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Stirbt der Euro in Italien?

Seite 1 von 2
neuester Beitrag: 20.02.17 12:36
eröffnet am: 27.09.13 10:05 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 40
neuester Beitrag: 20.02.17 12:36 von: Anti Lemmin. Leser gesamt: 57690
davon Heute: 50
bewertet mit 10 Sternen

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49752 Postings, 4764 Tage Anti LemmingStirbt der Euro in Italien?

 
  
    #1
10
27.09.13 10:05
Berlusconi-Anhänger drohen, die Regierungs-Koalition zu verlassen. Dann würden in Italien Neuwahlen fällig. Die Ratingagentur S&P hat bereits gewarnt, dass sie Italiens Rating in dem Fall "um mindestens eine Stufe" senken würde, sofern "Italien keine institutionelle und regierungstechnische Effizienz" zeigen würde (Quelle: Mish, siehe unten).

Aktuell steht das Italiens Rating zwei Stufen über Ramsch/Junk. Bei einem Downgrade um zwei Stufen (und mehr) würde das Rating Italiens somit auf Ramsch-Status (= BB+ oder tiefer) sinken.

Folge: Viele "institutionelle Halter" in Deutschland (Versicherungen, Pensionsfonds usw.) müssten dann aus rechtlichen Gründen ihre Italo-Staatsanleihen zwangsverkaufen. Die Renditen gingen durch die Decke.

Aber das macht ja alles nichts, weil Draghobert Druck bereits die Bazooka (= Geldkanone) vorwärmt.

Höchstwahrscheinlich zieht Draghi mit Berlusconi am gleichen Strang. Berlusconi erzeugt das "Theater", dass die Ratingagentur S&P dann (nach Rücksprache mit Goldman) zur Abstufung NUTZT (ein zwingender Grund für eine Abstufung ist ein Regierungsrücktritt mMn nicht!).

Draghi erhält so einen willkommenen Vorwand für Massenaufkäufe Italienischer Staatsanleihen. Leider aber ist Italien "too big to fail". Dieser "Umstand" erzwingt dann durch die Hintertür die Einführung der Schuldenvergemeinschaftung, auf die Goldman und Soros bereits mit Milliardensummen spekulieren.

Folge 2: Soros Puts auf den Bund-Future bescheren ihm einen Milliardensegen, ebenso seine Calls auf PIIGS-Schulden. Soros-Mitstreiter Joschka Fischer kauft sich von den Brosamen in Berlin eine noch größere Villa, in der er dann vor Stolz und wegen 190 kg Körpergewicht platzt.

Und während Draghi fachmännisch die Bazooka bedient ("alter Goldman-Haudegen"), hängt Mutti Merkel christlich ergeben an seinem Hals und flötet dem deutschen Wahlvolk mit Unschuldsblick: "Stirbt der Euro, dann stirbt auch Europa."

Man wundert sich, warum Europa vor der Einführung des Euro überhaupt jahrhundertelang "funktionieren" konnte.

------------------------

Italy on Verge of Downgrade to Junk; Silvio Berlusconi"s Supporters Threaten Mass Resignation from Parliament

Silvio Berlusconi supporters threatened to resign form Italy's parliament en masse today, even though a week ago Berlusconi himself said he would not end the coalition.  To someone in the US,  such a ploy makes little sense,  because as soon as you resign, you lose your vote.

[Mish verkennt, dass es Im theatralischen Italien nicht so sehr darauf ankommt, dass Handlungen Sinn machen. Wichtiger ist, dass sie hinreichend Aufsehen erregen - u. a. bei der EZB...;-)  A.L.]

Parliamentary rules described below suggest there may be some merit in the idea, but I still think a coalition collapse by ordinary means (withdrawing support) is more likely. Regardless, one way or another, the threat of a coalition collapse is back in the picture.

In response to the threat of a government collapse Standard & Poor"s warned of a further downgrade "by one notch or more" if Italy could not demonstrate "institutional and governance effectiveness". Italian sovereign debt is just two notches above junk.

http://globaleconomicanalysis.blogspot.com/#Syfs8WxtRKMXKiSb.99

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FAZIT:

Europas Wohl und Wehe hängt an den Launen Berlusconis (und damit an der Mafia).

Die Draghi-Connection hat ihr Ziel erreicht.

