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Die Klimaritter, eine antikapitalistische Revolte

Seite 1 von 32
neuester Beitrag: 27.07.17 22:04
eröffnet am: 01.05.16 00:56 von: lumpensamm. Anzahl Beiträge: 786
neuester Beitrag: 27.07.17 22:04 von: lumpensamm. Leser gesamt: 45677
davon Heute: 118
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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerDie Klimaritter, eine antikapitalistische Revolte

 
  
    #1
17
01.05.16 00:56
Ich habe lange damit gerungen, dem Thema ein weiteres Forum zu geben. Einmal, weil ein Skeptiker oder Kritiker der ganzen Klimahysterie für gewöhnlich als Verschwörungstheoretiker abgestempelt oder gleich in eine rechte, wenn nicht noch dubiosere Ecke gestellt wird. Aber auch, weil das Thema in allen Foren und Facetten schon ausführlich diskutiert wird und ein Zugewinn an Erkenntnissen fast nicht mehr möglich ist.

Was mich letztendlich doch dazu bewegt hat, ist erstens die steigende Unverfrorenheit der AGW (Anthropogenous Global Warming) Protagonisten in dieser Debatte gerade in den letzten Jahren. Und es ist die kritiklose Akzeptanz der kontraproduktiven Maßnahmen, die auf Basis dieser Propaganda getroffen werden. Wie Lämmer werden wir hier zur Schlachtbank geführt und keiner murrt, weil keiner merkt, was wirklich geschieht: Der größte antidemokratische und antikapitalistische Coup seit der Nachkriegsordnung.

Für die Mehrheit dürfte das schwer vorstellbar sein, zumal alle Medien und alle politischen Parteien, und das sogar fast weltweit unisono meinen, dass die CO2 Emissionen unser Klima in einer für uns gefährlichen Art und Weise beeinflussen. Garniert wird diese Einstimmigkeit von einem breiten wissenschaftlichen Konsens (97% der Klimawissenschaftler bestätigen das).

Deshalb kann nur ein Narr sein, der hier dagegen hält. Nun ja, ich bin so ein Narr. Ich kann mittlerweile sogar verstehen, wie man mit dieser spin story so weit kommen kann. Wenn in unseren Schulen offiziell der Al Gore Film "Eine unbequeme Wahrheit", der mehr Lügen als Wahrheiten enthält (das IPCC selbst hat mit der bestätigten Unnachweisbarkeit der Zunahme von Extremwetterereignissen die meisten Hauptthesen des Films widerlegt), gezeigt werden darf, dann wird man quasi immunisiert gegen die AGW-Kritik. Wenn fast alle globalen Temperaturrohdaten geheim in den Händen der AGW Protagonisten (Nasa GISS - Hanssen bzw. Hadcrut - Phil Jones) sind, denen aber von den Medien uneingeschränktes Vertrauen entgegengebracht wird, obwohl die daraus errechneten historischen Temperaturen sich mit schöner Regelmäßigkeit und haarsträubenden Begründungen auf wundersame Weise nachträglich hin zu mehr Erwärmung ändern, dann ist es auch kein Wunder, dass wir glauben, die Erde könnte durch unser CO2 verglühen, wo doch schon vor Jahrmillionen das Zigfache an CO2 Konzentrationen herrschten, ohne dass genau das geschah, was wir jetzt erwarten. Also Hut ab! Es hat geklappt. Alle sind eingelullt und es wird bereits kräftig an der politischen Umsetzung gearbeitet.

Die wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen sind eigentlich leicht absehbar. Aber es stört offensichtlich niemanden, dass Kritiker der AGW Thesen mittlerweile nicht mehr nur beruflich sondern auch rechtlich belangt werden (Roger Pielke Jr. https://theclimatefix.wordpress.com/ oder Lennart Benngston http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/...-gwpf-aus-a-969382.html). Es stört auch niemanden, dass wir eine Energiepolitik aufsetzen, die uns erstens abhängig vom Ausland macht, mit der wir zweitens den zukünftigen Bedarf gar nicht mehr decken können und die drittens die Energiepreise steigen lassen wird, so dass große Teile der Bevölkerung deutliche Einschränkungen werden hinnehmen müssen. Und zu allerletzt stört es jemanden, dass selbst, wenn alles so wäre wie behauptet, gar keine Lösung zu dem Problem existiert. Denn wir erzeugen derzeit (und das schon trotz aller jüngsten Maßnahmen seit 20 Jahren konstant!) 13% der globalen Energie nicht fossil. Bis zum Jahr 2050 müsste dieser Wert bis auf 80% steigen, wenn wir die befürchtete Klimakatastrophe vermeiden wollten. Der Glaube macht sicher selig. Das Beste daran ist jedoch, dass auch den AGWlern dieses Dilemma bewusst ist und im Kleingedruckten ganz unverblümt von der notwendigen Transformation der Gesellschaft und Wirtschaft gesprochen wird. Also zurück in die Steinzeit!

SChließlich und gleichzeitig als Einstieg in den Zweifel will ich nur mal die globalen CO2 Emissionen direkt den vom IPCC (Basis = Hadcrut bzw. GISS) veröffentlichten globalen Temperaturen gegenüberstellen. Die einzelnen Phasen, in denen CO2 und Temperatur gleich- bzw. gegenläufig waren, habe ich farblich gekennzeichnet.

More to follow.
 
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760 Postings ausgeblendet.

9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerAntarktis- Eiszuwachs

 
  
    #762
1
14.07.17 10:26
Entsprechend den Temperaturen der Eiszuwachs der letzten 36 Jahre. Irgendwann fällt da halt mal ein Stück ab. Ja mei!
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Überall ist der Irrtum obenauf und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität
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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerAntarktis - Eis im großen Bild

 
  
    #763
14.07.17 10:30
Vielleicht mal ein Blick aufs Ganze im historischen Kontext, um zu sehen, wo wir stehen und woher wir kommen. Da sind wir immer noch sehr weit oben. Von drohender Schmelze oder dem Kollaps keine Spur, im Gegenteil!
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Überall ist der Irrtum obenauf und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität
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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerThe Guardian dazu

 
  
    #764
1
14.07.17 11:22
?There is enough ice in Antarctica that if it all melted, or even just flowed into the ocean, sea levels [would] rise by 60 metres,? said Martin Siegert, professor of geosciences at Imperial College London and co-director of the Grantham Institute for Climate Change & Environment.

But Siegert is quick to point out that the calving of the new iceberg is not a sign that the ice shelf is about to disintegrate, stressing that ice shelves naturally break up as they extend further out into the ocean. ?I am not unduly concerned about it ? it is not the first mega iceberg ever to have formed,? he said.

Andrew Shepherd, professor of Earth Observation at the University of Leeds, agreed. ?Everyone loves a good iceberg, and this one is a corker,? he said. ?But despite keeping us waiting for so long, I?m pretty sure that Antarctica won?t be shedding a tear when it?s gone because the continent loses plenty of its ice this way each year, and so it?s really just business as usual!?

And while climate change is accepted to have played a role in the wholesale disintegration of the Larsen A and Larsen B ice shelves, Luckman emphasised that there is no evidence that the calving of the giant iceberg is linked to such processes.

Twila Moon, a glacier expert at the US National Ice and Snow Data Center agrees but, she said, climate change could have made the situation more likely.

?Certainly the changes that we see on ice shelves, such as thinning because of warmer ocean waters, are the sort [of changes] that are going to make it easier for these events to happen,? she said.

Luckman is not convinced. ?It is a possibility, but recent data from the Scripps Institute of Oceanography actually show most of the shelf thickening,? he said.

https://www.theguardian.com/world/2017/jul/12/...f-larsen-c-ice-shelf

Und das aus der Hauspostille des AGW. Ein im Vgl. zum Spiegel fundierter Artikel, der sich mit der Thematik beschäftigt und sich nicht nur in Andeutungen und haltlosen Vermutungen ergeht.

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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerWer noch Zweifel hatte, ob

 
  
    #765
15.07.17 21:44
ob die ganze Klimahysterie nicht doch vielleicht auf einer realen Bedrohung beruhen könnte, der wird durch den kalifornischen Gouverneur, Brown, eines besseren belehrt.

Das ist Kult, Religion und Ideologie mit dem Drall zum Totalitarismus. Der seichte Hollywoodführer droht den Abgeordneten mit den schlimmsten Katastrophen und knüpft allen Ernstes das Überleben der Menschheit an die Umsetzung seiner Agenda. Natürlich darf die rhetorische Frage nicht fehlen, ob man dieses Problem politisch mit demokratischen Mitteln überhaupt lösen kann. Er hat sicher die richtige die Antwort und die richtige Partei im Hinterkopf, die die Welt von Kalifornien aus retten können. Das klingt schon sehr nach dem wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung. Mal sehen, wann Mutti sich selbst als Klimakanzlerin auf Lebenszeit ausruft. Die lästigen Wahlen wären wir dann auch endlich los. Ansonsten dürfte sich nicht viel ändern. Die Bananenrepublik haben wir ja schon.

http://www.latimes.com/politics/...te-change-deal-20170713-story.html
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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerMacron sucht seine Tassen

 
  
    #766
16.07.17 10:53
In seinem Schrank sind sie offenbar nicht. Anders lässt sich sein Überredungsversuch, Trump ins Klimautopistenlager zurückzuholen, nicht interpretieren. Demnach hätte Trump die Ohren gespitzt, als ihm Macron vom Zusammenhang zwischen Klimawandel und Terrorismus erzählt habe. Wie kann man diese beiden Witzfiguren auch nur ansatzweise ernst nehmen? Derjenige, der diese hirntote Propaganda auch noch kritiklos abdruckt, sitzt auf derselben Stufe.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/...-ist-moeglich-a-1158053.html
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3417 Postings, 1688 Tage MotzerKlimawandel-Ideologie

 
  
    #767
2
16.07.17 12:04
Dass das CO2 Schuld ist am "Klimawandel", halte ich für Unsinn. CO2 ist nur zu 0,04% Bestandteil der Luft.

Ich denke, dass die Politiker das wissen. Es geht darum, die politische Globalisierung voranzutreiben. Dafür ist die Klimawandel-Ideologie das ideale Instrument.

Man sagt den Menschen: "globale Probleme müssen global gelöst werden". Daher die häufigen (und teuren) Klimakonferenzen. Man will alle Länder unter Kontrolle bringen.

Das Ziel ist die Errichtung einer neuen, zentralisierten Weltordnung. Die Nationalstaaten stören da nur. In Europa ist die Abschaffung der Nationalstaaten ja bereits in vollem Gange.

Die von Merkel betriebene Politik der offenen Grenzen ist in diesem Kontext zu sehen.

Die vereinigten Staaten von Europa sind nur ein Meilenstein auf dem Weg zu einer globalen Herrschaft, die von einer kleinen, mächtigen Elite angestrebt wird. Die Arbeiten laufen im Verborgenen, wobei man an den Äußerungen der Politiker ablesen kann, wohin die Reise geht. So sagte Merkel (sinngemäß): In einer Welt von Internet und Smartphones machen Grenzen keinen Sinn.

George Orwell hat das alles vorhergesehen.
 

9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerMotzer, wenn auch nicht dezidiert so geplant

 
  
    #768
1
16.07.17 13:41
Aber die Zielrichtung liegt auf der Hand. Schaffe/überhöhe (künstliche) Probleme globalen Ausmaßes und installiere aufgrund der konstruierten, existentiellen und allgegenwärtigen Bedrohung globale Institutionen, die sich angeblich alternativlos dieser komplexen Probleme annehmen können. Selbstverständlich stünde das Mandat des doofen Wählers der Problemlösung im Wege, weswegen man es leider missachten müsse. Der Katastrophenuhrzeiger auf der 12 belege die Notwendigkeit der drastischen Maßnahme. Selbstverständlich gibt's die Weltenrettung nicht für umme.

