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Der USA Bären-Thread

Seite 1 von 4944
neuester Beitrag: 26.06.16 20:21
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 123584
neuester Beitrag: 26.06.16 20:21 von: Anti Lemmin. Leser gesamt: 10993811
davon Heute: 140
bewertet mit 430 Sternen

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44977 Postings, 4435 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

 
  
    #1
430
20.02.07 18:45
Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
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123558 Postings ausgeblendet.

8333 Postings, 3538 Tage StöffenIm Gegensatz dazu

 
  
    #123560
5
25.06.16 11:21
einige klare und deutliche Worte von Claus Vogt:

.....Dabei wurden abstruse Untergangsängste für den Fall des Austritts geschürt - und von den deutschen Massenmedien flächendeckend weiterverbreitet, als wären die Journalisten einer Gehirnwäsche unterzogen worden. Ich finde diese Strategie sehr befremdlich. Aber die Menschen werden sich an sie erinnern. Und wenn der prophezeite Untergang Großbritanniens jetzt doch nicht stattfinden sollte, wovon ich überzeugt bin, dann haben die Eliten ein zusätzliches Glaubwürdigkeitsproblem mit großer politischer Sprengkraft.

Ich will hier nicht behaupten, die Folgen des Austritts Großbritanniens aus der EU zu kennen. Dazu ist die Welt der Wirtschaft einfach zu komplex und die Kreativität von Unternehmern viel zu hoch. Soviel wissen wir allerdings: Wohlstand wird von Unternehmern geschaffen und nicht vom Staat und seinen Zentralbanken. Politiker, Bürokraten und Zentralbanker schaffen keinen Wohlstand, sie verteilen ihn nur um. Über diesen grundlegenden Zusammenhang sollten Sie sich bei allen politischen Diskussionen stets bewusst sein......

http://www.goldseiten.de/artikel/...s-EZB-steht-ueber-dem-Gesetz.html
-----------
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!

1888 Postings, 2987 Tage nopanicunsere medien-diktatur

 
  
    #123561
3
25.06.16 11:35
bzw. erziehungsmedien haben sich auf die 48%-seite geschlagen,zum täglichen afd-bashing kommt jetzt noch das tägliche briten-bashing natürlich ohne schotten,die sind die guten.die griechen wird`s freuen.  
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Es wird böse enden (Werner Enke)

89 Postings, 169 Tage KatzenpiratNational

 
  
    #123562
4
25.06.16 12:01
Dass die Verlierer der Globalisierung die Brexitabstimmung als Ventil nutzten, ihre Verzweiflung auszudrücken, ist nachvollziehbar. Sie haben nicht die Möglichkeit regelmässig über moderatere Vorlagen abzustimmen.

Bei dieser Abstimmung ging es jedoch nicht nur um Protest und Denkzettel. Triebfeder für viele Brexitbefürworter ist ihr Nationalismus. "Britain first": wir stellen unsere Nation über alle anderen. Wir sind besser als ihr! Die Siegesposen und Euphoriebekuntgeben der UKIP Leute sprechen für sich. Die selben Kräfte hetzen auch in Osteuropa, in den Visegradstaaten Polen, Ungarn, Slowakei. In Frankreich, Holland, Österreich, Deutschland und der Schweiz. Widerstand gegen einen europäischen Zentralapparat, der in der Tat reformiert werden muss, ist legitim. Zu zündeln und braune Phantasien zu bedienen, finde ich nicht spassig, das gehört ins letzte Jahrhundert.

Dass viele Leute auf Ariva, den Entscheid fast euphorisch und unkritisch bejubeln, stimmt mich bedenklich. Und noch eine Anmerkung zu den armen, "unterdrückten" Engländern: 1972 hat die britische Armee in Derry 15 katholische Iren niedergemetzelt. Noch heute empfinden viele Iren Nordirland als durch die Engländer besetzt. Noch heute marschiert der pro-britische Oranier-Orden durch die katholischen Gebiete. Am besten kehren sie zuerst vor ihrer eigenen Türe.

