Der USA Bären-Thread

Seite 1 von 4212
neuester Beitrag: 25.05.13 20:31
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 105292
neuester Beitrag: 25.05.13 20:31 von: Anti Lemmin. Leser gesamt: 7059411
davon Heute: 2045
bewertet mit 389 Sternen

Seite: Zurück 1 | 2 | 3 | 4 |
4210 | 4211 | 4212 | 4212  Weiter  

31058 Postings, 3306 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

 
  
    #1
389
20.02.07 18:45
Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
Seite: Zurück 1 | 2 | 3 | 4 |
4210 | 4211 | 4212 | 4212  Weiter  
105266 Postings ausgeblendet.

248 Postings, 588 Tage GegenpolWarum wir weiter drucken werden......

 
  
    #105268
5
24.05.13 21:41
Glücklicherweise herrscht im BT der Konsens, dass das organische Wirtschaftswachstum temporär (> 6 Jahre) hinter uns liegt. Daher können die überschuldeten Volkswirtschaften nicht aus ihrer Überschuldungssituation herauswachsen. Aus diesem Grund wird eine Politik der finanziellen Repression verfolgt, um die Schuldenquoten zu konsolidieren. Wie bereits mehrfach thematisiert, wird die Konsumgüterinflation fast ausschließlich über die Preisanstiege der Rohstoffen induziert. Der primäre Preistreiber der Rohstoffhausse ist bei der ultra-expanisven Geldpolitik der Zentralbanken zu lokalisieren. Würde also dieser Treiber aufgrund einer restriktiveren Geldpolitik wegfallen, wären die entwickelten Volkswirtschaften mit einer Deflation konfrontiert.
Diese Deflation wäre tödlich für das westliche Bankensystem, genauso wie für den Staatsapparat. Daraus kann gefolgert werden, dass die Zentralbanken ihre Interventionen in diesem Jahrzehnt beibehalten werden. Alles andere ist nur Show und Theater.

Insbesondere ziele ich hier auf die EZB ab. Die Peripherie Staaten werden zukünftig, trotz der Rohstoffpreisinflation in die Deflationsphase* eintreten. Die Steuererhöhungen sind mittlerweile in den Inflationsraten eingepreist. Dieser künstliche Treiber der Inflationsraten fällt somit aus. Der interne Abwertungsdruck der Peripherie Staaten wird die deflationären Tendenzen befeuern. Dieses Phänomen wird die €U-Inflationsrate auf sehr niedrigem Niveau halten. Wohingegen es in Deutschland zu einer etwas höhreren Inflation kommen wird. Im Fokus der EZB steht allerdings die €U-Inflationsrate und nicht die einzelner Mitgliedsstaaten. Die EZB wird aus diesem Grund ihre expansive Geldpolitik intensivieren. Sie wird die NPL aufkaufen und wahrscheinlich auch Staatsanleihen.


* Für die chronischen Nörgler: Ohne ZIRP+QE würde die beschriebene Deflationsphase intensiviert werden.  

4031 Postings, 1813 Tage FillorkillGP,

 
  
    #105269
2
24.05.13 22:34
ga für die argumentative Tiefe. Dein Szenario hängt jedoch an diversen spekulativen Variablen:

a  organisches Wachstum ist aus und vorbei ('diesmal ist anders')

b ein signifikanter Zinsanstieg wäre nicht zu stemmen

c die CB werden diesen deshalb mittels QE nicht zulassen , was ihnen d auch am langen Ende gelingen wird

e QE (und ZIRP) führt zwangsläufig zur Inflationierung von Assets und Rohstoffen, die
f die deflationären Effekte mangels Wachstum egalisieren.

Im Grunde ist das die Endlosverlängerung des im letzten Zyklus gesehenen Krisenszenarios.  Jeder einzelne Baustein oben ist eine spekulative Wette, für die Du immerhin gute Gründe anzuführen weisst. Die Historie des Kapitalismus wie seine innere Logik zyklischer Abfolge von Wachstum und Kontraktion, Kreditaufblähung und Kreditentwertung stehen jedoch gegen Dich. Und nicht zuletzt die menschliche Psyche oder das Sentiment - denn nur wenn hinreichend viele davon überzeugt sind, dass die 'Vermögenspreisinflation' alternativlos ist, kommt sie überhaupt zustande und setzt sich auch nur dann fort. ..

Fill
-----------
Mein Gott, es ist voller Sterne...

3538 Postings, 1918 Tage PalaimonNothing lasts forever,

 
  
    #105270
2
24.05.13 23:31
apparently not even quantitative easing.

On Wednesday, Fed Chairman Ben Bernanke threatened to take away the massive punch bowl that's been spiked with easy money juice.

There's no set timetable, but maybe there is. It's hard to interpret Fedspeak.

So maybe they'll start paring back their $85 billion a month buying spree, or maybe they'll jack it up, which is what Benny said only a few sessions ago.

What the heck is he doing? What are they doing? And who are "they" anyway?

Here's the deal...
.































Why Ben Bernanke's Market Manipulation is So Brilliant - Money Morning
Nothing lasts forever. On Wednesday, Ben Bernanke threatened to take away the punch bowl. Shah Gilani explains the real story behind the move. Money Morning - Only The News You Can Profit From.
-----------
An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil.  
André Kostolany

MfG
Palaimon

4031 Postings, 1813 Tage FillorkillGP, ps zu #69

 
  
    #105271
1
25.05.13 05:53

Der logische Abschluss fehlt: Denn nur wenn hinreichend viele davon überzeugt sind, dass die 'Vermögenspreisinflation' alternativlos ist, kommt sie überhaupt zustande und setzt sich auch nur dann fort. Wenn jedoch zu viele davon überzeugt sind...