Den Goldman-Bock zum Gärtner zu machen (ich hatte bereit bei seiner Ernennung im USA Bärenthread gewarnt) war ein nicht minder schwerer Fehler als die Griechen in den Euro aufzunehmen.

IMAGINÄRES Spiegel-Titelbild dazu (Veränderungen: © A.L.)

Original-Titelbild: http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/files/2011/06/Titelbild.jpeg
 
Angehängte Grafik:
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14 Postings ausgeblendet.

49752 Postings, 4764 Tage Anti LemmingSPON: Berlusconis hässlicher Plan

 
  
    #16
1
29.09.13 20:07
www.spiegel.de/politik/ausland/...rzt-italien-ins-chaos-a-925168.html

Minister-Rücktritte in Italien: Berlusconis hässlicher Plan
Von Fabian Reinbold

Silvio Berlusconi hat sein Land erneut in Geiselhaft genommen. Nach dem Rücktritt seiner Minister steht die Regierung nach nur fünf Monaten vor dem Aus. Premier Letta will den Kampf aufnehmen - doch es gibt keine einfache Lösung für das Chaos.


...ann sich Berlusconi retten?

Geht es nach den Regeln, dann: Nein. Die Strafe ist rechtskräftig, die Gesetze sehen seinen Abschied aus der Politik vor. Nur ein Gnadengesuch beim Präsidenten könnte ihn retten, doch das Staatsoberhaupt Giorgio Napolitano wies Berlusconis Machenschaften schroff zurück: Bei dem Urteil von einem "Staatsstreich" zu sprechen, sei absurd. Und bemerkenswerterweise üben selbst in seiner eigenen Partei mehrere Vertreter Kritik. Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin reichte zwar auch ihren Rücktritt ein, sagte am Sonntag jedoch, Berlusconis Drama sei nun das Drama Italiens geworden. Sie könne die Haltung nicht gutheißen. Aus einer Partei, die stets nur dem Machterhalt Berlusconis diente, sind das unerhörte Sätze.

----------------------

A.L.

Da der Rücktritt Berlusconis und der seiner Gefolgsleute ihm persönlich nichts nützt (die Strafe muss er dennoch antreten, wenn auch nur als Hausarrest), kann die Aktion entweder als eine Art genereller Racheakt interpretiert werden ("Wenn ich in den Knast muss, dann soll Italien mitleiden") - oder aber eben als "stragischer Plan", der Ratingagentur S&P eine Steilvorlage für das Junk-Downgrade Italiens zu liefen, was in letzter Konsequenz zu einer Schuldenvergemeinschaft führen könnte, von der auch Milliardär Berlusconi mit seinen zig Firmen profitieren würde.

Das B. als Begründung die Mehrwertsteuererhöhung nennt, ist lächerlich.

 

548 Postings, 1754 Tage Hamtaro...

 
  
    #17
6
30.09.13 03:16

Nun habe ich den 75 seiten Link mal komplett gelesen, oder sollte ich besser sagen verschlungen. Da ist das ganze Leid dieses Euros fachlich sehr genau beschrieben. Das müsste man zur Pflichtlektüre bei unseren Politkern machen. Stattdessen führen die sich aber auf wie folgt:

Ein Kleinkind spielt mit seinem Schäufelchen im Sandkasten, und steckt immer wieder das Schäufelchen mit Sand in den Mund. Dann kommt jemand der das sieht und nimmt dem Kleinkind das Schäufelchen aus der Hand. Das Kleinkind schreit weil ihm das Schäufelchen weggenommen wurde. Leider hat das Kind das Problem mit dem Sand aber nicht verstanden.

Genauso reagieren die Euroromantische Politiker in Talkshows wenn jemand von der AfD denen sagt wo das Problem liegt.

