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Der USA Bären-Thread

Seite 1 von 4923
neuester Beitrag: 06.05.16 21:18
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 123062
neuester Beitrag: 06.05.16 21:18 von: mr.singh Leser gesamt: 10828311
davon Heute: 42
bewertet mit 429 Sternen

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44403 Postings, 4384 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

 
  
    #1
429
20.02.07 18:45
Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
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123036 Postings ausgeblendet.

8285 Postings, 3487 Tage StöffenEinen Fondsmanager

 
  
    #123038
2
04.05.16 21:28
zum Aktienmarkt zu befragen ist in etwa so, als wenn du deinen Friseur nach einem Haarschnitt fragen würdest. Einfach nur schlecht getarnte Werbung gekleidet im Mantel der Information. Aber zahlungskräftiger Anzeigen-Kunde bei Ariva zu sein, das hilft in dem Moment überhaupt nicht, wenn eben die überprüfbaren Realitäten da zweifelsfrei ihre Aussagekraft haben. Der angehypte Fonds plus den obendrauf servierten cremigen Sprüchen weist eine Performance auf, die jeder Lacko mit irgendeinem x-beliebigen DAX-Zerti, ETF, etc. locker hätte erzielen können. Die Gebühren machen dann zweifelsfrei den Unterschied.

Seinen eigenen Kopf zu bewegen mag zwar teilweise recht mühsam sein, nichtsdestotrotz ergeben sich da oftmals weitaus bessere Perspektiven, als irgendwelchen Schönschwätzern hinterher zu laufen. Und das eigentlich Beste an der Sache ist, egal ob die Dinge wie erwünscht funktionieren oder auch nicht: Man darf sich in jedem Fall auf die eigenen Brust klopfen!

Ein Riesengefühl!
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5 Postings, 3 Tage SaurierÖl

 
  
    #123039
3
04.05.16 22:17
Wenn der CCI im Wochenchart in luftiger Höhe die Biege macht dräut Ungemach. Außerdem fehlt noch der Retest des gebrochenen schwarzen Abwärtstrends - da muss sich der Kurs beeilen noch vor der Null-Linie hinzukommen. Auf Tagesbasis sind die Shortsignale schon da. Allerdings würde ich nicht unbedingt erwarten der Aktienmarkt deswegen und entsprechend mit fällt. Frühere Korrelationen müssen sich ja nicht unbedingt wiederholen.  
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8285 Postings, 3487 Tage StöffenDer Öl-Rally fehlt das Fundament

 
  
    #123040
04.05.16 23:10
so ein aktueller Kommentar im FuW-Mag.

In den Ländern des Ölkartells Opec steigt die Produktion weiter. Im April lag die Fördermenge gemäss der Nachrichtenagentur Reuters mit 32,64 Mio. Fass pro Tag nur knapp 10?000 Fass unter dem Mehrjahreshoch vom Januar.

Desweiteren werden die US-Fracker bei steigenden Ölpreisen ihre Produktion wieder entsprechend ankurbeln. Das weltweite Überangebot von derzeit 1,5 Mio. Fass pro Tag kann jedoch nur reduziert werden, wenn eben die Fördermenge der US-Frackingfirmen signifikant in die Knie gehen wird.

http://www.fuw.ch/article/oel-rally-fehlt-fundament/
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8285 Postings, 3487 Tage StöffenWobei die Prozessbeschleunigung

 
  
    #123041
1
04.05.16 23:18
möglicherweise hier an Fahrt gewinnt.

"Pleitewelle erschüttert US-Ölbranche"

Der sehr niedrige Ölpreis fordert seinen Tribut. In den USA krachen immer mehr Ölfirmen zusammen. Ein Ende ist nicht in Sicht: Experten rechnen mit einer weiteren Zuspitzung der ohnehin schon angespannten Lage.

