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Die Klimaritter, eine antikapitalistische Revolte

Seite 1 von 27
neuester Beitrag: 29.05.17 16:42
eröffnet am: 01.05.16 00:56 von: lumpensamm. Anzahl Beiträge: 658
neuester Beitrag: 29.05.17 16:42 von: Rigomax Leser gesamt: 32717
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bewertet mit 14 Sternen

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8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerDie Klimaritter, eine antikapitalistische Revolte

 
  
    #1
14
01.05.16 00:56
Ich habe lange damit gerungen, dem Thema ein weiteres Forum zu geben. Einmal, weil ein Skeptiker oder Kritiker der ganzen Klimahysterie für gewöhnlich als Verschwörungstheoretiker abgestempelt oder gleich in eine rechte, wenn nicht noch dubiosere Ecke gestellt wird. Aber auch, weil das Thema in allen Foren und Facetten schon ausführlich diskutiert wird und ein Zugewinn an Erkenntnissen fast nicht mehr möglich ist.

Was mich letztendlich doch dazu bewegt hat, ist erstens die steigende Unverfrorenheit der AGW (Anthropogenous Global Warming) Protagonisten in dieser Debatte gerade in den letzten Jahren. Und es ist die kritiklose Akzeptanz der kontraproduktiven Maßnahmen, die auf Basis dieser Propaganda getroffen werden. Wie Lämmer werden wir hier zur Schlachtbank geführt und keiner murrt, weil keiner merkt, was wirklich geschieht: Der größte antidemokratische und antikapitalistische Coup seit der Nachkriegsordnung.

Für die Mehrheit dürfte das schwer vorstellbar sein, zumal alle Medien und alle politischen Parteien, und das sogar fast weltweit unisono meinen, dass die CO2 Emissionen unser Klima in einer für uns gefährlichen Art und Weise beeinflussen. Garniert wird diese Einstimmigkeit von einem breiten wissenschaftlichen Konsens (97% der Klimawissenschaftler bestätigen das).

Deshalb kann nur ein Narr sein, der hier dagegen hält. Nun ja, ich bin so ein Narr. Ich kann mittlerweile sogar verstehen, wie man mit dieser spin story so weit kommen kann. Wenn in unseren Schulen offiziell der Al Gore Film "Eine unbequeme Wahrheit", der mehr Lügen als Wahrheiten enthält (das IPCC selbst hat mit der bestätigten Unnachweisbarkeit der Zunahme von Extremwetterereignissen die meisten Hauptthesen des Films widerlegt), gezeigt werden darf, dann wird man quasi immunisiert gegen die AGW-Kritik. Wenn fast alle globalen Temperaturrohdaten geheim in den Händen der AGW Protagonisten (Nasa GISS - Hanssen bzw. Hadcrut - Phil Jones) sind, denen aber von den Medien uneingeschränktes Vertrauen entgegengebracht wird, obwohl die daraus errechneten historischen Temperaturen sich mit schöner Regelmäßigkeit und haarsträubenden Begründungen auf wundersame Weise nachträglich hin zu mehr Erwärmung ändern, dann ist es auch kein Wunder, dass wir glauben, die Erde könnte durch unser CO2 verglühen, wo doch schon vor Jahrmillionen das Zigfache an CO2 Konzentrationen herrschten, ohne dass genau das geschah, was wir jetzt erwarten. Also Hut ab! Es hat geklappt. Alle sind eingelullt und es wird bereits kräftig an der politischen Umsetzung gearbeitet.

Die wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen sind eigentlich leicht absehbar. Aber es stört offensichtlich niemanden, dass Kritiker der AGW Thesen mittlerweile nicht mehr nur beruflich sondern auch rechtlich belangt werden (Roger Pielke Jr. https://theclimatefix.wordpress.com/ oder Lennart Benngston http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/...-gwpf-aus-a-969382.html). Es stört auch niemanden, dass wir eine Energiepolitik aufsetzen, die uns erstens abhängig vom Ausland macht, mit der wir zweitens den zukünftigen Bedarf gar nicht mehr decken können und die drittens die Energiepreise steigen lassen wird, so dass große Teile der Bevölkerung deutliche Einschränkungen werden hinnehmen müssen. Und zu allerletzt stört es jemanden, dass selbst, wenn alles so wäre wie behauptet, gar keine Lösung zu dem Problem existiert. Denn wir erzeugen derzeit (und das schon trotz aller jüngsten Maßnahmen seit 20 Jahren konstant!) 13% der globalen Energie nicht fossil. Bis zum Jahr 2050 müsste dieser Wert bis auf 80% steigen, wenn wir die befürchtete Klimakatastrophe vermeiden wollten. Der Glaube macht sicher selig. Das Beste daran ist jedoch, dass auch den AGWlern dieses Dilemma bewusst ist und im Kleingedruckten ganz unverblümt von der notwendigen Transformation der Gesellschaft und Wirtschaft gesprochen wird. Also zurück in die Steinzeit!

SChließlich und gleichzeitig als Einstieg in den Zweifel will ich nur mal die globalen CO2 Emissionen direkt den vom IPCC (Basis = Hadcrut bzw. GISS) veröffentlichten globalen Temperaturen gegenüberstellen. Die einzelnen Phasen, in denen CO2 und Temperatur gleich- bzw. gegenläufig waren, habe ich farblich gekennzeichnet.

More to follow.
 
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632 Postings ausgeblendet.

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerPhantasien des Umweltbundesamtes

 
  
    #634
30.03.17 13:12

Die Chefin des UBA hat der Zeit ein Interview gegeben.

Auszüge:

Auf die Frage, ob es nicht unfair für Diesel-Autokäufer wäre, sie von Innenstädten auszusperren, antwortet sie. dass sie deren Wut verstehe und gibt den Herstellern die Schuld: "Die Automobilindustrie duckt sich weg. Ich finde es unerträglich, dass sie keinen Fonds auflegt und damit den Kommunen finanziell hilft, das Abgasproblem in den Innenstädten anzugehen. Die Hersteller haben den Städten schließlich das Problem mit der schlechten Luft maßgeblich mit eingebrockt."

Da stellen sich mir 2 Fragen: 1. Wieso sollen die Hersteller Schuld daran sein? Sie erfüllen ja die Feinstaubgrenzwerte, die der Staat definiert hat. Was sollen sie denn machen? Sie bieten ja bereits E-Autos an, nur will sie momentan keiner haben. Und selbst wenn, würden die Emissionen dadurch nicht sinken. 2. Was glaubt diese Dame, woher die Industrie das Geld für diesen Fonds nehmen wird? Magisch aus dem Ärmel schütteln? Irgendwie aus fiesen, kapitalistischen Geheimkonten abzweigen? Oder die einfachste Lösung: Sie wird es von den Kunden nehmen oder eben an Profitabilität einbüßen. Das heißt, ihr Dekret wird so oder so die Autokäufer treffen und zwar dreifach. Einmal durch das Einfahrverbot für die Autobesitzer, ein zweites Mal durch den sinkenden Wiederverkaufswert der betroffenen Autos und ein drittes Mal durch gestiegene Neuwagenpreise, sollte sie den Herstellern den Fonds aufbrummen, aus dem z.B. ein sinnvolles ÖPNV Netz das finanziert werden soll, was die ureigenste Aufgabe des Staates gewesen wäre, der aber seine Kohle lieber in sinnlosen Investments verballert. Dass Vertreter einer sozialistischen Planwirtschaft wie z.B. diese Dame in öffentlichen Ämtern sitzen, finde ich unerträglich.


"Zugleich subventioniert der Staat den Diesel mit sieben Milliarden Euro pro Jahr. Insgesamt haben wir rund 28 Milliarden Euro an umweltschädlichen Subventionen im Verkehr ausgemacht."

Das ist eine absolut irreführende und falsche Behauptung. Tatsächlich subventioniert der Staat hier gar nichts. Er zieht nur weniger Steuern bei Diesel ein als beim Benzin. Dafür erhebt er aber eine höhere Kfz-Steuer bei Dieselfahrzeugen. D.h. der Staat nimmt Steuern ein und fördert hier gar nichts. Die Spritsteuern betragen aktuell ca. 0,9 ? pro Liter Benzin und 0,7 ? pro Liter Diesel. In beiden Beträgen ist eine Ökosteuer von 0,15 ? enthalten, die u.a. der Staat dazu nutzen sollte, das ÖPNV auszubauen, was er aber nicht oder nur mangelhaft getan hat. Die Steuereinnahmen durch Kraftstoffe und KFZ-Steuer inkl. Umsatzsteuer betragen ca. 60 Milliarden Euro pro Jahr. Für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung werden aber nur ca. 26 Milliarden ausgegeben. Die restl. 34 Milliarden verballert der Staat z.B. für Ämter mit zweifelhaftem Sinn wie das UBA. Und jetzt will er die Wirtschaft für seine Ineffizienz und seine ideologischen Irrflüge auch noch zahlen lassen. Die 28 Milliarden umweltschädlichen Subventionen, von denen diese Dame hier öffentlich schwadroniert, hätte ich gerne aufgeschlüsselt. Es gibt keinerlei Beleg dafür. Ich sehe hier weder auf der Einnahmen- noch auf der Ausgabenseite des Bundes einen Beleg dafür. Pure Propaganda.

