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Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Seite 1 von 2255
neuester Beitrag: 28.06.16 15:03
eröffnet am: 04.11.12 14:16 von: permanent Anzahl Beiträge: 56374
neuester Beitrag: 28.06.16 15:03 von: Canis Aureu. Leser gesamt: 4387798
davon Heute: 2678
bewertet mit 92 Sternen

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20752 Postings, 4601 Tage permanentÖkonomen streiten über Verteilungsfrage

 
  
    #1
92
04.11.12 14:16

Wirtschaftswissenschaften : Ökonomen streiten über Verteilungsfrage 13:15 Uhr Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

Die Einkommensungleichheit destabilisiert die Volkswirtschaften, sind

... (automatisch gekürzt) ...

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...age/7328592.html
Moderation
Moderator: ksu
Zeitpunkt: 06.10.14 08:32
Aktionen: Kürzung des Beitrages, Threadtitel trotzdem anzeigen
Kommentar: Urheberrechtsverletzung, ggf. Link-Einfügen nutzen
Original-Link: http://www.handelsblatt.com/politik/...gsfrage/7328592.html

 

 
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56348 Postings ausgeblendet.

42176 Postings, 6088 Tage KickyEin Rückbau der EU wäre sinnvoll

 
  
    #56350
27.06.16 21:01
http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/...-eu-waere-sinnvoll-ld.91709
Die EU kann nur überleben, wenn sie den Euro und die Personenfreizügigkeit aufgibt, sagt der britische Historiker Oliver Zimmer. Der Versuch, aus der EU einen Staat zu machen, sei gescheitert......
 

6405 Postings, 1637 Tage Zanoni1#338 Danke, Dai

 
  
    #56351
27.06.16 21:40
für die leider ganz berechtigten Hinweise. Weiß ich ja selbst. ;-)
So dann und wann reizt es mich dann allerdings doch immer wieder mal, zu dem üblichen Dauerschleifenunsinn,  ein paar Zeilen mehr zu schreiben.

 

8883 Postings, 2782 Tage daiphongversteh ich doch

 
  
    #56352
27.06.16 22:25
nur kommt man so ja selbst nicht weiter.
In Europa, EU und Eurozone kann man gewisse Experimente und Probleme der Globalisierung sozusagen im kleinen Maßstab und im Unterschied zu den ebenfalls irritierten USA live miterleben und beobachten. Im Orient brodelt es, Afrika wächst heran. Einfach schade, wenn man aus dieser Situation intellektuell nicht mehr machen kann.  

8883 Postings, 2782 Tage daiphongDas nationale Abwertungsproblem in Eurozone

 
  
    #56353
27.06.16 22:47
konnte man zB mal näher analysieren, welche Optionen es dazu im Eurosystem gibt und gäbe, auch zur privaten nationalen Kapitalflucht mit öffentlicher Schuldenvergemeinschaftung.  In Eurozonenländern ist andererseits vergessen, was bei eigener Währung die internationale und die eigene Devisen- und Zinsspekulation in der Realwirtschaft anrichten kann.  

8883 Postings, 2782 Tage daiphongDer Versuch, aus der EU einen Staat zu machen, sei

 
  
    #56354
27.06.16 23:02
gescheitert.... #50
ja. Die Wahrheit ist allerdings, dass die EU als Zwischenstaat, Rahmen- und Austauschordnung der Nationen eigentlich ganz anders konstruiert ist. Dass sich aber viele intellektuell überhaupt nur einen übergeordneten und alle Nationen in eine reine Freihandelszone auflösenden Zentralstaat vorstellen können - etwas ganz anderes. Offenkundig haben es die meisten Länder und ihre Bürger nicht geschafft, ihre eigene Ordnung innerhalb der EU zu klären. Es wird höchste Zeit dafür.  

8883 Postings, 2782 Tage daiphongEuropean Union of Countries - EUC

 
  
    #56355
1
27.06.16 23:37
wäre mein Vorschlag zur Neubegründung der EU. Der Begriff "Land" wäre für moderne offene Gesellschaften weit angemessener als "Nationen", "Völker" oder "Staaten", er weist Gesellschaften sehr einfach als eigenverantwortliche, sebstbestimmte, nichtimperiale, nichtkultische, reale und recht verschiedene Regionen der Menschheit aus, auch als so eigenständige wie geteilte Ökonomie, Geschichte, Sprache und Kultur. Ein Land ist zugleich flach und begrenzt und unbeweglich, also kein Ungeheuer für sich selbst und andere, andererseits sind seine Bürger insgesamt klar als Eigentümer und durch gemeinsame Grenzen geschützte benannt.
Die EUC wäre schon sprachlich erkennbar die einfache Ordnung und Aufgabe der Europäer, mit sich sich selbst, miteinander, mit den europäischen Nachbarn und allen anderen Regionen der Welt gut klar zu kommen.