Der Ölpreisverfall hat in den USA eine der größten Pleitewellen ausgelöst. Durch die massiv gesunkenen Einnahmen sahen sich bislang 59 Öl- und Gasfirmen gezwungen, einen Antrag auf Gläubigerschutz zu stellen.

http://www.n-tv.de/wirtschaft/...t-US-Oelbranche-article17623086.html
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44403 Postings, 4384 Tage Anti LemmingDruckenmiller wettet auf Verfall des Saudi-Rials

 
  
    #123042
05.05.16 09:32
Beim Ölpreis von 100 Dollar das jetzige Öl-Tief korrekt vorhergesagt. Seinen Short-Trade gegen den Saudi-Rial hält er für ähnlich lukrativ. Druckenmiller rechnet folglich mit einer Ölpreis-bedingten Krise in Saudi-Arabien. Ansonsten wettert er im Artikel unten lautstark gegen die Fed - und ist bezüglich Aktien recht bärisch.

www.zerohedge.com/news/2016-05-04/...-his-biggest-currency-allocation


A Very Bearish Stanley Druckenmiller Blows Up At The Fed; Reveals His Biggest "Currency" Position

If anyone had wondered if Stanley Druckenmiller's recent bearishness had dissipated, or transformed into at least modest bullishness as a result of the market meltup, we have bad news.

Moments ago at the Sohn Conference, Druckenmiller raged at the Federal Reserve's dire monetary policies, saying that low interest rates have caused an environment where "not a week goes by without someone extolling the virtues of the equity market."  The obsession with short term stimulus contrasts with the monetary reform of 80's which led to the bull market, he added.

"....Despite finally ending QE, the Fed?s radical dovishness continues today. By most objective measures, we are deep into the longest period ever of excessively easy monetary policies. In other words, and quite ironically, this is the least ?data dependent? Fed we have had in history."

Wrong: this is the most data-dependent Fed ever, only the data is the daily level of the Dow Jones Industrial Average; this is also why as Druckenmiller added, the Fed "causes reckless behavior" and added that "the Fed has no endgame and the end objective seems to be preventing the S&P from having a 20% decline."

.......

The former Duquesne hedge fund manager, who averaged annual returns of 30 percent from 1986 through 2010, also agreed that negative rates are "absurd", said that he is bearish stocks, and concluded by revealing what his biggest currency allocation is. "Some regard it as a metal, we regard it as a currency and it remains our largest currency allocation" he said, without naming the metal.

 

44403 Postings, 4384 Tage Anti LemmingWeitere Quellen dazu:

 
  
    #123043
05.05.16 09:42
www.nytimes.com/2015/11/04/business/dealbook/...-bearish-warning.html

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www.marketwatch.com/story/...says-bet-against-saudis-riyal-2016-05-04

Hedge-fund manager Zach Schreiber, chief executive officer of PointState Capital LP, says Saudia Arabia's currency is massively overvalued given the precipitous fall in the price of crude. Speaking at the Ira Sohn Investment Conference on Wednesday in New York, Schreiber recommended that investors buy the U.S. dollar and bet against the dollar-pegged riyal USDSAR which he argues hasn't adjusted for an oil-dependent Saudi economy that needs crude at $90 a barrel. Brent crude oil, the international benchmark, has climbed about 50% since hitting a low around February but is still 60% lower since its June 2014 highs. Similarly, West Texas Intermediate crude oil CLM6, +2.88% the U.S. benchmark, has gained nearly 70% since its February lows, but is down 60% since those 2014 peaks. Saudi Arabia is the world's largest exporter of crude oil and a heavy-hitter within the Organization of the Petroleum Exporting Countries. Schreiber said he's skeptical of recent moves by the Saudis to shore up their balance sheet, including Deputy Crown Prince Mohammed bin Salman's multiyear initiative to wean the country from oil dependence. The Stanley Druckenmiler protege also argued that the Saudi's plans to publicly list Saudi Aramco, the country's behemoth energy company, won't be enough to address what he describes as $7 trillion in liabilities. "The Saudis are taking their money out and hedging their bets, maybe you should do the same," Schreiber said. About two years ago at Ira Sohn, Schreiber made the accurate prediction that oil was poised to tumble. That called made his firm $1 billion, according to Bloomberg.
 