Wenn man sieht, wie sich die Leute hier vom angeblich katastrophalen Klimawandel ins Energiewendeboxhorn haben jagen lassen und an diesen Märchen trotz permanent belegter Widersprüche bzw. Misserfolge festhalten, muss man sich nicht wundern, wenn der politische Opportunist ob dieser Dummheit seiner Schäfchen erst Lunte riecht und einen Gang hochschaltet.
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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerDiese Art von Propaganda

 
  
    #769
1
17.07.17 16:24
werden wir in den kommenden Monaten um die Ohren geschlagen bekommen, dass uns Hören und Sehen vergeht. Mutti hat auch schon angekündigt, das 2020 Ziel einer 40% Reduktion ggü. 1994 doch noch erreichen zu wollen. Das kann nur durch Abschalten von Kohlekraftwerken und Ersatz durch Gas und Kernkraft geschehen. Letztere hat sie ja höchstpersönlich in einem Anfall geistiger Umnachtung beerdigt, also bleibt realistisch nur Gas statt Kohle. Das dürfte den Strompreis weiter nach oben drücken. Aber Weltenrettung ist eben nicht für umme. Nur damit allein dürfte es nicht getan sein. Es muss etwas dazukommen, wobei ein weiterer Ausbau der EE auch nix bringen wird. Wir schalten sie jetzt schon viel zu oft ab bzw. verhökern den Überschuss strom für nix an die Schweden, die sich damit kostenlos die Pumpspeicher füllen und unser Netz ist schon an der Belastungsgrenze.

Mutti wird ihren Schäfchen also ein Opfer abverlangen und das vor der Wahl. Opfer bringt keiner gerne, also wird man dem armen Michel gehörig einheizen, bis er sich in die Hosen sch.... und willenlos jeden politischen Schwachsinn mitmacht, den dieser Meute einfällt. Man lese sich den Guardian Artikel durch. Hier ist so gut wie alles aus der Luft gegriffen, nichts von dem ist wissenschaftlich fundiert. Reine Panikmache. Wenn's darum geht, darf unser Oberschelli natürlich nicht fehlen. Der Nosferatu aus Potsdam dürfte die nächsten Monate mit seinem Science Fiction Horror durch alleKanäle tingeln und das Ende der Menschheit ausrufen. Einfach ignorieren und nicht zur Wahl gehen ist wohl noch die beste Reaktion auf diesen Terror.

https://www.theguardian.com/environment/2017/jun/...ange-warn-experts
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3 Postings, 45 Tage RinjaniEs geht schon los....

 
  
    #770
1
18.07.17 11:59
Gestern bei heute (möglicherweise nur online) ein Beitrag wie das Wetter in Berlin im Jahre 2100 aussieht, wenn wir nicht den Klimawandel stoppen. Es wird im Sommer statt 22°C dann 28°C haben und die Hitzetage von über 30°C werden sich von 17 auf 34 verdoppeln. Die heutige Flora wird verdrängt duch hitzeresistente Pflanzen wie Ambrosia und die werden durch ihre allergenen Pollen den Bewohnern das Leben zur Hölle werden lassen. Zudem belasten die hohen Temperaturen die Menschen mit Herz-Kreislaufschwäche, und das sind ab 50 Jahre so einige. Schönen Dank, ich bin jetzt 49 jahre alt. Mit anderen Worten, es wird höllisch...
Dass Rom und Madrid bereits heute sommerliche Durchschnittstemperaturen von 30,4 bzw 31°C haben und dort noch Menschen (vermutlich sogar glücklich und zufrieden) leben, wird geflissentlich verschwiegen.

Und heute frisch gelesen eine Studie, dass die globale Erwärmung zur Verdünnung der Luft führt, da sich warme Luft ausdehnt. Das ist physikalisch gesehen natürlich messerscharf beobachtet. Als Konsequenz wird aber angekündigt, dass damit der Flugverkehr eingeschränkt wird, da Auftrieb fehlt und somit weniger Passagiere und Ladung transportiert werden können. Dies wiederum hätte schlimme Folgen für die Weltwirtschaft....dem ist natürlich nichts hinzuzufügen.
Ich frage mich, wie im Sommer bei 50°C überhaupt noch Flugzeuge in Dubai starten können.

Als Naturwissenschaftler schüttelt es mich nur noch wenn ich sehe, was in diesem Land passiert.
Vorallem schockt mich die plötzliche Rasanz, irgendwie habe ich den Eindruck, dass der Stein immer schneller rollt und immer größer wird.

@lumpi  eher der Nostradamus aus Potsdam, oder?
 

9025 Postings, 4809 Tage lumpensammler@Rinjani

 
  
    #771
1
18.07.17 16:11
Ja, natürlich war der Nostradamus gemeint. Freud'scher Fehler, der Mann ist wahrscheinlich als Gruselfigur in meinem Unterbewusstsein abgelegt.

Zum Gruseln auch deine Schilderung. Ich mache dieselbe Beobachtung. Da dreht sich eine Riesenspirale. Die Weltenrettung ist alles, was die Politik noch an Legitimation aufzufahren hat. Und sie ist das einzig identitäre Markenabzeichen, das sich jeder gerne ans Revrs heften möchte. Die Weltuntergangssekte ist deshalb am Drücker. Hinzu kommt: Miserable Bildung, NGOs mit Riesendemagogiebudgets, die Presse als ideologischer Handlanger und am Ende eine politische Führung, die wahlweise Sekten-Guru oder Opportunistin ist, sind eine unheilvolle Kombination.

Was die Horrortemperaturprognose betrifft: Die Daten aus dem letzten Jahrhundert in den USA z.B. weisen keinen Anstieg sondern einen Rückgang der Anzahl heißer Tage auf. Habe die Grafik nur gerade nicht griffbereit. Als Ersatz kann ich die EPA Temperaturen anbieten, die bestimmt nicht im Verruf stehen, zu skeptisch zu sein. Da sieht man, dass die Hitzewellen tatsächlich weit vom Top des letzten Jahrhunderts (ohne großartigern CO2 Einfluss) entfernt liegen. Ebenso sieht man, dass sich die Fläche mit ungewöhnlich hohen Sommertemperaturen nicht erhöht hat. Nur die Fläche der warmen Sommernächte wird anscheinend größer. Ebenso werden anscheinend die Winter wärmer. Diese Prozesse werden von den AGW-Verfechtern als typische Merkmale des AGW geschildert. Wieso sich bei dieser "Faktenlage" gerade in Berlin die Anzahl der Tage über 30 Grad verdoppeln soll, ist mir, wenn ich dem Narrativ folge, schleierhaft. Steckt da wieder der Nosferatu :-) dahinter? Und selbstverständlich gilt: Die Modelle, die genau diesen Quatsch ausspucken, haben langfristig noch nie die Realität abbilden können, weil die grundlegenden Klimaprozesse nicht verstanden und die entscheidenden Parameter auch gar nicht erfasst sind. Wieso sollen sie es jetzt plötzlich tun?

Unten noch ein Link zu einem Artikel, der die Dichte für Dummies erklärt und noch einmal betont, wie fühlbar der Klimawandel für uns alle werden wird. Das bezweifle ich. Sollte es tatsächlich so kommen, dann wäre Fliegen nur noch für die Teilnehmer an Klimakonferenzen erlaubt. Die armen Klimaaktivisten setzten dann ihr Leben ein, um den Planeten zu retten.

https://www.forbes.com/sites/marshallshepherd/...st-u-s/#61f352fd54ce
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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerDieselskandal - Presseschau

 
  
    #772
1
19.07.17 09:02

Autokonzerne gefährden die wichtigste Branche des Landes

Die Diesel-Affäre steht für das Versagen der deutschen Automobilindustrie: Mit allen Mitteln wird dort versucht, eine Technologie von gestern zu retten. Das könnte Hunderttausende Jobs kosten. ? Wegen des Klimawandels steht der Verbrennungsmotor insgesamt vor der Ablösung durch den Elektroantrieb. Wenn diese Umstellung kommt, wird es schwer für die Autobranche, die sich auf ihre alte Technologie verlassen hat.

Lange hat diese Industrie gezögert, die Elektrifizierung des Autos überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Jetzt stellen die Konzerne von BMW bis Volkswagen erstaunt fest, dass es nicht reicht, ein erfahrener Platzhirsch in der Branche zu sein. Jetzt müssen sie sich auf ganz neue Konkurrenten einstellen.

Der erst 2003 gegründete US-Konzern Tesla verursacht mit seinen Elektroautos bereits heftige Kopfschmerzen bei den klassischen Automanagern. Die junge Firma aus dem Silicon Valley macht zwar immer noch horrende Verluste mit ihren teuren Stromautos.

http://www.sueddeutsche.de/auto/...igste-branche-des-landes-1.3590406


Schwere Abgas-Vorwürfe gegen Daimler

Die Daimler AG soll fast ein ganzes Jahrzehnt lang Autos mit einem zu hohen Schadstoffausstoß verkauft haben.

Offenbar sind mehr als eine Million Fahrzeuge in Europa und den USA betroffen.

Laut den Ermittlern könnte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) nun sogar einen Widerruf der europaweiten Zulassung veranlassen.

Der in Stuttgart ansässige Konzern soll fast ein ganzes Jahrzehnt lang, von 2008 bis 2016, in Europa und den USA Fahrzeuge mit einem unzulässig hohen Schadstoffausstoß verkauft haben. Das geht aus einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Stuttgart hervor, den die Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR einsehen konnten. Der Beschluss war die Grundlage für eine Razzia vor wenigen Wochen bei Daimler und anderen Firmen gewesen. Im Durchsuchungsbeschluss heißt es, Daimler habe die unzulässige Abschalteinrichtung entgegen den Vorschriften dem KBA als Genehmigungsbehörde nicht offengelegt.

Die Voraussetzungen für einen Widerruf der europaweiten Zulassung lägen vor, besagt der Beschluss. "Die Gefahr einer Stilllegungsverfügung sehen wir nicht", sagte Daimler-Sprecher aber. Das hierfür zuständige KBA sah bisher keinen Anlass zum Eingreifen.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/...auch-gegen-daimler-1.3584273


Daimler soll mehr als eine Million Fahrzeuge manipuliert haben

Schon länger ist bekannt, dass diverse Dieselmodelle von Mercedes in unabhängigen Tests erhöhte Abgaswerte zeigten ? und zwar in ähnlicher Größenordnung wie beim VW.

Nun berichtet der Rechercheverbund von SZ, NDR und WDR, dass nicht nur über einen langen Zeitraum Autos mit erhöhtem Schadstoffausstoß verkauft wurden. Daimler soll auch verschwiegen haben, dass einige Motorenreihen eine unzulässige Abschalteinrichtung enthalten hatten.

http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2017-07/...r-ag-schadstoffe


Der große Wirbel

Dieselmotoren im Mercedes sind ähnlich dreckig wie die Skandalautos von VW. Trotzdem ist es dem Mutterkonzern Daimler bislang gelungen, alle Anschuldigungen abzuwehren. Das könnte sich bald ändern.

Beim Daimler in Stuttgart verstehen sie etwas davon, wie man Legenden schafft. Eine geht so: Erst hat die Firma das Automobil erfunden und es dann immer schöner, schneller, besser gemacht. ? Ein Teil der Geschichte fehlt in der Selbstdarstellung allerdings. Darin geht es um dreckige Diesel, um zu hohen Schadstoffausstoß und die Frage, ob Daimler nicht ähnlich wie Volkswagen mehr versprochen hat, als seine Autos leisteten.

