Der USA Bären-Thread

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neuester Beitrag: 21.05.13 16:58
eröffnet am: 20.02.07 18:45 von: Anti Lemmin. Anzahl Beiträge: 105192
neuester Beitrag: 21.05.13 16:58 von: wawidu Leser gesamt: 7049189
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30970 Postings, 3302 Tage Anti LemmingDer USA Bären-Thread

 
  
    #1
389
20.02.07 18:45
Dies ist ein Thread für mittelfristig orientierte Bären (keine Daytrader), die im Laufe dieses Jahres mit einem stärkeren Rückgang der US-Indizes rechnen - u. a. auf Grund folgender Fundamental-Faktoren:





1.  Zunehmende Probleme im US-Housing-Markt wegen Überkapazitäten, fallender Preise,
    rückläufiger Verkaufszahlen und fauler Hypotheken, vor allem im Subprime-Sektor

2.  Auf Grund dessen mögliche Banken-, Junkbond- und/oder Hedgefonds-Krise
    (HSBC warnte bereits)

3.  Überschuldung der USA im Inland (negative Sparquote, Haushaltsdefizit)
    und im Ausland (Handelsdefizit)

4.  Möglicher weiterer Wertverlust des Dollars zum Euro (zurzeit bereits über 1,30)

5.  Anziehende Inflation wegen Überschuldung und unkontrollierten Geldmengenwachstums

6.  Weitere Zinserhöhungen der Fed zur Inflationsbekämpfung

7.  Rückgang des US-Konsumentenvertrauens und weniger Konsum wegen der
    Liquiditätsrückgänge und drückender Housing-Schulden

8.  Rückabwicklung von Yen-Carry-Trades, weil Japan die Zinsen erhöht
    -> Ende der "globalen Hyperliquidität"

9.  Probleme im Irak, wachsende Kriegsgefahr in Iran/Nahost, Ölpreis-Anstieg

10. Terrorgefahr

11. Überbewertung der US-Aktien (das DOW-JONES KGV für 2006 liegt bei 24,25,
    das des SP-500 bei 19)

12. Aktien-Hausse der letzten vier Jahre verlief ohne nennenswerte Korrekturen
    (untypisch)





Dieser Thread soll meinen inzwischen leider teilweise gelöschten Doomsday-Bären-Thread ersetzen. Außerdem möchte ich in diesem Eingangsposting deutlich machen, dass der Fokus auf USA liegt (der DAX spielt nur am Rande eine Rolle, da die wirtschaftliche Lage hier zu Lande besser ist).

Ich wünsch mir in diesem Thread eine faire, offene und vor allem sachliche Diskussion, möglichst wenig persönliche Querelen, Beleidigungen und sinnlose Hahnenkämpfe. Wer notorisch stört und Unfrieden stiftet oder rassistische Sprüche ablässt, kommt auf die Ignore-Liste (was weitere Postings hier verhindert).
 
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105166 Postings ausgeblendet.

4002 Postings, 1809 Tage FillorkillAL,

 
  
    #105168
2
20.05.13 14:49
GP hat - wenn auch spät - verstanden, dass Du hier seit Jahren, in täglicher Fleissarbeit, eine bullische Argumentation par excellence ablieferst. Die schönste aller Bullenwelten: Arbeiterklasse und Kleinsparer bis zum Anschlag ausgepresst, Corporate Profits und Assetpreise eskalieren, NB / Big Five stellen die dafür erforderliche lückenlose Marktmanipulation bereit - die war stets bei AL zu finden. Heute jedoch, da jeder halbwegs intelligente Bulle so oder ähnlich argumentiert und 'strategisch short' als Option amtlich aus dem Verkehr gezogen wird, ist diese Vision ...

Fill

-----------
Mein Gott, es ist voller Sterne...

30970 Postings, 3302 Tage Anti Lemming# 165 - historische Chance verpasst...

 
  
    #105169
5
20.05.13 14:50
Zynisch könnte man zusammenfassen:

Die Zockerbanken haben gut daran getan, sich nach ihrer 2008-Rettung schnell mit Zentralbankkohle vollzusaugen und ihre Bilanzen ab 2009 erneut in Windeseile aufzublasen. Wäre sie langsamer vorgegangen (wie die zögerliche US-Regierung), wäre ihnen Paul Volcker mit seiner Anti-TBTF-Rule womöglich noch RECHTZEITIG in die Quere gekommen.

Nennt sich: Normative Kraft des Faktischen.