Zu den Nationalbanken und der Geldpolitik: Dass sich an Draghis Geldpolitik jetzt was ändert, stufe ich als unrealistisch ein. Im Gegenteil, zumindest in den nächsten Wochen werden die Interventionen der Nationalbanken zunehmen, längerfristig wird das QE wohl sogar ausgebaut. In der Schweiz wird diskutiert den LIBOR auf -1 oder tiefer (!) zu senken (s. Artikel unten), in den USA erwarten die ersten die Senkung des Zinses wieder auf 0. Auch die EZB wird den Markt weiterschwemmen, jetzt mit einer Begründung mehr: "Wir müssen die Folgen des Brexit bekämpfen und eine Rezession verhindern". Instabilität in Europa stärkt m. E. Draghi & Co.

Zudem verlöre Deutschland mit GB einen Partner, der an einer strengen Budgetdisziplin interessiert war. Die PIIGS Staaten gewinnen in der EU an Einfluss, und die sind wegen der hohen Verschuldung zusammen mit Frankreich an einer weiteren Geldschwemme interessiert und stehen hinter Draghi.

Dass die EU bzw. ganz Europa jetzt arbeiten und das Zusammengehen neu definieren muss, ist gut. Die nationalistische Hetze nicht. Viele Engländer werden nach den Siegesfeiern am Montag mit einem Kater erwachen. Das Lachen könnte einigen von ihnen noch vergehen.

Die Nationalbank schlägt zurück (Artikel im Tages Anzeiger):
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/...k/story/21500938

 

4982 Postings, 3584 Tage Vermeereinfach mal schauen, was sich entwickelt

 
  
    #123563
1
25.06.16 12:02
Wenn sich Leute einig sind (dass der Brexit verhängnisvoll für GB ist), kann es auch bedeuten, dass es eine zutreffende Einschätzung ist. Die Realität ist etwas, was alle angeht, das ist einfach so. Nur Leute, die in Fantasiewelten leben, müssen für solche Effekte eine "Diktatur" erfinden, eben weil ihnen sowas wie Realität nicht mehr zur Verfügung steht.

Dass an der Brexit-Kampagne vieles schlicht geflunkert war, kann man nachprüfen, falls man irgendeinen Kontakt zu irgendeiner Realität hat (oder jemanden kennt, der sie kennt, aber das vermeiden Verschwörungstheoretiker ja dann auch).  

4982 Postings, 3584 Tage Vermeer(bezog sich eben auf #123561)

 
  
    #123564
25.06.16 12:03

44977 Postings, 4435 Tage Anti LemmingDer prozentuale Rückgang des DAX um 8 %

 
  
    #123565
5
25.06.16 12:32
ist mMn nicht zwingend ein Indiz dafür, dass der Brexit gravierende wirtschaftliche Folgen hätte. Der starke Kursrückgang ist vielmehr eine Folge davon, dass sich viele Trader und Hedgefonds im Vorfeld falsch positioniert hatten. Grund: Sie glaubten den britischen Buchmachern, die kundtaten, 80 % der Wetten liefen auf "Remain". Diese These enthielt Denkfehler, siehe # 532 + 533.

Der Rest war bullischer Hedonismus: Wenn man 9 Jahre lang "erfolgreich" mit dem Börsenschwanz wedelt und behauptet, dies sei eine Freudebekundung des Realwirtschafts-Hundes, dann können einem die von einem selbst herbeimanipulierten Anstiege auch irgendwann zu Kopfe steigen. Aktuell wähnten die Trader sogar, die von ihnen selbst gepushten Kurse seien ein "Frühsignal" für ein Remain-Votum.

Die wirtschaftlichen Folgen des Brexit dürften vor allem für die US-Wirtschaft gering sein. Im Zweifel profitiert diese sogar eher von der verfahrenen Lage in Europa. Nächste Woche könnte es an den US-Börsen mMn nochmal 5 % runter gehen, mehr aber wohl nicht. Außer es kämen noch weitere Faktoren hinzu wie z. B. verzockte Hedgefonds oder Forex-Broker, die wegen des Brexits in Liquiditätsnöte geraten sind.

Bereits jetzt hat die Fed als Vorbeugemaßnahme erhöhte Dollar-Liquidität bereitgestellt. Sollte es wirklich -10 % runter gehen an den US-Börsen, dürfte die Fed in einem ersten Schritt "keine weiteren Zinserhöhungen in 2016" vorankündigen. Und in einem zweiten Schritt würde sie notfalls sogar die erfolgte Zinserhöhung von Dezember "temporär" zurück nehmen.