Bekannt ist schon: Diverse Dieselmodelle von Mercedes zeigen in unabhängigen Tests erheblich erhöhte Abgaswerte ? in ähnlicher Größenordnung wie bei VW. Bislang akzeptieren deutsche Behörden Daimlers Argumentation, wonach die Abgassteuerung temperaturabhängig geregelt werde. Unabhängige Juristen äußern aber Zweifel, ob sie rechtens ist. Sollten die Klagen in den USA Erfolg haben, droht Daimler ein ähnliches Schicksal wie dem VW-Konzern, der wegen des Abgasbetrugs erst seinen Ruf ruinierte und dann Milliarden an Strafe zahlen musste.

Und der Abgasskandal? Ist der nicht ein VW-Problem?

Recherchen der ZEIT kommen zu einem anderen Ergebnis. Da sind Gespräche mit Mitarbeitern des Daimler-Konzerns, mit Lobbyisten, Politikern, deutschen und amerikanischen Beamten. Da ist die Auswertung firmeninterner Dokumente und vertraulicher Kommunikation zwischen Daimler und den Behörden sowie von Akten aus dem Abgas-Untersuchungsausschuss des Bundestages. Alles zusammen ergibt: Daimler hat mehr mit der Abgasaffäre zu tun, als Zetsche lieb sein kann. Dass dies öffentlich noch kaum wahrgenommen wird, hat vor allem zwei Gründe: Glück und Geschick.

Allerdings könnte die Glückssträhne nun vorbei sein. Erstmals deutet eine hochrangige Beamtin in den USA an, dass eine von Autobauern wie Daimler vorgebrachte Rechtfertigung für die Abgassteuerung wenig überzeugend erscheint. Eine ergänzte, bislang unveröffentlichte Klageschrift amerikanischer Verbraucheranwälte liefert zudem neue Details für einen schwerwiegenden Vorwurf: Demnach verwendet Daimler eine Abschalteinrichtung, eine verbotene Software, welche die Motoren bei offiziellen Tests auf dem Prüfstand sauber laufen lässt. Eine Software, wie sie VW zum Verhängnis wurde.



Umweltverband greift Betriebserlaubnis von Dieselautos an

Im VW-Abgasskandal hat die Deutsche Umwelthilfe die Betriebserlaubnis von Dieselautos ins Visier genommen - und die Zulassungsstellen in zehn Städten verklagt. Zu dreckige Autos müssten von der Straße.

Der vom Kraftfahrt-Bundesamt angeordnete Rückruf von mehr als zwei Millionen Volkswagen, aus denen eine Manipulationssoftware entfernt werden muss, reiche nicht aus, um die Grenzwerte für Stickstoffdioxid in den Städten einzuhalten. Viele Halter würden wegen Problemen nach der Umrüstung auch den Gang in die Werkstatt scheuen, hieß es. Zudem würden die Autos auch weiterhin deutlich mehr Schadstoffe ausstoßen als erlaubt, teilte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch mit.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/...eselautos-a-1157272.html



"Das Auto funktioniert nicht mehr wie vorher"

Erstens: Wenn ich das Auto abstelle, springt der Kühlerventilator an. Das ist seit der Umrüstung bereits mehrmals vorgekommen, selbst bei kalten Außentemperaturen scheint es, als müsse der Motor im Stand gekühlt werden. Bis zu 30 Sekunden dauert das, erst dann herrscht Ruhe. Hat VW Angst, dass der Motor nach dem Update überhitzt? Mich verunsichert das neue Geräusch jedenfalls.

Zweitens: Im Leerlauf hat sich die Drehzahl des Motors jetzt auf 1000 Umdrehungen pro Minute erhöht. Vorher waren es 800. Den Unterschied kann man sogar hören, das Motorgeräusch ist jetzt lauter, wenn ich zum Beispiel an der Ampel stehe. Das ändert sich auch dann nicht, wenn der Motor längst warm gefahren ist.

Kurz gesagt: Ich bin genervt. Von meinem Touran und vor allem von VW.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/...ueckrufs-teil-11-a-1138690.html


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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerDieselskandal - kommentiert

 
  
    #773
2
19.07.17 09:05
  1. SZ
    In bester Propagandamanier wird jetzt die Schuld für den Wandel in der Automobilindustrie der Industrie selbst in die Schuhe geschoben. Angeblich weil diese zu lange an der ?alten? Kraftstoffmotortechnologie festgehalten hat.
    Erstens ist diese Technologie jünger als die Elektromotortechnologie. Zweitens hat sie gegenüber letzterer einen entscheidenden Vorteil. Sie kann aufgrund der hohen Energiedichte des Kraftstoffs weit mehr Energie mit sich tragen, als dies ein E-Fahrzeug je tun könnte. Drittens sind die E-Fahrzeuge nur so sauber wie die Stromerzeugung. Und diese wird weltweit immer noch von Kohle und Gas dominiert. Es gibt also defakto gar keinen Anreiz, den Wandel zu forcieren. Insofern greifen weder das Argument des zu langen Wartens noch das der Rückwärtsgewandtheit. Pure Propaganda.

    Dann nimmt die SZ Daimler aufs Korn, wo man ebenso ?unzulässig hohen Schadstoffausstoß? festgestellt haben will. Selbstverständlich werden keine Werte bzw. Umstände genannt. Denn ?unzulässig hohe Abgaswerte? außerhalb des Typprüfungszyklus gibt es nicht, es sei denn man weist eine dezidierte Abschalteinrichtung entgegen den KBA Richtlinien nach. Damit erlischt auch die Zulassung. Genau dies will die Staatsanwaltschaft festgestellt haben, wobei das KBA keinen Handlungsbedarf sieht und Daimler widerspricht.

    Insgesamt ist der Artikel noch erfreulich neutral und berichtet nur von der Sachlage, wenn auch zwischen den Zeilen die Vorverurteilung zum Ausdruck kommt. Viel deutlicher wird da die Zeit zum selben Sachverhalt.

  2. Die Zeit
    Das fängt schon an mit der Bezeichnung ?dreckig?. Es geht weiter mit peinlicher Umgehung der Fakten. Statt von Werten zu sprechen wird nur eine Größenordnung ?wie VW? angegeben. Damit wird die Schuld implizit nachgewiesen, ohne Tatsachen nennen zu müssen. Ebenso wird Daimler unterstellt, Märchen zu erzählen. Natürlich darf der Vorwurf der zu hohen Schadstoffwerte (dessen Haltlosigkeit ich hier schon oft genug beschrieben habe) nicht fehlen.

    Dann listet die Zeit auf, was sie alles recherchiert hat. Sie meint damit die Gespräche mit Daimler-Mitarbeitern, Beamten, Lobbyisten und Politikern und kommt zum Schluss: Schuldig. Auch hier fehlt jeglicher Hinweis auf nur eine einzige Aussage eines dieser Zeugen. Wieso wohl lässt uns die Zeit nicht teilhaben an ihrer umfangreichen Recherche? Wahrscheinlich will sie den armen Leser nicht mit zu vielen Details langweilen und antizipiert dessen Zustimmung zu ihrem Urteil. Ja, so macht man das in der DDR 2.0.

    Das Glück, das Daimler bisher Verschonung gewährte, könnte jetzt in Gestalt einer US-Beamtin Flöten gehen. Das ist zum Teil irreführend. Es mag sein, dass Daimler in den USA ein Problem bekommen könnte, weil da ? und auch das habe ich hier schon oft genug beschrieben ? andere Gesetze und Vorschriften gelten. Selbst wenn Daimler dort ein Problem bekommen sollte, heißt das noch lange nicht, dass das hier dasselbe sein muss. D.h. die Millionen Fahrzeuge, von der die Zeit schwadroniert, wurden hauptsächlich in der EU verkauft, der USA Anteil ist sicher nur sehr klein, wenn auch mit potenziell teuren Konsequenzen.

  3. Der Spiegel.
    Hier gibt man den Umweltaktivisten der Deutschen Umwelthilfe das Wort. Die wollen den Dieselfahrzeugen endgültig und sofort an den Kragen. Sie wollen aber nicht die Hersteller direkt verklagen sondern die Zulassungsstellen der am höchsten mit Nox belasteten Städte, weil diese nicht dafür sorgen, die Grenzwerte einzuhalten. Das ist natürlich eine perfide Strategie, da die Städte damit gerichtlich zum Einfahrverbot gezwungen werden sollen. Damit umginge man die Politik. Mal sehen, ob sich die Aktivisten damit durchsetzen können. Ich glaube eher nicht, weil der Grenzwert ja im Schnitt eingehalten wird und zur Nox-Belastung auch andere Quellen, wenn auch geringer, beitragen. Auch da wird wieder die Frage aufkommen, ob jetzt der Schnitt gilt oder die worst case Betrachtung. Und wenn ja, ab welchem Zeitpunkt. Vielleicht untersucht man sogar den Grenzwert an sich und die Grundlage (die Gesundheitsgefährdung) dazu. Dann könnte der Schuss für die Aktivisten sogar nach hinten losgehen.

    Der Spiegel geht aber noch weiter und behauptet, dass es technische Probleme mit den Umrüstungen gebe. Man lässt einen Hypochonderkunden sogar einen Artikel schreiben. ?Das Auto funktioniert nicht mehr so wie vorher? wird das Schmierstück genannt. Vielleicht ist dem Autor schon einmal aufgefallen, dass genau das auch Zweck der Umrüstung war. Es sollte ja anders funktionieren. Demnach beschwert sich der Mann, dass jetzt der Lüfter im Stand nachläuft. Tja, was soll man dazu sagen? Vielleicht sollte er mal einen Blick auf andere Euro 6 Fahrzeuge werfen. Da ist das auch so. Sobald Nox reduziert wird, erhöht sich der Ruß und/oder Verbrauch. Im ersten Fall muss den zusätzlichen Ruß der Rußfilter auffangen. Das bedeutet der Filter setzt sich schneller zu und muss öfter freigebrannt werden. Wo?s brennt, wird?s heiß, wo?s heiß wird, muss gekühlt werden. Dann hat sich die Leerlaufdrehzahl von 800 auf 1.000 U/min erhöht. Ich vermute ebenso wegen der Kühlung oder viell. um die höher beanspruchte Batterie besser zu laden. Auch das ist für moderne Euro 6 Fahrzeuge nicht außergewöhnlich.

    Trotzdem ist der Kunde genervt von VW und seinem Touran. Er ist tatsächlich zu bemitleiden, aber nicht wegen seines Fahrzeugs, sondern wegen seiner psychischen Disposition.
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Überall ist der Irrtum obenauf und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität

9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerZu #770/771 - Anzahl heißer Tage

 
  
    #774
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19.07.17 15:10
Habs wieder gefunden. Eine Analyse zu den heißen Tagen. Tatsächlich ist es so, dass in den USA die Anzahl der extrem heißen Tage trotz der Erwärmung der letzten Jahrzehnte rückläufig ist. Siehe Bild links oben (rot sind die Originalmessdaten, gelb die angepassten Daten). Auf globaler Basis (deutlich unsicherere Datenlage, da weniger kontinuierlich betriebene Messstationen verfügbar) ist trotz Erwärmung kaum ein Unterschied feststellbar (Bild rechts oben).

Eine weitere Analyse der US Daten (links unten) ergibt eine Korrelation zwischen Niederschlagsmengen und heißen Tagen. Die Luft nimmt bei einer Erwärmung generell mehr Feuchtigkeit auf, es kommt zu häufigeren Regenfällen und damit zu einer kurzfristigen Abkühlung. Deshalb sollten die extrem heißen Tage eher sinken. Spielen andere, spezifische Klimaprozesse wie z.B. während des US dust bowls in den 30er Jahren mit hinein, führt die Erwärmung zu mehr heißen Tagen.

