Top-Foren

Forum Stunde Tag
Gesamt 478 2362
Talk 430 1975
Börse 31 264
Hot-Stocks 17 123
Rohstoffe 5 74

Globale bärische Deflations-Tendenzen

Seite 1 von 2
neuester Beitrag: 16.02.13 12:42
eröffnet am: 31.10.12 12:53 von: A.L. Anzahl Beiträge: 28
neuester Beitrag: 16.02.13 12:42 von: Anti Lemmin. Leser gesamt: 6407
davon Heute: 2
bewertet mit 20 Sternen

Seite: Zurück 1 | 2 Weiter  

2436 Postings, 1007 Tage A.L.Globale bärische Deflations-Tendenzen

 
  
    #1
20
31.10.12 12:53
Die nicht enden wollende Weltfinanzkrise - die 2008 mit dem Lehman-Kollaps begann - ist teils eine Spätfolge der US-Subprime/Banken-Krise, die auch bei vielen europäischen Banken zu horrenden Verlusten geführt hat und noch führen wird (Leichen im Soffin-Keller), geht aber auch auf Versäumnisse und hedonistische Vorstellungen europäischer Politiker inkl. EZB-Notenbanker sowie auf die Fehlkonstruktion des Euro (Währungsgemeinschaft ohne gemeinsame Fiskalpolitik) zurück.

In diesem Thread möchte ich - der laufenden Entwicklung Rechnung tragend - ein Forum zum Generalthema "globale bärische Deflations-Tendenzen" schaffen. Hier soll also die These diskutiert werden, ob als Spätfolge der Weltfinanzkrise nach 2008 - die der USA-Bärenthread 2007 vorausahnte - nun der gesamten Weltwirtschaft "japanische Verhältnisse" drohen.

Nach meiner Sicht der Dinge wird es den Zentralbanken nicht gelingen, durch "künstlich erzeugte Inflation" - d.h. mittels "finanzieller Repression" - eine Inflation alten Zuschnitts zu erzeugen (darauf wettet u. a. Bernanke). Inflation entsteht in wirtschaftlich guten Zeiten durch die Lohn-Preis-Spirale. Diese setzt aber voraus, dass es keine Massenarbeitslosigkeit (wie jetzt in den PIIGS und kaschiert in USA) gibt, weil sonst kein Lohndruck aufkommen kann. Außerdem muss die Wirtschaft dazu ihr Potenzialwachstum erreichen, was zurzeit wegen der Deflationstendenzen nicht der Fall ist.

Politiker in USA, BG, Japan und neuerdings auch in Europa versuchen, die Spätfolgen der Kreditexzesse bis 2007 durch gigantische keynsianische Konjunkturprogramme zu kompensieren. Diese brachten zwar pro forma (Aktienstände) eine Erholung, führten jedoch in vielen Ländern - darunter den  PIIGS, USA, GB und Japan - zu horrenden und kaum mehr rückzahlbaren Staatsverschuldungen. Selbst USA hat inzwischen die 100 % Marke erreicht. Vor allem schuf QE nur wenig neue Arbeitsplätze.

Nach gängiger Theorie gilt ein Staat als ökonomisch "todgeweiht", wenn er mehr als 40 % seiner Steuereinkünfte für den Schuldendienst aufwenden muss. Schwindet infolgedessen das Vertrauen, wird die Neuverschuldung - wie jetzt in Griechenland und z. T. in Spanien - über den freien Markt kaum mehr möglich. Deshalb ist Griechenland auf laufende EU-Hilfsgelder angewiesen - und Spanien auf stützende EZB-Staatsanleihenaufkäufe via ESM. USA, GB und Japan können sich zwar dank eigener Notenbanken fehlendes Geld "drucken", doch auch dies führt mittelfristig zum Vertrauensschwund in die Solidität der Staatsfinanzen und der jeweiligen Währungen - vor allem wenn die mit QE einhergehende Staatsschulden-Quote nachhaltig die 100 % Marke überschreitet. Die Staatsverschuldungen halten bei QE-Maßnahmen daher sozusagen "den Deckel drauf".

Japan geht diesen Weg seit 2000 - ohne Erfolg, wie westliche Ökonomen kritisierten. Denn das massive Gelddrucken in Japan, das die Schuldenquote auf aktuell über 230 % anstiegen ließ, konnte die Deflation in Japan nicht aufhalten. Der Nomura-Ökonom Richard Koo verteidigt in seinem Buch "The Holy Grail of Macroeconomics" diese Maßnahmen damit, dass Japan anderenfalls eine Große Depression (ähnlich der in USA 1930 ff.) gedroht hätte. Durch das Gelddrucken wurde zwar die Deflation nicht eingedämmt, sagt Koo, wohl aber wurde der ganz große Absturz, der sonst beim Rewind der Japan-Kreditblase aus 1990 gedroht hätte, vermieden. Daher sei QE in Japan dennoch als Erfolg zu werten - auch wenn damit die Deflation nicht "weginflationiert" werden konnte.

Diese Erfahrung steht westlichen Notenbankern von Bernanke bis Draghi mMn noch bevor. Die meisten westlichen Ökonomen (Krugman und Co.) glauben noch, dass es den Notenbanken mittels der laufenden Inflationierungspolitik (QE, LTRO) gelingen wird, eine weltweite Deflation zu vermeiden. Hedgefondsmanager Soros und m. E. Warren Buffett sehen sogar in der Inflationierung die einzige und letzte Chance, die Weltwirtschaft auf  Potenzialwachstum zu bringen und die überschuldeten Staaten zu entschulden.

Mein Gegenargument lautet, dass der Deflations-Druck aus dem laufenden Unwind vormaliger Kredit- und Spekulationsblasen zu stark ist, als dass die Notenbanken mit künstlicher Inflation (QE/LTRO) dagegen halten könnten. Grund ist nicht zuletzt der extrem "schwere" Hausmarkt (in USA 5 Billionen Dollar), der sich durch staatliche Interventionen (inkl. Notenbank-Aktionen) nicht künstlich heben lässt. Der freie Markt lässt sich nur begrenzt durch Notenbank-Manipulationen außer Kraft setzen. Die Notenbanken werden mit ihren Staatsanleihen-Aufkäufen allenfalls eine weitere Blase in Aktien und Rohstoffen zustande bringen (dort gibt es Futures, im Hausmarkt nicht). Deflationstendenzen können sie damit aber nicht eindämmen. Daher werden sich mittels QE herbeigeführte Assetblasen (inkl. in Rohstoffe und Aktien) auch langfristig nicht halten. In Japan hat sich der Nikkei seit 1990 trotz QE (seit 2000) gefünftelt.

