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Der USA Bären-Thread

Seite 1 von 5072
neuester Beitrag: 10.12.16 15:37
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 126778
neuester Beitrag: 10.12.16 15:37 von: wawidu Leser gesamt: 11572438
davon Heute: 1700
bewertet mit 433 Sternen

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47348 Postings, 4601 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

 
  
    #1
433
20.02.07 18:45
Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
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126752 Postings ausgeblendet.

47348 Postings, 4601 Tage Anti LemmingGlobale ökonomische Unsicherheit auf ATH

 
  
    #126754
1
09.12.16 16:46
Albert Edwards von SocGen, dessen Team den Chart (unten) erstellt hat, spricht angesichts gleichzeitiger Börsenhochs von "kognitiver Dissonanz".

www.marketwatch.com/story/...dwards-wants-investors-to-see-2016-12-08

..."our credit team produced ... one of the scariest charts I have seen for a very long time,? writes Edwards in his report. The chart ... shows credit spreads holding steady even as political uncertainty spikes to an unprecedented level.

According to Edwards, that cognitive dissonance is all wrong.

?Markets shrugged off the Brexit vote in a couple of days. They shrugged off Donald Trump?s election in a single day. They shrugged off the Italian referendum result in a couple of hours. Heck, in this mood they would shrug off an alien invasion of planet Earth,? he said. ?But global political risk is now at such elevated levels that investors must surely be on another planet.?...  
Angehängte Grafik:
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129 Postings, 60 Tage KatzenpiratGap der Woche

 
  
    #126755
6
09.12.16 17:34
Britische CFD-Brokers haben rabenschwarze Tage hinter sich. CMC Markets, plus500, etc. (die auch auf dem Festland aktiv sind), haben innert 3 Tagen 40 - 50 % Kursverlust eingefahren. Grund sind angekündigte Regulationsmassnahmen der britischen Finanzaufsicht. Die höchst sinnvollen Massnahmen sind u.a.:

- Verbot von Binarys
- Max. Hebel von 1:50
- Offenlegung der Anzahl Kunden im Gewinn/im Verlust.

Die Online-Casinos werden an die Zügel genommen, die Aktionäre freuts offensichtlich nicht. Alleine die Tatsache, dass diese Massnahme so eine kolossale Wirkung zeigen, macht deutlich, wie notwendig sie sind. In den USA sind CFD verboten.  
Angehängte Grafik:
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8325 Postings, 1387 Tage NikeJoe@AL: Kreditvergabe

 
  
    #126756
09.12.16 17:54
Trotz steigender Zinsen in den USA steigt die Geldmenge verhältnismäßig stark.
Wie kann man das erklären? IMO nur damit, dass die Geschäftsbanken wieder mehr Kredite vergeben (Geld schöpfen), während die Banken zuvor mehr Geld bei der Zentralbank gebunkert hatten, also das billige Geld der Fed nicht in den Umlauf kam. Das erklärt auch, dass die Preis-Inflation etwas anzieht.

Habe jetzt leider keine Charts bei der Hand, die das veranschaulichen.

 

129 Postings, 60 Tage Katzenpirat#753

 
  
    #126757
3
09.12.16 18:36
Der Zinsschritt des Fed nächste Woche scheint ausgemachte Sache, aber ist das wirklich 100 % sicher? Mit Hängen und Würgen sind zwar Arbeitsmarkt- und Konsumdaten zustande gekommen, die einen solchen Schritt nach einem Jahr endlich legitimieren würden. Aber ein noch stärkerer Dollar ist für Trumps Pläne und den Werkplatz USA gar nicht förderlich. Wenn Yellen Trumps Plänen gut gesinnt wäre, müsste sie eigentlich verzichten. Dass sie dies nicht ist, spricht eher für einen Hike.

Anbetracht der Zinspolitik der anderen Zentralbanken ist eine Erhöhung m. E. unsinnig, wenn nicht sogar tollkühn. Ich glaube noch nicht ganz daran und werde am Mittwoch vorsichtig mit meinen EUR/USD Puts sein.

Und ich bin gespannt, wie das Land, das als erstes eine knackige Inflation zu spüren bekommt (vermutlich die USA), diese im Zaum halten will/wird. Nur die Zinsen raufschrauben wird nicht gehen.  