9960 Postings, 3208 Tage wawiduzu # 041

 
  
    #123044
05.05.16 10:41
Diese 59 Firmen stellen bereits fast 20 % aller im marktbreiten Sektorindex DJ US Oil and Gas gelisteten Unternehmen dar.  

44403 Postings, 4384 Tage Anti LemmingGroßfeuer in Kanadas Ölsänden perfekt getimet

 
  
    #123045
4
05.05.16 14:48
Wenn die Fed mal Pause macht (Vatertag?) mit dovishen Einwürfen, müssen halt Attentäte auf Pipelines in Nigeria (check: heute nicht), Stammeskämpfe in Libyen (check: bingo!) und/oder Großfeuer in kanadischen Ölsänden (check: bingo!) herhalten, um mit dem Ölpreis die Börsen hochzutreiben.

1933 wurde der Holländer van der Lubbe von den Nazis dafür bezahlt, dass er den Reichstag in Berlin in Brand steckte. ;-)

Die Meldung ist schon deshalb "lustig", weil der IS-Krieg in Syrien/Irak mit seinen weitreichenden Zerstörungen (auch Öl-Infrastruktur) von den Terminbörsen im Jan/Feb, als Öl bis 26 Dollar fiel, komplett ignoriert wurde.

www.marketwatch.com/story/...ian-wildfire-threatens-output-2016-05-05

The out-of-control blaze halted operations at one major oil-sand

Oil prices pushed higher on Thursday, as a raging wildfire near Canada?s oil-sands district and fighting in Libya threatened production in those countries.

West Texas Intermediate crude-oil futures CLM6, +4.32%  climbed $1.35, or 3%, to $45.12 a barrel, after gaining 13 cents on Wednesday. Brent crude for July delivery LCON6, +3.59% the global oil benchmark, rose $1.15, or 2.6%, to $45.75 a barrel. Brent had a losing session Wednesday, closing down 0.8% to $44.62 a barrel on London?s ICE Futures.

A state of emergency was declared on Thursday in Canada?s Alberta province, according to media reports. A wildfire that began Sunday has forced 88,000 residents of the city of Fort McMurray to evacuate.
 

44403 Postings, 4384 Tage Anti LemmingKurs-Feuerwerk beim Öl

 
  
    #123046
2
05.05.16 14:52
WTI heute +4,51 %
 
Angehängte Grafik:
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8285 Postings, 3487 Tage StöffenWow, welch' beeindruckendes Bild

 
  
    #123047
3
05.05.16 17:44
292 Diesel-Lokomotiven der Union Pacific, die aktuell nicht gebraucht werden, aufgereiht wie an einer Perlenschnur und geparkt auf irgendeinem Abstellgleis bzw. nicht befahrener Nebenstrecke in Arizona bis zum Horizont. Überkapazitäten, die nun auf vermeintlich bessere Zeiten warten.

Wolf Richter beleuchtet in seinem Blog die aktuelle Misere des Bahnfrachtverkehrs in den USA, welche ein rezessionshaftigen Eindruck des US-Transportgewerbes vermittelt :

"Freight Rail Traffic Plunges: Haunting Pictures of Transportation Recession"

Total US rail traffic in April plunged 11.8% from a year ago, the Association of American Railroads reported today. Carloads of bulk commodities such as coal, oil, grains, and chemicals plummeted 16.1% to 944,339 units.

The coal industry is in a horrible condition and cannot compete with US natural gas at current prices. Coal-fired power plants are being retired. Demand for steam coal is plunging. Major US coal miners ? even the largest one ? are now bankrupt. So in April, carloads of coal plummeted 40% from the already beaten-down levels a year ago....

Weiter hier

http://wolfstreet.com/2016/05/04/...engines-transportation-recession/
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us-railroads-union-pacific-engines-idled-2016-05-....jpg (verkleinert auf 65%) vergrößern
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44403 Postings, 4384 Tage Anti LemmingFrachtpreise fallen auch in China

 
  
    #123048
1
05.05.16 18:42
 
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5 Postings, 3 Tage Saurier#46 Nur die Tageskerze zählt ...