Dies entspricht meiner aktuellen Sicht der laufenden Entwicklungen - was nicht bedeutet, dass es auch so kommen muss. Inflations- und Goldjünger werden dagegenhalten, dass die Welt "wegen des Gelddruckens" kurz vor einer Hyperinflation steht. Diese Erwartung wird nicht zuletzt durch die  laufende Inflationspropaganda in den Medien geschürt, die "mental" bzw. psychologisch die Inflationierungspolitik der Notenbanken stützen soll. (Notenbanker wie Bernanke setzen auf das Wecken von Animal Spirits - Stichwort: Behavioral Finance - mit dem neue Blasen aufgepumpt werden sollen, idealerweise auch im fundamental angeschlagenen Immobilienmarkt bzw. faulen Immo-Schuldpapieren.) Wohl dem, der Propaganda von Realität - und vor allem Machbarkeit - zu unterscheiden weiß.

Viele bei Ariva (und anderswo) werden wegen der grassierenden Inflations-Propaganda obige Erwartung einer "übergeordneten Deflation" - die sich mit den Thesen von Richard Koo deckt - für falsch oder uninteressant halten. Dies sei jedem unbenommen. Die Diskussion darüber ist mir dennoch wichtig, weil ich sie für die Abschätzung der wirtschaftlichen Lageentwicklung in den kommenden Jahren für unverzichtbar halte. Um die Diskussion auf angemessenem Niveau führen zu können und um Spammer rauszuhalten, werde ich diesen Thread ebenfalls als geschlossene Gruppe (mit dem bestehenden Stammbären-Filter) verwalten.

Wer hier postet, sollte folgende Leitlinien akzeptieren: Kennzeichen dieses Threads soll eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion sein - mit möglichst wenig persönlichen Querelen, Beleidigungen und sinnlosen Hahnenkämpfe. Wer nachhaltig stört, Unfrieden stiftet und/oder andere Mitglieder beleidigt, rassistische Sprüche klopft oder braune Propaganda verbreitet, wird nach Verwarnung aus der Stammbärengruppe gelöscht bzw. auf "Ignore" gesetzt.  
Seite: Zurück 1 | 2 Weiter  
2 Postings ausgeblendet.

2436 Postings, 1007 Tage A.L.Japan: Lage schlimmer als "nur" Deflationfalle

 
  
    #4
3
01.11.12 08:39
Nov. 1, 2012, 12:01 a.m. EDT
Japan is in worse than a deflationary trap
Commentary: One-time powerhouse, it"s withdrawing from the stage
By Barry Wood

TOKYO (MarketWatch) ? A couple years ago, an American journalist 10 years resident in Tokyo offered a provocative assessment: Japan, he said, had decided to gracefully withdraw from the world stage.

This month, during my first return to Japan in a decade, I put that assertion to an English friend who had lived even longer in Tokyo. "That"s about right," he said, "battered by deflation and a overly strong currency, the Japanese have concluded that they can"t compete with a rising China and are withdrawing into themselves."

These startling conclusions prompted a reflection to a visit 29 years earlier. In the autumn of 1983, I accompanied an industrial study mission of two dozen American executives eager to learn how America could combat the competitive threat posed by a resurgent Japanese economy.

In a whirlwind two weeks, the American industrialists were lectured by experts and visited export enterprises throughout the country. We toured auto plants, shipbuilders and, most interesting of all, the Yamazaki Machine Tool Co. (JAQ:JP:6147)   in Nagoya.

There we found a new factory the size of a football field where 20 industrial robots did all the work. The mobile robots ? lights flashing above nameplates of Disney characters ? whizzed down aisles delivering materials to workstations where computerized grinders milled precision components for the auto industry.

In the entire facility we counted three workers. We were informed that not a single worker was assigned to the fully automated overnight shift. Company executives expressed pride that Japan had recently overtaken the United States is manufacturing machine tools.

On the bus ride to the hotel, one of our party declared, "Boys, the game is up. There"s no way we can compete with that."

Fast forward to 2012 and the future didn"t turn out quite the way the sobered industrialists expected. Japan"s 27-year long dominance in machine-tool production came to an end two years ago. China, where production costs are 40% lower, has seized the top spot even though the Japanese emphasize that they continue to lead in quality.

Pummeled by a strong currency and two decades of deflation, Japanese companies are shifting production to China and elsewhere. Japan"s industrial core is eroding and threatened with being hollowed out, as happened in parts of the U.S. rust belt.

Growth figures tell the tale of relative decline. From 1953 to 1973, a still-rebuilding Japan grew by 9% annually. From 1974 to 1990 growth in gross domestic product slowed to 4.2% while from 1991 to the present growth has barely been positive, averaging a mere 0.5% annually. [Das droht mMn auch USA und Europa, siehe Eingangsposting, A.L.]

What went wrong? How did a nation with world-class companies, a highly educated work force, and a well-deserved reputation for efficiency and discipline descend into protracted decline?

The high point of the Japanese economy appears to have been 1989 when property prices peaked and Tokyo"s main stock market index touched a record high of 39,000. By 2007 the stock market had recovered to 18,000, but since then it has fallen another 50% to the current 9,000.

Since Japan's asset bubbles burst over 20 years ago, policy makers have persistently fiddled with the levers of monetary and fiscal policy but their efforts have spectacularly failed.

Meanwhile, the exchange rate of the yen (USD/JPY), regarded as a reflection of the nation's economic health, has steadily appreciated from the 227 to the dollar that prevailed in 1983 to a mere 78 yen today. Phillip Suttle, chief economist at Washington"s Institute of International Finance, believes the yen is overvalued by half and should trade in the range of 130 to the dollar. [vgl. meine Tradingempfehlung am Ende von # 003, A.L.] At any rate, the currency's rise has done little to reduce Japan"s chronic balance of payments surplus. Japan remains the largest foreign holder of U.S. treasuries....

