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Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Seite 1 von 1266
neuester Beitrag: 26.01.15 06:40
eröffnet am: 04.11.12 14:16 von: permanent Anzahl Beiträge: 31637
neuester Beitrag: 26.01.15 06:40 von: Anti Lemmin. Leser gesamt: 2042771
davon Heute: 2558
bewertet mit 82 Sternen

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20752 Postings, 4082 Tage permanentÖkonomen streiten über Verteilungsfrage

 
  
    #1
82
04.11.12 14:16
Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind

... (automatisch gekürzt) ...

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html

Moderation
Moderator: ksu
Zeitpunkt: 06.10.14 08:32
Aktionen: Kürzung des Postings, Threadtitel trotzdem anzeigen
Kommentar: Urheberrechtsverletzung, ggf. Link-Einfügen nutzen
Original-Link: http://www.handelsblatt.com/politik/...gsfrage/7328592.html

 
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31611 Postings ausgeblendet.

5447 Postings, 2263 Tage daiphong"Russische Luftwaffe fliegt Scheinangriffe

 
  
    #31613
24.01.15 18:42
gegen Nato-Staaten

...Sie rasten mit hoher Geschwindigkeit auf die Nato-Grenze zu, drehten erst in letzter Minute ab oder verletzten gar für kurze Zeit den Nato-Luftraum.  2014 stiegen 150-mal Jagdflugzeuge der Nato im Baltikum auf, um russische Militärjets abzufangen. Damit solche Situationen militärisch nicht eskalieren, sprach sich der Nato-Oberbefehlshaber in Europa, General Philip Breedlove, für die Wiedereinrichtung eines "Roten Telefons" mit dem russischen Generalstab in Moskau aus."   spiegel  

5447 Postings, 2263 Tage daiphongProrussische Armee bekennt sich

 
  
    #31614
24.01.15 18:52
Großoffensive auf Mariupol hat begonnen

27 Tote und fast 100 Verletzte ist die bisherige Bilanz einen Raketenangriffs auf die ukrainische Hafenstadt Mariupol. Zu dem Angriff bekennen sich die prorussischen Separatisten, die damit eine Großoffensive begannen. Die Regierung in Kiew ruft die UN um Hilfe.
 

14244 Postings, 3114 Tage Malko07Für uns geht es primär nicht darum wie

 
  
    #31615
11
24.01.15 18:57
Russland tickt. Es wird nämlich nicht von uns unterstützt sondern mit einem Wirtschaftskrieg und einem heißen Stellvertreterkrieg durch uns belegt.

Kein Zweifel, Russland wird von einem autokratischen System regiert, weitab jedweder echter Demokratie. Trotzdem ist Russland ein mächtiger Staat und dies sollten wir nicht negieren und mit seiner Führung einen unsinnigen Kasperletheater veranstalten. Immerhin haben wir mit vielen Staaten gute Beziehungen gegenüber der das russische System richtig menschenfreundlich ist. Und klar spielt die russische Führung mit dem Nationalismus, der manchmal auch faschistische Züge kennt. Und es gibt starke faschistische Organisationen in Russland, sie sind allerdings nicht an der Macht beteiligt - noch nicht. Aber eventuell schafft das unser Wirtschaftskrieg auch noch. Viele wollen Putin weghaben und sehen aber nicht was dann drohen könnte.

Viel wichtiger für uns ist wie die Ukraine tickt. Wir sehen sie immerhin als Partner an und finanzieren sie - auch den Krieg. Und wenn schon mit menschlichen Werten argumentiert wird, muss es auch zulässig sein sie gegenüber Partner abzumessen, gerade gegenüber Partner. Und da muss man Schreckliches feststellen. Die Korruption liegt in der Ukraine weit vor Russland (Transparency International), ja sie liegt weltweit mit an der Spitze. Unter derartigen Verhältnissen ist eine Demokratie unmöglich - da dürfen noch sooft Scheinwahlen stattfinden. Bis zum Maidan haben nur korrupte Oligarchen, die jeweils unter wechselnden Fahnen segelten, das Land ruiniert. Nach dem Maidan wurden führende Personen der vorher in der Opposition befindlichen faschistischen Organisationen auf wichtige Posten des Machtapparats gehievt. Faschistische bewaffnete Banden durften gegen ihre Landsleute im Osten der Ukraine ziehen. Die offizielle Armee hatte man anfänglich nicht richtig im Griff. Auch heute funktioniert sie nicht so toll. Deshalb sind die vielen Privatarmeen im Einsatz. Militärisch war der Krieg gegen die Aufständischen im Osten bis jetzt nicht erfolgreich. Er hat es aber geschafft die zivilen Infrastrukturen dort weitgehend zu zerstören und hunderttausende Menschen nach Russland zu vertreiben. Und Märchen sollte man nicht erzählen. Es war Kiew, das ohne Verhandlungsversuche, gegen den Osten des eigenen Landes in den Krieg gezogen ist und nicht umgekehrt und damit das Militärische in der Ostukraine so richtig schön gefördert hat.

Manche meinen der Konflikt hätte auf der Krim begonnen und ignorieren den Sonderstatus den die Krim immer hatte und den Willen der dortigen Einwohner im Angesicht des Putsches in Kiew. Wenn man allerdings der Meinung ist, Russland hätte sich die Krim militärisch unter den Nagel gerissen, muss man gegen Russland in den Krieg ziehen und nicht gegen die eigene Bevölkerung in der Ostukraine. Mit Letzteren hätte man verhandeln müssen, so wie mit anderen Regionen auch. Es ist nämlich nicht so, dass es in der Ukraine nur das Problem der russischen Minderheit gäbe. Nur etwas Geduld, die anderen werden sich auch noch melden.

Zu glauben man könnte irgendetwas Positives erreichen in dem man die russische Führung wie kleine Kinder behandelt ist eine große Illusion. Kein Zweifel, Russland ist in der Ostukraine involviert. Und Russland wird die russische Minderheit auch nicht den Faschisten aus Kiew überlassen. Und dazu braucht es die angeblich immer wie Geister erscheinenden und wieder verschwindenden russischen Armeen in der Ostukraine nicht. Die Art der Kriegsführung seitens Kiew gegen die eigene Bevölkerung sorgt für hoch motivierten Nachschub. Dagegen kommen Mottoradgangs und Zwangsrekrutierte in der ukrainischen Armee nicht mit. Und sicherlich bekommen die Aufständischen Ausbildung in Russland und auch Waffen und aufklärerische Unterstützung. Aber an eigenen Kämpfer fehlt es nicht, trotz freiwilligen Russen. Was Kiew veranstaltet entspricht der fatalen Vorgehensweise der USA in Vietnam. Dort wurden sie von den Vietcong und den Vietminh hinaus geprügelt. Und sicherlich wurden diese mit Waffen hauptsächlich aus China unterstützt. Und sollten die Aufständischen in der Ostukraine so stark unter Druck geraten, dass ihnen die Niederlage droht wird Russland massiv und direkt eingreifen müssen und das auch tun. Würden die russische Führung das nicht tun wäre sie gefährdeter als wie sie durch den Wirtschaftskrieg jemals werden könnte.

