungsweise zu treffen. Allerdings muss dazu auch die Arbeit vorhanden sein, denn Arbeitslose tragen wenig zur einer positiven Entwicklung bei und müssen genau so wie die Kinder und Alten durchgefüttert werden. Riester und Rürup waren eben nur die sozialdemokratischen Verbrecher am Alterssicherungssystem. Lobbyisten von Maschmeyer, Allianz, ... eben.

Und wenn man schon unbedingt Prognosen (... sind schwierig da sie die Zukunft betreffen) tätigen will, kann man den Zuzug der Flüchtlinge und seine Kosten nicht unberücksichtigt lassen. Momentan strengen wir uns ja auch noch an die Kurden zu vertreiben, die Flüchtlinge werden uns also noch so bald nicht ausgehen. Und wenn man sie dann endlich in den Arbeitsmarkt integriert hat (so weit dieser es überhaupt zu lässt) werden wir wohl die Vielmännerehe einführen müssen.

Der Arbeitsmarkt wird auch bei uns nicht in den Himmel wachsen. Die Möglichkeiten der Produktivitätsgewinne und neuen Produkten sind technisch ziemlich ausgelutscht. Wir befinden uns schon in der Stagnation. Wann der nächste Zyklus beginnt ist schwer vorhersehbar. Kann Jahrzehnte dauern. Wir schneiden bezüglich des Arbeitsmarktes im Vergleich zu anderen Industrienationen auch deshalb so viel besser ab, weil bei uns die Nachfrage nach Arbeit schon erheblich zurückgegangen ist und zum anderen weil wir einen nicht geringen Anteil in Billigstjobs verfrachtet haben. Letzteres werden unser Nachbarn nicht mehr lange mitmachen und dann sieht es gerade bei Jobs mit geringer Qualifikationsanforderungen nicht mehr so rosig aus. Und in dieses Segment strebt ein großer Teil der Flüchtlinge.

 

14547 Postings, 3297 Tage Malko07#37185: Finnland ist ein

 
  
    #37187
3
28.07.15 08:45
schönes Beispiel wie schnell man vom hohen Ross fallen kann. Finnland ist mit dem Niedergang von Nokia abgestürzt. Man erinnere sich nur einige Jährchen zurück, welche Euphorie bezüglich Nokia herrschte. Jetzt stehen Finnland schlimme Zeiten bevor. Die Verschuldung explodiert und sie sind schon dabei feste auf die Ausgabenbremse zu treten. Keine schöne Zeiten.

Auch wir haben eine sehr große Industrie, welche sich schon sehr wahrscheinlich  schon in der Endphase befindet: Die PKW-Industrie. Wir sind nämlich nicht mehr in der Lage preiswerte Autos herzustellen. Wir bedienen praktisch nur noch das Edelsegment wie anno dazumal Großbritannien vor dem Ende ihres großen Automobilsektors. Bevor wir uns umschauen, kann es uns wie Finnland ergehen. Wir sollten also froh wegen der abnehmenden Bevölkerung sein.  

3056 Postings, 906 Tage SternzeichenUkraine: Die Serie hält!

 
  
    #37188
4
28.07.15 10:51
?Selbstmord?-Serie in der Ukraine geht weiter: Jetzt erhängen sich nicht nur Oppsotionspolitiker sondern auch Asow-Kommandeure

Laut dem Abgeordneten des ukrainischen Parlaments, Dmitriy Linko, soll sich Asow-Kommandeur Yaroslav Babich am Montag das Leben genommen haben. Der ?Selbstmord? reiht sich in eine ganze Reihe von ominösen Suiziden von Politikern und Journalisten. Bislang beschränkte sich die Serie jedoch immer nur auf Mitglieder von Oppositionsparteien und Maidan-kritische Journalisten.

Der Fall wird, wie ukrainische Behörden erklärten, ?einer gründlichen Untersuchung? unterzogen werden.

http://www.rtdeutsch.com/27224/headline/...ern-auch-asow-kommandeure/  

3472 Postings, 2445 Tage DreiklangMalko, warum verteidigst du eig. Draghi/EZB?

 
  
    #37189
3
28.07.15 11:34
Aus deinen logisch völlig nachvollziehbaren Gründen entnehme ich, dass du an Nachhaltigkeit im Finanzsystem interessiert bist.