Meanwhile, the brutal deflation that accompanied the bust persists. Falling prices have translated into massive wealth destruction. Stop-and-go monetary and fiscal stimulus accomplished little. Consumer prices have declined for seven of the past 10 years.

There is no clear path out of the deflationary trap. Federal Reserve Chairman Ben Bernanke, then a professor at Princeton, counseled the Japanese in 1999 to open the monetary floodgates. "Japanese monetary policy," he wrote, "seems paralyzed, with a paralysis that is largely self-inducted. Most striking is the apparent unwillingness of the monetary authorities to experiment, to try anything that isn"t absolutely guaranteed to work."

[A.L.: Bernanke höchstpersönlich also hatte Japan 1999 "empfohlen", die "Geldflut-Tore zu öffnen und mit Geldpolitik zu "experimientieren". Das Experiment hat in Japan nachweislich nicht geklappt. Warum sollte es nun in USA und Europa klappen?]

Japanese officials counter that they"ve tried monetary stimulus, including zero interest rates and quantitative easing, but had meager results.

Richard Koo, chief economist at Nomura Research in Tokyo, argues that because Japan is stuck in a balance-sheet recession in which companies and households are retrenching, low interest rates are not stimulative because neither businesses nor households wish to borrow. He advocates massive fiscal stimulus, saying government spending is the only way to put a floor under sagging aggregate demand. Critics say past fiscal stimulus has ballooned the national debt to 200% of GDP. [Tatsächlich liegt die Schuldenquote Japans bereits bei 230 %, A.L.]

Amid paralysis and debate, Japan drifts steadily lower, its share of global output shrinking while its GDP is eclipsed by China ? a nation with 10 times its population ? which is now the world"s second largest economy.

The most troubling aspect of Japan"s malaise may be psychological. Resistant to immigration and with a rapidly aging population, Japan seems to have lost its self-confidence along with its drive for economic leadership.

The once-popular dictum of Mike Mansfield, the respected former U.S. ambassador to Japan, "that the U.S. and Japan comprise the world"s most important bilateral relationship, bar none" now seems hopelessly quaint [idyllisch]. So too does the title of the best seller from the early "80s, "Japan as Number One."

www.marketwatch.com/Story/story/...FC772A-236F-11E2-B4EC-002128040CF6  
Angehängte Grafik:
hc_171.jpg
hc_171.jpg

2436 Postings, 1007 Tage A.L.Ende der "Schlechte-News-sind-gute-News"-Show

 
  
    #5
1
01.11.12 12:11
ist gemäß Gary Shilling (Forbes Magazine) bereits in Sicht.

Shilling glaubt, der globale Deleveraging-Prozess ("Rückabwicklung" der Kreditblasen) wird noch mindestens 5 Jahre anhalten. Erst danach ist wieder organisches Wachstum in Sicht.



When Bad News Is Good News For Stocks
A. Gary Shilling A. Gary Shilling, Contributor

There is a “grand disconnect” currently going on in global markets. Suddenly weakening economies worldwide are driving optimism in markets. It all boils down to the global economy’s dependency on monetary and fiscal bailouts.

It seems as though market participants have forgotten the dire circumstances that precipitated these stimuli. Many yearn for conditions that are so troubled that central banks and governments will be spurred to ease more.

“Oh, goody, goody,” investors seem to be saying, “economies are weak enough that the Federal Reserve or the European Central Bank or the Chinese government must act,” with positive implications for my stocks.

Conditions are so bad, they’re good. This risk-on attitude and low interest rates are pushing investors further out on the risk spectrum than realized.

Just look at the action in September. Despite lackluster U.S. employment numbers for August, investors were convinced that the Fed would embark on more quantitative easing, as hinted earlier by Chairman Bernanke. When the Fed announced QE3 on Sept. 13 the S&P 500 climbed 1.6%.

In late August ECB President Mario Draghi canceled his scheduled trip to the Fed’s annual Jackson Hole conference. The euro jumped against the dollar as investors reasoned that he was staying home to develop some significant euro support program.

The euro and European and U.S. stocks also climbed after his Sept. 6 announcement that the ECB would purchase short-term securities of troubled euro zone governments.

In China the Shanghai stock index jumped 1.5% on Sept. 27 after the Chinese central bank poured a record 365 billion yuan ($58 billion) into money markets. Never mind that this short-term infusion was aimed at alleviating a temporary cash crunch.

Then, in early September, the Chinese government announced 1 trillion yuan ($157 billion) in outlays for infrastructure projects. This was little more than a quarter of the 2008-09 stimulus package, and these projects will take four years to complete. But copper prices jumped in expectation of resulting robust demand. Traders seemed to ignore that copper was in such surplus in China that it has to be stored outside already full warehouses in dump sites.

Near total reliance on monetary and fiscal stimuli, with little regard for fundamental economic performance—except for hoping that it’s weak enough to spur more government action—is a new phenomenon. Call it the bad-news-is-good-news effect.

I have to admit the $1 trillion-plus annual federal government deficits and the Fed’s $3.3 trillion in quantitative easing so far made the economy and financial markets better off than otherwise. Still, faltering global economic growth is a clear sign that the gigantic deleveraging I have been writing about is still going on. I think deleveraging will continue for at least another five years before normal global growth is restored.

Investors are focused on the opiate of government stimuli, and more and more is needed to keep addicts satisfied. But what more can be done? The Fed’s QE3 commitment to purchase $40 billion in mortgage-backed securities per month is already open-ended.

Meanwhile, excess bank reserves will continue to leap beyond the current $1.5 trillion. The ECB’s unlimited purchase of short-term sovereigns from troubled euro zone governments will push up its already exploded assets.

This grand disconnect is profoundly unhealthy–and a reconnection is inevitable. When that happens markets will nose-dive. What will be the catalyst? How about the looming fiscal cliff or a hard landing in China or an energy-price spike from Middle East turmoil? Perhaps a European bank will collapse. Stay tuned.