 

8883 Postings, 2782 Tage daiphongoder eben Uniion of European Coutries - UEC

 
  
    #56356
27.06.16 23:46
Der Name sollte es jedenfalls richtig bezeichnen. Auch in Abgrenzung zu den USA.
 

3788 Postings, 2781 Tage Dreiklang"Europa der Vaterländer" hatten wir schon

 
  
    #56357
4
28.06.16 08:27
...das war das Konzept von de Gaulle. Ein europäischer Superstaat war von ihm nie gedacht worden. Darauf kam man erst später. Man verknüpft(e) diesen Stuperstaat mit einem Friedensbündnis, vor allem Helmut Kohl. Das ist problematisch, denn daraus folgt: Weniger Europa => mehr Krieg ( ein Narrativ. Narrative sind "gelebte Desinformation")

In Eurozonenländern ist andererseits vergessen, was bei eigener Währung die internationale und die eigene Devisen- und Zinsspekulation in der Realwirtschaft anrichten kann.  (Daiphong)

Da gab es mal ein EWS. Darin konnten die Schwankungsbreiten der Währungen festgelegt werden. Als 1992 gegen den Franc spekuliert wurde, wollte Frankreich nicht abwerten. Auf Wunsch (!) der französischen Regierung erklärte daraufhin die Bundesbank, sie werde so viele Franc kaufen wie es zur Aufrechterhaltung des Kurses notwendig sei. Woraufhin die Spekulation sofort eingestellt wurde. Von französischer Seite wurde das als Beweis der "Dominanz der Bundesbank" gesehen. Nationale Empfindlichkeiten vernebelten die Erkenntnis, dass das EWS seine Leistungsfähigkeit bewiesen hatte, dass das EWS nur seinen Job gemacht hatte. Die DM war die Leitwährung. Bei verantwortungsvollem Gebrauch (und davon konnte man bei der Leitung der Bundesbank mehr ausgehen als von jeder anderen Zentralbank der Welt) war das zum Vorteil aller in Europa, aber eben nicht zum Vorteil von Goldman-Sachs.
Die weitere Geschichte kennen wir:
Das EWS wurde zerstört und  ein minderwertiger Ersatz geschaffen. Der Ersatz wiederum hat sich noch weiter abgewertet: Er möchte nur noch Inflationswährung sein. Und wir haben natürlich Inflation. Man schaue sich nur den Goldpreis in Euro an. Das ist leider die Wahrheit.

 

8883 Postings, 2782 Tage daiphong"Das ist leider die Wahrheit" nein, ist sie nicht

 
  
    #56358
28.06.16 09:47
Wieso sollte denn dieses Metall der Maßstab der Inflation sein, und nicht alles andere ?
Man kann sich eine große Inflation offenbar auch einfach einreden.

Fast alle europäische Länder wollten raus aus eigenen Währungen, aus dem EWS, aus zig parallelen Währungspolitiken. Die tagtägliche Spekulation lähmte in vielen Ländern die Wirtschaft, um Löhne und Zentralbank tobte oft andauernd heißer Klassenkampf.

Heute haben wir in Eurozone wiederum das andere Problem, das eine neoliberale globalisierende Geistesvernebelung besonders hinsichtlich der nationalen öffentlichen, unternehmerischen, arbeitenden Haushalte herrscht. Alle Welt erscheint zerfallen in Statistiken privater "Standorte", die regionalen gesellschaftlichen Zusammenhänge werden oft gar nicht mehr erkannt und von manchen Eliten auch gar nicht mehr beachtet, siehe Eurokrise oder Flüchtlingskrise.

Die europäischen Länder müssen als Gesellschaften wieder ins Recht gesetzt werden. Eigene Währungen würden das Nationale und Internationale zwar automatisch wieder herstellen, aber wahrscheinlich brauchen Gesellschaften als Gegengewicht zur ständigen Medien-Beschäftigung mit der globalen Ökonomie und Politik heute auch überall neue Lebensweisen, neue Medien, neue Politik, neue Entdeckung, Verantwortung, viel mehr Leben in den Städten und Regionen. Wahrscheinlich steckt vor Ort viel eher der Schlüssel für das Erkennen der europäischen und globalen Verhältnisse.

Wenn man so manche leblose, lieblose, ausgelutschte, verwahrloste Gegend in Deutschland, England, Europa besichtigt, weiß man vielleicht, was ich meine.  

