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Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Seite 1 von 1172
neuester Beitrag: 23.11.14 17:58
eröffnet am: 04.11.12 14:16 von: permanent Anzahl Beiträge: 29287
neuester Beitrag: 23.11.14 17:58 von: Anti Lemmin. Leser gesamt: 1656675
davon Heute: 5094
bewertet mit 82 Sternen

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20752 Postings, 4018 Tage permanentÖkonomen streiten über Verteilungsfrage

 
  
    #1
82
04.11.12 14:16
Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind

... (automatisch gekürzt) ...

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html

Moderation
Moderator: ksu
Zeitpunkt: 06.10.14 08:32
Aktionen: Kürzung des Postings, Threadtitel trotzdem anzeigen
Kommentar: Urheberrechtsverletzung, ggf. Link-Einfügen nutzen
Original-Link: http://www.handelsblatt.com/politik/...gsfrage/7328592.html

 
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29261 Postings ausgeblendet.

9249 Postings, 1388 Tage zaphod42Ach toni

 
  
    #29263
1
23.11.14 11:31
Niemand nimmt Platzek das Recht, als Privatmann oder auch Politiker seine Meinung kundzutun. Nur eben nicht unter dem Dach einer staatlich finanzierten Organisation. Vollkommen normal und keine Beschneidung der Meinungsfreiheit.

Ich als Beamter im Stadtarchiv Aurich darf ja auch nicht sagen wie sch..e ich unseren Ministerpräsi finde. Privat darf ich das aber.

Nebenbei bemerkt finde ich die Forderung, einen Völkerrechtsbruch offiziell anzuerkennen, damit man in seinem Forum reibungsfreier arbeiten kann und die Wirtschaftsbosse noch mehr Geld verdienen, nicht nur grenzwertig, sondern für einen Politiker der SPD katastrophal. Man kann nur hoffen, dass die SPD den Mann nicht nur zurückpfeifft, sondern von zukünftigen Spitzenämtern ausschließt. Ich glaube kaum dass das was Platzek äußerte SPD-Konsens ist.  

3085 Postings, 1353 Tage toni1111beamte brauchen sich da keine sorgen zu machen

 
  
    #29264
4
23.11.14 11:48
BESCHÄFTIGUNG
Der Krieg der Zukunft findet auf dem Arbeitsmarkt statt
Tina Groll, zeit.de
Arbeitsplätze bedeuten Macht: Jim Clifton, Direktor des Forschungsinstituts Gallup, analysiert in einem Buch den weltweiten Jobmarkt ? und fordert ein radikales Umdenken.

Analyse der Situation in 150 Ländern

"Der nächste Krieg, der uns bevorsteht, ist ein globaler Kampf um gute Arbeitsplätze. Wenn es den einzelnen Ländern nicht gelingt, Arbeitsplätze zu schaffen, brechen ihre Gesellschaftssysteme auseinander." Mit dieser These beginnt Jim Clifton, Chef des Gallup-Instituts, sein neues Buch "Der Kampf um die Arbeitsplätze von morgen"

http://www.karriere.de/karriere/...auf-dem-arbeitsmarkt-statt-165024/  

9249 Postings, 1388 Tage zaphod42Dieser Krieg

 
  
    #29265
1
23.11.14 11:55
findet schon seit 25 Jahren statt., man merkt nur nichts davon.

Das Problem sind auch nicht die Arbeitsplätze, die werden nur qualifizierter weil niedrigschwellige Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden. Das Problem ist das gegenseitige Lohndumping durch die Globalisierung, das die Schere zwischen Arm und Reich vergrößert.

Viele haben das beklagt, ich auch, nur ein Rezept dagegen kennt keiner. Denn Protektionismus ist auch keine Lösung.    

7962 Postings, 3830 Tage lumpensammlerSchön zu sehen, wie sich unsere beiden

 
  
    #29266
2
23.11.14 12:25
Küchenfaschos Stück für Stück weiter radikalisieren. Am Ende stehen zwei Paradenazis da.  

38385 Postings, 3853 Tage Anti Lemming# 237

 
  
    #29267
7
23.11.14 13:22
Hat der ostukrainische Oberst, der behauptet, Russland hätte den Krieg in der Ostukraine vom Zaun gebrochen, denn auch eine Erklärung dafür, warum der Krieg auf ostukrainischem Territorium stattfand bzw. stattfindet?