"Die Wirkung des Diesels für den Klimaschutz wird völlig überschätzt. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen der neu zugelassenen Diesel-Pkw in Deutschland liegen sogar leicht höher als die der Benziner. Der Anteil der Geländewagen und SUV ist enorm gestiegen. Die Autoindustrie nutzt den Diesel vor allem, um hochmotorisierte Autos im Markt zu halten. Das hat den CO2-Vorteil des Diesels komplett kompensiert. Der SUV-Boom beweist, dass die Dieselsubventionen falsch sind."

Das ist doch vollkommen klar. Hat man 2 Sorten Sprit und macht einen künstlich teurer, wird der zugunsten des anderen gemieden. Darunter sind dann auch viele Kunden, die sich eben deshalb ein paar mehr PS genehmigen. Was solls? Der Effekt ist im Konsum einer Marktwirtschaft immer zu beobachten. Effizienzsteigerungen bzw. Preissenkungen münden meist mengenmäßig in mehr Verbrauch. Es ist aber vollkommen hanebüchen, dass man durch eine steuerliche Gleichstellung von Benzin und Diesel die CO2 Emissionen senken würde. Die Zielkundschaft der PS-starken Mittelklasse-SUV würde dann wieder auf billigere Benziner mit niedrigerer Leistung aber max. gleichem Verbrauch umsteigen. Aber auch einige Vielfahrer würden dem Beispiel folgen. Damit würde man insgesamt deutlich mehr Sprit und damit auch mehr CO2 verbrauchen. Der typisch linke Neid ist da wohl eher Vater des Gedanken als die Logik.

"Wir brauchen eine Quote für Elektrofahrzeuge [und] eine staatliche Kaufprämie für Elektrofahrräder... Schon heute ist ein reines batterieelektrisches Auto gleichwertig mit einem Auto mit Dieselmotor und besser als eines mit Ottomotor ? selbst beim aktuellen Strommix mit hohem Kohleanteil. Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Elektromobilität über einen langen Zeitraum eingeführt wird. Selbst die angestrebten zwölf Millionen Elektroautos in 2030 machen nur ein gutes Viertel der heute in Deutschland zugelassenen Pkw aus. Bis dahin wird der Strommix deutlich klimafreundlicher sein als heute."

Da gibt sie zu, dass ein E-Mobil emissionstechnisch nur so gut wie ein Dieselauto ist und will die Quote plus eine Förderung der E-Fahrräder. In 2030 soll das anders sein, weil dann ja alles klimafreundlich sein wird. Aber auch das ist falsch. Bis dahin werden die restlichen Atomkraftwerke (mit Null Emissionen) abgeschaltet und stattdessen einige neue Gas- und Kohlekraftwerke gebaut. Sie kann froh sein, wenn sie durch Übergewichtung der teuren Gaskraftwerke den heutigen Level überhaupt halten kann. Das ist nichts als Propaganda für einen sinnlosen Aktivismus, um die Planwirtschaft zu rechtfertigen, von der sie wohl insgeheim träumt.

"ZEIT ONLINE: Warum sind die Biokraftstoffe, über die vor ein paar Jahren noch jeder sprach, heute gar kein Thema mehr?

Krautzberger: Wenn Sie aus Mais oder anderen Energiepflanzen Treibstoffe herstellen, dann ist die Ausbeute schlicht viel zu niedrig, um die Klimaziele zu erreichen. Und dass man für Kraftstoffe nicht extra Pflanzen anbauen sollte, sondern lediglich Reststoffe und Abfälle verwendet, versteht sich mittlerweile auch von selbst. ...  Im Übrigen tragen auch die Biokraftstoffe nicht zur Luftreinhaltung bei, es wird ja weiterhin Treibstoff in einem Motor verbrannt."

Nein, Frau Krautzberger, das versteht sich eben nicht von selbst! In Europa und USA glüht der Hype bei Pflanzen- und v.a. Maisanbau für Biokraftstoffe. Ebenso werden in Südamerika und v.a. Süd-Ostasien immer noch Regenwälder abgeholzt, um Palmölplantagen für Biodiesel zu pflanzen. In den USA und Europa werden bestehende Wälder, zum Teil in Naturschutzgebieten geschlagen, um Holzschipsel für die Stromerzeugung aus Biomasse in die Länder mit der höchsten Förderung (z.B. UK) zu verschiffen. Das ist die Realität, die ein Leiter des UBA anprangern müsste, aber gegen die man offensichtlich aus politischen Gründen nichts unternehmen will.

http://www.zeit.de/mobilitaet/2017-03/...industrie-maria-krautzberger

Der politische Aktivismus dieser Dame lässt sich m.E. nicht mit ihrem öffentlichen Amt vereinbaren. Ihre Vorschläge gehen sogar den Grünen zu weit.

 

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerE-Mobilität

 
  
    #635
2
31.03.17 09:16

Mehr oder weniger unabhängig von den Phantasien der planwirtschaftlichen Ökopolitik wird die E-Mobilität nun Schritt für Schritt kommen, weil die Autohersteller fast soweit sind, das auch umzusetzen. Die Schmerzen sind strategisch eingepreist und alle erhoffen sich, mit nem blauen Auge davonzukommen. Das wird zwar nicht funktionieren, aber das ist egal. Die Industrie ist kurz vor den Startlöchern und der Tanz kann in den nächsten Jahren losgehen, wie hier am Beispiel Daimler.

Der einzige, der nicht bereit ist, ist der, der schon seit Jahrzehnten am lautesten tönt - der Staat. Trotz der Steuerschwemme durch die Energiesteuer (früher Kraftstoffsteuer) und trotz der seit Jahrzehnten betriebenen Energiewende, hat er es nicht geschafft,

  • ein E-Tanknetz zu installieren (der Hauptgrund für die schlechte Akzeptanz)
  • sein Stromnetz kapazitiv auf die E-mobility vorzubereiten
  • den Strommix umweltfreundlicher zu gestalten

Ein Versagen auf kompletter Linie. In der Zeit, in der die Autoindustrie umstellt, gehen in Deutschland netto knapp 20 GW Leistung vom Netz und saubere Atomkraftwerke werden durch Kohle- und Gaskraftwerke ersetzt. Das einzige, was die Politik zustande brachte, ist das konstante Eigenlob für die katastrophale Energiewende.

Ich bin überzeugt, dass das Verbot für fossile Autos in irgendeiner Form kommen wird, sobald die Industrie komplett bereit ist. Die Politik wird sich ein weiteres Mal auf die Schulter klopfen. Die Stromkosten werden exorbitant steigen müssen, da die Kraftstoffsteuereinnahmen sukzessive kompensiert werden müssen. Das dürfte den Haushalten ohne Auto (in Großstädten) gar nicht schmecken. Und wenn entgegen des derzeitigen Trends die Akzeptanz der Stromer schneller zunimmt als gedacht, wird die Stromproduktion bei weitem nicht ausreichen, was den Marktpreis zusätzlich anheizen dürfte. Vielleicht nimmt man dann einfach wieder ein paar ausrangierte Braunkohlekraftwerke ans Netz, um am Ende mit Stromautos deutlich mehr Emissionen zu produzieren als mit fossilen. Das wäre konsequent.

 

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerWahrnehmung und Realität zur E-Mobilität

 
  
    #636
1
31.03.17 14:49
Symptomatisch für das Gap zwischen öffentlicher Wahrnehmung und der Realität ist dieser Testbericht eines vom Wissen unbefleckten SZ Schreiberlings (http://www.sueddeutsche.de/auto/...chts-ausser-reichweite-1.3438798). Neue Technologien zum Downsizing des Verbrennungsmotors hält er angesichts der anstehenden, emissionsfreien Elektrifizierung der Autos für unmodern. Warum ein E-Antrieb heute noch teurer ist, erschließt sich diesem Herrn auch nicht. Wahrscheinlich glaubt er, dass die Preise im Zentralkommittee festgesetzt werden.

Unabhängig vom Preis, ist der E-Motor tatsächlich moderner und sauberer?

