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Der USA Bären-Thread

Seite 1 von 4518
neuester Beitrag: 20.08.14 23:48
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 112929
neuester Beitrag: 20.08.14 23:48 von: Evermore Leser gesamt: 8297686
davon Heute: 1259
bewertet mit 415 Sternen

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37069 Postings, 3759 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

 
  
    #1
415
20.02.07 18:45
Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
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112903 Postings ausgeblendet.

37069 Postings, 3759 Tage Anti LemmingInterview mit "Doomsdayer" James Rickards

 
  
    #112905
6
19.08.14 22:30
www.fuw.ch/article/wir-steuern-direkt-auf-die-nachste-krise-zu/

Rickards, der 1998 an der LTCM-Rettung beteiligt war, rechnet mit einem deutlichen wirtschaftlichen Absacker in USA nach QE3-Ende im Herbst. Daher werde bereits im Frühjahr 2015 QE4 kommen. Das ist der Zeitpunkt, an dem "die Bankerwelt" zurzeit mit ersten Leitzinserhöhungen rechnet. Es dürften daher viele Leute auf dem falschen Fuß erwischt werden....

Unten ein aufschlussreiches Interview mit Rickards. Er glaubt, dass die Notenbank-Geblähe in einer Hyperinflation enden wird. Fast alle Investoren werden bis zu 90 % ihres Vermögens verlieren.

-----------------

James Rickards, vormaliger Chefjurist des Hedge Fund LTCM und Investmentbanker, warnt im Interview mit FuW vor einem baldigen Zusammenbruch des globalen Währungssystems.

Wer Jim Rickards zuhört, den beschleicht ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Der Rechtsanwalt und Investmentbanker aus den USA ist überzeugt, dass es bald zu einem finanziellen Desaster ungekannter Ausmasse kommt. In seinem neuen Buch, «The Death of Money», warnt er vor dem Ende des Dollars als globale Leitwährung und macht dafür die ultralockere Politik der Zentralbanken verantwortlich. Rickards redet nicht von ungefähr: Als Hauptverhandlungsführer bei der Rettung des Hedge Fund Long-Term Capital Management (LTCM) hat er 1998 selbst tief in die Abgründe einer potenziellen Weltkatastrophe geblickt.

- Herr Rickards, als Chefjustiziar von LTCM waren Sie «live» dabei, als das Finanzsystem im September 1998 auf der Kippe stand. War die jüngste Finanzkrise für Sie damit eine Art Déjà-Vu-Erlebnis?

Die Finanzkrise von 2008/09 war natürlich viel grösser. Sonst spielte sich aber fast genau dieselbe Dynamik ab wie beim Konkurs von LTCM. In beiden Fällen haben sich Banken und Regulatoren auf die falschen Risiko-Modelle verlassen. Dadurch wurden Gefahren unterschätzt und die Verschuldung der Banken stieg immer weiter an. Das machte das Finanzsystem extrem anfällig für einen rapiden Kollaps. Trotzdem werden die gleichen Risiko-Modelle heute weiterhin verwendet. Bis der nächste Crash kommt, ist es deshalb nur eine Frage der Zeit.

- Wann rechnen Sie damit?

Möglicherweise schon in ein bis zwei Jahren, aber sicher nicht länger als in sechs. Als sich die Asienkrise im Sommer 1998 auf Russland ausbreitete, erwartete niemand, dass dadurch plötzlich ein Hedge Fund wie LTCM in Not geraten und das gesamte System gefährden würde. Unter Regie des Federal Reserve mussten die Banken schliesslich ein Rettungspaket schnüren, was die Lage entschärfte. Wie kurz das System damals vor dem kompletten Zusammenbruch stand, realisierte ausser den Involvierten kaum jemand. Wäre die Rettung nicht gelungen, hätten die Märkte weltweit geschlossen werden müssen.

- Warum ist die Situation denn heute noch gefährlicher?

Im Herbst 1998 mussten die Banken einen Hedge Fund retten. Nur zehn Jahre später musste dann das Fed die Banken retten. Die kommende Krise wird mit solcher Wucht zuschlagen, dass nicht einmal mehr die Zentralbanken das System schützen können. Die Finanzinstitute, die bereits 2008 zu riesig waren, um sie sterben zu lassen, sind heute noch grösser und sitzen auf noch mehr Derivaten. Gleichzeitig haben die Zentralbanken ihre Bilanzen enorm aufgebläht. Insgesamt hat die Verschuldung damit sogar noch zugenommen, womit wir direkt in die nächste Krise steuern.

- Ohne die Rettungs- und Stimulusprogramme ginge es der Wirtschaft heute aber möglicherweise erheblich schlechter.

Die aktuelle Konjunkturentwicklung lässt sich nicht mit den gängigen ökonomischen Theorien verstehen, in denen sich Aufschwung und Rezession in einem stetigen Zyklus ablösen. Deshalb herrscht an der Spitze der Zentralbanken und unter  Ökonomen so grosse Verwirrung. Das Fed zum Beispiel hat das Wirtschaftswachstum nun schon seit fünf Jahren hintereinander überschätzt – und das nicht etwa nur knapp, sondern beträchtlich. Dennoch hofft es noch immer darauf, dass der Aufschwung in den USA selbsttragend wird und die Wirtschaft auf einen robusten Expansionskurs kommt.

- Wo liegt also das Problem?

Die Welt steckt seit 2007 in einer Depression. Fälschlicherweise wird darunter oft eine lange Phase verstanden, in der die Wirtschaft ständig schrumpft. Das entspricht aber nicht der Definition. In einer Depression kann die Konjunktur sehr wohl expandieren, das Wachstum bewegt sich aber unter dem historischen Trend und wird ohne strukturelle Veränderungen immer auf tiefem Niveau verharren. Dennoch versuchen es die Zentralbanken mit geldpolitischen Sondermassnahmen wie QE3 zu stimulieren. Das löst das Problem aber nicht, sondern ist, wie wenn man eine Krebserkrankung mit Aspirin behandeln würde.

- Diesen Herbst will die US-Notenbank QE3 aber beenden.

Weil sich das Fed auf die falschen Modelle verlässt und die Wirtschaft nicht richtig versteht, macht es immer wieder den gleichen Fehler. So hat es genau in dem Moment damit begonnen, QE3 zurückzufahren, als sich die US-Konjunktur erneut abschwächte. Das haben wir im ersten Quartal klar gesehen. Im zweiten Quartal hat das Bruttoinlandprodukt dann zwar deutlich zugenommen. Fast die Hälfte des Wachstums basierte jedoch auf dem Aufbau von Lagern. Dieser Effekt trägt langfristig kaum nennenswert zur Konjunkturleistung bei. Klammert man ihn also richtigerweise aus, hat sich die Depression im ersten Halbjahr fortgesetzt.

- Das heisst, sie glauben nicht daran, dass Fed-Chefin Yellen ein geordneter Rückzug aus der ultralockeren Geldpolitik gelingt?

Ganz und gar nicht. Das Fed wird QE3 zwar im Oktober stoppen. Bis Ende des Jahres wird sich die Konjunkturlage dann aber stark eintrüben. Anfang 2015, womöglich im März, wird das Fed daher mit QE4 ein neues Stimulusprogramm starten müssen
– mehr oder weniger um die Zeit, zu der die Märkte heute mit der ersten Zinserhöhung rechnen. Das Fed setzt damit weiterhin auf die falsche Behandlung, druckt noch mehr Geld und vergrössert die Gefahr einer Krise.

- Bis jetzt ist aber alles gut gegangen. Von Inflationsschüben etwa ist nichts zu sehen.

Tatsächlich gibt es bisher kaum Inflation, höchstens etwas bei den Lebensmittel-  und Energiepreisen. Für Inflation braucht es jedoch zwei Faktoren: Erstens muss sich die Geldmenge ausweiten. Das macht das Fed, indem es seine Bilanz ausweitet. Ebenso wichtig ist aber auch, dass die Leute sich dieses Geld ausleihen und es ausgeben. Dieser zweite Faktor ist die Umlaufgeschwindigkeit und hat sich bislang nicht verändert. Letztlich ist es mit Inflation damit wie mit einem Schinken-Käse-Sandwich: Es braucht beide Zutaten dafür, sowohl das Geldangebot als auch die Umlaufgeschwindigkeit.

- Warum zieht die Umlaufgeschwindigkeit nicht an?