Die Verteilung (rechts unten) zeigt eindeutig, dass die Anzahl warmer Tage in den letzten Jahrzehnten (gelb) im Vergleich zu 1940 (grau) deutlich zugenommen hat, wohingegen die heißen Tage abgenommen haben.

Die Grundaussage des heute journals, dass sich in Berlin die Anzahl der heißen Tage über 30 Grad verdoppeln werde, ist damit Science Fiction oder zumindest heiße Luft. Wahrscheinlicher ist, sollte es tatsächlich so kommen, wie die Alarmisten behaupten, ein konstanteres, wärmeres und feuchteres Klima im Norden. Zum Urlaub geht's dann eben nach Berlin mit anschließendem Zelten im Regenwald an der Spree, der Papageien, Koalas und ausgestiegenen Klimajournalisten Heimat bietet.

Link zur Analyse:
https://judithcurry.com/2016/12/16/...decrease-of-hot-days-in-the-us/
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Überall ist der Irrtum obenauf und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität
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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerKlartext aus Kanada

 
  
    #775
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19.07.17 17:40

Wer die Klimakatastrophe verhindern will, darf laut Toronto Sun

  • keine Kinder haben
  • kein Auto fahren
  • nicht mehr fliegen
  • kein Fleisch mehr essen

Mit anderen Worten, wir mutierten wieder zu Planzen fressenden Affen in für Gaja akzeptabler Populationsgröße. Der Artikel listet knallhart das auf, was gemacht werden müsste und beschreibt ebenso drastisch, dass das, was in Paris beschlossen wurde, selbst bei 100% Erfüllung aller Ziele, am rechnerischen Ergebnis des theoretisch katastrophalen Klimawandels nichts ändert.

Das heißt, wir können gar nicht anders, als es darauf ankommen zu lassen. Den ganzen bullshit mit dem Herumdoktern am Energiesystem können wir uns sparen, es sei denn man zieht die nukleare Option, was aber offensichtlich nicht gewollt ist. Also ist die komplette Klimahysterie, wie hier schon mehrfach beschrieben, eine reine Showveranstaltung für die Legitimierung einer kruden Ideologie bzw. Politik.

The Wynes, Nicholas study is useful because it spells out the fundamental lifestyle and societal changes we would have to make, just to achieve the greenhouse gas reduction targets Trudeau has committed us to under the Paris climate agreement.

Ironically, even if we achieved our targets, and every other nation on Earth did the same, all it would do is doom the world to catastrophic global warming by the end of this century, according to the climate science.

But this is the fantasy world we live in when it comes to ?fighting? climate change.

The Wynes, Nicholas study illustrates just how hard seriously tackling climate change would be, despite the happy talk of politicians it will be easy.

It?s not easy. It?s hard.

It would demand a mandatory program of emission curtailment that the citizens of Canada or any other democratic country ? let?s hope ? will never accept.

There are practical steps we could take to reduce our emissions, such as 100% revenue neutral, carbon fee and dividend carbon pricing, whose sole purpose is to cut emissions, not increase government revenues, so of course our politicians aren?t interested.

We could concentrate on expanding the practical clean and green energy sources we have now, in addition to hydro power, which are nuclear energy and natural gas, the lowest emitting fossil fuel, instead of wasting our money on wind turbines and solar power, which are decades away from being able to efficiently power modern, industrialized economies like ours on demand.

Or, we can go on pretending to tackle the problem by electing politicians who are pretending to solve it, while picking our pockets clean. 

http://www.torontosun.com/2017/07/15/no-kids-no-cars-no-meat-no-flying

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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerDieselskandal - Daimler

 
  
    #776
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20.07.17 10:54

Der Offenbarungseid des Dieter Zetsche

Der Diesel-Skandal hat Daimler inzwischen voll miterfasst. Allerdings nicht, weil Volkswagen die sauberen Stuttgarter irgendwie zu Unrecht mit in den Dreck zieht.

Vielmehr wird nun öffentlich, dass Zetsche seinen Konzern dort höchstpersönlich hineinmanövriert hat. Das wurde gestern endgültig klar: Der Autobauer verkündete, er werde drei Millionen Fahrzeuge wegen unzureichender Diesel-Abgasreinigung in die Werkstätten zurückrufen. Zu groß wurde offenbar der Druck von Politikern, Juristen und Umweltschützern.

Zetsches Überheblichkeit fällt ihm nun auf die Füße

Für Zetsche ist der Rückruf ein Offenbarungseid. Er gesteht ein, dass die Abgas-Tricksereien seines Konzerns so nicht haltbar sind. Dass die Presse-Abteilung des Konzerns von einem "umfassenden Zukunftsplan für Diesel-Antriebe" schwadroniert, verschlimmert die Sache nur.

Denn ohnehin ist jedem in Auto-Deutschland nun endgültig klar: Die Mercedes-Dieselmotoren sind genauso schlecht konstruiert wie die von Volkswagen. Ob sich die Ingenieure und Manager ebenfalls gegen den Gesetzgeber, Kunden und Bevölkerung verschworen haben oder einfach nur versagten, muss nach der Razzia vom Mai juristisch geklärt werden.

Starker Tobak vom Manager Magazin, das sich damit nahtlos in die Riege der ahnungslosen Haudraufs einreiht. Zum hundertsten Mal: Die Typzulassung sieht einen Testzyklus vor, der bestanden werden muss. Ebenso sieht die EU-Regelung vor, dass die Abgasreinigung in bestimmten Zuständen zum Schutz des Motors abgeschaltet werden darf. Explizit nutzen die Hersteller diese Ausnahme vor allem bei tieferen Temperaturen. Bei den Daimler Motoren soll das ab 10 Grad der Fall sein. Es gibt andere, die bereits weit drüber abschalten. Auf gar keinen Fall ist daraus automatisch abzulesen, dass die Daimler-Motoren eine unzulässige Abschalteinrichtung besitzen. Ich bezweifle mit 99,99%iger Sicherheit, dass auch nur 1 Journalist bzw. die Staatsanwaltschaft ansatzweise dazu in der Lage wären, die technische Basis dieser Schwelle ohne Fachexpertise zu prüfen und zu beurteilen. Insofern ist die Vorverurteilung absolut unangebracht.

Ebenso die unqualifizierte Spekulation über Fehlkonstruktion, Versagen oder Verschwörung ist eine Frechheit. Zunächst einmal muss der Nachweis einer Abschalteinrichtung her. Der dürfte sehr schwierig werden.

Dann sollte man wissen, dass es hier in keinster Weise um die Klärung einer Fehlkonstruktion oder eines Versagens geht, sondern um den Spagat zwischen Kundennutzen, Kosten und Erfüllung der rechtlichen Voraussetzungen. Bei der Kaugummiregelung ist die Bandbreite der Lösungen am Markt riesig, die Unschärfe der Regelung provoziert das. Um das Eingeständnis einer etwas laxeren Auslegung der Vorlage im Rahmen eines Rechtsstreits zu vermeiden, hat sich Daimler wahrscheinlich entschieden, den damit verbundenen potenziellen Imageschaden, verursacht durch die ahnungslosen Krawallschreiberlinge in den Schreibstuben, durch eine freiwillige Serviceaktion zu umgehen.

Es geht also nicht darum, unter Druck wegen rechtlich unzureichender Abgasreinigung nachzurüsten, sondern darum, den haltlosen Angriff aufs Image durch eine relativ einfache Maßnahme zu umgehen. Alleine die Tatsache, dass diese Änderung softwaremäßig möglich ist, zeigt schon, dass damals keine bösartige Absicht dahinterstand, sonst hätte man sie ja bereits implementiert. Es sind also neue Erkenntnisse, die tatsächlich eine Verbesserung bringen oder eben eine andere Gewichtung von Parametern mit dem Vorrang für Grenzwerte und Nachteil im Kundennutzung. Eben so, wie es Daimler auch formuliert.

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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerLangsam dämmert's

 
  
    #777
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21.07.17 10:33

CO2-Ziel für Neuwagen ist nicht zu halten

Der Feldzug gegen den Dieselmotor zeigt Folgen: Die Verkaufszahlen sinken, das treibt den Kohlendioxidausstoß durch die herkömmlichen Motoren hoch. Damit drohen den Autoherstellern Milliardenstrafen. Einer kommt nun aus der Deckung.

Dabei gilt es in der Branche längst als offenes Geheimnis, dass die politische CO2-Vorgabe ohne genügend Dieselautos verfehlt wird. Nun ist das erste Schwergewicht der Industrie aus der Deckung gekommen. ?Es stellt sich die Frage, wie und ob die Ziele erreichbar sind?, sagte der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Jedes Gramm über dem Ziel kostet von 2020 an 95 Euro ? je verkauftem Auto. Jeder Hersteller hat dabei für seine Flotte ein individuelles Ziel, damit im Durchschnitt 95 Gramm erreicht werden. An der Vorgabe selbst will die Kommission zwar nicht rütteln. ?Das Ziel steht im Gesetz, Punkt?, heißt es knapp. Tatsächlich wäre es wohl illusorisch, die Vorgabe zu verändern. Schließlich müsste dazu auch das Europaparlament zustimmen, dem schon die aktuellen, im Gesetzgebungsprozess stark abgeschwächten Ziele nicht weit genug gingen.

Ein ?Schlupfloch? aber könnte es noch geben. Denn wie bei den Stickoxid-Grenzwerten wird auch für die Kohlendioxid-Grenzwerte ein neues Testverfahren eingeführt. Das 95-Gramm-Ziel muss entsprechend angepasst werden. Dort gäbe es zumindest etwas Spielraum.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...icht-zu-halten-15106856.html

Ja, richtig gelesen! Nach der Farce um das NOX-Testverfahren beim Dieselskandal will man dieselbe Taktik auch beim CO2 anwenden. D.h. das Ziel ist technisch nicht erreichbar, also wird der Testzyklus so heruntergeregelt, dass es erreichbar wird. Am Ende wundert man sich wieder, warum die Grenzwerte in der Praxis nicht erreicht werden und jeder beklagt sich, warum die Hersteller keine Strafzahlungen leisten müssen.

Mir ist es ja egal, meinetwegen kann man soviel CO2 in die Atmosphäre pusten, wie man will. Aber eine Politik/Behörde, die auf Werten besteht, um sich in der vorgeblichen, umweltpolitischen Signalwirkung zu sonnen und gleichzeitig die Gesetzgebung so gestaltet, dass der tatsächliche Effekt ausbleibt, um am Ende die Schuld an der realen "Misere" der bösen Industrie in die Schuhe zu schieben, hat ihre Legitimation verloren. Ich hoffe, dass die Hersteller dieses abgekartete Spiel nicht noch einmal mitmachen.


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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerZum Verzweifeln, aber die Erde mag uns nicht

 
  
    #778
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23.07.17 01:11

Wir sind eine bemitleidenswerte Spezies. Seit Jahrzehnten rackern wir uns ab, jegliche Gifte aus unserem Leben zu bannen. Aber kaum hat man den Wald gerettet und das Schwefeldioxid im Griff, kommt ein Ozonloch in der Antarktis um die Ecke und versaut uns die Weltenretterparty. Ging's mit dem SO2 noch halbwegs national zu - komischerweise ist hauptsächlich der deutsche Wald gestorben - wurde es mit dem Ozonloch und den FCKW richtig global. Aber auch dieses Problem wurde gewuppt, in Null komma nix sogar, weil sonst wäre ja die halbe Menschheit an Hautkrebs eingegangen. Der Ozonlochsekt war schon im Kühlschrank, aber noch bevor die ersten Korken knallen konnten, stand das Co2 auf der Matte.