Doch die Politik der EZB steht dem entgegen. Wenn die ernormen Kapitalflüsse in den "Club-Med" zurückgezahlt werden sollen, MUSS besagter "Club-Med" gegenüber Deutschland in einen Leistungsbilanz-Überschuss treten. Das bedeutet mehr Arbeit in den Südländern. Das bedeutet aber auch -systemisch betrachtet: Deleveraging, Geldvernichtung also. Obwohl - oder gerade WEIL - die Solvenz sich verbessert, wird Geld knapper (keine Sorge, es ist noch reichlich Geld vorhanden...)

Für Draghi ist das Teufelszeug. Da die weitere Aufblähung der Bankbilanzen ("4% pro Jahr") erklärtes Ziel ist, macht die EZB nun in QE. Damit erleichtert sie die weitere Verschuldung der Südländer. Die wiederum generieren staatlich induzierte Nachfrage und Wertschöpfung - und wir wissen, dass dies definitiv nicht zu solventen Strukturen führt. Der wesentliche Teil der Nachfrage in Griechenland z.B. wird über das Rentensystem finanziert und gegenfinanziert über die EZB dank ELA.

Die massiv von der EZB geförderte weitere Verschuldung der Südländer steht einem Abbau der Ungleichgewichte in der EU entgegen, führt zu fehlerhaft gebildeter Nachfrage, falscher Preisstützung und letztlich zu weniger Arbeit in besagten Ländern. Die EZB ist (wie viele andere Zentralbanken auch) ein Feind der Arbeitnehmer.


Es ist z.B. nicht Aufgabe der EZB den Griechen den Geldhahn abzudrehen.

Die EZB hat sich gefälligst um die Solvenz der griechischen Zentralbank zu kümmern, wenn diese denn das ELA-Konstrukt in Anspruch nehmen will! Was kann denn die gr. Zentralbank an belastbaren Sicherheiten bieten? Nichts!

Und warum war Tsipras plötzlich bereit, all das unterschreiben, was er vorher verweigert hatte? Nur deshalb, weil er weiter auf ELA gesetzt hatte und die EZB ELA eingefroren (nicht etwa zur Rückzahlung) aufgefordert hatte. Das alleine reichte, um Tsipras an den Verhandlungstisch zurückzubringen und nichts anderes. Wundersamerweise, kaum wird ELA wieder angehoben, hat man Griechenland nun wieder "Zeit".

Also, hier macht die EZB massiv Politik und zwar weitab von dem, was man von einer supranationalen Zentralbank zu erwarten hatte. Griechenland hätte man schon im Februar klar machen müssen, dass der TARGET-Saldo für das Tsipras-Chaos NICHT zur Verfügung steht. Dann wären die Herrschaften in Athen sehr schnell sehr kleinlaut geworden - statt noch, wie kürzlichst in den Medien zu lesen war, einen "Putsch" auf die Zentralbank zu planen. Was ein Witz ist, denn diese Zentralbank ist pleite und zu 100% vom Geld aus Frankfurt abhängig.

Fazit: Wenn Herr Draghi sein Amt ernst nähme und nicht als Agent von Goldman-Sachs wahrgenommen werden will, dann hätte er Deleveraging in Europa zu fördern und nicht massiv zu behindern.

Und Staatsverschuldung und Währung sind verschiedene Stiefel.

Nein. Nicht im "modernen" Fiat-Geld. Staaten und Zentralbank arbeiten vielmehr eng zusammen, um die Geldschöpfung weiter hochzutreiben. Den Schaden hat die Realwirtschaft ("Dauerkrise"...)

 

6506 Postings, 2446 Tage daiphong#86 dieses Bildchen

 
  
    #37190
2
28.07.15 11:34
bildet eine bedeutende Realität völlig korrekt ab, die Zahl der Menschen in den Generationen. Dass mein Sohn trotz aller Zuwanderung nur noch mit der Hälfte an Kindern aufwächst wie ich ehedem, ist einfach eine sehr weitreichende Tatsache. Die mag ja jeder interpretieren, wie er lustig ist...mal sehen, wie die neuen Generationen sie interpretieren.  

14547 Postings, 3297 Tage Malko07Es muss ja nicht jeder

 
  
    #37191
3
28.07.15 11:57
den Stress der geburtenstarken Jahrgänge erleben. Zuerst zu wenig Platz in der Schule, dann ein relativ zu geringes Arbeitsangebot und zum Schluss fehlender Platz auf dem Friedhof.