8325 Postings, 1387 Tage NikeJoeIn einer Welt der Schulden

 
  
    #126758
1
09.12.16 19:24
...kann die Fed IMHO durch die Anhebung der Zinsen die Preis-Inflation rasch eindämmen.
Warum?
Weil kaum jemand Cash hat. Alles läuft auf Kredit-Schulden.
Also sobald die Zinsen auch nur unwesentlich angehoben werden, wird der Konsum auf Pump zurückgehen und damit auch wieder die Teuerung.

Die Kunst ist es das in der Balance zu halten. Dazu haben sie heute sehr große Mengen an Daten verfügbar. Nur deshalb ist es ja bisher gelungen die Hyperinflation zu verhindern.



 

3055 Postings, 2053 Tage lifeguardohne worte

 
  
    #126759
09.12.16 20:54
 
Angehängte Grafik:
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47348 Postings, 4601 Tage Anti Lemmingdito

 
  
    #126760
09.12.16 21:05
bezieht sich in diesem FALL allerdings auf den SP-500 ;-)

 
Angehängte Grafik:
wtf400.jpg
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47348 Postings, 4601 Tage Anti LemmingHussman zieht historische Parallelen

 
  
    #126761
1
09.12.16 21:23

https://www.hussmanfunds.com/wmc/wmc161205.htm

John P. Hussman, Ph.D.

The present combination of overvalued, overbought, overbullish conditions, coupled with rising interest rates and broad dispersion among market internals, is one that most closely resembles only three other points in the post-war period; the first in early-October 1987 [damals folgte ein -22 % Rücksetzer an einem einzigen Handelstag, A.L.] (though at less extreme valuations), the second in January 2000, and the most recent in July 2015 (the S&P 500 lost -12% over the next 6 weeks). Relaxing the set to include the nearly 10% of post-war periods that share the more general market return/risk classification we presently identify, the overall expected return distribution is associated with severely negative market outcomes, on average, capturing a cumulative loss in the S&P 500 exceeding -90%. We currently view a hard-defensive stock market outlook as appropriate.

Even in bonds and precious metals, present market conditions are consistent with only modest return expectations. ... I have very weak expectations about direction of long-term interest rates here, but much stronger views about the likelihood of widening credit spreads....

Simply put, don?t be lulled into complacency by thinking that severely hostile market conditions have to resolve into immediate market losses. That?s not the way these environments work, and they never have. Rather, the ?unpleasant skew? of present conditions actually means that investors should expect a greater tendency toward small market gains than market conditions might otherwise lead them to expect, punctuated - with no warning at all - by wicked vertical losses that wipe out weeks or months of market gains in handful of sessions. Every market crash in history has been associated with essentially the same skewed distribution. It?s the positive ?mode? that creates complacency, it?s the negative average return that drives cumulative losses, and it?s the fat left tail that strikes out of nowhere. ...

 

47348 Postings, 4601 Tage Anti LemmingZur Erinnerung: Chartverlauf im Juli 2015

 
  
    #126762
09.12.16 21:32
den Hussman im letzten Post als jüngste historische Parallele zur aktuellen Lage anführt. Damals fiel der SP-500 innerhalb von zwei Wochen von 2125 auf 1870 (-12 %).  
Angehängte Grafik:
spoijfhhf.png (verkleinert auf 72%) vergrößern
spoijfhhf.png

47348 Postings, 4601 Tage Anti LemmingUS-Kongress will syrischenSöldnern Raketen liefern

 
  
    #126763
2
09.12.16 21:53

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/...eldner-in-syrien/

US-Kongress beschließt Raketenlieferung an Söldner in Syrien

Das US-Repräsentantenhaus hat beschlossen, die Söldner in Syrien mit Flugabwehrraketen beliefern zu lassen. Die Waffen könnten gegen russische und syrische Flugzeuge eingesetzt werden.

Das US-Repräsentantenhaus hat in der vergangenen Woche ein Gesetz abgeändert, das der kommenden Trump-Regierung die Befugnis erteilt, Flugabwehr-Waffen (MANPADS) an syrische Söldnergruppen zu senden. 375 Abgeordnete stimmten für die Abänderung und 34 dagegen, berichtet die Washington Post. [A.L.: Dies zeigt doch glasklar, das Reps und Dems außenpolitisch am gleichen Strang ziehen, das ganze Wahltheater war eine Farce....]

