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Der USA Bären-Thread

Seite 1 von 4535
neuester Beitrag: 15.09.14 23:48
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 113357
neuester Beitrag: 15.09.14 23:48 von: zaphod42 Leser gesamt: 8435504
davon Heute: 563
bewertet mit 415 Sternen

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37640 Postings, 3785 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

 
  
    #1
415
20.02.07 18:45
Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
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113331 Postings ausgeblendet.

8423 Postings, 2609 Tage wawidu@A.L. # 310

 
  
    #113333
2
13.09.14 22:49
In diesem Zusammenhang sollte man auch mal einen Blick auf die Price/Operating Earnings Ratio des S&P 500 werfen!

http://www.vectorgrader.com/indicators/price-operating-earnings  

37640 Postings, 3785 Tage Anti LemmingEZB-ABS-Aufkäufe = PIIGS-Konkursverschleppung

 
  
    #113334
4
14.09.14 09:12
auf Kosten der europäischen Steuerzahler.

www.nzz.ch/wirtschaft/...bei-der-europaeischen-zentralbank-1.18382674

Der Kauf von Aktiva wird für die EZB zum Minenfeld. Seine Wirkung ist umstritten, und die Nebenwirkungen wiegen schwer. Die Notenbank hat sich mit ihren jüngsten Ankündigungen selbst unter Druck gesetzt.0

Die Europäische Zentralbank (EZB) sorgt mit ihrem jüngsten Aktionsplan für Verwirrung. Die Beobachter der Notenbank, die sogenannten ECB Watchers, rätseln seit der Ankündigung vergangene Woche über die neu geplanten Marktinterventionen und über den Sinn der abermaligen Leitzinssenkung, die von ihrer Grössenordnung her bestenfalls homöopathisch wirken kann. Vor allem aber hinterfragen sie die Hast, die die EZB an den Tag gelegt hat, als sie neue Massnahmen ankündigte und weitere in Aussicht stellte, noch bevor die früheren verdaut waren.

Das Kernstück des neusten Aktionsplans sind direkte Käufe der Notenbank am Markt für verbriefte Kredite (vgl. Zusatzartikel). Die EZB setzt sich seit längerem für eine Anpassung der Regulierung von sogenannten Asset-Backed Securities (ABS) ein, Anleihen, die mit Krediten besichert sind. Zusammen mit der Bank of England plädiert sie für eine regulatorische Lockerung bei einfachen, transparenten ABS, wie sie in Europa üblich sind. Diese Initiative ist grundsätzlich zu begrüssen. Es ist richtig, zwischen den klassischen europäischen ABS, denen einfache Bündel an Autokrediten oder Firmenkredite zugrunde liegen, und den komplexen und intransparenten Vehikeln zu unterscheiden, mit denen vor Ausbruch der Finanzkrise in den USA Privathypotheken schlechter Schuldner so lange kombiniert, verbrieft, zerstückelt, wieder verbrieft, neu kombiniert und abermals verbrieft wurden, bis selbst für Spezialisten die zugrunde liegenden Risiken nicht mehr richtig ersichtlich waren. Es muss im Nachhinein als regulatorische Überreaktion gewertet werden, dass im Zuge der Subprime-Krise beide Arten von Verbriefungen verteufelt und entsprechend gleich hart reguliert worden sind.
(A.L. Da bin ich anderer Meinung: Jede Art von Verbriefung erhöht das Leverage im Finanzsystem.)

Doch die EZB beschränkt sich inzwischen nicht mehr allein auf ihren Einsatz für eine bessere regulatorische Differenzierung bei den Verbriefungen. Vergangene Woche hat sie sich auch als Käuferin für ABS ins Spiel gebracht. Sie will besicherte Anleihen in die eigenen Bücher nehmen, um den Verbriefungsmarkt zu stützen. Das Ziel der Käufe ist einerseits die Reparatur des Kreditkanals. Ist es für Banken attraktiv, Kredite zu verbriefen, weil die EZB ihnen diese abkauft, ist es für sie auch attraktiver, Kredite an die Realwirtschaft zu vergeben. Die EZB hofft, dadurch kämen besonders die gebeutelten KMU der Peripherieländer wieder leichter an Bankkredite. [A.L.: Damit werden die Risiken hochriskanter PIIGS-Firmenkredite auf den europä. Steuerzahler übertragen!] Anderseits will die Notenbank den ABS-Markt aber auch wieder in Gang bringen, um eine wichtige Refinanzierungsquelle für die Banken der Euro-Zone zu stärken.

Die Details zum ABS-Programm will EZB-Präsident Mario Draghi erst im Oktober bekanntgeben. Klargemacht hat der Präsident aber schon einmal, dass die Notenbank nur transparente und einfache ABS bester Bonität erwerben will. Die EZB verfügt über die nötige Sachkenntnis, um ABS auf ihr Risiko hin zu prüfen, denn sie hat bereits eine eigene Plattform, mit der sie Verbriefungen analysiert, jene nämlich, die ihr die Banken als Sicherheiten bei geldpolitischen Geschäften andienen. [A.L.: LOL - der Bankenprüfer-Bock wird zum Bankengärtner...] Es darf also davon ausgegangen werden, dass die Notenbank in der Lage ist, sichere von riskanten ABS zu unterscheiden. Der Vorwurf, die EZB werde «Ramschpapiere» in die eigenen Bücher nehmen, wie er in den vergangenen Tagen von verschiedenen deutschen Politikern und Medien erhoben wurde, ist daher unangebracht. [A.L.: Dass die EZB unterscheiden kann, schließt ihren Kauf von Ramschpapieren nicht aus, sondern macht ihn sogar wahrscheinlich: Die PIIGS-Banken wollen ihren Schrott schließlich loswerden. So hat z. B. die Banca Monte dei Paschi noch viele üble Kreditrisiken, die sie gern an die EZB/den europ. Steuerzahler loswürde.]