Wie die "normale" Entwicklung, im Angesicht des Verhalten des Westen, laufen wird habe ich schon vor einigen Monaten skizziert. Wenn wir nicht zu echten Verhandlungen bereit sind, wird die Ukraine verdammt klein werden. Werden wir aber trotzdem akzeptieren müssen und unser Ruf wird in Ost- und Südosteuropa über Jahrzehnte ruiniert sein und Westeuropa wird einen Haufen Arbeitslose mehr haben. Klar wird das auch Russland schwächen und nicht die USA. Das Vasallentum ist eigentlich nie eine empfehlenswerte Position.  

5447 Postings, 2263 Tage daiphongauf einem Markt inmitten eines Wohnviertels der

 
  
    #31616
24.01.15 19:07
500.000 Einwohner-Stadt waren die Raketen eingeschlagen.

Dies sei der Beginn der seit längerem angekündigten Großoffensive zur Eroberung Mariupols und anderer Gebiete in Ostukraine gewesen. "Wir werden eine Offensive in der gesamten Region starten", sagte Separatistenführer Alexander Sachartschenko.
Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministers Stepan Poltorak brachten die Rebellen rund um die Stadt Raketenwerfer in Stellung.

Zunächst wiesen die Separatisten die Anschuldigungen zurück. Ihre Kämpfer hätten Mariupol nicht beschossen und schon gar keine Wohnviertel, berichtete die Nachrichtenagentur der selbstproklamierten "Volksrepublik Donezk" unter Berufung auf einen "Militärvertreter" der Separatisten. Er sprach stattdessen von einer "Provokation" ukrainischer Sicherheitskräfte.
 

14244 Postings, 3114 Tage Malko07#31613: Das gab es im kalten Krieg

 
  
    #31617
5
24.01.15 19:09
laufend - von beiden Seiten. Und wir strengen uns ja an, einen erneuten kalten Krieg ans Laufen zu bringen. Sollten wir uns also nicht über die Folgen beschweren.

Ansonsten ist dieses Kapitel auch mit starker Propaganda beaufschlagt. So wurde vor etlichen Monaten der internationale Luftraum zum europäischen Luftraum und man tat so als ob die russische Marine sich nicht in internationalen Gewässer bewegen dürfte. Vor der Krise war das allerdings nie ein Problem gewesen.  

34060 Postings, 5569 Tage KickyLybien--ein einziges Chaos-zerfällt in 2 Teile

 
  
    #31618
6
24.01.15 19:51
wie war das noch als man so Hand in Hand Sarkozi,die Franzosen vorne weg,die Nato inspiriert von USA auf der Jagd nach Gaddafi im Jahr 2011 bombardierte und schliesslich Gaddafi unwürdig ermordete...was hat man nun erreicht?

.... ?Eigentlich hatte die Nato im März 2011 ja in Libyen interveniert, damit aus Bengasi kein zweites Beirut wird?, sagt Jaouda  fassungslos. ..
?Das intellektuelle Zentrum Libyens ist zerstört?, sagt ein Lehrer, der seinen Namen nicht nennen möchte. Mehrere Raketen haben die Universität getroffen und Tausende Unterlagen zerstört. Insgesamt 400.000 Menschen haben seit den Kämpfen im Sommer ihre Heimat verlassen, außer in der etwa 160 Kilometer östlich gelegenen Kleinstadt Beida hört man nun hauptsächlich in Ankara und Kairo den Bengasi-Dialekt.

Der Konflikt findet dieses Mal ? anders als 2011 ? unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit statt, denn erst seit Kurzem ist es überhaupt möglich, wieder nach Bengasi zu gelangen. Trotz der Zerstörungen ist dort wieder Hoffnung auf einen Neuanfang zu verspüren. Aber auch die Angst vor einer Spaltung des Landes.

Denn Libyen ist zweigeteilt ? wie schon im Revolutionsjahr 2011. Im Sommer 2014 stürmten Milizen aus der Hafenstadt Misrata die Hauptstadt Tripolis und installierten dort die Regierung von Omar Hassi. Seine ?Fajr?-Bewegung (Morgenröte) beherrscht de facto den Nordwesten Libyens. In Bengasi und der etwas weiter östlich gelegenen Hafenstadt Tobruk hat dagegen die im Juli gewählte Regierung von Premier Abdullah Thinni das Sagen, die auch internationale Anerkennung genießt. Sie verteilt das Geld im ganzen Land, 70 Prozent der Libyer erhalten ihr Einkommen vom Staat ? auch viele der Milizen, die sich gegenseitig bekämpfen.

In der tausend Kilometer westlich gelegenen libyschen Hauptstadt herrscht angespannte Ruhe. Seit dem Sommer haben dort die Milizen aus Misrata das Kommando übernommen. Die Hafenstadt ist mit dem Lisco-Stahlwerk, dem Freihafen und zahlreichen Privatunternehmen der einzige Ort in Libyen, in dem es eine nennenswerte Warenproduktion gibt. Gaddafi setzte bei Beginn der Rebellion alles daran, Misrata von den Aufständischen zurückzuerobern. Drei Monate dauerte die Belagerung, die mit einem Sieg der Revolutionäre endete. Viele Misratis sind heute davon überzeugt, dass die alten Regimeanhänger in Tripolis wieder das Sagen haben.

?Vor drei Jahren haben alle ?Libya hurra? gerufen, doch solidarisch sind die meisten nur mit ihrer Stadt oder Nachbarschaft?, sagt Youssef Khatali, der sich mit den libyschen Stämmen und ihren Machtstrukturen beschäftigt. ?Es gibt schlichtweg wenig Erfahrung im Zusammenleben der Regionen."

Seit dem Sommer wird in Tripolis über Politik nicht mehr diskutiert. Kritik an den Besatzern aus Misrata kann schnell zur Verhaftung führen. Wie zu Gaddafis Zeiten werden Hinweise auf Oppositionelle üppig vergütet. An den Wänden am Algerien-Platz kleben kleine Zettel, mit denen die Familie des 12-jährigen Saif Hassan verzweifelt nach ihrem Sohn sucht. Der junge Pfadfinder verschwand letzte Woche auf dem Nachhauseweg. Immer wieder werden Geschäftsleute oder deren Kinder entführt, um Lösegeld zu erpressen. Die meisten Diplomaten und ausländischen Firmen sind inzwischen nach Tunis geflüchtet.