-----------
Mein Gott, es ist voller Sterne...

31058 Postings, 3306 Tage Anti LemmingFillorkill und Gegenpol - mein Alternativ-Szenario

 
  
    #105272
10
25.05.13 10:11
Fill, Du hattest bist vor kurzem noch andere Gründe für das potenzielle Austoppen der US-Indizes genannt, nämlich dass sich die Wirtschaft faktisch erholt (reales Wachstum statt Pump-Wachstum) und dass deshalb die Zinsen angehoben werden. Diese Interpretation basiert(e) auf der Annahme, dass sich durch die Banken- und Staaten-Krise ab 2008 nichts Grundlegendes verändert hat. Gegenpol vertritt das andere Extrem: Er geht davon aus, dass 2008 der Krug final zerbrochen ist und der Kapitalismus sich nur noch mit einer frivolen Gelddruck-Wirtschaft über die Runden retten kann. Daher seine QE-Infinity-These.

Deine neue Variante des Austopp-Szenarios geht offenbar nicht mehr von einer realen (= pump-bereinigten) Wirtschaftserholung aus, sondern eher von einer eher Sentiment-basierten Erwartung - nämlich dass die "Alternativlosigkeit der Vermögenspreisinflation" inzwischen Konsensmeinung (bei den Fonds usw.) geworden und mittlerweile eingepreist sei. Die neue Interpretion ist "Fundi-bärischer" und kommt der meinigen näher. Sie ist auch nicht weit entfernt von der Gegenpols, der ja die Fundi-Malaise ebenfalls als Grund für Dauer-QE nennt.

Ich möchte noch eine weitere Variante (meine) hinzufügen: Die Wirkungen von QE verpuffen mit der Zeit, so dass zum Erreichen des gleichen Effekts immer stärker gepumpt werden muss. Um 1 Dollar Wachstum zu erreichen, müssen mittlerweile 7 Dollar neue Schulden aufgenommen werden. D.h. die Effizienz der Geldpump-Planwirtschaft sinkt zunehmend. Die Notwendigkeit, immer stärker pumpen zu müssen, erkennt man auch daran, dass die Fed QE3 trotz Aktien-ATHs erstmals zeitlich unbefristet initiiert hat (Bindung an AL-Quote).

Ich betrachte QE dabei weniger als (massen-)psychologische Kauf-Konditionierung (u. a. für große Fonds getreu der Devise "never fight the Fed"), sondern vor allem - und vermutlich realistisch - als das einzige in USA noch mögliche Vehikel für ungehemmte Neuverschuldung. Der "freie Markt" (China, Japan usw.) könnten die Unmengen an neuen Staatsanleihen, die Geithner/Lew in den letzten Jahren emittiert haben (US-Neuverschuldung lag seit 2008 zwischen 7 und 10 %) überhaupt nicht mehr aufnehmen. QE durch die Fed wurde damit zum Sachzwang. Es schließt die Lücken aus dem weggebrochenen organischen Wachstum (deckt sich mit Gegenpols These).

Doch Bernanke steht nun vor einem Dilemma: Obwohl er seit Januar das Gaspedal bis aufs Blech runtergetreten hat, verschlechtern sich die US-Wirtschaftsdaten zusehens. So fiel z. B. der sehr breite CFNAI auf -0,53 von -0,23 im Vormonat: www.chicagofed.org/webpages/publications/cfnai/

Die sekundäre (psychologische) Pumpwirkung von QE auf den Aktienmarkt bleibt jedoch erhalten. So kommt es, dass US-Aktien im starken Momentum von einem ATH zum nächsten klettern, während sich die Fundamental-Daten immer stärker eintrüben.

Wenn Bernanke diese Gemengelage noch eine Weile "unkontrolliert" weiter laufen ließe, entstünde am Markt eine sehr gefährliche Eigendynamik: Die Aktien-Indizes würden durch KGV-Aufblasung im Dot.com-Blasenstil noch steiler nach oben driften, während sich gleichzeitig die fundamentale Lage (weil die reale QE-Wirkung verpufft...) aushöhlt. Das sind geradezu "ideale" Voraussetzungen für einen Fahnenstangen-Aufstieg (den wir zurzeit sehen), mit nachfolgendem Crash: Denn nach dem Austoppen einer extremen Fahnenstange folgt fast zwangsläufig eine ebenso steile Rückabwicklung (man sah es z. B. beim Ölpreis in 2008, der erst auf 147 Dollar stieg und dann auf 35 Dollar kollabierte).

Dieses Austoppen der Fahnenstange würde sich zwar auch ohne Eingreifen der Fed ergeben, weil jedes Momentum irgendwann versiegt. Doch wenn die Fed in diese Lage "all in" gerät, dann hat sie bei der folgenden steilen Kehrtwende nach unten keinerlei Munition mehr, um den Sturz (psychologisch) zu stoppen. Das Gaspedal ist ja bereits "am Blech".

In diese unangenehme Lage möchte Bernanke nicht geraten. Seine Brems-"Drohungen", denen im Sommer auch Taten folgen dürften (= graduelles Rückfahren der Fed-Aufkaufquote von derzeit 85 Mrd./Monat), dienen mMn dazu, um im Falle einer Fahnenstangen-Umkehr weitere "Steuerungs-Mittel" in die Hand zu bekommen, die früheren Zinssenkungen entsprachen. Heute sind das Erhöhungen der Aufkauf-Volumina.