So wie der Intellekt den Menschen phönixgleich aus der Asche des Animalischen hob, schien er ihn über sein Werk wieder genau dahin zurückzuwerfen. Die Frage war nur, ob zu Asche oder Tier, sprich Faulenzen oder am Rad drehen. Wie es sich für ein ängstliches Herdentier geziemt, haben wir uns für das Rad entschieden und daran ganz gewaltig gedreht. Aber es half nichts, das CO2 wollte ums Verrecken nicht weichen. Also musste man noch fester am Rad drehen und die restlichen Faulenzer nachdrücklich bitten, doch mitzudrehen. Die haben das dann auch irgendwann versprochen, wobei die größten Faulenzer die Finger gekreuzt hielten. Egal, ein Ziel war da und irgendwie würde man's schon schaukeln, auch wenn's rechnerisch gar nicht ging. 

Aber dann spielte die Welt verrückt. Konnten wir bisher noch alle Probleme lösen, bevor das nächste an die Tür klopfte, erwischte uns das NOx auf dem linken Fuß. Wir hatten gerade erst so richtig angefangen, uns und die Welt vor dem sicheren Flammentod zu retten, da pirscht sich das Stickoxid an, um uns hinterrücks die Luft abzudrehen, noch bevor der globale Rettungsring ausgeworfen war. Und wieder war der Teufel auf vier Rädern unterwegs und wieder schien er es auf Germania abgesehen zu haben. 

Wie konnte das gerade bei uns, im Land der Vorschriften und Obrigkeitsstrammen, geschehen? Erst 1998 hatte unser oberster Giftwächter, das Umweltbundesamt, die Schaffeschaffehäuslebauegrenze für NOx auf 9.000 microgramm festgesetzt, um in 2009 nochmal mit 950 microgramm nachzulegen. Und plötzlich kommt das Weltgesundheitsamt und die EU in 2010 mit 40 microgramm auf der Straße um die Ecke. Wem soll man denn da noch glauben? Der Schweißer fällt 1998 bei 9000 microgramm 2009 bei 950 microgramm tot um und der Stuttgarter Passant in 2010 schon bei 40 microgramm. Bei der Geschwindigkeit der Grenzwertabsenkungen sind wir 2020 alle tot. Da kann man wohl nix machen. Aber fies ist das schon. Hätte uns das einer vor 1.000.000 Jahren gesagt, wären wir lieber Affen geblieben. War doch gar nicht so schlecht auf den Bäumen und CO2 oder NOx gab's da sicher auch nicht. 

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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerNeue Studie zur Klimasensitivität von Co2

 
  
    #779
3
23.07.17 13:21

Professor Reinhart von der École polytechnique féderale de Lausanne hat den Treibhauseffekt von Co2 neu durchgerechnet. 

Das Interessante an dieser Studie ist, dass Reinhart kein Klimawissenschaftler, sondern Physiker im Bereich Optoelectronics ist. Dort beschäftigt er sich unter anderem mit Co2 Lasern und kennt deshalb die Strahlungseigenschaften der jeweiligen Medien mindestens so gut wie ein Klimawissenschaftler. 

Reinhart hat in seiner Studie die Wahrscheinlichkeit der Reemission von Photonen untersucht. Da die Zeit zwischen Absorption und Reemission rel. lange ist, verliert der Großteil der Co2 Moleküle seine Energie durch Kollision mit anderen Molekülen in der Atmosphäre. Das ist ein bekanntes Skeptikerargument. Reinhart untersucht aber nicht nur die stärkste Wellenlänge von Co2 (15 micrometer) sondern auch die restlichen Bänder des Infrarotbereiches. Obwohl einzeln schwach ausgeprägt trägt deren Summe deutlich zum Strahlungsefekt bei, womit er ein weiteres Skeptikerargument entkräftet. 

In Summe kommt er damit auf eine maximale (!) Sensitivität von 0,24 Grad pro Co2 Verdopplung ohne Feedbacks. Er liegt damit bei unter einem Viertel des derzeit meist verwendeten Faustwerts von 1,16 Grad. Auf die aktuelle Situation angewandt bedeutete dies, dass von der Temperaturerhöhung von ca. 1 Grad nur 0,1 bis 0,2 Grad auf das Co2 Konto gingen. Für mich allemal realistischer als die haltlose AGW Behautung von 100% und mehr. 

Der Klimawandelreligion wäre, sollte diese Rechnung korrekt sein, der physikalische Boden entzogen. Aber um den hat man sich eh nie groß gekümmert. 

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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerNochmal zum Lachgas NOx

 
  
    #780
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24.07.17 00:14
In #778 ist das nur satirisch zum Ausdruck gebracht, aber es stimmt tatsächlich. Der offizielle MAK Wert (max. Arbeitsplatzkonzentration) liegt derzeit bei 950 microgramm pro m^^3. 1998 war er sogar fast 10 mal so groß. Links siehe oben.

Heute will man die Außenluft, die natürlich sauberer sein soll, auf 40 microgramm beschränken und schafft es sogar im Mittel (siehe Grafik). Nur an extrem befahrenen Straßen überschreitet man diese vollkommen willkürlich gezogene Grenze. Auch hier sei noch einmal an den alten (vor 2010 gültigen) Grenzwert von 200 microgramm erinnert, der locker überall erfüllt wird.

Es gibt sogar noch Medien, die diese Treibjagd der Ideologen in den Amtssruben erkennen und kritisieren. Leider ist das eine einzige rühmliche Ausnahme.

http://www.focus.de/finanzen/karriere/berufsleben/..._id_7378545.html

"Ein führender Toxikologe wie Professor Helmut Greim von der Technischen Universität München bestreitet sogar die wissenschaftliche Basis der festgelegten Grenzwerte von 40 µg NOim Freien. Greim war von 1992 bis 2007 Vorsitzender der MAK-Kommission, die Luftwerte am Arbeitsplatz bewertet. Aus Sicht des erfahrenen Giftkundlers hätten Epidemiologen der Weltgesundheitsorganisation WHO diese niedrigen Werte nur errechnet und festgelegt. Aber diese seien nicht plausibel. Das habe er als Experte bei der Bundestagsanhörung bereits am 8. September 2016 deutlich gesagt.
?Die in der Umwelt, auch an dicht befahrenen Straßen gemessenen NO2-Konzentrationen sind erheblich niedriger als die Arbeitsplatzgrenzwerte,? argumentiert Greim. Es sei daher nicht plausibel, dass Überschreitungen der Grenzwerte im Freien automatisch mit Gesundheitsschäden verbunden sind...
Laut Umweltbundesamt sei die NO2-Gesamtbelastung zwischen 1990 und 2014 von 3 Millionen Tonnen auf ungefähr 1,3 Millionen Tonnen um nahezu 60 Prozent zurückgegangen, betont Greim in seiner Stellungnahme für den Bundestag. Insgesamt sei also die Stickstoffdioxid-Belastung deutscher Städte in den letzten 25 Jahren deutlich gesunken. Nur an einzelnen Messstellen direkt an Straßen würden sie gelegentlich überschritten. Für Passanten entstehe anders als am Arbeitsplatz mit erlaubten 950 Mikrogramm nur eine Kurzeitbelastung...
Daher mahnt auch der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie Matthias Wissmann zur Vernunft. ?Die Schwarz-Weiß-Malerei, die sich in Teilen von Öffentlichkeit und Politik derzeit findet, ist eher ein Zerrbild als Abbild?, kritisiert der Automann die Dieselhysterie. Mit welchen Methoden dabei gearbeitet wird, musste Toxikologe und Grenzwertkritiker Greim nach seiner Anhörung selbst erleben. In einer Kurzfassung des Bundestages steht heute noch: Er zweifele nicht an den festgelegten Grenzwerten ? das Gegenteil ist der Fall!"

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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerDie Spiegel-"Enthüllung"

 
  
    #781
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24.07.17 09:42
Mir blutet zwar das Herz, den Spiegelschreiberlingen für ihren Propagandaterror auch noch Geld in den Hintern zu schieben, aber ich werde mir wohl die aktuelle Spiegel-Ausgabe, die für soviel "Furore" sorgt, kaufen müssen, um die Vorwürfe zu beurteilen. Bisher kann ich leider nur vermuten, was da läuft.

Den BUND mit seinem Aufruf zum Verkaufsverbot würde ich an Stelle der Hersteller, unabhängig von der Substanz der Vorwürfe, sofort verklagen.
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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerErste Vermutung zur Spiegel-"Enthüllung"

 
  
    #782
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24.07.17 13:07

Im gestrigen Beitrag "Was den Autokonzernen jetzt droht" behauptet der Spiegel:

Der spektakulärste Fall: Die Konzerne haben sich über die Technik zur Abgasreinigung ihrer Dieselfahrzeuge abgestimmt und damit die Basis für den Dieselskandal gelegt. Auf Treffen berieten sie darüber, wie groß die Tanks für AdBlue sein sollten - ein Harnstoffgemisch, mit dessen Hilfe Stickoxide in die harmlosen Bestandteile Wasser und Stickstoff aufgespalten werden. Große Tanks wären teurer gewesen. Also verständigten sich die Autohersteller auf kleine Tanks. Die darin enthaltene Menge AdBlue reichte aber irgendwann nicht mehr aus, um die Abgase ausreichend zu reinigen - es half nur noch Tricksen.

Ich will meiner Analyse der "Enthüllung" nicht vorgreifen, aber wenn das tatsächlich der spektakulärste Fall der "Enthüllung" ist, dann dürfte das die größte Ente nach den Hitlertagebüchern werden. Die Vorstände hätten sich also wegen 2 Euro Fuffzig für ein 40.000 ? Auto auf kleine Tanks geeinigt. Eine blödere Begründung fällt einem wohl nicht mehr ein.

Die Realität sieht vermutlich so aus: Die Tankkosten sind vollkommen sekundär, der Behälter selbst ist ein Blasformteil im einstelligen Eurobereich. Seine Kosten sind vollkommen zu vernachlässigen. Viel wichtiger für die Hersteller ist, wie sie einen größeren Tank im Auto unterbekommen und vor allem, was man dem Kunden bzgl. Komforteinbußen und potenzieller Fahrzeugschädigung zumuten wolle.

Bevor die SCR Technik bzw. das Adblue auf den Markt kam (zum sehr kleinen Teil schon bei Euro 5, flächendeckend bei Euro 6 in 2013/2014) , war es für die meisten Hersteller klar, dass man die Adbluebetankung den Kunden nicht zumuten wollte und sollte, denn der Harnstoff greift Kunststoffleitungen an oder hinterlässt beim Verschütten unangenehme weiße Spuren auf der Teppichauskleidung oder Kunststoffverkleidungen des Kofferraums, wo sich der Einfüllstutzen manchmal befindet. Außerdem kann das Auto mit leerem Adbluetank den Typprüfzyklus nicht mehr erfüllen und ist somit nicht mehr zulassungsfähig. Eine Kundenbetankung ist also mit einigen Risiken verbunden.

Die bevorzugte Lösung der Hersteller (vor allem mit Blick auf die klagefreudigen komfortorientierten Amerikaner) war deshalb anfangs, die Adbluebetankung während des Services in der Werkstatt durch Spezialbetankung zu machen. Das bedeutete aber, dass eine Betankung für bis zu 30.000 km hätte halten müssen. Das sind mittlerweile die Serviceintervalle und natürlich ist das auch ein Verkaufsargument. Um die Abgaswerte in der Realität(!) über 30.000 km zu erfüllen, wäre nach meiner Schätzung ca. ein 50L Adbluetank erforderlich gewesen. Soviel Volumen hat kein europäisches Auto einfach so übrig, da ist in der Regel jeder cm³ für alle Ausstattungs- und Motorvarianten ausgenutzt. Außerdem erhöht dieses zusätzliche Gewicht den Kraftstoffverbrauch. Und last but not least, beim übermäßigen Einspritzen von Adblue kann der Katalysator eventuell überschüssiges Ammoniak nicht mehr abbauen. Wenn Ammoniak ins Freie gelangt, verbreitet es einen beißenden, unagenehmen Geruch und Ammoniak ist tatsächlich ein Gift!

