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Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Seite 1 von 1488
neuester Beitrag: 28.07.15 12:13
eröffnet am: 04.11.12 14:16 von: permanent Anzahl Beiträge: 37193
neuester Beitrag: 28.07.15 12:13 von: Malko07 Leser gesamt: 2818703
davon Heute: 1223
bewertet mit 86 Sternen

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20752 Postings, 4265 Tage permanentÖkonomen streiten über Verteilungsfrage

 
  
    #1
86
04.11.12 14:16
Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind

... (automatisch gekürzt) ...

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html

Moderation
Moderator: ksu
Zeitpunkt: 06.10.14 08:32
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Kommentar: Urheberrechtsverletzung, ggf. Link-Einfügen nutzen
Original-Link: http://www.handelsblatt.com/politik/...gsfrage/7328592.html

 
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37167 Postings ausgeblendet.

6506 Postings, 2446 Tage daiphongder Euro war nie ein "Deutsch-Euro"

 
  
    #37169
3
27.07.15 16:03
und ist es auch jetzt nicht. mMn ist das reine Propaganda, ich versuch mal:

Die Geldschöpfung fand tatsächlich eher von der Peripherie her statt, Deutschland wurde dadurch in die Abwertung gedrückt, konnte seine unterentwickelten Dienstleistungssektoren nur über Niedrigstlöhne samt HartzIV-Reformen, Schrumpfbevölkerung und Zuwanderung ausbauen, während die Export-Industrie expandierte und die weltweiten Defizite der Peripherie als Überschuss finanzierte.

Dazu war es auch gekommen, weil Deutschland selbst seit der Wiedervereinigung mit Bauboom im Leistungsbilanzdefizit war, die DM vor der Euroeinführung effektiv deutlich abgewertet hatte und dies mit in Eurozone genommen wurde. Deutschlands kulturell überhöhter Industrie- und  Exportorientierung kam das entgegen, allerdings war der Bauboom in Deutschland bereits am crashen, hinzu kam die 2002er-Krise, und damit die relative Niedriginflation mit Euroeinführung strukturell festgeschrieben.

Die einseitige Geldschöpfung in der Peripherie expandierte, bis sie an ihrer Polarisation zu MittelNordeuropa auch durch relativ schrumpfende Touristikeinnahmen von dort und Export-Deindustrialisierung crashte. Deutschland konnte ihren Inflationierungkurs nicht mitgehen, alle Lohnsteigerungen hier wären sofort als Inflationsbeschleunigung dort und Abwertung wieder aufgehoben worden.

Abwertung findet seit dem Crash durch Nullzins trotzdem statt, aber die Lohn-Inflationierung und Geldschöpfung verschiebt sich nun stärker nach Deutschland, die Touristik- und Exportleistung stärker in die Peripherie.
Griechenland und das "Nazi"-Geschrei dazu ist ein Sonderfall, weil deren Ökonomie ein Ponzi-Fall der völlig verselbständigten Geldschöpfung ist und insofern außerhalb von Eurozone liegt.  

3471 Postings, 2445 Tage DreiklangDer "Deutsch-Euro" wird politisch so wahrgenommen

 
  
    #37170
3
27.07.15 16:24
...ökonomisch gibt es keinen "Deutsch-Euro".

Die Geldschöpfung fand tatsächlich eher von der Peripherie her statt(daiphong)

...das ist allerdings richtig, die "Peripherie" also Frankreich, Italien, Spanien usw...
nutzte den Niedrigzins und die Bankbilanzen wurden überall so richtig schön groß. In Frankreich passiert so etwas nicht "zufällig" - man schaue sich die Bankbilanzen der französischen Großbanken an, da kann bestenfalls die Dt. Bank noch mithalten.

Abwertung findet seit dem Crash durch Nullzins trotzdem statt, aber die Lohn-Inflationierung und Geldschöpfung verschiebt sich nun stärker nach Deutschland, ... Tatsächlich? Lohninflationierung wegen Mindestlohn?

Wir haben den Stand von 2003 noch nicht erreicht, nominale Kaufkraft bemessen. Und auf die Inflationierung der Hauspreise zu setzen ist der sichere Weg, die Sache in den Sand zu setzen.