Als Gegenargument könnte man nennen: Wieso lässt Bernanke es nicht einfach bei den derzeitigen 85 Mrd. (ohne Bremsung) und stockt bei einer starken Korrektur am Aktienmarkt QE auf sagen wir 120 Mrd. pro Monat auf? Das geht mMn deshalb nicht, weil dann der Eindruck entstehen könnte, die Fed würde in einer Art von "Verzweiflungsakt" handeln. Das könnte psychologisch nach hinten losgehen, z. B. wenn der Markt trotz QE-Aufstockung weiter fiele. Dann hätte die Fed "fertig". Hinzu kommt, dass diese 120 Mrd. von US-Finanzminister Lew gar nicht "benötigt" werden. Zur Refinanzierung der laufenden Neuverschuldung reichen die aktuellen 85 Mrd vollauf. Durch die Sequester-Steuererhöungen steigen sogar die Steuereinnahmen, was per se weniger Neuverschuldung erforderlich macht.

Da das Ganze ein gigantisches Poker-/Hütchenspiel ist, muss Bernanke taktisch klug vorgehen. Wenn er jetzt, bei deutlich erkennbarer Übertreibungsphase im Aktienmarkt, pro forma "so tut", als würde die Fed auf den alten Pfad der Tugend zurückkehren (auch 2000 hat sie die Zinsen wegen Überhitzungsgefahr erhöht...), dann stärkt das im Prinzip das Vertrauen in die Fed und die US-Geldpolitik. Statt früherer Zinserhöhungen gibt es im "new normal" halt QE-Reduzierungen.

Bernankes "Jawboning" bzgl. QE-Reduzierung-Androhung dient also dazu, die Fahnenstange nicht so weit ansteigen zu lassen, dass ihre Rückabwicklung eine (für den Markt) gefährlich Eigendynamik bekäme. Die Banken-Krise hat gezeigt, dass die Fed, wenn es wirklich kracht, nicht mal mit Nullzinsen und QE (läuft bereits seit Ende 2008) einen Boden einziehen kann. Das Tief wurde erst im März 2009 erreicht.

Der psychologische Hype aus den aktuellen Daueranstiegen könnte daher bei Rückabwicklung reziprok in "neue Massen-Angst" umschlagen. Auch bei den Fonds entstünde ein Zwang zu forcierter Positionsreduzierung aus Performanceangst, man will ja "den Index schlagen" (der dann fällt).

Das Kalkül der Fed lautet somit: Lieber jetzt ein bisschen Dampf rausnehmen, gern auch mit einer kleineren Sommerkorrektur (SP-500 auf 1400 oder so), als ein weiterer bruchloser Blasenanstieg auf SP-500 = 1800, dem dann ein Mega-Absturz auf 900 folgen könnte.

Denn solche "Dellen" kann sich die Fed psychologisch nicht mehr leisten, wenn sie ihr Konzept der Assetpreisinflationierung erfolgreich fortsetzen will. Zwei Mega-Crashs im letzten Jahrzehnt (2003 und 2008) haben bereits hinreichend Flurschaden hinterlassen.

Prima, könnte man sagen. Dann wird Bernanke mit seinem kontrollierten Bremsmanöver also dafür sorgen, dass der Aktienmarkt im Sommer auf relativ hohem Niveau konsolidiert (= in Spanne von 1400 bis 1650 bleibt). Kein weiterer Hype, aber auch keine Panik.

Doch zentralbankliche "Feinsteuerung" bleibt mMn in diesem hochkomplizierten Pokerspiel schwierig. Die auf QE-Hype basierenden Anstiege seit Sommer 2012 haben bereits JETZT in fielen Charts Fahnenstangen erzeugt. Fallen diese Fahnenstangen nun wegen der sich weltweit verschlechternden Fundi-Lage (auch in Europa und China/Japan) - gekoppelt mit proaktiver Fed-Bremsung - in sich zusammen, dann könnte es DENNOCH zu jener "Eigendynamik nach unten" kommen, die bei der Fahnenstangen-Rückabwicklung typischerweise ansteht.

Für einen gravierenderen Absturz unter 1400 im SP-500 bedürfte es vermutlich zusätzlich externer Anlässe, die sich zurzeit nur erahnen lassen. Das könnte z. B. ein unkontrollierter Rücksturz des Nikkei in die 2012-Regionen sein (deutet sich zurzeit an). Grund dafür könnte sein, dass Japan zu klein und nicht im Besitz der Leitwährung ist, um großspurig "Fed spielen" zu können. Bei 245 % Schuldenquote ist auch der "Vertrauens-Spielraum" zu klein.

Weitere potenzielle Negativfaktoren wären eine weitere Eintrübung in Europa und/oder China (in China droht das Platzen der Schattenkredit-Blase) oder eine Zuspitzung des Kriegs in Syrien bzw. ein Angriff auf den Iran durch Israel. Kurz: mittelmäßige Black-Swan-Events, die Bernanke in seinem Pokerspiel nicht berücksichtigt hat.  

31058 Postings, 3306 Tage Anti LemmingChart: langfristiges "Verpuffen" der QE-Wirkung

 
  
    #105273
4
25.05.13 11:05
Hier am Beispiel der "Auftragseingänge für langfristige Wirtschaftsgüter" (durable good orders, DGO).

Nach der Schockstarre um 2008/2009 gab es einen Nachholschub. Seitdem ist der DGO-Chart auf dem absteigenden Ast. Der Chart ist inzwischen bei Null, was "keiner Zunahme" im Vergleich zum Vorjahr entspricht = Stagnation TROTZ Mega-QE.

http://blogs.marketwatch.com/thetell/2013/05/23/...-to-provide-cheer/

(aktuelle Zahl der DGO siehe # 260)  
Angehängte Grafik:
fredgraph.png
fredgraph.png

5211 Postings, 841 Tage zaphod42#72

 
  
    #105274
25.05.13 11:30
Hervorragende Zusammenfassung der aktuellen Lage. Mein Kompliment, AL.  