Das Gesetz... enthält eine besondere Regelung (sec. 1229). Dieser Regelung zufolge kann das US-Verteidigungsministerium die Gelder in Höhe von 619 Milliarden Dollar, die ihm für die Verteidigung zur Verfügung gestellt werden, dazu nutzen, um MANPADS an ?irgendeine Einheit in Syrien? zu liefern. ...

Die direkte raketenbezogene Sprache des aktuellen Gesetzes, über die zuerst Al-Monitor berichtet hatte, widerspricht internationalen legislativen Richtlinien, für die sich die USA international einsetzen. Diese Richtlinien unterstreichen ein De-facto-Verbot von MANPADS-Lieferungen an nicht-staatliche Akteure....

 

47348 Postings, 4601 Tage Anti LemmingDraghi-QE nur zur Entschuldung der PIIGS

 
  
    #126764
2
09.12.16 21:57

www.focus.de/finanzen/videos/...b-geldschwemme-steckt_id_6320850.html

...Anfang Dezember kündigte die Europäische Zentralbank an, ihren Ankauf von Staatsanleihen mit Billionen-Summen bis Ende 2017 fortzusetzen. Offizielle Begründung: Mit dem Geld sollen Banken und Unternehmen die Wirtschaft in den europäischen Ländern ankurbeln.

Jedoch vermutet der Wirtschaftsprofessor Hans-Werner Sinn hinter dem Vorgehen ein ganz anderes Motiv: Länder wie Spanien, Italien und Griechenland sollen auf diese Weise unbemerkt entschuldet werden. Hans-Werner Sinn: ?Mit dem EZB-Programm werden die Staatspapiere südeuropäischer Länder großenteils aus dem Ausland zurückgeholt, wo sie wegen früherer Schuldenexzesse und Leistungsbilanz-Defizite liegen.?

Das Geld dafür fließt vorwiegend von der Bundesbank und der niederländischen Zentralbank, die dafür von der EU sogenannte Target-Forderungen erhalten. Diese haben im November mit 754 Milliarden Euro ein neues Allzeithoch erreicht ? und umfassen damit bereits die Hälfte des Nettoauslandsvermögens der Bundesrepublik. Umgekehrt lagen die Target-Schulden der südlichen Euro-Länder Griechenland, Italien, Portugal und Spanien Ende Oktober bei 811 Milliarden Euro....

 

47348 Postings, 4601 Tage Anti LemmingInflation steigt in D. auch ganz ohne Draghi

 
  
    #126765
2
09.12.16 22:01

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/...eg-der-inflation/

...Die Bundesbank rechnet in den nächsten Jahren wegen steigender Energiepreise mit einem kräftigen Anziehen der Inflation in Deutschland. Die Inflation werde 2017 auf 1,4 Prozent zulegen, von 0,3 Prozent im laufenden Jahr, teilte die Notenbank am Freitag in ihrer neuen halbjährlichen Konjunkturprognose mit. Neben den höheren Kosten für Mineralölprodukte rechnet die Bundesbank mit deutlich kletternden Strompreisen. ?Preistreibend wirken dabei vor dem Hintergrund eines erheblichen Ausbaubedarfs vor allem kräftig steigende Netzentgelte.? In ihrer Prognose vom Juni hatte sie für dieses Jahr noch 0,2 Prozent und für 2017 1,5 Prozent Inflation angenommen.

Für 2018 erwarten die Bundesbank-Ökonomen ? gemessen am sogenannten Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) ? eine weitere Zunahme der Teuerung auf 1,7 Prozent. Für 2019 werden dann 1,9 Prozent erwartet. Damit läge den Prognosen zufolge die Inflation in Deutschland in drei Jahren womöglich höher als im Durchschnitt der Euro-Zone. Neue Vorhersage der Europäischen Zentralbank (EZB) gehen für den Währungsraum für 2019 von einer Inflationsrate von 1,7 Prozent aus....