Ein kriegerischer Akt ist in der Regel dadurch gekennzeichnet, dass Truppen in feindliches Territorium einfallen. Wäre die These des Oberst zutreffend, hätten ostukrainische Truppen in die Westukraine einfallen und dort einen Angriffskrieg starten müssen.

Die Tatsache, dass der Krieg in der Ostukraine stattfindet und dort von Kiews Truppen (Bürgerkrieg gegen unschuldige Landsleute) geführt wird und auch begonnen wurde,  bezeugt das Gegenteil.

Oder wie sonst will der Oberst das Kunststück fertiggebracht haben, Kiews Truppen in die Ostukraine zu "locken", um sie dort in einem "Angriffskrieg" zu schlagen?

Und hatte nicht Poroschenko den Befehl an die ukrainischen Truppen gegeben, in die Ostgebiete einzumarschieren, um den "Rebellen" heimzuleuchten? Und zwar fast ausschließlich aus dem Grund, weil der IWF die Zahlung der ersten Hilfsmilliarden an Kiew zwingend davon abhängig machte, dass genau dieser Einmarsch stattfindet?

Und ist es dann wirklich weit hergeholt, den IWF - und mithin die Amis - als eigentlichen Aggressor zu bezeichnen, der sich den bedürftigen, da hoch verschuldeten "Landesherren" Poroschenko mit der Aussicht auf die Hilfsmilliarden "dienstbar" machte?  

5143 Postings, 2199 Tage daiphong#55 Fill, du unterstellst den Deutschen heute

 
  
    #29268
2
23.11.14 13:31
in Teilen eine Kriegsgeilheit und eine "Lust auf Stahlgewitter" gegen Russland - damit spinnst du komplett. Anders kann ich es nicht formulieren, denn es gibt sie nicht.

Genauso spinnst du mit deiner Parallelität zu WK I - die Welt hat sich seither in sehr vielem sehr fundamental gewandelt, und damit die Menschen. Dazu gehört auch das große Sicherheitsnetzwerk Nato, das keine Kriege unter seinen Mitgliedern mehr zulässt, und Kriege mit deren Nachbarn blockiert.

Den Seitenhieb auf die damalige Sozialdemokratie in Deutschland kannst du dir sparen, der Militarismus war damals im nationalistischen, monarchistischen, kolonialistischen, medial und politisch unterentwickelten Europa die stärkere Macht. Umso mehr im ganz gewaltig zurückgebliebenen Russland, das allerdings militärpolitisch eng verbunden war mit dem entwickelten Frankreich - dieser Krieg ging also nicht einfach "West gegen Ost", und die Russen als ewige Opfer des Westens, wie du es ewig unterstellen willst. Als primitive Barabaren, grausame Hunnen, blöde Hottentotten, dekadente Perverse galten sich die Nationen im Krieg alle wechselseitig, und dann besonders die Verlierer. Dazu zählte auch die überkommene Ordnung in Russland, der Militarismus in bolschewistischer Form eroberte das Land, der Militarismus in faschistischer Form die anderen Verlierer. Mit WKII lief das Zeitalter des nationalistischen Militarismus im Westen aus, 1990 im Osten. Nur in Russland, da lebt der Militarismus noch etwas fort... und bei einem russophilen Fill, der den Wandel der Welt unterschlägt.  

38385 Postings, 3853 Tage Anti Lemming# 239

 
  
    #29269
2
23.11.14 13:38
Daiphong: "Girkin war es auch, der sich am Tag, als Flug MH 17 über der Ostukraine abstürzte, mit dem Abschuss eines Flugzeugs brüstete. Kurz darauf war die Meldung aus dem Netz verschwunden."

Wenn die Aussagen von Oberst Girkin zu den Kriegsursachen erkennbar parteiisch (anti-russisch), verfälschend und unzutreffend sind (siehe # 267), dann kann man sein "Sich-Brüsten" damit, dass er am Tag des MH17-Abschusses ein Flugzeug abgeschossen habe, auch  kontraindikatorisch als Nachweis werten, dass es die "Rebellen" NICHT waren.

Wer weiß schon genau, wessen (Ost-)Oligarchen Lied Oberst Girkin singt? Die Machtverhältnisse in der Ukraine - inkl. Osten - sind, gelinde gesagt, verworren. Die einzige Ukraine-übergreifende Konstante ist, dass rivalisierende Oligarchen, die durch Ausrauben des eigenen Volkes illegal zu Milliardären geworden sind, wechselseitig ihre Claims abzustecken versuchen und dabei fast beliebig mit jedem küngeln, der ihnen Machtzuwachs verspricht.
 