Der Widerspruch: Jeder Bürger der Eurozone möchte den "Deutsch-Euro" in seiner Brieftasche haben und nichts anderes. Aber die politischen Implikationen, dass dieses Geld nicht auf Bäumen wächst und letztlich durch die eigene Wirtschaft refinanziert werden muss, werden nicht akzeptiert. Da ist der Widerstand groß. Und nicht nur in radikalen Parteien, das geht weit ins Bürgertum.

Mein Standpunkt dazu: Der Wille des Menschen ist sein Himmelreich. Wenn die Leute bzw. die Politiker, die die Leute wählen, allen Ernstes den Verheißungen Krugmans glauben, dann sollen sie diese doch bekommen! Dass sie dafür den "Deutsch-Euro" aufzugeben haben, ist nur die logische Konsequenz.

Dann könnten sich Frankreich, Italien und Griechenland endlich den Staatshaushalt geben, den sie für sich für angemessen erachten - und das Gejammere um die Würde ( "wir lassen uns von Brüssel unsere Ausgaben nicht vorschreiben") fände gottseidank ein Ende.

Es könnte sogar funktionieren.  

6506 Postings, 2446 Tage daiphongDeutschland ist mit offiziell gegen 5 Millionen

 
  
    #37171
1
27.07.15 16:46
Arbeitslosen in Eurozone angekommen. Tatsächlich waren es nach der großen Zuwanderung der (Umschulungs-) Aussiedler und (arbeitsmarktgesperrten) Asylbewerber in den 90ern, mit der sich alternativ durchschlagenden Jugend eher gegen 10 Millionen Arbeitslose.

Davon hat der provinzielle und konservative Teil Deutschlands vielleicht gar nichts mitbekommen....?
 

6506 Postings, 2446 Tage daiphong.......tatsächlich, Dreiklang ;-o)

 
  
    #37172
2
27.07.15 19:53
Es gibt jetzt radikal zu wenige Kinder und Jugendliche in Deutschland.
Das wird das ganze Land verändern. Viel Industrie wird in die Peripherie ausweichen.

Die potentiellen Azubis und jungen Arbeitskräfte werden mir inzwischen in Berlin aus den Händen gerissen, nachdem jahrzehntelang viel höher qualifizierte völlig chancenlos waren, und niemand mehr Kinder und solches Unglück riskieren wollte.

Das treibt überall die Preise für Arbeit. Die Alten werden ihre Pflegekräfte kaum zahlen können, ihre Geldvermögen werden dahinschmelzen wie Butter in der Sonne.  Deswegen wollen sie plötzlich alle billige polnische und afrikanische und werden zu Flüchtlingen so tolerant, viele wollen sogar welche adoptieren. Sie haben massenhaft Geld, sinnlos große Häuser, aber eben keine Kinder und auch keine Enkel mehr.  

14545 Postings, 3297 Tage Malko07Ich verstehe den Neid auf die Vermögen

 
  
    #37173
5
27.07.15 20:12
der Alten nicht so richtig. Diese nehmen doch nicht ihr Vermögen mit ins Grab. Noch nie wurde in Deutschland so viel vererbt und verschenkt wie heute. Dass heute z.B. die Eltern aus ganz Deutschland ihren Kindern in München eine Wohnung kaufen, gab es in dem Ausmaß noch nie. Wir sollten auch froh sein über Alte die so vorgesorgt haben, dass sie ihre Pflegekräfte selbst zahlen können. Diejenigen die es nicht können, fallen den Arbeitenden zur Last.

Nicht alle aber sehr viele Junge haben heute Startbedingungen die in diesem Ausmaße noch keine Generation vor ihnen hatte und das ist gut so.  

6506 Postings, 2446 Tage daiphongNeid? alt und vermögend

 
  
    #37174
1
27.07.15 21:16
bin ich selber ;-o)  Ich diskutiere hier Ökonomie. Und stelle ja gerade fest, du hast das nicht verstanden: Die Startbedingungen der Jugend in Deutschland werden derzeit massiv besser.  
Angehängte Grafik:
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ausl.jpg

13100 Postings, 2607 Tage FillorkillDeutsch-Euro = Deindustrialisierung

 
  
    #37175
27.07.15 21:20
Rezessionsverstärker der Marke Brüning kommen oben drauf und eskalieren die eingerissenen Ungleichgewichte - und die öffentlichen Deficite. Der Nutzniesser, unser Michel, denkt jedoch nicht im Traum daran, für diese Deficite gerade zu stehen.   Dass er es dennoch muss, weil diese Deficite mit seinen Überschüssen notwendig zusammenfallen, hält er für eine geostrategisch inspirierte Lüge der Krugmansekte oder für eine Wallstreet-Verschwörung. Und den Beweis dafür, dass er stets 'der angeschmierte' ist.