Da die Zockerbanken - entgegen Blankfeins Bekundungen - inzwischen erneut zocken, als gäbe es kein Morgen mehr, ist der alte TBTF-"Schutz", der ja nur bei hinreichend großem Leverage "greift", nun wieder intakt.

FAZIT: In USA wurde mit dem Verschleppen und der Aufweichung der Volcker-Gesetzgebung (rechtzeitige Zerschlagung der TBTF-Banken) eine große Chance verpasst, die Finanzmärkte zu normalisieren. Grund für die Verschleppung/Aufweichung ist nicht zuletzt das Schmiergeld, das die Zockerbanken in Washington als Wahlkampfspenden verteilen. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.  

30970 Postings, 3302 Tage Anti LemmingCFNAI - Chart und Details

 
  
    #105170
2
20.05.13 14:58
Aus dem PDF der Chicago-Fed:

Led by declines in production-related indicators, the Chicago Fed National Activity
Index (CFNAI) decreased to –0.53 in April from –0.23 in March.
Three of the four
broad categories of indicators that make up the index decreased from March,
and none of the categories made a positive contribution to the index in April.

...The CFNAI Diffusion Index increased to –0.03 in April from –0.04 in March. Thirty-two of the 85 individual indicators made positive contributions to the CFNAI in April, while 53 made negative contributions....

http://www.chicagofed.org/digital_assets/...ai/2013/cfnai_may2013.pdf  
Angehängte Grafik:
hc_451.jpg
hc_451.jpg

30970 Postings, 3302 Tage Anti Lemming# 167

 
  
    #105171
3
20.05.13 15:15
Entscheidend ist die Nachhaltigkeit. Wie kreditfinanzierten Boom/Bust-Zyklen üblicherweise enden, hat Stöffen in # 157 gut auch den Punkt gebracht.

Wer auf die Blase durch QE spekuliert und damit keinen Schiffbruch erlitten hat, hat mMn einfach nur Schwein gehabt. BISLANG jedenfalls. Mit seriöser Geldanlage hat das nicht das Geringste zu tun. Genau das aber versuchen die Wirtschafts-Medien, allen voran das WSJ, unablässig - und in letzter Zeit immer lauter - weiszumachen.

WSJ und Co. behaupten nach wie vor felsenfest, dass die Aktienanstiege auf positiven realwirtschaftlichen Entwicklungen basieren, die QE angeblich ausgelöst hätte; und dass diese "wirtschaftliche Erholung" (statt korrekt: "Asset-Aufblasung") angeblich der gesamten US-Gesellschaft zugute gekommen sei (und nicht nur den oberen 1 %).

Ähnliches, lieber Fill, hast auch Du über weiter Strecken kolportiert - und die Bärenthread-Poster jahrelang als weltfremde Schwarzmaler hingestellt. Bezüglich der Aktienstände hast Du Recht behalten, bezüglich der realwirtschaftlichen Entwicklung nicht.  

30970 Postings, 3302 Tage Anti Lemming# 163

 
  
    #105172
1
20.05.13 15:22
"So kann konstatiert werden, dass das Schlachtfest (Baisse) mangels Schlachtmasse (Kleinanleger) ausfallen muss."

Wall Street und Main Street sind nicht die einzigen Opponenten. Mangels Kleinanleger können die Zockerbanken auch wechselseitig über sich selber herfallen. Sobald ein Hai sich verzockt hat, riechen die anderen Blut - siehe Lehman 2008.  

2831 Postings, 1585 Tage John Rambo?

 
  
    #105173
20.05.13 15:32
Also die Umsätze zb im Dax sind noch relativ gering wenn man mal mit 2007 vergleicht. Die Banken werden versuchen ihren überteuerten Müll den kleinsparern anzudrehen aber noch scheinen sie nicht sehr erfolgreich damit zu sein.

Die übliche euphorische werbung zb von Fonds mit steil nach oben zeigenden charts ( seit 2005 300% gewinn) wie man sie vor dem platzen einer Blase erwarten sollte habe ich auch noch nicht gesehen.

Also meiner Meinung nach haben wir noch ordentlich Luft nach oben.

Es sind einfach noch nicht genug Passagiere auf dem Aktien Zug.  

241 Postings, 584 Tage GegenpolAL #172

 
  
    #105174
1
20.05.13 16:36
Warum sollten die Großbanken nicht kooperieren und gemeinsam die Börsen auf neue ATH's treiben? Sollten irgendwann die Schuldenquoten der Staaten/Banken konsolidiert sein, lockt man die Privatanleger ähnlich wie '29 in den Markt.