 
  
    #123049
3
05.05.16 19:20
 
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9960 Postings, 3208 Tage wawiduzu # 047

 
  
    #123050
05.05.16 19:55
Hier zwei Charts dazu:

https://www.aar.org/pages/freight-rail-traffic-data.aspx

Rezession mit großen Schritten im Anmarsch!  

130 Postings, 2915 Tage fenerbace13zu 050

 
  
    #123051
1
05.05.16 20:41
Naja, kann man aus diesen Daten nicht so 100%ig schließen bzw. pauschal ableiten. Der Rückgang lässt sich fast komplett durch die eingebrochenen Kohletransporte erkären. Die branchenspezifischen Probleme sollten bekannt sein. Demgegenüber sind die (zyklischen) Transporte von bspw. Chemicals oder Motor Vehicles jeweils auf 3 Jahreshochs...  

44403 Postings, 4384 Tage Anti Lemmingupdate zu # 049

 
  
    #123052
1
06.05.16 10:33
 
Angehängte Grafik:
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44403 Postings, 4384 Tage Anti LemmingLöschung

 
  
    #123053
06.05.16 11:01

Moderation
Moderator: st
Zeitpunkt: 06.05.16 13:23
Aktion: Löschung des Beitrages
Kommentar: Moderation auf Wunsch des Verfassers

 

44403 Postings, 4384 Tage Anti LemmingBond-Krisen: Energie (2016) vs. Telekom (2000)

 
  
    #123054
2
06.05.16 12:16
ein kritischer Vergleich, den Bondvigilantes-Autor Matthew Russell im folgenden Beitrag vornimmt.

https://www.bondvigilantes.com/deutsch/2016/05/04/...m-energiesektor/

Hier gleich vorweg das Resümee des Autors:

"Der Ausfallzyklus im Hochzinssegment des Energiemarktes ist gegenwärtig weniger ernst und deutlich konzentrierter als zur Jahrhundertwende im Telekomsektor. Dies soll nicht heißen, dass es nicht noch schmerzhafter kommen könnte, doch sollte sich eine deutliche Zunahme der Ausfallzahlen meiner Meinung nach wahrscheinlich auf den Energie-und Rohstoffbereich beschränken."

Und hier weitere Details der Begründung:

"Der wichtigste Grund, warum ich die Notlagen in den Energie- und Rohstoffsektoren nicht als Auslöser für eine weitere Welle an Ausfällen sehe, sind die niedrigen Öl- und Rohstoffpreise. Sie sind zwar für die Ausfälle in diesen Sektoren verantwortlich, sollten jedoch auf andere Sektoren am Hochzinsmarkt einen positiven Effekt haben. Es ist sicherlich durchaus möglich, dass die Ausfälle im Energiesektor das Vertrauen belasten und andere Bereiche des Hochzinsmarktes anstecken, was einer der Gründe für die verschärften Kreditvergabestandards sein könnte. Insgesamt aber habe ich Mühe, mir ein Szenario vorzustellen, in dem die sinkenden Kosten für einen Produktionsfaktor einen schädlichen Effekt haben...."

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A.L.:  Fundamental sind die Argumente des Autors oben zwar richtig, weil sinkende Ölpreise die Wirtschaft real entlasten. Die Märkte operieren jedoch seit 2008 im "Zentralbank- und Algo-Wunderland"-Modus, in dem fundamentale Argumente ignoriert werden.

Warum eigentlich? Ganz einfach: m Grunde steckte bereits in der Finanzkatastrophe 2008/9 der Karren metertief im Dreck. Nur eine Mega-Inflationierung brachte pro forma temporäre Abhilfe, indem sie Zeit kaufte (Konsum vorzog).  TARP, QE, ZIRP, NIRP und sonstige Pump-Aktionen der Notenbanker hoben zwar in der Folgezeit die Vermögenswertpreise (Aktien, Immobilien usw. stiegen), bewirkten jedoch keine grundlegende Verbesserung der angeschlagenen Realwirtschaft. Das Gleiche gilt für den gegenwärtigen Notenbank-Zinnober in Japan und Europa.