 

49752 Postings, 4764 Tage Anti LemmingFitch: Italien-Querelen gefährden Fiskalziele

 
  
    #18
1
30.09.13 14:59

Passt zur Downgrade-Warnung von S&P (Eingangsposting).


www.marketwatch.com/story/...-fiscal-targets-at-risk-fitch-2013-09-30

Italy turmoil puts fiscal targets at risk: Fitch
By William L. Watts

NEW YORK (MarketWatch) -- The potential collapse of Italy's coalition government endangers the country's short- and medium-term budget targets and could endanger the country's BBB-plus credit rating, Fitch Ratings said on Monday. The party of former Italian Prime Minister Silvio Berlusconi over the weekend said all five of its ministers would resign from the cabinet of Prime Minister Enrico Letta. In a news release, the ratings firm said it was reiterating that "prolonged uncertainty over economic and fiscal policies, reduced confidence that [the debt-to-gross domestic product ratio] will fall from 2014 and failure to comply with the constitutional requirement of a balanced budget are potential rating triggers for Italy's BBB-plus/Negative rating." Continued turmoil could also call into question the ability of the European Union and the European Central Bank to provide support through the euro zone's rescue fund or the ECB's bond-buying program, Fitch said. The yield on Italy's 10-year government bond yield IT:10YR_ITA +1.20% rose 0.08 percentage point to 4.65%, according to Tradeweb.

 

49752 Postings, 4764 Tage Anti LemmingBerlusconi macht überraschend einen Rückzieher

 
  
    #19
2
02.10.13 14:55
www.welt.de/incoming/article120583027/...kzieher-Sieg-fuer-Letta.html

Berlusconi macht Rückzieher ? Sieg für Letta

Überraschender Rückzug des Medienunternehmers im Senat: Silvio Berlusconi spricht dem italienischen Ministerpräsidenten Enrico Letta im Senat das Vertrauen aus. Die Regierung ist fürs Erste gerettet.


Kurz nach 13.30 Uhr folgt die Sensation. Silvio Berlusconi, der das Ende der italienischen Regierung wollte, macht einen Rückzieher. Der Ex-Premier erhebt sich im Palazzo Madama in Rom. Er ist nervös, unter seinen Augen hat er schwarze Ringe. Erst funktioniert das Mikrofon nicht. Dann fängt er an zu reden und sagt schließlich: "Wir sprechen der Regierung unser Vertrauen aus."

Was sich im Senat am Mittwoch abspielt, ist Dramatik pur. Berlusconi hatte seit Tagen auf das Ende der Regierung hingearbeitet, um damit Neuwahlen zu ermöglichen. Am Samstag forderte er seine Minister zum Rücktritt aus dem Kabinett auf. Das Schicksal der großen Koalition zwischen der Berlusconi-Partei Popolo della Libertà (PdL) und den Sozialdemokraten schien besiegelt.

Doch Berlusconi schätzte die Stimmung in seiner Partei falsch ein. Große Teile rebellierten gegen das Diktat des Mailänder Medienunternehmers. Eine Gruppe um Angelino Alfano, Vizepremier und Ziehsohn Berlusconis, probte den Aufstand und verweigerte dem Cavaliere die Gefolgschaft.

Am Dienstag sprach Senator Carlo Giovanardi von mehr als 40 Abweichlern. Am Mittwoch brachten 23 Senatoren aus dem Mitte-rechts-Lager eine Motion ein, für Letta zu stimmen. Berlusconi musste erkennen, dass er das Spiel verloren hatte. Um eine Spaltung seiner Partei abzuwenden, blies er die Attacke auf die Regierung einfach ab....

 

1258 Postings, 4652 Tage JingDas wird Soros und Goldmann nicht munden,

 
  
    #20
1
02.10.13 15:56
herrlich. Jetzt noch eine Kertwendung Deutschlands - nichts mehr wird bezahlt, nichts
mehr wird garantiert. Target 2 und bereits Bezahltes ist verloren, bis hier her und
nicht weiter. Gegebene Garantien werden nicht eingeloest.
Werden jetzt die PIKS einen Krieg gegen Deutschland beginnen, wegen unterlassener
Hilfeleistung? Sicher nicht.
Die Banken fallen reihenweise um, gut so, nicht die Sparer und Steuerzahler sondern die Eigner muessen retten.
Die Industrie jault wie getretene Hunde aber sie koennen sich ja an der Bankenrettung
beteiligen.
Der Euro als Abrechnungseinheit kann ja noch bestehen bleiben. Sonnst kocht jeder
sein Sueppchen.
Die verbliebenen Banken werden aufgespalten in Geschaeftsbanken und seperate
Finanzfirmen fuer Risikobereiche. Sparer u. Anleger koennen beruhigt schlafen.
Sorry, hatte einen Tagtraum.