Also musste ein Kompromiss gefunden werden. Eine Regelgrenze unterhalb der Ammoniakemissionsgefahr sowie ein kleinerer Tank könnte so ein Kompromiss gewesen sein. Ein kleinerer Tank, z.B. ca. 10L, so wie sie derzeit häufig am Markt sind, bedeutete aber automatisch, dass das Betanken den Kunden überlassen werden musste. Während der Entwicklung dieser Technik gab es aber noch keine Infrastruktur zur Adbluebetankung. Weder waren geeignete Zapfsäulen an den Tankstellen verfügbar, noch gab es genormte Kanister, die hier eingesetzt werden könnten.

Es ist vollkommen klar, dass sich die Hersteller über die Schnittstelle zum Kunden unterhalten. Dass dabei nicht nur der Einfüllstutzen oder die Entlüftung sondern auch die Tankgröße zum Gespräch wurde, ist logisch und zunächst einmal vollkommen belanglos.

Was ich mir zusätzlich vorstellen könnte, und was eventuell brisant werden könnte: Bei einer rechtlich nicht notwendigen, aber realitätsnahen Erfüllung des NOx Grenzwertes hätte der Kunde mit einem 10L Adbluetank vielleicht alle 5.000 km Adblue nachfüllen müssen. Bei Vielfahrern, die speziell zur Dieselklientel zählen, hätte das einen Nachfüllvorgnag / Monat mit entspr. hohem Risiko der Schädigung des Fahrzeugs bedeutet.

Es stellte sich also die Frage: Soll man dem Kunden diese unangenehme Nachfüllung mit den entspr. Risiken zumuten oder soll man die rechtlichen Lücken der Vorschrift nutzen, um das Intervall zu vergrößern? Legt man jetzt noch die Lächerlichkeit der NOx Grenzwerte in die Waagschale, wäre, sollte diese Thematik tatsächlich diskutiert worden sein, die Entscheidung für eine Ausnutzung der rechtlichen Schlupflöcher vermutlich klar. M.E. wäre sie, wenn denn so getroffen, auch vollkommen richtig gewesen. Ein Kartell, v.a. zur Verschwörung gegen den Kunden, sehe ich hier weit und breit nicht. Im Gegenteil, diese potenzielle Absprache wäre, wenn sie denn überhaupt stattgefunden hat, definitiv im Sinne der Kunden geschehen und vermutlich immer noch innerhalb der gesetzlichen Vorgaben.

Um die Haltlosigkeit der Spiegelbehauptung zu unterstreichen, stelle man sich die Frage einmal anders herum: Welchen Vorteil hätten die Hersteller, wenn sie pro Tank 2,50 ? sparen würden? Da alle diese Einsparnis hätten, wäre keinem geholfen. Oder noch einmal anders herum: Hätten sie sich aus welchen Gründen auch immer in Absprache für einen größeren Tank entschieden, wären diese 2,50 ? in die Kalkulation mit eingeflossen und das hätte die Autos um 5 ? durch die Bank teurer gemacht. Ist das wirklich ein Anreiz für eine Absprache? Wenn es da um Kosten ging, dann eher um die astronomischen Investitionen, die eine Anpassung der Karosserieen auf die größeren Tanks verschlungen hätte. Das sind dann aber keine Absprachen, um den Wettbewerb zu umgehen, sondern um das einheitliche Vorgehen im Spagat zwischen Recht, Kundennutzen und Investitionen zu besprechen. Ist das ein Kartell? Ich vermisse den Geschädigten.

Aber ich gehöre wahrscheinlich einer zahlenmäßig vernachlässigbaren Minderheit an, die über Gesundheitsrisiken von NOx, Entwicklungsrestriktionen im Automobilbau und die Bedeutung der EU-Abgasvorschriften halbwegs aufgeklärt ist. Wobei ich bzgl. NOx und den epidemiologischen Studien dazu selbst erst vor ca. einem halben Jahr von einem Mediziner belehrt wurde. Die in #780 geschilderten Grenzwerte und die Aussagen des Toxikologen Greim dazu sind quasi die Bestätigung.

Was ich bisher in den Medien gelesen habe, ist überwiegend eine Ansammlung wirrer und haltloser Vorwürfe, emotional vorgetragen von ahnungslosen, aber auf Krawall gebürsteten Schreibtischtätern, die sich den Takt nicht von objektiver Analyse, sondern von Umweltextremisten vorgeben lassen. Letztere betreiben, nicht selten von Staats- oder EU-Geldern finanziert, eine ideologische Hetzjagd gegen ihren politischen Gegner. Der ein oder andere Aktivist, der sich heute mit Schaum vorm Mund und öffentlichkeitswirksam für das angebliche Überleben der Menscheit einsetzt, wäre vor noch nicht allzu langer Zeit mit seinen politischen Idealen Kunde beim Verfassungsschutz gewesen. So ändern sich die Zeiten. Und ob die fragwürdige Methode der Bereicherung durch Erpressung von Firmen wegen Bagatellverstößen, wie es die DUH tut, moralisch gefestigter als eine pragmatische Handhabung des Richtlinienwildwuchses durch betroffene Unternehmen ist, darf ernsthaft bezweifelt werden.

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Überall ist der Irrtum obenauf und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität

18 Postings, 1694 Tage argarargaAdBlue

 
  
    #783
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24.07.17 16:05
"Die darin enthaltene Menge AdBlue reichte aber irgendwann nicht mehr aus, um die Abgase ausreichend zu reinigen - es half nur noch Tricksen."

Dasselbe gilt für den Dieseltank:

"Die darin enthaltene Menge Kraftstoff reichte irgendwann nicht mehr aus, um weiteren Vortrieb zu gewährleisten - es half nur noch Tricksen"

Bitte um Mitteilung, welcher Trick hier hilft ;)
 

9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerDer Offenbarungseid des Spiegel

 
  
    #784
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25.07.17 18:43
Zur aktuellen Titelstory "Das Auto-Syndikat"

Der Artikel strotzt nur so vor Unkenntnis in der Automobilentwicklung und Vorverurteilungen, und das obwohl der Spiegel nach eigenen Aussagen seinen Automobilfachmann mit jahrelanger Erfahrung in der Branche dazu abgestellt hatte. Er kommt deshalb auch immer wieder zum falschen Schluss und sehr wahrscheinlich zu haltlosen Anschuldigungen. Der Spiegel klagt laufend über das Ausmaß der Absprachen und dass ihm nicht bewusst war, dass es firmenübergreifende gleiche Standards gibt. Seit wann bitte bedeutet Unwissen von Außenstehenden ein Vergehen eines Insiders?

Der laut Spiegel "spektakulärste" Fall ist m.E. auch nicht der Teil über die Diesel Abgasreinigung, der, wie sich nach den Spiegelschilderungen herausstellt, in etwa so ablief, wie ich es oben (#782) vermutet hatte. Kartellrelevant sind für mich auch nicht die aufgelisteten Technikabsprachen, v.a. die bzgl. der Cabrioverdecke, die für der Spiegel zum Sinnbild des Kartellbetrugs kürt. Diese harmlosen Abstimmungen - in diesem Fall die freiwillige Begrenzung auf eine max. Fahrgeschwindigkeit beim Verdeckschließen aus Sicherheitsgründen - kann man vermutlich alle unter dem Thema Standardisierung von Anforderungen abheften. Speziell die Geschichte mit den Cabrioverdecken, die für den Spiegel die Wettbewerbsverzerrung beweist, ist für mich das genaue Gegenteil. Hier stellen sich die Produzenten ihrer Verantwortung und begrenzen das Risiko aus eigenem Antrieb, ohne dass ein Gesetz erforderlich wäre. Dem Spiegel ist es offensichtlich lieber, dass sich die Hersteller bei der Maximalgeschwindigkeit für Verdecke auf 200 km/h hochschaukeln, bis ein schwerer Unfall passiert, eine Familie ausgelöscht wird und der Gesetzgeber einschreiten muss. Nein, hier wurde kein Kunde getäuscht oder benachteiligt, sondern verantwortungsvoll unnötige Risiken vermieden.

Diese Absprachen machen auch aus Kostensicht absolut Sinn. Statt 5 verschiedene Anforderungen bzgl. eines Merkmals zu bekommen, richtet man die Entwicklung auf eine aus und konzentriert sich anschließend auf die wesentliche Funktion, die immer noch herstellerspezifisch geregelt ist. Der Wettbewerb der Ideen wird dadurch nicht eingeschränkt. Es sei auch angemerkt, dass jede dieser Firmen über kilometerdicke firmenspezifische Spezifikationen verfügt, die alle Mindestanforderungen an Materialien/Komponenten/Systeme detailliert regeln. Da unterscheiden sich die Hersteller nach wie vor. Außenstehenden, wie auch offensichtlich dem Spiegelfachmann, ist die Taylorisierung in der Automobilentwicklung gar nicht bewusst. Ein Gesamtsystem wird spezifikatorisch zig-mal in Teil- Sub- und Kleinstsysteme sowie Komponenten zerlegt, die von den Lieferanten lastenheftgemäß entwickelt und vom zuständigen Entwickler beim Hersteller begleitet werden. Ohne Standardisierung von Anforderungen wäre dieser Prozess bei der Proliferation der Varianten und den von Lieferanten angestoßenen Neuentwicklungen gar nicht möglich. Genau darum geht es. Bei inerhalb eines Marktsegments irrelevanten Merkmalen von neuen und ungeregelten alten Systemen einen gemeinsamen Nenner zu finden, um Kosten zusparen und Qualität zu gewährleisten. Natürlich wollte man sich wahrscheinlich mit diesen Standards auch von den restlichen Massenherstellern absetzen. Deshalb konnte man auch nicht den VDA oder andere Gremien nutzen.

Der Traum des Spiegelredakteurs, sich als Premiumhersteller gerade bei den Abgaswerten hervorzutun, ist ein feuchter. Die Realität sieht so aus, dass rechtliche Anforderungen ziemlich digital gehandhabt werden. Nicht die Übererfüllung zählt hier, sondern die Erfüllung der Mindestanforderung, um den Sticker zu bekommen, und die Mindestanforderung beim Nox ist nun mal lasch geregelt. Nur das zählt für ein Unternehmen am Ende, ob das der Schreiberzunft gefällt oder nicht. Das ist keine "Jetzt-nehmen-wir-uns-alle-an-den-Händen-und-singen-Kumbaya-Gaja-­Kumbaya-Veranstaltung", es geht um Rechtssicherheit und Profit. Selbstverständlich wird die Grenze im Wettbewerb ausgereizt und manchmal (wie bei VW in den USA) auch mal überschritten. Dann gibt's eben ne Strafe und Schwamm drüber. Das Ausreizen der Grenze aber wegen falscher Sachverhaltseinordnung als mit "Tricksen" verschleierten Betrug hinzustellen, ist eine ideologisch motivierte Irreführung des Lesers durch Medien und Politik. Die Industrie ist hier nicht Täter sondern Opfer.

Außerdem sei auch an dieser Stelle die Frage nach dem Schaden gestellt. Welches technische Feature ist dem Kunden durch diese Absprachen entgangen? Was haben andere außerhalb dieses 5er Clubs auf die Beine gestellt, was diese 5 den Kunden vorenthielten? Und wo hat das zu nachteiligen Kosten für den Kunden geführt? Wo haben diese 5 beim Dieselskandal nachweislich mehr auf dem Kerbholz als der Rest der Industrie? Ich bin gespannt auf diese Antworten vor Gericht, wenn es denn überhaupt soweit kommt.