Ich rechne daher damit, dass die US-Börsen nach dem jüngsten Absacker in zwei Wochen wieder auf dem Vor-Brexit-Niveau notieren werden, der SP-500 also wieder bei ca. 2100 steht. Und da die US-Börsen stets die Steilvorlage für den DAX sind, dürfte auch der DAX dann wieder deutlich über 10.000 notieren - ungeachtet dessen, dass der Brexit für D. gravierendere ökonomische Folgen hat als für USA.

FAZIT: Für den Brexit gilt mMn wie üblich: "Politische Börsen haben kurze Beine." Der große Absturz dürfte allein durch den Brexit nicht eingeleitet werden. Als Auslöser käme nur etwas in Frage, das die US-Wirtschaft selbst ins Mark trifft - z. B. weitere "hedonistische" Leitzinserhöhungen trotz erkennbar schwächelnder Wirtschaftslage. Mit dieser Kombination dürfte die US-Wirtschaft endgültig in eine Rezession absacken. Der Brexit wird allerdings höchstwahrscheinlich dafür sorgen, dass die Fed zumindest für die nächsten Wochen "dovish" bleibt.
 

44977 Postings, 4435 Tage Anti LemmingM. Faber: Brexit ist Signal an kranke polit. Elite

 
  
    #123566
3
25.06.16 12:53

Marc Faber: «Ein Signal an die kranke politische Elite»

Die Börsen stürzen nach dem Brexit in ungeahnte Tiefen. Der berüchtigte Schweizer Investor Marc Faber indes feiert das Votum, sieht das «EU-Monster» gescheitert und plädiert an seine Landsleute.

Der Brexit-Entscheid sendet Schockwellen um die Welt. Die Börsen stürzen ab. Doch Investment-Guru Marc Faber, der seit Jahren gegen die EU wettert, ist begeistert. «Der Brexit ist das Beste, was passieren konnte»... Der Entscheid sende ein klares Signal an die «kranke politische Elite und die nutzlose Brüsseler Bürokratie». Diese könne das wirtschaftliche Wachstum nicht genug mit komplexen Gesetzen und endlosen regulatorischen Hürden zurückhalten.

Der Entscheid sei ein Signal, dass die arbeitende Bevölkerung genug von diesen Missständen habe...  Der Brexit sei der Sieg von gewöhnlichen Bürgern, von gesundem Menschenverstand und Menschen die bereit seien, Verantwortung  für die Freiheit zu übernehmen....

 

44977 Postings, 4435 Tage Anti LemmingJuncker erwartet weitere Volksabstimmungen über EU

 
  
    #123567
1
25.06.16 13:01
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/...ngen-ueber-die-eu/

EU-Präsident Juncker erwartet Volksabstimmungen über die EU auch in anderen europäischen Staaten. Den etwa 1.000 britischen EU-Beamten gab Juncker eine Job-Garantie: Sie arbeiten für die EU und nicht für Großbritannien.

A.L: Wäre ja auch noch schöner, wenn in einer Planwirtschaft arbeitslose EU-Beamte "zugelassen" würden. Könnte man die "Herren" nicht wenigstens nach Brüssel holen, damit sie dort einfachen Tätigkeiten (Pförtner, Papiereimer leeren, Dokumente ausdrucken usw.) nachgehen? Oder sollen sie jetzt, wie entlassene Bundespräsidenten, zeitlebens fürs Nichtstum sechsstellig besoldet werden?
 

44977 Postings, 4435 Tage Anti LemmingSpannend würde es, wenn das Gegenteil geschähe

 
  
    #123568
6
25.06.16 13:12

Juncker und Co. sind laut SPON "Weiß vor Wut".

In DWN wird Juncker sinngemäß wie folgt zitiert:


"Es dürfte sich allerdings jetzt rasch zeigen, dass es Großbritannien nach dem Votum für einen EU-Austritt bald schlechter gehen werde ? ?wirtschaftlich, sozial und außenpolitisch?. Beim EU-Gipfel kommende Woche müsse es eine offene und ehrliche Diskussion geben, wie man die Sorgen der Bürger aufnehmen und gegen ?Populisten? vorgehen könne."