 

3055 Postings, 2053 Tage lifeguardeu-inflation grösser als eu-zinsen?

 
  
    #126766
2
09.12.16 22:52
wenn die inflation höher ist als die zinsen, und so könnts bald aussehen in draghis herrschaftsgebiet, dann sucht das grosse geld verzweifelt nach orten, wo es nicht schmilzt wie der schnee im april unter der frühlingssonne.
nicht wenige reden schon wieder dem gold das wort, inflationsgeschützte rentenpapiere wären wohl die konservativere, dafür sichere variante.
auf der suche nach rendite könnte aber auch der aktienmarkt das ziel der renditesuchenden in europa sein, und hier sei wieder mal speziell die finanzindustrie erwähnt. das würde aber das kgv wirklich in den gefährlichen bereich hochschiessen lassen und dann in den traditionellen heiklen monaten im herbst oder gar schon im frühling für erhöhte absturzgefahr sorgen.
ich denke da zum beispiel an ein politisches patt nach der deutschen wahl mit mehreren parteienblöcken mit ähnlich grossen stimmenanteilen, die sich gegenseitig blockieren. das wär dann der berühmte schwarze schwan.  

47348 Postings, 4601 Tage Anti LemmingFinanzielle Repression

 
  
    #126767
2
09.12.16 23:08
haben wir bereits seit Jahren, nicht erst neuerdings. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass die Realzinsen negativ sind. Finanzielle Repression ist ein von den Notenbankern veranstaltetes Artefakt, um Assetblasen aufzupumpen bzw. Anlagenotstand auszulösen.  

286 Postings, 1187 Tage Joe Pesci@NikeJoe (#744)

 
  
    #126768
2
09.12.16 23:26

"Frage: Wie gehst du damit um, dass heute im Durchschnitt die Aktien ziemlich teuer erscheinen?"

1)

Also so schlecht, wie oftmals kolportiert wird, sind die Unternehmenszahlen eigentlich nicht.

Natürlich geistern Nachrichten durch die Medien, wonach viele deutsche (ich beziehe mich vorliegend mal nur darauf) Großunternehmen tausende Stellen hier und dort abbauen wollen.

Mag ja hier und dort auch zutreffen, aber strenggenommen ist dies - rein kaufmännisch / börsentechnisch betrachtet - eine sehr gute Nachricht.

Als Investor bekommt man dadurch nämlich das Signal:

"Hier gibt es Leute, die auf die Zahlen / Rendite achten und die (individuellen) Ertragsprobleme erkannt haben."

2)

Wenn man sich den S&P 500 mal so anschaut, erkennt man, dass es nur wenige Unternehmen sind (eine Handvoll oder ein knappes Dutzend), die diesen permanent antreiben und den "Durchschnitt" verzerren.  

--------------------------------------------------

Aber um auf Deine Frage zurückzukommen (relative Überbewertung):

1)

Im Grundsatz stocke ich auf diesem (hohen) Index-Niveau nicht mehr auf, kaufe - von interessanten Neuemissionen oder Absturzwerten (wie z.B. der Dt. Bank) abgesehen - also nicht mehr hinzu. Im Übrigen machen generelle Zukäufe bei mir auch ohnehin keinen Sinn mehr, da ich eh "überinvestiert" bin.

2)

Von Werten, die phänomenal gelaufen sind, trenne ich mich sukzessive (parallel zu steigenden Kursen in gewissen Parametern) in kleinen Tranchen mit dem Ziel, Gewinne zu realisieren, aber gleichzeitig nicht die Anfangsinvestitionssumme zu unterschreiten.

Letztere (= Anfangsinvestitutionssumme) versuche ich grundsätzlich laufen zu lassen, falls durch Gewinnrealisierung irgend möglich.

3)

Letzteres versetzt mich in die Lage, kein "Risiko" - angesichts des aktuell hohen Kurslevels - mehr eingehen zu müssen. Sprich: In zahlreichen Werten bin ich quasi nur noch "auf lau" unterwegs, ohne Verluste erleiden zu können. Der Grund für diese "komfortable" Situation liegt in den meisten Fällen schlichtweg darin, im Zuge der Finanzkrise 2008/2009 massiv eingekauft zu haben.

4)

Und bei den "Underperformern" oder Nachzüglern, bei denen diese Strategie mangels ausreichender Gewinne (noch) nicht funktioniert, schaue ich mir die Werte im Detail an und entscheide dann über Hopp oder Topp.

Soll heißen: Wenn die Indizes outperformen und ein oder mehrere Unternehmen zurückbleiben, dann muss es dafür einen Grund geben. Und diesen versuche ich zu eruieren und mich dann zu entscheiden (Verkauf mit Verlust, Halten oder Zukauf).

