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Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Seite 1 von 1323
neuester Beitrag: 04.03.15 12:01
eröffnet am: 04.11.12 14:16 von: permanent Anzahl Beiträge: 33072
neuester Beitrag: 04.03.15 12:01 von: Kicky Leser gesamt: 2267637
davon Heute: 3027
bewertet mit 84 Sternen

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20752 Postings, 4119 Tage permanentÖkonomen streiten über Verteilungsfrage

 
  
    #1
84
04.11.12 14:16
Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind

... (automatisch gekürzt) ...

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html

Moderation
Moderator: ksu
Zeitpunkt: 06.10.14 08:32
Aktionen: Kürzung des Postings, Threadtitel trotzdem anzeigen
Kommentar: Urheberrechtsverletzung, ggf. Link-Einfügen nutzen
Original-Link: http://www.handelsblatt.com/politik/...gsfrage/7328592.html

 
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33046 Postings ausgeblendet.

39602 Postings, 3954 Tage Anti LemmingSteinbrück will für urkrain. Oligarchen arbeiten

 
  
    #33048
2
03.03.15 11:47
Immer hart am Wind, der Junge. Selbst wenn er ihm ins Gesicht bläst.

www.spiegel.de/wirtschaft/...r-ukrainischen-oligarchen-a-1021471.html

Als Kanzlerkandidat musste er für seine hohen Honorare viel Kritik einstecken, nun meldet das "Handelsblatt": Peer Steinbrück arbeitet künftig im Auftrag ukrainischer Oligarchen. Er soll Kiews Staatsfinanzen neu ordnen. (A.L. online ist der HB-Artikel nicht verfügbar).

Hamburg - Als Finanzminister hatte sich Peer Steinbrück unter Angela Merkel einen Ruf als Geldexperte erarbeitet (A.L.: LOL, Steinbrück war jahrelange der große Fürsprecher der Liberalisierung der Finanzmärkte, den 2008-Crash hatte er nie nicht kommen sehen) - davon profitiert er noch heute: Der SPD-Politiker arbeitet künftig für einen namhaften ukrainischen Beraterklub, dessen Ziel die Stabilisierung des vom Krieg im Donbass zerrütteten Landes ist. Das bestätigte das Büro von Peer Steinbrück auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE.

(A.L.: Vielleicht ist Steinbrücks "Expertise" aus 2006, die dem Finanz-Crash von 2008 Tür und Tor öffnete (Landesbanken kauften wie blöd US-Schrott), für die Ukraine in der aktuellen Lage sogar brauchbar. Käptn Steinbrück wird Wirtschaftskapitan auf der ukrainischen Titanic. ;-))

Steinbrück soll für die "Agentur zur Modernisierung der Ukraine" die aus den Fugen geratenen Staatsfinanzen in Kiew neu ordnen, berichtet das "Handelsblatt". Den Auftrag dazu habe er von drei prominenten Oligarchen erhalten, die den Klub fördern - darunter ist demnach etwa der Gasmogul und ukrainische Arbeitgeberpräsident Dmitro Firtasch.

"Wir wollen mit Deutschland einen Garantiefonds über 500 Millionen Dollar schaffen, in den Großunternehmer wie Rinat Achmetow, Viktor Pintschuk, ich und andere ihr Geld investieren", sagte Firtasch der Zeitung....
 

39602 Postings, 3954 Tage Anti LemmingLöschung

 
  
    #33049
03.03.15 11:55

Moderation
Moderator: Zwergnase
Zeitpunkt: 04.03.15 06:22
Aktion: Löschung des Postings
Kommentar: Löschung auf Wunsch des Verfassers

 

39602 Postings, 3954 Tage Anti LemmingZu: Streinbrück "soll Finanzen neu ordnen"

 
  
    #33050
03.03.15 11:58
Ordnen kann man nur, was noch da ist.

Sonst läuft das wie bei dem Witz mit dem Jungen, der in einen Bonbonladen geht:

- "Ich möchte gern zwei gemischte Bonbons."

- "Hier, mischen musst du dir die selber!"  

14359 Postings, 3151 Tage Malko07Die Taschen in

 
  
    #33051
2
03.03.15 12:49
auch grenzwertigen Situationen auf zu halten, damit hatte er nie Probleme (defizitäre Stadtwerke, usw.) . Deshalb passt er gut zu den Oligarchen. Und über das wahrscheinlich fette Beraterhonorar kann er dann etliche deutsche Steuergelder abzweigen, nicht für uns sondern für ihn. Er gehört eben zu den "Guten" in der Politik und verteidigt jetzt die westlichen Werte!  

5708 Postings, 2300 Tage daiphongGauweiler?

 
  
    #33052
03.03.15 13:09

39602 Postings, 3954 Tage Anti LemmingNein, nicht Gauweiler

 
  
    #33053
03.03.15 13:58
sondern dein neoliberaler Genossenverräter.  

39602 Postings, 3954 Tage Anti LemmingUSA schicken Fallschirmjäger-Bataillon in Ukraine

 
  
    #33054
3
03.03.15 14:06
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/...on-in-die-ukraine/

Die USA entsenden ein Bataillon von Fallschirmjägern in die Ukraine. Die Soldaten sollen zunächst die ukrainische Artillerie-Einheiten ausbilden. Später könnten die Amerikaner die Ukraine beim Einsatz von US-Waffen unterstützen. Russland hatte bereits vor Monaten angekündigt, den Einsatz von US-Soldaten oder Waffen in der Ukraine als Provokation zu klassifizieren.  

