Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

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neuester Beitrag: 17.04.14 11:36
eröffnet am: 04.11.12 14:16 von: permanent Anzahl Beiträge: 16608
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20752 Postings, 3798 Tage permanentÖkonomen streiten über Verteilungsfrage

 
  
    #1
76
04.11.12 14:16

Wirtschaftswissenschaften: Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind immer mehr Ökonomen überzeugt. Viele von ihnen sehen in der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich auch die Ursache für die weltweite Finanzkrise.

BerlinDer Klassenkampf war lange verschwunden aus dem Vokabular der Ökonomen. Die meisten Forscher interessierten sich nicht mehr für die Unterschiede zwischen den einzelnen Schichten der Gesellschaft, zwischen Armen und Reichen, Arbeitenden und Vermögenden. Die Stoßrichtung gab Nobelpreisträger Robert Lucas vor: Ökonomen sollten sich nicht von der gefährlichen Versuchung verführen lassen, sich mit Verteilungsfragen zu beschäftigen, schrieb er vor gut zehn Jahren. Wer den Wohlstand mehren wolle, der solle nicht umverteilen, sondern für Wachstum sorgen.

 

Inzwischen aber findet in der ökonomischen Zunft ein Umdenken statt - immer mehr Volkswirte nehmen auch Verteilungsfragen wieder ernst, wie eine Konferenz des "Forschungsnetzwerks Makroökonomie" zeigt, die in der vergangenen Woche in Berlin stattfand. Auf Einladung der Hans-Böckler-Stiftung diskutierten mehr als 300 Volkswirte über die Zukunft der makroökonomischen Forschung. Die Einkommensverteilung war dabei eines der zentralen Themen. Schließlich ist die Kluft zwischen Arm und Reich vor der Krise massiv gewachsen - vor allem in den USA, aber auch in vielen anderen Industrieländern.

Wenn die Ungleichheit in einer Volkswirtschaft zu groß wird, wird diese instabil, zeigte Michael Kumhof, Vizeabteilungsleiter beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Zusammen mit Kollegen hat er ein makroökonomisches Standard-Modell um Verteilungsfragen erweitert. Anstelle von homogenen Haushalten, die einheitliche Interessen haben, gibt es in diesem Modell Arbeiter und Vermögende.

 
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16582 Postings ausgeblendet.

3378 Postings, 1979 Tage daiphong#82 ich bin doch kein Anhänger der

 
  
    #16584
2
16.04.14 16:15
ukrainischen Regierung, was quatschst du mich blöde an?  
Regelrechte Kinderkacke ist es auch, zu behaupten "der Westen hat in Ukraine seine ferngesteuerte Regierung installiert" Jedes Kleinkind weiß, dass so eine Regierung dann völlig anders aussehen würde... dass die Welt so nicht funktioniert, wie Fill und Co. es erzählen.

Diese Regierung ist das traurige Resultat der Zerstörung des ukrainischen Projekts, sich über die EU-Assoziation zu reformieren und zu vereinen, Demokratie und Zivilgesellschaft aufzubauen.
Und einer historisch und kulturell schwer zerrissenen, in vielen Städten teils hoch entwickelten, besonders in den Provinzen regelrechti in sowjetischen Zeiten steckengebliebenen, armseligen, in erheblichen Teilen eher von schlichtem Hunger und Verwahrlosung, von Auswanderung und Familienlosigkeit bedrohten Gesellschaft.

Die Ukraine hat nun kein gemeinsames Projekt mehr.
Auch keine gemeinsame Regierung, diese ist eine schwächliche Übergangsregierung, gerade ein paar Wochen im Amt.

Die russische Propagandamaschine und aufgezogene Militärmacht nutzte diese paar Wochen in rasendem Tempo ("Faschismus! Russenverfolgung! Progrome! Angriff auf Russland!") zur Abspaltung der Krim, zur Delegitimation der ukrainischen Nation selbst, des Staates, zur Auflösung von Polizei und Militär und der gesamten Rechtsordnung.
Die Frage ist inzwischen, wie man eigentlich die Präsidentschaftswahlen und Parlamantswahlen praktisch durchführen will.
 