5) Es gibt also keinen "General-Tipp", den ich Dir geben könnte. Es hängt von individuellen Gegebenheiten ab.

6) Was ich aber weiß ist, dass im Zuge der Finanzkrise 2008/2009 zahlreiche "Kleinanleger" mich per BM angeschrieben und ihr Dilemma (zig tausende Euros an Verlust im Depot) geschildert und um eine Meinung gebeten haben. Halten oder Verkaufen.

Anmerkung von meiner Person: Es schien damals echt um Existenzen zu gehen, die sich mit ihrem Ersparten auf´s gefährliche Börsenterrain begeben hatten.

Ich hatte mir damals meine Antwort zigmal überlegt und mich diesen Personen gegenüber auch hartnäckig geweigert, eine Prognose / einen Ratschlag abzugeben.

Aber in Ihrer Not ließen sie nicht locker.

Bekamen von zahphod etc. pp. den Ratschlag, alles zu verkaufen, da mit unter 2000 Punkten im Dax zu rechnen sei etc. pp.

Und obwohl ich diesen Leuten nicht helfen wollte/konnte, haben mich diese hanebüchenen Aussagen dennoch dazu verleitet, ihnen massiv zum Halten der Positionen (da für einen Zukauf kein Geld mehr vorhanden war) zu raten.

Habe Jahre später noch Dankesschreiben diverser Personen erhalten, die echt  bewegend waren. 

--------------------------------------------------

Insofern: 

In so eine Situation möchte ich niemals mehr gebracht werden bzw. kommen.

Von daher kann ich auch keine guten Tipps erteilen, da alles sehr subjektiv geprägt ist.

Aber dennoch vielen Dank für deine (gutgemeinte) Anfrage. 





 

129 Postings, 60 Tage Katzenpirat#758 Wundermittel Zinserhöhung

 
  
    #126769
5
09.12.16 23:33
Eine sprunghafte Erhöhung der Zinsen in den USA (auch als Reaktion auf starke Inflation) birgt jede Mengen Risiken. Die Notenbanker stehen auf einem ganzen Fragenteppich und kennen die Anworten selber nicht. Deshalb operieren sie wie Mäuse vor der Schlange (Yellen) oder fuchteln weiter besessen mit dem Zauberstab (Draghi).

Ein paar der Fragen, die m. E. ungeklärt sind:
- Wie weit kann die Geldpolitik grundsätzlich in den zwei Währungsblöcken EUR und USD auseinanderdriften (divergieren), ohne dass es zu Verwerfungen kommt? Wie stark kann der Zins abweichen? Zwei, drei, vier %?
- Wie reagieren die fragilen US-Junk-Bond-Märkte im Fall rascher Zinsschrittfolgen?
- Wie zusätzlich strapazierbar sind die z. T. hochverschuldeteten Bundesstaaten und US-Städte, wenn die Zinsen steigen? Wie die Unternehmen?
- Wie stark kommen die Aktienmärkte unter Druck bei einer Umschichtung in höher verzinste Anleihen? Platzt die Anleiheblase?
- Was geschieht auf dem Immoblilienmarkt, bei den Hypotheken?
- Was, wenn die Inflation Teil einer Stagflation ist? Wovon heute auszugehen ist.
- Wie stark wertet der Dollar noch auf? Was bedeutet das für den US Export?
- Ab welchem Punkt wird wieviel Kapital aus den Schwellenländer abgezogen und in der USA angelegt? Was sind die Folgen?
- Wie überleben die Schwellenländer, die zu einem grossen Teil in Dollar verschuldet sind, den forschen Hike?
- Wie wirkt sich höhere Zinsen auf die Finanzierung von Trumps Infrastrukturprogramm aus? Wie will das der Staat bezahlen?

Zu jeder Teilfrage kann man sich Antworten zusammenreimen. Der eine sagt dies, der andere das. Wie das gesamte globale Finanzsystem reagiert, wenn irgendwo die Inflation ausser Kontrolle gerät, steht in den Sternen. Aus diesem Schneeballsystem und QE-Hokuspokus kommt man m. E. nicht mit ein paar Zinserhöhungen wieder raus. Da müssen die Hexenmeister noch tief in die Trickkiste greifen. Das wird richtig, richtig spannend.