A. Gary Shilling is president of A. Gary Shilling & Co., editor of Gary Shilling’s Insights and author of The Age of Deleveraging: Investment Strategies for a Decade of Slow Growth and Deflation (John Wiley & Sons).

www.forbes.com/sites/investor/2012/10/17/...od-news-for-stocks/print/  

368 Postings, 1163 Tage GegenpolSinkende Zinsen + Inflationsraten

 
  
    #6
2
01.11.12 22:01
Eine anhaltend rückläufige Kreditvergabepolitik der Geschäftsbanken deutet auf weiter sinkende Leitzinsen und Inflationsraten hin. Finger weg von langfr. Zinsbindungen!
---
Europa: Banken fahren Kreditvergabe an Unternehmen in Q3 weiter zurück

Die sich intensivierende Rezession in der Eurozone und die Vorbereitungen auf schärfere Regulierungsregeln in der Bankenbranche haben dazu geführt, dass Europas Institute ihre Kreditvergabe im dritten Quartal an Unternehmen aus der Region weiter zurückgefahren haben. Die neue Kreditvergabeumfrage der Europäischen Zentralbank zeigt allerdings auch, dass sich die Kreditnachfrage aufgrund sinkender Investitionspläne und einem in vielen Ländern einbrechenden Inlandskonsum auf dem Rückzug befindet.  

2436 Postings, 1007 Tage A.L.Gegenpol # 6

 
  
    #8
1
02.11.12 11:13
Das verläuft exakt nach dem Strickmuster der "Bilanzrezession", die Nomura-Ökonom Richard Koo seit 1990 in Japan konstatiert hat und die er nun auch für Europa und USA  vorankündigt.  

2436 Postings, 1007 Tage A.L.QE1 bis 3 steigerte den Geldumlauf nicht

 
  
    #9
2
03.11.12 20:40
QE's Fail to Inflate - Deflation Here We Come!

If the expectation is that we QE to infinity and hard assets inflate then why is velocity of money shrinking? 1980's - last commodity bull top velocity was in clear uptrend which led to the blow off top. Now velocity of money is dropping like a rock.... Does it tell us that QE is not really working and we are to continue deflation process???

It seems that its not inflation that Fed is scared of - its deflation! Hence this last QE announcement. My question is --- will it work? The answer is below. 2008, 2010 - two QE's later and we still did not reverse the trend. Why would it work this time?

In other words - in order to see true inflation (ala germany 1920's) we need to see money velocity to pick up. Right now we are holding onto our money which means that we are not really afraid of money losing value. Gold/silver managed to advance, a lot of it is debt risk driven IMO not true inflation.

www.peakprosperity.com/forum/79705/...-inflate-deflation-here-we-come  
Angehängte Grafik:
b6d813327cc7c8344af6c3d1f3470f3a-630x378.png (verkleinert auf 80%) vergrößern
b6d813327cc7c8344af6c3d1f3470f3a-630x378.png

2436 Postings, 1007 Tage A.L.Kredit, den keiner will

 
  
    #10
10.11.12 09:28
Typisches Kennzeichen einer Koo'schen Bilanzrezession:

www.rottmeyer.de/wer-will-denn-schon-kredit/  

2436 Postings, 1007 Tage A.L."Die Deflation kommt"

 
  
    #11
2
12.11.12 10:35
Die Deflation kommt
10. November 2010

Während die Gefahren einer Deflation nahezu unbekannt sind, ängstigen sich immer mehr Menschen vor einer im Vergleich dazu harmlosen Inflation. Gezielt lenken Massenmedien und Politik durch ihre Inflationspropaganda von den drohenden Gefahren einer Deflation ab. Insider und Superreiche bereiten sich seit Langem auf eine Deflation vor, weil sie wissen: Große Vermögen werden in Krisenzeiten gemacht.

Angesichts der medialen Begriffsverwirrung gerät völlig in Vergessenheit, dass jede Wirtschaftskrise automatisch zu einer Deflation führt. Die Menschen bereiten sich nun panisch auf eine angebliche Hyperinflation vor. So werden die Anleger zielgerichtet mit der Inflationspropaganda in eine völlig falsche Richtung gelenkt. In der kommenden Deflation werden viele dann »auf dem falschen Fuß« erwischt und alles verlieren, was sie heute besitzen.

Ein unvorstellbares Desaster droht, wenn erst die deflationäre Abwärtsspirale in Gang gekommen ist. In der Deflation wird es fast nur Verlierer geben. Es kommt zu Massenarbeitslosigkeit und Armut. Kriege und innere Unruhen drohen. Radikale Parteien werden die Situation für eine Destabilisierung des Staates nutzen. Wer das Phänomen Deflation in seiner Planung vergisst, wird schweren Schaden erleiden. Umso wichtiger ist es für Sie, dass Sie sich auf die kommende Deflation richtig vorbereiten und verstehen, warum diese kommen wird und wie sie sich entwickelt...

Warum heute fast alle von Inflation reden, aber kaum jemand von Deflation

Warum keine Inflation, sondern eine Deflation kommen wird

Warum es bei niedrigen oder fallenden Zinsen keine Inflation geben kann

Warum steigende Preise keine Inflation bedeuten müssen

Warum Überschuldung zur Deflation führt

Warum eine Inflation nicht das Schuldenproblem löst

Warum Politiker keine Inflation herbeiführen können

Warum die Notenbanken gegen eine Deflation machtlos sind

Warum die Mächtigen Deflation wollen und Inflation propagieren

Warum eine Deflation den Nährboden für schwere innere Unruhen und Kriege bereitet

www.guenter-hannich.com/deflation-kommt  

2436 Postings, 1007 Tage A.L.Bankenverband: Deflation = schlimmer als Inflation

 
  
    #12
2
12.11.12 10:37

10507 Postings, 3575 Tage harcoonInteressanter thread

 
  
    #13
2
15.11.12 12:07
Danke für die Mühe!  

2436 Postings, 1007 Tage A.L.USA auf dem Weg zu Nullwachstum bis 2050

 
  
    #14
1
05.12.12 10:45
Auszug aus einem Marketwatch-Kommentar von Paul Farrell:

.....
America’s delusional leaders on the road to zero growth

Flash froward to Grantham’s latest quarterly newsletter: “On the Road to Zero Growth.” Will his warnings be listened to this time? Any more than those 20 other warnings in the years prior to the 2008 Wall Street crash? Unlikely, certainly not by Wall Street, not by Congress nor by the White House — at least not in time to avoid another, and this time bigger, meltdown than in 2008. They’ll keep misreading history with their faux optimism.