A.L.: Und was wäre, wenn genau das Gegenteil einträte? Wenn es also den Briten nach dem Brexit deutlich besser ginge? Für Juncker gilt offenbar, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Oberste Prämisse aller Bürokraten ist, ihre nutzlosen - und tendenziell sogar schädlichen, da überreglementierten und ökonomisch parisitären - Saftläden am Laufen zu halten.

Man stelle sich nur vor, Draghi müsse künftig, statt Geld zu drucken, als suchtpräventive Maßnahme Orangen auspressen.

 

44977 Postings, 4435 Tage Anti LemmingBrexit probably isn't a "Lehman moment"

 
  
    #123569
2
25.06.16 13:34

Ich teile diese Ansicht (siehe # 565), allerdings nicht die teils hanebüchenen Argumente (unten in rot, meine Gegenfragen in grün).

www.marketwatch.com/story/...-probably-not-a-lehman-moment-2016-06-24

Britain?s decision to exit the European Union in a referendum spread chaos through markets on Friday, but the shock isn?t likely to amount to echo the 2008 ?Lehman moment? that left the global financial system on the brink of collapse.

The scale of the drop in Europe and Asia was ?reminiscent? of the turmoil that followed the fall of Lehman Brothers in Sept. 15 2008... (siehe Grafik unten).

They reckon markets are pricing in a ?moderate risk? that the U.K. vote will fuel a ?political chain reaction in the rest of the EU that collapses the single-currency area and/or leads to debt restructuring in the eurozone ?peripherals??a rerun of the 2011-12 crisis.? ...the risk of ?political contagion? is on the radar..

But Slater and Sterne think such worries are overdone, arguing that it?s unlikely the Brexit vote will result in a quick parade of countries leaving the eurozone or the need for a sovereign debt restructuring.

They argue the ECB still has the capacity to step in to prevent a runaway rise in bond yields, much like they did in 2012. [Und was wäre, wenn Zentralbanken-Zinnober zur PIIGS-Rettung nicht mehr zieht? - A. L.] On the political front, they argue the EU can also take steps to ease the threat of other calls for exit by making concessions to member countries on the migration issue... [Soll das heißen: Deutschland "darf" den Euro behalten, wenn es zugleich alle Flüchtlinge behält?? - A.L.]...

 
Angehängte Grafik:
hc_2360.jpg (verkleinert auf 80%) vergrößern
hc_2360.jpg

89 Postings, 169 Tage Katzenpiratzu 568

 
  
    #123570
1
25.06.16 14:25
AL: Ich denke auch, es könnte einer Volkswirtschaft gleich gut oder sogar besser gehen ausserhalb der EU. Das Problem sehe ich nicht im geregelten Aussenstehen, sondern in den Monaten und Jahren der vertraglichen, rechtlichen Unsicherheit. Dieser Loslösungsprozess wird m. E. keine einfache Sache. Potentielle Investoren werden sich viele Fragen stellen:

- Baue ich meine Privatklinik in London aus, wenn ich nicht weiss, ob ich nachher benötigtes ausländisches medizinische Personal einstellen darf?
- Investiere ich in die Produktionshallen meiner Autofabriken, wenn ich keine Fachkräfte aus dem Osten mehr habe?
- Fusioniere ich mit einer britischen Unternehmung (Stichwort Börse Frankfurt und London)?
- Soll mein Firmensitz in GB sein?

Ich bin nach meiner Brexit-Total-Fehlprognose zurückhaltend mit Voraussagen. Es würde mich aber erstaunen, wenn die rechtliche Unsicherheit nicht Investitionen verhindert und der Finanz- und Realwirtschaft keine grösseren Probleme bereitet.

Sollte es nach weiteren Referenden sogar zu Austrittsabsichten eines Euro-Landes kommen (z. B. Frankreich), dann gäbe das eine Operation am offenen Herzen. Das wage ich zu behaupten. (Im Vergleich dazu entspräche der Brexit der Entfernung des Blinddarmes.)  