Trotzdem ist der geplante ABS-Kauf der EZB mit grossen Problemen verbunden. Erstens reduziert gerade der Fokus auf die «guten» Papiere den potenziellen Markt. Es ist ohnehin umstritten, wie gross der Markt der Papiere, die für die EZB infrage kommen, ist. Zielt die Notenbank vor allem auf verbriefte KMU-Kredite und auf Privathypotheken, wie sie angegeben hat, so ist das potenzielle Anlageuniversum überschaubar. Es wird geschätzt, dass derzeit rund 100 Mrd. € an KMU-ABS ausstehend sind, rund die Hälfte davon haben die Banken aber einbehalten, sprich als Pfand bei der EZB hinterlegt. Die Hypotheken-ABS dürften ein rund fünfmal so grosses Volumen haben, auch bei ihnen könnte aber lediglich die Hälfte am Markt verfügbar sein. Bedenkt man, dass die EZB davon jeweils nur die beste Bonität kaufen will und auch kaum Interesse an verbrieften australischen Krediten haben wird, wie sie am europäischen ABS-Markt ebenfalls anzutreffen sind, schrumpft das potenzielle Kaufvolumen weiter. Zudem wird die EZB nicht das gesamte ausstehende Volumen kaufen wollen, wenn es ihr darum geht, den Markt als solchen wieder in Gang zu bringen. Je kleiner das potenzielle Kaufvolumen, desto geringer ist aber auch der Effekt, den die EZB mit ihren Käufen erzielt. Draghi selbst hat in der Vergangenheit kein Hehl daraus gemacht, dass er das frühere Staatsanleihenprogramm der EZB (SMP) für wenig wirkungsvoll hielt, weil es mit seinen gut 200 Mrd. € zu klein war. Ob er nun mit den geplanten Eingriffen am ABS-Markt eine grosse Wirkung erzielen wird, ist nach jetzigem Wissensstand aber auch umstritten.

Ein weiteres Problem bei den geplanten Käufen besteht darin, dass der Verbriefungsmarkt im Segment der besten Bonität auch am besten funktioniert – dort gibt es für die Notenbank also wenig zu reparieren. Wollte sie etwas bewirken, müsste sie eigentlich im schlechtesten Segment intervenieren [eben, eben A.L.], was sie nach eigenen Angaben nicht will, um die Risiken in der eigenen Bilanz in Grenzen zu halten. Zudem darf nicht vergessen werden, dass selbst bei ABS bester Bonität die zugrunde liegenden Risiken stark korreliert sein können. Eine Rezession in der Euro-Zone könnte beispielsweise sehr viele europäische Kreditnehmer gleichzeitig in Schwierigkeiten bringen. Das Ausfallrisiko dieser Kredite trägt aber die Notenbank, wenn sie ABS in ihren Büchern hält. Viel gravierender ist jedoch, dass die Notenbank mit ihren Käufen grobe Verzerrungen am Markt schaffen wird.Erstens verzerrt ein so grosser Käufer wie die EZB die (relativen) Preise von ABS gegenüber anderen Anlageklassen, was zu Fehlallokationen führt. [A.L.: Dazu zählen auch neue Projekte wie später ungenutzte Provinzflughäfen, weil zum Zeitpunkt der Planung ja noch alles nach AAA aussieht. Wenn man solche Kredite verbriefen und der EZB umhängen ann, werden solche (Pleite-)Projekte auch umgesetzt.]  Zweitens – und das ist in der Währungsunion besonders brisant – sind die ABS in Europa genauso wie die Pfandbriefe geografisch sehr ungleich verteilt (vgl. Grafik). Die EZB entlastet die Banken der Euro-Zone also ungleichmässig, wenn sie ihnen ABS abkauft. Gleichzeitig werden die Risiken in den Büchern der Notenbank aber von allen Euro-Staaten gemeinsam getragen, weshalb die EZB-Intervention zu einer Risikoumverteilung in der Währungsunion führen wird. [Klartext: Die Nordländer haften für private Problem-"Investitionen" in den PIIGS - darunter neue und später nicht genutzte Provinzflughäfen und Maut-Autobahnen]

Nicht nur Wirkung und Nebenwirkung der geplanten ABS-Käufe werfen Fragen auf, es ist auch umstritten, ob die Interventionen zielführend sind. Die EZB will durch sie den Kreditkanal reparieren, also die Kreditvergabe der Banken an die Realwirtschaft ankurbeln. Doch in jedem ihrer Berichte zur Kreditsituation in der Euro-Zone der vergangenen Quartale gab die Notenbank an, dass die stockende Kreditvergabe mindestens zur Hälfte nachfragebedingt war. Viele europäische Unternehmen fragen schlicht keine Kredite nach, weil sie wegen der düsteren Konjunkturaussichten gar nicht investieren wollen. [A.L.: Mein Reden!]. Abhilfe brächten hier Strukturreformen, welche die Konjunktur ankurbeln; die ABS-Käufe der EZB wirken hingegen lediglich angebotsseitig. [A.L.: Genau die bleiben aber aus, wenn Draghi die Märkte mit Phatomgeld zuscheißt.] Zudem plant die EZB die Verbriefungskäufe unkonditioniert. Anders als das bedingte Langfrist-Geld (vgl. Zusatzartikel), das an die Auflage der Kreditvergabe gebunden ist, unterliegen die ABS-Käufe keinen Auflagen [A.L. da freut sich die Banca Monte dei Paschi...]. Es kann nicht einmal ausgeschlossen werden, dass die Banken die Mittel aus ABS-Verkäufen an die EZB in Staatsanleihen stecken – ein trauriges Déjà-vu aus dem früheren Langfristgeld (LTRO).