Grantham even has a special warning about the disastrous job Greenspan’s successor Bernanke is doing, favoring Wall Street’s too-greedy-to-fail banks while piling trillions of new debt on the backs of future taxpayers with endless bond buybacks.

Grantham warns “investors should be wary of a Fed whose policy is premised on the idea that 3% growth for the U.S. is normal. Remember, the Fed is led by a guy who couldn’t see a 1-in-1,200-year housing bubble! Keeping rates down until productivity surges above its last 30-year average or until American fertility rates leap upwards could be a very long wait.”

So if Washington and Wall Street don’t get it, Main Street investors have no choice: Take control of your money and adjust your retirement portfolios for the coming decline.

Black Swan: next crash, bigger, longer than 2000 and 2008 combined

Grantham is a realist, understands human nature, personally, nationally, globally. It will probably take a global catastrophe — pandemic, famine, WWIII or a monetary system crash bigger than 2000 and 2008 combined — to awaken America: “Attitudes are sticky. We cling to the idea of the good old days with enthusiasm. When offered unpleasant ideas (or even unpleasant facts) we jump around looking for more palatable alternatives.”

Why? Americans are dreaming, in denial, trapped in a delusion: The return to 3%+ GDP growth. Politicians are even biggest dreamers: "The tech boom and bust and the following housing boom and housing and financial busts helped camouflage the recent unpleasant economic development lying below the surface: the steady and important drop in long-term U.S. growth,” warns Grantham.

Global GDP will drop, too, but far outperform America. The “bottom line for U.S. real growth,” says Grantham, “is 0.9% a year through 2030, decreasing to 0.4% from 2030 to 2050.”

The recent century-long 3.4% GDP growth is dead, never to return. Never. Accept it, bite the bullet, plan ahead, downshift retirement plans, do it now.  

www.marketwatch.com/Story/story/...E1667A-3D8F-11E2-903F-002128040CF6  

7628 Postings, 2984 Tage Stöffen250

 
  
    #15
2
05.12.12 10:53
Mark Dittli, Chefredakteur des schweizerischen FuW-Magazins zur aktuellen Lage am Bond-Markt:

"Würden Sie für ein Investment ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 250 bezahlen? Wer bei diesem Wert an die längst vergangene Technologieblase denkt, irrt. Das ist der aktuelle Preis für eine zehnjährige Anleihe der Eidgenossenschaft. Für andere «sichere» Anlagen wie deutsche, japanische oder US-Staatsanleihen werden ebenfalls absurd hohe KGV zwischen 60 und 140 bezahlt. Und das für ein Asset ohne Inflationsschutz.

So gesehen sind Aktien heute nicht spottbillig. Sie sind es nur im Vergleich mit Bonds."
-----------
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!

2436 Postings, 1007 Tage A.L.Meltzer: Fed kann Bilanzrezession nicht stoppen

 
  
    #16
2
10.12.12 07:25
Ich schreib schon seit geraumer Zeit, dass Bernankes Sprüche, man müsse QE so lange fortsetzen, bis sich die Arbeitslosigkeit in USA wieder normalisiert, entweder eine Schnapsidee ist (dann hätte Bernanke das Problem nicht begriffen) oder eine "Vermarktungsstrategie" für QE, das bekanntlich vor allem den US-Großbanken nützt (Fristentransformationsgeschäfte) und dem gemeinen Wahlvolk daher demagogisch als gemeinnützige Wohltat angedient werden muss (Text und Link unten).

Tatsache ist, dass die Arbeitslosigkeit in USA vor allem strukturelle Gründe hat. Das Wachstum stagniert wegen weitgehender Marktsättigung, und Firmen entlassen Leute, um ihre Gewinnmargen zu retten. Bei jeder Umsatzschwäche setzt es in USA sofort Massenentlassungen - nicht nur in der "Großen Rezession" 2008/2009, sondern auch jetzt wieder:

www.ariva.de/forum/...SA-Baeren-Thread-283343?page=4079#jumppos101986

Wenn dann wegen eines (stimulanzbedingten) Nachfrageschubs neue Nachfrage entsteht und neue Leute in der Produktion benötigt werden, machen Firmen wie Caterpillar im Zweifel lieber neue Filialen in China auf, statt die extrem hohen US-Löhne zu zahlen. Der Glaube, dass diese Entwicklung mit Geldpolitik zu verändern oder gar umzukehren wäre, ist und bleibt eine Ominopotenzphantasie der US-Zentralbanker.



Allan Meltzer: Fed kann Banken nicht zu Kreditvergabe zwingen

Die US-Notenbank Federal Reserve sei nicht dazu in der Lage, die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten zu senken, wie Universitätsprofessor und Fed-Experte Allan Meltzer mitteilte. Darüber hinaus seien die Maßnahmen der finanziellen Lockerung (QE) an ihre Grenzen gestoßen. Denn Banken in den USA verfügten bereits über mehr als genügend Liquiditätsreserven, zeigten sich jedoch nicht dazu bereit, ihre Kreditvergabe wieder anzukurbeln.

http://www.wirtschaftsfacts.de/2012/12/...t-zu-kreditvergabe-zwingen/  

2436 Postings, 1007 Tage A.L.Funktionierender Link (zu # 16)

 
  
    #17
10.12.12 09:34

2436 Postings, 1007 Tage A.L.Trotz QE rückläufige Investitionen in USA

 
  
    #18
2
10.12.12 09:53
Zu diesem Ergebnis kommt auch Bill Gross (Pimco) in seinem November-Newsletter, aus dem der Chart unten stammt.

http://investments.pimco.com/insights/External Documents/Investment_Outlook_November_2012_Time_to_Vote.pdf

Seit Ende 2011 sind die "Factory Orders" in USA deutlich rückläufig, obwohl US-Verbraucher immer noch fleißig shoppen (freilich wie üblich auf Kredit - und dank Geithners QE-finanzierter Wohltaten).