35051 Postings, 3633 Tage Anti LemmingFoto für Zaphong

 
  
    #16585
5
16.04.14 17:01
www.spiegel.de/fotostrecke/...rt-einwohner-fotostrecke-113530-10.html

Bildunterschrift:  "Schwer bewaffnete prorussische Faschisten (Hintergrund, Dreierkette) stellen sich vergeblich den siegreichen Oligarchen-Panzern aus Kiew in den Weg, die in der Ostukraine endlich wieder für Recht und Ordnung sorgen wollen."

 
Angehängte Grafik:
hc_867.jpg (verkleinert auf 60%) vergrößern
hc_867.jpg

3378 Postings, 1979 Tage daiphong#85 da sieht man, wie verwestlicht die Ukraine

 
  
    #16586
1
16.04.14 18:53
bereits ist: die Zivilisten gehorchen nicht, die Soldaten schießen nicht ;-o)


Über eine Militärmaschinerie verfügt dieser angeblich vom Westen hochgerüstete und bezahlte und ferngesteuerte "Faschismus" eben nicht, der ja nach Meinung einiger Ariva-Dauer-Schwachköpfe Russland bedrohen und angreifen und vernichten will ähnlich dem deutschen NS.  Oder die russische Bevölkerung "jagen und totschießen" will. Der Russland in die verzweifelte Verteidigung ;-o)) und "Rettung wenigstens der Krim" zwang ("Danke Putin! Dein Fill")

Da sähe eine russische Invasion und die Jagd auf dieser Ukrainer mit Sicherheit anders aus...  

6789 Postings, 1168 Tage zaphod42Aus ALs Link

 
  
    #16587
16.04.14 18:58
"Unabhängigkeit wollen viele in der Ostukraine gar nicht - trotzdem sympathisieren sie mit den Separatisten. Wut auf die Regierung treibt sie auf die Barrikaden. Viele klagen über die schlechte wirtschaftliche Lage im Land. "

Na, da haben wir's ja @Fi_AL_ko, das Problem. Warum Dreier-Ketten von Schmierbauchträgern gegen Panzer, wenn die Rente ausbleibt? Leuchtet mir nicht ein...  

6789 Postings, 1168 Tage zaphod42Danke

 
  
    #16589
16.04.14 21:03
Du auch einen?  

35051 Postings, 3633 Tage Anti Lemmingaber nur 64 Bohnen

 
  
    #16590
16.04.14 21:04
sonst kommt mir das nicht in die Tasse.  

6789 Postings, 1168 Tage zaphod42Bitteschön!

 
  
    #16591
16.04.14 21:12
Ich trink auch nur den guten 64er.  

7268 Postings, 2140 Tage Fillorkillein guter Tag

 
  
    #16592
2
16.04.14 21:20
Aus dem Antiterror-Einsatz ist nichts geworden - trotz aller Ermunterung der Transatlantiker und ihrer dienstbeflissenen Multiplikatoren. Der Support für das regimekritische Sentiment ist im Osten zu flächendeckend, die Moral der 'Spezialtruppen' und sonstiger Sichereitsstrukturen zu erschüttert, um das gewollte blutige Exempel tatsächlich statuieren zu können. Putin hat daran seinen Anteil mit seiner impliziten Invasionsdrohung, die offenbar auch nationalistische Heißsporne beindrucken konnte...

Das schlimmste wurde also bislang verhindert, die Brücken zwischen den unterschiedlichen Mentalitäten und Kulturen damit nicht vollends abgebrochen. Gerade der so kläglich gescheiterte Versuch, Autorität militärisch zu erzwingen, erhält die Option insbesondere für die Bewohner des Ostens, im Gesamtstaat nicht den Todfeind sehen zu müssen. Und damit die Chance, Zivilgesellschaft und Demokratie in der Ukraine tatsächlich auf den Weg zu bringen. Dann, wenn das Regime in Kiew sich in Luft auflöst, weil niemanden mehr zu seiner Verteidigung existiert - jedenfalls nicht innerhalb der Ukraine....  
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'Being a contrarian is tough, lonely and generally right'

6789 Postings, 1168 Tage zaphod42"Bombt die Medien mit Kommentaren zu!"

 
  
    #16593
2
16.04.14 21:30
Näheres zur in Foren und Leserspalten aktiven 5. Kolonne Moskaus.