Das Bildchen mag korrekt ein, es suggeriert aber ganz schön am Thema vorbei etwas ganz anderes. Es passt eben vorne und hinten nicht zum Arbeitsmarkt. Das ist nämlich absolut keine Funktion der Bevölkerungspyramide. Und auch die wirtschaftliche Entwicklung hat damit nichts zu tun. Mag in einigen unsinnigen Makrowirtschaftsdaten sich widerspiegeln und das was es schon.

Und zu glauben die Zuwanderung müsste die Pyramide gesunden ist mMn etwas schräg. Eine nachhaltige Pyramide bedeutet nämlich Bevölkerungsexplosion und großes Elend!  

6506 Postings, 2446 Tage daiphong#89 keineswegs befeuert Draghis EZB

 
  
    #37192
1
28.07.15 11:59
eine Fortsetzung der Hausbooms in der Peripherie oder etwa eine große Staatsneuverschuldung sondern sie entlastet und rettet die Schuldner. Klar müssen die jetzt in Leistungsbilanz-Überschüsse kommen, und Deutschlands Überschüsse werden sinken. Das bedeutet aber kein schnelles Deleveraging sondern auch Neuinvestitionen auf allen Seiten in eine ausgeglichenere europäische Ökonomie.

Griechenland läuft außer Konkurrenz, ein Abwicklungsfall, da ist nichts exemplarisch.  

14547 Postings, 3297 Tage Malko07#37189: Weil die Politik

 
  
    #37193
4
28.07.15 12:13
über Jahre geschlafen hat und immer noch schläft, muss die EZB die Anleihen aufkaufen, so wie auch schon die Fed. Das hat absolut nichts mit Krediten oder Wirtschaftsförderung zu tun. Sie muss die Risiken der Anleiheblase vom Finanzsystem nehmen (reduzieren), damit dieses nicht bei den ersten Anzeichen einer Zinsnormalisierung den Bach runter geht.

Es ist Aufgabe der Politik festzulegen, dass Banken keine Staatsanleihen kaufen dürfen und es ist nicht die Aufgabe der EZB die Eurozone abzuwürgen.

Ich finde, wenn sich die Kritik bezüglich EZB auf Draghi reduziert, ist es absolut daneben. Riecht nach einem speziellen Rassismus: Er ist ja ein Südländer. Dabei ist Norditalien wirtschaftlich stärker als Norddeutschland. Er kann alleine überhaupt nichts bestimmen und man sollte sich mal anschauen, zu was die Bundesbank oder andere Nordeuropäer alle ihre Zustimmung gegeben haben. Sogar die Bundesbank war nicht prinzipiell gegen die Anleiheaufkäufe, sie war nur der Meinung es wäre noch zu früh.

Es war und ist auch nicht die Aufgabe der EZB Griechenland den Hahn abzudrehen. Auch das ist die Aufgabe der Politik. Sogar die Politik legt die Regeln für die EZB fest und nicht diese. Aber die Regeln sind nicht primär wichtig. Jede Notenbank braucht da große Freiräume. Es kommt eben darauf an, dass die Politik ihren Job tut, dann braucht die EZB ihr Regelwerk nicht auszureizen. Es war übrigens die Bundeskanzlerin die in Brüssel umgefallen war. Sie hätte genügend Rückendeckung durch andere Europäer gehabt.  

13119 Postings, 2607 Tage Fillorkilldie zaphod'sche Konterrevolution,

 
  
    #37194
1
28.07.15 12:26
sprich die Erzählung vom zornigen Michel, der es einfach satt hat, von eigentlich allen nur ausgenommen, von eigentlich allem nur unterdrückt zu sein, der eigentlich allem damit droht, dass seine kollektive Überwindung der vermeintlichen Opferrolle kein Zuckerschlecken werden wird, muss vor dem Hintergrund der ungerührten Sprengung des konsensualen Fundaments der Europäischen Union - vom Michel als deutsche Kapitulation ausgelegt - durch die Ordo-Politiker aus Berlin ganz anders gelesen werden.

Nämlich als Aufbruch zu einem erneuten deutschem Sonderweg, dessen Träger nicht wie zuvor irrtümlich angenommen auf sächsischen Strassen und Plätzen wüten, sondern in den Entscheidungsfunktionen des politischen Establishments das Unbehagen des Michels am Westen in Realpolitik umsetzen. Die 'Konterrevolution' kommt von oben, nicht von unten - was nicht zuletzt die hoffnungslose Perspektive der nationalen 'Grasswurzler' von Pegida, AFD und NPD erklärt.