Die tunesische Hauptstadt ist mittlerweile zum neutralen Treffpunkt für die verfeindeten Lager geworden. Vor Weihnachten findet hier ein Demokratie-Workshop der Unesco für Aktivisten aus ganz Libyen statt.

Respektvoll horchen junge Aktivisten aus Misrata den Erzählungen von Abdlaziz al-Ghazali, einem Bürgerrechtler aus Derna. Sein Heimatort befinde sich fest in der Hand von islamistischen Milizen, die sich mehrheitlich dem ?Islamischen Staat? angeschlossen hätten, berichtet er. Immer wieder sind Videos von Exekutionen im Fußballstadion von Derna aufgetaucht. Seit der letzten Woche sei sogar Rauchen als unislamisch verboten.

Die Ex-Abgeordnete Megherbi glaubt, dass sich die Situation in Libyen zunächst verschlimmern wird ? zu viele Konflikte an allen Fronten, zwischen Säkularen, Islamisten, Stämmen. Auf der Suche nach Nachrichten aus Bengasi stößt sie auf dem Handy auf ein Interview mit dem italienischen Außenminister Paolo Gentiloni. Italien sei bereit, mit dem Segen des UN-Sicherheitsrates militärisch zu intervenieren, sollte die Lage weiter eskalieren. ..

http://www.taz.de/Buergerkrieg-in-Libyen/!151760/

auch in Gossbritannien hat man mittlerweile erhebliche Zweifel :
http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/...f-meddling-in-Libya.html
...For a few months after Gaddafi?s demise, Mr Cameron basked in the warm afterglow of his first personal experience of military conflict, even making triumphant visits to Tripoli and Benghazi, where he was greeted by cheering crowds. Indeed, the belief among senior ministers that Libya constituted a great foreign policy success persisted long after the country had descended into chaos, with lawless bands of Islamist militias roaming the country, killing and kidnapping their opponents with impunity....

Prior to the 2011 campaign, Libya was producing 1.6 billion barrels per day of its ?light sweet? variety of crude oil, with significant quantities being sold to British refineries. Total daily output now stands at around 350,000 barrels, none of which is finding its way on to the export market and is barely sufficient to keep Libya?s own refineries operating ? those, that is, whose oil tanks have not been set ablaze by rogue rockets fired by Islamist militias.

For while the Libyan economy is in freefall, the far greater concern remains the endemic state of lawlessness that has made the country a virtual no-go zone for Westerners, and indeed many Libyans. By conservative estimates there are around 100 different Libyan militias operating in the country ? though the actual figure could be three times that number ? with more than 125,000 Libyans bearing arms. Assassinations and kidnappings have become so routine throughout the country that in 2013 the Libyan charged with investigating the assassinations was himself assassinated.

The security situation is further complicated by the growing involvement of other regional powers in the conflict, with Egypt?s new military hard man, General Abdel Fattah el-Sisi, sending Egyptian warplanes to bomb anti-government rebels, and Turkey openly backing Libya?s Muslim Brotherhood organisation ? one of the many factions that are competing for power. The growing confidence of Islamist groups in Libya, furthermore, has resulted in the inevitable link-up with Islamic State fighters operating in Syria and Iraq, with the result that Western intelligence officials are now genuinely concerned that, with large numbers of jihadists travelling to North Africa, it is only a question of time before Libyan-trained terrorists turn their attentions to Europe, and launch a campaign of violence on the streets of Britain and other European cities.

If that happens, then Mr Cameron and his supporters really will have some explaining to do. Certainly, the fact that the latest round of UN-sponsored peace talks in Geneva yesterday broke up without agreement does not bode well for Libya?s immediate future.

Whitehall?s ill-judged support for the so-called Arab Spring meant that Britain demanded Gaddafi?s overthrow without any consideration for the likely consequences his removal would have for Libya?s future. Another factor was the Government?s refusal to commit ground troops which, while keeping British casualties to a minimum, meant that Britain and its allies were unable to influence Libya?s post-conflict reconstruction phase in a positive, pro-Western direction. ....

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/...f-meddling-in-Libya.html  

34060 Postings, 5569 Tage KickyArabischer Frühling in Ägypten-ein Albtraum

 
  
    #31619
2
24.01.15 22:34
....
Heute, im Ägypten von Ex-Feldmarschall Abdel Fattah al-Sisi, dominieren vor allem die Albträume. Mindestens 20.000 politische Gefangene sitzen hinter Gittern, mehr als 1800 Menschen sind nach Sisis Machtübernahme durch Polizeikugeln gestorben ? die Hälfte allein am 14. August 2013 auf dem Rabaa Adawiyya Platz in Kairo, dem schlimmsten Massaker durch Sicherheitskräfte in der modernen Geschichte Ägyptens.

Allein im vergangenen Jahr sind nach Zählung von Bürgerrechtlern etwa 100 Menschen in Arrestzellen an Misshandlungen gestorben. Im Gegenzug wächst der Terror. Auf dem Sinai hat sich eine Filiale des ?Islamischen Staates? etabliert. Nahezu 600 Soldaten und Polizisten sind durch Attentäter ums Leben gekommen....

Damals, am 6. Juni 2010, prügelten zwei Polizisten in Zivil in einem Internet-Café im Stadtteil Kleopatra den Blogger Khaled Saeed zu Tode. Fotos der übel zugerichteten Leiche zirkulierten tags darauf im Internet. ?Wir sind alle Khaled Saeed?, so benannte der in Dubai sitzende ägyptische Computerspezialist und Google-Werbechef, Wael Ghonim, seine neue Facebook-Protestseite, die bald mehr als 150.000 Sympathisanten anzog. Hier postete Ghonim für den 25. Januar 2011 seinen ersten Demonstrationsaufruf. Es war der Cyber-Zündfunke für den Arabischen Frühling in Ägypten mit dem Motto ?Brot, Freiheit und soziale Gerechtigkeit?.

Heute lebt Wael Ghonim in Abu Dhabi, von Eiferern des Sisi-Regimefernsehens als Vaterlandsverräter denunziert. Auch die anderen Demokratieaktivisten haben sich in alle Winde zerstreut. Meinungsführer wie Ahmed Maher, Alaa Abd el-Fatah und Ahmed Douma sitzen im Knast, während ihre jungen Mitstreiter in großen Scharen Ägypten verlassen. Nur einige irrlichtern noch Abend für Abend wie ein verlorener Rest durch die Cafés von Alexandria.