Was kritisch werden könnte, was aber aufgrund der Ahnungslosigkeit der Spiegelredakteure nur angedeutet und nicht näher belegt ist, sind Absprachen bei der Lieferantenauswahl, die da stattgefunden haben sollen. Das kann ich mir aber fast nicht vorstellen. Die Hersteller achten schon aus Eigennutz darauf, immer mehrere potenzielle Bezugsquellen zu haben. Wer schafft sich schon gerne einen Monopolisten auf der Einkaufsseite? In unserem Segment ist das Kundenportfolio auch auf die Wettbewerber verteilt und die Vergabe ein beinharter Wettbewerb, so dass sich das auch aus meiner zugegeben beschränkten Sicht nicht bestätigt. Sollte es hier tatsächlich Verstöße gegeben haben, müssen sie natürlich geahndet werden, ob nun kartellrechtlich relevant oder nicht.

Das Autorenteam schwadroniert von Milliardenschweren Strafzahlungen, die den 5 Automobilherstellern wegen ihres unterstellten Kartells drohen sollen und verweist auf die LKW-Kartellstrafe in Höhe von 2,9 Milliarden Euro. Nur leider gibt es bisher 2 ganz entscheidende Unterschiede zwischen den beiden Sachverhalten. Erstens gab es bei den schweren Jungs definitiv Preisabsprachen und zweitens waren dort alle Hersteller (bis auf Scania, das eine Sonderrolle mit den sowieso höchsten Preisen am Markt einnimmt) dabei. In diesem Fall ist bisher mit keinem Wort von Preisabsprachen die Rede und es sind auch nur 5 Hersteller, die immer noch im Wettbewerb mit anderen internationalen Herstellern stehen. Dann stellte sich die Frage nach dem Vorsatz. Wäre den beteiligten Unternehmen klar gewesen, dass es hier hauptsächlich um widerrechtliche Belange geht, hätte man diesen Club nicht auf 60 Arbeitskreise und 1.000 Treffen aufgeblasen. Zu vermuten ist daher eher, dass das ein Standardisierungs- und Strategiekreis ohne böse Absichten war, der vielleicht in ein paar Punkten über den rechtlichen Rahmen hinausgeschossen ist. Von einem Kartellskandal ist man damit nach den bisherigen Spiegelschilderungen weit entfernt. Sollten aber im Verlauf der Ermittlungen tatsächlich Preisabsprachen nachgewiesen werden, kann man das ganze Spiegel Pillepalle von den Technikabsprachen vergessen, dann ist es ein Kartell und ein Skandal.

In Summe: Sollte das alles sein, was da im Spiegel kritisiert wird, riecht es stark nach abgestandenem Bier. Da wird vermutlich eine Mücke zum Elefanten aufgeblasen, weil man nicht die leiseste Ahnung hat, von was man eigentlich spricht, aber trotzdem gerne Blut bei der Nr. 1 der Industriezweige sehen möchte. Unterm Strich eine peinliche Offenbarung der Gewissen- und Ahnungslosigkeit im entspr. Spiegelressort.

Im Rahmen der Absprachen unter den 5 Herstellern ist man vermutlich an der ein oder anderen Stelle etwas zu unvorsichtig gewesen und hat evtl. den ein oder anderen Lieferanten benachteiligt, weshalb VW vorsichtshalber schon vor einem Jahr und Daimler, wahrscheinlich wegen der hauseigenen LKW Affäre sensibilisiert, noch deutlich früher einen Hinweis auf eine mögliche Kartellrechtsverletzung einreichte. Nachdem das Thema jahr(e)lang keinen interessierte, stolpert plötzlich ein auf Krawall gebürsteter Spiegeljournalist darüber, riecht in Verbindung mit dem Dieselskandal Lunte und wittert den nächsten großen Superskandal, in dessen Licht er sich sonnen könnte. Von Enthüllung ist da zunächst einmal keine Spur! Eine wahllose Auflistung und falsche Einordnung von Sachverhalten im Rahmen firmenübergreifender Standardisierungstreffen sind noch lange keine Enthüllung eines Kartellskandals. Auch die große Anzahl von Arbeitskreisen und Treffen mag einen einfältigen Schreiberling überraschen, aber im Vergleich zu einer Autoentwicklung ist das Pipi mit etwas Fanta drin. Erstaunlich nur, wie explosiv der Rest der Presse- und Politikmeute darauf anspringt. Die Vorverurteilungen wurden in die digitale Welt geschossen, als hätte man einen Kinderschänderring in der Vorstandsetage aufgedeckt. Selbst die FDP wollte da nicht mit versteckter Kritik zurückhalten. Kein einziges Hühhh weit und breit. Ein Armutszeugnis.

Mich würde viel mehr interessieren, wie die VW-Selbstanzeige von der Kartellbehörde/EU zum Spiegel gelangt ist. Wollte sich da ein Bürokrat/Politiker die Gunst der Schreiberlinge kaufen und lässt die Industrie dafür bezahlen? Oder war das gar ein Erpressungsversuch von der EU, bei den Beschuldigten, vor allem VW, nach der Absage beim Dieselskandal abzukassieren? Das und die Ahnungslosigkeit des Spiegel sind für mich der größere Skandal, zumindest auf Basis dessen, was da veröffentlicht wurde. Der übergeordnete Riesenskandal ist, dass es Umweltextremisten in die Politik und in die Stempelzentralen der Bürokratengilde schaffen, um ihre Ideologie in Grenzwerte zu gießen und ganze Industriezweige vor sich hertreiben können wie bei einer Treibjagd.
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Überall ist der Irrtum obenauf und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität

9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerNochmal zum Kartellvorwurf

 
  
    #785
26.07.17 13:18

Bereits 2014 hat Daimler den Behörden einen potenziellen(!) Verstoß gegen das Kartellrecht gemeldet. Achtung, keine Selbstanzeige! Das war mitten in der Phase, in der das Unternehmen den eigenen LKW-Kartellfall aufarbeitete und die Unternehmenskultur drastisch änderte. Das Kartellrecht sieht explizit eine Kronzeugenregelung nach amerikanischem Vorbild vor. Demnach geht der erste, der einen Verstoß meldet, komplett straffrei aus, der Zweite bekommt nur 50% und der Rest bekommt je nach Geschäftsauswirkung die Strafe. Die Daimlerinformation war also eine Art Selbstschutz, weil der Konzern, sensibilisiert durch das LKW Kartell, eine Wiederholung unter allen Umständen auch nur ansatzweise vermeiden wollte. In Verbindung mit der Tatsache, dass Daimler auch danach, wenn auch in kleinerem Umfang noch an den Treffen teilgenommen hat, belegt quasi die überwiegende Harmlosigkeit des Clubs.

Seit 2014 brütet nun die EU daüber, ob die Absprachen in dem Club überhaupt kartellrelevant sind und kommt 3 Jahre lang ... zu keinem Ergebnis! Selbst im Juli 2016, als VW wahrscheinlich Wind von der Daimlerinformation bekam und wieder ohne Selbstanzeige eine Information über seine Teilnahme an potenziell kartellrechtlich relevanten Absprachen an die Behörde nachreichte, um sich worst case die eventuell 50% Straffreiheit zu sichern, war noch über ein Jahr lang nichts von der EU zu hören. Die Behörde hat also in den 3 Jahren seit dem Daimlerhinweis noch nicht einmal ein Kartellverfahren eröffnet, obwohl 2 Hinweise von Teilnehmern und Tonnen an Material vorhanden waren. Jetzt plötzlich, wo sich der Dieselskandal auf die Premiumhersteller ausweitet und kurz vor den deutschen Wahlen, kommt diese alte Kamelle auf den Tisch. Nach 3 Jahren Desinteresse und ohne jegliche Brisanz mutiert das Thema über Nacht von der Karteileiche zum größten Industrieskandal ever und zur obersten Chefsache. Das soll Zufall sein? 

Ich bin mir relativ sicher, dass da ein politischer Schmuh im Hintergrund läuft. Entweder, um die Hersteller oder die deutsche Politik, die viele EU-Vorhaben (Schuldenvergemeinschaftung, Schuldenerlass für die Problemländer, CO2 Steuer, EU-Reform, etc. [ohne diese Themen bewerten zu wollen]) blockt, zu erpressen, oder um ein politisches Ablenkungsmanöver zu starten. Worst case könnte auch tatsächlich etwas dran sein und jemand hatte 3 Jahre lang die schützende Hand drauf. Wir werden es sehen. Bisher spricht nicht viel für die letzte Alternative.

Das alles sollte man bei all der Aufregung um diesen angeblichen Riesenskandal nicht vergessen, wenn man das Thema bewertet. Der Spiegel dürfte hier nur Handlanger in einem abgekarteten Spiel sein. Von wegen Enthüllung.

PS 1: Ich kann BMW gut verstehen (s. den ersten Link oben)

PS 2: Endlich ein vernünftiger Kommentar in der Presse

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9025 Postings, 4809 Tage lumpensammlerKommt Zeit, kommt Rat

 
  
    #786
27.07.17 22:04

Denkste!

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Journalist auf noch tieferem Niveau arbeiten kann als diese Dame hier mit ihrem verschwörungstheoretischen Machwerk "Nichts gesehen, nichts gemerkt".

Es geht los in der Einführung, wo die "Kritker" der Diesel- und Kartellskandale mit ihrem Urteil vom "organisisertem Staatsversagen" zitiert werden. Nun ja, das ist die Gegenposition zur Autoindustrie bzw. zum Verkehrsministerium. Die Äußerung stammt von LobbyControl und der DUH, die mit fragwürdigen Methoden Firmen erpresst. Ob diese Kritker das moralische Nonplusultra sind und ob sie denn mit ihrer Einschätzung sachlich richtig liegen, wird aus gutem Grund nicht erörtert, aber implizit dem Leser mit auf den weiteren holprigen Weg des Artikels gegeben. Wieso eigentlich? Weil NGOs nur die Wahrheit sagen und keine Eigeninteressen haben? Und wieso kommt keiner der Angeschuldigten zu Wort?

Weiter geht's mit einer pauschalen und sachlich falschen Klatsche für die Autoindustrie: "Nur eines ist noch dicker als die Luft in vielen deutschen Innenstädten zurzeit: die Atmosphäre in der Automobilwirtschaft. In den Städten mag sie durch Dieselstaub und Kohlendioxidpartikel verpestet sein ...". Zu der Dame, die sich interessanterweise vornehmlich mit der Wirtschaft beschäftigt, ist bisher anscheinend noch nicht durchgedrungen, dass CO2 ein Gas ist und deshalb nicht in Partikelform vorliegt. Ihr scheint auch nicht bewusst zu sein, dass CO2 kein Gift sondern die chemische Eingangsgröße für die Photosynthese ist, um Sauerstoff zu produzieren. Zitat Wikipedia: "Die oxygene Photosynthese ist der bedeutendste biogeochemische Prozess der Erde und auch einer der ältesten. Sie treibt durch die Bildung organischer Stoffe mittels Sonnenenergiedirekt und indirekt nahezu alle bestehenden Ökosysteme an". Die Charakterisierung "Verpesten" ist damit das genaue Gegenteil der chemischen Wirkungen von CO2. Daran ist auch das Maß der Verdummung unserer Gesellschaft in Bezug auf Klimadebatte und CO2 zu erkennen. Die Verfasserin meint vermutlich die Strahlungseigenschaften von CO2 und deren Temperaturauswirkungen. Aber selbst da sehe ich keinen Zusammenhang mit einer "Verpestung". Aber ich kann die Dame trösten. Diese Bildungslücke ist zum neuen Standard in der heutigen Medienlandschaft geworden.