 

10787 Postings, 4877 Tage fuzzi08Gestatten

 
  
    #21
2
10.10.13 10:18
dass ich noch kurz etwas von meinem (vorzüglichen) Senf beigebe:
Nein, der Euro wird nicht in Italien sterben. Italien ist eines der reichsten Länder Europas. Reich im Bezug auf die Privatvermögen. Sein Problem ist das fast aller europäischen Länder: die Verschuldung der Banken. Die Konklusion Staatsverschuldung = Bankenverschuldung ist nur um die Ecke gedacht richtig. Ließe man die Banken hopps gehen, wie das -aber auch nur selektiv- im Fall Zypern gemacht wurde, würde manches (nicht alles) anders aussehen: dann müssten eben die Eigner (Aktionäre) und Gläubiger der Banken haften. Das aber scheut man, wie Bischof van Protz den Rücktritt.
Im Falle der spanischen Banken gingen die via ESM zugebutterten Milliarden übrigens zu fast 70% an deutsche Institutionelle: der gesamte Finanz-Hochadel war vertreten und wurde ausbezahlt. Die Zeche zahlen (aber vorerst auch nur auf dem Papier) die europäischen Steuerzahler, vorneweg die deutschen.

Entscheidend wird also sein, wie man künftig die Banken händelt. In Deutschland gab es einmal den zaghaften Ansatz einer (nicht uneleganten) Holzhammermethode dafür: den Fall HRE. Die wurde seinerzeit den Aktionären kurz und bündig weggenommen und quasi staatlicherseits weitergeführt. Heute passiert das, was ich damals (zur maßlosen Erheiterung etlicher Formusteilnehmer) schon damals vorhergesagt habe: HRE schreibt wieder Gewinne. Für den Staat war's ein einträglicher Zock.  

17202 Postings, 3787 Tage MinespecLöschung

 
  
    #22
10.10.13 10:24

Moderation
Moderator: st
Zeitpunkt: 10.10.13 11:32
Aktionen: Löschung des Beitrages, Nutzer-Sperre für 12 Stunden
Kommentar: Regelverstoß - Unangemessene Wortwahl. Hetze.

 

 

49752 Postings, 4764 Tage Anti LemmingIn Italiens Bankbilanzen schlummert eine Zeitbombe

 
  
    #23
3
12.10.13 08:53
www.wsj.de/article/SB10001424052702304066404579128942059724278.html

Italienische Banken haben sich für Investoren bislang als lohnend erwiesen. Während europäische Bankaktien insgesamt 14 Prozent zulegten, gewannen Italiens Banken sogar 41 Prozent. Der steile Aufstieg macht deutlich, dass italienische Banken der große Gewinner der zunehmend besseren Stimmung gegenüber europäischen Aktien sind, da die Erinnerungen an die Eurokrise langsam verblassen, während das politische Chaos in den USA in den Vordergrund rückt.

Die Gefahr besteht, dass es mit der Rally vorbei sein könnte, sobald die italienischen Banken von Europas Regulierern stärker angefasst werden. Es sind nicht nur Nachrichten wie der Restrukturierungsplan der Monte Paschi di Siena, die Investoren aufhorchen lassen sollten. Die Traditionsbank – immer noch Italiens Nummer drei nach Umsatz – meldete diese Woche, dass sie 2,5 Milliarden Euro frisches Kapital bis Ende 2014 brauche. Sollte sie das Kapital nicht auftreiben, droht die Verstaatlichung.

Intesa Sanpaolo, Italiens zweitgrößte Bank, steckt nach dem plötzlichen Sturz ihres Chefs Enrico Cucchiani Ende September ebenfalls in Schwierigkeiten.

Hinter diesen Seifenopern verbergen sich einige tiefe Probleme der gesamten Bankenbranche in Italien. Im Umfeld einer noch immer schwachen Wirtschaft steigt der Anteil fauler Kredite steil an – im vergangenen August lag er 22,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Verhältnis fauler Kredite zur Gesamtkreditvergabe hat sich nach Daten des IWF seit 2007 auf 14 Prozent verdreifacht.

Die Banken müssen angesichts der dramatischen Lage noch nacharbeiten: Die Rückstellungen für Kreditausfälle decken laut Daten von Morgan Stanley nur 44 Prozent der faulen Kredite ab. Das liegt deutlich unter der Rate von 59 Prozent, die beispielsweise spanische Banken mit ihren Rückstellungen abdecken.