?Entweder wir werden verhaftet oder wir landen im Grab?, deklamiert Safwan....Jeder, der Kritik übe oder protestiere, werde als Terrorist oder Muslimbruder bezeichnet und gemeldet...http://www.handelsblatt.com/politik/international/.../11254156-2.html

deutlich empört auch der Telegraph:
The disastrous triumph of the Arab Spring
Four years after the first street protests, the shock waves are still being felt across the Middle East
http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/...-of-the-Arab-Spring.html
Egypt has returned to some sort of order but at a cost of thousands dead, and tens of thousands being raped or otherwise brutalised in prison. The reality of this Sunday?s anniversary is that only some will mark it, and quietly: under Egypt?s version of the disaster, many of those who initiated the Tahrir Square protests are now in jail, others are dead, and under the country?s new authoritarian ruler the square itself will this weekend be a highly secure, commemoration-free zone.

Everyone cheered Mubarak?s downfall including, it turned out, many of the generals who were eventually to profit from this moment of apparent casting off of military rule. But the pattern of what was to follow was already being set. Amid the euphoria, former Eastern Bloc countries put together a working group to offer advice to the generals who had promised to manage a transition to democracy. It was led by their ambassadors, who had been young diplomats during their own velvet revolutions of 1989, and who had personal experience of the challenges that lay ahead. They were rebuffed by the Army Council, which said that Egypt had 5,000 years of history, and needed no help from anyone, thank you very much.

Then the Muslim Brotherhood came to power, and the generals decided they had need of outside help after all: billions of dollars poured in from the Gulf, to oust the country?s first democratically elected president, from the very same countries that were supporting the overthrow of President Bashar al-Assad in the name of democracy.

At every stage, it could have been different. At every stage, wise heads told leaders that simply turning thugs and the police on their opponents wouldn?t work. It didn?t work for President Zine el-Abedine Ben Ali of Tunisia, but instead of learning from his humiliating downfall, his colleagues doubled their efforts. More than 800 died during the course of Egypt?s revolution. It didn?t save Mr Mubarak, but Col Gaddafi tried the same, then President Assad. Mr Assad continued even as officials admitted that the regime?s violent response had been a mistake. By then it was too late, and state violence was already out of hand. Eventually, those officials who had been honest were sacked, or sidelined. Violence, it seemed, was the solution after all.

In some cases, the precedents for disaster were further off; but still recent. In Afghanistan in the Eighties, American attempts to support a revolution against a Russian-backed dictatorship without getting too closely involved went disastrously wrong as Saudi Arabia and Pakistan chose to work with proxies who turned out to be Islamist thugs. In Syria today, American allies have once again presided over the hijacking of a revolution by militant, anti-American Islamists, with America standing off, fearing a repetition of its experiences in Iraq.

It was not just onlookers who shouted that this would happen: President Obama?s own officials warned him of the consequences of his false promises of support for the non-militant revolutionaries, and resigned, one after the other, in protest. They, too, were ignored.

This is water under the bridge.... Now we have moved on. Now just a trickle of articles emerge, blaming someone (usually ?the West?) for everything that has happened, a patronising and ultimately orientalist view that rests on the assumption that Arab countries, their regimes, their armies, their politicians and their people are incapable of taking responsibility for their own fates.

Some reports still pay tribute to the original protesters who took to the streets to call for a better life: for freedom from fear, freedom from police corruption and brutality, freedom to present their views and demands. But these tributes are usually overwhelmed by despair: the whole Arab Spring was a mistake, they sigh, we should never have believed that the Arab world was capable of democracy. Realpolitik should have dictated that the yearning for freedom simply be suppressed, both by those who wanted it, and Western powers that should have had the vision to foresee the collapse that resulted.

Is this right? I think not. This may be an obvious thing to say, but just because a call for more freedom and democracy isn?t met, that doesn?t mean it?s wrong to call for them.........
The sores of dictatorship and lies, repression and jihad, are now exposed. It is not a pretty sight. But at least we now see and know them for what they are. ....


The end of the Arab Spring
http://www.aljazeera.com/indepth/opinion/2014/03/...161913398399.html

The death sentences for 529 defendants in Minya are a step back for democracy in Egypt.
The Arab Spring did not start in Egypt, but it is clear that it has ended here. On March 24, a court in Minya handed down 529 death sentences following a trial process that has been widely condemned.

The charges were not read out. There was little or no evidence presented. The trial consisted of two hearings; one of which was the reading out of the sentence. Nearly 400 defendants were tried in absentia. Many of the defendants did not even have lawyers assigned to them. The concerns echoed by the UN are that there are thousands of other defendants detained for more than eight months on similar charges. The absence of due process and lack of respect for an independent judiciary is set to continue with a further 683 defendants standing trial on March 25.

This ruling reveals how Egypt has now come full circle back to the days of Hosni Mubarak - the Arab Spring is now very much over for Egypt.
President Mohamed Morsi and the Muslim Brotherhood - whether or not one shares their political ideology - were democratically elected. In fact, Morsi was the first democratically elected head of state in Egypt's history. If the Freedom and Justice Party had lost the support of the people, they should have been removed from office democratically - not at the barrel of a gun.

Given the political nature of this case, the arrest of journalists from Al Jazeera, the banning of the right to peaceful protest and Field Marshall Abdul Fattah el-Sisi's visit to Russia to meet Russian President Vladimir Putin on his first foreign trip - to gain investment and weapons - it is clear the military government has no belief in democratic principles or human rights. The targeting of the Muslim Brotherhood and its supporters is reminiscent of the Great Purge of 1934-1939 orchestrated by Joseph Stalin.

It is difficult to know where to start when considering the problems with the trials given that at every turn it was rife with procedural irregularities. The starting point is that the trial is reported to have lasted less than an hour. The fact that 529 defendants were tried, convicted and sentenced to death in an hour for the killing of one police officer defies all logic.

According to a Human Rights Watch report, the prosecution did not put forward evidence implicating any individual defendant, and the court prevented defence lawyers from presenting their case or calling witnesses.A spokesperson for the UN Office of the High Commissioner for Human Rights, Rupert Colville, stated: "The mass imposition of the death penalty after a trial rife with procedural irregularities is in breach of international human rights law? A mass trial of 529 people conducted over just two days cannot possibly have met even the most basic requirements for a fair trial."....

The 1,200 defendants in the two cases are among more than 16,000 Egyptians arrested over the past eight months according to figures recently provided by senior interior ministry officials.

It is arguable that the actions are having the opposite effect of that which they seek. It is clear that the continuing actions by the regime are an attempt to eradicate the Muslim Brotherhood and silence dissent. However, its actions add further credence to the suggestion that those being targeted, whether actual or perceived members and supporters of the Muslim Brotherhood, are in fact the victims.....Egypt today has reverted to an autocracy and any dissent or challenge to the ruling military administration will seemingly be quickly silenced. ...

Toby Cadman is an international criminal law specialist. He is a partner at Omnia Strategy LLP, a Barrister member at Nine Bedford Row International Chambers in London and a member of the International Criminal Bureau in The Hague.

