Von Peter Ulrich Meyer 5. Oktober 2010, 06:36 Uhr Hamburgs Bürgermeister Christoph Ahlhaus besucht Prag, trifft den Staatspräsidenten, spricht über den Hafen - und schlägt sich gut. (........) Der erste offizielle Auslandstermin des neuen Bürgermeisters war zugleich der protokollarische Höhepunkt des Zwei-Tage-Trips an die Moldau: Staatspräsident Vaclav Klaus empfing Ahlhaus zum Gespräch. "Der Staatspräsident hat das Interesse Tschechiens am Hafen klar zum Ausdruck gebracht", sagte Ahlhaus nach dem Treffen auf der Prager Burg, dem Hradschin. Tschechien ist der mit Abstand größte Handelspartner Hamburgs im osteuropäischen Raum. Von den 4,8 Millionen Tonnen Waren, die von Hamburg aus 2009 in diese Region transportiert wurden, gingen 3,5 Millionen Tonnen nach Tschechien. Nach einem Einbruch im vergangenen Jahr stieg das Umschlagsvolumen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 43 Prozent. Klaus bekräftigte das Interesse seines Landes, den Vertrag über den tschechischen Hafen in Hamburg, den es seit 1929 aufgrund des Versailler Vertrags gibt, über 2028 hinaus zu verlängern. Allerdings: Derzeit werden nur zwei Prozent des Warenverkehrs mit der tschechischen Republik auf dem Wasserweg abgewickelt. Hier dominiert die Schiene. (......) Es spricht für die Bedeutung Hamburgs, dass es überhaupt zum Empfang des Ministerpräsidenten eines Bundeslandes bei Klaus kam. Diplomatische Normalität war da schon eher der Besuch der 35-köpfigen Delegation im Prager Rathaus bei Primator Pavel Bem. Sehr ernst und entschlossen blickende Soldaten salutierten zu Ehren der Gäste. Eine Kapelle intonierte einen Tusch, als Ahlhaus und Primator Bem, mit Amtskette geschmückt, den prunkvollen Brozik-Saal betraten, der von großformatigen Ölgemälden beherrscht wird. Auf der einen Seite standen die Prager Stadträte Spalier, auf der anderen war die Hamburger Delegation. Die Städte blicken auf eine 20-jährige Partnerschaft zurück. "Hamburg war eine der ersten großen Städte, die eine solche Zusammenarbeit nach 1990 begonnen hat", sagte Bem. Ausdrücklich bedankte sich der Primator für die Hilfe aus Hamburg nach dem Jahrhunderthochwasser der Moldau 2002. "So soll Partnerschaft sein: Wenn einer Hilfe braucht, dann soll er sie schnell und aus vollem Herzen bekommen", erwiderte Ahlhaus in seiner Rede. Er betonte, heute habe sich die Partnerschaft zu einem "engen und vertrauensvollen Netz von Kontakten" auf vielen Ebenen entwickelt - etwa den Bereichen Wirtschaft, Stadtentwicklung, Wissenschaft und Schule. (.......) Der erste offizielle Auftritt des Hamburger Bürgermeisters auf internationalem Parkett darf als geglückt bezeichnet werden. www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/...tsbesuch-Ahlhaus-in-Prag.html ----------- An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil. André Kostolany
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