Pimco schreibt, dass drei Jahre QE und "finanzielle Repression" keinen nennenswerten Einfluss auf das Investmentverhalten der Firmen hatte. Es blieb beim "new normal". Wenn das Bernanke-Modell funktioniert hätte, dann hätte sich schon längst ein starker Zuwachs bei den Investitionen (in BIP-Prozent) zeigen müssen.  
Angehängte Grafik:
hc_203.jpg (verkleinert auf 82%) vergrößern
hc_203.jpg

2436 Postings, 1007 Tage A.L.Japans riskanter Kampf gegen die Deflation

 
  
    #19
2
11.12.12 06:45
Japans riskanter Kampf gegen die Deflation
Von WILLIAM MALLARD

Shinzo Abe ist Favorit bei der Wahl in Japan am Sonntag. Und er hat einen erklärten Feind, den er mit aller Kraft bekämpfen will: die dauerhafte Deflation, die sein Land fest im Griff hat. Doch die Lösung dieses Problems könnte ein neues hervorrufen – es könnte den riesigen Staatsanleihemarkt des Landes umstülpen. Der bleibt bisher überraschend stabil, obwohl die Regierung die höchsten Staatsschulden weltweit angehäuft hat.

"Eine Gefahr liegt im Prozess selbst: Versucht eine Regierung die Deflation zu durchbrechen, untergräbt sie das Vertrauen in ihre Fähigkeit, die Schuldensituation im Griff zu behalten", sagt Masayuki Kichikawa, Chefökonom von Merrill Lynch Japan Securities.

Zum Teil liegt das daran, dass die Deflation trotz allen Schadens, die sie anrichtet, auch Vorteile bringt. Unter anderem haben die fallenden Preise der japanischen Regierung eine extrem billige Refinanzierung ihrer Schulden - die rund doppelt so hoch sind wie das BIP des Landes – ermöglicht, da sie die Renditen für Staatsanleihen auf einem sehr niedrigen Niveau verharren lassen.

Sollte Abe Premier werden und tatsächlich eine Inflation antreiben können, sei dies „ein riskantes Vorgehen" für den japanischen Anleihemarkt, sagt der ehemalige Notenbanker Masaaki Kanno, jetzt Chefökonom bei J.P. Morgan Chase in Tokio.

Obwohl der Schuldenberg während der vergangenen Jahre stetig gewachsen ist, widersteht der Bondmarkt allen düsteren Prophezeiungen eines Zusammenbruchs. Nicht einmal Anzeichen erster Risse sind zu beobachten. Sogar vorsichtige Volkswirtschaftler wie Kanno und Kichikawa sagen, in ihren Augen gebe es keine unmittelbaren Probleme. In der Tat: Anleihekäufer haben Abes reflationäres Versprechen bis jetzt positiv aufgenommen. Die langfristige Rendite der Referenzanleihen fiel auf ein Neunjahrestief von 0,7 Prozent.

Doch Abes Wahlversprechen repräsentiert einen bedeutenden und noch nie zuvor ausprobierten Wechsel in der Politik Japans angesichts der beiden verschwisterten Probleme Deflation und Staatsverschuldung.

Bislang haben die japanischen Politiker, um die japanische Wirtschaft anzukurbeln, stets auf die Zentralbank gesetzt. Doch deren Chef Masaaki Shirakawi hat gewarnt, dass eine aggressive Aufstockung der Anleiheaufkäufe durch die Bank of Japan – Hauptmethode zur Stimulierung der Wirtschaft bei Zinssätzen, die gegen null gehen – als Freibrief für die Politiker angesehen werden könnte, immer mehr Geld zu borgen und so zu einem „Ereignis führen könnte, das die Rendite nach oben springen lässt."

(Auslassung....)

Sowohl Noda als auch Notenbankchef Shirakawa haben wenig gegen den Preisverfall unternommen, der Japan mehr oder weniger seit dem Platzen der Spekulationsblase 1990 quält. Nun will Abe den Schwerpunkt verschieben. „Wir werden unser politisches Instrumentarium zur Eindämmung der Deflation nutzen", sagte er dem Wall Street Journal im vergangenen Monat. Er präsentierte einen 2,4 Milliarden Dollar schweren Ausgabenplan.

Er ziehe zudem in Betracht, Nodas hart erkämpfte Steuererhöhungen zu verzögern [A.L.: Auch in USA wird das "fiscal cliff" wohl letztentlich nur wieder aufgeschoben werden...]„wenn wir feststellen, dass wir nicht auf dem Weg aus der Deflation sind", sagte Abe. Der Vorsitzender der oppositionellen, rechtskonservativen Liberaldemokratischen Partei (LD) fordert "unbegrenzte" geldpolitische Lockerungen der Bank of Japan, bis die Preise um 2 Prozent steigen würden. Er verlangt Anleihekäufe der Zentralbank zur Finanzierung eines ehrgeizigen Infrastrukturprogramms, in dessen Rahmen Brücken und Straßen gebaut werden sollen. [A.L.: Das sind wieder die berühmten "Brücken ins Nirgendwo"; Obama hatte 2009 auch ein Infrastrukturprogramm aufgelegt, mit dem die marode Infrastruktur in USA - siehe Sturmschäden durch "Sandy" - allerdings nur punktuell aufgebessert werden konnte].

Abes Wahlkampfversprechen wirft die große Frage auf, ob Japan eine Schuldenkrise vermeiden kann, während gleichzeitig die Deflation bekämpft werden soll. Abes Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem einige der Säulen wegbrechen, die bislang für die Stabilität des Staatsanleihenmarktes gesorgt haben.

Mehr als 90 Prozent der japanischen Staatsschulden werden im Land selbst gehalten. Doch dieser Kapitalzufluß ist am Schrumpfen. "Die Uhr tickt in dem Sinne, dass die Ersparnisse der japanischen Privatunternehmen und –haushalte zu sehr abnehmen, um das Regierungsdefizit noch weiter finanzieren zu können", sagt Hiromichi Shirakawa, Leiter des Japan-Research bei der Credit Suisse (nicht verwandt mit dem Zentralbanker Shirakawa).