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'das ganze ist das unwahre'
Angehängte Grafik:
45545_1x.jpg (verkleinert auf 57%) vergrößern
45545_1x.jpg

13100 Postings, 2607 Tage FillorkillWhy it's time for Germany to leave the Eurozone

 
  
    #37176
1
27.07.15 21:42
Autor: the Telegraph, UK. Leitartikel

Influential figures including Ben Bernanke have called on Germany pull its weight to end the eurozone's dysfunction. The only alternative is a German exit from the euro

Germany's finance minister, Wolfgang Schauble, has drawn opprobrium and praise in equal measure for his suggestion that Greece takes a "time-out" from the eurozone.

In proposing that Greece could be better off outside the euro, the irascible 72-year-old crossed a political rubicon: he confirmed that the single currency was "reversible" after all.

But having broken the euro's biggest taboo, commentators have now suggested that it should be Mr Schaeuble's Germany, rather than Greece, that should now take the plunge and ditch the euro.

http://www.telegraph.co.uk/finance/economics/...ave-the-eurozone.html
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'das ganze ist das unwahre'

6506 Postings, 2446 Tage daiphongdeine Michel-Psychologie ist ne Milchmädchen-

 
  
    #37177
27.07.15 21:52
Rechnung. Was unterscheidet eine Bauindustrie von einer Exportindustrie?
genau
Häuser kann man schlecht verschiffen.
Man bekommt also von anderen vielleicht gar nichts dafür, selbst wenn man sich selbst massenhaft Villen und Flugplätze baut und reich wird und 2000 eine total fleißige Industrie hat. Die Schulden dafür muss man offensichtlich mit etwas anderem bezahlen.
außerdem liegt es vielleicht nicht nur an der Geldpolitik, dass Fiat nicht Audi heißt.

Deinen Telegraph, UK. Leitartikel hast du jetzt übrigens schon 10x reingestellt, diese Hetzerei wird davon nicht besser ;-o)  

13100 Postings, 2607 Tage Fillorkillder Dexit,

 
  
    #37178
1
27.07.15 21:55
also der Ausschluss Deutschlands aus der Eurozone, wäre natürlich die logisch richtige Antwort auf einen Michel, der seine Westanbindung und Modernität nur vorgekaukelt hat, tatsächlich aber alles andere als europareif ist. Nur wäre deswegen, weil die gesamte Konstruktion des Eurosystems inklusive der weltfremden, eigentlich verrückten Maastricht-Kriterien in die Hände eben dieses Michels gelegt wurde - im naiven Vertrauen darauf, dass ein Missbrauch ausgeschlossen sei und auch im naiven Glauben darauf, dass der relative ökonomische Erfolg Deutschlands auf den eigenen Saftladen übertragbar sei.  
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'das ganze ist das unwahre'

6506 Postings, 2446 Tage daiphongdiese Telegraph, UK. Leitartikel stammen

 
  
    #37179
27.07.15 22:10
offenkundig von der konservativen Brexit-Fraktion, und jener der British-Emire-Fraktion, die auf dieser Welt nichts lieber betreibt als Revanchismus mit den Deutschen (und Franzosen).

Ein bisschen sehr lächerlich, sowas hier unkommentiert zu zitieren.  

13100 Postings, 2607 Tage Fillorkillne Milchmädchenrechnung

 
  
    #37180
27.07.15 22:13
ist es zu glauben, man müsse nur die Ordoreligion und deine viel besungenen Sekundärtugenden verinnerlichen und schon brummt die Exportmaschine. Selbst im theoretischen Erfolgsfall müsste irgendjemand dafür ins identische Defizit - und aufkommen kann dafür logischerweise nur der, der sich für den Exportüberschuss fit gemacht hat. Mal angenommen, alle öffentlichen Hände dieses Planeten hätten über Schäubles Fiskallehre nachgedacht, diese für richtig befunden und zur Anwendung gebracht. Wohin wollten sie denn dann exportieren ?
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'das ganze ist das unwahre'

13100 Postings, 2607 Tage Fillorkillnichts lieber betreibt als Revanchismus

 
  
    #37181
27.07.15 22:28
Die Konservativen revoltieren gegen die Teutonische Union und ihre Goldmark, weil sie sich mit dem aufgenötigten Souveränitätsverzicht nicht abfinden können und wollen.