19982 Postings, 2943 Tage FillorkillEuropean Union of Countries

 
  
    #56359
1
28.06.16 10:40
Ein völkisches Narrativ ist zB, nationale Bevölkerungen als von einem einheitlichen kollektiven Selbstbild, Bedürfnis und Willen getrieben zu beschreiben. Dies ist aber nur im Ostblock tendenziell der Fall,  in dem tatsächlich grosse Mehrheiten hinter der Transformation von Sowjetsozialismus in Klerikalfaschismus stehen - Demokratie, plurale Lebensstile und Standpunkte haben sie ja auch nie anders kennengelernt denn als Dekadenz und Verfall. Im Westen gibt es dieses einheitliche kollektive Wollen jedoch nicht und genau dadurch ist Westen auch charakterisiert. Völkische erleben zur Subkultur degradiert diese Realität als Verlust und mobilisieren aktuell nicht ohne Erfolg ihr Potential gegen diese Realität.

Feinde einer European Union von was auch immer waren sie indes von Anfang an und es ist natürlich nur absurd, ihre Feindschaft einem angeblichen Versagen europäischer Institutionen in die Schuhe zu schieben. Tatsächlich ist der EU jedoch im Verlauf der 08'er Rezession der Support abhanden gekommen. Linken, Rotgrünen, Antinationalen, Popkulturellen und nicht zuletzt klassischen Sozialdemokraten fällt es ausserhalb Deutschlands immer schwerer, der EU so wie sie ist die Stange zu halten.

Und das liegt natürlich am reaktionären Brüninggeist, der die europäischen Institutionen dominiert und in vielen Mitgliedsländern für den Übergang einer normalen zyklischen Rezession in eine ausweglose Depression verantwortlich zeichnet. Eine deutsche Erfindung, deshalb auch der antideutsche Verve draussen bei den Nachbarn. Erst die humanitäre Gestik der Merkelregierung in der Flüchtlingskrise konnte einen Teil dieser immer schon proeuropäischen Kulturen zurückgewinnen, freilich nur zur 'Verteidigung der Republik' gegen ihre Abschaffung durch barbarischen Anticap - nicht zur Verteidigung Brünings oder seiner Wiedergänger.  
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3788 Postings, 2781 Tage DreiklangKann learner alles haben (#318)

 
  
    #56360
2
28.06.16 10:45
...denn Draghi besitzt einen Goldesel (Deutschland) und verschenkt Real-Kapital an jeden, der es haben will. Die Gegenposition ist lediglich minderwertige Inflationswährung.  Das Problem liegt woanders

Selbst ein hoch verschuldeter Staat    
könnte weiter ins Defizit gehen, wenn die Neuverschuldung nicht nur für den Konsum
(ZB. höhere Sozialleistungen) verwendet werden. Genau wie Kredite in der Privatwirtschaft eingesetzt werden, um am Ende Gewinne oder höhere Gewinne zu erzielen wäre es für die öffentliche Hand in Bereichen zu investieren, die geeignet sind in der Zukunft Wachstum und Beschäftigung zu generieren.


Kein Problem, weiter ins Defizit zu gehen, der Staat muss es nicht einmal ausweisen. Er gründet für Investitionen eine AG , ggf. zusammen mit anderen Investierten und schließt mit der AG einen 30-jährigen Betreibervertrag ab, in dem er der AG die Kosten des Betriebs aufwendet (klassisches Modell: Bau mautpflichtiger Straßen). Amortisation und Zins können lächerlich gering, zusammen unter einem Prozent, angesetzt werden. Mit dem 30-jährigen Betreibervertrag in der Hand bekommt die AG jederzeit Kredit (zu faktisch Nullzins), oder man verkauft der EZB dazu Anleihen. Das Kapital ist "für lau" zu haben. Das Problem sind die Betriebskosten. Die kann der Staat der  AG nicht mehr garantieren. Unabhängig von der Investition ist der Betrieb nicht mehr kostendeckend möglich.

Agenommen, ein(e) Friseurmeister(in) hat aus einer Konkursmasse preiswert das nötige Inventar erworben und findet einen freundlichen Vermieter, der nicht nur insgesamt einen günstigen Mietpreis einräumt, sondern das  1. Jahr komplett mietfrei und das 2. Jahr zum halben Mietpreis (ein Traum...). Wenn die Friseurmeisterin dann nach einem Jahr feststellt, dass die erzielten Brutto-Einnahmen nicht ausreichen, die aufgelaufenen Kosten für el. Strom zu decken, dann kann sie sich überlegen, dass die Einnahmen auch nicht reichen werden, um die halbe Miete zu bezahlen. Wenn es für die halbe Miete nicht reicht, wird es für die ganze auch nicht reichen. Und wovon sie selbst leben soll, ist und bleibt eine offene Frage.