9249 Postings, 1388 Tage zaphod42Ja, AL

 
  
    #29270
23.11.14 14:03
Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing. Gelle?

Für diese Spinstory, dass Strelkow Agent der Amis oder mindestens von Kiew ist, bekommst du vom KGB einen Extra-Bonus zu Weihnachten. Vielleicht sogar eine Einladung zu RT.

Strelkow ist doch so stolz auf das von ihm erreichte und die Steicheleinheiten von Putin. Warum nimmst du dem armen Mann seinen Erfolg?  

9249 Postings, 1388 Tage zaphod42Übrigens

 
  
    #29271
23.11.14 14:07
ist bei Strelkows öffentlicher Beichte weniger die verbrähmte Historie der Eskalation von Interesse - die kennen wir alle zur Genüge. Sondern die Verwicklung Moskaus darin, die Tatsache dass es ohne Moskau nie zum Krieg gekommen wäre.

Gleichzeitig wiederholt Putin unentwegt das Ammenmärchen, dies wäre ein rein innerukrainischer Konflikt und "er könne da nichts machen". LOL

Kein Wunder, dass er G20 fluchtartig verlassen musste...  

5143 Postings, 2199 Tage daiphong#67 der "ostukrainische Oberst" Girkin

 
  
    #29272
2
23.11.14 14:13
ist in Wahrheit der "Generalissismus" dieses Krieges.
Er spielte schon eine zentrale rolle bei der Besetzung der Krim. Und nach ähnlich Muster sollte "Neurussland" erobert, am Ende von der russischen Armee besetzt und Russland angegliedert werden. Das hat er ausführlich erklärt.
Dieser Plan ist schief gelaufen, weil man zwar hier und da Polizeistationen unterwanderte und eroberte, die Verwaltung übernahm, Kasernen, und das Militär blockieren und vertreiben konnte, allerdings bei weitem nicht in der flächendeckenden Form in ganz "Neurussland", wie man es erwartet hätte. Die ukrainische Bevölkerung macht das einfach nicht mit. Die russischen Freiwilligen, Spezialisten und Geheimdienstler wie Girkin konnten nur in Donetzk und Luhansk nennenswert Aufständische für ihre Armee rekrutieren, aber konnten nur mit großem Nachschub aus Russland ihre Macht aufbauen und festigen. Slawjansk scheiterte trotzdem, die ukrainischen Verbände rückten vor, und der Westen spielte Russlands Spiel nicht mit.

Damit musste Putin die große Neurussland-Invasion (vorerst) abblasen.

Mit der "Urlauber-Invasion" stoppten reguläre russische Kräfte und Einheiten die ukrainische Rückeroberung, zerstörten erhebliche Teile ihrer Freiwilligen-Verbände, und begannen mit der Versorgung und der praktischen Annektion der eroberten Gebiete.

Seither ist unklar, ob Russland sich damit begnügt, oder ihre langsame militärische Ausdehnung etwa auf die Oblast-Grenzen anstrebt, oder immer noch Neurussland, oder sogar die Rückeroberung der zentralen Macht in Ukraine, indem es auf den ökonomischen und politischen Zusammenbruch der Ukraine setzt, weil es diesen nach allen Regeln der Kunst tatsächlich betreibt.
Insofern hätte Russland viel Zeit für sein Zerstörungswerk - wenn die teuren Sanktionen nicht wären...

#69  
Bist du so blöde, oder tust du so? Hast du denn gar keine Ahnung, wer Girkin ist? Was quatschst du zu Themen mit, von denen du so offensichtlich ÜBERHAUPT KEINE AHNUNG HAST?
'Wer weiß schon genau, wessen (Ost-)Oligarchen Lied Oberst Girkin singt?  

5143 Postings, 2199 Tage daiphong#66 "Am Ende stehen zwei Paradenazis da"

 
  
    #29273
1
23.11.14 14:23
Quatsch.
Am Ende steht wieder ein dummdreister Lumpi mit seinem Hackebeilchen nackig und ganz allein in der Landschaft.  