34643 Postings, 5606 Tage KickyGemeinsame Miltärmissipon 5.3-31.10.2015

 
  
    #33055
03.03.15 16:46
https://www.fbo.gov/...b=core&id=96f2427af800b37b1d7c964f9745e444

Laut dem Dokument soll das US-Militärpersonal auf dem Gelände des ?Internationalen Zentrums für Frieden und Sicherheit? (IPSC) auf dem Truppenübungsplatz Jaworiw, 50 km westlich von Lwow (Lemberg) in der westlichen Ukraine, stationiert werden und an einer ?gemeinsamen Militärmission? teilnehmen, die vom 5. März bis 31. Oktober dauern wird.Die US-Militärangehörigen sollen in drei Etappen ? im März, August bzw. Oktober ? ankommen vom Flughafen Lwow mit Bussen nach Jaworiw gebracht werden. Ihre Ausrüstung soll mit Lastern befördert werden. Die US-Regierung sucht nun nach Unternehmen, die den Transport des Militärpersonals in der Ukraine übernehmen. Auf dem Militärgelände Jaworiw hat die ukrainische Armee bereits mehrmals mit ausländischen Soldaten geübt.

Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/militar/20150302/...0998.html#ixzz3TL0B146U

Bei den Bemühungen um eine Beilegung der Krise in der Ukraine sollte man sich laut der russischen Außenamtssprecherin Maria Sacharowa auf Daten und Erklärungen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stützen ? nicht aber auf Äußerungen der USA.?Man sollte nicht von Äußerungen der USA ausgehen, die bereit sind, alles Mögliche zu kommentieren ? ungeachtet des Abstandes und des Nicht- Einbezogenseins in den Prozess?, wird Sacharowa am Samstag vom Rundfunksender RSN zitiert.

Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/politik/20150228/...3295.html#ixzz3TL0nWlJq


 

34643 Postings, 5606 Tage KickySchulz rügt Aufrüstungsrhetorik der Amerikaner

 
  
    #33056
4
03.03.15 16:48
Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), hat den Umgang amerikanischer Politiker und Militärs mit der Ukraine-Krise scharf gerügt. Die "Aufrüstungsrhetorik" von US-Senatoren und -Generälen führe "in einen bewaffneten Konflikt, der nicht in den USA stattfindet, sondern in Europa", sagte Schulz in der ZDF-Sendung "maybrit illner".Europa und die USA unterscheide, welche Mittel im Kampf um die Beilegung der Krise eingesetzt werden sollten. Europa kämpfe mit Wirtschaftssanktionen und so lange der Konflikt "ohne Waffen und ohne Krieg" beendet werden könne, sei der Kontinent "verpflichtet, diesen Weg zu gehen". Die militärische Konfrontation sei "keine Lösung". http://www.heute.de/...ruestungsrhetorik-der-amerikaner-37350056.html  

34643 Postings, 5606 Tage Kickyauffallend die Rhetorik der Russen

 
  
    #33057
1
03.03.15 16:53
die wesentlich sachlicher scheint als die der westlichen Quellen  

34643 Postings, 5606 Tage KickyHryvnia Monatshoch wg Kapitalkontrollen f.Exporter

 
  
    #33058
1
03.03.15 17:04
,die ausländisches Geld halten
Die einen rosafarbenen Porsche fahrende Zentralbankgouverneurin Valeriya Gontareva hob die Refinanzierungsrate von 19% auf 30% ....
Ukraine's infamous pink Porsche-driving central bank governor, Valeriya Gontareva, raised the nation's refinancing rate from 19.5% to a stunning 30% (effective Wednesday) in order to "stabilize the situation in the money and lending markets," and imposed some 'capital controls' on exporters holding foreign cash......"The central bank is trying to send a strong signal that it is in charge," noted on analyst as the country desperately waits for its $17.5bn bailout from (US taxpayers) The IMF.

http://www.zerohedge.com/news/2015-03-03/...-raises-benchmark-rate-30  

5708 Postings, 2300 Tage daiphongEZB - Bazooka

 
  
    #33059
04.03.15 04:39
Ich hatte bisher das Bild, dass Eurozone langsam ins Positive dreht, dass geldpolitisch mit niedrigen Zinsen die Bedingungen dafür gut sind, der Fiskalpakt und die bessere Bankenaufsicht einen neuen PIGS-Boom/Crash verhindert, und Deutschland mit dem Mindestlohn aus dem Lohndumping bzw. einem intern zu hohem und extern zu tiefem Euro herauswächst. Dass sich also die Polarisation zwischen Deutschland und den PIGS umdreht, indem Deutschland höhere Inflationsraten über den Lohn fährt als die  Pigs, und dort neue Produktionslinien und der Tourismus anziehen.

Eine größere QE-Inflationierungspolitik halte ich in Eurozone für falsch, da sie von höherer Inflation und Abwertung nur die Nachteile, aber nicht auch einen Vorteil hat wie die USA, die international als Investoren, Geldspeicher, Finanzmarkt, also als wirkliche Bank auch wirklich arbeiten.

Die Bazooka startet genau in dieser Wende. Spannend wird nun, ob sie die verstärkt - oder verhindert.
Zur Verstärkung braucht es in Deutschland eine real höhere Lohninflation in Relation zu den PIGS, bzw. dort eine geringere als hier. Nur dann können sich die PIGS vom deutschen Exportboom, vom deutschen Tourismus oder direkt vom Weltmarkt eine Scheibe abschneiden, und Deutschland kann qualitativ weiter wachsen. Vielleicht könnte die Bazooka dabei helfen.

Das klappt aber nur, wenn Fiskalpakt und Bankenaufsicht langfristig funktionieren. Falls in den Pigs die Arbeitsplatzbesitzer rund um den öffentlichen Dienst und den erfolgreichen Branchen die Mindestlöhne und Löhne zu stark hochziehen, die Staaten die Neuverschuldung, die Banken die Kreditvergabe - Modell Frankreich, Griechenland, dann wird in Deutschland die Lohninflation nicht ausreichend schneller anziehen können als in den PIGS, und fundamental verfestigt sich die Misere.

Dann verfrühstücken die PIGS nur die Inflationsgewinne gegen Deutschland angeblich "so wie die USA", denn dann ist die EZB mit der Bazooka ihre Bank, der Euro ihr Pigsgeld und Deutschland ihre Melkkuh geworden.  