Bei den diversen "Griechen-Krisen" wurde wiederholt entdeckt, dass in Brüssel Subventionen für beantragte Infrastrukturmaßnahmen (auch für öffentliche Gebäude) bereitlagen, die teilweise 80% des Kapitals ausmachten. Es mangelte "nur" an einem ausgearbeitetem Betreiber-Konzept. Da hieß es dann: Nicht erforderlich, man kann auch ohne bauen. (m.a.W. : ggf. eine Bauruine erstellen). Problem waren noch die fehlenden 20%. Vorschlag EU: Umwidmung anderer Mittel der EU (wollte die gr. Seite nicht). Dann: den Eigenanteil weglassen (d.h. die Bauruine kleiner bauen). Der Grieche, von Natur aus mit überragendem mediterran-ökonomischen Sachverstand ausgestattet, konnte daraus nur folgern: "Dann gebt uns das Geld doch einfach so". Das klingt einleuchtend.

Das Problem sind nicht "Investitionen". Das Problem liegt im Betrieb und im Marktzugang. Die industrielle Basis von EU-Ost und Osteuropa allgemein ist inzwischen der der Süd-EU deutlich  überlegen. Die Löhne "im Osten" liegen aber bei 1:3 bis 1:4 des Lohnniveaus der Süd-EU. Was folgt daraus: Richtig, Lohnsubvention für EU-Süd. Unternehmen, die einen Arbeitsplatz in den PIGS schaffen, erhalten 2 von 3 Anteilen des Lohnes von Schäuble oder direkt mit gedrucktem Geld von der EZB. (Beide Varianten kämen fundamental  auf das Gleiche heraus). Die deutsche Industrie wäre sicherlich begeistert und würde sofort einen Investitionsplan vorlegen.




 

8883 Postings, 2782 Tage daiphong#59 unsere Subkultur glaubt,

 
  
    #56361
28.06.16 11:23
die Menschen in einer Gesellschaft, in den Städten und Regionen eines Landes wären von einem "einheitlichen kollektiven Selbstbild, Bedürfnis und Willen getrieben" - das ist allerdings praktisch nachweislich nicht der Fall und theoretisch absurd.

Gesellschaften sind immer äußerst widersprüchlich, aber eben zivil, kooperativ und konkurrierend, heterogen und weltoffen in ihren Ländern, deswegen sind sie ja welche ;-o)  und können sich sich daher auch zu internationalen Gesellschaften von Gesellschaften friedlich verbinden.

Gesellschaften leben eben gerade nicht - wie militante Sukulturen Tag und Nacht phantasieren - miteinander im Krieg, sie sind nicht als Kriegsstaaten völkisch bzw. totalitär organisiert.

Was Sukultur und Kriegsstaaten verwechseln:
Die Grundlage wie auch das große Problem der Gesellschaften ist ihr innererer und äußerer Verkehr, die Regelung seiner Verhältnisse, denn er hat massive gewünschte und auch unerwünschte bis ggf. destruktive Effekte. Aber das bekommen die Gesellschaften mit ausreichend Selbstbewusstsein = Realismus weltweit schon hin ;-o)

 

8883 Postings, 2782 Tage daiphongDas Problem sind die Betriebs- und Erhaltungkosten

 
  
    #56362
28.06.16 11:55
auch das ist eine tatsächliche ökonomische Kredit-Schranke :-o) und sogar im Staatsapparat schmerzlich bekannt.
Alle anderen zahlen zudem durchaus angemessene (bisher jedenfalls) Realzinsen - tatsächlich verschenken die Banken - oder hinter ihnen Draghi mit seinem Nullzins - heute kaum Realkapital.

Verschleudert wurde es dereinst zu viel höheren Zinsen von braven deutschen Sparkassen und Banken in sogenannte "Boomländer" hinein - unter Bundesbänkern in der EZB, die entweder die Problematiken ihres eigenen Eurosystems nicht verstanden, oder aus anderen Gründen nichts dagegen hatten und taten.

Übrigens verfügen gerade Griechenland, Spanien etc. über sehr große stabile dauerhafte "Export" - Einnahmequellen wie Tourismus - sie müssen das untereinander klären.  