5143 Postings, 2199 Tage daiphongWer den russ. Ukraine-Krieg

 
  
    #29274
23.11.14 14:37

aus russischer Sicht besser verstehen will, kann -hier- das lange Girkin alias Strelkow-Interview in deutscher Übersetzung auf der "Neurussland"-Site "Saker" lesen. Äußerst aufschlussreich für jeden, der den Krieg näher verfolgt hat, und auch zum heutigen russischen Denken zu Krieg.

 

9249 Postings, 1388 Tage zaphod42Die deutschen Paranazis

 
  
    #29275
2
23.11.14 14:57
sind alle Prorussen, insofern besteht bei uns keine Veranlassung zur Sorge. Sorgen diesbezüglich würde ich mir eher beim Lump machen, denn

1) ist der prorussisch
2) politisch radikal antiwestlich
und 3) zumindest sprachlich hochgewaltbereit.

Alles drei Merkmale eine Neonazis...  

38385 Postings, 3853 Tage Anti LemmingOberst Girkin - ein Agent Moskaus?

 
  
    #29276
2
23.11.14 15:23
www.heise.de/tp/artikel/43/43398/1.html

Ist Girkin ein Agent Moskaus?
Florian Rötzer 22.11.2014

Was die Süddeutsche Zeitung suggeriert, scheint eher der eigenen Voreingenommenheit geschuldet zu sein, Girkin hat vergeblich versucht, Russland zur militärischen Intervention zu provozieren

Auf der Startseite der Süddeutschen Zeitung sah man ein Foto des Russen Igor Girkin, der im Laufe des Ukraine-Konflikts berüchtigt und bekannt wurde. Der Artikel will, koste es, was es wolle, eine Verbindung zwischen "Russland" zum Aufstand der Separatisten herstellen. Allmählich muss man sich fragen, was die für die Außenpolitik zuständige Redaktion der SZ, stellvertretend für manche andere Zeitungen, reitet, wenn man sich die Quellen einmal näher anschaut.

Der auch unter dem Namen "Strelkov" auftretende 47-Jährige soll lange Jahre Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes FSB oder des russischen Militärgeheimdienstes GRU gewesen sein und bereits in Tschetschenien, Moldawien und Bosnien gekämpft haben, bevor er - nach angeblicher Mitwirkung auf der Krim - Anfang April mit einer Gruppe von schwer bewaffneten Militanten vor allem von der Krim bei den Separatisten in Slawjansk und Karamtorsk auftauchte und einige Behörden besetzten. Ab Ende April war er "Verteidigungsminister" in der "Volksrepublik Donezk".

Bis zur Einnahme von Slowjansk durch die ukrainischen Streitkräfte bzw. dem Abzug der separatistischen Milizen pflegte Girkin seinen Ruf als harter Kämpfer. Es wurden Todesurteile verhängt, Menschen verschleppt und die OSZE-Militärbeobachter in Geiselhaft genommen. Girkin hat zweifellos versucht, den Konflikt mit Kiew zuzuspitzen, beim Kampf um Slawjansk hatte er Moskau aufgefordert, "Neurussland" zur Hilfe zu kommen, was nicht geschehen ist. Man kann davon ausgehen, dass Girkin sein eigenes Spiel spielte und wahrscheinlich auch auf Druck von Moskau im August seinen Posten in Donzek räumen musste. Zuvor war es zu Konflikten mit anderen Milizenführern gekommen, kritisiert wurde er auch in Russland als Verräter, weil er Slowjansk aufgegeben hatte.

Als dann Behauptungen zirkulierten, er habe auf seinem Vkontakte-Account etwa zu der Zeit, als MH17 abstürzte, gepostet, dass ein ukrainisches Kampfflugzeug abgeschossen worden sei, geriet er zudem unter Verdacht, dafür mit verantwortlich zu sein. Das Posting war schnell verschwunden, Anfang August verschwand auch er aus der Ukraine und galt in manchen Kreisen in Russland weiterhin als großer Held. Girkin soll auch der Urheber der reichlich abstrusen Verschwörungstheorie gewesen sein, dass MH17 schon in Amsterdam mit Leichen beladen worden war, um dann die Separatisten verantwortlich zu machen.