 

34060 Postings, 5569 Tage KickyUS unlocks military aid to Egypt backing President

 
  
    #31620
24.01.15 22:40
The US has revealed it has released $575m (£338m) in military aid to Egypt that had been frozen since the ousting of President Mohammed Morsi last year.The news came as Secretary of State John Kerry visited Cairo just two weeks after former army chief Abdul Fattah al-Sisi was sworn in as president.
After talks with the new leader, Mr Kerry stressed the importance of upholding the rights of all Egyptians.....
http://www.bbc.com/news/world-middle-east-27961933  

5447 Postings, 2263 Tage daiphongdu wirkst naiv, Malko

 
  
    #31621
1
24.01.15 23:04
Ein Teil Europas feiert Putin schließ´lich dafür, dass ER mit dem Westen Schach spielt - und nicht umgekehrt.
Dass Putin ein Opfer des Westens wäre, dass man unhöflich mit ihm umgegangen wäre, kannst du laut beklagen, aber das gehört zu seinem Vorgehen und zu seiner Propaganda als "wilder nuklearpotenter Bär", der sich dem "Zivilisationsdiktat" des Westens im Fall der Ukraine nicht beugt. Der keineswegs auch nur daran denkt, die Auseinandersetzung mit Ukraine in zivilen Formen zu führen, sondern in klassischer faschistischer Weise.
Der Ölpreis- und Rubelverfall mag Moskau nun getroffen haben, die Sanktionen selbst waren aber so undramatisch und symbolisch, dass Putin seinerseits noch fröhlich einen oben draufpackte und mit den Lebensmittelsanktionen sich selbst sanktionierte.

"Für uns geht es primär nicht darum wie Russland tickt." Aber natürlich. Das ist eine Schlüsselfrage für ganz Europa, wie Russland, Moskau, Putin ticken, und je besser man es weiß, desto erfolgreicher, friedenssichernder, kooperativer kann man sein Schachspiel beantworten - und ggf. auch mal blockieren.

"Es [Russland] wird nämlich nicht von uns unterstützt sondern mit einem Wirtschaftskrieg... durch uns belegt." Falsch, s.o. Erst der Ölpreis- und Rubelverfall kann Moskau evtl. ernsthafte Probleme bereiten, und bevor dort die nationale VT ausbricht vom "Westen, der uns ruinieren will", und sich dieses Bild womöglich jahrelang festsetzt, sollte man gegen diese VT dringend etwas tun. Wir wissen ja ;-o), dass VT eine der gefährlichsten Stoffe der Medienwelt geworden ist, ideologisches Dynamit. Damit hantiert jemand wie Putin traditionell, wir müssen das handeln.

"Es [Russland] wird nämlich nicht von uns unterstützt sondern mit... einem heißen Stellvertreterkrieg durch uns belegt. "
nein
Russland ist in keinem Quadratmeter angegriffen worden
- nix Stellverteterkrieg.

Krim wie Ostukraine ist von Russland her besetzt worden
Der russische Terror wurde hochgezogen, Kasernen zusammengeschossen, erobert,  Polizeistationen, Rathäuser besetzt, Politiker und Jounalisten verhaftet, aus Russland strömten die Freiwilligen, die "inoffiziellen Spezialisten" und schwere Waffen ein und bildeten immer größere Kampfeinheiten.
- nix Stellvertreterkrieg.

Als Besatzungsziel ist von Putin "Neurussland" benannt worden, von den Milizen her die ganze Ukraine
Gegen diese Drohung sammelten sich in ganz Ukraine freiwillige Gegenkräfte, moderate wie auch radikale Nationalisten
- nix Stellvertreterkrieg.

militärisch könnte die ukrainische Rostlaube als "Stellvertreter" in einen Krieg mit einem hochorganisierten hochmilitarisierten Russland keine 2 Tage standhalten, westliches Militär sichert dort nichts, ukrainische Waffenkäufe ändern daran nichts
- nix Stellvertreterkrieg.

Russland hat aber die Terrorismus-Variante gewählt, die als "ukrainischer Aufstand mit freiwilliger russischer Unterstützung" getarnt das Land schrittweise und langsam zerstört,  
- und den Westen zu Hilfen für die zerfallende und sich verteidigende Ukraine zwingt
- diese westlichen Hilfen werden propagandistisch in Unterstützung eines faschistischen Staates verwandelt
Aber - es werden vom Westen tatsächlich nur Sozial- und Verteidigungshilfen gewährt

Unter diesem Druck ist der Westen allerdings gezwungen, sich mit den verarmten kriegsführenden verzweifelten Ukrainern auf AKTUELLE Basics hinsichtlich Demokratie und Faschismus-Abwehr zu verständigen, und auch noch einen fremden und äußerst korrupten Staat zur AKTUELLEN Selbstkontrolle zu bringen und selbst zu überwachen, in dem alle Hilfen und auch anderes blitzartig ins Ausland verschwinden können
- damit ist der Westen definitiv überfordert, vgl.  Griechenland im Frieden
- Ukraine als demokratisches Projekt ist in Gefahr
- die westliche Unterstützung für Ukraine in Gefahr
Russlands Strategie der totalen Destruktion (Teilung, Besatzung etc) kann also komplett aufgehen.

Allerdings wird auch Russland Probleme haben
- mit einem verdoppelten Territorium etwa wären die inoffiziellen Kräfte militärisch und zivil völlig überfordert, aus Russland müssten immer mehr offizielle Kräfte kommen, man müsste "immer mehr aus der Deckung"
- die Aggressivität des Westens könnte ernsthafter werden
- Propagandistisch könnte man international plötzlich ins Hintertreffen geraten
- der Support in der russischen Gesellschaft könnte sinken
- jeder Friedensschluss ist für Russland eine Gefahr, denn die gesamte Scheiße, die man angerichtet hat, wird dann erst offenbar.

Insofern könnte "Neurussland" an den Oblastgrenzen von Donetsk und Luhansk enden, das wäre dann das strategische Ziel Russlands, und eine letzte Verteidigungslinie der Ukrainer.
An solchen Stellen müsste dann die internationale Diplomatie auch massiv auftreten, gegen die Aggression Russlands, gegen einen Revanchismus der Ukraine - wenn sie das Schachspiel Russlands versteht.
Und das der Ukrainischen Politik, denn auch mit Ukraine wird es dann heftige Auseinandersetzungen geben müssen.

"Wenn wir nicht zu echten Verhandlungen bereit sind, wird die Ukraine verdammt klein werden."
"Wir" gehören doch gar nicht an den Tisch, sagtest du. So sieht das auch Putin, denn wir haben da keine Armee, und Putin behandelt das alles als reine Gewalt- und Machtfrage auf allen Ebenen. Da gibt es kein "zivilisatorisches" Interesse an Regeln. Die Ukraine wird also genau so klein, wie sie militärisch kämpfen kann, und wie teuer der Kampf insbesondere moralisch für Russland wird.