19982 Postings, 2943 Tage Fillorkillder dialektische pfiff am brüning

 
  
    #56363
28.06.16 12:07
ist übrigens, dass sich sowohl völkische Feinde der EU und wie auch ihre auf eine Handvoll Marktradikaler zugeschrumpften institutionellen Anhänger auf seinen Geist berufen - die Unterschiede also eher zwischen Ideal und Praxis denn grundsätzlich verlaufen. Praxis bedeutet ja auch, diese irgendwie vermitteln zu müssen und eben diese Vermittlungsbemühungen gelten den völkischen Kritkern bereits als Verrat an der reinen Lehre.

So fühlten sie sich im Falle der Piigs-Massregelungen von den Praktikern in Berlin und Brüssel betrogen - und ihr Ideal eines heroischen, entbehrungsreichen, sinnenfeindlichen und mit Mühsal prallvoll gefüllten Lebens in den Schmutz getreten, weil und wenn andere vermeintlich etwas für lau zwischen die Kiemen bekommen. Dasselbe Denkmuster wiederholt sich nun gegenüber den Migranten, die die Griechen tendenziell als 'arbeitsscheue Schmarotzer' abgelöst haben (prototypisch: Malko, AL).  
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6405 Postings, 1637 Tage Zanoni1Gute Beiträge, Dai

 
  
    #56364
2
28.06.16 12:16
Deine Ideen gehen da m.E. In die richtige Richtung, und ich denke, dass Du da auch die richtigen Fragen aufwirfst.

Ein gemeinschaftliches freundschaftlich und brüderlich miteinander verbundenes Europa ist grundsätzlich in den unterschiedlichsten Organisationsformen denkbar.
Eine gemeinsame Währung und ein gemeinsamer Leitzins wären für so ein gemeinschaftliches Europa dabei allerdings keinesfalls so etwas wie eine notwendige Bedingung, ohne die es nicht ginge, wie es sich mittlerweile als narrativ irgendwie etabliert zu haben scheint.
Wenn Länder wie Griechendland zu ihrem eigenen Schutz Kapitalverkehrskontrollen und Zölle wieder einführen wollten, so ließe sich sogar sowas durchaus in einem gemeinsamen Europa integrieren, wenn man denn wollte.
Es ist da vom Grundsatz her wirklich vieles denkbar. Man müsste sich dann allerdings von gewissen Dogmen die sich, was die Vorstellung eines gemeinsamen Europas betrifft, völlig verselbstständigt zu haben scheinen und kaum noch rational in Frage gestellt werden, vielleicht verabschieden.

Am Ende wird es dort kein strenges richtig oder falsch geben. Die denkbaren Wege werden am Ende alle gewisse Vor- und Nachteile haben, mit denen man sich dann wird arrangieren müssen. Am Ende kommt es dann auch nicht nur darauf an, was vielleicht noch besser wäre, sondern auch darauf, was die einzelnen Länder nun einmal wollen. ...zumindest wenn Europa nicht zum Spaltpilz werden soll.

Den Brexit sehe ich indessen nicht als Gefahr, sondern als Chance für Europa. Man wird sich neu sortieren müssen und nach meiner Einschätzung mittelfristig feststellen, dass es gar nicht so schlimm ist, wenn sich Länder für einen Austritt aus der derzeitigen Organisationsform entscheiden.
Großbritannien wird uns übergeordnet betrachtet in Europa selbstverständlich trotz Brexit weiterhin erhalten bleiben. Die bilateralen und multilateralen Verträge, die dort zwischen den einzelnen Staaten und Großbritannien geschlossen wurden, werden m.E. größtenteils bestehen bleiben oder in Teilen eben auch in gegenseitigem Interesse neuverhandelt werden. Sie werden ein freundschaftlich assoziiertes Partnerland bleiben.




 

19982 Postings, 2943 Tage FillorkillDo not let Scotland down

 
  
    #56365
28.06.16 12:28
Standing ovation for @AlynSmith MEP at European parliament. Scottish MEP Alyn Smith has urged members of the European Parliament to stand by his country following the UK referendum on EU membership.

great clip (1min) http://www.bbc.com/news/uk-politics-36649733
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8883 Postings, 2782 Tage daiphongZanoni, auch zu Eurozone bin ich nicht skeptisch

 
  
    #56366
1
28.06.16 12:48
so wenig wie zur Erneuerung der EU.

Die Eurokrisen haben offenbart, dass in einer gemeinsamen Währung eine viel höhere natioalökonomische Ausgeglichenheit, Vorsicht und Rücksicht in allen Ländern walten muss - also das glatte Gegenteil, was man den Leuten erzählt hatte und gerne glauben wollte.

Insofern kann Eurozone nach den ersten großen Polarisationen und Crashs in seinem derzeitigen Reparaturmodus auch durch seine Größe durchaus zu einer vorbildlichen zukunftsicheren Weltgegend werden.