In den meisten Monaten seit dem Erdbeben, dem Tsunami und der Atomkatastrophe im März 2011 hat Japan zudem ein Handelsdefizit verzeichnet. Das dreifache Unglück hatte die Schließung fast aller Atomkraftwerke des Landes zur Folge und ließ die Importe von fossilen Brennstoffen ansteigen. Der Leistungsbilanzüberschuss des Landes schrumpft – sollte es defizitär werden, dürfte Japan zur Refinanzierung Kapital von außen importieren müssen – und die Investoren dürften eine höhere Rendite fordern als die einheimischen Kreditgeber.

Für die Stabilität des Bondmarktes hat bislang auch das Vertrauen gesorgt, dass die Politiker alles unter Kontrolle halten. Niedrige Anleiherenditen spiegeln laut Notenbank-Gouverneur Shirakawa die Zuversicht wieder, dass die Regierung Steuerreformen in Angriff nimmt und dass die Bank of Japan die Preise stabil hält.

Schon eine leichte Veränderung in der Psychologie des japanischen Staatsanleihemarktes könnte schmerzhaft ausfallen. Das Finanzministerium schätzt, dass ein Renditeanstieg von zwei Prozentpunkten bei den zehnjährigen Anleihen die jährlichen Zinszahlungen der Regierung innerhalb von drei Jahren um 8 Billionen Yen (rund 75 Milliarden Euro) erhöhen würde.

Yoshimasa Hayashi, ehemaliger Wirtschaftsminister und Abe-Parteigänger, sagt, Japan müsse die Chance nutzen – trotz der Gefahren, die von neuen Deflationsbekämpfungs-Maßnahmen ausgehen. Er vergleicht die aktuelle Situation des Landes mit einem Mann, der sich aus Furcht vor einer Grippeinfektion weigert, aus dem Haus zu gehen. Aber wenn er nur zu Hause bleibe, könne er seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten und müsse hungern...[Auslassung].

www.wallstreetjournal.de/article/...7324024004578171193209375614.html  

2436 Postings, 1007 Tage A.L.Deflationswarnung von Bill Gross (Pimco)

 
  
    #20
2
13.12.12 10:39
www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/...h-voraus/7515278.html

Die Weltwirtschaft wird im nächsten Jahr deutlich schwächer wachsen, als bislang von vielen Ökonomen erwartet. Und das liegt vor allem an der wichtigsten Volkswirtschaft der Welt, den USA. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten von Pacific Investment Management (Pimco), Verwalter des weltgrößten Anleihefonds.

Das globale Wachstum wird auf 1,3 Prozent bis 1,8 Prozent nachlassen - von etwa zwei Prozent in diesem Jahr, sagte Saumil Parikh, ein Portfolio-Manager bei der Tochtergesellschaft der Allianz SE, in einem Dezember-Bericht, der auf der Website von Pimco veröffentlicht wurde. Kritisch nennt er darin die Situation.

Als Begründung verwies er darauf, dass der Privatsektor nicht gesund genug sei, um einzuspringen und Kredite zu vergeben, angesichts der Entschuldung. [= Koo'sche Bilanzrezession, A.L.]  Von Bloomberg befragte Volkswirte rechnen bislang mit einem Zuwachs der Weltwirtschaft um 2,5 Prozent in 2013...  

2436 Postings, 1007 Tage A.L.Japan: Von der Deflation in die Hyperinflation?

 
  
    #21
4
20.01.13 12:44
www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/...uf-abgrund-zu/7657732.html

Handelsblatt, 19.01.2013, 14:51 Uhr
Japan steuert mit neuer Geldpolitik auf Abgrund zu

Die wankende Wirtschaftsmacht Japan schickt sich an, der Euro-Schuldenkrise den Rang als größte Gefahr für die Weltwirtschaft streitig zu machen. Vor allem drei Punkte sind es, die für großes Unbehagen sorgen.


Tokio - Rekordschulden hin oder her: In Japan will der neue Regierungschef Shinzo Abe die expansive Geld- und Finanzpolitik des Landes weiter vorantreiben. Mit einer wahren Geldschwemme soll der stotternde Wachstumsmotor der Insel wieder auf Touren gebracht werden. „Die fahren auf den Abgrund zu und geben noch einmal Gas“, kommentierte der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, den....

...Krämer steht mit seiner Kritik an dieser Strategie nicht allein. „Mir macht ziemlich viel Sorge, was die neue Politik der neu gewählten japanischen Regierung ist“, klagt etwa Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Und Jürgen Fitschen, der Deutsche-Bank-Chef [sagte.....] Japan sei das Land, „über das wir uns in Asien zurzeit die meisten Sorgen machen“.

Vor allem drei Ansatzpunkte der japanischen Politik sind es, an denen sich die düsteren Gefühle festmachen. Da gibt es zum einen den offenkundigen Versuch, die seit Jahren grassierende Deflation in der realen Wirtschaft mit einer uferlosen Geldschwemme zu ersticken - ungeachtet der langfristigen Folgen für Inflation oder ungelöste Strukturprobleme. Dies ist gekoppelt mit einer Vereinnahmung der Zentralbank durch die Politik, die mehr und mehr zur Hilfstruppe der Regierung zu verkommen scheint - ein Verständnis von Notenbank-Politik, das etwa Schäuble ein Graus ist.

Die dritte, hochgefährliche Entwicklung ist: Japan ist mit 235 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung höher verschuldet als Griechenland und alle anderen Krisenstaaten in Europa. Das Land ist damit sogar der Rekord-Schuldenmeister auf dem Globus. Bislang wird ein Großteil des staatlichen Kapitalbedarfs in Form von Staatsanleihen von den Japanern selbst gedeckt - deshalb hielt sich die Kritik daran bislang in Grenzen. Das meiste landete bei großen Geldhäusern, über die Millionen von Japanern ihr Erspartes und ihre Altersvorsorge anlegen. Doch [....] die Zahl der Alten in Japan [nimmt] rasch zu und die Gesamtbevölkerung schrumpft. Die Alterspyramide der japanische Gesellschaft entwickelt sich zur Wohlstandsgefahr.

Das bedeutet zweierlei: Irgendwann wollen die Anleger, vor allem die wachsende Zahl von „Alten“, ihr Bares wieder sehen, um zu „entsparen“. Zudem schwindet mit dem Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter die Fähigkeit der Binnen-Adressen, die Kapital-Gefräßigkeit des eigenen Staates zu stillen. „Das japanische Modell hat keine Zukunft, das dicke Ende rückt näher“, folgert .....