Girkin, der eine Art Hitler-Bärtchen trägt, gefällt mediale Aufmerksamkeit und er gibt und gab gerne seine nationalistischen Ansichten weiter. Kürzlich erst hatte er dem russischen Magazin "Russisches Haus" ein Interview gegeben, in dem er erklärte, dass Ukraine und Russland zusammen gehören und eine "einzige Nation" seien. Der Westen will die Nation teilen, um Russland zu zerstören und auszuplündern, verkündet er, auch dass es nötig sei, Krieg zu führen, in dem es um Sieg und Niederlage gehe. Grund für den Angriff aus dem Westen sei, dass Russland noch die einzig verbliebene Macht sei, die gegen die Welt, die die EU und die USA errichten wollen, Widerstand leisten könne. Angestrebt werde eine atheistische, seelenlose, völlig materialistische Welt, die Gott ganz vergessen hat. Russland sei hingegen die einzige christliche Nation, die das Christentum. Der Westen hasse Russland, weil es sich der neuen Weltordnung nicht völlig unterwirft. Er träumt von einem Großrussland, in dem Russland, die Ukraine und Weißrussland wieder vereint sind. Und er glaubt oder will glauben machen, dass es um einen religiösen Konflikt geht. Es ist ein seltsames Gespräch, geradezu irreal.
                    §
Nun also hat Girkin mit der obskuren Zeitschrift Sawtra ein Gespräch geführt. Die Zeitschrift, die es seit den 1990er Jahren gibt und die lange Zeit eher regierungskritisch war, aber stärker der nationalistischen Rechten angehörte, die etwas Gorbatschow oder Jelzin als Verräter bezeichneten. Alexander Prochanow, der Sawtra herausgibt, ist ein alter Stalinist, seine Zeitschrift befürwortet eine russische Invasion, ist aber weiterhin kein russisches Mainstreammedium. Girkin scheint sich gerne anzupassen und zu sagen, was in der jeweiligen Nische gut ankommt, um sich gleichzeitig bedeutsam zu machen. So erläuterte er nun in Sawtra, gefragt von Prochanow, seine angeblichen Aktivitäten in der Ostukraine und legitimierte, warum er aus Slawjansk abgezogen ist - vor allem, so sagte er, weil nicht genügend schwere Waffen vorhanden gewesen seien, was eher nach Anklage von Moskau klingt.

Die Süddeutsche schreibt, wohl eher sich auf ukrainische Medien als auf das Interview stützend:

Im Interview erklärt Girkin freimütig, dass der Krieg keineswegs direkt aus dem Aufstand russischsprachiger Donbass-Bewohner hervorgegangen, sondern aus Russland geschürt worden sei: "Den Auslöser zum Krieg habe ich gedrückt. Wenn unsere Einheit nicht über die Grenze gekommen wäre, wäre alles so ausgegangen wie in Charkiw und in Odessa."

Im Interview spricht er allerdings davon, dass er mit 50 Freiwilligen aus der Krim gekommen sei und einen mittleren Ort gesucht habe. Ziel sei es gewesen, einen Aufstand anzuzetteln, um Russland zum Einmarsch zu provozieren. In Slawjansk habe man sich mit 150-200 Männern zusammengeschlossen und dann bei der Besetzung von Gebäuden der Sicherheitskräfte Waffen erbeutet. Wenn man mehr Waffen gehabt hätte, hätte sich alles anders entwickelt. Es habe in Slowjansk 9000 Freiwillige gegeben, Kämpfer seien es 5000 gewesen. Seinen Einfluss habe er aus Slawjansk und Kramatorsk nach und nach aufgebaut, bevor er "Verteidigungsminister" wurde. Er erklärt auch, dass zu Beginn niemand für die "Volksrepubliken" eintreten wollten, alle hätten nach Russland gewollt. Überall seien russische Fahnen gewesen, das Referendum sei pro Russland ausgegangen. Es sei dann wie ein "Schock" gewesen, dass Russland nicht reagierte. Die Kämpfer, die sich gegen die Angriffe auf Slawjansk gewehrt hätten, wären zu 90 Prozent aus der Gegend gekommen.