Der hohe Anteil fauler Kredite bei Italiens Banken liegt teilweise an Problemen mit der Bürokratie. Das schneckenartige Justizsystem verhindert häufig schnelle Abschreibungen: Es dauert laut IWF im Schnitt sieben Jahre in Italien, bis eine Insolvenz abgeschlossen ist. Die Tatsache, dass steuerliche Abschreibungen auf Wertberichtigungen durch Kreditausfälle gedeckelt sind, verhindert ebenfalls, dass Banken Kredite in vernünftigem Maße abschreiben.

Die wahre Verfassung der italienischen Bankbilanzen wird noch auf den Prüfstand kommen. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird die Aktiva untersuchen, um die Standards EU-weit zu harmonisieren, bevor die EZB noch in diesem Jahr zur obersten Bankenaufsicht in Europa wird.

Welche Methoden die EZB dabei nutzen wird, ist noch nicht entschieden – doch die aktuellen Daten geben jetzt schon Anlass zur Sorge.

Rückstellungen für Kreditausfälle müssten um 50 Milliarden Euro steigen, um den historischen Durchschnittswert von 65 Prozent Abdeckungsrate in Italien zu erreichen, schätzt Morgan Stanley. Das Bankensystem benötige zusätzliche 26 Milliarden Euro, um eine durchschnittliche Kernkapitalquote (Tier 1) von 9 Prozent zu erreichen, die die EZB als Minimum verlangen könnte.

Schon heute sind Italiens Banken bei ihrer langfristigen Finanzierung stark von der EZB abhängig. 255 Milliarden Euro ausstehende Kredite werden kommendes Jahr fällig.

Trotz der jüngsten Aufholjagd werden Italiens führende Banken laut Daten der Berenberg Bank mit nur dem 0,6-Fachen des Buchwerts gehandelt. Dieser bescheidende Wert liegt sogar unter dem bereits niedrigen Durchschnittswert von 0,8 für die Banken der Eurozone.

Dieser Abschlag ist gerechtfertigt. Italiens Banken mögen gerade im Trend liegen – doch sie müssen immer noch ihre Häuser in Ordnung bringen.
 

10787 Postings, 4877 Tage fuzzi08die Flöhe erklären die Pest

 
  
    #24
2
12.10.13 14:08
Gegenüber Artikeln aus dem Anglo-Amerikanischen Raum, zudem garniert mit Deutungen von Vertretern des US-Finanzhochadels, die regelmäßig im Zusammenhang mit dem Verdacht der Manipulation genannt werden, bin ich skeptisch. Zumal ja deutlich bessere Quellen zur Verfügung stehen. Unter anderem hat Folker Hellmeyer (Chefanalyst der Bremer Landesbank) in seiner täglichen Kolumne schon zahlreiche und hervorragende (und vor allem neutrale) Beiträge über die italienische Schuldenmisere und die Verwicklung der Banken darin geschrieben. Ohnehin sehe ich nicht ein, warum man gerade den Vertretern der Banken und der Finanzverwaltung des Landes, in dem der ganze Wahnsinn geboren wurde, am meisten (oder überhaupt) Gehör schenken sollte. Welche Reputation können solche Leute vorweisen? Soll ich mir eine Krise von den Leuten, die sie selber verursacht haben, erklären lassen?

Nur indirekt hierher passend, aber dennoch interessant und lesenswert ist Hellmeyers jüngster Beitrag, in dem er das Devisenabkommen zwischen China und der EZB bespricht. Link:
http://www.goldseiten.de/artikel/...hen-einer-Annaeherung-in-USA.html

Indirekt hierher passend deshalb, weil die sogenannte Eurokrise samt sämtlichen in diesem Zusammenhang stehenden "Rettungsmaßnahmen" und sonstigen Behebungsversuche den einen Ausgangspunkt haben: den unerklärten Wirtschafts- und Finanzkrieg, den die USA führen, um ihren verglühenden Stern namens "Dollar" zu retten und die schwindende Macht ihres Imperiums zu bewahren.
Was wiederum direkt mit China zu tun hat. Und dem lästigen Dollar-Antagonisten Euro.