Voraussetzung wäre wohl, das für kleine und große Abwertungs-Fälle weder der einfache deflationäre Kollaps noch ein kostenloser Transfer-, Rettungs- Kapitalfluchtservice angeboten wird, sondern der Friseur, ein ordentliches ausgebildetes Haircut-System.

Großbritannien hat da meiner Meinung nach als regelrechter Spielball seiner Banken und seines Vermögensadels einen längeren Weg vor sich. Dass der Spielball jetzt ausgerechnet gegen die EU revoltiert, ist eher eine historische Pointe.  

19982 Postings, 2943 Tage Fillorkillnur ein kriegsverbrecher

 
  
    #56367
28.06.16 12:55
Negative Blaupause und kongenialer Counterpart des völkischen Gesellschaftsentwurfs, Recep Tayyip Erdo?an, gerät in tiefe Wasser:

...Im Namen von Bundestags- und Landtagsabgeordneten, Menschenrechtlern, Ärzten, Prominenten und Wissenschaftlern sowie Angehörigen von Opfern haben Rechtsanwälte den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sowie weitere Politiker und Offizielle angezeigt. Der Vorwurf: Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in den kurdischen Gebieten im Südosten der Türkei. Die Anzeige soll heute gemäß dem deutschen Völkerstrafgesetzbuch (VstGB) bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe eingereicht werden...

https://www.tagesschau.de/inland/erdogan-anzeige-101.html
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6405 Postings, 1637 Tage Zanoni1#358

 
  
    #56368
28.06.16 13:02
"Wieso sollte denn dieses Metall der Maßstab der Inflation sein, und nicht alles andere ?"

So wird es oben auch sicher nicht bei 3K gemeint gewesen sein.

Man sollte m.E. zunächst einmal zwischen verschiedenen Arten von Inflation unterscheiden. Im allgemeinen wird da leider kaum differenziert sondern mehr oder weniger einfach auf die gängigen Infaltionsberechnungen abgestellt, die die inländische Kaufkraftveränderung messen und dabei nicht nur auf einen mehr oder weniger recht kontingent zusammengestellten Warenkorb abstellen sondern dabei auch insbesondere Preisveränderungen bei Vermögenswerten in weiten Teilen systematisch unberücksichtigt lassen.

Neben all dem gibt es dann allerdings Auch noch Veränderung der Kaufkraft nach Aussen, also des Aussenwertes der Währung. Diese bleibt wenn von Inflation gesprochen wird im allgemeinen ebenso unberücksichtigt.

Hier ist dann ein Vergleich z.B. des Goldpreises oder selbstverständlich auch anderer Rohstoffpreise in den unterschiedlichen Währung durchaus eine sinnvolle Vergleichsgröße.
 

8883 Postings, 2782 Tage daiphongda muss ich widersprechen, Zanoni

 
  
    #56369
28.06.16 13:17
Inflation kannst du in jedem Vergleich messen, großflächig interessiert ein bestimmter Durchschnitt der Lebensverhältnisse inklusive den Anteilen von Öl und Rohstoffen und meinetwegen Gold, an dem die Geldentwertung gemessen wird. Ein Vergleich von Geld mit dem Fixbestand Gold interessiert aber ökonomisch - überhaupt nicht.  

8883 Postings, 2782 Tage daiphongim Übrigen dürfte die Asset-Inflation samt

 
  
    #56370
28.06.16 13:34
Zinsertragsausfall und Zinskostensenkung nach einiger Zeit weitgehend in alle Preise, auch Mietpreise eingearbeitet sein.  

6405 Postings, 1637 Tage Zanoni1#366 Da bin ich im Grundsatz ganz bei Dir

 
  
    #56371
1
28.06.16 13:45
"Die Eurokrisen haben offenbart, dass in einer gemeinsamen Währung eine viel höhere natioalökonomische Ausgeglichenheit, Vorsicht und Rücksicht in allen Ländern walten muss - also das glatte Gegenteil, was man den Leuten erzählt hatte und gerne glauben wollte."