 

175643 Postings, 2590 Tage Bär62Trumpflation & Kollektiver Hirntod?

 
  
    #126770
2
10.12.16 09:03

8325 Postings, 1387 Tage NikeJoe@Joe Pesci: Danke für die ausführliche Antwort

 
  
    #126771
1
10.12.16 10:42
Mir ist klar, dass niemand das zufriedenstellen beantworten kann. Es geht mir nur um die grundsätzliche Strategie.
Letzten Endes ist das Money-/Risk- Managment relevant, wie man vorgeht oder vorgehen kann.

Ich halte es auch so, dass ich versuche in den Stärkephasen unter Berücksichtigung des Sentiments die Gewichtung der Asset-Klasse zu reduzieren, während ich in den Schwächephasen versuche zu erhöhen. Dabei halte ich immer meinen "gesunden" Basisanteil.

Es gibt auch jetzt noch Börsen-Nachzügler, wie z.B. der Energie- oder Industriemetall-Sektor. Aber auch diese Aktien sind bereits deutlich vom Mehrjahres-Tief nach oben gekommen.
Lediglich der Edelmetall Sektor hat noch immer nicht die Kurve nach oben gekratzt, bzw. da kommen wir aus der Euphorie des heurigen Jahres und laufen gerade wieder in eine Angst-Phase hinein, was diesen Sektor im nächsten Jahr wieder interessant machen könnte. Dieser Sektor pendelt zwischen Extremstimmungen (= manisch-depressiv).

Thema Finanzkrise:

Das waren so wie der Börsencrash 2000-2003 wahrlich extreme Zeiten, die ich beide mit eigenen Aktien-Investments live miterleben durfte ;-)
Ich hatte 2008 gar nichts getan (ausgesessen). Zukauf wäre natürlich toll gewesen. Hatte damals aber zuvor etwas zu wenig Cash angesammelt.
Ich hatte auch einige Anfragen, was zu tun wäre? Falls man vor dem Crash überinvestiert war und nicht rauskam, ist eine Möglichkeit gerade so viel zu verkaufen, dass der mentale Stress gerade noch erträglich ist.

Thema Empfehlungen:

Ja, das ist ein sehr schwieriges Thema. Besonders wenn höhere Verlustpositionen da sind. Ich empfehle niemals etwas. Ich teile eventuell mit, was ICH tun würde, ein feiner Unterschied. Wer mit seinem Kapital Risiken eingeht, muss die Verantwortung selbst tragen, so ist das einmal.
Fragt mich jemand, der dies oder das mit seinem Kapital tun möchte, kläre ich zuerst zu den Risiken auf. Ich bin ja kein Verkäufer. Der Vorteil ist auch, dass mich weniger Bekannte fragen ;-)
Die Leute suchen generell nach Bestätigung ihrer Meinung. Dann fühlen sie sich gut...
In meinem Bekannten-Umfeld besitzt heute fast niemand mehr Aktien. Die haben alle negative Erfahrung gesammelt (zu teuer gekauft und mit Verlusten verkauft). Heute sind sie vorwiegend in Immos. Wenn ich erzähle, dass ich Aktien besitze, denken sie ich bin ein Zocker.
Aber ich möchte Unternehmungen helfen diese Welt voran zu bringen... wenn dabei mein Risiko abgegolten wird, wäre das okay.
 

3055 Postings, 2053 Tage lifeguardwie denn nun ?

 
  
    #126772
10.12.16 10:56
die im "trumpflation und hirntod"-artikel aufgeworfenen frage, wie denn nun trump alles unter einen hut bringen will ist mehr als berechtigt. ich denke, wir dürfen noch einige interessante entscheidung erwarten von ihm, da wird wohl keiner widersprechen.

um sein konjunkturprogramm zu finanzieren dürfte er rigoros versuchen, die typische bürokratiegeldverschwendung einzugrenzen; eine geldverschwendung, die allen staatlichen verwaltungen weltweit mehr oder weniger stark vorgeworfen werden kann. die medienwirksame mitteilun an boeing, 4 milliarden $ für den die nächste air force one sei definitiv überrissen, wird sicher nicht die letzte dieser art sein und gibt die richtung vor, wie trump die verwaltung auf trab bringen will. eine ziemliche herkulesaufgabe aber sicher die richtige stossrichtung.