Lehman Brother's war nur eine Art Bauernopfer, um der Allgemeinheit zu suggerieren, dass eine Insolvenz einer Investmentbank katastrophale Auswirkungen auf die Realwirtschaft hat. Daher müsse in Zukunft jedes Kreditinstitut vor der Pleite bewahrt werden, wenn schon die Pleite einer Investmentbank solch fatale Auswirkungen hat.

Allgemein:

Weder die BT, noch die Ökonomenthread User haben sich im laufe der Zeit das Recht erworben sich als Oberlehrer aufzuspielen. Ich habe meine Beiträge in der letzten Zeit bewusst überdreht bullish formuliert. Ich bemerkte, dass ich in alte Verhaltensmuster zurück fiel.
Nach dem Motto: Extreme Probleme erfordern extreme Maßnahmen ;)
Der Markt wird uns die Richtung vorgeben, ob wir wollen oder nicht! ;0  

8228 Postings, 2126 Tage wawiduExzessiv bullish

 
  
    #105175
6
20.05.13 16:43
Nach der Point & Figure Chartanalyse sind aktuell fast 90 % aller SPX-Werte bullish. In der Vergangenheit war dieser Wert das höchste der Gefühle. Die Luft ist nunmehr sehr dünn.  
Angehängte Grafik:
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8228 Postings, 2126 Tage wawiduAnti # 171

 
  
    #105176
2
20.05.13 17:04
Eines der schlagkräftigsten Indizien für eine fragwürdige Wirtschaftslage der USA ist mE die Ratio Lagerbestände zu Auslieferungen von Gebrauchsgütern.  
Angehängte Grafik:
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5185 Postings, 837 Tage zaphod42Heute Silbercrash

 
  
    #105177
1
20.05.13 18:27
Edelmetalle : Deal in Asien löst einen Silber-Crash aus - Nachrichten Geld - Geldanlage - DIE WELT
Pfingstmontag ist ein schwarzer Tag für Silber-Investoren. Wohl ein einziger großer Verkaufsauftrag in Asien drückt das weiße Metall auf den tiefsten Stand seit Herbst 2010. Auch Gold verliert.
 

7840 Postings, 4899 Tage ReinyboyDie Welt ist mal wieder Lichtjahre hinterher

 
  
    #105178
1
20.05.13 18:53
ich seh in den Charts bei SIlber z.Z. Plus 2,5%

und bei Gold Plus 2,2%
-----------
Je genauer du planst, umso härter trifft dich der Zufall

30970 Postings, 3302 Tage Anti LemmingBeim Silber ist offenbar eine Short-Attacke

 
  
    #105179
9
20.05.13 19:32
der vereinigten Goldmänner vom Markt "abgewiesen" worden. Sieht nach Reversalkerze (Langzeit-Tief) aus.

Das Drücken von Gold und Silber (besonders stark seit Jahresbeginn) ist Teil des Masterplans, Kleinanleger in Aktien zu treiben. Außerdem soll die Gold- und Silberschwäche suggerieren, dass das Geldgedrucke der Amis und Japaner nicht inflationär wirkt. Suggestionstheater...  
Angehängte Grafik:
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30970 Postings, 3302 Tage Anti LemmingWSJ: Eurozone kurz vor dem Zerfall?

 
  
    #105180
7
20.05.13 19:40
www.wallstreetjournal.de/article/...7324787004578494960953445122.html

Man kann nur spekulieren, was sich hinter diesem Artikel an heimlichen Interessen verbirgt. Soll Draghi endlich "freies Feld" für seine Dicke Berta erhalten? Oder will Soros, dass sein Euro-Short (?) stärker ins Plus läuft?

Sicher ist, dass die Schwäche in EUR/USD und Rohstoffen nicht zur Stärke in den Aktienmärkten passt. Irgendwer liegt falsch. Meist sind das die Aktienzocker...  

30970 Postings, 3302 Tage Anti LemmingSeltsame Öl-Stärke

 
  
    #105181
2
20.05.13 19:44
Auch die Stärke in Öl (WTI) passt nicht zu der in anderen Rohstoffen und in Edelmetallen.

Vermutlich ist das schlicht der Beginn der "Driving Season". Goldman und JPM haben noch zig volle Tankschiffe vor der Küste liegen, die nur darauf warten, dass "der Markt" (aka die Goldmänner selbst) den Preis gewinnbringend hochzockt.  
Angehängte Grafik:
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866 Postings, 1269 Tage Sufdldie Spannung steigt

 
  
    #105182
20.05.13 19:49

welche Bank wohl demnaechst wieder einen "rogue trader" a la Kerviel ueber die Klinge springen laesst.