Danach versteigt sich die bestens informierte Dame in die übliche Verschwörungstheorie, "die Konzerne hätten sich darauf geeinigt, mit welchen Technologien sich allzu strenge Abgasvorschriften umgehen lassen und was zu welchem Preis verbaut wird. Das nämlich wäre illegal. Ein Riesenskandal. ". Dazu habe ich in #782 schon genug geschrieben. Der generelle Denkfehler der ahnungslosen Journalistin und der meisten ihrer Kollegen ist, dass sie der Industrie eine Betrugsabsicht zum eigenen Vorteil unterstellt, wie sie z.B. bei VW und dem eigentlichen Dieselskandal in den USA vorliegt. Das ist in Europa überwiegend nicht der Fall. Die Autokonzerne hätten sich dazu auch nicht großartig absprechen oder verschwören müssen. Denn die Abgasthematik wird seit Jahrzehnten genauso gehandhabt. Umweltministerien und Behörden definieren einen extrem niedrigen Grenzwert, der in der Praxis zumindest anfangs schwer einzuhalten ist, aber durch Nachverhandlungen nur über einen relativ laschen Typprüfungszyklus inkl. einer Abweicherlaubnis nachzuweisen ist. Das war der Politik, den Behörden, Prüfern und Herstellern schon immer bewusst, denn dort hatte man das ja ausgehandelt. Man kann das natürlich einen Kuhhandel nennen, aber man hätte es auch einfacher haben, die Grenzen höher ansetzen und den Typprüfungszyklus samt seiner Ausnahmeregelungen realitätsnah gestalten können. Das Ergebnis wäre dasselbe gewesen, aber die Umweltaktivisten hätten sich dann nicht in niedrigen Grenzwerten sonnen können. So lebte man eben den Kuhhandel und die tatsächlichen Emissionen gingen ja auch Jahr für Jahr und Jahrzehnt für Jahrzehnt nach unten. Im Übrigen müsste man mit der Argumentation der Beleidigten wahrscheinlich 50% der technischen Produkte vom Markt nehmen. Alle Leistungsmerkmale sind immer an Bedingungen geknüpft, die in der Realität fast immer anders sein werden. Ein Elektromotor hat einen deutlich schlechteren Wirkungsgrad als angegeben wird, wenn er heiß läuft oder bei +40°C statt bei +10 °C betrieben wird, ein Solarpanel kommt in der Praxis nur extrem selten auf die angegebene Leistung, trotzdem spricht jeder von einem kW Panel, etc. Diese Realität wird von den Beleidigten komplett ausgeblendet und an die Stelle erlaubter Abweichungen zw. Realität und Prüfstand tritt der gefühlte aber unterstellte Betrugsvorwurf oder wenigstens der der Trickserei. Als dann tatsächlich der VW-Betrug in den USA publik wurde, übertrug man dieses Fehlverhalten ungeprüft und zu Unrecht auf alle Hersteller sowie alle Autos in Europa und war noch beleidigter, als man feststellte, dass der vermeintliche Betrug nicht geahndet werden konnte, weil sowohl die Technik der Autos als auch der rechtliche Rahmen ganz andere sind.

Ich erkläre das so ausführlich, weil es der zentrale Denkfehler ist und alle folgenden falschen Anschuldigungen darauf zurückzuführen sind. Die Autorin spinnt dann die große Verschwörungstheorie, dass jahrelang alle - damit sind Politiker, Ministerien, Behörden, TÜV etc. gemeint - absichtlich bei diesem Riesenbetrug weggesehen hätten. Richtig ist, sie haben tatsächlich nichts getan, weil sie den Hintergrund kannten und es in den allermeisten Fällen sinnlos war, denn die Vorschriften wurden erfüllt. Gekümmert hatte es früher auch keinen, weil man zu Recht nicht hinter jeder Ecke den hinterhältig lauernden Gifttod vermutet hatte. Heute erkennt aber keine postmoderne Geistesgröße einen Widerspruch, wenn der Schweißer oder der Koch frohen Mutes und sich bester Gesundheit erfreuend nach 8 Stunden Schuften unter zulässigen 950 µm/m³ NO2 heimgehen kann, wohingegen der arme Stuttgarter Passant bei theoretisch offiziell nicht mehr zulässigen 41 µg/m³ unverzüglich tot umfällt, obwohl erste Körperreaktionen (leicht erhöhter Atemwiderstand) erst bei 2.900 µg/m³, also dem 70-fachen, messbar sind und statt der worst case LNT Betrachtung die positive Wirkung einer wahrscheinlichen Hormesis gar nicht bedacht wird. Das gleiche Muster wie bei der Verteufelung der Kernenergie.

Dann geht es weiter im Qualitätsartikel mit der großen deutschen Verschwörungstheorie: "In den Dieselskandal waren in Deutschland viele Behörden involviert: das Kraftfahrt-Bundesamt, das dem Verkehrsministerium unterstellt ist; das Wirtschaftsministerium, dem das Kartellamt untersteht; die Technischen Überwachungsvereine, das Umweltministerium sowie das Justizministerium, der Verkehrsausschuss, der parlamentarische Untersuchungsausschuss und schließlich das Umweltbundesamt. Sie alle wollen nichts gewusst und nichts gemerkt haben von den Manipulationen." Zunächst einmal gibt es bisher so gut wie keine nachgewiesenen Fälle von tatsächlichen Manipulationen nach dem VW-USA-Muster (bei den zuletzt bekannt gewordenen paar tausend Audis bin ich mir allerdings nicht ganz sicher). Was es allerdings gibt, ist die weit verbreitete Ausnutzung der rechtlichen Schlupflöcher bis in die extremsten Graubereiche. Wahrscheinlich gibt es sogar Fahrzeuge, die genauso unterwegs sind wie die VW Diesel in den USA, aber sie dürften mit großem Abstand die Ausnahme darstellen. Die derzeit laufenden freiwilligen Umrüstungen haben meist das Ziel, das Gap zwischen Prüfstand und Realität zu verkleinern. Glaubt diese Dame allen Ernstes, dass ein tatsächlicher, flächendeckender Großbetrug, von dem so viele Beteiligte in Politik, Behörden und Industrie wissen und wo zudem ein Teil der Beteiligten ganz andere Interessen hat, als Handlanger einer theoretisch betrügerischen Autoindustrie zu werden, über Jahrzehnte hinweg auch nur ansatzweise möglich wäre? Bei so einem Verdacht muss man schon mit einem erheblichen Realitätsverlust gesegnet sein. Und selbst wenn es diese "Verschwörung" gäbe, stellte sich dem Pragmatiker die Frage nach dem Schaden. Ob wir nun im Schnitt 20 µg oder 18 µg NOx bzw. am Stuttgarter Neckartor 85 µg statt 89 µg in der Luft haben, ist sowas von Schnuppe. Dieser Frage wird aber mit keiner Silbe nachgegangen. Das würde ich mir aber als potenziell Betroffener so eines großen Betrugs als Minimum der Aufklärung von einem Journalisten erwarten. Mit welchen gesundheitlichen Einschränkungen und Risiken muss ich denn nun leben? Hätte der angebliche "Betrug" tatsächlich aber gar keine Auswirkungen, würde mich eher interessieren, wie es zu den sinnlosen Grenzwerten und den unnötigen Kosten, die ich als Verbraucher dadurch trage, kam und ich wäre sogar den Konzernen dankbar, dass sie nur das Minimum zur Erfüllung der sinnlosen Vorschriften gemacht haben.

Weiter geht's mit der Feststellung: "Umweltverbände wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wiesen seit Jahren darauf hin, dass die Abgaswerte von zugelassenen Fahrzeugen fehlerhaft seien." Aha, "fehlerhaft". Was soll das heißen? Dass der Wert falsch gemessen wurde? Dass er falsch aufgeschrieben oder mitgeteilt wurde? Ich sehe keine Fehler. Gemeint ist wohl wieder der Unterschied zwischen Prüfstand und Praxis. Dazu ist bereits alles gesagt, aber alleine die Bezeichnung ?fehlerhafte Abgaswerte? legt den Verdacht nahe, dass der Sachverhalt von der Autorin und der zuständigen Redaktion noch nicht einmal im Ansatz begriffen wird.

Danach beklagt sich die Dame bitter über den Einfluss der bösen deutschen Autolobby in Brüssel und zählt penibel deren 112 Mitarbeiter in Brüssel auf. Dass diese in Brüssel einer Übermacht aus 36 Umweltverbänden und NGOs gegenüberstehen, deren Top 10 alleine schon 150 Mitarbeiter beschäftigen, bleibt unerwähnt. Die unzähligen Vertreter der Erneuerbaren und der Energieversorger, die mit der Elektromobilität ebenso gegensätzliche Interessen vertreten, sind da noch gar nicht mit eingerechnet. Brüssel erinnert wohl eher an ein spezielles grünes Etablissement als an einen Regierungsapparat. Es gibt auch von der Autoindustrie unabhängige Stimmen, die das Gegenteil der Autorin behaupten, nämlich, dass rund um die EU eine Antiautolobby das Sagen hat. 

Zum Ende hin ergeht sich die Dame in Wehklagen, dass die bösen Lobbyisten härtere Testvorschriften z.B. Praxistests verhindert hätten. Dabei fällt ihr der Widerspruch in ihrer Argumentation gar nicht auf. Wenn sie den Herstellern einerseits Manipulation vorwirft, weil sie nur die Anforderung des derzeitigen Prüfzyklus aber eben nicht die des Praxisbetriebs erfüllen, andererseits aber härtere Tests fordert, um auch eine wirksame Abgasreinigung in der Realität zu gewährleisten, ist das was nochmal? Dann wird die große Toleranz bei den bereits verabschiedeten zukünftigen Praxistests von 110 % beklagt: "unabhängige Kontrollen sehen anders aus ... und eine europäische Aufsicht dennoch besser als ... die Vernebelungstaktik der Deutschen". Zunächst einmal widerspricht sie sich hier wieder, denn gerade war noch davon die Rede, dass die Autolobby die EU fest im Griff habe, jetzt wäre die Aufsicht dort plötzlich besser aufgehoben als im vernebelten Deutschland. 

Wer CO2 als Giftpartikel beschreibt, von dem darf man wohl auch nicht verlangen, dass bei Messungen immer Toleranzen angegeben werden müssen und im Fahrbetrieb allemal, da sie erstens unter variablen Bedingungen ablaufen, zweitens die Technik zur Aufnahme und Verarbeitung der Messdaten notgedrungen eine andere, tendenziell ungenauere, sein muss, drittens nicht alle laufenden Fahrzeuge grundlegend in so kurzer Zeit geändert werden können und viertens eine genaue Einhaltung unter allen Bedingungen zu allen Zeitpunkten gar nicht möglich ist.

In Summe: Wenn ein "angesehenes" Medium einen Artikel mit so vielen sachlichen Fehlern, falschen Darstellungen von Sachverhalten, Lücken und logischen Widersprüchen veröffentlicht, kann man gut und gerne von einem Offenbarungseid sprechen. Vielleicht sind die Mittel im Mediengewerbe mittlerweile so knapp, dass sich die Gegenleistung entsprechend anpasst.

PS: Einer der Links im Artikel führt zu einem Kurzartikel, der nur 5 wesentliche Punkte des Kartellskandals auflistet. 3 davon sind sachlich falsch! Welchen Anspruch haben eigentlich die großen Medien heute noch? Mindestens ein Drittel sollte stimmen? Wobei, selbst diese unterirdische Schwelle hätte der vorliegende Beitrag bei weitem verfehlt.


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Überall ist der Irrtum obenauf und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität

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