39602 Postings, 3954 Tage Anti LemmingDie Aufrechnung

 
  
    #33060
3
04.03.15 07:57
von höherer deutscher Inflation gegen niedrigere in den PIIGS scheint mir reichlich technisch. Warum sollten höhere Löhne in D. dazu führen, dass es den PIIGS besser geht? In Griechenland z. B. entsteht das chronische Haushaltsdefizit durch einen viel zu großen und unproduktiven Beamtenapparat sowie durch ein Frührentensystem, das dazu geführt hat, dass auf jeden arbeitenden Griechen 1,1 Rentner/Arbeitslose entfallen - Tendenz stark steigend.  Wieso sollten höhere deutsche Löhne dem entgegenwirken? (Antwort: Es ist Angelsachsenwahn, zu glauben, man könne Strukturmängel mit Geldpolitik ausgleichen.)

Wenn hierzulande die Löhne steigen, haben Deutsche etwas mehr Geld in der Tasche und machen vielleicht mehr Urlaub in den PIIGS. Allerdings fliegt die 8,50?/Std-Lohngruppe eh (wenn überhaupt) in die Türkei, wo sie sich Urlaub noch leisten kann. Diese Leute werden dann auch nicht mehr griech. Schafskäse kaufen als zuvor. Schon heute müssen selbst deutsche Harzer nicht zwei Mal nachdenken, ob sie griech. Schafskäse (1,60 bei Lidl) kaufen.

Und auch in D. selbst erzeugt Lohninflation kein Wachstum. Es ist ein Krugman-/Angelsachsen-Spinstory zu glauben, dass Inflation Wachstum erzeuge. Wahr ist vielmehr, dass Wachstum Inflation erzeugt (sofern dieses sich überhaupt auf das Lohnniveau auswirkt), aber nicht ungekehrt. Durch die globale Lohnkonkurrenz sind die deutschen Gewerkschaften allerdings entmachtet. Höhere Löhne können nur schwer durchgesetzt werden. Man sieht es schon am Gefeilsche um den Mindestlohn.

Die "verbesserte Bankenaufsicht" führt fast zwingend dazu, dass Euro-QE verpuffen wird. Der Boom/Bust-Zyklus in den PIIGS befindet sich aktuell (und wohl für ewig) in der Bust-Phase (Bilanzrezession), so dass die Regulierung zu spät kommt. Man hätte vor 10 Jahren aufpassen müssen, jetzt ist der Karren im Dreck. Wenn Banken mehr Kapital vorhalten müssen (Basel III), ist geradezu garantiert, dass sie weniger Kredite vergeben, egal ob Draghi Geld druckt oder nicht. Außerdem befinden sich die PIIGS in einer Bilanzrezession. Euro-QE hat nicht zuletzt das Problem, dass es gar nicht genug europ. Staatsanleihen zum Aufkaufen für Draghis 1,1 Mrd. Euro Programm gibt, siehe hier:
www.ariva.de/forum/...SA-Baeren-Thread-283343?page=4611#jumppos115284

Richtig ist, dass die EU-Inflationierungspolitik Europa schadet. Aber Draghi macht sich ja auch gar nicht Geldpolitik für Europa, sondern er ist ein Vasall der Amis bzw. von Wall Street. Den Amis nutzt Inflationierungspolitik in Europa und Japan vor allem deshalb, weil damit die eigenen QE-Sünden (QE wirkt in USA noch eher als in Europa) relativiert werden. Sie stehen dann nicht mehr als Sonderfall da mit ihrer fragwürdigen Gelddruckpolitik.

FAZIT: Strukturprobleme mit Geldpolitik lösen zu wollen ist eine Angelsachsen-Schnapsidee. Sie ist ähnlich naiv wie der bei der Einführung des Euro grassierende Ökonomenglaube an "Konvergenz". Man vermeinte, wenn der Euro käme, würden sich die Verhältnisse in Europa schon "irgendwie automatisch" angleichen (LOL).  

5708 Postings, 2300 Tage daiphongdie jeweiligen Lohnniveaus ist mMn der Schlüssel

 
  
    #33061
1
04.03.15 09:36
der europäischen Probleme.
Die PIGS müssen im gesamten Lohnniveau ausreichend tiefer liegen, wenn sie den Staatshaushalt neutral bekommen wollen, gegen nördliche Konkurrenz mehr Industrie aufbauen und ausreichend exportieren wollen, die Arbeitslosigkeit senken wollen, und dazu gehören natürlich auch Renten und Arbeitseffizienz. Klar ist das technisch betrachtet.

Dazu gehört auch das Verhältnis von öffentlichem Dienst inklusive monopolartiger staatlicher Betriebe, Gesundheitswesen zur industriellen, landwirtschaftlichen, Tourismus-, Bau- etc. Arbeit.  Wenn z.B. Ärzte überall das deutsche Einkommensniveau erreichen wollen, ansonsten Dienst nach Vorschrift machen oder die große Steuerhinterziehung oder abwandern, kann man das Gesundheitswesen in vielen Ländern vergessen.
Natürlich erzeugt eine steigende Lohnbasis in Deutschland Wachstum. Denn zunehmend viel davon wird in Dienstleistung konsumiert. Und es erzeugt auch Wachstum in konkurrierenden Ländern, wenn Niedrigstlohn-Industrien hier abgebaut werden. Das hat mit Krugman gar nichts zu tun.

Konvergenz entsteht also viel zu schnell über die öffentlichen Dienste und Freiberufler, die z.B. in Griechenland recht korrupt, ganz große Steuerbetrüger, zugleich aber auch die politisch aktiven Kreise sind. Das bedeutet extreme Einkommensspreizung, regelrechte Klassenbildung und Klassenpolitik, Korruption, negative Staatshaushalte, Bank-Überschuldung samt Kapitalflucht und Zentralbank-Inflationierung in Südeuropa. Also unverändert das uralte Spiel in diesen Ländern.
 