Die Sozialdemokraten revoltieren, weil die Idee eines sozialen, solidarischen und emanzipatorischen Europas in der Schäuble-Fassung nicht mehr enthalten ist.

Postmoderne und Neocons revoltieren, weil sie sich vom Michel getäuscht und hinter der Fassade regressiver Fiskallehren die Neigung zu als fatal bekannten Sonderwegen am Werk zu sehen.

Und der Michel revoltiert, weil er unter allen Umständen 'der angeschmierte' bleiben will.

Es wird also langsam eng...
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'das ganze ist das unwahre'

6506 Postings, 2446 Tage daiphong...aber Revanchismus ist ja dein Leben.

 
  
    #37182
1
27.07.15 22:34
Insofern ist es dir natürlich völlig egal, ob Putin-Russland, Tsipras-Griechenland, Brexit-British Empire, Front National, Krugman-USA, Stasi-Rentner oder sonstwer gegen die Bundesrepublik und ihre Bürger anstinken. Hauptsache, es stinkt.

#80 dein Revanchismus-Gegeifere begründet all deine Milchmädchenrechnungen, nicht umgekehrt, wie du behauptest. Sonst würdest du sofort bemerken, dass mindestens genauso oder sogar überwiegende die Defizit-Ökonomien die Überschüsse anderer definieren. Weil Importe einen Zahlungs-, Leistungs- und Vermögensausgleich für den Lieferanten erfordern - massenhaft importieren könnte ansonsten ja nun wirklich jeder ;-o)). Und dass im Kreditgeldsystem nicht  "alle öffentlichen Hände dieses Planeten" bestimmen, wer was wohin exportiert, weil wir nunmal nicht im Kommunismus leben, sondernder Austausch der Leistungen.  

13100 Postings, 2607 Tage Fillorkillalle öffentlichen Hände

 
  
    #37183
1
27.07.15 22:56
Da hast du natürlich recht. Von partiellen Ausnahmen wie Griechenland abgesehen handelt es sich um Moves des Privatsektors. Öffentliche Hände können sich nur funktional oder dysfunktional dazu verhalten. Das primäre Argument war aber, dass die erhoffte Exportstärke, auf die sich die gestrauchelten Eurozonenmembers hinarbeiten sollen, notwendig zu Lasten der deutschen Überschüsse gehen müsste - entweder im direkten Austausch oder indirekt auf den Weltmärkten. Euro und Brüning-Kur verhindern aber bereits theoretisch, dass es so kommen kann. Im Gegenteil, sie ruinieren die materielle Produktionsbasis der europäischen Konkurrenten (s Graphik)
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'das ganze ist das unwahre'

6506 Postings, 2446 Tage daiphongnatürlich muss Deutschland innerhalb

 
  
    #37184
1
27.07.15 23:11
innerhalb von Eurozone ins Leistungsbilanz-Minus, was für ein Problem hast du denn damit? Euro und Begrenzungen der Stastsüberschuldung fördern die Entwicklung ausreichender Exportkapazitäten in der Peripherie.

Mit Revanchismus bzw. einem Rassismus, der sich selbst alle Welt, alle Ökonomie, alle Politik ausschließlich aus Rassismus erklärt, wirst du nie kapieren, was sich da tut. Damit erzeugst du nur eine völlig abwegige autonome Subkultur.

 

6506 Postings, 2446 Tage daiphongEurozone hat bereits einen Überschuss

 
  
    #37185
2
27.07.15 23:37
in der Leistungsbilanz gegen Deutschland, einen kleinen.

im übrigen ist die Exportquote Deutschlands selbst in Europa nicht völlig aus dem Rahmen, siehe unten, wir sind hier halt nur ein großes Land.  
Angehängte Grafik:
eurostat_graph_teibp051.png (verkleinert auf 37%) vergrößern
eurostat_graph_teibp051.png

14545 Postings, 3297 Tage Malko07#37174: Dieses Bildchen

 
  
    #37186
1
28.07.15 08:33
wurde schon oft und wird noch oft von der Versicherungsbranche verwendet. Bezüglich Arbeitsmarkt und Altersversorgung ist es nur keinen Cent wert. Es kann aber manchmal Deutschnationalen Angst vor dem Aussterben machen.