....Es besteht die Gefahr, dass die EZB in den vergangenen Monaten so viele Programme gleichzeitig lanciert hat, dass sie deren Wechselwirkungen noch gar nicht abschätzen kann. So kann beispielsweise nicht ausgeschlossen werden, dass sich die bedingte Langfrist-Liquidität TLTRO und die ABS-/Covered-Bond-Käufe gegenseitig torpedieren. Realistischerweise werden sich die Banken sehr genau überlegen, was für sie besser ist: das Langfrist-Geld der EZB zu nehmen oder ihr stattdessen bei Liquiditätsbedarf ABS und Pfandbriefe zu verkaufen. Sollte für viele Banken die zweite Option attraktiver sein, könnte dies den Erfolg der TLTRO erheblich einschränken. Die mit den geplanten Käufen verbundenen Probleme sind mannigfaltig, und die EZB hat für entsprechend viel Unsicherheit gesorgt.

...Ob der Aufregung über den neusten Aktionsplan der Notenbank ist eine Aussage Mario Draghis von vergangener Woche in den Hintergrund gerückt, die in Tat und Wahrheit die grösste Aufmerksamkeit verdient hätte. Der Präsident erklärte vergangene Woche, die Notenbank plane eine Ausdehnung der Bilanz des Euro-Systems auf die Länge, die sie 2012 hatte. Das Ziel aller unkonventionellen Massnahmen der vergangenen Monate, also die bedingte Langfrist-Liquidität und die Kaufprogramme für ABS und Covered Bonds, gab der EZB-Präsident an, sei eine Ausdehnung der Bilanzsumme auf die Länge von Anfang 2012. Im Januar 2012 betrug diese 2,7 Bio. €, im März desselben Jahres 3 Bio. €, und heute erstreckt sie sich auf gut 2 Bio. €. Dies war das erste Mal überhaupt, dass die EZB die Länge der Bilanz als Politikziel formuliert hat; dies kommt einem Strategiewechsel gleich.

Der Fokus auf die Länge der Bilanzsumme als neue Zielvariable birgt immense Risiken. Hat sich die Notenbank einmal auf die Verlängerung der Bilanz eingeschossen, könnte die Art von Aktionen, die zum Erreichen dieses Zieles nötig sind, plötzlich eine untergeordnete Rolle spielen – auch die Art der Aktiva, die sie zur Ausdehnung der Bilanz erwerben könnte. Da es schwierig werden wird, mit den bereits geplanten Aktionen die Verlängerung der Bilanzsumme um bis zu 1 Bio. € zu erreichen, drängt sich die Frage auf, welche Schritte als nächste kommen, um das Ziel zu erreichen.

Draghi hat die Notenbank mit seiner Aussage unter Zugzwang gesetzt. Seit seiner Aussage rätseln die Marktteilnehmer darüber, wie die EZB diese Länge der Bilanz erreichen will. Was, wenn TLTRO und Verbriefungskäufe nicht ausreichen? Kauft die Notenbank dann Unternehmensanleihen oder gar Staatsanleihen? Letzteres ist besonders den stabilitätsorientierten Mitgliedsländern der Währungsunion rund um die Deutsche Bundesbank ein Dorn im Auge. Auch wenn Direktoriumsmitglied Yves Mersch diese Woche betont hat, die beschlossenen ABS-Käufe seien keine Ouvertüre zu einer quantitativen Lockerung mittels Staatsanleihen, wird ebendies befürchtet. Zum Erreichen des neuen Bilanzsummenziels könnte irgendwann jedes Mittel recht sein; Käufe von Staatsanleihen würden somit salonfähig.

Diese Befürchtung ist berechtigt. Fairerweise muss aber gesagt werden, dass einer Zentralbank nicht mehr viele andere Optionen übrig bleiben, wenn sie bei den Leitzinsen das untere Ende erreicht hat. Und da die meisten Aktiva, welche die EZB erwerben könnte, zu geringe Marktvolumina aufweisen, als dass ihre Interventionen eine grosse Wirkung zeigen dürften, bleiben am Ende nur die Staatsanleihenmärkte übrig, die für wirkungsvolle Interventionen geeignet sind. Doch wegen der speziellen Natur der Währungsunion, in der sich souveräne Staaten dazu verpflichtet haben, nicht für die Schulden der anderen aufzukommen, und der gemeinsamen Notenbank die monetäre Staatsfinanzierung explizit verboten haben, ist bei diesem Schritt die grösste Zurückhaltung geboten. Er sollte nur erfolgen, wenn die Preisstabilität in der Euro-Zone akut gefährdet ist. Aus dieser Warte ist die Hast, welche die EZB im September an den Tag gelegt hat, sehr kritisch zu betrachten. Der Datenkranz, der ihr im September vorlag, unterschied sich nicht fundamental von jenem der Vormonate; die Preisstabilität war also nicht wesentlich gefährdeter als zuvor. Es gab somit auch keinen dringenden Grund, die Bilanzsumme als neue Zielvariable einzuführen, zumal es der Notenbank bewusst sein musste, welch heikle Implikationen dies in sich birgt. Die EZB hat sich mit ihrem «Übereifer» selbst einen Bärendienst erwiesen, besonders da sie nun weitere Aktionen «liefern» muss, um ihr neues Ziel zu erreichen. So wird sie zur Gehetzten ihrer eigenen Politik.