Das hat in erster Linie mit Psychologie zu tun. Keynes beispielsweise hat in diesem Zusammenhang von Animal Spirits gesprochen, während man heute von Verhaltensökonomie redet. Indem das Fed die Finanzmärkte manipuliert und uns quasi vorenthält, was sich wirklich abspielt, versucht es die Haushalte und die Unternehmen dazu zu bewegen, mehr Geld auszugeben. Bislang erweist sich das Verhalten jedoch als sehr resistent. Das Fed kann so viel Geld drucken wie es will: Solange es nicht in Umlauf kommt, gibt es keine Inflation – und solange gibt es auch kein nominales Wirtschaftswachstum, das die hohe Verschuldung tragbar macht.

- Was passiert, wenn die Psychologie dreht?

Wenn sich das Verhalten verändert, kann das sehr schnell passieren, was ebenso schwierig wieder rückgängig zu machen ist. Gut denkbar ist, dass die Inflation zunächst auf 3 bis 3,5% anzieht, worauf das  Fed versuchen wird, sie wieder  zu bremsen. Ist der Geist aber einmal aus der Flasche, kann man ihn kaum so rasch wieder einfangen. Es würde also nicht überraschen, wenn die Teuerungsrate plötzlich auf 9% springt, wie das in den Siebzigerjahren der Fall war. So oder so gibt es für das Fed damit keinen leichten Ausweg: Ohne Inflation kommt es zum Desaster wegen der hohen Schulden. Ändert sich jedoch die Psychologie der Märkte, droht eine Inflationskrise.

- Was bedeutet das konkret?

Ich kann mir drei Szenarien vorstellen. Wenn es zur Hyperinflation kommt, werden Währungen wie der Dollar zwar weiterhin existieren. Ihr Wert ist aber zerstört. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Notenbanken immer weiter Geld drucken und das System plötzlich kollabiert. Da sie gegen die nächste Finanzkrise nichts mehr ausrichten können, bleibt als letzte Bastion nur noch der Internationale Währungsfonds. Er wird dann in massivem Umfang eine Art Weltwährung drucken, die heute bereits in Form sogenannter Special Drawing Rights existiert. In diesem Fall gibt es ebenfalls Hyperinflation, einfach aus einer anderen Richtung.

- Und wie sieht das dritte Szenario aus?

Wenn das System kollabiert, das Papiergeld 80 oder 90% an Wert einbüsst und die Kurse an den Börsen einbrechen, werden viele Leute ihre Ersparnisse verlieren. Nachdem sie mit einer solchen Situation bereits beim Platzen der Internetblase und während der Finanzkrise konfrontiert worden sind, könnte ihnen der Kragen platzen. Die Folge wären schwere Unruhen, die eine neofaschistische Reaktion provozieren würden mit massivem Einsatz von Polizei, Militär und Massenverhaftungen. Welches Szenario am Ende eintritt, ist gleichgültig. Entscheidend ist, dass alle den gleichen Ursprung haben: Zentralbanken, die nicht wissen, was sie tun, und Banken, die viel zu gross sind.

- Was könnte denn der Auslöser der nächsten Krise sein?

Das ist schwierig zu sagen. Es ist wie mit einem Berghang auf dem sich mehr und mehr Schnee anhäuft. Jeder routinierte Alpinist sieht, dass früher oder später eine Lawine droht. Eines Tages fällt dann eine Schneeflocke auf die falsche Stelle und löst einen kleinen Rutsch aus. Daraus entwickelt sich eine Kettenreaktion, bis der ganze Hang in Bewegung kommt und die Lawine auf dem Weg ins Tal alles tötet, was ihr im Weg steht. Eine solche Schneeflocke könnte beispielsweise ein Problem bei der Auslieferung von Gold (Gold 1295.4 -0.21%) sein, der Kollaps einer Bank, ein Selbstmord eines prominenten Investors oder irgendein Ereignis in der Weltpolitik. Was genau der Auslöser ist, spielt letztlich keine Rolle, weil es ständig solche Einzelereignisse gibt. In der Zwischenzeit blicke ich zum Berg hinauf und sehe, wie instabil die Lage ist.

- Wie können sich Investoren vor dieser Killer-Lawine schützen?

Das Beste, was man als Privatanleger machen kann, ist 10% der investierbaren Mittel in physisches Gold anzulegen. Mit investierbaren Mitteln meine ich Geld zum Kauf von Aktien oder Anleihen, nicht aber Einlagen für das eigene Haus oder Geschäft. Selbst wenn alle anderen Investitionen beim grossen Crash 60 oder 70% an Wert verlieren, wird der Goldpreis um das Drei-, Vier- oder sogar Fünfhundertfache steigen. Gold ermöglicht somit eine Absicherung des Portfolios. Wichtig ist, dass man physisches kauft und nicht Papier-Gold wie einen ETF. Denn wenn die Märkte weltweit schliessen, lässt sich damit nichts anfangen. Ebenso sollte man das Gold an einem sicheren Ort und nicht auf einer Bank deponieren, weil diese möglicherweise auch geschlossen wird.
 

37069 Postings, 3759 Tage Anti LemmingPolizist erschießt in St. Louis weiteren Schwarzen

 
  
    #112906
2
19.08.14 22:41
www.zerohedge.com/news/2014-08-19/...iles-ferguson-suspect-dead-scene

St.Louis city police are investigating a fatal police shooting in St.Louis City - less than 3 miles from Ferguson - today at 1230pm. Residents heard at least 5 shots fired. The suspect approached the officers with a knife in an open-hand grip and screamed "shoot me, kill me now." One witness described it at 'suicide by cop'.

---------------------

www.spiegel.de/panorama/...-afroamerikaner-bei-ferguson-a-987022.html

Unruhen in den USA: Polizei erschießt bei Ferguson erneut Afroamerikaner

Nahe der von Protesten erschütterten US-Kleinstadt Ferguson hat die Polizei erneut einen schwarzen Amerikaner erschossen. Er soll die Beamten mit einem Messer bedroht haben.

St. Louis - Unweit der von Protesten erschütterten US-Stadt Ferguson haben Polizisten am Dienstag einen Afroamerikaner erschossen. Der 23-Jährige habe die Beamten mit einem Messer bedroht, sagte der Polizeichef Sam Dotson.

Der Verdächtige habe sich unberechenbar verhalten. Dotson sagte laut einem Bericht des Senders Fox2now, der 23-Jährige habe immer wieder "erschießt mich, erschießt mich" gerufen.

Obwohl sie ihn mehrfach ermahnt hätten, das Messer abzulegen, sei er trotzdem weiter auf sie zugekommen, sagte Dotson. Als der Mann nur noch gut einen Meter von den Beamten entfernt gewesen sei, hätten sie auf ihn geschossen. Die genauen Umstände des Vorfalls würden noch untersucht. ....  

3267 Postings, 2104 Tage DreiklangWas mir an obiger Analyse (Rickards) nicht gefällt

 
  
    #112907
6
19.08.14 22:59
Der Protagonist verwechselt "Papiergeldinflation" mit "Kreditgeldinflation". Die Zentralbank (FED) "druckt" bisher nur Geld für die Banken - und für eigene Zwecke, nämlich den "Ankauf" von Staatsanleihen. Tatsächlich wird nichts gekauft - denn die UST haben keinen inneren Wert - sondern dem Staat wird das (elektronische) Zentralbankgeld über Geschäftsbanken direkt in die Hand gedrückt.

Wir wissen, dass damit ein "Wachstumsimpuls" erzeugt wird, der keiner ist. Man kann die monetäre Expansion direkt von "Growth" abziehen - und da sind wir schon lange im negativen Bereich - was man an den schrumpfenden Real- und Nominaleinkommen der Bürger in den USA sehen kann. Da die Kaufkraft nicht wächst, "kommt auch nicht mehr Geld in Umlauf". Umlauf entsteht durch Reproduktion - der alte Marx wusste Bescheid.
Geld drucken aber reproduziert nichts. Inflation kann im Kreditgeldsystem nur dadurch entstehen, dass die Banken oder vergleichbare Institutionen "Assets" das sind Knappheitsgüter aufkaufen. Was sie schon tun - sie halten Immobilien, die der Zwangsversteigerung unterliegen, vom Markt fern. Das ist "Preispflege". Wenn die Banken nun dazu übergingen, Rohöl, Metalle, Weizen etc. aufzukaufen - dann könnte man die Preise für diese Güter beliebig nach oben treiben - und die Bürger würden verhungern. "Würden", denn vorher gäbe es "Riots" !

Um eine "Hyperinflation" a la Weimar voranzubringen, bräuchte es Papiergeld - das man den Bürgern direkt in die Hand drückt - oder aber die FED füttert(e) das Konto eines jeden Bürgers mit reichlich Geld. Die "Geldversorgung" käme direkt aus dem Automaten - Goldeselprinzip. Doch nicht für lange. Zum einen wären die Banken komplett aus dem Geschäft. Das aber würden alle Geldhalter - die Banken sowieso - zu verhindern wissen, indem sie ihrerseits mit ihrem Geld Knappheitsgüter hochkaufen, bevor die FED überhaupt den Goldesel in Marsch gesetzt hat. Die Bürger hätten wieder nichts zu kaufen und zu beißen  - wieder "Riots".