In Westeuropa haben wir eins der am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt. Wir sind gezwungen Raubbau an Futtermitteln und Rohstoffen weltweit zu betreiben um uns am Leben zu halten. Der beste Umweltschutz und einen erheblichen Beitrag zu mehr Menschlichkeit wäre es, wenn wir deutlich weniger würden.

Bezüglich Arbeitsmarkt (und Altersversorgung) berücksichtigt dieses nationalistische Bildchen nicht wie kontinuierlich über die Jahrzehnte die Beteiligung des weiblichen Anteils an der Beschäftigung wuchs und weiter wächst. Und wächst er nur andeutungsweise so weiter wie die letzten Jahrzehnte werden alle diese absurden Versicherungsprognosen nicht andeutungsweise zu treffen. Allerdings muss dazu auch die Arbeit vorhanden sein, denn Arbeitslose tragen wenig zur einer positiven Entwicklung bei und müssen genau so wie die Kinder und Alten durchgefüttert werden. Riester und Rürup waren eben nur die sozialdemokratischen Verbrecher am Alterssicherungssystem. Lobbyisten von Maschmeyer, Allianz, ... eben.

Und wenn man schon unbedingt Prognosen (... sind schwierig da sie die Zukunft betreffen) tätigen will, kann man den Zuzug der Flüchtlinge und seine Kosten nicht unberücksichtigt lassen. Momentan strengen wir uns ja auch noch an die Kurden zu vertreiben, die Flüchtlinge werden uns also noch so bald nicht ausgehen. Und wenn man sie dann endlich in den Arbeitsmarkt integriert hat (so weit dieser es überhaupt zu lässt) werden wir wohl die Vielmännerehe einführen müssen.

Der Arbeitsmarkt wird auch bei uns nicht in den Himmel wachsen. Die Möglichkeiten der Produktivitätsgewinne und neuen Produkten sind technisch ziemlich ausgelutscht. Wir befinden uns schon in der Stagnation. Wann der nächste Zyklus beginnt ist schwer vorhersehbar. Kann Jahrzehnte dauern. Wir schneiden bezüglich des Arbeitsmarktes im Vergleich zu anderen Industrienationen auch deshalb so viel besser ab, weil bei uns die Nachfrage nach Arbeit schon erheblich zurückgegangen ist und zum anderen weil wir einen nicht geringen Anteil in Billigstjobs verfrachtet haben. Letzteres werden unser Nachbarn nicht mehr lange mitmachen und dann sieht es gerade bei Jobs mit geringer Qualifikationsanforderungen nicht mehr so rosig aus. Und in dieses Segment strebt ein großer Teil der Flüchtlinge.

 

14545 Postings, 3297 Tage Malko07#37185: Finnland ist ein

 
  
    #37187
1
28.07.15 08:45
schönes Beispiel wie schnell man vom hohen Ross fallen kann. Finnland ist mit dem Niedergang von Nokia abgestürzt. Man erinnere sich nur einige Jährchen zurück, welche Euphorie bezüglich Nokia herrschte. Jetzt stehen Finnland schlimme Zeiten bevor. Die Verschuldung explodiert und sie sind schon dabei feste auf die Ausgabenbremse zu treten. Keine schöne Zeiten.

Auch wir haben eine sehr große Industrie, welche sich schon sehr wahrscheinlich  schon in der Endphase befindet: Die PKW-Industrie. Wir sind nämlich nicht mehr in der Lage preiswerte Autos herzustellen. Wir bedienen praktisch nur noch das Edelsegment wie anno dazumal Großbritannien vor dem Ende ihres großen Automobilsektors. Bevor wir uns umschauen, kann es uns wie Finnland ergehen. Wir sollten also froh wegen der abnehmenden Bevölkerung sein.  

3055 Postings, 906 Tage SternzeichenUkraine: Die Serie hält!

 
  
    #37188
1
28.07.15 10:51
?Selbstmord?-Serie in der Ukraine geht weiter: Jetzt erhängen sich nicht nur Oppsotionspolitiker sondern auch Asow-Kommandeure

Laut dem Abgeordneten des ukrainischen Parlaments, Dmitriy Linko, soll sich Asow-Kommandeur Yaroslav Babich am Montag das Leben genommen haben. Der ?Selbstmord? reiht sich in eine ganze Reihe von ominösen Suiziden von Politikern und Journalisten. Bislang beschränkte sich die Serie jedoch immer nur auf Mitglieder von Oppositionsparteien und Maidan-kritische Journalisten.