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FAZIT A.L.: Stoppt Draghi. Im Zweifelsfall sollte Deutschland die Währungsunion verlassen - und zwar weil die rechtlichen Bedingungen des EMU-Vertrags nicht eingehalten werden (= EZB betreibt Staatsfinanzierung in den PIIGS).  
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32614 Postings, 5437 Tage KickyChina ist das El Dorado der Weinfälscher

 
  
    #113335
3
14.09.14 10:44
Das Wachssiegel ist aus Plastik, die Etiketten sind dreist gefälscht. In China kommt eine Flut angeblich hochklassiger Bordeaux-Weine auf den Markt. Neun Mal mehr als Frankreich überhaupt herstellt.
PekingAls die beiden Flaschen nebeneinander standen, war der Unterschied nicht mehr zu übersehen. "Schon die Etiketten hatten eine völlig unterschiedliche Qualität, obwohl es sich um gleiche Jahrgänge handelte", sagt Weinexperte Krishna Hathaway, damals Sommelier in einem Luxus-Ressort bei Peking. "Das der gefälschten Flasche war offensichtlich mit dem Tintenstrahldrucker gedruckt." Auch das Glas und der Kork der Nachahmung wirkten deutlich billiger.

Die echte Flasche stammte aus dem Keller des Hotels, die gefälschte hatte ein Gast mitgebracht, um sie zu einem feierlichen Anlass zu trinken. Die Erkenntnis, dass er sich eine Fälschung hatte andrehen lassen, traf ihn schwer – schließlich erzielt ein 2008er Château Lafite-Rothschild Pauillac in China einen Marktpreis von mehreren tausend Euro.
....Der Staatssender CCTV berichtete im vergangenen Jahr über ein Hotel in der Südmetropole Guangzhou, das jährlich 40000 Flaschen Chateau Lafite verkauft. Der Haken: Das Weingut liefert jährlich nur rund 50000 Flaschen nach ganz China. Experten zufolge gehen dort rund 300.000 Flaschen in den Handel. Mehr als acht von zehn Flaschen Chateau Lafite-Rothschild sind also gefälscht. Eine Flasche Lafite des Jahrgangs 2010 kostet auf Weinauktionen laut der Plattform Wine-Stocks derzeit mehr als 450 Euro, ein 96er mehr als 650 Euro.

....Die Neureichen rufen zum Teil geradezu danach, mit gefälschtem Wein übers Ohr gehauen zu werden. Ein Millionär klagte gegenüber der Presse, dass er sich gefälschte Flaschen im Wert von drei Millionen Euro hat andrehen lassen. ...
http://www.handelsblatt.com/panorama/lifestyle/...tik/10675904-3.html

dabei kaufen natürlich auch die neureichen Chinesen zahllose Weingüter in Frankreich
was den Franzosen wohl kaum gefällt,pecunia non olet!
http://www.focus.de/finanzen/news/...-weingueter-auf_aid_1141433.html
Einige Medien vergleichen die Einkaufstour der Chinesen bereits mit einer militärischen Invasion.

Mancher Franzose fürchtet bereits um das kulturelle Erbe der ihrer Nation. Es geht um nichts Geringeres als den Bordeaux. Immer mehr Weinliebhaber aus China entdecken den französischen Traditionswein. Und mancher zu Geld gekommene Geschäftsmann aus China findet Gefallen daran, sich gleich ein ganzes Weingut in Frankreich zu gönnen.

Das Interesse aus Fernost am Bordeaux kommt nicht von ungefähr. "Das wichtigste in China ist deine gesellschaftliche Stellung",....Ein eigenes Weingut zu besitzen, kommt also fast der Aufnahme in den Hochadel gleich.

Mehr als 50 Winzerbetriebe wechselten in den vergangenen fünf Jahren in der Region Bordeaux in den Besitz von chinesischen Getränkekonzernen, Grundstücksmagnaten oder bekannten Persönlichkeiten. Obwohl diese Verkäufe an Chinesen nur einen Bruchteil der rund 8000 Weingüter in der Region betreffen, sorgt die Entwicklung für Aufsehen in Frankreich.

...Allerdings richtet sich das Interesse der Chinesen zunehmend auf vornehmere Weingüter in Gebieten wie Saint-Émilion und Médoc. So kaufte ein Investor aus dem Reich der Mitte im vergangenen Jahr ein Weingut, das Wein der Klasse "Cru classé" in Saint-Émilion produziert. Gerüchten zufolge soll er dafür einen Preis im Bereich von 40 Millionen Euro bezahlt haben.

Das Bordeaux-Weingut Chateau du Grand Moueys in der Region von Entre-Deux-Mers in Frankreich ist jetzt in chinesischem Besitz FOTO



 
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32614 Postings, 5437 Tage KickyBörsensteuer auf Aktien kommt noch in diesem Jahr

 
  
    #113336
3
14.09.14 10:52
.......Experten der elf beteiligten Länder trafen sich am Freitag am Rande des Finanzministertreffens in Mailand, um wieder einmal über die Abgabe zu beraten.

Aufgrund der Uneinigkeiten ist aber wohl nur eine Abgabe auf Aktien und einige Derivate möglich.

„Im ersten Schritt wird es nur ein kleiner Schritt sein. Das ist leider wahr“, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Freitag in der norditalienischen Metropole. „Wir können uns angesichts der unterschiedlichen Situationen in den verschiedenen Ländern vermutlich nur auf einen kleinen ersten Schritt einigen, aber ein kleiner Schritt ist besser als gar keiner.“

Er hoffe, dass davon eine „Sogwirkung“ ausgehe und die Steuer auf weitere Finanzprodukte ausgeweitet werden könne sagte Schäuble.
In den vergangenen Jahren pumpten die EU-Staaten Milliarden Euro Steuermittel in die Finanzbranche, um Banken vor dem Bankrott zu bewahren. Die Steuer soll ein Weg sein, den Sektor an den Kosten künftiger Verwerfungen zu beteiligen. Unklar ist aber, welche Summen die Abgabe in die Staatskassen spülen könnte.