Facebook-Spam bei deutschen Medien unter Namen Anonymous - SPIEGEL ONLINE
Viele deutsche Medien werden mit einer Flut konzertierter Facebook-Kommentare konfrontiert. Gefordert werden eine russlandfreundliche Haltung und Berichte über Demonstrationen rechter Verschwörungstheoretiker.
 

6789 Postings, 1168 Tage zaphod42fill

 
  
    #16594
16.04.14 21:34
Alleine der Glaube fehlt mir, dass es so friedlich bleibt. Es gibt einen mächtigen Spieler, der ein klares Interesse an einer blutigen Eskalation hat um hinterher den großen Befreier zu spielen. Und das ist nicht Kiew.

Wie gesagt: Schön dass es heute so war, aber in Kürze wird der Spieler seinen nächsten Trumpf spielen.  

6789 Postings, 1168 Tage zaphod42"Putin wünscht Finnlandisierung der Ukraine"

 
  
    #16595
2
16.04.14 21:44
Drei Optionen für die Entwicklung der Ukraine

Der Kreml fordert von Kiew eine Verfassungsänderung und die Föderalisierung der Ukraine. In diesem Fall bekämen die östlichen Landesteile mehr Selbstständigkeit, was Russland einen größeren Einfluss in der Ostukraine sichern würde.

Eine zweite Option wäre die Annexion der Ostukraine, so, wie bereits mit der Krim geschehen. Die Separatisten fordern am 11. Mai einen Volksentscheidung über eine Autonomie und einen möglichen Anschluss an Russland.

Die dritte Möglichkeit des Kreml wäre ein Einmarsch in die Ostukraine, unter dem Vorwand, einen Bürgerkrieg verhindern zu wollen. Sollte ein hartes Vorgehen der ukrainischen Armee viele Todesopfer fordern, könnte dies der Kreml zum Anlass einer Militärintervention nehmen.

Amerikanische Militärexperten glauben nicht, dass Putin einen Einmarsch und einen Krieg riskieren werde. Der Kreml wolle den Anschein der Legitimität wahren, behauptet Ignatius. Putins Ziel sei vielmehr eine "Finnlandisierung" der Ukraine. Putin wünsche sich einen neutralen Zwitterstaat, der weder der EU und schon gar nicht der Nato angehören dürfe.

http://www.welt.de/politik/ausland/...Geheim-Informationen-hilft.html  

6789 Postings, 1168 Tage zaphod42und ob dieses Ziel machbar ist

 
  
    #16596
16.04.14 21:47
kann nur die Wahl am 11. Mai entscheiden. Die Bürger haben im Prinzip die Wahl zwischen Parteien, die entweder klar in die EU wollen oder klar den Anschluss an Russland. Ob es auch Parteien gibt, die Neutralität bwz. Vasallentum fordern ist nicht bekannt.  

2484 Postings, 2530 Tage Ischariot MDalso gehen wir davon aus

 
  
    #16597
16.04.14 21:58
dass UKR demnächst zerfällt, weil die neue wie-auch-immer-Regierung in Kiew den Osten nicht mehr kontrollieren kann und die moskaugesteuerten Separatisten einfach weitermachen nach dem bewährten Krim-Drehbuch ... damit geht der Osten (und Süden?) kampflos an Putin, ob als Protektorat oder (später) als Provinz ist letztlich egal ... kampflos deshalb, weil (nach meiner laienhaften Einschätzung) kein tiefgründiger ausfgestauter Hass zwischen den diversen slawischen Volksgruppen in UKR besteht, damit fehlen die Zutaten für einen 'heißen' Bürgerkrieg.
Bleibt dem Westen also nur die Retourkutsche Wirtschaftssanktionen, praktischerweise zur überwiegenden Last Deutschlands. Gabriel hat das heute ja schon umherposaunt (eine seiner üblichen hirn- und denkfreien Lautäußerungen), die Merkel-Arschkriecher-Wirtschaftsbarone schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, und (ausgerechnet!) die Moskau-hörige Linkspartei fragt laut "Wer soll das bezahlen?"