Das Problem ist: Die Kaufkraft ist schwach und die Löhne können nicht steigen - woher sollen die Unternehmen, vor allem die kleinen, das Geld nehmen? Der einzige Weg besteht in einer kontrollierten Deflation. Die Bilanzen der Banken wären dann kaputt. Sie müssten verstaatlicht werden. Der Zins müsste dennoch steigen, um die Spekulation auf Knappheitsgüter zu begrenzen. Entweder also - die Banken werden verstaatlicht bzw. direkt unter staatliche Aufsicht gestellt (nur noch klass. Kreditgeschäfte, kein Eigenhandel, die meisten Derivate müssten als "bankfern" klassifiziert und von Banken getrennt werden) oder aber, als letzte Konsequenz: Die staatliche Güterbewirtschaftung, da die Versorgung der Bürger gewährleistet bleiben muss.



 

291 Postings, 2542 Tage KostolanyaWie viel Krieg und Chaos ist gewollt & gesteuert?

 
  
    #112908
10
20.08.14 02:51
…und vor allem: Von wem?

Mann, Mann, Mann. Ich finde fast keine Worte mehr, für das, was sich zur Zeit weltweit ereignet. Wir werden seit vielen Jahren fast täglich (immerhin hier in Deutschland nur medial und meistens zum Glück noch nicht tatsächlich) quasi beschossen und erschlagen mit Horror-News aus den Bereichen: Politik, Kriegen weltweit, Terror weltweit, Finanzkrisen weltweit (egal ob es sich um Insolvenzen oder nur Schiefllagen oder Gerichtsverfahren gegen Länder, Städte, Kommunen, Unternehmen und Banken etc. handelt…), Ebola, etc., etc….

Schlimm ist, dass man sich kaum ein wahres Bild über die tatsächlichen Geschehnisse weltweit machen kann. Wie sollte man auch. Welchen Pressemitteilungen darf man noch trauen? Welchen Bildern darf man noch trauen? Welchen politischen oder nachbarschaftlichen Aussagen darf man noch trauen? Meine Nachbarin ist Ukrainerin. Die sagt mir, dass Putin der "Böse" ist.

Ein Arbeitskollege von mir ist Russe. Der sagt mir, dass Poroschenko der "Böse" ist.

Beide behaupten, sie wären vor kurzem "vor Ort" gewesen und könnten die Lage sehr gut beurteilen.

Scheinbar sind BEIDE - Putin und Poroschenko  irgendwie "Böse" - oder zumindest sehr machtbesessen…

Gemäß den westlichen Medienberichten und der Aussage meiner ukrainischen Nachbarin spricht ALLES GEGEN PUTIN.

Mein russischer Arbeitskollege sagt das komplette Gegenteil. Er spricht FÜR PUTIN. Er hat allerdings keine Medienberichte, die für Russland sprächen, parat.

FAST PATT.

So kann und darf ICH als komplett Unbeteiligte, Außenstehende, Unwissende zu alledem NICHTS sagen und erst recht nichts "beurteilen", weil ich selbst gar nicht "vor Ort" gewesen bin. Und selbst, wenn ich selbst vor Ort gewesen wäre. Was hätte es mir an Aufklärung gebracht? Egal, ob als Russin, Ukrainerin oder neutraler Person? Wahrscheinlich recht wenig, da von allen Seiten - von russischer, ukrainischer - aber auch natürlich auch von westlicher Seite - massiv manipuliert, getrickst, gelogen und betrogen wird. Ich weiß fast nichts, außer den Nachrichten aus aller Welt, die teilweise sehr unterschiedlich gestaltet sind. Oder eben: PROPAGANDA von ALLEN SEITEN!

Erschreckend und fast ein wenig beängstigend finde ich die teils fast hasserfüllte "Diskussion" im "Ökonomen streiten über Verteilungsfragen" - Thread von ursprünglich "permanent" alias "gambleiv" alias "narbonne" oder so.

Wie kann es sein, dass - bis auf einige klare erkennbare Ausnahmen - scheinbar halbwegs "normale", "relativ intelligente, soziale, emotionale" Menschen so dermaßen respektlos, würdelos und beleidigend und herabsetzend miteinander umgehen? Vielleicht sollten sich die wilden Aggros einfach mal im gambleiv Sportclub abreagieren.

Nun ja, wenn hier schon im "Kleinen" so extreme "Kleinkriege" ausgefochten werden, darf man sich über das "Große Ganze" nicht mehr wundern.

Dennoch stellt sich mir die Frage: "Wie viel Krieg und Chaos ist gewollt & gesteuert?"…

…um UNS gefügig zu machen. Da muss man nur mal die alten Dystopien, wie "1984", "Schöne neue Welt", "451 Fahrenheit" etc. lesen oder gucken…

Hieß es nicht mal in irgendeiner "Verschwörungstheorie", dass, bevor es eine neue Währung geben würde, erst einmal ein "Krieg" ausbrechen müsste?

Nun - Kriege gibt es momentan zuhauf. Welcher ist der "entscheidende"? Und - was könnte dann die NEUE WÄHRUNG SEIN? Vielleicht eine "bargeldlose"???!!! Damit auch wirklich JEDER Bürger erfasst und kontrollierbar ist?

Keine Ahnung. Vielleicht existiert das "Bargeld" trotz meiner Bedenken noch weitere 50 Jahre...

Aus meiner Sicht ist es jedenfalls so, dass sämtliche Aktionen zur "so genannten Terrorbekämpfung" KAUM einen Terroranschlag oder gar eine Terrororganisation - siehe ISIS - oder mittlerweile IS - ABGEWENDET hätten. Nein, ganz im Gegenteil. Die Terrororganisationen durften lange machen, was sie wollten (wo waren NSA, BND, GCHQ, etc. im Ernstfall ???)

Durch die Patriot Act Gesetze etc. werden, wie Ihr wohl alle wisst, vorwiegend persönliche Daten von ALLEN, vor allem  UNBESCHOLTENEN Bürgern einfach so abgegriffen und gespeichert. Am WENIGSTEN natürlich die Daten von Terroristen und Schwerverbrechern ;-)

In den Untiefen des Netzes habe ich schon mal gelesen, das (war scheinbar eine so genannte "Verschwörungstheorie") einer Währungsreform oder einem "Reset" eigentlich NUR ein "Krieg" vorausgehen könnte und den entscheidenden Impuls geben könnte.

Unabhängig von den religiösen, fanatischen Kriegen und Auseinandersetzungen weltweit, frage ich mich, in wie weit Kriege und Chaos weltweit eventuell "BEWUSST" gewollt und gesteuert - teilweise sogar provoziert werden. Durch Banken, Unternehmen, Politik? Keine Ahnung.

Meine Intuition, mein Gefühl und mein weniges Wissen sagen mir, dass das Finanz- und Wirtschaftssystem wohl längst seine Grenzen überschritten hat. Daher ist nicht gänzlich auszuschließen, dass "Krieg & Chaos" von "OBEN" (= Banken, Unternehmen, Politik) eventuell sogar gewollt und gesteuert wird, damit letztendlich das System quasi auf "NULL" gefahren wird.

Die Verlierer werden wie immer die Armen, Arbeiter, Angestellten, die Mittelschicht sein.
Die Gewinner werden wie immer die oberen "10.000" sein.

Einen gravierenden Unterschied könnte es vielleicht noch geben:
Unter dem Vorwand "einen Bankenrun auszuschließen" könnte es die Bankenlobby kurz- bis mittelfristig schaffen, das BARGELD abzuschaffen. Weitere stichhaltige Argumente wären natürlich: Abschaffung von Schwarzgeld! Keine Überfälle mehr auf Banken, Bürger, Tankstellen und Kioske etc…! Na, dann, gute Nacht. Totale Kontrolle und jederzeit Abschaltung von unliebsamen Bürgern möglich...

Ich frage mich mittlerweile wirklich, wie viel Krieg und Chaos vielleicht und eventuell  "BEWUSST" von "OBEN" gewollt und gesteuert und manipuliert ist - bis auf die wenigen Ausnahmen der fanatischen, religiösen Glaubens-Kriege, die es leider auch noch gibt…

Mir fällt gerade kein einziges Tier ein, dass so grausam sein kann wie der Mensch. Kein Tier, sei es noch so dumm oder intelligent, könnte Krieg und Chaos bewusst wollen oder steuern. Auch quält und manipuliert und belügt wohl kaum ein Tier ein anderes Tier "psychisch" , oder "foltert" es gar "physisch" über Tage, Wochen, Monate, Jahre BEWUSST - nur um irgendwas "heraus zu erpressen" oder zu erreichen. Tiere "erpressen" nicht. So etwas Perfides, Perverses fällt nur den "höher entwickelten" Menschen ein.