1. Hintergrund
Der signifikante Unterschied ist die Energiequelle. Während der Verbrennungsmotor mit unmittelbar transportfähigen, veredelten Rohstoffen betrieben werden kann, ist der Elektromotor auf nicht unmittelbar transportfähige Energie (Strom) angewiesen. Ist der fossile Energieträger erst einmal erzeugt, kann er beliebig transportiert und gespeichert werden. Strom kann prinzipiell weder verlustfrei transportiert noch gespeichert werden. Strom ist auch eine Energieform, die natürlich nicht geerntet werden kann, sondern künstlich erzeugt werden muss. Dazu gibt es unterschiedliche Technologien wie fossile Verbrennung (Kohle, Gas, Holz, Öl), Kernspaltung, Wind und Solar. Fossile Stromerzeugung zum Antrieb eines Autos hat prinzipiell keinen Vorteil, da man den höheren Wirkungsgrad moderner Kraftwerke im Gesamtsystem durch zusätzliche Netzverluste, Batterie- und Motorverluste wieder auf in etwa den Wirkungsgrad des fossil betriebenen Autos herunterwirtschaftet. Wind und Solar haben zwar den Vorteil, dass sie für die Erzeugung selbst keine Rohstoffenergiequelle benötigen. Aber sie erzeugen vergleichsweise winzige Mengen an Strom und benötigen für ihre Herstellung selbst viel zu viel Energie. Der EROI ist hier um den Faktor 10-50 kleiner als bei fossilen Kraftwerken. Zusätzlich sind sie nicht grundlastfähig, d.h. der Strom kann nicht abgerufen werden, wenn er gebraucht wird. Mit zusätzlichen Speichern ist aber die Stromerzeugung weder energetisch noch kostenmäßig sinnvoll. Bliebe noch die Kernspaltung, die alle Zutaten hätte. Sie ist so sauber, ihr Träger so energiereich und reichlich vorhanden wie kein anderer Rohstoff. Aber die Technologie wurde in den letzten Jahrzehnten politisch tot geredet, obwohl kein realer Anlass dazu bestand. Das einzige Problem der Müllentsorgung könnte durch neue Reaktortypen fast auf Null reduziert werden. Aber leider wird diese Quelle politisch ausgeschlossen. Damit hat die Elektromobilität automatisch ein Problem. Sie muss mit dem ungünstigsten Mix aus fossilen Quellen und unzuverlässigen und deshalb teuren regenerativen Quellen ins Rennen gehen. Es ist deshalb auch abzusehen, dass die Mobilität dadurch weder günstiger noch umweltschonender werden wird.

2. Modernität
Der Verbrennungsmotor wurde 1859 in Form eines stationären 2-Takt-Gasmotors von Étienne Lenoir erfunden. Erst 3 Jahre später kam Karl Otto mit dem Viertaktbenzinmotor um die Ecke. Es vergingen noch ein paar Jahrzehnte, bis die erste Kutsche damit angetrieben war. Wie steht es um den Elektromotor? Diese "moderne" Erfindung erblickte schon 1832, also 30 Jahre vor dem Ottomotor das Licht der Welt. Es ist ein quasi emissionsfreier Motor mit gleichmäßigem Drehmoment, der aber vom Medium Strom abhängig ist. Er spielt seine Vorteile vor allem im stationären Bereich mit permanenter Stromversorgung aus. Wie oben geschildert, hat er im Gesamtsystem mit der Stromerzeugung betrachtet nicht zwingend Vorteile. Im nicht stationären Bereich hat sogar einen gravierenden Nachteil: Er muss einen teuren, schweren und nicht einfach nachfüllbaren und mit Energieverlust behafteten Speicher mit sich führen. Dieser Nachteil in Verbindung mit der ungünstigen Stromerzeugung bringt den an sich wirkungsgradmäßig weit überlegenen E-Motor soweit unter die Räder, dass er gerade noch mit seinem fossilen Pendant mithalten kann. Was daran modern sein soll, erschließt sich mir nicht, außer man nimmt an, Strom kommt aus der Steckdose und kostet weder Ressourcen noch Emissionen noch Geld.

3.Sauberer
In den beiden Abschnitte zuvor ist es ja schon angeklungen. Die Effizienz des E-Motors wird durch die ineffiziente Prozesskette von der Stromquelle bis zur Straße wieder zunichte gemacht. Dabei spielt auch der miserable EROI der regenerativen Energieträger mit hinein. Denn auch die Unmengen energieintensiven Betons sowie die Invests in den Grid, die ein Windrad mit rel. geringer Stromausbeute braucht, müssen hier mit eingerechnet werden. Bei den Solarmodulen ist dieses Verhältnis noch einmal deutlich schlechter. Worst case produziert ein Modul nur den Strom, den es für die Herstellung und Betrieb eines Moduls braucht, also null Nutzstrom. Sein Wirkungsgrad wäre damit auch Null. All das trägt dazu bei, dass am Ende der Strom mit max. 35% Wirkungsgrad bereitgestellt wird. Multipliziert man diesen Wert noch mit dem Wirkungsgrad des E-Motors und dem der Batterie, liegt man gerade einmal bei 25% und damit im Bereich des Verbrennungsmotors. Jetzt kommt es darauf an, wie stark fossile und v.a. Kohlekraftwerke an der Erzeugung beteiligt sind. Beim derzeitigen Mix und auf absehbare Zeit mit mehr als 40% Kohle- und Biomassestrom sind sicherlich keine Verbesserungen zu erwarten. In ferner Zukunft > 30 Jahre wird man vielleicht einmal nur noch Gaskraftwerke für die Grundlast und als Standbykapazität haben. Diese werden dann ergänzt durch riesige Mengen an Wind- und Solarkapazitäten. Da ist durchaus eine 50%-ige Einsparung der Emissionen zu erwarten, aber dann bedecken Windräder im Abstand von 1 km ganz Deutschland. Von den astronomischen Kosten gar nicht zu reden. Was helfen mir 50% Reduktion, wenn ich mir dadurch die Landschaft zupflastere und Energie für viele unbezahlbar wird?
 

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerPositives von der AGW Front

 
  
    #637
17.04.17 17:02

Einige der Protagonisten unter den AGW Klimawissenschaftlern (darunter das Schwergewicht Wigley) haben die aktuellen Szenarien und Planungen zur Dekarbonisierung untersucht und - man höre und staune - festgestellt, dass durch die Bank alle nicht realisierbar sind.

Sie haben 7 Kriterien festgelegt, die erfüllt sein müssen, um eine erfolgreiche Implementation zu gewährleisten. Die Szeanrien kammen von internationaen Thinktanks oder den einschlägigen NGOs wie Greenpeace und WWF.

Keines der Szenarien erfüllte alle 7 Kriterien. Das beste erzielte als einiges 4, der Rest lag zwischen 0 und 3,5. Sehr schön auch zu sehen, dass WWF und Greenpeace mit 0 Kriterien am Ende der an sich schon katastrophalen Liste stehen.

Obwohl die Autoren es offen lassen, ist es zum ersten Mal öffentlich, und noch dazu vom AGW Lager selbst bestätigt: Ohne Kernkraft keine Dekarbonisierung!

Ein sehr erfreulicher Schritt zurück in Richtung Realität.

Muss Mutti jetzt ne 180° Wende bei der Energiewende einlegen? Schön wärs.

 
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dekarb-szenarien.png

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerAnekdote aus der AGW Wissenschaft

 
  
    #638
2
24.04.17 11:46
Die Eisbärenpropaganda ist eine beliebte Masche der AGW Front, in der Bevölkerung zu punkten. Jetzt hat sich wieder mal einer der Protagonisten blamiert. Nachdem sich zum wiederholten Male in den letzten Monaten ein Eisbär in bewohntes Gebiet in Neufundland gewagt hatte, behauptete der "Eisbärforscher" Andrew Derocher, das würden wir zukünftig öfter sehen, weil das wenige Eis die armen Eisbären eben aufs Land zwingen würde.

Dumm nur, dass derzeit Neufundland und Labrador ähnlich wie Grönland unter rekordverdächtigen Eismengen leiden. Seine Twitterfollower machen sich zurecht lustig über diese Interpretation. Die ganze Story mit allen Daten und Links auf WUWT oder hier https://polarbearscience.com/2017/04/21/...bode-well-for-polar-bears/  
Angehängte Grafik:
eisb__r-derocher.jpg
eisb__r-derocher.jpg

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerQuintessenz vergessen

 
  
    #639
1
24.04.17 12:07
Der eigentliche Grund, wieso sich die Eisbären immer öfter in ländliche und bewohnte Gebiete wagen, ist deren steigende Population, was die AGW Katastrophenforscher natürlich gerne verschweigen. Allerdings steigt deren Population nicht wegen irgend eines Klimawandels sondern ganz trivial, weil deren Jagd in Nordamerika weitestgehend verboten wurde. Man mag es kaum glauben: Eisbären vermehren sich, wenn man sie nicht erschießt. Die bereits historisch widerlegte AGW These, Eisbären verschwänden mit dem Eis, klingt zwar viel besser in den Aktivistenohren und -kassen, verliert aber zunehmend an Grip.  

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerResumée

 
  
    #640
1
24.04.17 13:31
Jetzt könnte ich ein hunderte Seiten langes Resumée schreiben mit Belegen, Analysen und Schlussfolgerungen. Ich tue es aber nicht, weil ich schlicht zu faul dazu bin. Stattdessen schreibe ich kurz und knapp meine Meinung zu dem Thema.