Der Angriff auf den Euro wurde mit einer neuen Spezies einer "schmutzigen Bombe" geführt: der Induzierung von Verschuldung durch Verteuerung der Staatsanleihen und damit der Verseuchung der Bankenportfolios mit den bekannten Folgen. Die entscheidende Waffe waren (und sind) die Triaden. Damit meine ich in Auslegung des Begriffs die drei großen US-Ratingagenturen. Ich gehe davon aus, dass die Eurokrise (und damit verbunden die Staatsschulden- und die Bankenkrise) ohne die Triaden nicht möglich gewesen und auch nicht entstanden wären; zumindest nicht in dieser Weise.
 

49752 Postings, 4764 Tage Anti LemmingFuzzi - US-Kapital ist nicht "im Dollar" zuhause

 
  
    #25
1
12.10.13 17:52
sondern in "Hard Assets" aller Art - und dies weltweit und in allen Währungen. Der Dollar ist den Amis daher weitgehend egal. Es gibt keinen "verglühenden Dollar-Stern" zu retten. Im Gegenteil.

Der Dollar ist vielmehr das Haupt-Vehikel für die schuldenfinanzierten Aufkäufe, u. a. europäischer und deutscher Firmen. Sogar Buffett macht neuerdings in "leveraged buyouts" (Heinz). Dabei wird das "Wertloserwerden" des Dollars durch QE - d.h. die damit losgetretene Inflationierung -  zum "Geschäftsmodell". Es geht darum, die Schulden, mit denen die Aufkäufe getätigt wurden, inflationär zu senken, während der Wert der aufgekauften "Hard Assets" (u. a. deren Cash-Flow) erhalten bleibt. Auf diese Weise kann man wunderbar Geld verdienen.

Ziel der Amis ist deshalb eine europäische Schuldengemeinschaft, die auch Strategen wie Soros (im Eigeninteresse) anstreben. Die "garantiert" nämlich auch hier zu Lande Inflation und treibt damit obiges Geschäftsmodell voran.

Um die Schuldenvergemeinschaftung in Europa zu erzwingen, laufen seit 2010 gezielte Angriffe auf die PIIGS (von Zockerbanken, Hedgefonds und Ratingagenturen), deren Schieflagen allerdings auch real existieren (von hiesigen Politikern freilich gern unter den Tisch gekehrt werden). Siehe Liste hier:

www.ariva.de/forum/...SA-Baeren-Thread-283343?page=4324#jumppos108124

Das weiche Dickschiff Italien ist als Angriffsziel besonders interessant ist, weil die Staatsverschuldung mit über 130 % sehr hoch ist und weil Italien wegen seines Volumens garantiert "too big to save" (via Rettungsschirme) ist. Wenn Italien fällt, wird Draghi umgehend im Hauruck-Verfahren (an D. vorbei) die Schuldenvergemeinschaftung durchdrücken, nach dem Motto "Not kennt kein Gebot."

Und die Ami-Zocker reiben sich die Hände. Mit der weltweiten Inflationierung (inkl. Eurozone) bringen sie ihre o. g. schuldenfinanzierten Aufkäufe ins Plus. Je weniger die Weltwährungen absolut wert sind, desto besser läuft "das Geschäft".  

49752 Postings, 4764 Tage Anti LemmingReichtum einer Bevölkerung

 
  
    #26
3
12.10.13 18:17
verhindert nicht den Staatsbankrott durch staatliche Überschuldung.

Man sieht es in Griechenland, das am Abgrund steht (179 % Schuldenquote trotz bereits erfolgtem ersten Schuldenschnitt), obwohl es dort ebenfalls viele Reiche gibt. Die meisten Reichen in den PIIGS haben ihr Geld freilich längst ins sichere Ausland gebracht (Nummernkonto in Zürich oder nette Immobilien in London, Paris, Berlin).

Ein Staatsbankrott kann in einem Land mit relativ wohlhabender Bevölkerung (Italien, Belgien) nur verhindert werden, wenn der betreffende Staat bzw. die EZB nach dem "Zypernmodell" auf Privatkonten durchgreift und alles beschlagnahmt, was 100.000 Euro übersteigt (Schwelle kann im Bedarfsfall auch niedriger liegen).

Das heißt: durch Enteignung.  