8111 Postings, 3931 Tage lumpensammlerLohninflation in D

 
  
    #33062
3
04.03.15 09:46
würde ankurbelung der Binnennachfrage auf der einen und Verlagerung von Investitionen in die Peripherie auf der anderen Seite bedeuten. Bestenfalls also Stagnation plus/minus hier und Wachstum in der Peripherie. Soweit ok. Aber dazu müsste es eben die Lohnzurückhaltung plus Reformen in der Peripherie geben. QE schafft dazu aber gerade keinen Anreiz.  

5708 Postings, 2300 Tage daiphongBerater, Kampftruppen, Waffen

 
  
    #33063
04.03.15 09:49

USA: 12.000 russische Soldaten in Ukraine

Bislang leugnet Moskau hartnäckig jede Beteiligung am Krieg in der Ostukraine. Das US-Militär schätzt die Lage anders ein. Tausende russische Soldaten kämpften in der Ukraine, sagt General Hodges. Und zu den vielen Waffen sagt er: "Das kommt aus Russland."

Russland unterstützt die Separatisten im Osten der Ukraine nach Einschätzung des US-Militärs mit etwa 12.000 Soldaten. Es handle sich um eine Mischung aus russischen Militärberatern, Bedienpersonal für Waffen und Kampftruppen, sagte der Kommandeur der US-Heerestruppen in Europa, General Ben Hodges.

Dazu kämen rund 29.000 russische Soldaten, die auf der besetzten Krim stationiert seien. Nach den alten Verträgen dürfe Russland dorthin nur bis zu 25.000 Soldaten entsenden. Weitere 50.000 russische Soldaten halte die Führung in Moskau jenseits der ukrainischen Grenze auf dem eigenen Territorium für den Fall vor, dass die Separatisten wie schon Ende vergangenen Jahres einen schweren Rückschlag erlitten und die ukrainische Armee die Oberhand gewinne.

Darüber hinaus gebe es weitere Belege für die unmittelbare Verwicklung der Russen in die Vorgänge im Osten der Ukraine. So seien zwei zivile Drohnen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Osten der Ukraine mittels elektronischer Maßnahmen vom Himmel geholt worden.

"Das funktioniert nicht mit Ausrüstung, die man im Keller zusammenbastelt", betonte Hodges. "Über diese Fähigkeit zur elektronischen Kriegführung verfügen nur moderne Armeen - und das ist es, was die Russen zur Verfügung stellen, um OSZE-Drohnen herunterzuholen, die sie vermutlich gerade beobachteten."

Auch eine derartig große Masse von Artillerie und Raketen lasse sich nicht in Heimarbeit bauen. Dies sei nichts, was die Separatisten von den ukrainischen Truppen erobert hätten - oder nur zum Teil. "Das kommt aus Russland", erklärte Hodges.
... n-tv

 

5708 Postings, 2300 Tage daiphong#62 sollten Fiskalpakt und Bankenaufsicht

 
  
    #33064
04.03.15 09:57
funktionieren, wäre das hier kein US-QE mit einer Phase explodierender Staatsverschuld, sondern im Gegenteil eine Deckelung, ein Zwang zur Reduktion und Reform der öffentlichen Dienste. In Südeuropa könnte industrielle Arbeit vergleichsweise lukrativer werden.
Und die Inflation käme insbesondere nach Deutschland.  

14359 Postings, 3151 Tage Malko07Strukturprobleme müssen

 
  
    #33065
2
04.03.15 10:10
durch strukturelle Veränderungen gelöst werden und strukturelle Veränderungen sind eben nicht nur Löhne und Renten. Unsinnige Regulierungen können Investitionen verhindern, zu starke Korruption tut es auf jeden Fall, ebenso zu starke Kriminalität. So ziehen sich z.B. aus Süditalien immer mehr Unternehmen zurück, gerade auch italienische, in Norditalien dagegen nicht. Im Süden wird man mit Subventionen gefüttert und im Norden mit starken Steuern bestraft und das seit über einem Jahrhundert.

Höhere Löhne in Deutschland sollten nur aus der internen wirtschaftlichen Entwicklung resultieren. Als Hilfsmittel für andere taugen sie nur wenig. Die Immobilienberge in Irland oder Spanien und die damit zusammenhängende Lasten werden nicht durch höhere Löhne bei uns bereinigt.

Funktionierende Strukturen sind nicht einfach zu haben. Wieso ist es sonst so, dass in Süddeutschland (nicht nur dort aber am breitesten) die Wirtschaft brummt und in manch anderen Gegenden bei uns nicht, trotz Finanzausgleich (direkt und verdeckt) und vielen anderen Subventionen. Dabei sind die Gehälter in Süddeutschland spitze. Gut vernetzte industrielle Strukturen sind eben eine Leistung von vielen Jahrzehnten und nicht mit einfachen monetaristischen Maßnahmen zu haben. Mit Subventionen erreicht man auch oft nicht viel mehr als verlängerte Werkbänke ohne Substanz. Das Leben ist eben nicht so einfach wie es sich mancher "Wirtschaftswissenschaftler" (Planwirtschaftler) vorstellt.  

39602 Postings, 3954 Tage Anti Lemming# 061

 
  
    #33066
1
04.03.15 10:28
In der Tat müsste das Lohnniveau in den PIIGS zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit wieder runter, und zwar um schätzungsweise noch minus 30 %. Leider ist das politisch nicht umsetzbar, weil die Eurozonen-Problemländer der Illusion nachhängen, sie hätten sich das höhere Lohnniveau durch die Eurozonen-Mitgliedschaft "verdient" (sich dieses Niveau hedonistisch zu "genehmigen" ist nicht gleichbedeutend damit, dass es gemessen an der niedrigeren Produktivität auch angemessen wäre).