"Klar wird das auch Russland schwächen und nicht die USA. Das Vasallentum ist eigentlich nie eine empfehlenswerte Position."
Klar, nur hier geht es im Ukraine-Konflikt um unsere eigenen Interessen als Europäer, als EU, und als  Nachbarn von Russland und Ukraine, Polen und einigen anderen in Osteuropa. auch als Nato. Immerhin will Russland erklärtermaßen die EU wie die Nato sprengen.
Das Märchen, dass die USA uns diesen Konflikt eingebrockt hätten, tut so, als hätten sie diesen Konflikt vermeiden können. Das ist falsch, dazu hatte NUR Russland alle  Mittel und Möglichkeiten. Ukraine als Bankrottstaat hatte diese Mittel nicht mehr, dort musste etwas passieren. Aber Putin-Moskau hat über mehrere Jahre hinweg entschieden, dass es diesen Konflikt in DIESER Form hochkochen will. Die USA haben da maximal noch ihren Senf dazu getan, "Fuck the EU", als die EU an Russland bereits gescheitert war.
Diesen Konflikt hat Russland alleine aus nationalistischen Gründen mit einem faschistischen Kern und einer sowjetischen Maskerade strategisch angesteuert und strategisch durchgeführt - bis heute. Und genau das gilt seinen braunroten bis hin zu unglaublich naiven Anhängern als Putins Glanzleistung im Schachspiel mit dem Westen. In Wahrheit haben sie nur ihr eigenes kleineres Bruderland ruiniert, eine bodenlose historische Schande.
 

5447 Postings, 2263 Tage daiphongMit der Eroberung Mariupols

 
  
    #31622
24.01.15 23:15
dürften sich die Russen übernehmen.
Sowas wird militärisch wahrscheinlich sehr hässlich, und die Mariupoler scheinen überhaupt nicht auf ihre "russische Befreiung" zu warten. Eine solche Großstadt macht böses Blut. Sie ist in alle Welt informativ vernetzt.
Auch damit könnte der Krieg enden.  

413 Postings, 2136 Tage patsmelvdu bist verrückt h-daiphong

 
  
    #31623
7
25.01.15 00:24

eigentlich braucht man alles nur umzudrehen was du schwafelst und schon hat man die reale Welt in der Ukraine.

aus Nikolaev / Ukraine

 

5447 Postings, 2263 Tage daiphongPat, dass du als Luxembourger SUV-Cruiser

 
  
    #31624
25.01.15 00:42
in der 60.- Mindestlohn- Ukraine natürlich nicht auf dicken Wessi  machst, sondern auf Russen-Versteher und Siegesparaden-Fan, kann ich verstehen.

Wie das allerdings aussähe, wenn du dort leben würdest, und ein Luxembourger Mindestlöhner mit seinen fast 2000.- käme vorbei?
Eigentlich braucht man alles nur umzudrehen, was du dort so schwafelst...  

5447 Postings, 2263 Tage daiphongwas ist für dich eigentlich Ukraine, Pat?

 
  
    #31625
1
25.01.15 03:23
Und wieso warst du noch nie in Russland? Das sind ja im Osten auch irgendwie sehr merkwürdige Reisen in die Vergangenheit, richtige Zeitmaschinen in kaum bekannte Welten manchmal, wenn man am Küchentisch sitzt und hört, wo die Leute und ihre Familien so herkommen, wie sie ihr Leben und die Mächte der Welt verstehen, manchmal wie in den 1920er Jahren. Du hast doch auch mit jungen Leuten zu tun, ich kenne einige aus Ukraine, keiner tickt derart russophil wie du. Die Bürokratie macht sie oft fertig, der selbstherrliche postsowjetische Staat. Willst du diese Welten schützen vor der Modernisierung, vor der Luxembourgisierung, vor dem Westen, entsteht der auch dort nicht sowieso? Schaust du ukr. Fernsehen, was diskutieren die da? Werden die Reformen irgendwie akzeptiert, oder kotzt man nur? Und wie siehts inzwischen in Nikolaev eigentlich mit der Heizung aus? Warten sie dort deiner Meinung  nach tatsächlich auf die "Befreiung" durch die Milizen? Und was erwarten sie sich denn konkret davon - kann mir da nur wenig vorstellen, außer falsche Erinnerungen an die SU bei den Alten. Oder hofft man, dass es nach dem Krieg irgendwie mit Ukraine weitergeht? Fatalismus im Großen, Alltag im Kleinen?

PS
nach Fill wohnen bei dir ja nur Russen unter der Herrschaft von Faschisten, die von Oligarchen gesteuert werden. Das ist so seine banale Idee einer Klassen- und Rassengesellschaft, hat er schon in der Schule gelernt.
Wie siehts dazu in Nikolajew konkret aus? Welche Clans herrschen denn da, wie läuft da die Wirtschaft? Fährt die Straßenbahn noch?  Herrgott nochmal, warum erzählst du hier nichts, pöbelst nur ab und an rum? Was machst du eigentlich den ganzen lieben langen Tag?  

10272 Postings, 2424 Tage Fillorkillsicher ist H-Daiphong verrückt,

 
  
    #31626
2
25.01.15 05:39
sonst würde er nicht täglich in einem Forum toben, in dem es von unbelehrbaren Rotbraunen nur so wimmelt (hat man dem Thread früher gar nicht angesehen). Gott sei Dank gilt für ihn nicht das eigene Diktum von oben, demzufolge nur Faschisten in ihren Kontrahenten stets nur Faschisten sehen. Er selbst ist ja Konsens, was sein Anhang unter Pegida-Mitläufern und Rassetheoretikern gerne bestätigen wird - der sich ebenfalls als Konsens wähnt...
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"History that repeats itself turns to farce. Farce that repeats itself turns to history."

14244 Postings, 3114 Tage Malko07Zu glauben der Konflikt

 
  
    #31627
9
25.01.15 09:12
mit Russland wäre erst mit der Ukraine entstanden, trotzt vor Naivität. Die Ukraine war der Punkt der das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht hat. Der Westen hat sich massiv in den Verfallsprozess der Sowjetunion eingemischt und versucht sich den Abfallprodukten zu bemächtigen und dort korrupte Regierungen zu kaufen. Ziel war dabei immer bis an die Grenzen Russlands militärisch heran zu rücken. Zeugen dazu sind die USA, die laufend davon faselten diese instabilen Republiken in die NATO aufzunehmen, so wie auch bei der Ukraine und entsprechende Anträge im NATO-Rat stellten. So gibt es inzwischen viel eingefrorenen heiße Konflikte und die Hoffnung der USA dass man mindestens so einen Status auch in der Ukraine erreichen könnte wird sich wahrscheinlich nicht erfüllen. Mit dem Putsch in der Ukraine hat Russland umgeschaltet. Es ist von der Defensive in die Offensive übergegangen. Und klar versucht es inzwischen Uneinigkeit in Europa zu sähen, komische Organisationen zu unterstützen und die EU unter Druck zu bringen. Dazu werden je nach Lage die entsprechenden politischen Parteien unterstützt und auch Wackelstaaten und in der Einflusszone der EU herumgeräubert. Immerhin hatte auch die EU die Einflusszone Russlands massiv angegriffen und sich den Interessen der USA vollständig untergeordnet.