(mind. eine Ausnahme dürfte der "Spieltrieb" der Katzen (auch Raubkatzen) sein, die mit ihrer Beute teils ausgiebig spielen, bevor sie diese fressen, was natürlich auch als eine Art Folter verstanden werden kann. Jedoch geht das Raubtier lediglich seinem natürlichen Trieb nach und versucht nicht, das "Opfer" zu manipulieren und für seine Zwecke zu missbrauchen. Das Raubtier spielt aus seinem Trieb heraus ein bisschen und dann beißt es zu).

So doof, nicht emphatisch, grausam  und unterentwickelt scheinen leider nur die Menschen zu sein, wie man an allen Kriegen und Auseinandersetzungen weltweit leicht erkennen kann. Da hat sich seit der Zeit der Wikinger oder der Römer etc. fast nichts geändert. Außer vielleicht, dass man heute noch ein bisschen mehr vorher drumrum redet, bevor man sich die Köpfe einschlägt - oder wegschießt…oder Atombomben oder Chemiekäulen abwirft…

Was mich, ehrlich gesagt, am meisten irritiert, ist, dass hier in dem Ariva-Forum in den diversen Threads Menschen auf Menschen ohne jede Not teilweise hasserfüllt sich verbal beschießen.

Das ist manchmal schon ein bisschen beängstigend. Wenn das hier schon nicht im "Kleinen" einigermaßen funktioniert, wie sollte es denn dann im "Großen, Ganzen" funktionieren???

Ich jedenfalls will und steuere mich mal geradewegs ins Bett - mit trotzdem positiven Gedanken

Viele Grüße
Kosto























 

1191 Postings, 1266 Tage stefan1977Medienmacht

 
  
    #112909
2
20.08.14 09:40
Ich finde es immer interessant, wenn ich aktuell lese, dass es so viele Krisen gibt.
Dabei ist es doch eigentlich "nur" die Ukraine, die uns aktuell näher an die Krisen bringt. Tatsächlich gab es die letzten Jahre (Jahrzehnte) dich durchweg weltweite Krisen.

In den USA ist die Ukraine Krise auch nicht so ein Riesenthema. Ist ja auch geographisch weit weg.

Ich finde aktuell langfristig kaum Argumente für einen Crash, kurzfristig kann ich einen Crash allerdings nie ganz ausschließen.
Aber eine Ukraine-Krise alleine ist niemals der Grund für einen Crash, dass wird höchstens als Grund vorgeschoben.  

37069 Postings, 3759 Tage Anti LemmingKostolanya und Dreiklang

 
  
    #112910
12
20.08.14 09:43
Ich glaube, wir leben in einer Zeit der großen Umbrüche. Bezogen auf die (gute) "alte Zeit" leben wir somit in einer Endzeit. Diese ist gekennzeichnet vom wirtschaftlichen und politischen Niedergang der USA, der bisherigen "Führungsmacht" (sowohl ökonomisch via Dollar als auch politisch via Militär).

Ein Grundproblem der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist, dass via Kredit immer "aus der Zukunft geborgt" wird. Man kann heutige Umsätze vervielfachen, indem man Leuten Kredit gibt. Dann geben sie Geld aus, das sie nicht besitzen. Die Firmen freuen sich über mehr Umsätze. Das "Kreditwesen" hält somit die Wirtschaft in Schwung. Doch im Grunde müsste das heute geborgte Geld morgen (oder zumindest irgendwann) zurückgezahlt werden. Das würde aber bedeuten, dass dem heutigen Hui ein morgiges Pfui folgt. Dieses "Pfui" lässt sich nur vermieden, wenn man die Kreditauftürmung bis in die Unendlichkeit fortsetzt - was wiederum nicht funktionen KANN. im 20. Jahrhundert konnte die kreditbasierte Wirtschaft zwar "strukturell" noch etwas in Schwung bringen, da sie brachliegendes Potenzial aktivierte. Das Potenzial ist jetzt aber weltweit weitgehend ausgeschöpft. So bleiben nur Zockerspielchen, die real Luftnummern sind.

Das letzte große ökonomische Hurra war die Computer-/Internet-Revolution Ende der 1990er Jahre. Schon seit 1970 wächst die US-Wirtschaft nur noch relativ schwach, weil es Marktsättigungstendenzen gibt und Potenziale zunehmend ausgeschöpft sind. Deshalb konnte dem BIP-"Wachstum" ab 1980 nur doch durch immer günstigeres Geld (sinkende Kreditzinsen) auf die Sprünge geholfen werden. Firmen und Investoren verdienten nur dann noch gut, wenn sie den nicht mehr so stark wachsenden Kuchen ungleichmäßiger verteilten. Deshalb gibt es seit 1970 Realllohnabbau. Die Schere aus Arm und Reich wächst seitdem.

Der letzte halbwegs organische Aufschwung, die Internet/Computer-Bonanza, entartete - wie üblich von maßloser Gier getrieben - zu einer Blase, die 2000 schallend platze. Um den Laden auch weiterhin pro forma in Schwung zu halten, griff Greenspan 2002 erstmals zu grenzkriminellen Methoden. Er senkte die Leitzinsen auf 1 % und forderte seine Landsleute auf, ihre Häuser zu beleihen. Das war der Beginn einer ökonomisch unnachhaltigen Ponzi-Kreditwirtschaft, mit der der Pfad der Tugend endgültig verlassen wurde.

Dabei konnte Greenspan ausnutzen, dass infolge seiner Niedrigzinspolitik die Hauspreise (und sonstige Assetpreise) hochschossen. Den Gipfel bildete die Subprime-Finanzierung, in der Leute Kredite bekamen, bei denen sicher war, dass ein Großteil von ihnen diese nicht zurückzahlen kann. Das Risiko wurde über Verbriefungen ausgelagert und vor allem an US-Ausländer (dt. Landesbanken und andere Deppen) weitergereicht, die damit erwartungsgemäß Schiffbruch erlitten. Wall Street hatte den Schund nicht nur verbrieft und mittels grenzkrimineller US-Rating-Agenturen AAA-"veredelt" (nötig, um z. B. Landesbanker zu "blenden") sondern auch noch erfolgreich auf den abzusehenden Niedergang gewettet und auch daran verdient. Was endgültig verzockt und nicht mehr zu retten war, erhielt Wall Street via Bailouts vom US-Steuerzahler zurück - ein Modell, das in Merkels "Alternativlosigkeit" auch zügig auf Europa übertragen wurde.

Als Greenspans "Privatkreditblase" 2007/2008 platzte, hatte der US-Kapitalismus im Prinzip fertig.

Das bestätigt auch James Rickards in # 905:

Die Welt steckt seit 2007 in einer Depression. Fälschlicherweise wird darunter oft eine lange Phase verstanden, in der die Wirtschaft ständig schrumpft. Das entspricht aber nicht der Definition. In einer Depression kann die Konjunktur sehr wohl expandieren, das Wachstum bewegt sich aber unter dem historischen Trend und wird ohne strukturelle Veränderungen immer auf tiefem Niveau verharren. Dennoch versuchen es die Zentralbanken mit geldpolitischen Sondermassnahmen wie QE3 zu stimulieren. Das löst das Problem aber nicht, sondern ist, wie wenn man eine Krebserkrankung mit Aspirin behandeln würde.

Damit sind Rickards und Dreiklang übrigens weit weniger auseinander, als Dreiklang glaubt. Dreiklang drückt dasselbe Phänomen in # 907 so aus:

Das Problem ist: Die Kaufkraft ist schwach und die Löhne können nicht steigen - woher sollen die Unternehmen, vor allem die kleinen, das Geld nehmen? Der einzige Weg besteht in einer kontrollierten Deflation.

Eine Deflation und eine Depression sind wesensverwandt. In der Großen Depression in den 1930er Jahren gab es ebenfalls stark deflationäre Tendenzen. Deshalb glaubte der Planwirtschafts-Fanatiker Bernanke, der die Große Depression intensiv studiert hatte, ja auch, es gäbe zentralbankliche (letztlich "planwirtschaftliche") Möglichkeiten, in einer vergleichbaren Lage - die 2008 nach den Bankenzusammenbrüchen (absehbar) kam -, mittels Geldflutungen die "zweite Große Depression verhindern" zu können. Etwas, womit der sich noch heute rühmt.