Absolut! ....das Problem dabei ist nur leider, dass sich Ausgeglichenheit, Rücksicht und Vorsicht nicht einklagen lassen. Man war hier in der bisherigen Konstruktion darauf angewiesen, dass sich die Mitglieder aus freien Stücken eben so verhalten.
Zugleich bestand dabei jedoch Konstruktionsbedingt leider von vornerein die Gefahr eines sogenannten "moral hazard"

("Moral Hazard bedeutet, dass sich Individuen aufgrund ökonomischer Fehlanreize verantwortungslos oder leichtsinnig verhalten und damit ein Risiko verstärken. Als Standardbeispiel gelten Verhaltensänderungen aufgrund eines versicherten Risikos. Ursprünglich ein Begriff aus der Versicherungswissenschaft, ist moral hazard heute Teil des allgemeinen ökonomischen Sprachgebrauchs.
Ein Moral Hazard droht, wenn Individuen davon befreit werden, für potentiell kostspielige Folgen ihres Handelns selbst einzustehen, weil diese Kosten von einer größeren Gruppe (einem Kollektiv) übernommen werden. Das entsprechende Risiko wird dadurch von einem Risiko für den handelnden Einzelnen zu einem Risiko für das betreffende Kollektiv: das Risiko wird gepoolt. Kurz: Ein Moral Hazard ist also die Förderung leichtfertigen Verhaltens aufgrund der Abdeckungsgewissheit des resultierenden Schadensrisikos.)
https://de.wikipedia.org/wiki/Moral_Hazard

"Voraussetzung wäre wohl, dass für kleine und große Abwertungs-Fälle weder der einfache deflationäre Kollaps noch ein kostenloser Transfer-, Rettungs- Kapitalfluchtservice angeboten wird, sondern der Friseur, ein ordentliches ausgebildetes Haircut-System."

Ja, mit einer einfachen No-Bailout Klausel ist es da leider, wie man sieht, nicht getan. Zum einen müsste man sich überhaupt erst einmal daran halten, zum anderen bleiben auch dann immer noch alle Fragen der praktische Abwicklung offen.

Was man bei solch einer Währungsunion bräuchte, wäre dann auch eine europäische Gesetzesgrundlage, in der eine Insolvenzordnung für Staaten verbindlich geregelt würde. Wobei insbesondere das Problem der praktischen Durchsetzbarkeit eines solchen Rechtes schon enstprechend mitadressiert werden müsste.

Zudem müsste man bei möglichen Haircut-Regelungen, die am Ende nichts anderes bedeuten, als einen Zahlungsausfall, auch hier dafür sorge tragen, systemische Fehlanreizsysteme die zu einem moral hazard führen können, bei der Gestaltung solcher Regelungen zu vermeiden.

Bisher hat man sich aus politischenGründen leider gescheut, diesen ausserordentlich wichtigen Themenkomplex wirklich anzugehen.

"Insofern kann Eurozone nach den ersten großen Polarisationen und Crashs in seinem derzeitigen Reparaturmodus auch durch seine Größe durchaus zu einer vorbildlichen zukunftsicheren Weltgegend werden."

Das denke ich auch, wobei es dafür m.E. keines gemeinsames Staates bedarf. Ein Europa der Vaterländer oder wie Du vorschlägst, einer Union of European Countries bei dem die Eigenständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der einzelnen Länder erhalten bliebe, also einer gemeinsamen Kooperation, die auf einer festen gemeinsamen vertraglichen Grundlage stünde, würde ja reichen.
Was die Idee eines Europäischen Zentralverwaltungsstaates angeht so bedeutet "bigger" m.E.  nicht unbedingt "better".



 

6405 Postings, 1637 Tage Zanoni1#370 das ist nicht ganz falsch

 
  
    #56372
28.06.16 14:13
Aber als Messgröße doch sehr grob.
Gerade auf die Mieten wirken sich diese Dinge natürlich sehr deutlich aus, klar. Aber als Erfassungseinheit für Assetpreisinflation mehr ein gutes weiteres Indiz, als eine Abbildung die sich zahlenmäßig etwa 1:1 als Maßeinheit übersetzen ließe.

Dennoch ein Kompliment für Deine Argumentation an sich. Dass sich diese Umstände in den Mieten niederschlagen hast du schon sehr richtig bemerkt.

"Ein Vergleich von Geld mit dem Fixbestand Gold interessiert aber ökonomisch - überhaupt nicht."

Realwirtschaftlich kann es uns egal sein, wo unsere Währung zum Goldpreis steht, das ist  sicher richtig. ;-)
Wenn es um eine relative Betrachtung des Aussenwertes einer Währung geht, so hat man bei einem direkten Vergleich zweier Währungen jedoch immer das Problem, die relative Stärke oder Schwäche der anderen Währung bei dieser Betrachtung nicht ohne weiteres herausfiltern zu können.

Man müsste dann anfangen, überkreuz alle möglichen Währungen untereinaner zu vergleichen, also festzuhalten, welche Währungen gegenüber welchen anderern auf- oder abgewertet haben, was doch sehr komplex in der Auswertung wird.