Bereiten wir uns also auf einen schleichenden ökonomischen Plattfuß in Dtld. vor für die nächsten Jahre
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Im Übrigen bin ich der Meinung, daß Merkel abgewählt werden muß

2484 Postings, 2530 Tage Ischariot MDUkraine als bittere Lektion für Pazifisten

 
  
    #16598
2
16.04.14 23:10
Kommentar in der Rheinischen Post:

(...) Über Wladimir Putins weitere Pläne kann man nur spekulieren. Er dagegen darf sich vollkommen sicher sein: Der Westen wird für die Ukraine militärisch keinen Finger krumm machen. Für deutsche Pazifisten, die in diesen Tagen wieder zu Ostermärschen aufbrechen, muss das eine bittere Lektion sein. Ausgerechnet die wehrlose Ukraine, die 1994 ihre Atomwaffen ablieferte, im Vertrauen auf russische Garantien ihrer territorialen Unverletzlichkeit, wird jetzt vom russischen "Bruder" verstümmelt. Das brutale Recht des Stärkeren ist Realität, auch in Europa. Das haben wir verdrängt. Es ist Zeit, die Augen zu öffnen.
http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/...Matthias-Beermann-3481457

>>> ein wahres Wort
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Im Übrigen bin ich der Meinung, daß Merkel abgewählt werden muß

3378 Postings, 1979 Tage daiphongnoch nie gab es einen derartigen Propaganda-Krieg

 
  
    #16599
3
17.04.14 00:03

mit einer derart hohen Irrealität in Russland. Dazu die Süddeutsche: "...Panzer, Soldaten, Maschinengewehre, Hubschrauber - und wieder Panzer. Solche Bilder zeigen russische Medien derzeit in Endlosschleife. Der TV-Sender Rossija24 blendet dazu links unten ein kleines Symbol ein: den Kopf eines Mannes mit schwarzer Strumpfmaske, dahinter die schwarz-rote Flagge der ukrainischen Nationalisten aus dem Zweiten Weltkrieg. Russlands Präsident Wladimir Putin sieht die Ukraine vor einem Bürgerkrieg - doch wer die Bilder russischer Medien sieht, glaubt, das Land stecke schon mittendrin: die Ost-Ukraine, besetzt von schießwütigen Soldaten, die wiederum von einer faschistischen Regierung geschickt wurden. Eine Wirtschaftsnachrichtenseite stellt die Ukraine in eine Reihe mit Syrien und Ägypten. ... Lawrow und Putin sind omnipräsent. Letzterer vor allem als Warner, aber auch als Vermittler: Putin spricht mit Angela Merkel, Putin spricht mit Barack Obama, Putin spricht mit Ban Ki Moon - Meldungen, die der Fernsehsender Rossija24 genauso in Endlosschleife sendet wie die Bilder der ukrainischen Panzer. Eine eigene Wahrheit Die russische Regierung und vor allem die staatlichen Fernsehsender haben erfolgreich eine eigene Wahrheit über den Konflikt in der Ukraine geschaffen. Und die Mehrheit der Bevölkerung im eigenen Land glaubt sie, wie Mascha Lipman vom Carnegie Moscow Center sagt. Noch nie zuvor sei in Russland so flächendeckend auf Propaganda gesetzt worden wie zu dieser Zeit, so ihre Einschätzung. Gleichzeitig geraten unabhängige oder sogar kritische Nachrichtenquellen in Schwierigkeiten. Die Chefredakteurin des Online-Portals Lenta.ru wurde nach einem Interview mit einem Mitglied einer anti-russischen Bewegung gegen einen kremltreuen Mitarbeiter ausgetauscht. Kabelnetzbetreiber nahmen den Sender TV-Doschd aus ihrem Angebot - wegen einer kritischen Frage. Wie sich diese Propaganda auf die russische Gesellschaft auswirkt, hat die die weißrussische Schriftstellerin Svetlana Alexijewitsch aufgeschrieben. Es gebe einen ungeheuren Ausbruch von Patriotismus. Überall Begeisterung wenn von "Anschluss" oder "Annexion" die Rede ist. "In Moskau heuert man ukrainische Gastarbeiter mit Schadenfreude für die allerunqualifiziertesten Arbeiten an", schreibt sie. Sie habe Angst, den Fernseher einzuschalten, schreibt Alexijewitsch. Die Medien würden gesäubert. "Der 'rote' Mensch ist wieder da." Eine Anspielung auf die Sowjetzeit. Wie es ihr damit geht, die diese Entwicklung nicht unterstützt? Sie habe viele russische Freunde verloren, so die Weißrussin. ..."