5211 Postings, 841 Tage zaphod42Mein Problem zur Zeit

 
  
    #105275
6
25.05.13 11:40
ist der bärische Kopf, aber der bullische Bauch. Letzterer sagt mir, dass die Fahnenstange noch lange nicht am Ende ist, im Gegenteil, dass wir uns in einer irrationalen Megahausse wie Ende der 90er befinden. Damals wechselten sich Bären - mit Bullenfallen ab, die Schwankungen betrugen mehrmals -40% und anschließend +100%, letzter eigentlich unlogisch und auf Massenhype begründet.

Für grundsätzlich optimistische Trader ist diese finale Phase der Hausse sehr schwer zu handeln, denn darf man sich weder zu früh vom Markt verabschieden noch zu früh mit Shorts all in gehen. Wer flat bleibt verpasst eventuell historische Chancen.

Während ich folglichmit einem Großteil des Vermögens immer kurzfristiger handele, gilt es gleichzeitig für meine strategischen Investments (Rentenversicherung etc.) folgenschwere Entscheidungen zu fällen.

Jedenfalls: Diese künstliche Pumphausse mit Senkung des Grundwasserspiegels wird im Anschluss von einer nie geahnten Dürre gefolgt werden. Nur muss das nicht zwangsläufig bereits 2013 passieren, der Absturzlevel kann auch jenseits Dax 10000 sein.  

248 Postings, 588 Tage GegenpolSchuldenratio sky is the limit

 
  
    #105276
4
25.05.13 11:53
"Die Wirkungen von QE verpuffen mit der Zeit, so dass zum Erreichen des gleichen Effekts immer stärker gepumpt werden muss. Um 1 Dollar Wachstum zu erreichen, müssen mittlerweile 7 Dollar neue Schulden aufgenommen werden. D.h. die Effizienz der Geldpump-Planwirtschaft sinkt zunehmend"

Das ist doch die Quintessenz meiner Beiträge. Das organische Wachstum ist auf absehbarer Zeit Tod. Diesen Totalausfall des privaten Sektors muss der Staat mit einer enormen expansiven Fiskalpolitik entgegentreten. Wenn jetzt in Amerika die Staatsausgaben ausgedünnt und die Steuereinnahmen erhöht werden, führt diese Vorgangsweise zu einer verschärften Kontraktion des Wirtschaftswachstums. Gleichzeitig muss das Finanzministerium weniger Staatsanleihen emittieren. Wird das Anleihekaufprogramm der Fed im Gegenzug nicht minimiert, wirken diese beiden Mechanismen(QE und Verringerung der Ausgabe von Schuldtiteln der US-Regierung) prozyklisch auf US-Staatsanleihen. Unter diesen Umständen wird es zu einem dramatischen Zerfall der UST Renditen kommen.
Obwohl das Haushaltsdefizit sinkt, wird das Schuldenratio seinen Anstieg unvermittelt fortsetzen. Um den Anstieg des Schuldenratios auszubremsen brauchen wir ein starkes nominales Wirtschaftswachstum, welches in dieser Form nicht prognostizierbar ist.  

8143 Postings, 4209 Tage lehna#75 Zaph....

 
  
    #105277
2
25.05.13 11:59
es spricht überhaupt nix dagegen, diese Top- Hausse weiter auszusitzen.
Denn es hat sich nichts geändert.
Die EZB wird weiter fluten, weil sonst die Mittelmeer- Anrainer absaufen. Eine Riesenblase hat sich bei der Konkurrenz (Anleihen) aufgebläht. Ein Leck würde nur uns Bullen helfen.
Rafft der Mob allmählich, dass Euroland doch nicht vor die Hunde geht, sind 10 000 im Dax drin.
Zudem grassiert nun bei der Masse die Angst, dass sie diese herrliche Hausse weiter verpennen.
Denn es gibt mittlerweile Prahlhanseln, die ihre Gewinne den Nachbarn kundtun.
Auch dass wird weiteren Brennstoff freisetzen....  

248 Postings, 588 Tage GegenpolNachtrag #76

 
  
    #105278
2
25.05.13 12:05
Da das nominale Wirtschaftswachstum mit der etwas restriktiveren Fiskalpolitik ausgebremst wird, liefert es ein perfektes Alibi für Bernanke bzw. Yellen QE aufzustocken. Möglicherweise wird tatsächlich QE TEMPORÄR reduziert, um der Allgemeinheit zu suggerieren, dass das schwächere Wirtschaftswachstum auf die Reduzierung von QE zurückzuführen ist. Obwohl der Grund bei der restriktiveren Fiskalpolitik zu lokalisieren ist.
So vermittelt man der Allgemeinheit, dass die Höhe von QE mit der Höhe des Wirtschaftswachstum korrespondiert.  

31058 Postings, 3306 Tage Anti LemmingQE, Lews Geldbedarf und Verpuffungseffekte

 
  
    #105279
5
25.05.13 12:46
Gegenpol, Dein Posting 276 beinhaltet mMn einen Denkfehler. Unter der Prämisse, dass die QE-Wirkung mit der Zeit verpufft (siehe dazu auch Chart in # 273) muss für die gleiche Stimulationswirkung IMMER MEHR QE aufgewendet werden.

Das heißt im Umkehrschluss: Selbst wenn QE bei aktuell 85 Mrd. bliebe, würde sich durch die Abnutzungseffekte ein rückläufiges BIP-Wachstum - bis hin zur BIP-Schrumpfung - ergeben. (Grund: Planwirtschaft funktioniert nicht).