In der Folge blieb das BIP-Wachstum in USA seit 2008 "sub-par". Die Erwartung der Notenbanker, steigende Assetpreise würden über Wohlfühleffekte (mehr Konsum) zu einer selbsttragenden Aufwärtsspirale führen - auch in der Realwirtschaft -, erwiesen sich als teure Illusion. Teuer insofern, als die Fed-Bilanz dazu auf 4,5 Billion Dollar aufgeblasen werden musste, ohne dass dies der Realwirtschaft nennenswert nützte. Draghi betreibt seit 2015 den gleichen Unfug in Europa, allerdings mit teils anderem Hintergrund (klammheimliche Gelddruck-Rettung der verzockten PIIGS).

D. h. seit 2008 bewegt sich die US-Wirtschaft im von Bill Gross so genannten "new normal" - mit BIP-Wachstumraten von im Schnitt nur 1 %. Und dieses Mickerwachstum musste auch noch größtenteils durch nicht nachhaltige staatliche Stimuli "erzwungen" werden. Dazu zählen - neben den Unsummen für die Bankenrettung - die über eine Billion Dollar an "Studenten"-Krediten, die in USA jeder Joe Sixpack, der einen Kurs an einer Baumschule belegte, bekam, und die nun massenweise erlassen werden (müssen) - was sie rückwirkend zu "Helikoptergeld" macht.

Um trotz der eklatanten fundamentalen Schwäche der Post-2008-"Erholung" die Aktienkurse hoch halten zu können, tun die Notenbanker (vor allem die Fed) Ihr Bestes, um den Glauben an ihre Allmacht aufrecht zu erhalten. Jedes Raunen aus der Fed-Ecke führt zu dreistelligen Kursveränderungen im DOW. Das ist durchaus gewollt. Vieles deutet darauf hin, dass Wall Streets "Investmentbanker" kollektiv - und jeweils passend zu den Worten der großen Vorsitzenden Yellen - ihre Trading-Maschinen anwerfen, die dann die von Bären gefürchteten und Bullen beglückenden "V-Erholungen" in den Indizes hervorzaubern. Es handelt sich mithin um einen großangelegten Dressur-Akt. Die Wirtschaftsmedien und einschlägige Webseiten verstärken diesen "Lern"-Effekt noch, indem sie ununterbrochen jedes Raunen, Stöhnen und Ächzen aus der Notenbanker-Ecke auf ihre Titelseiten und mit Kursveränderungen "in Zusammenhang" bringen.

Auf diese Weise ist es in achtjähriger kombinierter geld- bzw. fiskalpolitischer Pump- und medialer Feinarbeit gelungen, den aktuell alles dominierenden Notenbank-Popanz aufbauen. Verlautbarungen, Bedenken,  Erwägungen, Sorgen, Deflationsängste bis hin zu überraschenden Hakenschlägen der Fed sind inzwischen zur fast alleinigen Stellgröße für die Märkte geworden. Manche Medien schämen sich nicht mal (mehr), das 2000-Mantra aufzuwärmen, wonach "fundamentale Bewertungsmaßstäbe nicht mehr gelten".

Diese interpretatorische Vereinahmung ("Dressur-Fremdsteuerung") hat dazu geführt, dass - medienübergreifend - fallende Ölpreise, die eigentlich positiv für die Wirtschaft sind, als "schädliche Deflation" hingestellt werden. Fed, EZB und BoJ ziehen da am gleichen Strang.

Die verordneten und inzwischen kaum noch kritisch hinterfragten Denkmuster bewirken, dass Trading-Programme (Algos) auf sinkende Öl-Preise (Öl wird hier als Asset gesehen, nicht als Wirtschaftsrohstoff) geradezu zwanghaft mit Aktienverkäufen reagieren. Dabei wird geflissentlich ignoriert, dass billiges Öl der Realwirtschaft im Prinzip hilft und z. B. auch das chronische  US-Handelsbilanzdefizit senkt (dies wirkt BIP-steigernd).

Fallende Aktienkurse wiederum erzeugen steigende Risikoscheu, die sich auf andere Assetklassen überträgt ("risk off") und auch die Bondkurse purzeln lässt. Sinkene Bondkurse werden vom Markt als Indiz für sinkende Bonität der Firmen gewertet. So kann sich schnell eine Eigendynamik entwickeln, die seit Januar zu massenhaften Konkursen im US-Energie-Sektor führte. .