 

6789 Postings, 1168 Tage zaphod42"Es ist vorbei. Europa wacht auf"

 
  
    #16600
1
17.04.14 01:13
Ein Manifest.
Googles Macht : Warum das vornehme Europa endlich aufwachen muss - Nachrichten Kultur - DIE WELT
Nach 1989 hat Europa es sich gemütlich gemacht. Es verwechselte Seelenfrieden mit der intellektuellen Bequemlichkeit, anderen den Wagemut zu überlassen. Nun zahlt es an Google und Putin den Fahrpreis.
 

6789 Postings, 1168 Tage zaphod42#99

 
  
    #16601
1
17.04.14 01:19
Am schlimmsten empfinde ich, dass ich dies alles auch hierzulande lesen muss.  

13559 Postings, 2830 Tage Malko07Die Wahlen für den

 
  
    #16602
2
17.04.14 06:22
nächsten Präsidenten kann man in die Tonne kippen. Eine Propagandaveranstaltung der Putschisten, die nicht mal Herr in Kiew, geschweige in der Ukraine sind. Die Hoffnung auf Demokratie, wie wir sie verstehen ist auch weit hergeholt. Demokratie ist nämlich nicht nur eine Veranstaltung von Wahlen sondern muss in der Bevölkerung verankert sein. Ist sie weder in der Ukraine, in Russland noch in Bulgarien. Käme es nur auf Wahlen an, wieso wurde dann die vorherige Regierung gestürzt? Immerhin war sie und ihr Präsident legal gewählt und diese Wahlen waren auch vom Westen anerkannt. Müsste also der alte Präsident zurück ins Glied?

Es gibt heute keine legale Regierung, dafür haben wir gesorgt. Also muss über die Köpfe der Ukrainer hinweg eine Lösung aufgezwungen werden oder alle wesentlichen Gruppen der Ukrainer und nicht nur die Untergebenen der Swoboda müssen an den Verhandlungen beteiligt werden. Dabei muss einvernehmlich der Status der Ukraine gegenüber dem Ausland und die interne Organisation festgelegt werden. Anschließend können dann Wahlen unter internationaler Kontrolle stattfinden. Geht man nicht diesen Weg, wird die Ukraine eine chaotische Veranstaltung bleiben und wir dessen Zahlmeister. Wenn unsere Regierung dies akzeptieren sollte, versündigt sie sich an den Interessen des eigenen Volkes. Dann wäre es besser sie zieht sich zurück und überlässt McCain und Konsorten ihr Spiel mit Putin. Wir sollten Europa nicht zerreißen lassen nur weil Obama im Herbst bei den Wahlen gut abschneiden will und einige Blamagen, die er sich gegenüber Putin eingehandelt hat, nicht verwinden kann.  

13559 Postings, 2830 Tage Malko07Man stelle sich vor,

 
  
    #16603
2
17.04.14 07:18
das alte Regime wäre mit Panzern gegen den Maidan vorgegangen. Der Aufschrei bei uns wäre unendlich gewesen. Und nun setzen die Putschisten in der Ostukraine Kämpfer von Swoboda und Rechtem Sektor ein (sog. Nationalgarde). Da stellt sich die Frage wer hier wirklich das Land zerstören will? Offensichtlich reicht den Putschisten eine Westukraine, welche sie mit Hilfe der Faschisten unter Kontrolle halten können: ein Pinochet-Regime in Osteuropa. Passt wie die Faust aufs Auge zur US-Außenpolitik.  

13559 Postings, 2830 Tage Malko07Bei manchen, streng

 
  
    #16604
3
17.04.14 07:25
auf Linie funktionierenden kalten Krieger in der Politik stellen sich Fragen:

- Waren ihre Aussagen in der Vergangenheit zur Außenpolitik und zur Privatsphäre ihrer Bürger nur Lügen und sie sind in Wirklichkeit ein Chamäleon?

- Oder weiß die NSA von ihnen "Sachen" die wir nicht wissen sollten und nun haben sie Angst?