49752 Postings, 4764 Tage Anti LemmingEnteignung will die Mafia freilich nicht

 
  
    #27
4
12.10.13 18:27
- also bleibt als "überstaatliche" Alternative nur die auch von Goldman-Draghi "favorisierte" Schuldenvergemeinschaft innerhalb der Eurozone (ginge auch durch Eurobonds).

Schuldenvergemeinschaftung läuft letztlich darauf hinaus, dass Länder mit solideren Staatsfinanzen (D.) Länder mit schwächeren (PIIGS, evtl. bald auf F.) via dauerhafte Transferunion ausbailen.

Das Ganze endet damit, dass es auch die vormals soliden Ländern mit in den Abgrund reißt - und zwar durch "Lira-isierung des Euro".  

1230 Postings, 3633 Tage HelmfriedLesezeichen

 
  
    #28
01.11.13 07:15
Irre interessant! Aber lesen muß ich das später.
Weiter so Leute!  

49752 Postings, 4764 Tage Anti Lemmingupdate

 
  
    #29
21.02.15 14:25
Es sieht nach aktuellem Stand doch eher so aus, als würde der Euro von Griechenland ausgehend sterben:

www.ariva.de/forum/...SA-Baeren-Thread-283343?page=4606#jumppos115175  

49752 Postings, 4764 Tage Anti LemmingUpdate: Der Euro stirbt in Italien ODER Frankreich

 
  
    #30
20.11.15 07:24

5742 Postings, 6662 Tage elgrecoIrgendwann muss sich der Euro entscheiden

 
  
    #31
3
20.11.15 08:11
wo er sterben will!  

49752 Postings, 4764 Tage Anti LemmingO.k., dann eben in

 
  
    #32
16.04.16 15:42
Griechenland.  

49752 Postings, 4764 Tage Anti LemmingUpdate: Der Euro stirbt DOCH in Italien

 
  
    #33
08.07.16 18:25

49752 Postings, 4764 Tage Anti LemmingMein "Instinkt" hat mich nicht getrügt

 
  
    #34
1
01.12.16 08:56

Im Verlauf dieses (einsamen) Threads war immer wieder fraglich, ob Italien, Griechenland oder Portugal den Stein des Anstoßes zum "Euro-Tod" geben würde. Bislang war es - quer Beet - ein "Siechen auf Raten". Vom Top bei 1,60 (zum US-Dollar) ist der Euro in den letzten acht Jahren auf inzwischen 1,05 gesunken. Ein gutes Drittel Rückgang ist im Devisenmarkt, vor allem bei bedeutenden Währungen, ein Erdrutsch.

-------------------

Die aktuellen News verfestigen mein "Bauchgefühl" aus dem Eingangsposting von 2013, dass "der Euro in Italien stirbt". Entscheidend wird die Abstimmung in Italien am 4. Dez. 2016 sein.

Für die um ihre Allmacht bangenden Eurokraten in Brüssel war der Brexit schon ärgerlich genug. Sie hatten im Juni für den Fall, dass die Euroskeptiker bei dem Votum obsiegen, in schwärzesten Farben den ökonomischem Untergang Großbritanniens an die Wand gemalt. Nichts von alledem ist eingetreten. Den Briten geht es seit der Brexit-Abstimmung sogar blendend...

Zwischen GB und Italien gibt es einen - entscheidenden - Unterschied: Die Briten hatten auch in ihrer EU-Zeit stets das Pfund Sterling als Landeswährung beibehalten. Zumindest währungstechnisch war der Brexit somit kein Exit. Ganz anders sieht es bei einem "Italexit" aus, dessen Wahrscheinlichkeit in den letzten Wochen sprunghaft auf aktuell 19,3 % gestiegen ist (Chart unten). Denn Italien ist nicht nur ein Kernland der Eurozone, sondern hat auch den Euro als Währung eingeführt. Ein Euro-Austritt Italiens wären ein Fanal, das faktisch den "Anfang vom Ende" des Euro markierte.

Hier ein aktueller Artikel dazu aus "Die Welt":

https://www.welt.de/finanzen/article159849649/...l-der-Demagogen.html

Die Euro-Ängste kommen mit großen Schritten zurück?, sagt Manfred Hübner, Geschäftsführer des Analysehauses Sentix. ?Und es ist vor allem Italien, das als Austrittskandidat mehr und mehr in den Mittelpunkt rückt.? Mit Umfragen nimmt Hübners Institut den Puls der Finanzmärkte auf, ermittelt, wie die Stimmungen und Wahrscheinlichkeiten ausschlagen. Monatlich werden dazu mehr als 1000 institutionelle und private Börsenprofis befragt.