Stell Dir das ganze als eine Waage vor: In der einen Waagschale liegt das BIP-Wachstum, in der anderen liegt QE. QE entspricht in diesem Beispiel einem Eisklotz,  der langsam in der Sonne verdampft (als Metapher für die immer niedrigere Wirkung ein und derselben QE-Summe). Folglich sinkt die Waagschale mit dem BIP-Wachstum langsam nach unten, obwohl QE (der Summe nach) konstant bleibt.

Konstant hohes QE bringt somit einen schleichenden Niedergang infolge von  Verpuffungseffekten.

"Immer mehr QE" kann aber auch nicht die Lösung sein, weil die wirksame Seite von QE die Monetarisierung von Staatsschulden ist. Würde die Fed QE auf 170 Mrd. pro Monat (= knapp 2 Bio. pro Jahr) verdoppeln, dann müsste Lew im Gegenzug für 2 Bio. Dollar neue Staatsanleihen emittieren, damit das von der Fed gedruckte Geld auch in der Realwirtschaft (in Form von schuldenfinanzierten Staatsausgaben) ankommt.

Da das US-BIP zurzeit bei rund 16 Bio. liegt und - wenn überhaupt - nur mickrig wächst (inflationsbereinigt vermutlich gar nicht), entsprächen 2 Bio Neuverschuldung einer Neuverschuldungsquote von 12,5 %. Das ist mehr als das Vierfache des Maximums, das gemäß der Maastricht-Obergrenze in Europa als akzeptabel gilt.

12,5 % Neuverschuldung lässt sich außerhalb von akuten Krisenzeiten vor der Investorenwelt nicht mehr plausibel rechtfertigen, zumal wenn Aktien nahe ATHs notieren.

Mehr QE OHNE entsprechendes Mehr an Neuemissionen Lews hingegen wäre rein akademisch und für die Realwirtschaft praktisch bedeutungslos (abgesehen von den zunehmenden Negativfolgen durch Rohstoff/Nahrungs-Inflationierung).  

7240 Postings, 2409 Tage StöffenAuffällig ist jedoch

 
  
    #105280
4
25.05.13 13:39
dass im Gegensatz zu den stark gestiegenen Aktienmärkten die ebenfalls recht inflationsabhängigen Commodities in der jüngeren Vergangenheit zum Teil dramatisch gesunken sind. Gold und Silber, sowie die meisten anderen Rohstoffe, beispielhaft seien hier Kupfer, Nickel, Aluminium, Kaffee, Kakao, Zucker, Öl genannt, haben mit ihren Kursen bereits zu Beginn des Jahres 2011 ausgetoppt.

Der breitgefasste Commodity Index von Morgan Stanley CRX lässt diese Schwächeperiode mit den folgenden lower Highs seit 2011 gut erkennen.

Auch lässt die von der Fed veröffentlichte Velocity of M2 Money Stock erahnen, dass trotz allen Gepumpes durch die Fed sich die deflationären Kräfte doch als zäher erweisen, als Herr Bernanke dies wohl vermutet hatte. Der Chart sieht hier alles andere als inflationär aus, desgleichen gilt dies übrigens auch für die aktuell publizierte M1 Money Multiplier-Ratio.

http://research.stlouisfed.org/fred2/series/M2V
-----------
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Angehängte Grafik:
crx.png (verkleinert auf 82%) vergrößern
crx.png

248 Postings, 588 Tage GegenpolLiebesgeständnis an Yellen

 
  
    #105281
4
25.05.13 13:42
Ich habe bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass die Zentralbanken dazu übergehen werden zusätzlich zu den Staatsanleihen andere Assets aufzukaufen. Wie die Fed MBS aufkauft, so wird die EZB bspw. NPL der Geschäftsbanken aufkaufen. Ebenso werden Unternehmensanleihen langfristig in den Fokus der Zentralbanken geraten.
Außerdem ist es möglich, dass die Fed, wie die SNB und die israelische Zentralbank Aktien aufkauft. Addiert man die Marktkapitalisierung des Aktien- und Anleihesektors zusammen, haben die Zentralbanken noch gewaltiges Potenzial*.
Des Weiteren wird die US-Staatsverschuldung langfristig weiter stark ansteigen, um die Wirtschaft stimulieren zu können. Dafür werden exorbitant hohe Summen aufgewendet werden müssen, da der Geldmengenmultiplikator stark gesunken ist.
So ist es nur eine Frage der Zeit, bis QE aufgestockt und die EZB offiziell eine Art QE verkünden wird.


* Natürlich können wir dann nicht mehr von freien Märkten sprechen. Allerdings ist das der Preis, den die Hochfinanz bereit ist zu zahlen, um zu überleben. Irgendwann wird sich der private Sektor stabilisieren und die Geldpolitik der Zentralbanken wird sich wieder normalisieren. Allerdings sicherlich nicht vor 2020.  

28 Postings, 431 Tage mercuryfxGegenpol #281

 
  
    #105282
4
25.05.13 14:33

Sehe ich auch so: Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich die Zentralbanken auf Bond-Käufe beschränken.

Am Bondmarkt haben die Preise am langen Ende ja auch nichts mehr mit der fundamentalen Lage (EXTREMES Risiko durch QE-Inflationierung und Default-Risiko durch ausufernde Verschuldung) zu tun. Als Invester kann man sich aber kaum positionieren, wenn alles in der Währung fakturiert wird, die aufgeweicht wird (und andere Zentralbanken das gleiche Spiel spielen).