Man kann das Problem der zu hohen PIIGS-Löhne - und hier kritisiere ich Daiphong - nicht "ersatzweise" lösen, indem man die Löhne in D. hochsetzt. Denn damit ändert sich in den PIIGS und an deren Strukturproblemen nur wenig (evtl. etwas mehr Exporte nach D., das war's dann schon.).

Zwar ist das Lohnniveau in D. zwar tatsächlich recht niedrig (seit 20 J. gibt es, wie in USA, Reallohnabbau, wozu in D. auch die Agenda 2010 beitrug), aber hiesige Lohnerhöhungen würden nichts an der Zwangslage in den PIIGS ändern, die wegen der ca. 30 % Lohnerhöhung seit Euroeinführung nicht mehr rentabel sind´.

Wäre eine Lohnsenkung in den PIIGS politisch problemlos möglich - das würde politische Einsicht in obige Problematik voraussetzen, und zwar in allen Kreisen der dortigen Bevölkerungen  -, dann, und NUR dann, könnte man den Euro beibeihalten. Da dies aber nicht der Fall ist, hilft nur die Wiedereinführung der Landeswährungen. Dabei würde das Lohnniveau zunächst pro forma beibehalten, anschließend jedoch relativ schnell indirekt durch Abwertung der Währungen gesenkt. Damit würden die PIIGS wieder wettbewerbsfähig. Sie hätten auch mehr Freiheiten, weil sie dann keine Strukturanpassungen mehr vornehmen müssten. Den Staaten, die "wie gewohnt weitermachen wollen", würde auch keine Troika mehr reinreden. Sie müssten nur in Kauf nehmen, dass ihre Landeswährung (immer weiter) abwertet. Das war in Vor-Euro-Zeiten jahrzehntelang gängige und bewährte Praxis.

Den Euro 2.0 sollte man in Europa tunlichst erst nach vorheriger Einrichtung einer gemeinsamen Wirtschaftsregierung einführen. Diese ist aus politischen Gründen zurzeit ebenfalls kaum möglich. Folglich wird Euro 2.0 ein Projekt für die ferne Zukunft.  

427 Postings, 2173 Tage patsmelv...Warten auf den grossen Knall...?

 
  
    #33067
1
04.03.15 11:13

Interview mit Willy Wimmer zur Re?de des israelischen Miniterpräsidenten Netanjahu (iran german radio)

IRIB: Herr wimmer, ich darf Sie ganz herzlich begrüßen zu diesem Interview!

Wimmer: Guten Tag, Herr Shahrokny, guten Tag nach Tehera!

IRIB: Herr Wimmer, am Dienstag, dem 03. März, tritt der israelische Ministerpräsident, Benjamin Netanjahu, mit  einer Rede vor dem US-Kongress gegen einen möglichen Atomvertrag mit dem Iran auf. Die Rede war und ist sehr umstritten, dennoch besteht Netanjahu darauf. Dazu höre  ich gerne Ihre Kurzanalyse!

Wimmer: Ja, Herr Shahrokny, das macht im Zusammenhang mit dieser Rede deutlich, dass wir vor entscheidenden Wochen stehen, was den Weltfrieden anbetrifft. Denn man darf nicht verkennen, dass hier zwei Dinge eine Rolle spielen: Auf der einen Seite hat jeder Staat und jeder Staatschef das Recht, auf die Probleme seines Landes aufmerksam zu machen, oder auf die Probleme, die sich für sein Land im Zusammenhang mit der internationalen Sicherheit stellen, das ist natürlich. Das Zweite ist, wir sehen also, dass diese Frage in den Vereinigten Staaten Gegenstand einer heftigen innenpolitischen Auseinandersetzung geworden ist, bei der alle amerikanischen Geflogenheiten beiseite gewischt worden sind und die Geflogenheiten bestehen darin, dass man so etwas nicht gegen den Willen des amerikanischen Präsidenten auf dem Territorium der Vereinigten Staaten selber machen darf. Also, vor diesem Hintergrund ist für jeden auf der Welt  erkennbar, dass wir vor einer ernsten Situation stehen.

                                  

IRIB: Es ist ganz selbstverständlich, dass jeder Staatschef Probleme seines Landes ansprechen soll. Dieses Recht kann aber Netanjahu für sich und für sein Land nicht in  Anspruch nehmen, denn Israel macht selber mehr Probleme als umgekehrt.

Wimmer: Ja, man muss natürlich sehen, dass es nicht nur für Israel, sondern offensichtlich auch für die Vereinigten Staaten und möglicherweise auch  für Großbritannien schwer ist, mit einer friedlichen Situation fertig zu werden. Man scheint den Krieg, man scheint die militärische Auseinandersetzung vorzuziehen, weil man mit einer Welt, die in Harmonie und in Frieden miteinander lebt, nicht anfangen kann und vor allen Dingen die eigenen Interessen nicht durchsetzen kann. Also, vor diesem Hintergrund ist die Frage erlaubt, ob die vorgenannten Staaten vor dem Hintergrund unserer Erfahrung, die wir seit langem haben, überhaupt im erträglichen Maße friedensfähig sind! Das werden wir in den nächsten Tagen und Wochen für den globalen Maßstab beantwortet sehen.

IRIB: Herr Wimmer, kürzlich veröffentlichten die amerikanischen und israelischen Geheimdienste einen Bericht, in dem sie klar stellten, dass der Iran niemals dabei war, eine Atombombe zu entwickeln. Wozu dann der ganze Krach?