44977 Postings, 4435 Tage Anti Lemming# 570

 
  
    #123571
3
25.06.16 15:12
Alles hat bekanntlich zwei Seiten. Du schreibst:

Es würde mich aber erstaunen, wenn die rechtliche Unsicherheit nicht Investitionen verhindert und der Finanz- und Realwirtschaft keine grösseren Probleme bereitet.

Die andere Seite ist: Es gibt auch keine EU mehr, die mit überbordenden und teils absurden Vorschriften ("Sollkrümmkurve für Salatgurken") Investitionen behindert. Diese könnten nun voll in Gang kommen und sogar diejenigen überkompensieren, die durch das von Dir Geschriebene womöglich verloren gehen.

Unabhängigkeit und "Kleinheit" ist nämlich zugleich ein Garant für höhere Flexibilität und weniger bürokratischen "Overhead". Im Übrigen kann man auch Handelsverträge mit der EU abschließen (bzw. bestehende modifizieren), ohne selbst Mitglied der EU zu sein. Siehe USA, China, Russland, Indien, Brasilien...
 

8333 Postings, 3538 Tage StöffenHoffentlich fliegt dieser EU-Popanz

 
  
    #123572
9
25.06.16 16:37
rasch auseinander.

In vielen Euroländern herrscht Massenarbeitslosigkeit, die Staatsfinanzen sind marode und die Ökonomien stagnieren. Die in ein Zwangskorsett gepressten Wirtschaften werden oftmals nur durch das Geldrucken der EZB über Wasser gehalten. Desweiteren sind es die Völker mittlerweile leid, beständig weitere nationale Selbstbestimmungsrechte an die Apparatschiks des Zentralkomitees in Bru?ssel abzutreten.

Das Brexit-Votum ist auch eine schallende Ohrfeige für solche Kasperles wie Juncker, der die britischen Austritts-Befürworter vor der Abstimmung noch als Deserteure beschimpft hat.

Die Botschaft ist klar: Die politischen Eliten, auch über die Parteigrenzen hinweg, werden es trotz des eingesetzten manipulativen Medienzirkus nicht schaffen, die nun entstehenden Fliehkräfte in Europa aufzuhalten.

Es ist zu begrüßen, dass Europa dem Zentralismus ade sagt und seine Vielfalt erneut zur Geltung bringt. Thorsten Polleit sieht es im Prinzip auf das ?Modell Schweiz? hinauslaufen. Zitat:

>>> Die einzelnen Länder beziehungsweise Regionen in Europa stehen fortan im produktiven Wettbewerb. Sie mu?ssen eigenverantwortlich durch gute Politiken um Ansiedlung von Unternehmen und Arbeitskräften konkurrieren.
Das verspricht nicht nur höheres Wirtschaftswachstum und höheren Wohlstand. Es stellt auch ein friedvolles Miteinander in Aussicht. Menschen, die freiwillig miteinander handeln, gehen ein partnerschaftliches Bu?ndnis ein. Die Bewahrung des Selbstbestimmungsrechts der Regionen mindert zudem das Entstehen von Konflikten. Es ist nicht zufällig, dass die Schweiz nach innen wie nach außen ein friedvolles und wohlstandsbringendes Staatsgebilde ist.<<<

Es erscheint zudem logisch, dass die USA als Hegemon aus geostrategischer Sicht keinerlei Interesse an einer nationalen Vielfalt in Europa haben. Die USA werden daher alle Kräfte mobilisieren, um die bestehende EU- und Einigungsdoktrin aufrecht zu erhalten. Es steht hier zu viel auf dem Spiel, allein schon der aktuelle Vorstoss von Horst Seehofer, der mit den Worten "Sanktionen dürfen kein Dauerzustand sein. Blockdenken ist nicht mehr zeitgemäß" einen Abbau der Russland-Sanktionen fordert, dürfte den Amis ganz und gar nicht schmecken.
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Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!

8333 Postings, 3538 Tage StöffenEin fürchterliches mediales Getrommel

 
  
    #123573
6
25.06.16 19:58
dass wir nach dem Brexit-Votum wohl dem Untergang geweiht seien werden, die Briten klarerweise sowieso.

Allein nur der Blick auf die aktuelle n-tv-Seite lässt einen erschaudern.