 

30970 Postings, 3302 Tage Anti LemmingBlankfeins Nasstraum (fettige Variante)

 
  
    #105183
3
20.05.13 19:54
(ergänzend zu # 181)

Ölpreis (WTI in Dollar) langfristig. Die Goldmänner scheinen auf einen Chartausbruch aus dem Dreieck nach oben "hinzuarbeiten"...  
Angehängte Grafik:
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30970 Postings, 3302 Tage Anti LemmingBlankfeins Nasstraum (schleimige Variante)

 
  
    #105184
20.05.13 19:55
 
Angehängte Grafik:
hc_455.jpg (verkleinert auf 99%) vergrößern
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866 Postings, 1269 Tage SufdlDer Oelchart...

 
  
    #105185
3
20.05.13 20:10

wer kann sich noch an das Top erinnern? Oel ist endlich, Chinesen fahren jetzt alle Autos, ein Nigerianer in shorts und Sandalen bohrt die pipeline an....

Der Preis fuer das schwarze Gold kann nicht mehr sinken. Oel bald bei 200$...War alles ganz logisch!

 

2939 Postings, 1647 Tage DreiklangFinanzkrise ist ein Generationenproblem

 
  
    #105186
10
20.05.13 23:22
Das industrielle Wachstum begründete die Sozialsysteme (nicht umgekehrt), und sämtliche Rentenprogramme waren überhaupt nur mit Wachstum bezahlbar. Die nachkommenden Generationen konnten immer aus dem Wachstum ihre Bringschuld gegenüber ihren Vorfahren leisten. Mit dem wegbrechenden Wachstumspotenzial ist dies nun nicht mehr möglich.

Die japanische Antwort darauf heißt Nachhaltigkeit. ( Das mag angesichts "Abenomics" als Provokation gewertet werden, jedoch... : ) Japan ist ein Exportland mit einer weiterhin strukturell wettbewerbsfähigen Industrie. Da kommt es nicht schlecht, wenn aus den Exporten Kapitalanlagen im Ausland getätigt werden, sei es auch mit mehr oder weniger sanftem Druck seitens der Regierung oder der BOJ (wenn ihr das Geld im Land lasst, dann drucken wir es euch kaputt...). Eine "Hyperinflation" muss man in einem Exportland definitiv nicht befürchten. Der deutsche Crash 1923 war eine Folge der Reparationsleistungen, welche eine Überschuldung mit Zusammenbruch der Terms of Trade bewirkte. Ob Japan nun im Ausland spart oder im Inland, bleibt sich im Prinzip gleich.

Die deutsche Situation ist der japanischen angemessen und auch hier würde man mit Nachhaltigkeit - d.h. Sparen, "Riesterrente" u.a. der Situation Herr werden können. Sei es auch mit Einschränkungen verbunden. Doch das Wort "würde" ist das Problem, denn mit Herrn Draghi und seinem Euro geht das so nicht. Die Androhung, ggf. mit der Notenpresse die Probleme Europas zu lösen, ist ernstzunehmen - wobei man nichts anderes erreicht als sich eine Zeitlang aus der Ersparnis (des Nordens) zu bedienen. Im Gegensatz zu allem Dummschwätz der Einheitspartei sind die Folgen sowohl für Arbeitnehmer als auch Rentner schon jetzt zu bemerken - und die Lage wird sich schrittweise weiter zuspitzen.

Was nun Lateineuropa anbetrifft, hat man für diese Probleme kein Verständnis, da dort es immer schon darum ging, über die Währung die Versorgung der älteren Generation abzuwickeln und der jüngeren schrittweise immer ein bisschen mehr aufzuerlegen - solange die Wirtschaft genügend wuchs, blieb das System erträglich. Doch mit der dramatisch angestiegenen Jugendarbeitslosigkeit ist klar geworden,  dass dieser Generationenvertrag nicht mehr funktionieren kann. Übrigens stieg in Italien und Griechenland auch schon vor der Finanzkrise die  Jugendarbeitslosigkeit deutlich an. Und deswegen setzen sich diese Länder auch mit Händen und Füßen gegen eine Anhebung des Rentenalters zur Wehr, da die (monetär geschöpfte) Rente  eine wesentliche Säule der Wirtschaft darstellt - nicht aber das Produktivkapital.