Das ist für Japan eine alarmierende Perspektive. Doch die Dramatik reicht über das Land hinaus, das als einziger Staat Asiens dem erlesenen G7-Kreis der führenden etablierten Wirtschaftsmächte in der Welt angehört. Für Krämer steht weitaus mehr auf dem Spiel, und auch die sorgenvollen Worte von Schäuble machen das deutlich. Es geht generell um das Vertrauen in zentrale Kriseninstrumente, ohne die weder die Europäer in ihrer Staatsschuldenkrise noch die USA auskommen: etwa um schuldenfinanzierte Programme zur Konjunkturstärkung, um eine Politik des billigsten Geldes sowie um Anleihen- und Wertpapierkauf-Programme von Zentralbanken.

Findet eine Wirtschaftsmacht wie Japan trotz all dieser Instrumente keine Käufer mehr für seine Anleihen und stürzt damit in eine Staatsschuldenkrise, wäre das ein Zeichen, das keiner in der Weltwirtschaft mehr sicher ist, warnt Krämer. Zugleich könnte.....(lange Auslassung)...  

9698 Postings, 3673 Tage pfeifenlümmelDie Japsen haben

 
  
    #22
1
20.01.13 12:54
ihre besten Zeiten schon lange hinter sich; man denke nur an die Minizinssätze vor mehr als einem Jahrzehnt, wobei die Carry-Trades den Yen schwächen sollten, um die Exportindustrie zu unterstützen.

„Die fahren auf den Abgrund zu und geben noch einmal Gas" ( ....und dabei klemmt das Gaspedal )

Grenzen des Wachstums auch die Japsen!  

9698 Postings, 3673 Tage pfeifenlümmelDie Messer sind gewetzt

 
  
    #23
4
20.01.13 13:02
Das Ziel dieses Krieges ist die eigene Währung noch schneller und brutaler zu entwerten als die anderen es tun. Eine Selbstvernichtung die völlig konträr zur eigentlichen Aufgabe der Zentralbanken ist. Die Währungshüter tun alles, nur nicht die Kaufkraft des Gelds das sie hüten erhalten. Durch die Entwertung der eigenen Währungen versucht man die Schuldlast zu reduzieren, die Wirtschaft zu stimulieren und die Exporte anzukurbeln. Den Preis dafür trägt die Bevölkerung durch Inflation.

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2013/01/...wahrungskrieg.html  

2436 Postings, 1007 Tage A.L.Deflation könnte Inflation überholen

 
  
    #24
1
26.01.13 21:49
Wiwo

Deflation könnte Inflation überholen
von Saskia Littmann

Seit langem wird die Inflation herbei geredet, Anleger sind aus Angst vor Preissteigerungen in Gold und Immobilien geflüchtet. Passiert ist bisher nichts. Zumindest kurzfristig droht ein ganz anderes Problem: Deflation.

www.wiwo.de/politik/konjunktur/...e-inflation-ueberholen/7690906.html  

17202 Postings, 2904 Tage MinespecKamikaze... die letzschte verzweifelte Versuche

 
  
    #25
1
26.01.13 22:09
Japan sollte eine Währungsreform machen, die Schulden erdrücken Sie.
Nur wie das Gesicht wahren bei den Landsleuten, die massenhaft für Null Zins auf ihren Yen Konten sitzen ?
-----------
"Jeder ist seines Silber`s Schmied " (minespec)

7905 Postings, 2082 Tage fatmamenLöschung

 
  
    #26
2
07.02.13 11:43

Moderation
Moderator: st
Zeitpunkt: 16.02.13 13:52
Aktion: Löschung des Postings
Kommentar: Unterstellung

 

7905 Postings, 2082 Tage fatmamenfill or kill

 
  
    #27
2
07.02.13 16:23
die bären sind los......freu,freu
auch ohne geblubber lag ich richtig !!!

ABER NICHT ZU FRÜH FREUEN,DENN ES HAT GERADE ERST BEGONNEN  

38735 Postings, 3881 Tage Anti LemmingSoros verdient 1 Milliarde mit short auf Yen

 
  
    #28
1
16.02.13 12:42
Die Idee, den Yen gegen den US-Dollar zu shorten (= long USD/JPY) habe ich am 30. Oktober 2012 auch hier im Thread gepostet (Posting Nr. 3).

www.ariva.de/forum/...che-Deflations-Tendenzen-471949?page=0#jumppos3

Auszug:

Attraktive mittelfristige Trading-Positionen

- long USD/JPY mit Chance auf Verdoppelung (Kursziel 150)




Starinvestor George Soros hat aufgrund eigener Recherchen etwa 6 Wochen später 17 Milliarden Dollar in diesen Trade gesteckt (davon wusste ich zur Zeit meines Postings noch nichts, obwohl in Soros' Fonds intern schon strategisch darüber diskutiert wurde) und damit bislang über 1 Mrd. Dollar verdient:

www.wallstreetjournal.de/article/...7324162304578303571937006376.html

Auszug:

Auf den fallenden Yen zu setzen ist seit gut drei Monaten [mein Tipp kam noch früher, nämlich am 31.10.2012, d.h. vor jetzt 4,5 Monaten...A.L.] as heißeste Geschäft an der Wall Street. George Soros, der in den 1990er Jahren sein Vermögen mit Wetten gegen das britische Pfund machte, soll damit seit November bereits Gewinne von fast einer Milliarde US-Dollar eingestrichen haben. Aber auch Greenlight Capital von David Einhorn, Third Point von Daniel Loeb und Hayman Capital Management von Kyle Bass sollen am schwachen Yen kräftig mitverdienen.

Die Geschäfte der Hedgefonds haben wiederum mit dazu beigetragen, dass der Yen in den vergangenen vier Monaten um fast 20 Prozent nachgegeben hat...


Auch Permanent (ex Bären-Thread Mitglied) hat meine Trading-Idee aufgegriffen und eigens eine Währungs-GmbH dafür gegründet - ebenfalls mit guten Erträgen.  

Seite: Zurück 1 | 2 Weiter  
   Antwort einfügen - nach oben