In dem Moment wo Aktion in das Repertoire der Fed/EZB/etc. aufgenommen werden, braucht man dort auch nicht mehr auf einen fairen Preis zu warten! Ich sehe nicht, warum die Zentralbanken nicht bei jedem Preislevel einen Boden einziehen können.... 

Natürlich ist dieses Prinzip Gießkanne letzten Endes eine zentral verwaltete und zum Scheitern verurteilte Planwirtschaft, aber wie will man diesen worst-case schon hedgen?

Ach ja, das Interessante an Japan ist mE, dass sich dieses völlig unhaltbare Staatsschulden/BIP-Verhältnis nur etablieren konnte, weil soviele Inländer als Altersvorsorge Staatsanleihen gekauft haben. Ersetze "Staatsanleihen" durch "Ansprüche in einem umlagefinanzierten Renten/Sozialsystem" und "explizite Staatsverschuldung" durch "implizite Staatsverschuldung" und wir haben USA oder Europa. Die Kniffe, um sich der Ansprüche der Babyboomer zu entledigen, werden sich unterscheiden, aber das Ergebnis nicht...

 

31058 Postings, 3306 Tage Anti Lemming# 281 - Liebesgeständnis an Yellen

 
  
    #105283
1
25.05.13 15:00
Angehängte Grafik:
356313_e.jpg (verkleinert auf 79%) vergrößern
356313_e.jpg

7240 Postings, 2409 Tage StöffenS&P500 vs. Case-Shiller-Index

 
  
    #105284
3
25.05.13 15:11
Der überwiegende Teil der US-Amerikaner haben ihr Vermögen in ihrer Immobilie und nicht in den Aktienmärkten stecken. Die im Gegensatz zu den Aktienmärkten eher schwächlich verlaufende Erholung am US-Immo-Markt erscheint allerdings recht bananenmäßig wenn man bedenkt, dass die Fed hier ebenfalls gewaltige Mengen an Fiatscos für den Kauf von Mortgage Backed Securities aufwendet. Deutliche Wachstumsimpulse für die US-Wirtschaft sendet der Immobilienmarkt auch heuer nicht aus, selbst da Mainstream-Media jüngst den um 1,5% gestiegenen annualisierten Verkauf neuer Eigenheime auf 417000 Einheiten bejubelte. Diese Zahlen liegen jedoch immer noch weit unter dem Stand aus 1990, zu den "Glanzzeiten" in 2006 lagen übrigens die Verkäufe hier mehr als dreimal so hoch.
-----------
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Angehängte Grafik:
s_p500-and-case-shiller.png (verkleinert auf 85%) vergrößern
s_p500-and-case-shiller.png

31058 Postings, 3306 Tage Anti LemmingWenn die Notenbanken ALLES kaufen

 
  
    #105285
1
25.05.13 15:30
also neben faulen Unternehmensanleihen auch noch faule Eier und Bananen, dann schaufeln sie ihr eigenes Grab. Denn sie zerstören damit den Respekt vor dem Geld. Niemand hat dann mehr Lust zu sparen oder zu arbeiten. Es könnte sogar eine Graswurzelbewegung in Gang kommen, die ihre Abschaffung fordert.  

7240 Postings, 2409 Tage StöffenLang lebe der chinesische Konjunkturabschwung

 
  
    #105286
1
25.05.13 15:35
Stephen Roach macht darauf aufmerksam, dass angesichts der Umstrukturierung und Neuorientierung der chinesischen Wirtschaft hier auch erhebliche Konsequenzen für die mittlerweile ausufernde Staatsverschuldung der USA drohen.

Lang lebe der chinesische Konjunkturabschwung

"Ein mehr an privatem Konsum in China bedeutet auch ein Ende der immensen chinesischen Sparüberschüsse – und damit des scheinbar unbegrenzten Recyclings dieser Überschüsse in auf Dollar lautende Vermögenswerte wie US-Schatzanleihen. Wer wird dann Amerikas Haushaltsdefizit finanzieren – und zu welchen Bedingungen?"

http://www.fuw.ch/article/...ebe-der-chinesische-konjunkturabschwung/
-----------
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Angehängte Grafik:
gfdegdq188s.png (verkleinert auf 80%) vergrößern
gfdegdq188s.png

31058 Postings, 3306 Tage Anti Lemming# 286 - Antwort

 
  
    #105287
2
25.05.13 17:33
(Rhetorische) Frage von S. Roach: "Wer wird dann Amerikas Haushaltsdefizit finanzieren – und zu welchen Bedingungen?"

Antwort: "Die Fed, zu Nullzins."



P.S. Ist ja ein netter Artikel von S. Roach, aber wenn die Fed bereits 80 % der US-Neuemissionen (indirekt) aufkauft, ist es um die restlichen 20 % schon fast egal. Die Zeiten, da Ausländer in großem Stil US-Staatsanleihen anhäufen wie bis 2008, sind ein für alle Mal vorbei. Schuld daran ist die Fed und ihr "moral harzard" (hatte ich schon in # 285 angesprochen).

Heute ist jeder Staat sich selbst der nächste. Wenn eine Notenbank was aufkauft, dann hauseigene Staatsanleihen und nicht die von den "Konkurrenten".  

2948 Postings, 1651 Tage DreiklangDie FED finanziert den Staat wie er will

 
  
    #105288
1
25.05.13 18:13
und das kann sie beliebig lange machen, insofern nicht ein Preisschock einen Zusammenbruch der Kaufkraft auslöst. Geschieht dies, kann die FED immer noch weiter drucken, doch es wäre sinnlos geworden, denn die Volkswirtschaft würde erzwungenermaßen auf Ersatzwährung umstellen.