Wenn die Süddeutsche titelt "Den Auslöser zum Krieg habe ich gedrückt" und anfügt "Moskau habe den Krieg geschürt, sagt er freimütig - mit seiner Hilfe", dann scheint man doch gerne wieder das Interview verkürzt dazu benutzen zu wollen, über Girkin Moskau zu belasten. Der Mann ist allerdings vor allem von sich selbst eingenommen. Er sieht Donezk als neues Stalingrad, während man über Gaslieferungen verhandelt. Er würde gerne wiederkommen und habe damals seinen Job gemacht, die Republik zu schützen, nicht die Macht zu ergreifen, was viele von ihm erwartet hätten. Girkin sagt denn auch, er sei für alles verantwortlich - nicht Moskau. Tatsächlich sagte er, seine angebliche Bedeutung eitel herausstreichend, dass er mit seinen Leuten von Anfang an gekämpft hatte. Zuerst hätten allerdings beide Seiten versucht, den Konflikt zu lösen, erst Aktionen des Rechten Sektors hätten erste Feuergefechte erzwungen. Die ukrainische Seite sei massiver vorgegangen, als man erkannte, dass Russland nicht reagiert. Wenn er mit seinen Mannen nicht die Grenze von der Krim aus überschritten hätte, wäre alles schnell wie in Charkiw oder Odessa zum Ende gekommen. Man hätte Separatisten verhaftet oder verbrannt. Das wäre es gewesen.

Er bekennt auch, den Krieg zu lieben. Wenn die Politik beginnt, wird es "schmierig" und für ihn langweilig. Er sei am besten geeignet, einen Anfang zu machen, einen Durchbruch. Er könne sich auch nicht verbiegen wie die Politiker, im heutigen politischen System sei kein Platz für ihn. Girkin scheint ein Abenteurer zu sein, den der Krieg anzieht. Er sieht sich gerne in Entscheidungsschlachten und ist wohl in seinen heiligen Kriegen ziemlich skrupellos. Ob er aber, zumindest in der Ukraine, direkt von Moskau gesteuert wird, ist mehr als zweifelhaft, zumal er selbst Moskau wegen der militärischen Passivität kritisiert.  

5143 Postings, 2199 Tage daiphong#67 nochmals, dieser "ostukrainische Oberst"

 
  
    #29277
23.11.14 15:30
war faktisch der Cheforganisator der gesamten russischen Invasion.

Er war der ganz große Medienheld Russlands, man hielt ihn sogar für den Nachfolger Putins, allerdings interessiert ihn Politik nicht. Und sein Stern als Stratege und Sieger stürzte auch ab, als er sich mit einigen Tausend Mann aus Slawjansk zurückziehen musste, und als MH17 abgeschossen wurde, und als er später fast Donetsk aufgeben musste, bevor Moskau auch mit offiziellen Kräften inoffiziell zuschlug. Vorher wurden noch alle Russen in Führungspositionen abgezogen, auch Girkin, und durch Ukrainer ersetzt.

"Hat der ostukrainische Oberst, der behauptet, Russland hätte den Krieg in der Ostukraine vom Zaun gebrochen, denn auch eine Erklärung dafür, warum der Krieg auf ostukrainischem Territorium stattfand bzw. stattfindet?"

Natürlich.
Der Krieg wurde ja dadurch begonnen, dass russische Einheiten mit Separatistenhilfe den ukrainischen Staat in Ostukraine Stück für Stück ausschalteten und abkoppelten, gewählte Bürgermeister und Stadträte töten oder sonstwie verschwinden ließen, Zeitungen und TV-Sender verboten, Polizeieinheiten und Militäreinheiten verjagten oder vernichteten. Mit der ukrainischen Rückeroberung wurde der Krieg ja nun logischerweise nicht begonnen.  

9249 Postings, 1388 Tage zaphod42Es ist ziemlich unglaubhaft

 
  
    #29278
1
23.11.14 15:40
dass jemand der die Krimübernahme maßgeblich mitorganisierte, nicht von Moskau bezahlt wird. Die Maskenmänner waren Rotarmisten, das hat Putin zugegeben. Lassen die sich was von einem freien Mitarbeiter befehlen? Wohl kaum...

Sicher ist der Mann Moskau nun wegen der Sanktionen lästig geworden, weil er zu radikal ist. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen. Nur zu dumm, dass ein Mann mit solchem Ego die Klappe nicht halten kann und damit zum Kronzeugen gegen seinen Herrn und Meister geworden ist ;-)  

9249 Postings, 1388 Tage zaphod42Soll das eine Drohung sein?

 
  
    #29279
1
23.11.14 16:19

Putin: "Das Land werde seine Interessen weiter verteidigen. Dies gelte auch bei dem völkerrechtlich umstrittenen Beitritt der Halbinsel Krim zu Russland. "Weil wir stärker sind. Weil wir im Recht sind. Die Kraft liegt in der Wahrheit. Wenn ein Russe sich im Recht fühlt, ist er unbesiegbar", sagte der Präsident. Die Annexion der Krim bezeichnete er als "strategische Lösung".

http://www.n-tv.de/politik/...tigt-Krim-Annexion-article14018421.html

Starke Worte, wie neulich "in 2 Tagen stehen wir in Warschau wenn wir wollen"...