Die vor wenigen Tagen in einer Studie genannte Summe von jährlichen Mindesteinnahmen in Höhe von 17,6 Milliarden Euro allein in Deutschland seien "in einem ersten Schritt völlig unrealistisch", sagte der EU-Diplomat (?)
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/...rnst/10696332.html

na das trifft ja mal wieder voll die Kleinanleger ,nicht genug dass wir schon bei Nullzins angelangt sind  

32614 Postings, 5437 Tage KickyWeidmann widerspricht Wertpapierkaufprogramm EZB

 
  
    #113337
2
14.09.14 11:08

http://www.wsj.de/nachrichten/...64576?mod=WSJ_article_SubOnlyEdPicks
MAILAND--Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat einem Vorschlag des EZB-Chefs Mario Draghi zum Wertpapierkaufprogramm der Zentralbank widersprochen. Weidmann sprach sich am Samstag in Mailand nach einem Treffen der Finanzminister und Notenbanker der Eurozone gegen Staatsgarantien bei sogenannten Kreditverbriefungen (ABS) aus.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte vergangene Woche den Kauf von Asset-Backed-Securities (ABS) angekündigt. Details zur Ausgestaltung des Programms will Draghi aber erst im Oktober vorstellen....
 

37640 Postings, 3785 Tage Anti LemmingDeutsche Wirtschaft wettert gegen Russl-Sanktionen

 
  
    #113338
3
14.09.14 12:51
www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/...nt-vor-schaden-a-991528.html

Die neuen Sanktionen gegen Russland kommen bei der deutschen Wirtschaft gar nicht gut an. "Wir schaden uns zunehmend selbst", schimpft der Chef des Ostausschusses, Eckhard Cordes - und warnt vor einer "gefährlichen Sanktionsspirale".

Berlin - Die deutsche Wirtschaft hält die verschärften Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union gegen Russland für einen Fehler. "Die neuen Sanktionen werden nicht zur Entspannung beitragen", warnte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes, in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Wir befinden uns jetzt vermutlich am Beginn einer gefährlichen Sanktionsspirale."

Der Ost-Ausschuss versteht sich als Sprachrohr der mehr als 6000 in Russland engagierten deutschen Firmen. Cordes zeigte sich überrascht über das Vorgehen der Bundesregierung. Die Wirtschaftssanktionen hätten bislang keinen Fortschritt in der Ukraine-Krise gebracht. "Wir schaden uns also zunehmend selbst, ohne die erhoffte politische Wirkung zu erzielen", sagte Cordes. Im Mittelstand herrsche große Frustration. "Gerade kleine und mittlere Unternehmen, die einen wesentlichen Teil ihres Geschäfts in Russland haben und nicht einfach auf andere Märkte ausweichen können, sehen sich in ihrer Existenz bedroht." ...  

32614 Postings, 5437 Tage KickyKapitalflucht aus Gossbritannien wg Schottland

 
  
    #113339
2
14.09.14 17:19
The pound could fall by another 10pc if Alex Salmond triumphs
Such a monumental crash, coming on top of the decline we have seen so far, would have immense repercussions on the British economy

Sell, sell, sell — that’s what global investors are doing with their British assets. The rush of cash gushing out of Britain has reached shocking levels: a net $206bn (£127bn) outflow so far this year, against an inflow of $63bn last year, according to CrossBorder Capital.

This flight of capital hit a net $27bn in August, the worst month for Britain since the collapse of Lehman Brothers, and far worse than anything seen during the messy coalition negotiations that followed the 2010 general election. What’s even more striking is that these are the figures for last month — it is an absolute certainty that the drainage will have been even more substantial over the past two weeks, and especially since it became clear that the outcome of the referendum is a statistical dead heat.

The nationalists have spent the past few months claiming that those warning of an exodus of capital in the event of independence were trouble-makers and scaremongers. It turned out that the pessimists were, if anything, too optimistic. ....

What is clear is that a Yes vote next week would unleash chaos in the financial markets as soon as the results are released on Friday morning. Equities and bonds would be sold, with investors switching into US and other lower-risk assets; many savers with pensions and Isas could end up being hurt. Perhaps most worrying of all, sterling would tumble 10pc within a month, according to a poll of 31 economists by Bloomberg News. Such a monumental crash, coming on top of the decline we have seen so far, would have immense repercussions on the British economy: sure, it would help exporters but it would also push up the prices of imported goods substantially and deal a devastating blow to UK tourists seeking to holiday abroad.

The capital flight would be bound to intensify in the weeks and months following independence. In a damning report, UBS predicts that half the banking activity of Scotland would migrate to Britain, leading to a dramatic reduction in the Scottish money supply. .......
http://www.telegraph.co.uk/finance/economics/...Salmond-triumphs.html  

32614 Postings, 5437 Tage Kicky17 Milliarden GBP abgezogen von Investoren

 
  
    #113340
1
14.09.14 17:21

32614 Postings, 5437 Tage KickyLeave and you go forever, PM tells Scots

 
  
    #113341
1
14.09.14 17:30
http://www.thesundaytimes.co.uk/sto/news/uk_news/...rticle1459005.ece

DAVID CAMERON will launch a last-ditch bid to save the Union tomorrow after violent swings in the polls showed the referendum on Scottish independence heading for a dead heat.

In a fresh blow to the Unionist campaign, an ICM survey gave Alex Salmond’s nationalists a shock eight-point lead, with 54% to the “no” campaign’s 46%.

A Panelbase survey for The Sunday Times found the “no” campaign holding a wafer-thin lead on 50.6% to 49.4%.

As The Sunday Times reports,

   In a speech in Scotland tonight Mr Cameron will warn voters that there will be “no way back” if they vote to leave Britain.

    Going on the attack, he will abandon his “love-bombing” strategy of the past week and will warn: “If Scotland votes ‘yes’, the UK will split and we will go our separate ways for ever.”