Da bedeutet nicht, dass ich die Gegenreaktionen Russlands gut finde aber sie sind verständlich. Der Krug geht eben so lange zum Brunnen bis er bricht. Man zündelt nicht wenn man kein Feuer haben will.

Zu behaupten die westliche Sanktionen hätten keine Wirkung ist schon äußerst primitive Propaganda. Das russische Finanzwesen ist zwischenzeitlich fast vollständig von der restlichen Welt ausgesperrt. Viele Basisprodukte (hochintegrierte Schaltungen) fehlen in der Produktion. Bekanntlich sind derartige Basisprodukte alle vom Status "Dual Use". In der Öl- und Energieförderung fehlen immer mehr Ersatzteile. Und dies trifft primär die zivilen Bereichen. Für die militärischen Bereiche wird man Wege finden sich die Ware zu besorgen. Russland hatte den Fehler gemacht sich die letzten Jahrzehnte auf einen Handel und Arbeitsteilung mit dem Westen einzulassen. Es wird jetzt diesen Fehler teuer beheben müssen. Aber je mehr es sich freischwimmen wird um so weniger wird es Rücksicht auf uns nehmen.  

14244 Postings, 3114 Tage Malko07Die USA hatten nie das

 
  
    #31628
10
25.01.15 11:08
aus ihrer Sicht verständliche Ziel abgegeben, alleinige Weltmacht zu werden. Sie wissen genau, dass China als verlängerte Werkbank nicht so richtig aufsässig werden kann, es blieb also nur noch Russland zu dezimieren. Und dabei fing Russland unter Putin an, wieder eine eigene Rolle in der Weltpolitik anzunehmen. Das hat die Amis fürchterlich frustriert. Die Maske ließen sie fallen, als Obama von der Regionalmacht Russland sprach. Ein schlechtes Zeichen bezüglich wirklicher Stärke.

Europa ist schon lange nicht mehr zu einer Außenpolitik fähig die diesen Namen verträgt. Europa sah nur noch Geschäfte und wollte zu allen Liebkind sein. Natürlich zu den US-Amerikaner aber auch bei Russland hatte der Handel erste Priorität. So lieferte es nicht nur Waffen in den nahen und mittleren Osten, nein es lieferte modernste Militärtechnik nach Russland, das aber gleichzeitig von den USA zurecht gestutzt werden sollte. Während die USA in Südosteuropa (Georgien, Armenien, ...) zündelten und sich stark für neue NATO-Mitglieder machten, machte die Europäer mit Russland Verträge über immer massivere Militärlieferungen und lehnten die Erweiterung der NATO ab. Als dann auch noch viele Bürger in Europa Abscheu gegenüber den NSA-Aktivitäten zeigten, war die Maß voll.

Und so musste ein heißer Stellvertreterkrieg her mit begleitendem Wirtschafts- und Finanzkrieg. Und erfolgreich waren sie. Die Handelsbeziehungen Europas mit Russland sind zwischenzeitlich zusammengebrochen während die USA in 2014 ihren Handel mit Russland sogar ausgeweitet haben. Keine Regierung in Europa wettert mehr gegen NSA. Alle fordern brav eine wesentlich stärkere Überwachung der eigenen Bevölkerung, verlangen eine intensivere Zusammenarbeit mit US-Geheimdiensten und übererfüllen die Wirtschaftssanktionen gegen Russland - was will man mehr. Auch die Investitionen in die Überwachung, bei der man jetzt über jeden Furz der westeuropäischen Politiker Bescheid weiß, macht sich bezahlt. Auch Steinbrück ist ein gutes praktisches Beispiel bezüglich dieser Erkenntnisse als er gegen die US-Finanzkonzerne im Wahlkampf wetterte. Jedem Journalisten ist bewusst, was man mit Informationen über ihn machen kann. Es lebe die freie Gesellschaft in Angst vor dem Terror und dem Wissen der NSA!  

39038 Postings, 3917 Tage Anti Lemming# 612 - Nein!

 
  
    #31629
1
25.01.15 19:10
"Krieg ist tatsächlich Quelle des völkischen Faschismus"

Richtig ist vielmehr:

Völkischer Faschismus ist die Quelle von Krieg (siehe Hitler)  

10272 Postings, 2424 Tage Fillorkillaber nicht die einzige

 
  
    #31630
1
25.01.15 19:41
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"History that repeats itself turns to farce. Farce that repeats itself turns to history."

39038 Postings, 3917 Tage Anti LemmingFast absolute Mehrheit für Syriza

 
  
    #31631
1
25.01.15 20:59

5447 Postings, 2263 Tage daiphong#27 Für solche Beiträge kannst du dir

 
  
    #31632
2
25.01.15 21:18
einen rostbraunen Stern bei Fill unten im Bunker abholen.    

Natürlich war es immer ein Ziel der westeuropäischen und amerikanischen Politik, den mittel- und osteuropäischen Ländern und auch Deutschland zur Freiheit zu verhelfen - sich also "massiv in den Verfallsprozess der Sowjetunion einzumischen" ;-o)

Man habe also "versucht sich den Abfallprodukten zu bemächtigen und dort korrupte Regierungen zu kaufen"  - Haben die Polen u.a. tatsächlich den Sowjet-Schrotthaufen gegen schnöden Mammon verraten? Erbärmliche Verräter! Und jetzt sogar noch die Ukrainer - das müssen  sie büßen! Einmischung!

"Ziel war dabei immer bis an die Grenzen Russlands militärisch heran zu rücken."
- eine blöde Lüge -
militärisch ist gar nichts an Russland herangerückt, im Gegenteil, man hat in Europa die NATO, die Bundeswehr, im Baltikum, Polen u.a. massiv abgebaut.    
Dass freie friedliche Länder auch an Russlands Grenzen sind, wie gesagt, das ist tatsächlich unser Ziel. Und solche  Ziel werden im Westen NICHT militärisch erreicht.