Gretchenfrage:

Heute ist jeder Staat sich selbst der nächste. Wenn eine Notenbank was aufkauft, dann hauseigene Staatsanleihen und nicht die von den "Konkurrenten".

Was sind denn "hauseigene Staatsanleihen" bei der EZB?

Zum "Moral Hazard:" Die Frage liegt nicht im "Moral Hazard" (für die Moral interessiert sich niemand, am wenigsten die Bänker)  sondern wie und wann die "hauseigene Zentralbank" die Realwirtschaft stört. Wir sind mMn schon an diesem Punkt, nur in Deutschland merkt man es noch nicht, da (relative) Vollbeschäftigung vorliegt und das KGV der Aktien noch günstig erscheint. Doch hier liegt das Problem.

Gegenpol will ein bisschen provozieren  ^^    nun,  die Widerlegung ist nicht einfach.  

7240 Postings, 2409 Tage StöffenNun, AL

 
  
    #105289
1
25.05.13 18:15
sicherlich hat die Fed in der jüngsten Zeit bedeutend mehr Staatsanleihen gekauft als irgendein anderer identifizierbarer Investor. Klar ist auch, dass wenn selbst hochverschuldete Länder wie Japan oder auch Großbritannien US-Treasuries kaufen und somit die US-Staatsschulden wiederum ihrerseits mit eigenen Druckerpressen finanzieren, diesem Gebaren schon der Geschmack eines Ponzi-Systems anhaftet.

Allerdings sollten wir jedoch an dieser Stelle nicht unterschlagen, dass z.B. der Anteil an US-Staatsanleihen, welche sich z.B. im Besitz Chinas oder der erdölexportierenden Länder befinden, nicht unerheblich ist. Und das sind wahrlich keine Trinkgelder, wie du an dem unten aufgeführten Link ersehen magst.

http://www.treasury.gov/resource-center/...nter/tic/Documents/mfh.txt
-----------
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!

2097 Postings, 2203 Tage Ischariot MDinflection point - repo counterparty risk

 
  
    #105290
1
25.05.13 18:43
Kicky hat "nebenan" einen in meinen Augen sehr wichtigen ZH-Artikel
http://www.zerohedge.com/news/2013-05-24/...eek-collapse-collateral-c
und den zugehörigen blumbärch-Artikel
http://www.bloomberg.com/news/2013-05-24/...assets-as-collateral.html
gepostet ... nun sind diese ZH-Artikel manchmal recht schwere Kost, am WoE erst recht, wenn man eigentlich entspannen sollte ... ich kann mir auch gar nicht vorstellen, daß die Europ. Kommission (Barroso!) sowas ernsthaft durchsetzen könnte, wahrscheinlich ein Entwurf aus BuBa-Kreisen, den die Eurokraten nicht verstanden haben, denn es würde nicht nur dem shadowbanking System, wie ZH anführt, sondern sicher auch den PIIGS-Banken ("Banco panico") das Genick brechen, denn denen fehlt es ganz dramatisch an hochwertigem Collateral für ihre ZB-Kredite.
Zur Verdeutlichung der zugrundeliegenden Problematik verweise ich daher auf den uneingeschränkt lese-, druck-, rahm- und aufhängpflichtigen Artikel von RottMeyer mit einem "Gastkommentar eines anonymen Investmentbankers", der erklärt, wie eine solche TPR = Tri-Party-Repo abläuft, bei denen letztlich Leute wie Du und ich und LV / Pensionsfonds, die in vermeintlich mündelsichere stinklangweilige und ertragslose AAA-Papiere investiert haben, damit de facto insolvente PIIGS-Banken am Leben halten und dafür den Kopf hinhalten dürfen, wenn es nämlich heißt "fail to deliver":
http://www.rottmeyer.de/der-neue-porsche-tpr-ist-da/
-----------
Die Würde des Steuerzahlers ist unantastbar

2948 Postings, 1651 Tage DreiklangDie Abschreibung ist der QE-Gegenpol

 
  
    #105291
4
25.05.13 19:06
(und der Gegenpol zum Paradies des Herrn Gegenpol)

Es stimmt, mit QE und ZIRP lässt sich im Zeitalter der Unterauslastung der Volkswirtschaften jede beliebige Asset-Blase aufpumpen. Dies wird sogar mit Gewinnsteigerungen hinterlegt  - trotz steigender Kurse.

Das Paradies klingt wie Zauberei. Hatte ich schon im Beitrag

http://www.ariva.de/forum/...ilungsfrage-472111?page=306#jump15779418

thematisiert bzw. ironisiert. Doch wo liegt die Grundlage des (scheinbaren)  Erfolges und was ist die Konsequenz? Die Konsequenz ist der Stillstand. Dieser kündigt sich mit Marktaustrocknung an.

"Zu alter Zeit", also zu der Zeit, in der "noch nicht alles anders" war, musste ein Unternehmen einen Brutto-Mindestertrag von 12% - 20%  auf das Gesamtkapital  schaffen, um bestehen zu können.  Die Abschreibungen (inklusive Instandhaltungen und ständiger Anpassung mit Teilmodernisierung) können mit 8% pro Jahr angesetzt werden, ebenso wird bei 50% Fremdkapital und absolut üblichen (eher niedrigen) 8% Zins auf das Fremdkapital ein Bruttoertrag von 12% komplett aufgebraucht. M.a.W: Das Unternehmen, 1000 Mio. wert, brauchte 120 p.a., um überhaupt den Kapitalerhalt zu erreichen. Angenommen, Bruttoertrag läge bei 15% , also 150 Mio. - das würde in 3% Nettogewinn also 30 Mio p.a. (vor Steuern) resultieren. Wir wissen aber, dass Unternehmen i.d.R. wesentlich höhere Gewinne erzielten - also muss der Bruttoertrag noch wesentlich höher gewesen sein.