Wimmer: Das ist ja eine Frage, die sich normale Menschen stellen und die sich normale Menschen stellen müssen. Aber, wir leben nicht in normalen Zeiten und wir leben auch nicht in einer Zeit, in der normale Menschen normale Fragen beantwortet haben wollen. Hier kommt es darauf an, ein Land mit Krieg zu überziehen. Dazu haben die Sanktionen gedient, dazu dient jetzt möglicherweise die Rede des israelischen Ministerpräsidenten im amerikanischen Kongress und dieses Land heißt ?Iran?. Man hat diesem Land seit Ende des 2. Weltkrieges  nur Probleme bereitet, oder man hat auf Leute gesetzt, die für die Iraner selber die großen Probleme bereitet haben. Diese Politik soll offensichtlich fortgesetzt werden, dewegen kommt es gar nicht darauf an, dass jeder weiß, oder jeder glaubt zu wissen, dass Iran ein friedensbreites Land ist, dass er  auch seine nuklearen Fähigkeiten in eine friedliche Zukunft führen will. Da kommt gar nicht darauf an, solange man Gründe suchen und finden kann, warum man dennoch gegegn den Iran militärisch vorgehen soll. Also, vor diesem Hintergrund ist es eine verhängnisvolle Entwicklung.

IRIB: Gibt es , Herr Wimmer, wenig Kriege in der Welt, dass  man einen weiteren anzetteln will?

Wimmer: Ich glaube schon, dass vor dem Hintergrund der Zeit seit 1999 mit dem Jugoslawien-Krieg wir uns in einer Phase befinden, wo der globale Krieg vorbreitet werden soll. Wir haben es derzeit mit regionalen Entwicklungen zu tun, die ja zusammengebunden werden müssen, damit wir einen großen regionalen Krieg haben, aber es fehlen so entscheidende Staaten wie Russland, wie Iran und andere, um in der Tat den globalen Krieg vom Zaun zu brechen. Das ist eine Entwicklung, die vor mehr als hundert Jahren angefangen hat und wo wir jetzt nach all dem, was wir wissen, der Entwicklung darüber nähern, dass  der 3. Weltkrieg beginnt.

IRIB: Herr Wimmer, die Völker wollen aber keine Kriege mehr. Heißt das, was Sie gerade angesprochen haben, dass die Regierungen auf die Meinung ihrer Völker gar nicht hören?

Wimmer: Das muss man mit Sicherheit für eine Reihe von Staaten sagen. Wir sehen ja in Europa mustergültig, wirklich wie in einem Brennglas. Das, was norlamerweise die Staaten auszeichnen soll, sind die friedlichen Beziehungen zu ihren Nachbarn und die gehen nur, wenn man Verträge hält und Verträge macht. Diese Politik, die Europa das Ende des kalten Krieges beschert hat, auch mit Hilfe der Vereinigten Staaten, ist  Mitte der 90er Jahre durch die Vereinigten Staaten abgestellt worden. Alles das, was Verhandlungsforen anbetraf, ist in die Bedeutungslosigkeit gebracht worden. Und da, wo man Gesprächsfäden hatte, wie die G8 unter Einschluss  des russischen Präsidenten, hat man die Gesprächsfäden beendet. Das heißt, man bereitet sich schon seit langem, innerlich und konzeptionell darauf vor, große Auseinandersetzungen zu führen und da ist der Mittelpunkt die Russische Föderation. Es hatte ja vor einem Jahr oder anderthalb Jahren nicht viel gefehlt und es wäre auch gegen den Iran losgetreten worden. Also, vor diesem Hintergrund kann ich nur sagen, das ist kein Denken in möglichen Zirkeln, sondern es ist ein offenkundiges Verhalten, was wir  seit mehr als 15 Jahren sehen können   und wir warten jetzt alle darauf, dass der große Knall kommt.

IRIB: Herr Wimmer, überall, wo Netanjahu hinkommt, macht Stimmung gegen einen möglichen Atomvertrag mit dem Iran. Braucht die Welt keine derartigen Verträge?

Wimmer: Sicher, benötigen die Völker dieser Welt solche Abkommen, weil es ohne Verhandlungen und ohne Verträge zum Krieg kommt. Da die Völker die Kriege nicht wollen, kann man daraus schließen, dass die friedliche Verständigung über jeden Streitfall vorziehen wollen, was die andere Dimension einer kriegerischen Auseinanderseztzung anbetrifft. Aber die Staaten, die Kriege wollen, hören auch nicht auf ihre Völker.

IRIB: Herr Wimmer, ich möchte abschließend Sie um eine Prognose über dieses bestimmte Problem bitten!

Wimmer: Wir können nur hoffen, dass der amerikanische Präsident eine Menge Mut zeigt, eine solche innenpolitische Auseinandersetzung auszuhalten, dass der amerikanische Präsident weiß, dass davon auch abhängt, wie die Völker dieser Welt auf Dauer die Vereinigten Staaten sehen.

IRIB: Herr Wimmer, vielen Dank für dieses Gespräche!

Wimmer: Alles Gute nach Teheran!

 

427 Postings, 2173 Tage patsmelvlink vergessen

 
  
    #33068
04.03.15 11:15

14359 Postings, 3151 Tage Malko07A.L. #33066: Eine Wirtschaftsregierung

 
  
    #33069
2
04.03.15 11:29
ändert überhaupt nichts. Gehälter und Löhne werden nämlich nicht durch die Regierung festgelegt und Quersubvention ändert auch nicht die Welt bezüglich wirtschaftlicher Entwicklung wie man bei uns beobachten kann (brachte primär eine soziale Abfederung). Auch eigene Währungen lösen die gegenseitige Probleme kaum. Dazu sind die wesentlichen Staaten wirtschaftlich zu stark vernetzt. Sind mMn alles Illusionen wie momentan auch ganz praktisch die Schweiz zeigt. Vor dem Euro waren die meisten Währungen schon lange hart gekoppelt und immer wenn einer ausscherte gab es große Probleme in anderen Bereichen.

Es muss deshalb mMn Disziplin hinein gezwungen werden. Alles andere sind nur Scheinlösungen. Und korrupte Kriminelle wie Griechenland gehören ausgeschlossen.  