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'das ganze ist das unwahre'

13119 Postings, 2607 Tage Fillorkillvon der EZB geförderte weitere Verschuldung

 
  
    #37195
28.07.15 14:42
Die Erzählungen der Michel haben durchaus auch etwas drolliges - wie etwa die vom Goldman-Draghi, der im Auftrag Washingtons, der Wallstreet oder des Westens überhaupt eskalierende öffentliche Deficite in der europäischen Peripherie ermögliche. Sachlich falsch ist daran eigentlich alles, bis vielleicht auf den Umstand, dass Draghi eine irgendwie funktionale Geldpolitik versucht unter den weltfremden Bedingungen des Ordo-Diktats aus Berlin / Frankfurt.

So sind die eskalierenden öffentlichen Deficite tatsächlich logische Konsequenz der aufgenötigten Brüning-Kur, die mit einer sparenden öffentlichen Hand die Rückabwicklung privater Kreditblasen - also das Sparen der Privaten - blockiert, darüber die gesellschaftliche Nachfrage und zuletzt die materielle Produktionsbasis erodiert, was sich dann eben auch in erodierenden Steuereinnahmen und trotz des Sparwillens höheren Sozialausgaben (der Staat kann sich nicht vollständig seiner Garantenfunktion entziehen) wiederspiegelt.

Anders als im Fall Griechenlands wurde Ländern wie Spanien oder Portugal die auf allen Ebenen versuchte Hintertreibung des Berliner Spardiktats zuletzt unter der Hand erlaubt, was dann auch ihr Geheimnis hinter der vermeintlichen Trendwende hin zu konsolidiertem Budget und Wettbewerbsfähigkeit ist.

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'das ganze ist das unwahre'

3472 Postings, 2445 Tage DreiklangWas macht Schweden besser?

 
  
    #37196
4
28.07.15 15:11
Schweden ist exportstärker als Deutschland (in Bezug auf Exporte außerhalb der Eurozone das exportstärste Land der ganzen EU...)

Haben sie Rohstoffe? Okay, Eisenerz in Kiruna. Aber Eisenerzmarkt läuft seit der Finanzkrise extrem schlecht.

Nutzen sie die "Vorteile" des Euro? Den haben sie nicht.

Nutzen sie die Vorteile hoher Staatsverschuldung? Nein, sie fahren ihre Staatsverschuldung zurück von einstmals über 80% auf jetzt ca. 30% - dh der Staat "enthebelt", und das seit ca. 15 Jahren.

Vielleicht hat Schweden kein Flüchtlings-Asyl-Problem? Nun, Schweden betreibt die generöseste Flüchtlingspolitik in der EU überhaupt.

Also, Schweden funktioniert mit hohem Export und ohne Euro, mit Sozialstaat , ohne hohe Verschuldung, also mit einem "Brüning"-Modell und nimmt sogar viele Flüchtlinge auf.

Die "10 Millionen Arbeitslose" im Deutschland der 90er kaufe ich nicht. Die sind jetzt nämlich mehr oder weniger auch noch da, nur eben versteckt als Minderbeschäftigung/Aufstocker. In den 90ern war das Potenzialwachstum in D. noch relativ hoch - ca 2 - 2,5%, während es seit der Jahrtausendwende kaum noch messbar ist (so 0,5% pro Jahr...) . Das heißt: Wir leben derzeit von der Aufbauleistung der 90er und eben nicht von den Schröder-Reformen (Niedriglohn) und den agonalen Merkel-Kabinetten. Schweden wächst realwirtschaftlich mit ca 2 -2,5% pro Jahr und das , man glaubt es kaum, bei rückläufiger staatlicher Nachfrage. Wie ist so etwas nur möglich? Kann nicht sein, darf nicht sein.

In punkto Wachstum haben die Nicht-EZ-Staaten der EU die Eurozone samt und sonders abgehängt. Der Euro hat realwirtschaftlich seinen Mitgliedsstaaten (auch Deutschland, wirtschaftlicher Benchmark mit skandinav. Staaten ist durchaus gerechtfertigt), geschadet. Er funktioniert einfach nicht. Man muss doch nicht immer wieder die Euro-Besoffenheit pflegen. Man will sich aber etwas vormachen.