Das ist nicht unähnlich dem von Richard Koo ("Holy Grail of Macroeconomics") beschriebenen Versuch der Japaner, durch Keynes-Stimulation und Kreditaufnahme die seit 1990 in Japan grassierende Deflation aufzuhalten. Dies ist den Japanern nicht gelungen. Koo hält es aber bereits für einen Erfolg, dass es infolge des Gelddruckens in Japan keine "zweite Große Depression" gab. Da das Ganze jedoch nur einen Aufschub darstellt, werden immer drastischere zentralbankliche "Maßnahmen" erforderlich. Mit "Abenomics" ist Japan 2012 in die Vollen gegangen und hat versucht, Inflation numehr "mit der Brechstange" zu erzeugen. Kombiniert mit der Zwecklüge, dass Notenpressen-Inflation "gleichzusetzen" sei mir der gesunden Inflation, die aus Wirtschaftsaufschwüngen via Lohn-Preis-Spirale entsteht.

Der wirtschaftliche Niedergang Japans hat sich ungeachtet dessen weiter fortgesetzt. Die Verzweiflung der Japaner äußert sich seitdem u. a. in vernehmlichen Säbelrasseln. Wenn ökonomisch nichts mehr geht, bleibt als Mittel der Wahl nur noch, die aufgestaute Aggression auf äußere Feinde (China) zu lenken, um von der selbstverschuldenen inneren Misere abzulenken. (Das hat auch Argentiniens Militärjunta gemacht, als sie die Falklandinseln angriff. Das konnte Argentiniens Staatspleite 2002 nicht verhindern).

In diesem "Durchwurtschteln mittels Gelddrucken" üben sich seit 2008 auch die Amis. Ihr Erfolg ist ähnlich dürftig wie in Japan. Seitdem wird unter Ökonomen ständig darüber gestritten, ob das QE-Geld überhaupt "in der Wirtschaft ankommt". Die Fed behauptet, dass es nicht so sei (Zwecklüge). Dreiklang bezweifelt dies in # 907 ebenfalls (ebenso Fillorkill/Zanoni). Etliche anderen (mich inbegriffen) sind indes der Ansicht, dass die immense Neuverschuldung in USA seit 2008 (Keynes-Stimulation) gar nicht möglich gewesen wäre, wenn die Fed nicht die von Geithner frisch gedruckten US-Staatsanleihen über Mittelmann-Scheinbieter (US-Investmentbanken) aufgekauft hätte. Es gab ja sonst kaum noch interessierte und kaufkräftige Käufer dafür (China z. B. hat die Käufe ab 2008 deutlich zurückgefahren).

Ein weiterer starker Fake-Treiber war die Nullzinspolitik (ZIRP), die die Junkbond-Sause auslöste. Investoren wurden via ZIRP-Anlagenotstand massiv ins Risiko getrieben. Das ist ebenfalls ein haltloses Schneeballsystem, egal wie laut Wall Street behauptet, diesmal sei alles anders. ZIRP hat die gesamte US-Wirtschaft "unkalkulierbar" gemacht, Investoren achten nur noch auf Rendite und klammern die Risiken komplett aus.

Dass QE lediglich psychologische Wirkungen haben soll, wie einige behaupten, glaube ich nicht. QE ist mMn zu einem gut Teil "Querfinanzierung von Staatsverschuldung aus der Notenpressse" - mithin "Weimar 2.0" in der elektronischen Variante. Dass daraus Hyperinflation resultiert, wie Rickards oben behauptet - und wie es Dreiklang (mit guten Gründen) abstreitet -, sehe allerdings ebenfalls nicht (und zumindest nicht so bald) als  zwingend gegeben an. Sie kommt erst, wenn das US-Kreditkartenhaus endgültig zusammenbricht, dann aber schlagartig. James Rickards rechnet damit innerhalb der nächsten sechs Jahre. Es wird also fortlaufend weitere "Deflation" geben - bis zum Dollar-Kollaps, der der eigentliche hyperinflationäre "Event" ist.

Die Geldflutungen seit 2008 haben den schleichenden depressiven Niedergang lediglich kaschiert, indem sie das große Sterben auf die lange Bank schoben. QE und ZIRP kaufen Zeit, sonst nichts. Amerikas Mainstream spürt die versteckte "zweite Große Depression" derweil sehr deutlich: Die Reallöhne sinken ständig, es gibt Rohstoff- und Nahrungsmittelinflation, und Arbeit ist chronisch knapp.

Und genau wie in Japan führt die (realistisch betrachtet) aussichtlose Lage - die in den Wirtschafts-/Massenmedien auf "Geheiß von oben" mit einem Zweckoptimimus bzw. Hedonismus weggelogen wird, der sich mit der unsäglichen Propaganda im Ukraine-Krieg messen kann -, zu steigender außenpolitischer Aggression. Man sah es bereits in Libyen, Ägypten, Syrien - aktuelll sieht man es in Ukraine, Irak, Israel/Hamas.

Auch innenpolitisch sieht man in USA steigende Aggression - etwa beim laufenden
Bürgerkrieg der geradezu militärisch aufgerüsteten Polizei in Ferguson/St. Louis).

Die Fassunglosigkeit, mit der Kosto die aktuelle Berichterstattung erlebt - die ich übrigens teile -, geht darauf zurück, dass mit USA ein ehemaliges Imperium ins Wanken geraten ist und mit aller verfügbaren Aggression seinen "Endkampf" bestreitet. Die bröckelnde ökonomische Dominanz wird durch militärische Dominanz, die ja noch beblieben ist, zu kompensieren versucht. Je stärker die latente Wirtschafts-Depression (Rickards) fortschreitet, desto mehr wird Macht (Medien) und Militärmacht in die
Waagschale geworfen, erkennbar an wachsender militärischer Aggression. Auch in Gebieten wir Ukraine, wo USA nichts zu suchen hat.

All dies geht einher mit einer ideologischen "Aufrüstung", Polarisierung, Scharfmacherei, Presselügen, "Rufmord"-Kampagnen an vermeintlichen Schurken wie Putin, Konstruktion von "Schurkenstaaten", anti-Islamische "Kreuzzüge" samt Gegenaggression (ISIS), Währungsabwertungs-Kriege der Industrienationen, um mehr am immer kleineren verteilbaren Kuchen zu ergattern usw.

So gesehen ist das, was wir in den Medien als ungeahnte - und abstoßende - "neue Aggression" und "unterirdischen Auswüchse" (Natopresse usw.) erleben, durchaus "verständlich". Es ist der Endkampf Amerikas um die Weltherrschaft, und teils auch der Endkampf der kapitalistischen Weltordnung (= finanzielle Schneeball-Systeme aller Art) um ihren Erhalt. Er feiert aktuell in den Wahnsinns-Spielchen der Zockerbanken seine letzten großen und globalen Triumphe. Und in diesen Endkampf haben die Amis natürlich auch sämtliche Vasallen eingespannt - von den Brüsseler Bürokraten und Draghis EZB über die Ukraine-Faschos bis hin zum erneut faschistoiden Japan (Abes Aggressionen gegen China).
 

13 Postings, 610 Tage Hudi the Pfupf# 902

 
  
    #112911
4
20.08.14 09:48
Ja Anti, der Euro fällt .... und diese Bewegung ist aus meiner Sicht nachvollziehbar - hoffentlich bis 1.275. Eine Mehrheit der EU Mitgliedsländer will es so, die Banken wollen es momentan so und Draghi soll es auch recht sein. Interessant ist , dass Retail FX Kunden wiedereinmal ordentlich gegrillt werden, weil z.B bei Forex Factory die US Kunden Lot mässig ein Long / Short Verhältnis von 85 / 15 Prozent aufweisen und bei Oanda ebenfalls die 66 / 34 long Euro positioniert sind... Das gelingt der Finanzindustrie umso besser, je höher die Hebel ihrer Kunden sind.

Ob und wie lange das Eurokonstrukt in seiner heutigen Form zusammengehalten werden kann, wird sich zeigen. Ich glaube aber nachwievor nicht daran, dass sich die Produktivitätsunterschiede innerhalb der EU und des Euros im bestehenden Konstrukt mittelfristig deutlich verringern könnten. Der Produktivitätsausgleich über Währungsabwertung ist aus meiner Sicht solange essentiell, bis der Integrationsgrad so hoch ist, dass das selbe via Ausgleichs- und Transferzahlungen durch Steuersubstrat demokratisch legitimiert erfolgen kann. Aber ernsthaft, wer will das in den Überschussländern, die ja selbst auch bereits heute hoffnungslos überschuldet sind. Die nächste Krise wird somit zwangsläufig wieder hochkochen, da die eigentlichen Ursachen sich basisdemokratisch gar nicht beseitigen lassen. Multipolare Systeme sind sowieso im Normalfall stabiler, fördern die Vielfalt und werden über fairen Wettbewerb insgesamt effizienter. Man sollte sich eher auf gute, faire Wettbewerbsregeln konzentrieren, als das ganze in Richtung zentralisierter Einheitsbrei weiterzuentwickeln.