Der Fall wird, wie ukrainische Behörden erklärten, ?einer gründlichen Untersuchung? unterzogen werden.

http://www.rtdeutsch.com/27224/headline/...ern-auch-asow-kommandeure/  

3471 Postings, 2445 Tage DreiklangMalko, warum verteidigst du eig. Draghi/EZB?

 
  
    #37189
28.07.15 11:34
Aus deinen logisch völlig nachvollziehbaren Gründen entnehme ich, dass du an Nachhaltigkeit im Finanzsystem interessiert bist.

Doch die Politik der EZB steht dem entgegen. Wenn die ernormen Kapitalflüsse in den "Club-Med" zurückgezahlt werden sollen, MUSS besagter "Club-Med" gegenüber Deutschland in einen Leistungsbilanz-Überschuss treten. Das bedeutet mehr Arbeit in den Südländern. Das bedeutet aber auch -systemisch betrachtet: Deleveraging, Geldvernichtung also. Obwohl - oder gerade WEIL - die Solvenz sich verbessert, wird Geld knapper (keine Sorge, es ist noch reichlich Geld vorhanden...)

Für Draghi ist das Teufelszeug. Da die weitere Aufblähung der Bankbilanzen ("4% pro Jahr") erklärtes Ziel ist, macht die EZB nun in QE. Damit erleichtert sie die weitere Verschuldung der Südländer. Die wiederum generieren staatlich induzierte Nachfrage und Wertschöpfung - und wir wissen, dass dies definitiv nicht zu solventen Strukturen führt. Der wesentliche Teil der Nachfrage in Griechenland z.B. wird über das Rentensystem finanziert und gegenfinanziert über die EZB dank ELA.

Die massiv von der EZB geförderte weitere Verschuldung der Südländer steht einem Abbau der Ungleichgewichte in der EU entgegen, führt zu fehlerhaft gebildeter Nachfrage, falscher Preisstützung und letztlich zu weniger Arbeit in besagten Ländern. Die EZB ist (wie viele andere Zentralbanken auch) ein Feind der Arbeitnehmer.


Es ist z.B. nicht Aufgabe der EZB den Griechen den Geldhahn abzudrehen.

Die EZB hat sich gefälligst um die Solvenz der griechischen Zentralbank zu kümmern, wenn diese denn das ELA-Konstrukt in Anspruch nehmen will! Was kann denn die gr. Zentralbank an belastbaren Sicherheiten bieten? Nichts!

Und warum war Tsipras plötzlich bereit, all das unterschreiben, was er vorher verweigert hatte? Nur deshalb, weil er weiter auf ELA gesetzt hatte und die EZB ELA eingefroren (nicht etwa zur Rückzahlung) aufgefordert hatte. Das alleine reichte, um Tsipras an den Verhandlungstisch zurückzubringen und nichts anderes. Wundersamerweise, kaum wird ELA wieder angehoben, hat man Griechenland nun wieder "Zeit".

Also, hier macht die EZB massiv Politik und zwar weitab von dem, was man von einer supranationalen Zentralbank zu erwarten hatte. Griechenland hätte man schon im Februar klar machen müssen, dass der TARGET-Saldo für das Tsipras-Chaos NICHT zur Verfügung steht. Dann wären die Herrschaften in Athen sehr schnell sehr kleinlaut geworden - statt noch, wie kürzlichst in den Medien zu lesen war, einen "Putsch" auf die Zentralbank zu planen. Was ein Witz ist, denn diese Zentralbank ist pleite und zu 100% vom Geld aus Frankfurt abhängig.

Fazit: Wenn Herr Draghi sein Amt ernst nähme und nicht als Agent von Goldman-Sachs wahrgenommen werden will, dann hätte er Deleveraging in Europa zu fördern und nicht massiv zu behindern.

Und Staatsverschuldung und Währung sind verschiedene Stiefel.