Dieses  -- nennen wir es ruhig Draghi-System --  wird geradezu episch kollabieren.  Die  Berliner Politführer wissen es, verleugnen es aber aus macht/wahltaktischen Gründen.
Diese Unehrlichkeit ist moralisch bedenklich und zutiefst ärgerlich (doch man kann ja bei der Wahl der Einheitspartei eine Absage erteilen.)


Verstörend ist aber, dass die politische Diskussion in den Weichen Dickschiffen nicht einmal ansatzweise die  (offensichtlich) nahende Katastrophe erkennt und immer noch dem Kinderglauben anhängt, man könne irgendeine Rechnung nach Berlin schicken. Wenn die Insuffizienz des jetzigen Modells nachgewiesen ist, wird in Dtl. der Gürtel enger geschnallt - aber in Südeuropa wird man ins Nichts fallen und froh sein, den Hunger einigermaßen abwenden zu können. Das ist auch der wesentliche  Grund, warum man in den Weichen Dickschiffen am € festhält: Er ist für die Realwirtschaft ein Desaster, aber man kann sich mit ihm zumindest etwas zu essen kaufen.  

2939 Postings, 1647 Tage DreiklangGegenpol Vermögenspreis-Inflation

 
  
    #105187
9
21.05.13 00:25
Daher schlussfolgere ich, dass die 10Y Treausuries in den nächsten Monaten bzw. Jahren unter 1 % sinken werden. Während deutsche 10Y Bundesanleihen das Potenzial haben im negativen Bereich taxiert zu werden. Die akkumulierten Schulden sind anders nicht beherrschbar. Es wird eine Vermögenspreisinflation gigangtischen Ausmaßes geben.

Negative Renditen bei Bundesanleihen würde ich als Marktstörung auffassen. Sollte Draghi seine Vorhaben umsetzen und NPL oder "semitoxische " ABS in seine EZB-Bilanz packen, dann wäre klar, dass man die Währung mittelfristig aufgibt (um einen kurzfristigen Zeitvorteil zu erhalten). Eine solche Politik würde für Bundesanleihen nachteilig sein, da mit dem Draghi-Put im Hintergrund der Schrott-Aspekt einer Bundesanleihe dem Schrott-Aspekt einer Griechenanleihe angenähert würde. Draghi würde das übrigens als großen Erfolg verkaufen: "Wir haben die Fragmentierung des Marktes aufgehoben".

Zur Vermögenspreis-Inflation: Bei nahezu Nullzins kann man natürlich Hauskredite bisher ungeahnten Umfangs aufnehmen, da die Zinsen bezahlbar bleiben. Das Problem ist die Tilgung. In einem Land wie Schweden, in dem die Zinsen als Ausgaben von der Steuer abgezogen werden können (auch bei Eigennutzung) , nicht aber Tilgung - hat man in den zurückliegenden Jahren bei immer weiter steigenden Hauspreisen die Kredite zur Tilgung ausgesetzt - da bei den aktuellen Preisen die Tilgung nicht mehr aufgebracht werden kann. Wenn man das logisch weiterdenkt, wird damit die hausbauende Bevölkerung schleichend in die Insolvenz getrieben. Daher hat. die z.B die schwedische Bank SEB seit Jahresanfang eine Mindesttilgung von 1,7% und einen max. Beleihungsgrad von 85% festgesetzt. Damit sind Hausfinanzierungen zum 20-fachen eines Jahreseinkommens (bei Tilgungsaussetzung kein Problem) nicht mehr möglich.

Im Endergebnis kommt es zum Stillstand bei Käufen/Verkäufen, da dem Verkäufer jede weitere Anlagemöglichkeit fehlt (Nullzins) , er also alleine aus einem möglichst hohen Verkaufspreis seine Verkaufmotivation bezieht - und der Käufer diese nicht erfüllen. Marktaustrocknung ist die Folge, von den Zentralbanken herbeigeführt.  

7236 Postings, 2405 Tage StöffenZentralbanken trocknen Bond-Märkte aus

 
  
    #105188
2
21.05.13 08:52
Was den Bond-Markt anbelangt, so bleibt zu attestieren, dass der Anteil im Multiverse Bond Index von Barclays, der von Zentralbanken und Banken gehalten wird, mittlerweile auf 55 Prozent hochgepumpt wurde, wogegen der Anteil von Pensionsfonds, Versicherern und andere Investoren hier im Gegensatz dazu recht drastisch gefallen ist.  Der Wert der Bonds im Index ist seit 2008 um 52 Prozent  auf 44,6 Billionen US-Dollar gestiegen. Die Zentralbanken kaufen - unabhängig vom Preis - weiter ein, weil sie das müssen. Solange dies der Fall ist, bleibt weniger für alle anderen übrig, speziell für diejenigen, welche jetzt bei Bonds aufgrund geänderter Finanzmarktregeln dringenderen Bedarf haben.