Das CAGW ist ein politisch motiviertes Phänomen der Massenpsychose und Ideologisierung weiter Bereiche unserer Gesellschaft. Wissenschaftlich gibt es einen kleinen, wahren und unstrittigen Kern, nämlich dass der Mensch in gewissem Maße zur Erderwärmung beiträgt. So gut wie alles andere, was dem Klimawandel in den Rucksack gepackt wurde, ist überwiegend Unsinn und zum Teil sogar hochgradiger. Seien es der Grad der Erwärmung, deren Folgen oder die Mitigationsmaßnahmen gegen diese. Das meiste davon ist nicht nachweisbar, heillos übertrieben, einfach falsch, nicht realisierbar oder schlicht frei erfunden. Mit dem Siegel willfähriger und unfähiger Wissenschaftler ausgezeichnet wird eine Wahrheit suggeriert, die nicht da ist und angesichts der erfassten und erfassbaren Daten auch gar nicht da sein kann. Andererseits legen die vorhandenen Daten eine bei weitem kleinere Gefahr nahe, als uns weis gemacht werden will. Politiker und Medien nutzen diese willkürlich gezimmerte wissenschaftliche Basis als Ausgangspunkt für die Verbreitung der eigenen Ideologie. Unter den Trittbrettfahrern finden sich soylent Greens, Kommunisten, gemäßigte Linke, die Neocons oder auch die Kirche. Das Thema vereint viele Machtinteressen unter seinem Umhang und ist deshalb auch nicht zu unterschätzen, wenn es ihm an den Kragen geht.

Der Klimawandel, seine politische Manifestation sowie die Anhängerschaft gleichen einem religiösen Kult oder einer Ideologie, deren politische Äußerungen schon deutlich totalitäre Züge zeigen. Politisch ist sie eindeutig links zuhause. Die Schlagwörter eines starken Staates mit Regulierungen, die überwiegend danach trachten, den Kapitalismus einzudämmen, ergeben diese Ausrichtung quasi automatisch.

In diesem Kontext ist auch die historische Entwicklung des AGW Themas zu sehen. So wie seit der 68er Revolution zunächst schleichend, dann exponentiell ansteigend linke Ideen die Oberhand in der westlichen Politik gewannen, so fand dieser Kult den entsprechenden Nährboden, um überhaupt entstehen und verbreitet werden zu können. Und so, wie es die Linke gerade international mit ihrer identitären Masche vermasselt, so wird auch das AGW Thema an die Wand gefahren werden. Im steten Wandel zwischen Links und Rechts, Frau und Mann oder Staat und Individuum werden entweder dauerhafte Erfolge erzielt oder eben noch durchs Dorf getriebene Sauen werden geschlachtet. Dieses Schicksal dürfte auch dem Klimawandel blühen.

Mich interessiert schon seit geraumer Zeit mehr die politische Verankerung des Klimawandels als es das Thema an sich. Deshalb werde ich in Zukunft wohl überwiegend ein- oder zwei Ebenen höher posten.  

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerThese #1: Die grüne Linke ist die moderne Reaktion

 
  
    #641
24.04.17 15:06
Den meisten Menschen gelten die Grünen und die Teile der Linken, die sich den Umweltschutz ans Revers geheftet haben, als progressiv. Tatsächlich sind sie zutiefst reaktionär.

Als Einstieg ein Novo Lesetipp: Brendan O'Neill, Ökomodernismus, Wie aus Armutsbekämpfung Baumschutz wurde.

"Grünes Denken von der Begrenzung des Menschen durch die Natur steht im absoluten Widerspruch zu den Traditionen aufklärerischen und linken Denkens. Die Bekämpfung sozialer Probleme wird hintangestellt, kritisiert Brendan O?Neill. Das gilt auch für den Ökomodernismus

Umweltschützer werden von ihren Kritikern gerne ?Wassermelonen? genannt. Denn Umweltaktivisten seien außen grün, aber im Inneren rot. So erscheinen sie uns als fidele Ökofreaks, verbergen aber hinter ihrer Fassade einen politisch roten Kern. Sie planen den Umsturz des Kapitalismus und seine Ersetzung durch eine sozialistische Weltregierung. Meiner Meinung nach ist es das infantilste Argument, das solche Kritiker hervorbringen. Ich lehne den Begriff ?Wassermelone? aus zwei Gründen ab.

Zum einen schmeichelt er den Grünen. Es macht sie zu Revolutionären des 21. Jahrhunderts, die die Welt auf den Kopf zu stellen drohen. Nichts könnte von der Wahrheit weiter entfernt sein: Umweltschutz ist die konservativste Ideologie unserer Zeit. Er dämonisiert die Eroberung der Natur und predigt Selbstbeschränkung. Seine Parole lautet nicht ?Revolution?, sondern ?Vorsicht?. Sein Konservatismus äußert sich im ständigen Kampf gegen Veränderungen. Besonders erkennbar wird dies beim Kampf gegen den Klimawandel, aber auch beim Kampf gegen den wirtschaftlichen Wandel in Afrika, wo man stattdessen eine nachhaltige Entwicklung präferiert ? also Armut statt Industrialisierung.

Grüne sträuben sich auch gegen grundlegende Veränderungen im Westen, wo der Umweltschutz das Vorsorgeprinzip eingeführt hat, wo er die Kerntechnik-Revolution, die Gentechnik-Revolution und andere potentielle Fortschritte für die Menschheit behindert. Eine Bewegung, die so allergisch auf Veränderung reagiert, kann nicht im selben Atemzug mit Rot genannt werden. Radikale Linke haben eine Generalüberholung angestrebt, während die Grünen alles unter Kontrolle behalten wollen ? die menschliche Gier bändigen, die menschliche Wirtschaftsbetätigung zügeln und die menschliche Fortpflanzung begrenzen."

Den ganzen Artikel gibt's hier: https://www.novo-argumente.com/artikel/...ekaempfung_baumschutz_wurde
 

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerWarum EU und Medien abgewatscht werden

 
  
    #642
24.04.17 16:47
Der Politico Artikel zum Dieselskandal ist symptomatisch für die verkorkste Eigenwahrnehmung und die unheilige Allianz zwischen Medien und EU-Politik.

http://www.politico.eu/article/wie-man-es-sich-mit-juncker-verdirbt/

Natürlich ist es unschön, wenn ein Unternehmen Produkte herstellt, die die vorgeschriebenen Grenzwerte in der Praxis nicht erfüllen. Ist es deshalb zulässig, dass die EU Schadensersatz für die Verbraucher einfordert? Eine sehr viel verzwicktere Sache als es der Obrigkeitshuldigende Autor nahelegt.

Erstens ist es eine rechtliche Frage: Hat der Hersteller die Vorschriften tatsächlich rechtlich gebrochen. Mit den meisten Fahrzeugen ist das aufgrund des laschen EU-Testzyklusses und der Ausnahmeregelungen wohl eher nicht der Fall.

Zweitens ist es eine Zuständigkeitsfrage: Darf und muss die EU einschreiten, wenn entsprechende rechtliche Verfahren, die ja bereits laufen, noch gar nicht geklärt sind bzw. dem Angeklagten Recht geben. Und selbst wenn, wäre es fraglich, ob die 100%ige Nachbesserung der Produkte ohne Nachweis einer weiteren Schädigung wirklich Schadensersatz erzwingen könnte.

Drittens ist es eine Verantwortungsfrage: An den besagten Vorschriften waren beide Seiten (die EU und die Hersteller) beteiligt. Dass der nicht angeklagte Schuldige (EU), nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, hingeht und dem Angeklagten (VW) die gesamte Schuld zuschiebt und sich an dessem Schaden auch noch politisch bereichern will, ist nicht mehr anrüchig sondern eine Unverfrorenheit. Ich verstehe, dass sich Müller über dieses seltsame Gebaren beim Chef beschwert.

All dies erwähnt der Propagandaschreiber mit keinem Wort. Stattdessen wird der Angeklagte vom ersten Buchstaben an ohne jegliche Analyse und Begründung zur Schuld verdammt. Schlimmer, selbst das Recht, sich zu verteidigen und seine Interessen zu vertreten wird ihm implizit aberkannt. Im Gegensatz dazu erstrahlt der Herrscher Europas als guter Vater, den man mit so abstrusen Forderungen wie Prüfung von Zuständigkeiten und rechtlichen Grundlagen nicht behelligen dürfe. Selbstverständlich darf der Propagandaknecht das Urteil "Dummkopf" selbstgefällig fällen, ohne belangt zu werden.

Welch seltsame Art von Demokratieverständnis hier praktiziert wird, ist diesen Leuten gar nicht bewusst. Was sie damit langfristig bewirken, wohl auch nicht.  

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerDieselskandal mal wieder

 
  
    #643
26.04.17 11:41
Das Umweltbundesamt beschwert sich über den "schmutzigen" Diesel.

Demnach sind die Euro 5 Diesel mit dem 5-fachen NOx Ausstoß des zulässigen Grenzwertes das Schlusslicht in der Bewertung, also noch schlechter als die Euro 4 Diesel. Das ist auch logisch, denn NOx entsteht vornehmlich durch hohe Verbrennungstemperaturen. Seit der Einführung der Direkteinspritzer in den Neunziger Jahren steigen die Zünddrücke stetig, um eine höhere Effizienz zu erzielen. Mit den steigenden Zünddrücken gehen automatisch höhere Verbrennungstemperaturen einher. Somit ist es nicht verwunderlich, dass mit jeder Erhöhung der Euro Norm die NOx Werte in der Praxis zunehmen. Die Ausnahme bildet die Euro 6 Norm, bei der dann in der Praxis flächendeckend zusätzliche Speicherkatalaysatoren und/oder die SCR Technologie zum Einsatz kam. Deshalb sinkt ab da der praktische NOx Wert wieder etwas.