Ein Beispiel unter vielen: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/...ohung/9774484.html
 

6789 Postings, 1168 Tage zaphod42Putins Drehbuch wird wie erwartet umgesetzt

 
  
    #16605
17.04.14 09:28
Ostukraine : Nationalgarde erschießt angreifende Separatisten - Nachrichten Politik - Ausland - DIE WELT
In der Ostukraine haben Separatisten versucht, ukrainische Soldaten zum Aufstand zu bewegen. Es kam zum Schusswechsel, bei dem drei der prorussischen Aktivisten starben. Obama droht Russland erneut.
 

6789 Postings, 1168 Tage zaphod42Moskaus Eroberungsstrategie

 
  
    #16606
17.04.14 09:39
Ukraine : Moskaus abgefeimte Eroberungsstrategie - Nachrichten Debatte - Kommentare - DIE WELT
Westeuropa hatte sich in der postmodernen Illusion eingerichtet, die Machtpolitik der Überwältigung sei überwunden. Putin kennt die Beißhemmung des Westens und nutzt sie für seine Erpressungsversuche.
...ist eine Zeitenwende. Europa muss umdenken.

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"Sich aus dem Schicksal der Ukraine "herauszuhalten", ist keine Option, geht es doch um weit mehr als sie. Es gilt, so schmerzlich das sein mag, zur Erkenntnis zurückzukehren, dass zur Sicherung des Friedens vor einer Kraft, die nur das Gesetz der Stärke anerkennt, auch Abschreckung gehört. Deshalb darf auch Aufrüstung und die Verlegung von Nato-Truppen in die östlichen Mitgliedsstaaten des westlichen Bündnisses kein Tabu mehr sein."

 

7268 Postings, 2140 Tage Fillorkill# 06 postmoderne Illusion

 
  
    #16607
1
17.04.14 10:22
Hier wird die Kategorie 'postmodern' endlich mal richtig verstanden. Nicht wie überall zu lesen als intellektuelle Zurückweisung überkommener Narrative, die totalitär einen Diskurs beherrschen wollen. Sondern als Vorwurf der inversen Gutmenschen an ihre Gesellschaft, es an Distanzlosigkeit gegenüber eben diesen totalitären Narativen missen zu lassen. Postmodern ist richtig erzählt eine Verweichlichung und Dekadenz, die die Integration von Zwiedenk, eines Denkens in Double Standards reflexhaft erschwert und so die Wehrkraft  im angesagten Survial of the Fittest untergräbt...

Die negative Begeisterung dieses Typs Gutmenschen für Putins Russland, im welchem sich via Projektion all das finden lässt, was hier so schmerzlich vermisst wird - eine formierte Gesellschaft, die wie ein Mann hinter ambitionierten imperialen Projekten steht - wird darüber verständlich...
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'Being a contrarian is tough, lonely and generally right'

7268 Postings, 2140 Tage Fillorkill# 06 nebenbei

 
  
    #16608
17.04.14 11:36
So einige der besonders hetzerischen Redakteure der besonders kriegshetzerischen 'Welt' entstammen dem 'antideutschen Millieu', so auch oben. Dabei handelt es sich um ehemalige Linke, die im angelsächsischen Kapitalismus und im global ausgreifenden amerikanischen Kontrollbedürfnis diejenige Instanz ausmachen, die dem vorgeblich eliminatorisch angelegten 'deutschen Wesen' Schranken setzen kann. Daraus folgt eine bedingungslose Unterstützung jedweder militärischen Projekte, sofern die US federführend beteilgt sind...

Diese militärischen Projekte richten sich in der antideutschen Lesart per definitionem gegen das deutsche Wesen, welches vom jeweiligen Addressaten westlicher Aktionen stets repräsentiert wird. Wann immer mobil gemacht wird und egal gegen wen - es geht immer darum, im Sinne das kategorischen Imperatives Adornos Hitler oder Ausschwitz zu verhindern. Die Denkfiguren wie 'Islamofaschismus' oder Drohnenkrieg als eine emanzipatorische Mission entstammen diesem Millieu, das damit massgeblich die Neocons theoretisch fundieren konnte und teilweise mit diesen auch personalidentisch ist...  
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