 

14547 Postings, 3297 Tage Malko07Wenn bei dem einen oder anderen

 
  
    #37197
3
28.07.15 17:12
"kleinen" Randstaat (Schweden hat wesentlich weniger Einwohner als Bayern) die Währung schwankt, so schüttelt sich der Markt nicht mal, wenn das allerdings die großen Teilnehmer machen, herrscht Chaos. Und vergleicht man die wirtschaftliche Entwicklung zwischen Schweden und Bayern, sieht Schweden alles andere als toll aus. Bekannterweise hat Bayern aber den Euro. Wie kann das überhaupt sein? Und Deuschland knabbert noch immer stark an der Wiedervereinigung. Betrachtet man die schon verschobenen Unsummen und die täglich neuen Summen wäre ich gespannt, wie Schweden mit so etwas zurecht käme. Und wir werden noch sehr lange massiv an den Kosten der Wiedervereinigung zu tragen haben. Daran ändert auch nichts, dass es uns immer besser gelingt die Kosten zu verschleiern. Das ist kein Vorwurf an die neuen Bundesländer. Die sind nicht allein die Schuldigen, schuldig ist ganz Deutschland (Weltkrieg).

Die sogenannten Schröder-Reformen waren Größtenteils Aktionen um der Versicherungswirtschaft Umsatz zuzuschieben und der Finanzwirtschaft das Leben zu erleichtern. Die einzige notwendige Reform, weil nicht mehr bezahlbar, war die Abschaffung der Arbeitslosenhilfe. Diese hätte man einfach ersatzlos streichen können und sich den ganzen Brimborium mit Hartz 4 schenken können. Die Sozialhilfe hätte es auch gemacht. Die Eingriffe in den Arbeitsmarkt selber müssen wir jetzt Stück für Stück schamhaft rückabwickeln. Die Niedriglöhne waren eine Folge des Überangebots an Arbeitskräften und diese Entwicklung wurde noch zementiert durch manchen unsinnigen Zwang der mittels Hartz 4 ausgeübt wurde.

Dass es wieder aufwärts ging, hat wenig mit Hartz 4 zu tun. Es gab eben täglich weniger Arbeitskräfte im Angebot und die Wirtschaft hat sich gleichzeitig erholt.

 

13119 Postings, 2607 Tage FillorkillHerr Professor, was bedeutet 'Austerität tötet' ?

 
  
    #37198
2
28.07.15 17:34

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein griechisches Kind in Athen, wurden von einem Auto angefahren und benötigen dringend medizinische Hilfe. Ihre Mutter ist wie drei Millionen andere Griechen jedoch nicht mehr im Besitz einer Krankenversicherung. Sie kann sich die Police nicht mehr leisten. Jetzt einen Krankenwagen zu rufen, ist außerdem längst zum Glücksspiel verkommen, denn ein Großteil der diesbezüglichen Infrastruktur wurde aus Kostengründen stillgelegt. Aber auch wenn es Ihre Mutter mit Ihnen in ein Klinikum schaffen würde, müsste sie Wartezeiten von bis zu zwölf Stunden in Kauf nehmen und würde erst dann behandelt, wenn sie das Geld für die Not-Operation vorab in bar bezahlen kann.

In dieser Situation sterben jeden Tag Menschen in Griechenland, während die Troika dem Land unlängst noch weitergehenden Sozialkahlschlag aufgezwungen hat. Jens Wernicke sprach hierzu mit Prof. Athanassios Giannis von den Universitäten Leipzig und Patras, der zurzeit in Griechenland weilt.

Tp: Wie hat sich das in den letzten Jahren denn vollzogen? Welche Veränderungen im Alltag brachten die letzten sogenannten "Sparprogramme" mit sich? Welche Auswirkungen konkret hatten und haben sie auf die griechische Bevölkerung?

Athanassios Giannis: Folgende harten Fakten und Zahlen verdeutlichen die Situation in meinem Land: Mehr als drei der insgesamt rund 11 Millionen Griechen sind momentan ohne Krankenversicherung und also ohne Zugang zu medizinischen Leistungen und Medikamenten. 3,8 Millionen Griechen leben an der Armutsgrenze mit rund 430 Euro pro Monat und weitere 2,5 Millionen unterhalb derselben. Letztere versuchen mit durchschnittlich 230 Euro pro Monat zu leben und überleben. Das bedeutet: Rund 60 Prozent der griechischen Bevölkerung leben in Armut oder an der Grenze derselben.