Stattdessen kann man allerdings z.B. auch ganz einfach etwa die Entwicklung des Golpreises in den einzelnen Währungen messen, um die relative Stärke oder Schwäche der Einzelnen Währungen untereinander zu vergleichen.
Warum gerade der Goldpreis? Theoretisch könnte man sich auch auf irgendeine andere unabhängige Vergleichsgröße einigen.
Gold hat allerdings zum einen immer noch den Status einer Art übergeordneten Reserve, und Preisauschläge indizieren neben allgemeinen Knappheitsverhältnissen, Förderkosten etc. auch nicht zuletzt Veränderungen im Vertrauen auf die eigene Währung bzw. auch eben Inflations- oder Deflationserwartungen.

Wenn der Goldpreis sich in einer Währung stärker verändert als in einer anderen, so lassen sich daraus schon Erkenntnisse über die Stärke oder Schwäche der Währungen gewinnnen und auch enstprechende Aussagen treffen.

Ein m.E. eleganterer, einfacherer und letzlich auch eindeutigerer Weg, als nun mehre Währungen mangels eines primären Bezugspunktes mehrfach verschachtelt untereinander ins Verhältnis zu setzen.


 

3788 Postings, 2781 Tage Dreiklang100.000 qm versus 1.000 qm für 100 Millionen

 
  
    #56373
2
28.06.16 14:43
Es ist den Banken völlig egal, ob in einem Jahr in einem bestimmten Gebiet 100.000 qm Neubau verkauft werden für zusammen ?, 100 Mio , welche sie dann kreditieren, oder ob in dem gleichen Gebiet (ein Jahr später) 1.000 qm für ebenfalls ? 100 Mio verkauft werden. Die Bankbilanzen sehen genau gleich aus. Obwohl das einen Einbruch der Realwirtschaft um 99% bedeutet. Würde man hingegen 500 qm Neubau für zusammen ? 150 Mio verkaufen, hätte das BIP einen sagenhaften Sprung um 50% nach oben gemacht. Mit entsprechender Ausweitung der Bankbilanzen und einem Einbruch der Realwirtschaft um 99,5%.

Ich übertreibe etwas, doch das Prinzip wird klar. Darum geht es. Im Großraum Stockholm, immerhin 10 mal so groß wie die Stadtfläche Berlins, kann das durchschnittliche Jahresbrutto-Einkommen etwa 4 qm Wohnraum erwerben. Rechnen wir alle anderen Kosten (Zinsen, Strom, Umlagen Haus) heraus, dauert die Tilgung 25 Jahre. Aber die Kosten sind ja da. Wer sorgsamst kalkuliert, kann maximal 25% seines Einkommens für Tilgung aufwenden. D.h. "die Hütte" bzw. die Wohnung ist nach 100 Jahren abbezahlt. Die Mehrzahl aller Kreditverträge läuft aktuell ohne jede Tilgung, weil es anders gar nicht geht. Die Schwedische Regierung hat eine Tilgungspflicht ab 50% Beleihung von 1% des Überstandes zum 1. Juli festgesetzt. Als Konsequenz dieses Moratoriums stiegen die Preise in diesem Frühjahr/ diesem Halbjahr noch einmal um ca. 5 bis 8 Prozent, da das Moratorium für vor dem 1. Juli abgeschlossene Verträge nicht gilt. Man kann das als "ganz real gelebten Wahnsinn" bezeichnen.

Kann das gut enden? Nein. Es wird im günstigsten Fall  damit enden, dass ein Großteil der Hypotheken beim schwedischen Staat landen wird. Die Betrogenen sind die (jungen) Kapitalerwerber, welche zwar kaum Zins, aber dafür ganz andere Dinge, und diese wesentlich teurer, bezahlen müssen. Zusätzlich betrogen werden Andere, die "ganz normal" monetäres Kapital ansparen woll(t)en; beide Gruppen können auch zusammenfallen (Sparer und Käufer)  

6516 Postings, 1218 Tage Canis AureusWagenknecht fordert Volksabstimmung über EU-Verträ

 
  
    #56374
28.06.16 15:03

Die Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, hat nach dem Brexit-Votum Volksabstimmungen über EU-Verträge in Deutschland gefordert. ?Ich halte es für richtig, der Bevölkerung die Chance zu geben, über wichtige Fragen wie TTIP oder europäische Verträge abzustimmen?, sagte sie der Welt.

?Wir wollen Europa so verändern, daß es nicht weiter zerfällt. Über die neuen Verträge sollte dann in jedem Land abgestimmt werden.? Statt Angst vor Volksabstimmungen zu haben, ?sollte die EU-Politik so verändert werden, daß die Menschen wieder ihre Hoffnung mit einem gemeinsamen Europa verbinden?, forderte Wagenknecht. ...

 

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