Im Zeitraum der nächsten 2 - 3 Generationen betrachtet sind die Probleme im Euroraum nicht gravierender als an anderen Orten dieser Welt. Der Finger der Finanzindustrie wird je nach Bedarf und Positionierung auf den jeweiligen Krisenort (USA, Japan, EU, China, Schwellenländer, Balkan, etc) zeigen, um den Markt in Richtung ihrer Positionierung zu beeinflussen. Mit dem finalen Platzen der globalen Schuldenblasen und dem dadurch eintretenden Chaos wird sich eine Chance auftun, einen Wechsel vom aktuellen, rein auf quantitativem Wachstum basierenden Wirtschaftsmodell (Bevölkerungswachstum, Wirtschaftswachstum, Geldmenenausweitung, Schuldenwachstum, Inflation....) auf ein primär qualitatives, auf produktivitätssteigerung pro Kopf und vollständiger Nachhaltigkeit ausgelegtes Wirtschaftssystem hinzuwirken (sinkende Bevölkerung, technologische Revolution, höhere Automatisation, wesentliche Änderung des Wertesystems, nachhaltige Resourcennutzung, etc.). Auf wirtschaftlicher Mikroebene (einzelner Konsument) hat dieses Umdenken in in einigen Köpfen bereits begonnen. Ja, die Natur wird uns irgendwann zwingen, uns vom quantitativen Wirtschaftsmodell zu trennen, weil wir in einem begrenzten System mit begrenzten Resourcen leben. Das einzige, dass dies aufschieben könnte, währe eine Expansion in den Weltraum und das damit verbundene Aufweiten der Systemgrenzen ;-)... PS: Die gleiche Logik steht auch hinter der Erweiterung der EU, der Globalisation und Entwicklung der Schwellenländer.......die Systemgrenzen wurden stetig erweitert und noch gibt es Potential für eine weitere Systemausweitung.....

Je früher aber Peak Finance kommt und sich die Realwirtschaft des parisitären (spekulativen) Anteils der Finanzwirtschaft entledigt, desto schneller wird der Wandel klappen. Weh tun wird es sowieso allen....

Bevor ich mich wieder monatelang nicht mehr melde noch eine Bemerkung zum "Verteilungsfrage" Thread: Das Diskussionsniveau ist dort ziemlich gesunken. Ich stimmer Kosto voll zu, wie kann man sich ohne Not verbal dermassen beschiessen...

The greatest thing, you'll ever learn, is just to love, and be loved in return.....
 

13 Postings, 610 Tage Hudi the PfupfKosto und Anti, super Beiträge...

 
  
    #112912
4
20.08.14 10:16
ein herzliches Dankeschön meinerseits!  

3267 Postings, 2104 Tage DreiklangMöchte nicht mit FillorKill verwechselt werden

 
  
    #112913
6
20.08.14 10:43
... oh nein ... bloß das nicht... da bin ich lieber noch  "Kriegstreiber" ...

Die Fed behauptet, dass es nicht so sei (Zwecklüge). Dreiklang bezweifelt dies in # 907 ebenfalls (ebenso Fillorkill/Zanoni). (A.L.)

Das habe ich NICHT geschrieben. Sondern:

"Tatsächlich wird nichts gekauft - denn die UST haben keinen inneren Wert - sondern dem Staat wird das (elektronische) Zentralbankgeld über Geschäftsbanken direkt in die Hand gedrückt. "

Damit kommt das Geld ja im Markt an. Es läuft auch um: Genau ein mal. Nicht ganz das, was Keynes sich vorgestellt hat!

Weiter: "Geld drucken aber reproduziert nichts. Inflation kann im Kreditgeldsystem nur dadurch entstehen, dass die Banken oder vergleichbare Institutionen 'Assets' das sind Knappheitsgüter aufkaufen. "

Das bezog sich auf die Bilanzausweitung der Banken gedeckt durch die FED - denn die stellt mit ihrem Zentralbankgeld die Bilanzausweitung sicher. Dieses Geld läuft von vornherein nicht um. Es ist aber trotzdem im Markt wirksam. Es entfaltet eine rein statische Wirkung - nämlich Assetinflation. Zugleich ruiniert es aufgrund seiner schieren Menge, welche direkt zu Nullzins führt (es ist ja den Banken kostenlos von der FED zur Verfügung gestellt) die Planung jedes Pensionsfonds.

Kein Umlauf, keine Reproduktion.

Die FED lügt also, das ist klar - ebenso klar ist, warum.

 

37069 Postings, 3759 Tage Anti LemmingDreiklang - # 913

 
  
    #112914
2
20.08.14 11:15
So nachbereitet machen deine Ausführungen für mich weitaus mehr Sinn. Die urprüngliche Formulierung in # 907 "Tatsächlich wird nichts gekauft" war für mich missverständlich.  

37069 Postings, 3759 Tage Anti LemmingISIS soll US-Reporter geköpft haben

 
  
    #112915
1
20.08.14 13:02

37069 Postings, 3759 Tage Anti LemmingChina: Immobiliennachfrage bricht ein

 
  
    #112916
2
20.08.14 13:26
www.bloomberg.com/news/2014-08-17/...ty-of-cities-on-weak-demand.html

China’s new-home prices fell in July in almost all cities that the government tracks as tight mortgage lending deterred buyers even as local governments eased property curbs.

Prices fell in 64 of the 70 cities last month from June, the National Bureau of Statistics said today, the most since January 2011 when the government changed the way it compiles the data. Beijing prices fell 1 percent from June, posting the first monthly decline since April 2012.

“The falling trend of China’s property market has no sign of improving,” Shen Jian-guang, Hong Kong-based chief Asia economist at Mizuho Securities Asia Ltd., said in a phone interview today. “The key issue is the mortgages, despite all types of local government easings. The high rate is damping sentiment of owner occupiers.”

China’s property market has become a drag on the world’s second-biggest economy, prompting cities to start easing local curbs in June. Thirty-six cities had loosened measures as of the end of last week, according to Centaline Property Agency Ltd., while developers have cut prices since March to lure buyers. The International Monetary Fund has urged China to target slower expansion in 2015, saying the economy faces a “web of vulnerabilities” from rising debt and financial institutions’ exposure to real estate.

...Today’s housing data adds to the latest signs that the economy is weakening, making it tougher for Premier Li Keqiang to sustain the fastest growth in the Group of 20 nations. Foreign direct investment fell 17 percent in July from last year, according to separate data from Ministry of Commerce today. The broadest measure of new credit plunged to the lowest since the global financial crisis and industrial output unexpectedly slowed, the statistics bureau reported last week.

Prices in Shanghai decreased 1.2 percent and dropped 1.3 percent in Guangzhou, both the biggest slide since the data began. The eastern city of Hangzhou and the southern tropical city of Sanya had the largest declines in July, each dropping 2.4 percent....
 

37069 Postings, 3759 Tage Anti LemmingDraghi druckt wie besenkt - 1 Bio. für die PIIGS

 
  
    #112917
6
20.08.14 14:40
Wieso kann Draghi nun schon bereits die dritte Große Bazooka zünden? Hat die Bundesbank überhaupt noch was zu melden? Einzig H. W. Sinn kritisiert die Aktion mit harschen Worten (Ende des Artikels). Sinn sagt, das Geld werde einzig und allein zur Bankenrettung verwendet (u. a. um deren Bilanzen für den "Stresstest" zu schönen). Das erhebliche Ausfallrisiko werde - ohne rechtliche Grundlage - den europäischen Steuerzahlern aufgebürdet. Das ist die gleiche Scheixxe, die 2008 in USA lief.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/...-euro-von-der-ezb/

Zentralbanken
Aufseher als Gläubiger: Banken in Südeuropa bekommen eine Billion Euro von der EZB

Die EZB wird den Banken in den kommenden zwei Jahren bis zu einer Billion Euro leihen, um die Realwirtschaft in der Peripherie der Eurozone zu beleben. Damit ist das Volumen der Langfristkredite noch größer als bisher bekannt. Die EZB macht sich somit in großem Umfang zur Gläubigerin von Banken, die sie beim Stresstest auf ihre Solidität hin überprüfen soll.

Banken in der Eurozone werden voraussichtlich schon bald den neuen, billigen Geldsegen der EZB in Anspruch nehmen. Dabei soll es sich zunächst um 250 Milliarden Euro handeln, berichtet die Financial Times. Die Darlehen der EZB sollen wegen zunehmend düsteren Daten der wirtschaftlichen Aussichten Europas im Zusammenhang mit einem Konjunkturabschwung in Deutschland, Frankreich und Italien die Wirtschaft wieder beleben.