Das heißt, die zunehmenden Effizienz-, sprich CO2-Vorgaben führen direkt zu höheren NOx Emissionen. Dieses Dilemma ist auch nicht einfach auflösbar. Will man NOx verbannen, d.h. die Praxisemissionen auf den derzeitigen (oder zukünftig viell. noch niedrigeren) Grenzwert herunterprügeln, wird man zwangsläufig entweder deutliche Effizienzeinbußen oder ebenso deutliche Kostensteigerungen in Kauf nehmen müssen. Da nicht davon auszugehen ist, dass sich der grüne Wahn auf praktikable NOx- oder CO2 Werte einlassen wird, ist der Diesel mittel- und langfristig tot. Kein vernünftiger Manager wird unter diesen Voraussetzungen noch groß in die Technologie investieren. Insofern sieht man das Gerede von Diesel-Einfahrverboten in Städten in den Vorstandsetagen rel. gelassen. Man hat den Motor gedanklich bereits begraben, auch wenn er noch einige Jahre produziert werden wird. Dass damit die Emissionen nur von den Städten auf die Kraftwerksregionen verlagert werden und diese dann unter zusätzlichen Schwermetallemissionen (bei Kohle und Biomasse Kraftwerken) leiden werden, dürfte den Regulierern ziemlich egal sein.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/...el-stickoxid-aus-a-1144666.html

"Die gesamte deutsche Diesel-Flotte aus neueren und älteren Autos ist dem UBA zufolge viel schmutziger als angenommen. Bisher sei man davon ausgegangen, dass 2016 im Schnitt 575 Milligramm Stickoxide - auch NOx genannt - aus dem Auspuff kamen. Laut UBA waren es in Wirklichkeit durchschnittlich 767 Milligramm.

Gemessen wurden demnach unter anderem die Abgaswerte von 25 Diesel-Pkw der Euro-6-Norm und von 27 Euro-5-Modellen, und zwar unterschiedliche Fahrzeuggrößen vom Kleinwagen bis zum SUV-Geländewagen. "Die neuen Werte bilden die Diesel-Pkw-Emissionen in Deutschland repräsentativ ab", heißt es beim Umweltbundesamt.

Am schmutzigsten seien bei Einberechnung der Temperaturen Euro-5-Diesel mit einem NOx-Ausstoß von durchschnittlich 906 Milligramm pro Kilometer - das Fünffache des EU-Grenzwerts von 180 Milligramm. Euro-4-Diesel, für die ein Grenzwert von 250 Milligramm gilt, stoßen demnach im Schnitt 674 Milligramm Stickoxide aus."
 

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerThese #2: Die Reaktion fordert die Deutungshoheit

 
  
    #644
03.05.17 16:55
und schafft damit ein identitäres Klima. Öffentlich wird man zwar nicht müde, die  Rückwärtsgewandtheit oder den ungerechten Eigennutz politischer Gegner anzuprangern, in Wirklichkeit erzwingt ein breiter politischer Konsens in Politik und Gesellschaft einen Gruppenzwang, der automatisch Andersdenkende ausgrenzt. Davor ist auch kein liberaler oder progressiver Konsens gefeit. Dieser Automatismus entwächst mit der Zeit der Methodik und wird zum Selbstzweck, bis Argumente nicht mehr diskutiert werden müssen und alleine die Einordnung und damit Diskreditierung reicht, um Politik zu machen. Dieses Phänomen ist nicht nur in der modernen westlichen Politik im Allgemeinen sondern auch speziell in der Klimaszene zu beobachten. Den Politikern und Aktivisten ist nicht bewusst, dass sie dadurch die identitäre Gegenbewegung, die sie gerade kritisieren und stigmatisieren, erst schaffen oder zumindest befördern.

Den pseudoselbstkritischen Versuch eines di Lorenzo, das eigene identitäre Gehabe als übertriebene Political Correctness zu verharmlosen, kann man nur scheinheilig nennen, wenn im gleichen Atemzug der eigenen Ideologie widersprechende Fakten als Fake News und deren Urheber als Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt werden. Das ist Kuscheltotalitarismus. Das gilt auch, wenn man alibimäßig tatsächlich so ein armes Würstchen findet und ihn vor den Altar der Deutungshoheit zerrt, um eben diese zu belegen.

Mit Bezug auf die Klimadebatte sehe man sich den aktuellen Streit um den neuen Kolumnisten der NYT an. Die NYT, von jeher eine 100% Unterstützerin des AGW Kreuzzugs, hat es sich erlaubt, einen früheren Journalisten des WSJ als Kolumnisten einzustellen. Dummerweise steht dieser gute Mann (Bret Stephens) der AGW Sache insofern kritisch gegenüber, als er sie politisch motiviert und religiös ausgeprägt nennt.

Konsequenterweise hat er dieses Thema in seiner ersten Kolumne der NYT auch aufgegriffen, obwohl er ausdrücklich den tatsächlichen wissenschaftlichen Konsens bejaht und nur die als absolute Wahrheit verkauften Worst Case Annahmen und unzureichenden Modellergebnisse kritisiert.

Der Aufschrei unter den Klimarittern war riesig, der Weltuntergang nah. Bereits im Vorfeld hatten die Protagonisten versucht, die NYT zu überreden, diese Personalie noch einmal zu überdenken. Mit der Veröffentlichung der ersten Kolumne sah man das Ansinnen der Beeinflussung gescheitert und es hagelte öffentlich verkündete Abokündigungen der Katastrophenforscher und Aktivisten. Selbstverständlich waren darunter die Schwergewichte Mann und Rahmstorf. Letzterer hat seine Entscheidung auch in einem offenen Brief kund getan. Dabei wird er nicht müde, den kritischen Journalisten und in der Folge die NYT propagandistisch in eine düstere Ecke regressiver Dumpfbackenideologie zu stellen, mit der er nichts zu tun haben möchte. Seine eigene Position überhöht er gerne mittels seiner staatstragenden Beraterfunktion und willkürlich herausgepickter Daten, die mit der Sache gar nichts zu tun haben. Stattdessen will er das gesparte Geld jetzt in eine Propagandaseite stecken, die Fake News und Wahrheit weiterhin nach Alarmistengusto trennt.

Man lese die Kolumne (https://www.nytimes.com/2017/04/28/opinion/...te-certainty.html?_r=0) und danach den offenen Brief von Rahmstorf (https://www.desmogblog.com/2017/04/27/...te-denialist-bret-stephens).

Man reibt sich die Augen und fragt sich, wo der Bezug zwischen Kolumne und Abo-Kündigung ist. Klar, es ist die Person und die Tatsache, dass er nicht auf Katastrophenlinie ist! Indem Stephens die unterschlagene aber immanent vorhandene wissenschaftliche Unsicherheit der Alarmistenposition offenlegt, zweifelt er an deren selbst verliehener Deutungshoheit und wird damit zum Ketzer, den es auszuschalten gilt. Es bleibt zu hoffen, dass mehr Medien dem Beispiel der NYT folgen und den Mut finden, dem selbst ernannten Wahrheitskommittee politisierter Wissenschaftler zu widersprechen, auch wenn die bisher durch Kritiklosigkeit verhätschelte Aktivistenlobby öffentlichkeitswirksam droht. Wenn sich die Klimaritter dann freiwillig in eine immer engere Wagenburg zurückziehen und den tatsächlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Unsicherheiten mehr Raum lassen, umso besser!  

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerCO2 Emissionen EU & D stagnieren

 
  
    #645
1
05.05.17 22:23
Seit 2014 schaffen es weder Deutschland noch die EU, die CO2 Emissionen zu senken und das trotz zunehmender Kapazität der Erneuerbaren Energie. In Deutschland haben die CO2 Emissionen in 2016 sogar um 0,7% zugenommen.

"In 2016, carbon emissions dropped by 0.4 percent compared to 2015, Eurostat said in a press release. But in 2015, CO2 emissions had increased by 0.7 percent compared to 2014.

In other words, last year's CO2 emissions increased by 0.29 percent compared to 2014, which means that for the second consecutive year the EU's carbon emissions are higher than in 2014, albeit very slightly.

Within the EU, most of the CO2 is emitted by its largest member. Last year, Germany accounted for 22.9 percent of the EU's CO2 emissions. Germany's CO2 emissions had increased by 0.7 percent compared to the year before."

https://euobserver.com/environment/137777


 

14316 Postings, 3153 Tage Karlchen_VIch habe mir mal folgenden Spaß gemacht.

 
  
    #646
1
07.05.17 12:39
Es gibt ja mehrere Erneuerbare Energien Gesetze. Das erste war 2000, dann kamen 2004 und 2009. Dann habe ich mir den Treibhausgasanstoß angesehen - aber nicht wie üblich nackt, sondern bezogen auf das reale Bruttoinlandsprodukt. Ist klar: Je mehr produziert wird, je mehr Leute zur Arbeit fahren, je mehr Einwohner es gibt, die konsumieren - desto potentiell größer ist der CO2-Ausstoß. Nun kann man das alles in einen europäischen Vergleich stellen. Denn soviel Geld wie hierzulande wird wohl nirgendwo für die CO2-Minderung gelöhnt. Das Ergebnis ist allerdings ziemlich ernüchternd, denn Deutschland liegt bei der CO2-Minderung keineswegs im Spitzenfeld - eher trifft das Gegenteil zu. Fazit: riesige Abzocke.