Zudem kommen "Politologen" zu Wort, die es begrüßen und beklatschen würden, wenn Grossbritannien jetzt komplett auseinanderfallen würde.

Die Propaganda nimmt da klar erkenntlich mittlerweile absurde Züge an und zeigt das dahinterstehende Muffensausen eigentlich recht deutlich auf.
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Angehängte Grafik:
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2530 Postings, 1887 Tage lifeguardnur keine angst

 
  
    #123574
2
25.06.16 20:53
es gibt ein leben ausserhalb der eu. die welt wird auch in britanien nicht untergehen. klar muss einiges neu geregelt werden, doch neu heisst nicht unbedingt schlechter.

als schweizer freue ich mich mit den selbstbewussten und mutigen briten und kann versichern, dass es ein leben gibt ohne brüssel.  

1888 Postings, 2987 Tage nopanicdie merkel-medien trommeln

 
  
    #123575
1
25.06.16 22:16
die 48% brexitgegner sollen für eine wahlwiederholung sein.hab ich in dieser form von unseren Örf
auch noch nicht gehört,dass sie eine wahlwiederholung erzwingen wollen,wenn ihnen das ergebnis nicht passt.war bei der österreichischen bundespräsidentenwahl aber anders.
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Es wird böse enden (Werner Enke)

44977 Postings, 4435 Tage Anti LemmingSchnapsidee, Schottland ersatzweise aufzunehmen

 
  
    #123576
1
26.06.16 08:40

Der deutsche EU-Ausschuss will die Schotten "schnell" als Ersatz für die Engländer in die EU aufnehmen.


Deutscher EU-Ausschuss will Schottland "schnell aufnehmen"

Der Vorsitzende des Ausschusses für die Angelegenheiten der EU im Bundestag, Gunther Krichbaum (CDU), hat sich für eine baldige Mitgliedschaft Schottlands in der EU ausgesprochen. "Die EU wird weiter aus 28 Mitgliedstaaten bestehen, denn ich rechne mit einem neuerlichen Unabhängigkeitsreferendum in Schottland, das dann Erfolg haben wird", sagte Krichbaum der "Welt am Sonntag": "Einen Aufnahmeantrag des EU-freundlichen Landes sollten wir schnell beantworten."




Kommentar A.L.:

Die Schotten sind Loser. Sie litten schon immer unter dem Komplex, dass die Engländer alles besser können und machen als sie. (Dies sagte mir wiederholt ein langjähriger Freund aus Manchester, der 35 Jahre in Deutschland gearbeitet und zuvor bei Lloyds eine Banklehre absolviert hat.)

Die Subprime-Bankenorgie hatten die Schotten erst verschlafen, und als sie sahen, wie "toll" das alles in London lief, hat die Royal Bank of Scotland (RBoS) ein noch viel größeres Rad mit Subprime gedreht ("Was die Engländer können, das können wir schon lange!"). Mit dem Erfolg, dass die RBoS nach 2008 zu einer der am übelsten verzockten Banken Europas absackte und eine endlose Staatsrettung erforderte (Chart unten). Hier die Chronik des RBoS-Leidens.

Loser-Nationen wie Schottland haben eine besonders hohe Affinität zur EU. Sie wollen nicht wegen des Brexits auf die beliebt-gewohnten Fleischtöpfe - Schottland ist Nettotransferempfänger - verzichten. Wenn die Schotten nun separat in die EU eintreten, schlagen sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Es fließt erneut EU-Kohle, und sie haben es "den Engländern mal wieder gezeigt".

Deshalb ist auch Profi-Schnorrer Varoufakis ein glühender Verehrer der "Melkkuh" EU. Ungeachtet der ungeheuren Demütigungen, die er - nicht zuletzt wegen hanebüchener planwirtschaftlicher Schnapsideen - von Schäuble und Co hinnehmen muss.