Die obige Erwartung des Autors, der fundamental positive Effekt sinkender Energiepreise sorge dafür, dass die Bond- und Vertrauenskrise im Energie-Sektor (speziell Fracking, aber auch die Bonität der Großen wackelt) auf diesen beschränkt bleibe, könnte sich als ähnliche Illusion erweisen wie Bernankes 2008 geäußerte Behauptung, dass "Subprime auf Subprime" beschränkt bleibe  - ein fataler Irrtum, der in Gestalt der Mega-Finanzkrise 2008/2009 seine hässliche Fratze herauskehrte.  

5 Postings, 3 Tage Saurier#52 Worauf wartet die Kuh?

 
  
    #123055
06.05.16 13:27
... vielleicht auf dieses Konglomerat typischer Korrekturziele (MA50 + MA200 + lowerBB + 61,8 FibRetr):
 
Angehängte Grafik:
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4597 Postings, 2351 Tage SufdlStriche in einen Chart

 
  
    #123056
06.05.16 14:30
zu malen ist ein typischer Anfängerfähler 🐮
Was das Kälbchen nicht lern lernt vielleicht die Kuh noch...  

5 Postings, 3 Tage Saurier#56 Was macht denn der Nicht-Anfänger

 
  
    #123057
06.05.16 15:10
.. mit WTI? Ernstgemeinte Frage.  

4597 Postings, 2351 Tage SufdlEr handelt Brent

 
  
    #123058
1
06.05.16 19:31
aber wenns unbeingt WTI sein muss... er geht long beim ersten X und short am ersten O. Evtl. mal noch paar Std. warten, bis die nèuen COT daten raus sind. Chart ist EOD also sowieso Schlusskurs abwarten 🐼

 
Angehängte Grafik:
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wti_puf.png

4597 Postings, 2351 Tage Sufdlbrauchst

 
  
    #123059
1
06.05.16 19:50
ne zweier oder dreier Serie um ohne Verlust ausgestoppt zu werden (je nachdem wo Du im Kasterl handelst). Ab 4 in einer Reihe kann nix mehr schief gehen, ausser bei Monstergap... Wichtig ist dass man nicht vekauft ohne dass es eine Trendumkehr im Chart gibt denn man braucht die grossen Serien um die vielen kleinen Ausstopper zu kompensieren. Klèine Geinne und grosse Gewinne verrechnen sich gegenseitig, Grosse Gewinne blèiben über, wenn Du grosse Verlierer nicht zu lässt (an die Regeln halten). Dazu kommt noch das Währungsrisiko.

Da der Chart nicht die intraday Schwankungen anzeigt (würde zu viele Fehlsignale generieren) darfst nicht eine trailing SL order aufgeben sondern musst am folgenden Tag handeln  

4597 Postings, 2351 Tage Sufdlechter Point & Figure

 
  
    #123060
1
06.05.16 20:02
Handel geht aber ganz anders. Man geht z.B. nicht long, solange der Kurs nicht über der fallendn Trendlinie ist (was sich natürlich die letzten zwei Jahre bewährt hat). Ausserdem wartet man auf Signale/Ausbrüche. Üblich sind auch dreier reversal, aber dann braucht ja mindstens ne siebener Serie...  

5 Postings, 3 Tage SaurierFreigabe erforderlich

 
  
    #123061
06.05.16 21:03

Freigabe erforderlich
Grund: Möglichkeit eines Regelverstoßes.
Ein Mitarbeiter-Moderator wird den Beitrag prüfen und anschließend freischalten oder entfernen.


 

766 Postings, 4261 Tage mr.singhU.S. Baker Hughes Rig Count

 
  
    #123062
06.05.16 21:18
Was für ein Absturz! 1609 aktive Ölbohrtürme im Oktober 2014 und nun sind es aktuell
nur noch 328.
http://www.investing.com/economic-calendar/...hes-u.s.-rig-count-1652  

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