Quelle:news@orf.at
Von Oktober 2008 bis Ende des vergangenen Jahres sind 1,6 Billionen Euro in das marode Bankensystem der EU-Staaten gepumpt worden. Das entspricht 13 Prozent der Wirtschaftsleistung der Union, wie ein gestern vorgelegter Bericht der EU-Kommission zeigt. Besonders auffällig an den Zahlen: Mehr als die Hälfte des Beihilfevolumens floss an nur drei Staaten, nämlich Großbritannien (19 Prozent), Deutschland (16 Prozent) und Irland (16 Prozent). Deutlich schrumpften hingegen die staatlichen Unterstützungen für die Realwirtschaft.
Viel weniger für Realwirtschaft
Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 sind bis Ende vergangenen Jahres 1,6 Billionen Euro an staatlichen Beihilfen in den EU-Bankensektor geflossen, wie aus dem am Freitag von der EU-Kommission veröffentlichten Beihilfenanzeiger hervorgeht.
Das entspricht 13 Prozent der Wirtschaftsleistung der EU. Zwei Drittel der Bankenhilfen wurden demnach in Form staatlicher Garantien für Kredite zwischen den Banken gewährt. Mehr als die Hälfte des gesamten Beihilfenvolumens für Banken entfiel auf drei Länder: Großbritannien (19 Prozent), Irland (16 Prozent) und Deutschland (16 Prozent).
Überwiegend für Liquidität
Von den von den Finanzinstituten beanspruchten 1,616 Billionen Euro wurden 1,174 Billionen Euro für Liquiditätsmaßnahmen gewährt. Der Rest entfiel auf Hilfen zur Stützung der Solvenz von Banken, Rekapitalisierungsmaßnahmen und zur Entlastung wertgeminderter Vermögenswerte.
Der Gesamtumfang der von 2008 bis zum 1. Oktober 2012 von der EU-Kommission für die Finanzbranche genehmigten Beihilfen betrug 5,0589 Billionen Euro, was 40,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der EU ausmacht. 2011 billigte die EU-Kommission weniger neue Beihilfen zur Unterstützung der Finanzbranche. Sie machten im vergangenen Jahr 714,7 Mrd. Euro aus.
4,8 Mrd. für Realwirtschaft
Die staatliche Unterstützung für die Realwirtschaft infolge der Krise ging laut Angaben der EU-Kommission 2011 gegenüber 2010 um mehr als die Hälfte zurück und machte 4,8 Mrd. Euro aus. Das zeigt nach Angaben der EU-Kommission eine geringere Inanspruchnahme und die Sparzwänge der EU-Staaten.
Nicht durch die Krise bedingte Staatsbeihilfen sanken 2011 auf 64,3 Milliarden Euro, teilte die Kommission weiters mit. Der Schwerpunkt habe sich auf weniger wettbewerbsverzerrende Bereiche wie Forschung und Innovation, Umweltschutz und Risikokapitalförderung für kleine und mittlere Unternehmen verlagert. |