Chart der Royal Bank of Scotland: Kursverlust von 99 % seit 2007

 
Angehängte Grafik:
hc_2361.jpg (verkleinert auf 87%) vergrößern
hc_2361.jpg

44977 Postings, 4435 Tage Anti LemmingRBS failure caused by 'multiple poor decisions'

 
  
    #123577
26.06.16 08:52
www.theguardian.com/global/2011/dec/12/...bank-of-scotland-fsa-report

...The report, published only after a public outcry a year ago when the FSA said it had shut its investigation into what went wrong the bank without taking action against anyone, concludes that "multiple poor decisions" were at the heart of its problems as it outlined six major reasons why the bank needed a bailout that eventually amounted to £45bn.  

44977 Postings, 4435 Tage Anti LemmingEU-Bondmarkt preist nach Brexit "contagion" ein

 
  
    #123578
1
26.06.16 10:27
https://www.bondvigilantes.com/deutsch/2016/06/24/...n-uk-leave-vote/

....Die ?Verlierer? [des Brexit, A.L.] an den Anleihenmärkten sind die risikoreicheren festverzinslichen Instrumente. Während die Befürchtungen eines Auseinanderbrechens der EU weiter steigen, weisen Staatsanleihen aus Italien und anderen Peripheriestaaten eine unterdurchschnittliche Entwicklung auf. Die Renditen italienischer und spanischer 10-jähriger Anleihen sind an diesem Vormittag bisher um 30 Bp gestiegen. Finanzanleihen aus den Peripheriestaaten weisen möglicherweise um 60 Bp weitere Spreads bei erstrangigen Anleihen und um 130 Bp weitere Spreads bei nachrangigen Anleihen auf. Im Allgemeinen entwickeln sich Banken, auch in den Kernländern, schlecht, auch im Vergleich zu traditionellen Unternehmensanleihen. Die Spreads vorrangiger Bankenverbindlichkeiten sind um 50 Bp weiter, während die Spreads nachrangiger Verbindlichkeiten um 100 Bp weiter sind. Die Spreads von Unternehmensanleihen sind um 20 bis 80 Bp weiter. Es wurde über Käufe institutioneller Anleger auf dieser niedrigen Ebene gesprochen, wir glauben jedoch eher nicht, dass es heute bisher so viel Handel gegeben hat....

 

8333 Postings, 3538 Tage StöffenIn der Zeit um die Jahrtausendwende

 
  
    #123579
3
26.06.16 11:58
herum war der größte Teil der Akteure noch freudig und in optimistischer Weise gestimmt hinsichtlich dessen, dass das große Abenteuer EU & die gemeinsame Währung Euro doch recht gut funktionieren könnte. Im Endeffekt war das dann allerdings nur reine Augenwischerei, weil in Wahrheit mit der Euro-Einführung nur ein kurzer und äußerst heftiger Kredit-Boom losgetreten wurde, an dessen unangenehme Folgen alle Beteiligten noch sehr, sehr lange werden zu knabbern haben dürfen, falls es zu keinem entscheidenden Schnitt kommt und diese unselige Transferunion künftig auch noch weiterhin Bestand haben sollte. Zur besseren Veranschaulichung: Der Chart der Deutschen Bank seit 2007 dient diesbezüglich wahrlich als beeindruckender wie auch abschreckender Beleg hierzu.

Die Völker Europas müssen diese Träumereien von satten EU-Apparatschiks, die sich selbstverständlich mit all ihren bürokratischen Kräften dagegen wehren werden, schnellstens und unmissverständlich beenden, entmachten und sich derer entledigen. Ansonsten ist weiteres Siechtum klar vorprogrammiert.
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44977 Postings, 4435 Tage Anti LemmingInteressant ist auch, was Dreiklang

 
  
    #123580
26.06.16 13:02

44977 Postings, 4435 Tage Anti LemmingSoros sieht Anfang vom Ende der EU

 
  
    #123581
26.06.16 13:16
Die EU steuere unhaltbar auf eine Auflösung "im Chaos" zu. Schuld sei auch Merkels Flüchtlingspolitik.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/...esung-im-chaos-zu/

George Soros sieht nach dem Votum Großbritanniens für den Brexit das Ende der EU gekommen. Die Auflösung der EU sei damit praktisch irreversibel, schrieb der Milliardär in einem Beitrag für das Project Syndicate. Soros attackiert die EU scharf: Sie habe versagt und es nicht geschafft, den Bürgern die Werte zu bringen, die sie versprochen habe. Die EU steuere auf eine Auflösung im Chaos zu. Das Chaos werde Europa in einem schlimmeren Zustand zurücklassen als wenn es die EU nie gegeben hätte.