   On a trip to Aberdeen — his 10th and last visit to Scotland during the campaign — he will say: “We must be very clear that there’s no going back from this. No rerun. This is a once-and-for-all decision.In the event of ”no” vote, Mr Cameron has promised Scotland complete control of income tax in a new “devo max” deal.

A Senior Downing Street source said: “There are rock-solid people on both sides who a ­nuclear bomb would not shift. The people who are undecided seem to think that maybe they could go back. The message will be this is a complete divorce. There will be no rerun. When it’s over, it’s over.”
http://www.zerohedge.com/news/2014-09-14/...te-remains-too-close-call  

8276 Postings, 1320 Tage zaphod42#36

 
  
    #113342
14.09.14 18:04
Ist das jetzt gut oder schlecht für Shorts?  

8423 Postings, 2609 Tage wawiduSPX Kurs schoss in den letzten Monaten noch einmal

 
  
    #113343
14.09.14 19:18
deutlich hoch, doch in der Wachstumstuskurve der realen Verkäufe ist schon seit Anfang 2012 der Wurm drin.

http://www.multpl.com/s-p-500-real-sales-growth  

461 Postings, 555 Tage BerixAn was erinnert mich bloß diese Fingerhaltung?

 
  
    #113344
1
15.09.14 00:04
Grübel, grübel ...
(Bild von http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/)
 
Angehängte Grafik:
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daker.jpg

461 Postings, 555 Tage Berix... jetzt fällt es mir ein ...

 
  
    #113345
1
15.09.14 00:06
Angehängte Grafik:
dasid.jpg (verkleinert auf 63%) vergrößern
dasid.jpg

461 Postings, 555 Tage BerixDOW-Future unter den MA50 geprügelt ..

 
  
    #113346
15.09.14 00:14
.. am Montag vor dem großen Verfall - das kann ja heiter werden.  
Angehängte Grafik:
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37640 Postings, 3785 Tage Anti LemmingEmpire State Index steigt auf 27,5

 
  
    #113347
2
15.09.14 15:04
Er erreicht damit den höchsten Stand seit Okt. 2009.

Damit ist das QE-Ende bei der nächsten Fed-Sitzung am Mittwoch schon mal "in trockenen Tüchern".

Für "den Markt" sind gute Wirtschaftszahlen mMn zurzeit gefährlicher als schlechte. Bei schlechten Meldungen kann sich die Bullenherde noch mit möglichem weiterem Aufschub der Zinserhöhungen trösten, bei guten nicht.

Zinserhöhungen sind aber genau der Tobak, der aus den "guten Zahlen" wieder (richtig) schlechte macht, weil beim Ende der Nullzinspolitik die Junkbond-Sause - zurzeit das wohl wichtigste Feuer unter dem Aktienmarkt - zusammenbricht.

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Der Chart unten zeigt aber auch, dass der Empire State Index recht volatil ist. Im letzten Monat war er auf 15 gefallen von zuvor 26.

New York manufacturing index jumps to near five-year high
Published: Sept 15, 2014 8:49 a.m. ET

WASHINGTON (MarketWatch) — An index of manufacturing activity in the New York region strengthened to a near-five-year high in September, according to data released Monday.

The New York Fed"s Empire State general business conditions index rose to 27.5, the highest level since October 2009.

The index regained all of the ground it lost in August when it fell to 14.7 from 25.6 in July.

The size of the gain in the index was a surprise. Economists were only expected a small increase to 16.0, according to a survey of economists conducted by MarketWatch.

www.marketwatch.com/story/...-jumps-to-near-five-year-high-2014-09-15
 
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37640 Postings, 3785 Tage Anti LemmingUS-Industrieproduktion fällt um -0,1 %

 
  
    #113348
15.09.14 15:24
Industrial production drops 0.1% in August for first fall in seven months

WASHINGTON (MarketWatch) -- Industrial production declined 0.1% in August to mark the first decline since January, and a series of revisions left output in July lower than previously estimated, according to data released Monday. Economists polled by MarketWatch expected a 0.3% gain. The 0.1% drop in output came as manufacturing output fell 0.4%, while mining output gained 0.5% and utilities output rose 1%. Motor vehicle and part output fell 7.6% after a 9% jump in July, and excluding this segment, factory output rose 0.1% in both July and August. Capacity utilization fell to 78.8% from 79.1%, as motor vehicle and part utilization fell back, to 81.4% from 88.2%.  

7559 Postings, 2888 Tage StöffenDas Gegenteil der Zinserwartungen

 
  
    #113349
4
15.09.14 18:35
Der große und überwiegende Teil der Marktteilnehmer hält es für sehr wahrscheinlich, dass in näherer Zukunft die Zinsen steigen und die Geldpolitik sich "normalisiert".

Deshalb wird vermutlich genau das Gegenteil eintreten.

Gemäß der Binse, nach der der Realzins auf Dauer in etwa dem realen Wirtschaftswachstum entsprechen sollte, so dürfte eigentlich nur von diesem Aspekt aus betrachtet schon klar ersichtlich sein, dass an der Zinsfront seitens der Zentralbanken wenn überhaupt eher minimale symbolische Gesten als schnelle und steile Zinssprünge erwartet werden dürften. So fiel beispielsweise nach der Finanzkrise in 1932, die in mancherlei Hinsicht der von 2008 nicht unähnlich ist, die Rendite der US-Staatsanleihen noch 13 Jahre nach Ende der Krise. Und was steigende Zinsen für den Schuldendienst vieler hoch verschuldeter Staaten bedeuten würde, das haben wir hier im Thread oftmals vedeutlicht. Die Gefahr, dass es in absehbarer Zeit zu deutlich steigenden Zinsen kommt, ist mMn somit eher als gering einzuschätzen. Kurze temporäre Zinsspikes ändern da auch nichts am großen Gesamtbild.