Und nun gebe jemand noch dem Westen die Schuld für den kalten Krieg 2.0

 

3085 Postings, 1353 Tage toni1111ich gebe dem westen

 
  
    #29280
23.11.14 16:34
die schuld an alles was in den letzten 150 Jahre auf der Welt an grausames passiert ist,und Millionen menschen zu opfern geworden sind.und genau das recht sich jetzt,und was wir jetzt sehen sind die kleinen wellen die hin und her watschen,wartet mal ab wenn der Tsunami auf uns zu kommt.  

9449 Postings, 2360 Tage Fillorkillund nun gebe jemand noch dem Westen die Schuld

 
  
    #29281
3
23.11.14 16:41
Es tut eben einfach gut, dann wenn es gekracht hat und man mitten im Scherbenhaufen sitzt, mit dem Finger auf einen Verantwortlichen zeigen zu können, dessen Bösartigkeit zu etwas gezwungen hat, was 'eigentlich' niemand wollte und wollen kann. Man selbst ist ja bloss abhängige und völlig arglose Variable der teuflischen Züge eines äusseren Feindes...

Der Hintergrund dieses militärischen Humanismus, ob Falange aus Ostfriesland oder zum Neocon weiterentwickelter Maoismus aus Hamburg und Berlin, ist bekanntlich der autodestruktive, im Ernstfall selbstmörderische Impuls - für den Russland das ewige Vehikel bereit stellt. Denn Militarismus und Neomilitarismus wird tatsächlich vom Hass auf die westliche Gesellschaft und letztlich auf das eigene Leben getrieben, dessen  Mittelmässigkeit, Leere und Ignoranz 'ankotzt'. ..



-----------
"History that repeats itself turns to farce. Farce that repeats itself turns to history."

9249 Postings, 1388 Tage zaphod42Hier in Ostfriesland

 
  
    #29282
23.11.14 17:15
gibt es keine Tsunamies.  

9249 Postings, 1388 Tage zaphod42Der Hass, Herr filliski

 
  
    #29283
23.11.14 17:24
ist ganz auf deiner Seite. Wie sonst sind solche irren Postings wie #81 zu erklären?

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben im Keller des Stadtarchivs. Meiner Topfpflanze geht es auch gut. Zusammen kassieren wir als Oberamtsrat 3000 EUR für's Nichtstun und demnächst eine fette Pension. Vielleicht schaff ich mir davon eine zweite Topfpflanze an, mal sehen...

PS: Niemand zwingt Putin dazu, den Mephisto zu geben. Es ist seine Wahl, nicht unsere. Der Spaltpilz ist jedoch sein Markenzeichen, ohne den von ihm verursachten Hass, Angst und Chaos würde er sehr schnell in der geschichtlichen Versenkung verschwinden. Das weiß er, darum ja diese Schmierenkomödie mit Russland als Bösewicht.  

5143 Postings, 2199 Tage daiphong#81 wieder ein erneuter Hassanfall, Fill?

 
  
    #29284
23.11.14 17:25

5143 Postings, 2199 Tage daiphongwieso immer Hassanfälle, Fill

 
  
    #29285
23.11.14 17:46
wo deine Position doch so klar wie unschuldig und überflüssig ist:

"ich gebe dem westen die schuld an alles was in den letzten 150 Jahre auf der Welt an grausames passiert ist"  

toni

 

9249 Postings, 1388 Tage zaphod42Hack nich so auf dem toni rum

 
  
    #29286
23.11.14 17:54
der ist etwas unterbelichtet und hat daher in der DDR-Mittelschule vom Geschichtsunterricht nicht viel mitbekommen ausser dass immer der Westen das Böse ist. Dafür kann er ja nichts.  

38385 Postings, 3853 Tage Anti LemmingWer sagt denn

 
  
    #29287
23.11.14 17:58
dass Toni deutscher Muttersprachler ist?  

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