34643 Postings, 5606 Tage KickyDie moralische Bankrotterklärung d.Peer Steinbrück

 
  
    #33070
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04.03.15 11:54
Die Eckpunkte der künftigen Politik der Ukraine werden nicht in Kiew, sondern in Wien gesetzt. Dort soll die neu gegründete ?Agentur zur Modernisierung der Ukraine? ihre Arbeit aufnehmen. Gleich einer Schattenregierung wurden in dieser Agentur die Ressorts mit äußerst namhaften ehemaligen Politikern besetzt. Das Finanzressort untersteht niemand anderem als dem ehemaligen Finanzminister und Vizekanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Finanziert wird das Vorhaben von den drei wohl reichsten und mächtigsten Oligarchen der Ukraine ? ein erstaunliches Triumvirat aus Korruption, Mafia-Kontakten und politischer Wandlungsfähigkeit. Offenbar hat Steinbrück endgültig jede Scham verloren und verkauft seine Haut wie eine Bordsteinschwalbe an jeden, der bereit ist den ? sicher nicht geringen ? Preis zu bezahlen.

Für Wirtschaftsfragen ist mit Laurence Parisot eine ehemalige Vorsitzende des französischen Arbeitgeberverbandes und Aufsichtsrätin der Großbank BNP Paribas zuständig. Der Verfassungsprozess wird von Rupert Scholz, dem ehemaligen deutschen Verteidigungsminister und sicherheitspolitischen Falken, geleitet. Und für Finanzen ist mit Peer Steinbrück ein Mann zuständig, dessen fachliche Qualifikation zwar ?umstritten? ist, der dafür aber zweifelsohne ein Herz für Milliardäre hat. Auf weiteren Posten werden mit Stefan Füle und Günter Verheugen (ehemalige EU-Erweiterungskommissare) und Bernard Kouchner (ehemaliger französischer Außenminister) Politiker geehrt, die sich ganz maßgeblich dafür eingesetzt haben, dass die Ukraine sich an die EU annähert. Geführt wird diese Schattenregierung von Michael Spindelegger, dem ehemaligen österreichischen Außen- und Finanzminister und Vizekanzler, der ebenfalls nicht nur als wirtschaftsnah, sondern auch als großer Freund der EU-Assoziierung der Ukraine gilt. ....

Geld stinkt nicht. Etwas anders können die genannten Politveteranen kaum gedacht haben, als sie dieses Angebot annahmen. Hinter der ?Agentur zur Modernisierung der Ukraine? stehen nämlich drei besonders illustre ukrainische Oligarchen:

Dmytro Firtasch

Firtasch begann seine Karriere als ?Biznesmen? mit dem Export ? andere sagen Schmuggel ? von Konservenlebensmittel und Trockenmilch in die zentralasiatischen Republiken. Dabei lernte er andere ?Biznesmen? kennen und entdeckte ein besonders profitables Geschäft ? den Zwischenhandel von turkmenischem Erdgas über die Ukraine nach Europa. Da dieses Geschäft natürlich gewisse Protektion braucht, arbeitete Firtasch zu dieser Zeit mit Semjon Mogiljewitsch zusammen, dem obersten Paten der Russenmafia. Politische Protektion suchte und fand er bei Viktor Janukowitsch, mit dessen Hilfe er der ?Gasprinzessin? Julia Timoschenko das Geschäft verhagelte. 2009 war es dann auch Janukowitsch, der seinerseits seinen Großspender Firtasch vor der Rachsucht Timoschenkos in Schutz nahm.

Heute ist Firtasch mit einem geschätzten Vermögen von 10 Milliarden Dollar der zweitreichste Ukrainer und im Nebenjob Präsident des ukrainischen Arbeitgeberverbandes. Während des Euromaidan wechselte er blitzschnell das Lager und unterstützt heute die neuen Regierungsparteien. Dummerweise hat Firtasch jedoch ein ärgerliches Problem mit der US-Justiz. Seit 2006 ermittelte das FBI gegen den Wahlösterreicher ? es geht um Korruption, Bestechung und die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Österreich verweigert jedoch bislang die Auslieferung. Zur Zeit ist Firtasch gegen eine Kaution von 125 Millionen Euro auf freiem Fuß.

Rinat Achmetow

Mit im Boot ist auch Rinat Achmetow, der schillernde Kohle- und Stahlmagnat, der Firtasch mit einem geschätzten Vermögen von 11,6 Milliarden Dollar auf die Plätze verweist. Wie alle Oligarchen ist auch Achmetow durch intransparente Vorgänge im Dickicht von Mafia und Korruption zu seinem sagenhaften Vermögen gekommen. Achmetows Erfolg war fest an den politischen Erfolg von Viktor Janukowitsch gekoppelt, für dessen Partei der Regionen der ehemalige Boxprofi und Besitzer des Fußballklubs Schachtar Donezk einst Abgeordneter war.

Auch Achmetow besitzt jedoch ein ausgeprägtes Geschick, gerade noch rechtszeitig die Seiten zu wechseln. Da ein Großteil seiner Industrieanlagen in der Donbass-Region steht, verhielt er sich im Konflikt um die Ostukraine zunächst neutral. Mittlerweile hat er sich jedoch vollends auf die Seite der Zentralregierung in Kiew geschlagen, deren Truppen nun seine Besitztümer zurückerobern sollen.  

zu Achmatow findet man hier noch weit mehr:
...Achmetow ist ein archetypischer Vertreter der kriminellen Schicht, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion durch die Plünderung von staatlichem Eigentum mit Gangstermethoden riesige Vermögen angehäuft hat. Wie [die englischsprachige] Wikipedia aus der Donetsk Mafia: Anthology von Sergi Kusin zitiert, war Achmetow in seinen frühen Jahren die rechte Hand des Mafiabosses Achat Bragin und erbte nach dessen Tod sein Finanzimperium.(er soll an seinem Tod nicht unschuldig gewesen sein,zumindest verliess er rechtzeitig die Tribüne im Fussballstadion,bevor dies in die Luft flog)