 
Angehängte Grafik:
co2_zu_bip.jpg (verkleinert auf 67%) vergrößern
co2_zu_bip.jpg

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerEnergiewende und CO2 Intensität

 
  
    #647
16.05.17 13:56
Ich habe mal ein paar Daten von IEA, Eurostat und Electricitymap zusammengetragen, um die CO2-Intensität (CO2 Emission pro erzeugter kWh) in Abhängigkeit von den erneuerbaren Energieträgern aufzuzeigen. Das Resultat ist ernüchternd. Wie Karlchen oben schon gezeigt hat, befindet sich Deutschland trotz der weltweit einmaligen und größten Anstrengungen im unteren Drittel der verglichenen Länder in Europa.

Die grünen Balken repräsentieren den Anteil von Wind, Solar und Biomasse an der installierten Kapazität. Die Betrachtung ohne Hydro verdeutlicht, wer absichtlich in die Spinstory investiert.
Die rote Linie ist dann die CO2-Intensität, die so gut wie keine Korrelation (negativ) mit dem EE-Anteil nahelegt.

Da ich die Daten schon einmal hatte, war es ein Leichtes, den tatsächlichen Treiber für eine gelingende Energiewende aufzuzeigen. Die gelbe Linie markiert den Atom- und Hydroanteil an der Stromerzeugung. Hier sieht man sehr schön eine negative Korrelation. In Ländern mit hohem Atom- und Hydroanteil sinkt die CO2 Intensität und umgekehrt.

Die Korrelation zwischen EE-Anteil und Strompreisen ist auch schön zu sehen (hellblaue Linie). Viel EE -> teuer. Wenig EE -> billig

Fazit: Wind, Solar und Biomasse sind sinnlose Maßnahmen, um die CO2-Emissionen in den Griff zubekommen.Es gibt auf dieser Erde und auf absehbare Zeit trotz aller Propaganda nur 2 sinnvolle Maßnahmen gegen den CO2 Anstieg: Hydro und Atomkraft. Letztere auszuschließen, bedeutet automatisch, die Länder von der Energiewende auszuschließen, die die natürlichen Ressourcen für Hydrostromerzeugung nicht haben. Damit hätte, logisch betrachtet, Deutschland in 2011 mit dem Atomausstieg konsequenterweise auch die Energiewende beerdigen müssen. Leider war das Gegenteil der Fall und das zeugt entweder von grenzenloser Dummheit oder von einer krampfhaften Ideologiegetriebenheit der Entscheider oder von anderen Beweggründen wie z.B. Planwirtschaft durch verordnetes Wachstum auf Basis sinnfreier Technologie, die dann auch mit entsprechender Propaganda verbreitet werden muss.

Übrigens: An der CO2-Intensität wird sich auch mit stärker steigendem EE-Anteil nicht mehr viel ändern, da die verbleibene Atomkraft wegfällt und diese partiell mit fossilen Kraftwerken ersetzt werden muss. Das einzige was sich ändern wird, ist der Preis, der weiter steigen wird, da die EE den Markt noch stärker mit Strom fluten werden. Den werden die Norweger, Schweizer und Schweden weiterhin verwenden, um gegen Bezahlung ihre Pumpspeicher zu füllen, um daraus später wieder teuren Strom an die Dänen oder Deutschen zu verticken, wenn der Wind nicht weht. Damit fällt der Börsenpreis und die Differenz zwischen ihm und der Mindestvergütung für EE steigt weiter, was die EEG Umlage noch Jahrzehnte nach oben treiben wird. Vom notwendigen Netzausbau und Stromspeichern gar nicht zu reden.  
Angehängte Grafik:
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8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerNachtrag

 
  
    #648
16.05.17 14:01
Die rote gestrichelte Linie, die den deutschen Level markiert, ist mir oben etwas verrutscht, deswegen noch einmal die Grafik mit korrekter Position der Linie. Wie man sieht sind deutlich mehr Länder besser als wir, trotz niedrigerer EE-Investitionen.  
Angehängte Grafik:
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8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerIm Kontrast dazu die Subventionen für EE

 
  
    #649
16.05.17 16:44

Euan Mearns hat zu den EE schon einige Analysen angestellt.

Who leads the world in the fight against climate change?

What does it take to substitute 4 GtC using low-C electricity?

Decoupling wealth creation, energy consumption and CO2 emissions

Future Atmospheric CO2 Scenarios

The High Cost of Renewable Subsidies

Das angehängte Bild listet die Subventionen pro EE-kWh auf und entstammt dem letzten der obigen Links.

Der Punkt ist, die Top 5 der Subventionierer, die auch in der CO2 Intensitätsstudie behandelt werden (CZ, ITA, GER, GR, LETT), sind alle im letzten Drittel bei den CO2 Emissionen (siehe #648). Das heißt, EE bringt nicht nur so gut wie nix in Sachen CO2, sondern die Ineffizienz der Maßnahme nimmt mit steigenden Subventionen sogar noch zu.

 
Angehängte Grafik:
eu-ee-subsidies-permwh.png (verkleinert auf 74%) vergrößern
eu-ee-subsidies-permwh.png

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerUnd daran hat sich bis heute nichts geändert

 
  
    #650
16.05.17 17:11

Stand CO2-Sensitivität heute, 17:10 Uhr laut Rangliste auf Electricity Map

 
Angehängte Grafik:
rangliste-co2-sensitivit__t.png (verkleinert auf 45%) vergrößern
rangliste-co2-sensitivit__t.png

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerWas bedeutet das?

 
  
    #651
17.05.17 17:41

Weiter vorne im Thread hatte ich schon einmal die Studie des dänischen AGW-Gläubigen, Björn Lomborg, vorgestellt. Der hatte die 2015 in Paris beschlossenen Ziele untersucht und mittels der existierenden Klimamodelle deren Effekt berechnet.

Nach den Klimarittern und ihren Modellen soll sich die Erde bis zum Jahr um 4,5 Grad erwärmen, wenn wir nichts tun und unser böses CO2 wüten lassen. Nimmt man nun die Ziele aus Paris dazu, also die weitgehende Dekarbonisierung im Westen und die verschobene Dekarbonisierung der Schwellenländer, landet man bei sagenhaften 0,11 Grad Verbesserung, siehe Grafik.

Sieht man sich die Realität (siehe die vorhergehenden Postings) an, sind wir tatsächlich Lichtjahre von der Erreichung der vorgegebenen CO2 Ziele entfernt. D.h. der Temperatureffekt unserer CO2 Manie wird sogar theoretisch so gut wie Null sein. Praktisch wird er sowieso nicht messbar sein.

Energiewende: go go go!

 
Angehängte Grafik:
lomborg_-_paris_effekt.jpg (verkleinert auf 69%) vergrößern
lomborg_-_paris_effekt.jpg

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerE-Mobility / Diesel-Aus / Konsequenzen

 
  
    #652
1
18.05.17 12:55

Wie hier schon seit fast 2 Jahren prophezeit, ist der Dieselskandal der Initiator für das Diesel- Aus und der Turbo für die E-mobility. D.h. der Skandal ist nicht der Grund, aber gibt den Anstoß. Denn die E-mobility würde zwar auch so, alleine durch die CO2-Vorgaben aus EU und USA früher oder später kommen, aber die NOX-Problematik beschleunigt dies nun.

Jetzt verabschiedet sich Volvo konsequent und offiziell vom Diesel. Nachfolgegenerationen des aktuellen Motors werden nicht mehr entwickelt. Die anderen Hersteller haben ganz sicher dieselben Pläne, nur hat man es noch nicht offiziell so klar verkündet. Der Grund ist klar. Eine weitere Verschärfung der Nox-Emissionen macht den Diesel im Vergleich zum Benziner unverhältnismäßig teurer. Wenn dann noch die "Dieselsubventionen" wegfallen, würde definitv nur noch eine kleine eingeschworene Fangemeinde einen Diesel kaufen. Die zukünftigen CO2 Vorgaben killen jeglichen Verbrenner sowieso. Damit gibt es keine Grundlage mehr, Milliarden in eine Neuentwicklung zu investieren. Zunächst beim Diesel wegen Nox, etwas später beim Benziner wegen CO2.