"Mit dem Putsch in der Ukraine hat Russland umgeschaltet."
- falsch, das läuft schon länger. Mit den Blockaden und der Erpressung der ukrainischen Ökonomie und Politik, mit der systematischen Provokation der EU, mit dem Crash der ukr. Staatsfinanzen hat Russland den "Putsch", den Crash der ukr. Staatsgewalt in Polizei und Militär selbst herbeigeführt.
"Es ist von der Defensive in die Offensive übergegangen."
- richtig.  

10272 Postings, 2424 Tage Fillorkilldas ist tatsächlich unser Ziel

 
  
    #31633
1
25.01.15 22:36
Es gibt kein 'uns'. Sondern einen Haufen sehr unterschiedlicher bis gegensätzlicher Interessen, die mit ihren verfügbaren Möglichkeiten gegeneinander konkurrieren. Der 'Westen' ist ein politisches und kulturelles Prinzip, diese Konkurrenz in einer zivilen, diskursiven Verlaufsform zu halten. Und kein politisches Programm in der exklusiven Obhut von Institutionen und Machtstrukturen. Für einen Faschisten wie Daiphong, der sich wie für seine Sphäre obligatorisch die äussere Welt auf zwei Blöcke gut vs böse komprimiert, nur schwer nachzuvollziehen. Aber auch damit kann die Demokratie leben...  
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"History that repeats itself turns to farce. Farce that repeats itself turns to history."

5447 Postings, 2263 Tage daiphongwo Menschen sind, da ist auch "Wir",

 
  
    #31634
26.01.15 01:52
Offenbar hast du gar keine Ahnung, wie unglaublich viel Wir überall ist und auch sein muss, in der Menschheit und in jedem Menschen steckt. Es scheint fast, dass dir Gesellschaft - samt Diskursivität, Dialogik, Institutionen, Kultur - völlig fremd ist. Deine Faschismus- und Kriegs-Fixierung, dein imperiales Denken scheint das alles zu sprengen. Marx, auch Adorno waren übrigens integere bürgerliche Sozialdemokraten.  

5447 Postings, 2263 Tage daiphong#28 ist ein logisches Märchen

 
  
    #31635
1
26.01.15 03:48
Denn die USA sind militärisch schon länger die alleinige Weltmacht. Und alle anderen, auch Russland sind militärisch nur Regionalmächte. Zwar könnten die USA von Russland und vielleicht auch bald China atomar auf Gegenseitigkeit vernichtet werden, aber neben diesem Patt sind die USA konventionell die stärkste Kraft.

Allerdings setzen die USA ihr Militär nicht imperial ein, sondern zur Friedenssicherung in den Großregionen, zwischen ihnen, und zur Netzwerksicherung der globalen Verkehrswege. Trotz der Verbrechen in Vietnam, des großen strategischen Fehlers im Irak und schmutziger Fronten in Afghanistan, vor allem sind die USA eine Friedensmacht. Sie waren es auch in ihrem Krieg gegen den Faschismus in Japan und Deutschland, sie waren das auch, als sie Westeuropa gegen die Sowjetunion sicherten, bei Bedarf auch heute gegen Russland.

Aus Deutschland, Russland, der islamischen Welt tönt heute viel unberechtigter historischer Revanchismus gegen die USA. Auch extreme Minderwertigkeitskomplexe sämtlicher Kriegstreiber gegen die scheinbare "Gottheit" USA - deren relative Macht gegen wachsende Länder und Armeen allerdings massiv abnimmt, wodurch die USA dann als "Gottheit" auch für jede "zugelassene" Greuel verantwortlich gemacht werden. Es tönen auch die nationalen Kräfte, die US-amerikanisches Multikulti verhindern wollen. Und es gibt die berechtigte Empörung gegen die NSA- (und britische, französische, deutsche...) Ausspähung, dagegen muss man mit und gegen die USA systematisch vorgehen.

Die Rolle, die Europa international spielen kann, definiert sich zunächst im Verhältnis zu den Nachbarn, zu Russland, arabischen Ländern, Türkei. Dabei geht es um die Themen Friedenssicherung, demokratische Kultur, wirtschaftliche Entwicklung, Energieversorgung, Überbevölkerung, Zuwanderung. In Europa wird man sich dazu gemeinsam positionieren müssen, also einen weiteren Ausbau der gemeinsamen Entscheidungsstrukturen brauchen. Gleichzeitig muss man sich mit den USA strategisch zur europäischen Nachbarschaftspolitik einigen.

Das Märchen, dass die USA den Ukraine-Konflikt losgetreten hätten, um Europa zu schaden, ist unlogisch. Die USA haben sehr viel Geld in Europa und Russland investiert, sie würden davon nicht profitieren. Die militärische Rolle der USA können und wollen die Europäer sicher nicht übernehmen. Sie sind ansonsten allerdings weltweit präsent und profitieren dabei von der globalen US-Sicherheitspolitik.
 

39038 Postings, 3917 Tage Anti LemmingFrage an den Nachts-Poster Daiphong

 
  
    #31636
26.01.15 06:29
Kann es sein, dass du in USA sitzt und deshalb regelmäßig nachts (nach deutscher Zeit) postest?

Wegen der Zeitverschiebung wäre es für dich in USA dann nämlich 6 (Ostküste) bis 9 (Westküste) Stunden früher als hier. Statt nachts um 3 Uhr (MEZ) würdest dann dann US-Zeit zwischen 18.00 Uhr (6 p.m. PST) und 21 Uhr (9 p.m. EST) am Vorabend posten.

Und kann es sein, dass deine Rühr-Story, du seist aus Berlin, SPD-Anhänger und Alleinerziehender, eigens für Ariva erfunden wurde?

Und kann es weiter sein, dass du für die unablässige, alle Kritik ignorierende Verbreitung von Nato/NSA-"Wahrheiten" in Foren von irgendwem (interessierte Kreise) bezahlt wirst?

Anders als auf Bezahlbasis kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendwer fortlaufend einen derartigen US-verherrlichenden Stuss absondert.

Andernfalls bliebe nur die Erklärung, dass dir fortgesetzter Schlafentzug den Verstand geraubt hat.  

39038 Postings, 3917 Tage Anti LemmingDaiphong, dein frühestes Posting unter den

 
  
    #31637
26.01.15 06:40
letzten 100 von dir veröffentlichten (in deinem Profil einsehbar) wurde um 10:30 Uhr deutscher Zeit gepostet. Oft kommen die Postings erst nach 12:00 Uhr. Das würde meine USA-These in # 636 stützen. 12 Uhr mittags bei uns wäre nach USA-Zeit (Ostküste) 6 Uhr morgens.

Außer du wärest notorischer Nachtschwärmer. Was aber wiederum nicht zu deiner "Alleinerzieher"-Rührstory passt. Oder muss dein angeblicher Sohn nicht morgens um 7 aufstehen und in die Schule?  

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