"Im New Normal" sei das Unternehmen nun dank Bernanke, Gegenpol & Co. auf 10.000 Mio hochgezockt worden und würde auf diesen "Asset-Wert"  ein  8% 'Ergebnis erzielen. Ein schöner Traum, und er rechnet sich auch, denn: Die Abschreibung beliefe sich weiter auf die ursprüngliche Situation, ebenso die Kosten für Fremdkapital. 120 Mio Kosten inkl. Abschreibung stehen nun 800 Mio Einnahmen gegenüber. Es winken 680 Mio Gewinn und 6,8% Rendite auf das "neue" Kapital. Zudem stünde bei Umschuldung Fremdkapital nun für 2% zur Verfügung. Das würde die Bilanz um weitere  40 Mio steigern. Schon sind wir bei 720 Mio - also 7,2 % vor Steuern

Die Verhältnisse - dem Bernank sei Dank - sind nun so wunderbar geworden, dass das  Unternehmen  seinen Betrieb weitgehend einstellen wird. Denn die Refinanzierung, d.h. Wiederbeschaffung, muss nun genauso auf den aktuellen Börsenwert bezogen werden. Wenn die Altanlage aufgebraucht ist, muss sie ersetzt werden - für   den Wert, den der "Asset'" darstellt. Das sind 10.000 Mio. Bei 8% Rendite und 1,5%  Finanzierung ( für 90% des Assets) sind das 9,35% . Mit Bruttorendite vor AFA , Erhaltungsaufwendung und Steuern 8% schafft das Unternehmen somit keine Neuinvestition mehr - trotz genial guter Zahlen!  Es ist sinnvoller, die Altinvestition zu strecken - Minderauslastung bei Verlängerung der Gesamtbetriebszeit und damit Reduktion der Abschreibungen p.anno . Auch bei nur noch 2% Bruttoertrag bleibt  das Unternehmen profitabel - Hauptsache die Kostenseite bleibt im Griff.

Der Verzicht auf Neuinvestition verbunden mit Aufrechterhaltung einer minimalen Produktion ist ein ökonomisches Modell, das lange Zeit Bestand hatte : Im COMECON nämlich. Die (staatlichen) Unternehmen gingen nicht pleite, die kreditierenden Banken auch nicht . Dennoch schafften die Unternehmen nie den Kapitalerhalt. Als bei der "Wende" die ostdeutschen Sparkassen ihre Bücher sichteten, fanden sich reichlich Kredite zu Lasten der VEB und LPG - Gelder, die also an diese Firmen geflossen waren - doch ein realer Gegenwert bestand bei den Firmen nicht: Kaum eine VEB oder LPG hatte ein Gesamtkapital von mehr als 0 Euro.

Die Bilanzen heil, die Wirtschaft tot. Das ist das sichere Endergebnis von QE.  

31058 Postings, 3306 Tage Anti LemmingStöffen - # 289

 
  
    #105292
25.05.13 20:31
Deine Tabelle zeigt die Bestände an US-Staatsanleihen, die ausländische Gläubigerstaaten zurzeit halten.

Dabei handelt es sich größtenteils um ältere "Bestands-Anleihen" aus der Zeit vor 2007. Wenn China z. B. 2005 10-jährige US-Staatsanleihen gekauft hat, dann sind diese auch heute noch in Chinas Besitz - und in obiger Tabelle.

Die US-Staatsverschuldung muss (wie in allen Staaten) wegen des Auslaufens älterer Staatsanleihen ständig "gerollt" werden. Wenn die Chinesen (und andere Nicht-Amerikaner) auslaufende US-Staatsanleihen aber nicht durch Ersteigerungen von Neuemissionen ersetzen wollen oder können, dann bleibt nur die Fed als Aufkäufer (nach Zwischenparken bei Scheinbieter Goldman). Selbst wenn es in USA keine Neuverschuldung mehr gäbe, würde auf diese Weise die US-Staatsschuld sukzessive von Ausländern auf die Fed übertragen.

Hinzu kommt aber die üppige Neuverschuldung der Amis, die im Durchschnitt der letzten fünf Jahre bei schätzungsweise 9 % annual gelegen hat. Diese Neuverschuldung muss zusätzlich zu den zu rollenden Altschulden im Markt untergebracht werden.

Bis 2008 war das Ponzi-Spiel der USA noch glaubwürdig genug, dass die Chinesen einen Großteil der Neuemissionen (die stets Neuverschuldung + auslaufende Alt-Anleihen decken müssen) aufgekauft haben. In der "Gelddruck- und Staatspleiten-Ära" ist diese Bereitschaft bei den Chinesen (und vielen anderen Staaten) aber mangels Vertrauen in dieses Schneeballsystem verloren gegangen.

Dies ist ebenfalls eine negative QE-Folge, die bislang kaum thematisiert wurde. QE zerstört Vertrauen und offenbart den Ponzi-Charakter der Staatsverschuldung in den Ländern, die QE betreiben.

Deine Tabelle ist in dem Sinne "informativ", zeichnet aber tendenziell ein Bild von gestern.  

Seite: Zurück 1 | 2 | 3 | 4 |
4210 | 4211 | 4212 | 4212  Weiter  
   Antwort einfügen - nach oben

  3 Nutzer wurden vom Verfasser von der Diskussion ausgeschlossen: Glückstein, Rene Dugal, rächerderenterbten