Dieser Prozess setzt eine Lawine in Gang. Durch das Aus in der Entwicklung werden die Diesel allerspätestens gegen 2024 die EU und US-Vorgaben nicht mehr erfüllen, wahrscheinlich sogar deutlich früher (worst case schon 2019). Dann werden nur noch Benziner zum Verkauf stehen, die aber dummerweise aufgrund ihres höheren Verbrauchs mehr CO2 ausstoßen. Die CO2 Vorgaben verschärfen sich bis dahin aber auch. Das führt dazu, dass ab diesem kritischen Punkt max. noch Benzin-Hybrids und E-Autos zum Verkauf stehen werden, weil alles andere die Umweltvorgaben nicht mehr erfüllen wird. Da sich die Batterietechnologie gleichzeitig weiter entwickeln wird, werden mehr oder weniger schlagartig nur noch E-Autos verkauft werden.

In diese Kausalitätskette fügt man jetzt noch den Faktor Mensch und sein Kaufverhalten. Die ersten, ganz wenigen Käufer antizipieren das jetzt und halten sich bereits zurück. Die ganz große Masse ist aber immer noch skeptisch, was e-mobility anbelangt (siehe die schleppende Annahme der Förderung). Mit der Zeit wird der oben beschriebene Prozess durch weitere Nachrichtenschnipsel und öffentliche politische Diskussionen für die Bürger immer offensichtlicher. Mit steigender Transparenz wird sich die Einstellung der Käufer insofern ändern, dass sie sich der Entwicklung gar nicht entgegenstellen können (wenn sie nicht revoltieren). Die Kaufzurückhaltung anfangs bei Dieseln, später bei Benzinern wird dann immer stärker werden und etwas zeitversetzt werden immer mehr Käufer auf E-Fahrzeuge umsteigen, ob jetzt gefördert oder nicht. Das dürfte zu einem exponentiellen Anstieg des E-Fahrzeugabsatzes und einem massiven Absatzeinbruch bei Verbrennerfahrzeugen führen und zwar schon bevor die Grenzwerte überhaupt offiziell aktiviert sind. Direkt vor der Aktivierung kann es zwar noch einmal (je nach offizieller Regelung) einen kleinen Fossilhype geben, aber das ist nur das letzte Aufflackern vor dem Tod.

Das bedeutet aber auch, dass es erstens durch die Kaufzurückhaltung eine satte Delle inkl. Rezession geben wird und dass zweitens durch die zumindest anfangs teureren E-Fahrzeuge eine Marktverschiebung angestoßen wird. Deutsche Premiumhersteller dürften es schwerer haben, sich qualitativ so vom Rest abzusetzen, dass sie mit ihren höheren Preisen auch für die Mittelklasse interessant bleiben. Am anderen Ende wird es für europäische Hersteller noch schwieriger. Ein Peugeot/Opel wird sich noch schwerer von der viell. chinesischen Konkurrenz, die bereits seit langem intensiv an E-Fahrzeugen arbeitet und gezielt westliches Know How abgreift (Batterien der E-Fahrzeuge müssen aus chinesischer Produktion kommen), distanzieren können. D.h. zur Kaufzurückhaltung dürfte sich zeitversetzt der Marktverlust gesellen. Die Zwanziger Jahre dürften somit von einem großen wirtschaftlichen Umbruch in Deutschland gekennzeichnet sein. Ich schätze, dass der Westen seine wirtschaftliche Vormachtstellung bis 2030 komplett an China abgegeben haben wird. Zuerst dürfte es die EU erwischen, danach erst wegen der Sogwirkung der Leitwährung Dollar die USA.

Ach ja, fast vergessen. Sollte irgendwann in diesem Prozess offensichtlich werden, dass die ganze Aufregung ums Klima unbegründet war und die E-mobility diesbzgl. auch gar nichts gebracht hätte, dürfte die Empörung groß sein. Die x Millionen Arbeitslosen würden dann wahrscheinlich nicht soweit differenzieren, dass die asiatische Machtübernahme auch ohne diese spinstory gekommen wäre. Damit könnte diese grüne Revolution dasselbe Schicksal ereilen wie viele andere in der Geschichte zuvor.

 

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerThese #3 Die Postmoderne ist die linke Stallphase

 
  
    #653
1
22.05.17 13:03
Die sogenannte Postmoderne ist nichts anderes als eine Verkleidung einer überwiegend linken Politik. Sie gibt vor, sich mittels der Integration konservativer Sprengsel in ihre Politik überparteilich der Realität anzunehmen. Nichts könnte weiter weg von der Wahrheit sein als das. Weil die Realität eben nicht Pate steht, hat man es zwangsläufig zunehmend mit Propaganda zu tun, um diese Politik an den Mann zu bringen. Der quasi (noch) nicht existenten Opposition, die plötzlich - ungelenk, weil der öffentliche Support und der der Medien fehlt - in dasselbe Horn bläst, werden dann fake news und alternative Fakten vorgeworfen.

Merkel ist der Prototyp dieser Politik. Mit der Übernahme überwiegend linker Positionen und mit dem ebenso vehementen Eintreten für einige konservative, aber meist nur moralinduzierte Ideale gibt sie vor, über Parteigrenzen hinweg Realpolitik zu machen. Da sie damit dem Zeitgeist entspricht, wird ihr das emotional auch abgenommen. Analytisch betrachtet liegt sie jedoch bei so gut wie allen zentralen und epochalen Entscheidungen fundamental falsch. Ob nun in der Schuldenpolitik, in der sie entgegen aller Vernunft aufgrund falscher Moralvorstellungen die Griechen am Nasenring durch die Arena ziehen lässt oder in der Energiepoiltik, wo sie auf mehr als unsicherer Faktenlage eine physikalisch sinnlose aber ideologisch motivierte Energiewende forciert und weder die eigenen Ziele erreicht noch sonst irgend eine Verbesserung erzielt oder in der Außenpolitik, wo sie das Russenbashing der US-Demokraten und Neocons willfährig und zu unseren Lasten mitmacht, überall tappst sie treffsicher ins Versagernäpfchen. Selbst in der Flüchtlingspolitik und selbst wenn man dem humanitären Impuls folgen will, war ihre Politik ein Offenbarungseid populistischer Planlosigkeit. Nachdem sie sich jahrelang einer aktiven Flüchtlingspolitik verweigert und das Asylrecht verschärft hat, öffnet sie plötzlich und ohne Konsultation der europäischen Partner willenlos die Grenzen, als ihr die eigene Politik und Popularität vor die Füße fällt.

Es wäre allerdings übertrieben und falsch, es an der Person festzumachen. Denn dieses Phänomen betrifft fast den ganzen Westen. Die Politik ist letzten Endes nur Handlanger des Zeitgeistes und damit unserer Wünsche, auch wenn diese von politischer Propaganda teils gesteuert sind. Dieses Chaos als erfolgreiche Realpolitik verkaufen zu können, ist eigentlich ein starkes Stück, aber da es der Wille eines großen Teils des Volkes ist, auch logisch.

Die Postmoderne ist, von den Personen einmal abgesehen vor allem ein Wendepunkt. Nach jahrzehntelangem Aufstieg der linken Politik, haben sich ihre zentralen Thesen tief und breit in der Bevölkerung verankert. Keine Partei, egal mit welchem Buchstaben sie anfängt, wagt es mehr, eine "unsoziale" oder "ungerechte" Politik zu machen. Einzig, wenn es ans Eingemachte geht, schließen die gutmütigen Sozialisten ihr Herz und ihre Geldbeutel. Die Postmoderne ist nichts anderes als die Eroberung der Realpolitik durch linke Ideale mit der Tendenz, einen Richtungswechsel einzuleiten. Da weitestgehend bereits alles realisiert ist, was halbwegs links Sinn macht, bleiben fast ausnahmslos nur noch sinnlose Ideologiekonstrukte wie die Fortschrittsverweigerung durch eine seltsam reaktionäre Bio-Ideologie (i.e. Klimapolitik, Gentechnik) bzw. Nebenkriegsschauplätze wie die Genderpolitik für eine moderne politische Agenda übrig.

Der lange Steigflug der Linken geht mit der Postmoderne in den Stall über. Diesem folgt das Trudeln und am Ende der jähe Fall. Das dürften wir in den nächsten 10-15 Jahren sehen. Und zwar in allen Bereichen, ob nun wirtschaftlich, umwelt-, energie-, oder außenpolitisch. Die Rückabwicklung steht am Horizont. Dabei wird wahrscheinlich, wie so oft bei großen Umbrüchen, das Kind mit dem Badewasser ausgeschüttet werden. Revolution und Konterrevolution dürften sich somit die Hände reichen.  

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerFortschrittsverweigerung

 
  
    #654
1
22.05.17 17:48
Im Bild dargestellt einige Schlüsseltechnologien mit ihrer historischen Entwicklung im Westen, speziell in Deutschland. Die Dampfmaschine ist, wie man sieht, durch die Elektrifizierung und den Verbrennungsmotor ersetzt worden. Das ist sozusagen die natürliche Auslese des Fortschritts. Man erkennt auch, wie innerhalb weniger Jahrzehnte immer wieder neue Schlüsseltechnologien auftauchen. Erstmals in unserer jungen Geschichte moderner Technologien steuern wir seit Ende des letzten Jahrhunderts getrieben von falschen Dogmen der Umweltpolitik den technologischen Fortschritt. Wir stufen - weitestgehend ohne Wissen darüber - bestimmte Technologien wie die Kernkraft oder die Gentechnik als gefährlich ein und beenden damit bewusst den Fortschritt an dieser Stelle.