und zum thema annäherung an russland sollten all die kritiker vielleicht mal nachdenken und könnten dann vielleicht die weise voraussicht erkennen. der zukünftige herausforderer der usa ist nämlich china. trump versucht nun, russland aus der immer enger werdenden bande china-russland herauszulösen um china zu isolieren. wer das kritisiert, der ist einfach von gestern und im kalten krieg steckengeblieben.

ich halte das generelle bashen von allem was von seiten trumps kommt sowieso für kurzsichtig und langsam etwas langweilig.. und aus investorensicht für überaus unklug.  

47348 Postings, 4601 Tage Anti LemmingHistorische Betrachtung kurzfristiger Zinsen

 
  
    #126773
1
10.12.16 13:17
www.mack-weise.de/fondsreport/fondsreport2015/

Interessant auch im Kontext der sehr treffend formulierten Fragen in # 769.
 
Angehängte Grafik:
hc_2596.jpg (verkleinert auf 68%) vergrößern
hc_2596.jpg

5060 Postings, 2688 Tage learnerlifeguard, aus Investorensicht.......

 
  
    #126774
10.12.16 13:26
Die interessiert hier nicht, was auch von AL regelmäßig bestätigt wurde. Allein die bärische Sicht auf die Welt ist hier gefragt und die hilft bekanntlich nur zu speziellen Zeiten.

Zum Beispiel ein gern genommener Chart, um die Verrücktheit der Märkte Makro darzustellen ist
Velocity of M2 Money Stock.

Da muss der Bär in der Pfanne doch verrückt werden, dass die Kurse an den Börsen immer wieder neue Höchststände erreichen, während sich das Geld immer langsamer dreht. Ist aber leider so und jeder Chart-Depp, wie er hier gerne genannt wird, verdient mit seiner dummen Strichverlängerungsmethode Geld, während die Bären leer ausgehen.

Sicher, irgendwann..........., aber das Timing ist so gut wie unmöglich.  
Angehängte Grafik:
m2.png (verkleinert auf 40%) vergrößern
m2.png

47348 Postings, 4601 Tage Anti LemmingIn der Ära der ZB-Sause ist es mir nachträglich

 
  
    #126775
1
10.12.16 13:54

geradezu peinlich, dass ich in Postings und Threads um das Jahr 2006 häufig geschrieben hatte, die Notenbanker würde im Interesse der Geldwert- und Finanzstabilität agieren.


Ich hatte mich nicht einmal entblödet, den damaligen EZB-Präsidenten Trichet als "anständig" zu bezeichnen. Gleichwohl war Trichet der letzte, den dieses Attribut zumindest noch ansatzweise kennzeichnete.

Trichets damaliger US-Kollege Greenspan hingegen agierte bereits "unanständig", weil er mit Tiefzinsen ab 2002 die US-Hausbeleihungsblase lostrat und so den Grundstein für das 2008-Finanzfiasko legte. Greenspan hatte die Amerikaner um 2003/4 sogar  mehrmals ausdrücklich zu Hausbeleihungen aufgefordert. Er war damals auch der erste, der von "Deflation" sprach.

2006 notierte EUR/USD um 1,35, und ich hatte von einer Überbewertung gesprochen. Gleich im Eingangsposting dieses Threads schrieb ich, dass ein Kurs von 1,09 weitaus realistischer sei. Diesen Wert haben wir heute - zehn Jahre später - gestern sogar 1,05.


Doch "auf dem Weg dorthin" gab es 2008 noch eine fürchterliche Übertreibung nach oben: Wall Street hatte es sich im Zuge der lügenhaft hinmanipulierten Öl-/Rohstoff-Rallye in 2008 nicht nehmen lassen, EUR/USD bis 1,60 hochzupushen - mit der aus heutiger Sicht (und für mich schon damals) absurd-fadenscheinigen Begründung, der US-Dollar würde wegen der riesigen Rohstoffpreisnachfrage (aus Asien) langfristig wertlos. Gleichzeitig prügelten die vereinigten Goldmänner US-Öl im Sommer 2008 auf 147 Dollar und auch andere Rohstoffe auf ATHs - ein scheinbarer Beweis ihrer "Dollar-wird-wertlos"-Spinstory. (Motto: "Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode.")