Im Juni kündigte EZB-Chef Mario Draghi radikale Maßnahmen an, wonach die Realwirtschaft mit Kreditvergaben durch die Banken angekurbelt werden solle. Zudem solle dies entsprechend durch niedrige Zinsen für die Wirtschaft gewährleistet werden.

Diese neuen, radikalen Maßnahmen beziehen sich auf das angekündigte TLTRO-Programm (zielgerichtete langfristige Refinanzierungsgeschäfte) – auch als dritte "Dicke Bertha" bekannt – mit der die EZB erneut zwischen 850 Milliarden und einer Billion Euro in den Markt pumpen will.Bereits Ende 2011 und zu Beginn des Jahres 2012 stellte die EZB den Banken mittels ihres LTRO-Programms rund eine Billion Euro zur Verfügung. Jedoch konnten sie damit weder das Wirtschaftswachstum anschieben, noch die "unvermeidlich" niedrige Inflation erhöhen.Die Banken der Krisenländer kauften mit dem "Tender" lediglich die Staatsanleihen ihrer Regierungen auf, statt Kredite an Unternehmen zu vergeben.

Bemerkenswert ist, dass die vergebenen Kredite aus dem bisherigen LTRO-Programm nur teilweise von den Banken an die EZB zurückgeflossen sind, wie die Grafik (unten) veranschaulicht.

Nun soll das neue TLTRO-Programm der EZB ausschließlich mit einer Kreditvergabe der Banken an die Wirtschaft verknüpft werden. Doch daran gibt es Kritik: "Die EZB hat keine Klarheit geschaffen, wie die Banken daran gehindert werden sollen, das Geld zum Kauf von Staatsanleihen zu verwenden", sagte Silvia Merler vom Brüsseler Thinktank Bruegel.....

"Es gibt großes Interesse am TLTRO-Programm", sagte Huw van Steenis, Banken-Analyst bei Morgan Stanley laut der Financial Times. "Wir prognostizieren, dass die peripheren Banken fast die ganzen Zuteilungen abrufen werden, da das Programm die Finanzierungskosten erheblich verringert und die Banken hoffentlich die niedrigen Zinsen an die Realwirtschaft weitergeben".

Laut der Financial Times sank die Kreditvergabe an Unternehmen der Region seit 2009 um 561 Milliarden Euro. Dies ging aus einer Analyse der Royal Bank of Scotland (RBS) hervor. Die Banken hätten eher versucht, Kapital aufzubringen, um ihre Bilanzen aufzubessern. Bei kleinen und mittleren Unternehmen, die das Gros der Beschäftigten in der Eurozone stellen, hätte sich dies auf einen der schärfsten Kreditrückgänge seit Jahren ausgewirkt.

Jedoch zeigen sich Finanzanalysten kritisch, ob das TLTRO-Programm realistisch sei und tatsächlich funktioniert. "Es bleibt weiterhin fraglich, ob damit wirklich eine Erhöhung der Kreditvergabe in Südeuropa erreicht werden kann", sagte Jan Holthusen von der DZ Bank der FAZ.

Auch Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut meldet Zweifel an. Es gäbe "außerdem die Gefahr, dass Verluste auftreten – die EZB macht sich in großem Umfang zur Gläubigerin von Banken, die vielleicht nicht mehr ganz gesund sind, ohne dafür ausreichende Sicherheiten zu bekommen. Und wenn diese Banken Pleite gehen, dann liegen die Verluste bei den Eigentümern der EZB, nämlich bei den Steuerzahlern der Euro-Zone. Da sind wir dann auch schon bei einem rechtlichen Problem: Darf die EZB den Steuerzahlern überhaupt diese Lasten auferlegen?"

Außerdem kritisiert Sinn, mit ihren jüngst präzisierten Plänen zur Kreditvergabe, zusammengefasst unter dem Kürzel TLTRO, überschreite die Europäische Zentralbank ihr Mandat. Die Europäische Zentralbank nutze die Deflationsdebatte, um eine Politik der quantitativen Lockerung vorzubereiten, die jedoch nicht dazu diene, Deflation zu bekämpfen, sondern um Banken zu retten. "Ich sehe die EZB sehr stark in der Bankenrettung und Investitionslenkung unterwegs", sagte Sinn im Interview mit Bloomberg News Anfang Juli in Berlin.

"Die EZB beruft sich auf ihr Mandat, die Preise konstant zu halten, um eine möglicherweise anders motivierte Intervention auf den Märkten durchzusetzen", meinte Sinn. "Wenn die EZB toxische Kreditforderungen von den Banken abkauft, werden die Bilanzen der Banken gerettet." Damit würden die Banken für den EZB Stress Test fit gemacht – was ein Nebeneffekt der Aktion sei, wenn nicht gar "implizit das Ziel". Aber es stelle sich die Frage, ob die EZB das überhaupt darf oder tun sollte, so Sinn.
 
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37069 Postings, 3759 Tage Anti LemmingWenn dieses Schreiben von Springer

 
  
    #112918
20.08.14 15:49
echt sein sollte, spräche es Bände...

http://quer-denken.tv/index.php/693-webtrolle-und-bezahlte-blogger
 
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3702 Postings, 1300 Tage Evermore#112918 A.L.

 
  
    #112919
4
20.08.14 16:26
Willst Du Deinen eigenen Thread kaputt machen oder warum verbreitest Du eine so offensichtliche und dreiste Fälschung?  

37069 Postings, 3759 Tage Anti LemmingEvermore

 
  
    #112920
1
20.08.14 19:38
Hinter der Seite querdenken.tv steht der Autor Micheal Vogt, ein Journalist und Journalistik-Prof., der in der DDR promoviert hat. Was das für ein Typ ist und wie der tickt, ist mir nicht bekannt. Im Internet ist zu erfahren, dass er wiederholt durch rechte Publikationen beim umstrittenen Kopp-Verlag aufgefallen ist und deswegen auch die Prof-Stelle verloren hat.

Man kann daher davon ausgehen, dass die Seite nicht allzu seriös ist. Ich habe in # 918 allerdings auch nicht behauptet, dass die Info korrekt ist. Ich habe geschrieben: "WENN dieses Schreiben von Springer echt sein SOLLTE, SPRÄCHE es Bände..."

Ich würde mich freuen, wenn Du den Nachweis posten könntest, dass es sich tatsächlich um eine Fälschung handelt. In dem Fall würde ich # 918 löschen lassen.

Ich hatte den Link im Ökonomenthread gefunden, den hatte dort Wolfsblut gepostet (für dessen Seriosität ich aber auch nicht garantieren kann...)

Wenn Du den Nachweis nicht hast, lasse ich es stehen, weil es ja bereits mit Echtheitszweifel gepostet habe.  

37069 Postings, 3759 Tage Anti LemmingHab für # 918 jetzt die Löschung beantragt

 
  
    #112921
1
20.08.14 19:50

3702 Postings, 1300 Tage EvermoreIch habe und brauche keine Beweise dafür,

 
  
    #112922
5
20.08.14 20:19
dass es sich um eine Fälschung handelt. Womit wir es hier zu tun haben ist eine allzu offensichtliche Fälschung von einem russophilen Stümper.

Welcher parlamentarische Untersuchungsausschuss soll denn die "zugesagten finanziellen Mittel" am 12.04.2014 (ein Samstag) vereinbart haben? Der über die P+S Werften, der 2012 eingesetzt wurde? Mit zwei ordentlichen Mitgliedern der Linkspartei? Der tagte an dem Tag überhaupt nicht, und auch sonst in der Regel an Montagen. Welcher Untersuchungsausschuss sonst?

https://de.wikipedia.org/wiki/...des_Landtages_Mecklenburg-Vorpommern

Das ganze Schreiben ist ein Blödsinn, das mir an vielen Stellen nicht einleuchtet (aber ich will jetzt auch nicht kostenlos Tipps geben, wie man es besser machen kann). Ich hatte Putin ja angeboten es professionell zu machen, aber es war ihm halt zu teuer. Jetzt regiert der Pfusch.  

37069 Postings, 3759 Tage Anti LemmingFed-Minutes schicken Euro und SP-500 südwärts

 
  
    #112923
2
20.08.14 20:21
www.marketwatch.com/story/...ast-labor-market-is-improving-2014-08-20

WASHINGTON (MarketWatch) - U.S. central bankers say the labor market is improving faster than expected [A.L.: das ist "bärisch", weil dann die Zinsen schneller steigen] , but the majority of top Federal Reserve officials are still not convinced it's strong enough to alter their approach on interest rates anytime soon [A.L.: das ist der "Disclaimer" ;-)], according to minutes of the bank's last big meeting in July.