Im Umkehrschluss würde dies bedeuten, dass das Geld auch weiterhin (fast) kostenlos zur Verfügung steht und nach einer Rendite suchen wird. An den Rentenmärkten gibt es ja bekanntermassen fast keine Risikoprämie mehr, bei Renditen von unter 1% sind auch die Aussichten auf weitere Kursgewinne wohl eher mau. Ob der Aktienmarkt hiervon stärker profitieren dürfte, das erscheint ungewiss, denn die Bewertungen, speziell des US-Marktes, sind bereits recht sportlich ambitioniert. Ein triftiger Grund für die hohe Aktienkursbewertung liegt sicherlich eben in den niedrigen Zinssätzen bzw. Nullzinsumfeld. Ein Tagesgeldsatz von effektiv null Prozent lässt die Anleger jeder sich nur bietenden Verzinsung hinterherjagen. Viele institutionelle Anleger wie Versicherungen und Pensionsfonds sind in der Zukunft liegende Zahlungsverpflichtungen eingegangen, die sie mit hohen Zinsen decken müssen. Unbestritten ist daher sicherlich, dass die schwachen Renditen von Anleihen den Aktienmärkten ordentlich "unter die Arme gegriffen" haben dürften und möglicherweise dies künftig noch ebenfalls tun.

Aus Erfahrung wissen wir zwar, dass die Spekulanten häufig in die eine sowie auch andere Richtung extremer überschießen. Aus dem Ablauf der vergangenen fünf Jahre lässt sich allerdings daraus keine Garantie für weitere Kursgewinne herstellen. Zur Erinnerung sei hier jedoch erwähnt, dass nach der legendären Rede vom damaligen US-Notenbankchef Alan Greenspan im Dezember 1996, in der er die viel zu hohe Bewertung der amerikanischen Aktien anprangerte und von der "irrational exuberance", von der irrationalen Übertreibung der Marktteilnehmer sprach, sich der Dow Jones in den darauf folgenden drei Jahren nochmals verdoppelte (sic!).

Der Zins und die Inflationsrate, nach der sich der Zins maßgeblich richtet, sind auch künftig bestimmende Faktoren für die weitere Aktienkursentwicklung. Zinsen spielen zudem eine grosse Rolle bei der Abdiskontierung der künftigen Erträge. Da die Zinsen mit der Inflation steigen, würden die Aktienkurse infolgedessen deutlicher unter Druck geraten. Erst ein "Regime-Change" pro stärker ansteigender Zinsen würde an den Börsen somit zu einem generellen "Luftablassen" führen. So lange Inflationsraten und Zinsen jedoch im "Keller" verbleiben, erscheint ein weiterer Anstieg der Aktienkurse durchaus möglich. Die Rechnung wird dann später präsentiert.
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Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!

37640 Postings, 3785 Tage Anti LemmingStöffen - # 349

 
  
    #113350
2
15.09.14 20:03
Die Fed ist bereits spät dran ("behind the curve"). Das BIP-Wachstum wird in USA bekanntlich hedonistisch überhöht angegeben. Aktuell soll es bei 4,1 % liegen. Selbst wenn es real nur bei 2 % läge, sind Nullzinsen schon lange nicht mehr angemessen.

Wenn die Fed zu lange bei Nullzinsen bleibt, entsteht daraus mMn keine Beruhigung. Im Gegenteil dürften dann die Inflationsängste steigen. "Der Markt" würde sich dann Sorgen machen, dass die Fed plötzlich und unerwartet stark die Zinsen erhöhen muss, um das "Inflationsgespenst" wieder in die Flasche zurück zu bekommen.

Je weiter also die finanzielle Repression fortschreitet, desto stärker erhöht sich die "Spannung des Gummibands", die eventuell ein regelrechtes Hochschießen bzw. Überschießen der Leitzinsen zur Folge haben könnte.

Notenbanker können die Leitzinsen auch deutlich höher festsetzen als das BIP-Wachstum. So war es z. B. in der Stagflations-Periode der 1970er Jahre. Um 1980 lagen die US-Leitzinsen bei über 15 %, während die Wirtschaft vor sich hin darbte.

Der Unterschied ist, dass es damals noch Potenzialwachstum gab, während wir heute eine weltweite Marktsättigung kombiniert mit Innovationsmangel und chronischer Überschuldung haben, was sich im Endeffekt deflationär auswirken könnte. Oder eben "stagflationär", wer weiß...

Ich will nicht behaupten, dass mein oben beschriebenes "Zinssprung"-Szenario so eintreten wird, möchte es aber als geistigen Gegenentwurf zu deinem # 349 hier mal in den Raum stellen.

Und was das "wenn alle glauben, dass..."-Argument betrifft, könnte man auch umgekehrt sagen: Praktisch niemand rechnet aktuell mit deutlichen Zinserhöhungen. "Deshalb wird vermutlich genau das Gegenteil eintreten." (Zitat Stöffen, 349) ;-)

 

37640 Postings, 3785 Tage Anti LemmingFed-Sitzung am Mittwoch = QE-Ende

 
  
    #113351
1
15.09.14 20:19
Am Mittwoch endet aller Voraussicht nach QE. Man kann aktuell beobachten, dass die US-Indizes nicht - wie sonst - "in Vorfreude" auf die Fedsitzung hochlaufen (das war an den Montagen und Dienstagen vor den jeweiligen Fedsitzungen in den letzten Jahren fast IMMER zu beobachten). Statt dessen geht es heute zügig südwärts (Nasdaq -1,33 %).

Offenbar preist der Markt das "sichere" QE-Ende nun bereits im Vorfeld ein.