Zudem haben um die 10.000 Menschen in den vergangenen fünf Jahren Selbstmord begangen. Und das in Griechenland, das heißt, im Land mit der bisher niedrigsten Suizidrate Europas. Und auch die Sterblichkeitsrate von Leuten über 55 Jahre hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

All diese Trends stehen in direktem Zusammenhang mit der Austeritätspolitik in Griechenland, mit der daraus resultierenden Arbeitslosigkeit und dem fehlenden Zugang zu medizinischen Leistungen und Behandlungen für chronisch kranken Menschen.

komplett: http://www.heise.de/tp/artikel/45/45553/1.html
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'das ganze ist das unwahre'

13119 Postings, 2607 Tage FillorkillSchweden funktioniert mit einem "Brüning"-Modell

 
  
    #37199
1
28.07.15 17:55
Auch so eine Michel-Erzählung. Wie jeder im Geschichtsbuch nachblättern kann, verdankt sich der relative ökonomische Erfolg Schwedens einem energischen keynes'schen Staatsinterventionismus in ernsten Rezessionen, bekannt geworden als 'Stockholm Solution':

Lessons from Sweden's response to its 1991 crisis

Credit crises the world over tend to follow a similar script: Easy access to money inflates a speculative bubble, the bubble bursts, prices crash, defaults soar, banks stop lending. In 1991, Sweden faced one of the worst such lockdowns the global economy has seen in the past 60 years.

At about the same time, Japan fell into its own financial crisis. But in sharp contrast to the Japanese, a rapid response by Swedish policymakers helped contain the damage and set the country up for more than a decade of strong growth. And while Sweden, with just 9 million residents, is dwarfed by the U.S., Washington might still learn from Stockholm's experience.

Following bank deregulation in 1985, Sweden's economy took flight in the late '80s. By 1990 real estate values and stock prices had more than doubled, business optimism appeared to know no bounds, and banks opened their coffers to just about all takers. Swedes thronged the new wine bars and restaurants popping up in Stockholm's streets and back alleys.

When the bust hit, it hit hard...The government's response: A $14billion restructuring fund and a takeover of Nordbanken, the hardest-hit player. The bank's bad loans were sold off at a steep discount to a new government-backed company called Securum, which was headed by Thunell. At one point the operation owned 2,000 buildings, controlled industrial companies such as chemical giant Nobel Industries, and employed 30,000 people. "The Swedes were smart, they moved quickly, and they knew how to organize the rescue," says John R. Macey, deputy dean of Yale Law School, who has written about the Swedish approach...Finally, there are times when governments may need to ignore ideology and recognize there is no other option but to intervene in business.

http://www.bloomberg.com/bw/stories/2008-03-12/the-stockholm-solution
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'das ganze ist das unwahre'

4359 Postings, 2187 Tage learnerIch könnte mir vorstellen, dass die Einwohner

 
  
    #37200
2
28.07.15 20:03
Schwedens durch ihr Sozialmodell weniger Ängste, aber mehr Vertrauen in die Zukunft haben. So lässt es sich besser Leben und auch Konsumieren.

Wo tendenziell Zukunftsängste grassieren wird halt gespart und das sollte doch in allen Ländern der Fall sein, wo Löhne und Sozialstandards gesenkt werden.

Wirtschaft ist Psychologie. Warum wundert man sich überhaupt, dass der Konsum in Europa in weiten Teilen am Boden liegt?
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Glücksbehindernde Überzeugung: "Ich verlange Gerechtigkeit und Fairness!"

13119 Postings, 2607 Tage FillorkillSchweden hat eine Menge Probleme

 
  
    #37201
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28.07.15 20:21
Aber seine Gesellschaft (die Kriege nicht kennt) hat sich auf einen Staatssektor geeinigt, der sich bis heute weitestgehend funktional verhält, also einerseits als grundsätzlicher Garant seiner Bürger und andererseits als ihr antizyklischer Counterpart. Und er kann sich auch so verhalten, weil die Kontrolle über Währung und Haushalt nicht an die Michel abgetreten wurde - sprich man im Bedarfsfall so viel Kronen drucken kann wie man gerade braucht. Finnland ist das Gegenbeispiel, die genesen gerade an der Brüning-Kur.

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'das ganze ist das unwahre'
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