The Fed's policy-setting committee "agreed to state that labor market conditions improved ... while also stating that a range of labor market indicators suggested that there remained significant underutilization of labor resources." At the July 29-30 meeting, the Federal Open Market Committee voted 9-1 to maintain its current policy of slowly withdrawing stimulus from the U.S. economy. [A.L.: Das ist bärisch, nur eine Gegenstimme...] The majority also reiterated the Fed is likely to keep the short-term federal funds rate below what is considered normal for "some time." Philadelphia Fed President Charles Plosser, the only dissenter, argued that his colleagues underplayed the improvement in the labor market and the rise in inflation toward the bank's intended 2% target. He warned U.S. financial markets could get disrupted if the Fed had to act sooner than expected to raise interest rates.

 
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3702 Postings, 1300 Tage EvermoreA.L.

 
  
    #112924
4
20.08.14 20:48
Was hältst Du von diesen Äußerungen von Stiglitz?

http://www.welt.de/wirtschaft/article131420413/...e-Euro-Politik.html

(Ich habe an anderer Stelle schon etwas dazu geschrieben.)  

37069 Postings, 3759 Tage Anti LemmingWährend der Aktienmarkt

 
  
    #112925
20.08.14 21:20
nach den Fed-Minutes zunächst einen kleinen Rücksetzer machte (# 923), kurz darauf jedoch von den Algos stramm hochgekauft wurde - www.zerohedge.com/news/2014-08-20/market-reacts-feds-minutes -, halten sich Junkbonds im Minus und damit im risk-off-Modus.

Junkbonds verraten mMn eher, wohin die Reise geht...

 
Angehängte Grafik:
hyg_chart.gif (verkleinert auf 88%) vergrößern
hyg_chart.gif

37069 Postings, 3759 Tage Anti Lemming# 924 - Evermore

 
  
    #112926
3
20.08.14 21:36
Ich halte von Stiglitz ebenso wenig wie von Krugman. Beide sind Vertreter der keynesianischen Bläh-Schule. Obwohl sie angeblich hochrangige Ökonomie-Professoren sind, können sie offenbar nicht zwischen schuldenbasiertem Pseudo-Wachstum (das inflationsbereinigt Nullwachstum bleibt) und organischem Wachstum aus echter Wirtschaftsstärke unterscheiden. (Mit Draghis-Bazooka-Geblähe sehen die PIIGS langfristig auch kein Land.) Oder sie wissen es beide, sprechen es aber nicht aus, weil sie als Wirtschaftslinke und Dem-Günstlinge per se auf dem Blähtrip sind (wie Hollende, Lagarde). Die Wahnidee, Ökonomen und/oder Politiker könnten die Wirtschaft über Geldpolitik und/oder "Maßnahmen" steuern, ist in USA und in den PIIGS stark verbreitet. Auch Bernanke meint, mit QE die zweite große Depression verhindert und einen neuen Aufschwung herbei gezaubert zu haben. Außer Aktienkurse hat er aber kaum was bewegt.

Dass der Euro fällt, liegt mMn eher daran, dass die Fed-Minutes "hawkish" waren (siehe # 923). Dadurch erhält der Dollar einen Zinsvorteil. Außerdem sind Retail-Trader long Euro, dann geht es sowieso in die andere Richtung.

Dass Stiglitz "was gesagt" hat, muss den Euro nicht zwingend bewegen. In Castrop-Rauxel ist zeitgleich zu den Fed-Minutes auch ein Baum umgefallen, ohne dass dies ursächlich für den Euro-Absacker gewesen wäre ;-)  

3702 Postings, 1300 Tage EvermoreObama hat vor einer Weile dem

 
  
    #112927
1
20.08.14 22:01
US-Kongress gesagt, dass er "Nein" nicht als Antwort akzeptieren wird (wenn ein Gesetz nach seinen Vorstellungen nicht im Parlament zustande kommt). Was Obama damit meint, ist dass er - wie er dies in bestimmten Fällen bereits getan hat - einfach dem Verwaltungsapparat Anweisungen geben wird, die keine gesetzliche Grundlage haben oder sogar Gesetzen widersprechen.

Die US-Demokratie ist bald zu Ende ausgehöhlt. Der Präsident (also eine einzige Person) darf inzwischen oder tut es einfach:

- Kriege beginnen, ohne dass das Parlament konsultiert wird und mit Kosten in Milliardenhöhe ohne Parlamentsbeschluss fortführen.
- US-Bürger (oder jeden anderen Menschen) ohne Gerichtsbeschluss abhören. Wie bekannt wurde, hat Obamas CIA-Chef die Büros von Senatoren elektronisch durchsuchen lassen.
- US-Bürger (oder jeden anderen Menschen) festnehmen lassen und sie ohne Anklage beliebig festhalten, ohne Recht auf einen Anwalt.
- US-Bürger (oder jeden anderen Menschen) töten lassen, auch wenn keine klaren Belege für einen von dieser Person geplanten Anschlag vorhanden sind.
- Laut Gesetz für bestimmte Zwecke vorgesehene Gelder für andere Zwecke einsetzen (so hat Obama seine Gesundheitsreform "finanziert").
- Die Verwaltung anweisen so zu tun, als gäbe es ein Gesetz, welches es nicht gibt. Oder ein bestehendes Gesetz nach Belieben uminterpretieren oder missachten.

Im Grunde übt der US-Präsident inzwischen die alleinige Herrschaft aus, während das Parlament verblasst. Natürlich sind viele Parlamentarier mitschuld an dieser Entwicklung. Manche sprechen inzwischen von einem schlüsselfertigen totalitären Staat, einer "imperialen Präsidentschaft" oder von "über presidency". Der Rechtsprofessor Jonathan Turley, der auch vor dem US-Senat die Situation eingeordnet hat, findet folgende Worte: "What is truly sad is that if one of the greatest republics in history did die, it is not clear if anyone would even notice its passing." Die Amerikaner haben ihre Demokratie so wenig gelebt, dass sie ihnen nicht einmal fehlt.

http://jonathanturley.org/2014/07/28/...-debate-turns-to-immigration/

http://jonathanturley.org/2014/05/21/...ower-the-imperial-presidency/

Ähnliches passiert in der Türkei. In Russland ist man schon ziemlich weit. In der EU gibt es hinsichtlich des EZB-Präsidenten eine ähnliche Tendenz, wenn auch begrenzt auf Wirtschaft und Finanzen. Es ist ein weltweiter Trend zu mächtigen Präsidenten und in ihrer Bedeutung marginalisierten Parlamenten.  

37069 Postings, 3759 Tage Anti Lemming# 927 teils nicht ganz korrekt

 
  
    #112928
3
20.08.14 22:11
Evermore:

"Die US-Demokratie ist bald zu Ende ausgehöhlt. Der Präsident (also eine einzige Person) darf inzwischen oder tut es einfach:

- Kriege beginnen, ohne dass das Parlament konsultiert wird und mit Kosten in Milliardenhöhe ohne Parlamentsbeschluss fortführen."

-----------------

Tatsache ist, dass der US-Präsident Oberbefehlshaber der US-Armee ist und dieser fast beliebig Befehle erteilen darf, ohne davor zwingend das Parlament befragen zu müssen.

Quelle:

Der Präsident ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und auch der Nationalgarde der Bundesstaaten, sofern sich diese im Einsatz für den Bund befinden. Obwohl das Recht zur Kriegserklärung nach Artikel I Abschnitt 8 der Verfassung dem Kongress zusteht, kann der Präsident den Truppen selbständig nahezu alle Befehle erteilen, sofern er gewisse parlamentarische Kontrollrechte wahrt und nicht formal einen Krieg erklärt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Präsident_der_Vereinigten_Staaten
 

3702 Postings, 1300 Tage Evermore#112928 A.L.

 
  
    #112929
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20.08.14 23:48
Deswegen schrieb ich "darf inzwischen oder tut es einfach". Teils so, teils so. Ich weiß nicht ob die Verfassungsväter es wollten oder nicht (ich glaube nicht dass sie es wollten), aber es hat sich inzwischen so eingebürgert, dass der Präsident Kriege ohne das Parlament beginnt. Obama sagte im Libyen-Fall einfach, es sei gar kein Krieg, um die Kontrollrechte des Parlaments im weiteren Verlauf auszuhebeln. Gesetzlich vom Parlament erlaubt (aber mutmaßlich verfassungswidrig) ist zum Beispiel das Gefangennehmen und Festhalten von jedermann auf Anweisung des Präsidenten.  

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