----------------------------

Kommentar A.L.:

Höchst interessant ist, dass in Finanzkreisen aktuell von einem 40 Mrd. schweren Bailout der italienischen Banken durch den ESM (Euro-Rettungsfonds) gemunkelt wird. Mich würde nicht wundern, wenn die Eurokraten in Brüssel - in einer Nacht- und Nebel-Aktion bzw. Verzweiflungstat - bis zum Stichtag 4. Dez. die maroden italienischen Banken  ausbailen, um so den italienischen Eurogegnern, die sich bei der Abstimmung für einen "Italexit" entscheiden könnten, den Wind aus den Segeln zu nehmen:

www.telegraph.co.uk/business/2016/11/28/...g-banks-eye-40bn-bail-out/

Fears Italy may need ?40bn bail-out for its crumbling banks

Markets are bracing for a string of failures in the Italian banking system and a possible EU bail-out, fearing defeat for Matteo Renzi?s reformist government in a crucial referendum this weekend.....

...Sources in Rome say the Italian government may have to turn to the European Stability Mechanism (ESM) for a bank rescue, a humiliating and painful course that must be approved by the German Bundestag and other EMU parliaments....

 
Angehängte Grafik:
hc_2583.jpg (verkleinert auf 63%) vergrößern
hc_2583.jpg

30629 Postings, 5226 Tage Börsenfanda wird nix sterben, wir ham nen guten Drucker

 
  
    #35
01.12.16 09:17
namens Drahgi  

1071 Postings, 1062 Tage Fu HuSolange Südtirol bei Österreich bleibt

 
  
    #36
01.12.16 09:23
Oder halt, da war doch was.  

1 Posting, 168 Tage Konrad1992Löschung

 
  
    #37
05.12.16 16:05

Moderation
Moderator: lth
Zeitpunkt: 06.12.16 11:49
Aktion: Löschung des Beitrages
Kommentar: Werbung

 

 

49752 Postings, 4764 Tage Anti Lemming# 35 - Draghi mag Italien "retten", aber er wird

 
  
    #38
06.12.16 09:42
dafür im Gegenzug den Euro zerstören. Ich rechne bei einem Zusammenbruch der Eurozone mit EUR/USD-Kursen von 0,60 oder tiefer.

Hier weitere Erläuterungen dazu:

www.ariva.de/forum/der-usa-baeren-thread-283343?page=5067#jump22259197
 

11039 Postings, 1267 Tage Galearissechzgerl, gegen $ nein aber unter 1

 
  
    #39
08.12.16 15:34
möglich, obwohl, kann schon sein ..  

49752 Postings, 4764 Tage Anti LemmingNun vermutet auch Ökonom Füst, dass Italien

 
  
    #40
20.02.17 12:36
dem Euro den Todessstoß versetzen wird. Italien sei wegen seiner Größe bedeutsam, mein Ökonom Clemens Füst. Zwar seien die Probleme in Griechenland noch gravierender - Füst: "sie zeigen sich dort wie unter einem Brennglas" -, für für den Fortbestand der Eurozone weniger gefährlich.

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/...und-donald-trump-a-1134887.html

SPIEGEL ONLINE: Herr Fuest, in Ihrem neuen Buch schreiben Sie, die Eurokrise sei nicht überwunden. Wo und wann wird sie uns einholen?

Clemens Fuest: Wahrscheinlich ist Italien der Ort, wohin die Eurokrise zurückkehren wird. Dort ist die Wirtschaftsleistung pro Kopf heute niedriger als zur Euro-Einführung. Die Italiener hatten traditionell eine der höchsten Zustimmungsraten zu Europa. Das hat sich durch den Euro geändert - auch wenn italienische Probleme wie die Bankenkrise oder die hohe Verschuldung hausgemacht sind.

SPIEGEL ONLINE: Was befürchten Sie konkret?

Fuest: Dass es zu Neuwahlen kommt, bei denen die Fünf-Sterne-Bewegung von Beppe Grillo gewinnt und dann mit einem Euro-Austritt droht.  

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