Bemerkenswert: Soros macht Bundeskanzlerin Merkel unverhohlen für die Niederlage der EU beim britischen Referendum verantwortlich: Ihre Geste, die Grenzen für alle Flüchtlinge zu öffnen, sie zwar gut gemeint gewesen, jedoch habe Merkel das Problem nicht zu Ende gedacht. Die Briten hätten aus Angst vor einer unkontrollierten Massenzuwanderung gegen die EU gestimmt. Die EU habe zuvor versagt, weil sie die Flüchtlingskrise nicht bewältigt habe....  

89 Postings, 169 Tage Katzenpirat#574 Modell Schweiz

 
  
    #123582
2
26.06.16 14:47
@lifeguard. Du weisst, dass wir Schweizer in vielen Belangen stärker in der EU integriert sind als die Briten. Wir sind oft die ersten, die neue Gesetzte und Normen ratifizieren, wir sind sogar (noch) Teil der Schengen und Dublin Abkommen. GB kann schon heute seine Grenze selber kontrollieren. Sie haben zudem weitere Sonderbehandlungen im Bereich der Sozialleistungen, dem Finanzplatz London etc. ausgehandelt.

GB hat zusammen mit den USA in einem illegalen Krieg den Irak zerschlagen. Die grosse Flüchtlingsbewegung aus dem nahen Osten haben zu einem Grossteil sie verschuldet. Die Schweiz hat mehr Vertriebene aufgenommen als GB. GB sagt jetzt dem Rest von Europa, das ist nicht unser Problem, schaut selber. Ist das mutig?

Ich bin kein EU Fanatiker, aber mich nervt, wenn nationale Regierungen ihr Versagen "Brüssel" in die Schuhe schieben. Und ich bin der Meinung, dass die Deutungshoheit in einer Gesellschaft nicht bedingungslos bei der politischen Mehrheit liegt. In Grossbritannien wurden Gräben aufgerissen zwischen Nord/Süd, Jung/alt, Stadt/Land, Brite/Nicht-Brite. Direkte Demokratie kann grossartig sein, sie funktioniert jedoch nicht, wenn Populismus zu Denkzettel-Mehrheiten führt und die Minderheit als Verlierer verhöhnt wird. Direkte Demokratie bedeutet Kompromissbereitschaft, Minderheitenschutz, Austarieren, Nachverhandeln.

Die EU ist jetzt gefordert ihr Demokratieverständnis zu zu definieren, aber noch mehr auf die Probe gestellt wird jetzt das britische Parteien- bzw. Politsystem. Es werden interessante Wochen in Europa.
 

350 Postings, 3121 Tage No_CashNun,

 
  
    #123583
1
26.06.16 14:51
damals ging es darum, über Jahre hinweg, den Euro einzuführen, da dies, in der Zeit, die einzige Möglichkeit war, den Verfall der damaligen Länderwährungen entgegen zu wirken. Krieg war keine Option. Heute sind wir am gleichen Punkt angelangt, der Euro ist am Ende. Also was kann man dagegen tun? Den Euro abschaffen! Dafür muss Europa aber auseinanderbrechen. Mit dem Austreten von Großbritanien wurde dieser Prozess nun eingeleitet.
Also knallharte Kalkulation der Eliten.  
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Argentum et aurum non olent.

44977 Postings, 4435 Tage Anti LemmingDie alten Landeswährungen

 
  
    #123584
1
26.06.16 20:21
wären nicht "verfallen". Im Süden hatten sie schön hohe Zinsen, die Staat und Private vor unsinnigen "Investitionen" (Hausblasen usw.) schützten.

Erst der Euro hat die PIIGS ruiniert, weil er 1) Kredit-/Immo-Blasen aufpumpte, die in den alten Landeswährungen in dieser Höhe kaum möglich gewesen wären, und 2) weil die PIIGS den Euro nicht mehr abwerten konnten, was sie zuvor mit ihren Landeswährungen ständig gemacht haben (allen voran Italien) - und auch mussten, um konkurrenzfähig zu bleiben.
 

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