Erwähnt wird auch das diplomatische Telegramm vom 3. Februar 2006, das WikiLeaks veröffentlicht hatte. Darin bezeichnete der amerikanische Botschafter John Herbst Achmetows Partei der Regionen als "langjährige Zuflucht für Mafiosi und Oligarchen aus Donezk"; Achmetow bezeichnete er als "Paten" des Donezk-Clans.
......
zu Firtasch hier:Firtasch spielt eine zentrale Rolle in der Energie- und Chemieindustrie, er ist außerdem in der Immobilien-, Medien- und der aufstrebenden ukrainischen Titanbranche aktiv. Er ist Mitbesitzer des Gaszwischenhändlers RosUkrEnergo, der für die Gaslieferungen von Russland an die Ukraine verantwortlich ist; außerdem ist er Präsident des ukrainischen Arbeitgeberverbandes. Telegramme, die WikiLeaks veröffentlicht hat, bringen ihn auch mit dem angeblichen russischen Unterweltboss Semjon Mogiljowitsch in Verbindung.
Achmetow und Firtasch kontrollieren zusammen fast die Hälfte der Parteien der Regionen.
http://www.wsws.org/de/articles/2014/03/13/olig-m13.html

Viktor Pinchuk

Dritter im Bunde ist der Stahlmagnat Viktor Pinchuk mit einem geschätzten Vermögen von 4,2 Milliarden Dollar. Pinchuk gehört zu der Gruppe Oligarchen, die sich in einen Familienclan eingekauft haben. Der damals noch vergleichsweise kleine Stahlunternehmer heiratete die Tochter des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma und bekam dafür bei der Privatisierung der Stahlkonzerne den Zuschlag zu ?Familienkonditionen?. So wurde aus dem kleinen Stahlunternehmer ein Stahlmagnat.

Anders als Firtasch und Achmetow war Pinchuk jedoch nie ein ausgewiesener Anhänger des gestürzten Präsidenten Janukowitsch. Im Gegenteil ? Pinchuk hat mit seinen zahlreichen Stiftungen aktiv die Annäherung der Ukraine an den Westen mit voran getrieben.

offenbar ist der Ärmste jedoch gerade dabei, mit seinen Stahlwerken in Konkurs zu gehen und 5000 Arbeiter zu entlassen  http://johnhelmer.net/?p=12793
ich hatte darüber berichtet http://www.ariva.de/forum/...lungsfrage-472111?page=1307#jump19452910

Wofür das Ganze?

Der Verdacht liegt nahe, dass diese drei politisch umstrittenen Oligarchen die Politik der Ukraine gänzlich undemokratisch über ein privat finanziertes Think-Tank mitbestimmen wollen. Für diesen Plan ist es natürlich von großem Vorteil, wenn man sich namhafte Ex-Politiker aus der EU ins Boot holt. Vor allem dann, wenn diese namhaften Ex-Politiker ohnehin eine Politik propagieren, die diesen Oligarchen nutzt. Was wir hier erleben ist Feudalismus in Reinkultur. Nicht das gewählte Parlament, sondern privat finanzierte Agenturen bestimmen die Eckpunkte. Und jede Wette ? wenn die Papiere der ?Agentur zur Modernisierung der Ukraine? erst einmal vorliegen, werden die EU und der IWF schon darauf drängen, dass sie auch umgesetzt werden. Über die Zukunft der Ukraine wird nicht nur Kiew oder in Brüssel, sondern auch in Wien entschieden.

bis auf die Additionen Quelle hier :http://www.nachdenkseiten.de/?p=25269#more-25269  

39602 Postings, 3954 Tage Anti LemmingIch würde es ja begrüßen,

 
  
    #33071
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04.03.15 11:54
aber diese eingeforderte Disziplin - das Einzige, was den Euro retten könnte - wird leider durchweg als "Zwang" wahrgenommen und hingestellt (vor allem in GR). Partikularinteressen werden egoistisch über das Gesamtinteresse der Euro-Stabilität gestellt.

Das Problem ist, dass niemand freiwillig auf etwas verzichten mag, das er als "ihm zustehend" betrachtet. Die PIIGSer z. B. halten die gemessen an ihrer Produktivität deutlich zu hohen Löhne, die sie sich in der frühen Boom-Phase der Euro-Einführung genehmigt haben, für eine "historische Errungenschaft" bzw. für eine Art Grundrecht. Warum eigentlich? Welche Leistungen haben z. B. die griechischen Beamten erbracht, um eine solche Erwartungshaltung zu rechtfertigen?

Eine gemeinsame Wirtschaftsregierung hätte z. B. nicht zugelassen, dass griech. Beamten ihre Gehälter so weit aufstocken, dass sie inzwischen doppelt so viel verdienen wie Leute in der freien Wirtschaft. Beamten-Saläre und Gehälter im öffentlichen Dienst sind bekanntlich "Staatssache".  

34643 Postings, 5606 Tage KickyPinchuk Mitglied in mehren Thinktanks in USA

 
  
    #33072
04.03.15 12:01
wird offenbar derzeit auch in USA angeklagt wegen Geldern,die er directed to the Clinton Foundation, and to lobbying for commercial and political favours from Hillary Clinton and State Department officials directing the Kiev administration.....
In USA hat Pinchuk einen Lobbyisten namens  Douglas Schoen, dem er monatlich $40000 zahlt und der auch für Hilary Clinton tätig ist.Natürlich behauptet der jetzt, er sei nur aus Menschenfreundlichkeit tätig für Pinchuk. Und Pinchuk ist Mitglied in mehreren Thinktanks: Brookings Institution and the Peterson Institute for International Economics (PIIE) ja sogar Board Director beim Peterson Institute

mit Quellenangabe hier :http://johnhelmer.net/?p=12793  

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