Stattdessen setzen wir auf nostalgisch verklärte Technologien wie Sonne, Windkraft, oder die Verbrennung von Holz, die alleine von der Physik und den Gegebenheiten auf der Erde her nicht geeignet sind, moderne Gesellschaften der Zukunft mit ausreichend Energie zu versorgen. Wer sich technologisch so ins Abseits manövriert, muss sich nicht wundern, wenn er auch dort landet.

M.E. gibt es zwei Initiatoren der grassierenden Fortschrittsverweigerung im Westen und speziell in Deutschland. Zum Einen ist es die Versicherungsmentalität von Wohlstandsgesellschaften. Risiken werden nicht mehr eingegangen, stattdessen will man den bequemen Status Quo erhalten. Verunsichert von den haltlosen Drohungen aus einer bestimmten politischen Ecke (der 2. Initiator) und ermutigt davon, dass jahrzehntelanges Eindämmen des Fortschritts folgenlos blieben, trampelt man die Pflanzen der Zukunft nieder und sieht damit seine eigene Gesundheit oder die des Nachwuchses gesichert. Dass, wenn die Renaissance der alten Technologien vorüber ist (woran man sogar ebenso aktiv arbeitet), kein adäquater Ersatz da sein wird, wird geflissentlich übersehen. Die paar Windturbinenbauer werden's nicht reißen. PV ist sowieso schon in chinesischer Hand. Bei New Nuclear sind sie grade dabei, die Führung zu übernehmen. Aber wir werden in 15 Jahren bestimmt stolz sein, nachhaltig untergegangen zu sein.  
Angehängte Grafik:
fortschrittsverweigerung.jpg (verkleinert auf 52%) vergrößern
fortschrittsverweigerung.jpg

11137 Postings, 6296 Tage TimchenKretschmann konnte dies verständlicher ausdrücken

 
  
    #655
1
23.05.17 06:55
"privat brauch i a gscheits Auto"
zu der Frage, warum er einen Diesel fährt.
-----------
Ein Optimist kauft Gold und Silber, ein Pessimist Konserven.

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerEin Penis-Schenkelklopfer

 
  
    #656
2
23.05.17 10:05

Als hätte #653 eine Bestätigung gesucht, blamiert sich die Sozialwissenschaft der Postmoderne gerade bis auf die Knochen.

Zwei Amerikaner, Philosophieprofessor und Mathematikdoktorand ihres Zeichens, verfassen absichtlich ein Fake-Papier über den Penis als Konzept hinter allem Schlechtem, in das sie teilweise mit Hilfe eines online Bullshit-Generators jede Menge postmodernen Gender- und teils Klimawandelquark einbauen und schicken das Ganze an ein wissenschaftliches Journal, das den Mist tatsächlich veröffentlicht. Dabei versichern die Autoren, das Papier so geschrieben zu haben, dass sie es selbst nicht verstehen. Sie haben dabei auch absichtlich wissenschaftliche Kardinalsfehler eingebaut - z.B. Quellen falsch zitiert und beleidigende Formulierungen oder einfach sich selbst widersprechende Wortkonstrukte wie "prepostpatriarchal" verwendet . Einzige Voraussetzung war, dass die Formulierungen ein bestimmtes Genderklischee (Männer sind schlecht und gewalttätig) suggerieren. Hier ein Auszug, wo dem Penis u.a. die Verantwortung für den Klimawandel angedichtet wird:

"We conclude that penises are not best understood as the male sexual organ, or as a male reproductive organ, but instead as an enacted social construct that is both damaging and problematic for society and future generations. The conceptual penis presents significant problems for gender identity and reproductive identity within social and family dynamics, is exclusionary to disenfranchised communities based upon gender or reproductive identity, is an enduring source of abuse for women and other gender-marginalized groups and individuals, is the universal performative source of rape, and is the conceptual driver behind much of climate change."

Um die Peinlichkeit zu toppen, wurde das Papier vor der Veröffentlichung einem Peer Review Prozess durch Fachwissenschaftler unterzogen. Diese forderten sogar Korrekturen, die die Autoren dazu benutzten, noch extremeren Bullshit einzubauen, wie z.B. Schwanzlängenwettbewerbe (explizit so genannt) als Belege für ihre Thesen.

Das passt nicht nur zur Diskussion um die Postmoderne als surrealen Overkill einer auslaufenden linken Bewegung sondern auch zur nächsten meiner Thesen, in der es um die Geschlechter gehen wird.

Die Geschichte dazu sowie das Papier selbst findet man hier: http://www.skeptic.com/reading_room/...-style-hoax-on-gender-studies/

Zum Wegwerfen fand ich auch das hier:

"The penis should not be understood as an honest expression of the performer?s intent should it be presented in a performance of masculinity or hypermasculinity. Thus, the isomorphism between the conceptual penis and what?s referred to throughout discursive feminist literature as ?toxic hypermasculinity,? is one defined upon a vector of male cultural machismo braggadocio, with the conceptual penis playing the roles of subject, object, and verb of action. The result of this trichotomy of roles is to place hypermasculine men both within and outside of competing discourses whose dynamics, as seen via post-structuralist discourse analysis, enact a systematic interplay of power in which hypermasculine men use the conceptual penis to move themselves from powerless subject positions to powerful ones (confer: Foucault, 1972). "

 

8916 Postings, 4748 Tage lumpensammlerWie der Postmodernismus die Aufklärung abwickelt

 
  
    #657
1
23.05.17 13:24
"Viele ?linke? Akademiker und Aktivisten sind vom Postmodernismus geprägt. Dessen Ablehnung von Wissenschaft, Vernunft und Freiheit ist jedoch alles andere als progressiv.

Der Postmodernismus stellt eine Bedrohung dar. Nicht nur für die liberale Demokratie, sondern für die Moderne selbst. Es mag eine gewagte Behauptung sein, aber im Postmodernismus stecken eine Vielzahl von Ideen und Werten, die über akademische Sphären hinaus in der westlichen Welt eine große kulturelle Wirkung entfaltet haben. Die irrationalen und identitären ?Symptome? des Postmodernismus sind leicht zu erkennen und werden vielfach kritisiert, das ihm zugrundeliegende Ethos wird jedoch häufig verkannt. Das liegt teilweise daran, dass Postmodernisten sich selten klar ausdrücken. Teilweise liegt es auch an der inhärenten Widersprüchlichkeit einer Denkweise, welche die Existenz objektiver Wahrheiten leugnet. ..."

Den ganzen Beitrag auf Novo lesen:
https://www.novo-argumente.com/artikel/...s_die_aufklaerung_abwickelt
 

7825 Postings, 5190 Tage RigomaxErgänzung zu #656 - FAZ bringt Interview

 
  
    #658
29.05.17 16:42
mit einem der beiden Autoren des "wissenschaftlichen" Artikels:
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/...ift-15034229.html
Da erfährt man allerlei darüber, welche Art von Unsinn man schreiben muss, um dann durch eine Publikation "wissenschaftlich geadelt" zu werden:
"Unser Eindruck war, dass in den Gender Studies oft überkomplizierte Wörter verwendet werden und eine starke moralische Voreingenommenheit besteht, die Männlichkeit oft als Wurzel allen Übels betrachtet. Und dass es Beiträge mit dieser Wortwahl und Voreingenommenheit ziemlich leicht haben. Also sagte ich, zunächst nur im Scherz: Lass uns einfach einen Artikel schreiben und argumentieren, dass Penisse eigentlich gar nicht existieren, aber trotzdem die Ursache vieler Probleme sind. Peter sagte: ja, zum Beispiel des Klimawandels. "

Der Artikel wurde am 17. April 2017 bei "cogent social sciences" eingereicht, am 11. Mai angenommen und am 19. Mai veröffentlicht. Wer ihn sich in seiner ganzen Schönheit (auf englisch und mit allerlei neu erfundenen Fachbegriffen) antun will, der findet ihn hier:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/...y%2C_Boyle%29.pdf
Die Sache mit dem Klimawandel liest sich so:
"Climate  change is driven by nothing more than it is by certain damaging themes in hypermasculinity that can be best understood via the dominant rapacious approach to climate ecology identifiable with the conceptual penis. "
Am 23. Mai wurde der Artikel von "cogent social sciences" zurückgezogen, nachdem die Autoren ihn selbst als Hoax bezeichnet hatten:
https://www.cogentoa.com/article/10.1080/23311886.2017.1330439
Wie geht man mit so einer peinlichen Angelegenheit um? Erstmal so:
"The article was received by a Senior Editor and sent out for peer review as is standard. Two reviewers agreed to review the paper and it was accepted with no changes by one reviewer, and with minor amends by the other. On investigation, although the two reviewers had relevant research interests, their expertise did not fully align with this subject matter and we do not believe that they were the right choice to review this paper. "
Dem letzten Satz kann man wohl kaum widersprechen ... .


 

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