Nein. Nicht im "modernen" Fiat-Geld. Staaten und Zentralbank arbeiten vielmehr eng zusammen, um die Geldschöpfung weiter hochzutreiben. Den Schaden hat die Realwirtschaft ("Dauerkrise"...)

 

6506 Postings, 2446 Tage daiphong#86 dieses Bildchen

 
  
    #37190
28.07.15 11:34
bildet eine bedeutende Realität völlig korrekt ab, die Zahl der Menschen in den Generationen. Dass mein Sohn trotz aller Zuwanderung nur noch mit der Hälfte an Kindern aufwächst wie ich ehedem, ist einfach eine sehr weitreichende Tatsache. Die mag ja jeder interpretieren, wie er lustig ist...mal sehen, wie die neuen Generationen sie interpretieren.  

14545 Postings, 3297 Tage Malko07Es muss ja nicht jeder

 
  
    #37191
28.07.15 11:57
den Stress der geburtenstarken Jahrgänge erleben. Zuerst zu wenig Platz in der Schule, dann ein relativ zu geringes Arbeitsangebot und zum Schluss fehlender Platz auf dem Friedhof.

Das Bildchen mag korrekt ein, es suggeriert aber ganz schön am Thema vorbei etwas ganz anderes. Es passt eben vorne und hinten nicht zum Arbeitsmarkt. Das ist nämlich absolut keine Funktion der Bevölkerungspyramide. Und auch die wirtschaftliche Entwicklung hat damit nichts zu tun. Mag in einigen unsinnigen Makrowirtschaftsdaten sich widerspiegeln und das was es schon.

Und zu glauben die Zuwanderung müsste die Pyramide gesunden ist mMn etwas schräg. Eine nachhaltige Pyramide bedeutet nämlich Bevölkerungsexplosion und großes Elend!  

6506 Postings, 2446 Tage daiphong#89 keineswegs befeuert Draghis EZB

 
  
    #37192
28.07.15 11:59
eine Fortsetzung der Hausbooms in der Peripherie oder etwa eine große Staatsneuverschuldung sondern sie entlastet und rettet die Schuldner. Klar müssen die jetzt in Leistungsbilanz-Überschüsse kommen, und Deutschlands Überschüsse werden sinken. Das bedeutet aber kein schnelles Deleveraging sondern auch Neuinvestitionen auf allen Seiten in eine ausgeglichenere europäische Ökonomie.

Griechenland läuft außer Konkurrenz, ein Abwicklungsfall, da ist nichts exemplarisch.  

14545 Postings, 3297 Tage Malko07#37189: Weil die Politik

 
  
    #37193
28.07.15 12:13
über Jahre geschlafen hat und immer noch schläft, muss die EZB die Anleihen aufkaufen, so wie auch schon die Fed. Das hat absolut nichts mit Krediten oder Wirtschaftsförderung zu tun. Sie muss die Risiken der Anleiheblase vom Finanzsystem nehmen (reduzieren), damit dieses nicht bei den ersten Anzeichen einer Zinsnormalisierung den Bach runter geht.

Es ist Aufgabe der Politik festzulegen, dass Banken keine Staatsanleihen kaufen dürfen und es ist nicht die Aufgabe der EZB die Eurozone abzuwürgen.

Ich finde, wenn sich die Kritik bezüglich EZB auf Draghi reduziert, ist es absolut daneben. Riecht nach einem speziellen Rassismus: Er ist ja ein Südländer. Dabei ist Norditalien wirtschaftlich stärker als Norddeutschland. Er kann alleine überhaupt nichts bestimmen und man sollte sich mal anschauen, zu was die Bundesbank oder andere Nordeuropäer alle ihre Zustimmung gegeben haben. Sogar die Bundesbank war nicht prinzipiell gegen die Anleiheaufkäufe, sie war nur der Meinung es wäre noch zu früh.

Es war und ist auch nicht die Aufgabe der EZB Griechenland den Hahn abzudrehen. Auch das ist die Aufgabe der Politik. Sogar die Politik legt die Regeln für die EZB fest und nicht diese. Aber die Regeln sind nicht primär wichtig. Jede Notenbank braucht da große Freiräume. Es kommt eben darauf an, dass die Politik ihren Job tut, dann braucht die EZB ihr Regelwerk nicht auszureizen. Es war übrigens die Bundeskanzlerin die in Brüssel umgefallen war. Sie hätte genügend Rückendeckung durch andere Europäer gehabt.  

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