Hier die Prognosen eines Forbes-Gurus, der bereits im Juni vor den möglichen Folgen des nun "drohenden" QE-Endes warnte:

www.forbes.com/sites/robertlenzner/2014/06/20/...-5-year-bull-market/

Forbes - 20.6.14
The Bull Market Will be Over When QE Ends

The moment of truth for the stock market  is close is hand. That"s because the Fed"s tapering off of bond and mortgage purchases is winding down. In three months or so [also jetzt, A.L.] I believe the Fed will no longer be practicing its vaunted Quantitative Easing program to keep interest rates low and push the value of common shares higher. As I wrote in October, it was only in the weeks that QE was active from 2009 on and the Fed was buying that stocks roared ahead. When the Fed was out of the bond market, the stock market softened.

Consider the record. From early 2009 when the S & P 500 index bottomed at 700, the broad stock market average has hit new record peaks above 1900, nearly a tripling of stock prices. This astounding performance would never have happened had the Fed not been pouring $85 billion every month into Treasury securities and mortgage backed bonds which pushed down interest rates and pushed up bond prices as well as stock prices. The goal was to increase consumer balance sheets, contribute to growth in the economy and restore confidence after a devastating recession that could very well have become a depression. And it bloody well worked.

As Bernanke  put it in 2010: "Higher stock prices will boost consumer wealth and help increase confidence, which can also spur spending. Increased spending will lead to higher incomes and profits that, in a virtuous circle, will further support economic expansion."  Be glad it worked toward creating the longest period of recovery in the American economy between recessions since the 1930′s. Just by dint of historic example this bull market should have mostly run its course.

The issue now is whether the  momentum in the economy will be slowing down without the stimulus that came from the central banks policies, which were  more transparent than ever before and were the fuel for the bull market in stocks. The Fed already has reduced its monthly purchases from $85 billion a month to $35 billion a month. At this rate of reducing purchases by $10 billion a month the Fed is likely to be flat in its acquisitions by the end of September.

What happens when there is no longer a central bank maintaining low interest rates and sending the message that it means to create more wealth through higher prices for common stocks? Will interest rates start to edge higher, reducing the motivation to buy residential homes and take out mortgages? If the economy starts growing at a 3% rate later this year, which some forecast, it could push the cost of money higher. [vgl. # 350].

What will the Fed do with its $4.3 trillion balance sheet? Will it begin letting its bonds mature and not replace them? Or will it use the revenue created to buy a smaller fraction of Treasuries than it has been doing.  These are the kind of questions being asked in Wall Street. This is the kind of  fresh challenge to policy making that the nation faces for the first time. As Janet Yellen is considered a dove, the odds are that interest rates will be maintained at a lowish level, though perhaps not exactly zero.  The financial markets are waiting for some advance direction or hints of a direction from its new leadership.

Here"s Jim Bianco of Arbor Research, a widely respected bond analyst, on what he expected in a report to investors last fall. "QE has been extraordinarily effective in boosting stock prices and the FOMC (the Federal Reserve Open Market Committee) is correct to worry what happens when they stop. Restated, the bull market of the last 4+ years has a lot to do with FOMC stimulus. If history is any guide, its removal would figure to be a profound negative for equity prices."

 
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37566 Postings, 627 Tage Cliff FiscalWenn 60% aller Aktien von Notenbanken gekauft

 
  
    #113352
15.09.14 20:27
kann es nicht richtig fallen. 90% aller Transaktionen laufen, über Computer
Programme. Die Bären können maximal auf einen Programmfehler hoffen. Bis zum Hexentag wird wieder wie beim letzten mal Stillstand herrschen. Gähnnnn!  

37640 Postings, 3785 Tage Anti LemmingDetails zu "QE-Ende"

 
  
    #113353
15.09.14 20:43
Die Fed hat QE3 in ihren letzten sechs Sitzungen jedes Mal um 10 Mrd./Monat reduziert. Mittwoch folgt ziemlich sicher die nächste Kürzung um 10 Mrd.

Ausgangspunkt war 85 Mrd./pro Monat.

Daher bleibt nach der Mittwochsitzung nur noch 15 Mrd./Monat von QE3 übrig.

D.h. QE endet am Mittwoch noch nicht komplett, kommt aber dem Ende bereits recht nahe.  

37640 Postings, 3785 Tage Anti Lemming"N's over S's"

 
  
    #113354
1
15.09.14 21:07
Wenn der Nasdaq deutlich im Minus notiert (aktuell -0,95 %), während DOW (+0,32 %) und SP-500 (0,0 %) höher bzw. im Plus stehen, dann verheißt das für den Gesamtmarkt kurzfristig eher sinkende Kurse.

Kurz gesagt: Ein unterperformender Nasdaq ist bärisch.

 
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37640 Postings, 3785 Tage Anti LemmingRussell 2000 (US-Nebenwerte) mit "Death Cross"

 
  
    #113355
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15.09.14 21:34
(demnächst anstehend) und Fall unter die 50- und 200-Tage-Linie. MACD spricht für bärische Trendfortsetzung.

 
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7559 Postings, 2888 Tage StöffenWo ist da die Wende?

 
  
    #113356
15.09.14 22:06
Ein lupenreiner Abwärtstrend der allerersten Güte. Wie viele Bottom Caller haben sich in der Vergangenheit hier schon versucht. Und viele werden es noch.
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8276 Postings, 1320 Tage zaphod42Cheerleader streiken gegen Sklavenarbeit

 
  
    #113357
15.09.14 23:48
als Teil einer Grundsatzdebatte in den USA.
"Unbezahlter Albtraum": Cheerleader setzen sich zur Wehr - n-tv.de
Cheerleader und American Football gehören zusammen. Doch die enge Beziehung wird durch Misstöne gestört: Tänzerinnen eines US-Profiteams fordern, fair bezahlt zu werden. Das jüngste Spiel findet deshalb ohne Damen statt, die Pompons schwingen.
 

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