Heute ist nicht nur Wall Street, sondern es sind auch die Zentralbanker vom Wahnsinn geritten. Statt "Anstand" regieren heute Machtgier, Dünkel, Anmaßung, Schamlosigkeit, Manipulation, Vorteilsnahme, Insidergeschäfte (Draghis Sohn in USA), und aberwitzige, die geldpolitischen "Schandtaten" legitimierende "Theorien" (Spinstories) wie die, dass es die Aufgabe der ZB sei, eine "Sollinflation" zu erzeugen. Alles nur zum Aufpumpen einer den halb-bankrotten Zockerkapitalismus vermeintlich rettenden Vermögenspreisblase.

Vielleicht werden wir in zehn Jahren genauso über das hinrissige Sollinflations-Konzept der ZB den Kopf schütteln, wie wir es heute über die Rohstoff- und Euroblase und den "Dollar-wird-wertlos"-Kokolores der 2008-Goldmänner tun.

 

47348 Postings, 4601 Tage Anti LemmingLearner # 774

 
  
    #126776
2
10.12.16 14:16
Die Umlaufgeschwindigkeit nimmt ab, weil sich die Geldmenge stark erhöht hat.

Man kennt es auch der Physik. Wird ein von Wasser durchflossenes Rohr an einer Stelle dick, sinkt in diesem dicken Abschnitt die Strömungsgeschwindigkeit, obwohl entlang des Rohres stets dieselbe Wassermenge transportiert wird.

Hier wird als "kein Bär in der Pfanne verrückt", wie du wähnst, sondern es gibt stichhaltige kausale Begründungen.

Der Zusammenhang von Geldmengensteigerung und damit verbundener sinkender Umlaufgeschwindigkeit ist sogar der finale Beweis, dass die von den Notenbanken unter anderem mittels QE forcierte Geldmengenausweitung NIEMALS die gewünschte Sollinflation erzielen kann.

Das beißt sich auch keineswegs mit den Bärenthread-Thesen: Seit 2008 weise ich auf die nunmehr weltweite Deflation im Japan-Stil hin, in der es kaum Wachstum und nur wenig Inflation gibt - lediglich Vermögenpreis-Aufblasung, die aber keinen Bestand haben wird.

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Das Sollinflations-Konzept ist mithin eine Spinstory, genau wie 2008 die "Der-Dollar-wird-wertlos" Spinstory zum Aufpumpen der Rohstoffblase (siehe letztes Posting von mir).

Und noch etwas: Bärisch oder "short" ist fast immer Trading, nur selten Investment. Das liegt in der Natur der Sache. Muss ich wohl nicht weiter begründen. Unter Value-Gesichtspunkten stimme ich Joe-Pesci in #768 übrigens voll zu. Allerdings ist der Bären-Thread per se kein "Value-Investoren"-Thread. Daher ist das Posting streng genommen off-topic. Es ist mMn auch o.k., wenn ich in einem themengebundenen Thread verlange, dass die Poster beim Generalthema bleiben.  

129 Postings, 60 Tage KatzenpiratDas Kapital

 
  
    #126777
1
10.12.16 14:57
Nächstes Jahr jährt sich der 150. Geburtstag von Karl Marx' Hauptwerk. Der Deutschlandfunk hat anlässlich dieses Jubiläums eine sechsteilige Sendereihe produziert. Sechs Autoren ziehen ausgehend von diesem Werk Linien in die Gegenwart und denken über Aktualität und Grenzen der Marxschen Theorie nach. Sehr interessant, zum Hören oder Nachlesen.

Während die Wallstreetbanker ihre Bonis feiern und Veuve Clicquot schlürfen, müssen wir halt das Jahr in unseren ungeheizten Höhlen mit Kultur und geistiger Nahrung ausklingen lassen.
 

10172 Postings, 3425 Tage wawiduVerrückte Welt

 
  
    #126778
10.12.16 15:37
Während die Preise für US Staatsanleihen und US Unternehmensanleihen mit Investment Grade Bewertungen bereits deutlich gesunken sind, steht die Preiskurve des High Yield (Junk) Corporate Bond ETF HYG knapp unterhalb ihres ATH.  
Angehängte Grafik:
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hyg_12m.png

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