Der Bedarf an sicheren Anlagen wie mit Spitzen-Ratings versehene Staatsanleihen wird bedingt durch  die neuen US-Finanzmarktregeln, den Dodd-Frank Act und die Kapitalanforderungen der Basler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich künftig noch stärker steigen. Allerdings werden durch die weiterhin geplanten Bond-Käufe der Federal Reserve und der Bank of Japan viele Vermögensverwalte zu riskanteren Bonds gedrängt. Dies trägt mit dazu bei, dass der Markt für Unternehmensanleihen in diesem Jahr so stark wächst wie nie zuvor. Bislang wurden Papiere im Volumen von 1,51 Billionen Dollar emittiert, verglichen mit 1,46 Billionen Dollar im gleichen Zeitraum des Rekordjahres 2012, als insgesamt 3,97 Billionen Dollar über Anleihen beschafft wurden, so berichtet aktuell das schweizer Finanz-Mag Cash.

Komplett hier

http://www.cash.ch/news/top_news/...m_bondmarkt_gedraengt-3062737-771
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Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!

30970 Postings, 3302 Tage Anti Lemming# 186

 
  
    #105189
21.05.13 09:43
Ausgezeichnete Analyse, Dreiklang.  

30970 Postings, 3302 Tage Anti LemmingGoldman: SP-500 steigt bis 2015 auf 2100

 
  
    #105190
2
21.05.13 10:24
03:51 S&P to reach 1,900 in 2014, 2,100 in 2015: Goldman MarketWatch
03:51 S&P seen at 1,750 by year-end 2013: Goldman Sachs MarketWatch


Das wäre bis 2015 gemessen am Stand zu Beginn 2013 (1405) ein Anstieg von fast 50 %. 25 % pro Jahr entspricht den Traumrenditen aus den "goldenen" 1990er.



Man sollte sich bei dieser Gelegenheit allerdings tunlichst an Goldmans gravierende frühere Fehlprognosen erinnern.

Im Sommer 2008 hatten die Goldmänner - am Top der Ölblase, beim WTI-Stand von 147 Dollar - für Ende 2008 ein Öl-Kursziel von 200 Dollar "ausgerufen".
Tatsächlich notierte US-Rohöl Ende 2008 bei nur 35 Dollar - und Goldman entblödete sich nicht, im Dez. 2008 Kursziel auf 25 Dollar zu senken.

Diese Zahlen und Fehlprognosen sind keine Spinnerei oder feuchte Bärenträume, sondern historisch belegte Fakten.

Überträgt man diese epochale Goldman-Fehlprognose aus 2008 rechnerisch auf die aktuellen Börsenlage, dann würde der SP-500 bis Ende 2013 nicht um Goldmans strichverlängerten 20 % (von 1405 im Jan. auf 1750 im Dez.) steigen, sondern von jetzt 1660 auf 398 fallen*.

Der Rückgang des Ölpreise von 147 Dollar im Sommer 2008 auf 35 Dollar im Dezember entsprach einem Minus von 76 %**. Bezogen auf das "Kursziel 200" lag Goldmans Prognose - gemessen an den real erreichten 35 Dollar - um sage und schreibe 471 % zu hoch.

(* 1660 Sommerstand minus 76 %  Rückgang** ergibt 398)  

4002 Postings, 1809 Tage Fillorkill# 190 Ja, AL,

 
  
    #105191
21.05.13 10:32
die Shortindikationen schlagen in immer kürzerem Abstand ein. Es ist Zeit, Bär zu werden.  S&P 398 solltest Du dir jedoch aus dem Kopf schlagen. Der kommende Bärenmarkt wird diesmal nicht als grosses Drama aufgeführt...
-----------
Mein Gott, es ist voller Sterne...

8228 Postings, 2126 Tage wawiduPut/Call Ratio bei Aktienoptionen

 
  
    #105192
21.05.13 16:58
wieder sehr niedrig: MA 5 aktuell bei 0,52.  
Angehängte Grafik:
_cpce7jd-ma5.png (verkleinert auf 82%) vergrößern
_cpce7jd-ma5.png

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